Durch dieses Forum haben wir jede Menge Tipps und Anregungen erhalten. Daher kommt anbei nun der Bericht zu unserer ersten Namibiareise, auf dass er ggf. ebenfalls als Anregung und Informationsquelle dienen mag!
Unsere Reiseroute war nicht ganz die „klassische“ Ersttätertour – mehr zur Findung kann man hier nachlesen.
Final sah die Route nun so aus:
Samstag
Landung in Windhoek,Übernachtung auf der Ababis Guestfarm
Sonntag
Sesriem Campsite – NWR
Montag
Hotel A La Mer in Swakopmund
Dienstag
Ugab Save the Rhino Camp
Mittwoch
frei Campen am Huab
Donnerstag
Palmwag Campsite
Freitag
Crowther’s Campsite
Samstag
frei im Obias („Zufluss“ des Honaib)
Sonntag
frei am Khowarib Schlucht 4WD-Trail
Montag
Etosha Olifantsrus Campsite
Dienstag
Etosha Okaukuejo Campsite
Mittwoch
Etosha Namutoni Campsite
Donnerstag
Otavi Wineyards Campsite
Freitag
Waterberg Wilderness Plateau Campsite
Samstag
Rückflug ab Windhoek
Kurzfazit:
Noch besser als gedacht! Highlight war der Weg vom Ugab Save the Rhino Camp über Palmwag in den Honaib. Wahnsinnig schön und wunderbar einsam. Noch unterwegs haben wir den Plan gefasst, wiederzukommen und noch weiter gen Norden zu fahren.
Ausrüstung:
Aufgrund der Route 2-3 Worte zur Ausrüstung: Hilux 2.8 in Safari-Ausstattung von ASCO (Kompressor und Co obligatorisch). Sat-Phone, Rubbertracks, immer 40l Wasser im Auto + gut 30l in Kanistern/Flaschen, Essen für fast die gesamte Reise, Walki-Talkies, Simkarten von MTC, Tracks4Afrika App&Buch, Openstreetmaps, Iwanowski, Bradt und Lonely Planet als Reiseführer, die relevanten 4x4-Führer der Linkes (gibts bei Kindl im Abo – wie auch den LP) & großzügige Reiseapotheke.
Vor der Reise:
Unsere Vorbereitungen laufen seit ungefähr Ende Februar. Dort wurde der Entschluss gefasst, nach Namibia zu reisen und wir lesen uns langsam ein, reservieren Auto und NWR Campsites. Bei ASCO – dem Anbieter unserer Wahl – ist der „normale“ Hilux vergriffen, wir nehmen die Safari-Version. Gebucht über TUI Cars und Camper ist auch direkt die beste Versicherung (+Versicherung von TUI) sowie die Luxus-Campingausstattung dabei. In Patagonien sowie auf Sao Tome und Principe hat Fahren auf weniger „ordentlichen“ Wegen immer Spaß gemacht und wir beide lieben die Weite von Wüsten/Steppen. Es wächst die Idee, nun richtig „offroad“ zu Fahren. Somit wird ab hier viel gelesen und recherchiert, wir finden langsam die o.g. Route, planen mit Schritten und optionalen Puffern. Im Internet eignen wir uns noch etwas Offroad-Theorie zu unserem kleinen Praxis Kenntisstand an. Zudem steht fest, dass wir das Training auf der Ababis Guestfarm machen wollen.
Die Recherche zur Gesundheitsvorsorge offenbart nichts besonderes, nach den letzten Reisen haben wir eigentlich eh alle möglichen Impfungen intus. Die Frage nach Malariaprophylaxe beschäftigt uns eine Weile – am Ende entscheiden wir uns für den Etosha-Abschnitt dafür – ausschlaggebend war, dass wir Malarone gut vertragen und hier einfach das Risiko minimieren. Im Ergebnis unnötig, die Mücken hätte ich an zwei Händen abzählen können.
