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Reisebericht · namibia-forum.ch

4 Wochen Costa Rica im Nov/Dez 2021

von JP K · Nov. – Dez. 2021 · 31 Tage · Selbstfahrer · 40 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir sind zu zweit im November und Dezember 2021 vier Wochen lang mit dem Mietwagen durch Costa Rica unterwegs: von der Karibikküste bei Tortuguero über die Vulkangegend am Arenal und den Nebelwald von Monteverde ins Bergland des Quetzals, weiter in den Regenwald der Osa-Halbinsel am Pazifik, an den Surferstrand von Dominical und zuletzt ins Kaffeeland im Orosi-Tal.

Ein 2WD-Mietwagen reicht für die ganze Strecke, ein Allradwagen ist nirgends nötig – die Gefahr, im Sand steckenzubleiben wie in Afrika, gibt es hier nicht. Dafür kosten Schlaglöcher und unbeleuchtete Nebenstrassen Zeit, ein 40 Kilometer langer Buckelpisten-Abschnitt zur Osa-Halbinsel dauert über zwei Stunden, und Fahrten im Dunkeln vermeiden wir nach der ersten Erfahrung. Anders als in der afrikanischen Savanne verdeckt der dichte Wald das meiste Getier; ohne Guide und Spektiv sehen wir kaum etwas. Die eindrücklichsten Begegnungen bringen darum bezahlte Ausflüge: die frühmorgendliche Suche nach dem Quetzal am Avocadobaum, eine geführte Wanderung im Corcovado-Regenwald, ein Nachmittag am Hide mit Königsgeiern. Auf die vermeintlich Anfang Dezember beginnende Trockenzeit warten wir vergeblich, an der Karibikküste erklärt man uns sogar, eine feste Regenzeit gebe es dort gar nicht.

Eine bezahlte Fotosession mit eingefangenen Pfeilgiftfröschen und Schlangen bleibt für uns zwiespältig: für Naturpuristen nichts, für uns als fotografierende Touristen aber eine willkommene Gelegenheit, solche Tiere überhaupt vor die Linse zu bekommen. Durch die ganze Reise begleiten uns dagegen die Blattschneiderameisen, an denen wir nicht satt werden. Nur Monteverde, in den Reiseführern als Highlight gepriesen, können wir nicht empfehlen: kann man machen, muss man aber nicht.

Teil 115. Jan. 2022

4 Wochen Costa Rica oder die Dokumentation der Regenwaldentlaubung

so sollte der Titel eigentlich heißen, aber anscheinend ist er zu lang für das Titelfeld

Wir sind zurück aus Costa Rica. Wer Lust hat auf meinen Reisebericht, ist herzlich eingeladen hier mitzulesen. Die Farben versprechen Abwechslung vom ocker-braun namibischer Wüsten

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Costa Rica kann auch mit richtigem Schietwetter aufwarten…

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…und es gibt andere Sichtungen…

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… bei denen auch den kleinen Tieren eine Bedeutung beigemessen wird.

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Unsere Reiseroute ging über 1.650 km:

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Hinflug: 16. November, Rückflug: 16. Dezember 2021
2 Nächte San Jose – Holiday Inn
4 Nächte Tortuguero NP – Pachira Lodge
5 Nächte La Fortuna – Baldi Hot Springs Resort
3 Nächte Boca Tapado – Laguna del Lagarto Lodge
2 Nächte Monteverde – Country Lodge
4 Nächte Quetzales NP – Savegre Hotel
4 Nächte Corcovado NP – Laguna Vista Villas
3 Nächte Dominical – Hotel Villas Rio Mar
3 Nächte Orosi Tal – Casona del Cafetal

Teil 217. Jan. 2022

Erstmal vorneweg einige Erläuterungen:

Die letzten 3 großen Fernreisen waren auf das afrikanische Festland, Safari in Namibia, Botswana und letztes Jahr Tansania. Wir müssen mal von diesem Kontinent der großen Tiere loslassen, ansonsten wissen wir die kleineren Tiere gar nicht mehr zu schätzen. Mit Costa Rica hatten wir schon einige Zeit geliebäugelt, ohne groß eine Vorstellung davon entwickelt zu haben, was uns dort erwarten wird. Ausserdem war die Einreise nach Costa Rica zu Corona-Zeiten äusserst unproblematisch. Viele andere Länder verlangen trotz Impfung mehrere PCR-Tests und zusätzliche Quarantänezeiten, sofern sie einen überhaupt ins Land lassen. Für die Einreise nach Costa Rica muss mal online ein Einreiseformular ausfüllen (https://salud.go.cr/) , dort ist auch der Impfnachweis hochzuladen. Es erfolgt keine Validierung der Angaben, sondern man erhält sofort einen QR-Code, den man am Flughafen vorzeigen muss. Danach kann man sich frei im Land bewegen, wir mussten diesen QR-Code in San Jose im Hotel und im Museum vorzeigen, danach nie wieder.

Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir sehr kurzfristig gebucht, auch wegen einer anderen Reise meiner Frau in ihre Heimat. Wir haben erst Ende Oktober gebucht, alles in einem Rutsch an einem einzigen Abend, wir saßen ca 3 Stunden am Rechner und haben Flüge, Mietwagen und Unterkünfte im Internet gebucht, alles ohne Reiseveranstalter. Rückblickend kann ich sagen, dass ein Reiseveranstalter als Zwischenschalte auch nicht notwendig ist, ich würde es wieder so machen.

Anregungen für die gewählte Route kamen überwiegend aus dem Internet (70%), dem Reisebericht von Bettina aus diesem Forum (20%) sowie abschließend bzw. wie zur Bestätigung meiner bereits abgeschlossenen Planung von unseren Nachbarn (10%), die vor 2 Jahren eine ähnliche Route befahren hatten. Costa Rica ist ein kleines Land, trotzdem habe ich schnell gemerkt, dass eine Auswahl an möglichen Zielen notwendig ist, man nicht alles bereisen in einem Rutsch, dazu geht es nicht schnell genug auf den Strassen vorwärts. Es wird also ein zweites Mal geben.

Als Auto hatte ich ein 2-WD gebucht, auch um die Kosten der Reise zu begrenzen. Das Auto stellte sich als ausreichend heraus, ein 4-WD war nirgendwo notwendig. Auch wenn es teilweise auf Schotterpisten steil hoch bzw. abwärts ging, die Gefahr im Sand stecken zu bleiben wie in Afrika bestand kein einziges mal. In meinen Mietvertrag hatte ich erst nach Ende der Reise geschaut, und siehe da, auch das Kleingedruckte stellt kein Hindernis dar: einzig Fluss-Durchfahrten und Fahrten über einen Strand waren vertraglich verboten. Bei viele Nebenstrassen war ich mir nicht sicher, ob es Schotter war oder weggebrochener Asphalt, auf dem ich fuhr. Lediglich die letzten 40km auf der Osa-Halbinsel waren üble Buckelpiste wie in Tansania, für diese kurze Strecke habe ich dann auch deutlich über 2 Stunden benötigt.

Tja, das Wetter
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Nicht jeder lässt es einfach an sich abperlen…
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…einigen setzt der Regen ganz schön zu
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Nach den vielen Internet-Recherchen bin ich zum Eindruck gekommen, dass bis Mitte November Regenzeit ist, und spätestens Anfang Dezember die Trockenzeit beginnt. Trugschluss. In Tortuguero wurde uns gesagt, eine fest definierte Regenzeit gibt’s nur jenseits der Berge, an der Karibikküste regnet es immer, bis zu 7 Meter im Jahr. Dort hatten wir übrigens das beste Wetter, es regnete nur nachts. In Boca Tapada hiess es, die Trockenzeit lässt auf sich warten, und im Orosi-Tal verstieg man sich zu der Aussage, dass das hiesige Mikroklima keine festen Regenzeiten kenne, denn man sei nahe eines Gebiets, in dem es ebenfalls 7 Meter pro Jahr regne. Zusätzlich waren wir in Monteverde, das ja immer in klitschnassen Wolken gehüllt ist. Man sollte also Regen mögen und einen wasserdichten Poncho dabei haben, wenns einen nach Costa Rica zieht.