Wie es immer so ist, knubbeln sich dann die Aufgaben und Termine, die Spannung steigt. Den Samstag vor Abreise gehe ich ins Büro, um der E-Mails Herr zu werden. Die Drohnenngenehmigung lässt auf sich warten. Am Donnerstag (Feiertag) stellen wir uns die Frage, warum wir nicht einfach auf die Kanaren fliegen. Typischer Vorab-Stress – am Ende wird’s dann immer gut.
Freitag:
Drohnengenehmigung kommt in der Minute, als das Taxi vom Haus steht an (super netter Kontakt zur dortigen Behörde; zudem nimmt sich Namibia ein Vorbild an unserer Verwaltung: ein volldigitaler manueller Prozess - ich bekomme den Scan eines Papiers mit Stempel und Unterschrift, fehlt nur, dass es als Fax kommt;) ). Zubringer aus dem Norden nach FRA. Riesen Schlange an der Sicherheitskontrolle. Ohne Vordrängeln scheint es uns knapp zu werden (und wir sind mit genug Vorlauf da). Die Frage beim Sicherheitspersonal, ob wir den Flieger nach Frankfurt bekommen wird knurrend bejaht, „Frankfurt hat eh Verspätung!“. Das hören wir nicht gern – aber wozu hat man sein Handy: keinerlei Verspätung angezeigt. Die erneute Frage mit Verweis auf die Informationen aus dem Internet wird wieder knurrig abgeschmettert. Ungefähr eine Minute später gerät der „freundliche“ Mitarbeiter dann in Hektik: „Wer muss nach Frankfurt? Bitte alle vor!“ Haben wir ja gleich gesagt…
Es folgen zwei unauffällige Flüge (der erste und eigentlich einzige Packfehler fällt schnell auf: Kopfhörer mit 3,5mm Klinke-Anschluss vergessen – 3€ ärmer für richtig miese Plastikteile, die erst nach einer gefühlten Ewigkeit verkauft werden). Das Platzangebot in der Economy finden wir okay, die 2-4-2 Bestuhlung ist für Paare super (unproblematisch und ohne Mehrkosten, lassen sich zwei Plätze am Fenster direkt nach Öffnung des Online-Checkins auswählen), es ist nicht ausgebucht und im hinteren Teil sind diverse Sitze frei, auf denen sich dann Mitreisende breit machen. Der Service ist nett aber unkoordiniert und langsam. Wir schlafen einige Stunden und gar nicht mal so schlecht.
Samstag:
Dieser Tag ist ein kleiner Tribut an die Reiseplanung, es steht die Übernahme des Autos, Großeinkauf und die Fahrt zur Ababis Guestfarm an. Anders wäre aber das Offroad-Fahrtraining nicht möglich gewesen. Wir haben es zu Hause alles durchkalkuliert, wissen wo wir einkaufen und was wir einkaufen wollen und sind daher zuversichtlich, vor Sonnenuntergang am Ziel zu sein.
In der Regel beteiligen wir uns nicht am sofortigen Aufspringen im Flieger, sondern verlassen ganz entspannt unsere Plätze, wenn sich die Reihen lichten. Das führt hier dazu, dass wir (nach einem schönen Marsch über das Vorfeld mit Sonnenaufgang) ziemlich hinten in der Schlage für die Einreise stehen.

Allerdings fährt der ASCO Transfer sowieso erst vergleichsweise spät ab (hier geht etwas des geplanten Puffers drauf). Der ASCO Mitarbeiter rät davon ab, im Flughafen zu MTC zu gehen, da dort immer viel los sei – im Ergebnis hätte die Zeit gereicht. Wir heben also nur Geld ab – ich vergesse den Pin meiner Kreditkarte, mit der sich kostenfrei Abheben lässt. Die App, in der ich ihn nachgucken könnte, lädt nicht (weil der von mir installierte Werbeblocker blokada das im Flughafen-W-Lan offenbar unterbindet). Mit einer anderen Kreditkarte hebe ich 5.000$ ab – aber ab hier ist der Wurm in der Bargeldversorgung (diese haben wir auch nur lose vorgeplant – als erfahrene Reisende weiß man ja eh Bescheid…).