Qualität der Bilder: Mit den Vollformat-Kameras kann ich nicht mithalten, ich fotografiere mit Olympus; das olympische m43-System hat einen Bildsensor, der nur ¼ der Fläche eines Vollformatsensors beträgt und muss daher physikalische Nachteile gegenüber Vollformat akzeptieren. Hier sind Kompromisse notwendig zwischen möglichst niedriger ISO und möglichst niedriger Verschlusszeit. Die meisten Wildlife-Bilder in Costa Rica entstehen im Wald, d.h. der Lichteinfall ist nicht grade üppig selbst bei strahlendem Sonnenschein. Wir hatten häufig Regen, so dass ich teilweise bis ISO 3200 hochgegangen bin – da lachen die Vollformat-Besitzer drüber, aber beim m43-System verlieren die Bilder erkennbar an Detailschärfe, dies ist bei Vögeln insbesondere im Federkleid und bei Tieren bei den Fellhaaren zu sehen, es sieht verwaschen aus. Glücklicherweise verfügen die Oly-Kameras über gute Sensorstabilisatoren, daher sind viele Bilder auch mit Brennweite bis 840mm KB aus der Hand ohne Stativ mit verhältnismässig langen Verschlusszeiten aufgenommen. Ich hatte ausserdem ein 3-Bein-Stativ und zum Wandern ein Einbein-Stativ dabei und habe beide sehr ausgiebig genutzt.

Ich bin ein Einzelbild-Knipser aus Gewohnheit, ich stelle nie auf Dauerfeuer. Der Nachteil dabei: die meisten Vogel-Bilder zeigen die Vögel statisch im Ansitz, es wird kaum Action gezeigt. Vielleicht muss ich da mal mit der Zeit gehen, an Speicherkapazität mangelt es ja nicht.

Ich habe zwei Olympus-Kameras mitgeschleppt, so dass ich nicht ständig die Objektive wechseln muss. Trotzdem, es geht noch bequemer: das Smartphone tritt immer stärker in mein fotografisches Leben ein, es ist noch viel bequemer als eine Kamera aus dem Rucksack zu pulen, denn es ist in der Beintasche immer griffbereit. Die Bilder aus dem Smartphone sind qualitativ zumeist schlechter als aus den Systemkameras, aber zur Dokumentation reicht es, und häufig kommen sie erstaunlicherweise mit Zwielicht unter Bäumen besser zurecht als die grossen Kameras. Also, ich zeige auch Smartphone-Bilder (Samsung S10e).

Was ich gelernt habe auf dieser Reise: man kann nicht genug Bilder schießen, man weiß erst hinterher, was das beste Bild ist – also draufhalten was das Motiv hergibt, d.h. solange es geduldig sich ablichten lässt, und bei den unstetigen Lichtverhältnissen immer die Belichtung variieren. Erst bei Betrachtung der Bilder am mitgenommenen Tablet habe ich gesehen, was das Resultat war, da reicht das kleine Kameradisplay nicht aus.

Tier- und Vogelbestimmung: wir haben ca 90 verschiedene auf Fotos dokumentierte Vogelarten gesichtet, dazu kommen sicherlich nochmals über 20 Sichtungen, die nicht auf Fotos festgehalten wurden, weil zu gewöhnlich (zB Tauben, weisse Reiher, schwarze Drossel, Schwalben) oder weil hinter Zweigen/Laub versteckt. Ich habe mir Mühe gegeben, alle Vögel auf den Fotos zu bestimmen, falls mir dabei Fehler unterlaufen sein sollten, nehme ich gerne Hinweise und Korrekturen auf. Einige Vögel konnte ich nicht bestimmen, ich hoffe Ihr helft mir an den entsprechenden Stellen. Immerhin haben wir damit mehr als 10% aller in Costa Rica vorkommenden Vogelarten gesehen, das finde ich eine ordentliche Ausbeute. Den Rest schaue ich mir dann beim zweiten Besuch an.

Teil 318. Jan. 2022

Hallo Sabine, wir hatten tatsächlich keine Restriktionen mit dem Mietwagen, generell sind Mietwagen von den Restriktionen ausgenommen. Es bestehen Restriktionen in Abhängigkeit der letzten Ziffer des Nummernschildes, das gilt nicht für Mietwagen. Ausserdem gibt es eine nächtliche Fahrsperre, die gilt glaube ich auch für Mietwagen. Nachzulesen zB hier
https://ticotimes.net/2022/01/10/vehicle-restrictions-in-costa-rica-are-being-reinstated
https://ticotimes.net/2021/12/16/costa-rica-driving-restrictions-for-december-2021
https://sites.google.com/presidencia.go.cr/alertas/restricci%C3%B3n-vehicular-sanitaria

Generell sollte man Fahrten nach Eintritt der Dämmerung vermeiden, da die Strassen in ländlichen Gebieten unbeleuchtet sind und es einige Fahrradfahrer und Fussgänger gibt, die ebenfalls kein Licht haben. Ich fand das sehr unangenehm, da kann man leicht jemanden über den Haufen fahren. Ausserdem sieht man die Schlaglöcher und Speedbumps nicht rechtzeitig. Wir hatten so einige Fahrten in der Dunkelheit, es liess sich nicht vermeiden, das war kein entspanntes Fahren.