Die Übergabe bei ASCO ist extrem professionell. Das Auto hat nur gut 7.000 km auf der Uhr und ist in einem makellosen Zustand und absolut sauber (genauso wie das gesamte Zubehör, z.B. auch das Campinggeschirr). Wie aufwändig die Reinigung sein muss, können wir nach unserer Reise ein- und wertschätzen.
Die ersten Meter im Linksverkehr mit diesem riesigen Panzer sind gewöhnungsbedürftig (wir nehmen immer eine Handyhalterung mit, Google-Maps ist sehr praktisch). Der Weg zur The Grove Mall ist schnell geschafft, die Einfahrt zum Parkhaus sagt dann aber „2,4m MAX“. Auf Nachfrage wurde uns bei ASCO zugerufen: Two and a half meters… Was nun? Noch mal um den Block, meine Frau steigt aus und guckt, ob es passt. Die Höhe wäre okay, allerdings komme ich in diesem Winkel niemals in die Einfahrt. Also, Runde Nummer drei. Das Parkhaus erscheint uns sicherer als alles, was wir aus Rom kennen. Stopp eins ist der „Alkohol-Laden“, bevor der Verkaufsstopp am Samstag einsetzt. Dann MTC und Checkers, wo wir unsere zu Hause erstellte Liste abarbeiten. Zum Schluss kaufe ich noch eine weitere Plastikkiste in einem kleinen Laden neben der Toilette – wir haben bei ASCO zwei Boxen für Essen geordert. Drei oder vier wären besser gewesen. Die zusätzliche Kiste erweist sich als goldrichtig – trotz Staubklappe ist hinten alles wunderbar gepudert (auch bei der Fahrt auf C Straßen). Mittagessen gibt’s auf die Hand und wir sind Unterwegs gen Süden.
Um auf die T4A-Fahrzeiten aus dem Buch zu kommen, darf man nicht trödeln. Wir sind etwas langsamer. Und der ASCO-Geschwindigkeitsüberschreitungswarnton ertönt bereits bei 60km/h (eigentlich: Schotter 90km/h, Asphalt 120km/h, Stadt 60km/h). Als wir von anderen ASCO Autos überholt werden, rufen wir die Hotline an (das Piepen ist so penetrant, dass ausgeschlossen ist, dass unsere Überholer es einfach ignorieren). Der nette Mitarbeiter teilt mit, dass der Ton mit dem eingeschalteten 4WD zu tun hat. Da möchte ASCO nicht, dass man schneller als 60km/h fährt. Er bietet an, es auf 70km/h zu erhöhen (wie das gehen würde haben wir nicht erfahren). Das ist nun auch der einzige Kritikpunkt an ASCO: ich kann verstehen, dass man den Verschleiß minimieren möchte. Aber 4WD gibt einfach mehr Traktion und damit Sicherheit auf Schotter und das hätte ich gerne bis zu den von ASCO erlaubten 90km/h gehabt. Ohne 4WD geht es dann weiter.

Die Straßen werden immer „schlechter“, die Landschaft wird analog schöner und wir kommen gegen 18h am Ziel an – per E-Mail hatte ich schon eine späte Ankunft angekündigt. Man schickt uns schnell den Stellplatz suchen, bevor es ganz dunkel ist. Heute Abend haben wir Essen gebucht – es gibt ein wirklich schönes Abendessen mit den Inhabern, einem Paar, dass die Farm in den kommenden Wochen „hüten“ wird, währen die Inhaber in Deutschland sind und einem weiteren Pärchen, dass eine feste Unterkunft gebucht hat. Die Campsite ist sehr gut! Und das erste mal dieser fantastische Sternenhimmel. Wir sind am Ende des langen Tages todmüde und schlafen schnell ein.
Ich muss mal schauen, wie ich es über die kommenden Tage/Wochen schaffe, diesen Bericht zu ergänzen – es ist fest vorgenommen.















