Der Verkehr in und um San Jose ist die Hölle trotz Restriktionen, es geht teilweise nur im Schritttempo voran. Am besten am Tag des Abflugs sehr zeitig aufbrechen, es dauert dann doch 2 Stunden länger als geplant. Wir haben für die 60km vom Orosi-Tal zum Flughafen knapp 4 Stunden benötigt. Ein Navigationsgerät mit zu mieten macht für dieses Ballungsgebiet sehr viel Sinn, denn Strassennamen sind ausserhalb des Stadtzentrums von San Jose nicht üblich. Wir hatten kein Navi dabei und sind dann im Strassengewirr von San Jose und Cartago herumgeirrt. Ausserhalb dieses Central Valleys sind wir gut mit einer altmodischen Landkarte zurecht gekommen. Die Ticos kommen gut ohne Navi klar, wir hatten einige Male in San Jose und Cartago nach dem Weg gefragt, sprachlich zwar nichts verstanden (wir können kein spanisch) und trotzdem versucht ihren Anweisungen zu folgen und wir kamen dann immer ohne Umwege direkt ans Ziel.

Die Strasse ab Cabo geht in Sand über. Zuerst ist die Landschaft flach wie ein Fernseher, später wird es hügelig, während die Fahrpiste auf ganzer Länge durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. Ein Ausweichen der Schlaglöcher ist nicht möglich, da sie auf der ganzen Breite vorkommen. Eine Palette rohe Eier auf der Rückbank ist am Ende der Fahrt definitiv Matsch. Wir haben die Hinfahrt in der Dunkelheit gemacht, das war kein Spass. Zurück sind wir dann morgens gefahren, wir hatten gute Sicht und wussten, was auf uns zukommt, das war dann "a piece of cake". Das Hotel hatte uns tatsächlich 4WD empfohlen, ich hatte aber schon entschieden, dass es auch mit 2WD gehen muss.

Hier kommt ein Bild vom ersten Kilometer nach Cabo, dort gibt es noch keine Schlaglöcher
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und hier kommt ein Bild aus Monteverde, man kann die Schlaglöcher gut sehen, und ab Cabo ist das dann genauso.
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Schlaglöcher kommen auch auf ansonsten gut asphaltierten Hauptstrassen vor, es sind dann unvermittelt auftauchende Einzelschlaglöcher, die durchaus 30cm tief sind. Bei Tageslicht und bei 80km/Std kann man denen aber noch ganz gut ausweichen, der Verkehr ausserhalb des Central Valleys ist sehr dünn. Netterweise sind solche einzelnen Schlaglöcher durch mit Kreide gemalten Vierecken gekennzeichnet - man sollte als Fahrer also nicht nur die schöne Landschaft bewundern sondern häufiger mal schauen, was die Strasse so an Abwechslung zu bieten hat.

Der Weg nach San Gerardo de Dota, abgehend von der Panamericana Route 2 hat es auch in sich, die Strasse windet sich steil nach unten über 700 Höhenmeter, man ist ständig auf der Bremse. Ich hatte den Eindruck, dass die Bremsleistung am Ende nachgelassen hatte.

Dagegen ist die Sandpiste nach Boca Tapado völlig problemlos, kaum Schlaglöcher, sehr gut befahrbar. Die ganze Strecke ist so wie auf diesem Bild
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Es macht Spass, die Panamericana zu fahren, aber man muss mit LKW rechnen, die mit teilweise weniger als 30 km/Std die Berge hochschleichen, und die Stecke ist einspurig. Von San Jose aus kommend, geht es über zig Kilometer nur bergauf, da haben wir stundenlang hinter den LKWs gehangen. Und hat man einen überholt, ist der nächste nicht weit. Also auch hier viel Zeit einplanen.

Gruss
JP

Teil 422. Jan. 2022

Tortuguero Nationalpark Tag 1

Der Tag beginnt früh, denn wir werden abgeholt um 6:45 Uhr an unserem Hotel in San Jose, pünktlich wie die Maurermeister. Der Bus macht seine Runde in San Jose und holt jeden einzelnen von seinem gewünschten Ort ab, wir sind die vorletzte Station, die anderen mussten also schon erheblich früher bereit sein. Alles sehr ordentlich organisiert, keiner hatte irgendwelche Beschwerden zu melden. Unser Arrangement bestand aus 4 Übernachtungen all inclusive, was auch den Pick-up in San Jose beinhaltete. Da ich ohne Reiseveranstalter gebucht hatte, traute ich der Organisation nicht blind, und schrieb eine Mail die Lodge möge doch bitte Pick-up und Drop-off Zeiten mitteilen, damit ich die übrigen Planungen darauf einstellen kann. Die Antwort kam 2 Tage später, und alles verlief wie bestellt. Alternativ zu diesen all-inclusive-Lodges, von denen es in Tortuguero mehrere zur Auswahl gibt und die nett am sogenannten Canal liegen, also den gewundenen letzten paar Kilometern vor der Mündung ins Meer, besteht die Möglichkeit, preiswerte Unterkünfte in Tortuguero Town direkt am Meer zu buchen, Restaurants in Anspruch zu nehmen und Zusatzleistungen wie Ausflüge oder Kanus selbst zu organisieren. Bei unserer Buchung war dies schon mit inklusive. Das Rauschen der Meereswellen haben wir aber auch in unserer zweiten Reihe deutlich gehört.
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Die Busfahrt ging über die Bergkette ins Tiefland nahe der Küste. Ein Frühstückstop in einem Restaurant gehörte dazu, dort sahen wir dass praktisch alle Busladungen dort einkehren auf dem Weg hin sowie zurück von Tortuguero. Damit es nicht langweilig wird, hat das Restaurant einen Bananenfeeder für die Vögel und einige Kolibri-Feeder aufgestellt. Die Kameras ratterten ununterbrochen bis zur Abfahrt.
Blue-grey tanager / Blautangare
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Clay-colored thrush / Gilbdrossel
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White-necked Jacobin / Weissnackenkolibri
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Die Busfahrt ging weiter, bis wir an den Anlegesteg für die Bootsfahrt nach Tortuguero kamen. Dort wurden wir eingeschifft für eine einstündige Bootsfahrt inklusive unserer Koffer in die verschiedenen Lodges.
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Maske auf hiess es in ganz Costa Rica, auch im Tortuguero NP, die NP-Ranger bestanden darauf, dass wir auch auf den offenen Booten die Masken trugen. Die Guides hatten uns immer rechtzeitig Bescheid gesagt wenn Ranger unterwegs waren damit wir einen guten Eindruck hinterlassen können. Die Guides allerdings haben immer und ohne Ausnahme zu jeder Zeit ihre Maske getragen auch im tiefsten Dschungel, sie wollten eine Kündigung nicht riskieren.
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Auf der Fahrt gab es die ersten Tiersichtungen, neben dem allfälligen Croc auf einer Sandbank gab es einen Grossen kleinen Ameisenbär (Tamandua) auf einem Baum zu bestaunen
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An der Lodge angekommen, gab es Mittagessen und wir haben unsere Zimmer bezogen. Nachmittags haben wir dann einen Ausflug zur Tortuguero Town mitgemacht, mit dem Boot ging es schräg über den Kanal, in 5 Minuten waren wir da. Gleich hinter dem Bootssteg wurden wir vom lauten Krächzten der Green Macaws/Soldatenaras begrüsst. Ein besseres Photo gibt’s heute nicht, ich stand unten und die Vögel waren in den Bäumen weit über mir.
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Der Guide wies uns auch auf ein Faultier hoch oben in den Baumwipfeln hin. Hätte ich nie selbst entdeckt, ich hätte nie so angestrengt lange in die Baumkronen gestarrt, bis ich so ein Tier zu Gesicht bekomme, und dann war es auch nur durch das Teleobjektiv erkennbar. Auch zu den anderen Gelegenheiten, bei denen wir auf ein Faultier gestossen sind, hätte ich nie die Wollknäuel selbst entdeckt, sie hocken in der Regel regungslos an einer Astgabel und sehen auch nach mehrmaligen Hinsehen wie eine Verdickung des Geästs aus.
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Ausserdem waren ab dem späteren Nachmittag die Heerscharen an Geiern in der Luft auffällig, die über dem Strand auf- und abflogen. Uns wurde erläutert, dass die Schildkröteneier bald reif zum Schlüpfen sein werden, die Geier warten schon darauf, dass sie die kleinen frisch geschlüpften Krötlein vom Strand pflücken können. Geschlüpft wird ab Dezember bis Mai. Es sind übrigens Raben- und Truthahngeier, die den Strand patrollieren.
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Great-tailed grackle / Dohlengrackel
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Tropical kingbird / Königstyrann
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In den Bäumen in der Wohnsiedlung hielten sich auch Spieder Monkeys / Klammeraffen auf, dies war das einzige Mal auf dieser Reise, dass sie mir den Gefallen taten und für ein Photo relativ still hielten.
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Da von Sabine gewünscht, hier noch ein Bild vom Inneren unseres Zimmers. Die Hütten waren auf Holzstelzen gebaut und beherbergten je Hütte 4 Zimmer. Ich schätze, die Lodge hat an die 100 Zimmer, der Restaurantbereich war entsprechend sehr groß.
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Das Essen der Lodge war keine Offenbarung, aber auch nicht schlimm. Es gab zu jeder Mahlzeit Buffet-Style aus großen Behältern für die Massenabfertigung. Man hielt sich nicht länger im Spreiseraum auf als nötig.

Die Flussarme des Fluss-Deltas wurden übrigens tatsächlich zu Kanälen ausgebaut, damit das Holz leichter abtransportiert werden konnte. Jetzt besteht der Nationalpark aus aufgeforstetem Wald und Holzwirtschaft ist verboten.

Teil 524. Jan. 2022

Tortuguero Nationalpark Tag 2
Morgens um ca halb fünf wurden wir freundlich geweckt. Nein, das Tagesprogramm beginnt noch nicht, aber die Howler Monkeys sind der Meinung, sie müssen Ihre Gebietsansprüche gegenüber den ersten Motorbooten des Tages lautstark durchsetzen.

Heute ist Nationalparktag, wir haben insgesamt 2 Freifahrten auf dem Boot, die wir an einem Tag nehmen, denn dann fallen nur einmal Nationalparkgebühren an. Früh um 6:00 Uhr beginnt unsere erste Tour und dauert etwa 2 Stunden. Die Sichtungen machen der Guide und der Skipper vorne, kaum eine Chance für die Passagiere etwas vor den beiden zu entdecken.

Pale Billed woodpecker
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Grüner Leguan
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Semiplumbeous hawk
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Unsere erste Tukan-Sichtung, ein Keel-Billed Tucan / Fischertukan, hoch oben in den Bäumen. Man weiss ja nie, ob wir nochmal diese schönen Vögel zu Gesicht bekommen werden, also Foto machen auch wenn er noch so weit weg ist. Diese Sorge stellte sich aber als gänzlich unbegründet heraus.
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Northern Jacana
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Grüner Basilisk
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Wattled Northern Jacana juvenile
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Purple Gallinule / Zwergsultanshuhn
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noch ein Basilisk
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Die winzig kleinen Proboscis Bats (Nasenfledermaus) hingen am Gebälk einer Bootsanlegerüberdachung.
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Zurück an der Lodge gibt’s Frühstück. Die Lodge hat einen eigenen Naturpfad, etwa 1 ½ Kilometer lang, auf dem Führungen angeboten werden. An diesem Tag bin ich einfach mal auf eigene Faust losgegangen, allerdings traf ich dann schnell auf insgesamt 3 Gruppen, kein Wunder dass sich kein Tier blicken lies. Insgesamt allerdings, und das nicht nur hier, waren die Ausflüge in den Wald ohne Guide nicht sehr ergiebig von den Sichtungen her, der Wald verdeckt vor lauter Bäumen jedes Getier, eine Weitsicht wie in der afrikanischen Savanne ist nicht gegeben.
Zumindest auch ohne Gebrüll sind die Howler Monkeys auf dem Gelände schnell ausfindig zu machen. Die sind an die Menschengruppen gewöhnt und geben keinen Laut mehr ab tagsüber. Diese Fotos sind an der Waldgrenze am Lodge-Pool aufgenommen.
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Blaue Landkrabbe
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Teil 624. Jan. 2022

Der zweite Tukan der Reise (es werden noch viele mehr folgen, aber das weiß man ja nicht, wenn man noch nie in diesem Land war), wieder ein Keel-billed Toukan, hockte in einer Palme am Pool. Eine Gruppe von Leuten erfreute sich einige Zeit seines Anblicks, bis ein paar junge Mädels mit ihren Smartphones vorbeikamen und von dem Vogel Fotos schiessen wollten; aufgrund der geringen Brennweite muss man natürlich nah ran ans Motiv… das wars mit dem schönen Anblick.
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Gartered Trogon female
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Weiter auf dem Lodgegelände. Die Manakins, hier ein white-collared Manakin / Weißbandpipra, sind berühmt wegen ihrer aufwändigen Balztänze. Dieses männliche Manakin schiesst sich von Baum zu Baum hin und her, es gibt Videos davon auf YouTube, die sind sehenswert. Wenn die männlichen Manakins mit den Flügeln schlagen, macht das einen Sound wie bei einer Knallerbse oder einem überspringenden Funken, teilweise auch ratternd mehrfach hintereinander.
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white-collared Manakin female
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Slaty-tailed Trogon
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Der lodge-eigene bare-throated tiger heron / Nacktkehlreiher hielt sich immer am Bootsanleger auf und starrte ins Wasser.
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Nachmittags ging es wieder auf Bootstour im Nationalpark.
White-faced Capuchin / Kapuzinerallen
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Die Pachira Blüte, namensgebend für unsere Lodge und Geruchsgrundlage für Parfums
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Little blue Heron
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Kaiman
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Teil 725. Jan. 2022

Tortuguero Nationalpark Tag 3
Es ging mit dem Boot zum kleinen Berg bei der Kanalschleife, dort gab es die kleinen Jeans-Frösche sowie einen Überblick über den Kanal. Das Boot machte kurz nach dem Start einen kleinen Schlenker, da der Bootsführer einen grünen Basilisken sehr fotogen an der Kaimauer einer nahen Lodge entdeckt hatte. Das Foto ist freihändig auf einem wackligen Boot im Stehen bei 840mm Brennweite entstanden, für den Bildstabilisator kann man Olympus auch mal loben.
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Leider ist der Strawberry poison dart frog (Erdbeerfröschchen) verwackelt, weil es im Wald am Berg dann arg dunkel war. Es werden aber noch bessere Bilder später kommen. Die Frösche sind winzig, und obwohl sie so fotogen sind, sind sie nicht leicht zu erkennen wegen ihrer Winzigkeit.
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Aussicht auf dem Berg
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Die Geier kreisten am Berg, auf Augenhöhe am Aussichtspunkt. Hier ein Black Vulture / Rabengeier.
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Wieder in der Lodge

Great Kiskadee
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Chestnut-sided Warbler female /Gelbscheitel-Waldsänger
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Purple-throated Fruitcrow / Purpurbrustkotinga. Die purpurne Brust des Männchens ist bei sehr genauem Hinschauen erkennbar, er singt seine Gattin grade aus voller Kehle an
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Die Lodge hatte einen recht geräumigen Pool, der kaum benutzt wird, weil die Gäste normalerweise nur 2 oder 3 Nächte bleiben und neben An-und Abreise volles Programm haben.
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der Lodge-eigene Leguan
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Teil 825. Jan. 2022

Nachmittags bin ich wieder nach Tortuguero Town gefahren, meine Frau blieb in der Lodge, sie hat es nicht so mit den Fotos. So konnte ich ausgiebig und in Ruhe meinem Hobby nachgehen. Das Faultier hatte den Baum gewechselt, der Guide wies auf die Stelle im Baum hin wo es jetzt hing, ich habs auch mit Hilfe des Teleobjektivs gefunden, aber ein gutes Bild war bei bestem Willen nicht möglich. Dann halt von diesem juvenilen Basilisken.
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Worauf ich in Vorbereitung dieser Reise eine besondere Vorfreude entwickelt hatte, waren die Leaf-cutter ants / Blattschneiderameisen. Sie sind eigentlich überall im Land anzutreffen, nur im höheren Gebirge ab 2.000m scheinen sie sich nicht wohl zu fühlen. Die ersten Vertreter ihrer Art liefen uns am Bootsanleger in Tortuguero über den Weg. Man kann diese kleinen Tiere gar nicht übersehen, denn trotz ihrer geringen Größe machen sie durch ihre über ihrem Körper getragenen, meist grünen Last auf sich aufmerksam, und wenn man sie trifft, dann sieht man gleich tausende auf ihrer Strasse dahin laufen – der Wald scheint in Bewegung zu sein.
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Die Ameisen scheinen sich am Geruch ihrer Artgenossen zu orientieren, denn kommt eine Ameise vom rechten Weg ab, irrt sie orientierungslos umher.

Sie wurden beim ersten Anblick auch meine fotografische Obsession, denn es war eine Herausforderung sie auf den Sensor zu bannen. Meine 840mm fungierten als Makro, das geht bei dem Oly-Objektiv, da die Naheinstellungsgrenze bei nur 1,4 Metern liegt. Die Ameisen hielten aber nicht still, sondern sie rannten mit ihren Blättchen mit einer irren Geschwindigkeit durch den Bildausschnitt, so dass ich zunehmend verzweifelte. Da hilft nur: auf gut Glück draufhalten und hinterher die halbwegs brauchbaren Fotos selektieren. Bei den Kolibris ist es übrigens nicht anders.
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Diese Ameisen können das zehnfache des eigenen Gewichts tragen. Wenn ich das könnte, wäre ich mit meiner Mittelgewichtsklasse mit weitem Abstand Olympiasieger beim Superschwergewicht und würde den aktuellen Weltrekord (265kg) um ein vielfaches übertreffen. Und so ein Gewichtheber rennt noch nicht einmal durch den Wald mit seiner Hantel über der Schulter.

Ich reiße mich von dem Gekrabbel am Boden los und schaue in den Himmel. Über dem Strand kreisen wieder die Geier und halten Ausschau, hier die Sandkuhlen der Schildkröten, die Objekte der Begierde. Der Strand war durchzogen von den Sandkuhlen. Noch wenige Wochen oder Tage, dann geht das große Gerenne ums Überleben der Kleinen los.
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Wer eine Schildkröte tötet, hat mit bis zu 3 Jahren Haft zu rechnen, erklärte uns der Guide. Diese Strafe gilt übrigens nicht für die Jaguare, die nachts den Strand nach Schildkröten absuchen in der Eiablage-Saison. Trotz dieses Risikos, so meinte unser Guide, landen immer noch einige Schildkröten in den Küchen der Einheimischen. Apropos Jaguare: wir haben leider keinen gesehen. Der Guide meinte, die ziehen sich eher zurück in das Innere des Nationalparks, südlich von Tortuguero Town, und dort dürfen die Touristenboote nicht hinfahren. Na toll. Immerhin soll es in diesem Nationalpark wieder etwa 25 Jaguare geben, vor einigen Jahrzehnten waren sie wohl fast verschwunden. Augen auf, vielleicht habt ihr ja mehr Sichtungsglück.

Ahhhhhrrghh – ich stürze ab!
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Egal wo in Costa Rica, wenn man gen Himmel schaut, ist es eigentlich nicht möglich, keine Geier zu sehen. Sie kreisen überall, ob am Meer, über landwirtschaftlich genutzter Fläche oder in den Bergen. Man kann ihnen nicht entkommen. Dabei sind sie nicht einmal majestätisch, sie sind relativ klein und benötigen viele Flügelschläge bei ihrem Flug, ihre Gleitphase finde ich relativ kurz.
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Tortuguero Town
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Teil 927. Jan. 2022

Tortuguero Nationalpark Tag 4
Der Tag plätschert so vor sich hin, kein gebuchtes Programm, Pool am Vormittag und nachmittags wieder Tortuguero Town. Und weil‘s so schön ist (zumindest für mich), kommen noch ein paar Ameisen-Photos als Bonus. Andere posten 12 Elefantenfotos hintereinander, bei mir gibt’s das gleiche in Ameise.
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Es ist doch unerhört! Der Kollege müht sich mit dem Tragen ab, und da erdreistet sich eine faule Socke von Ameise, einen Free Ride zu beanspruchen und setzt sich noch oben drauf aufs Blatt – oder? Es gibt in einem Ameisenstaat viele verschiedene Tätigkeiten auszuführen, und es gibt Gruppen, die sich auf den Abtransport der Blattstücke spezialisieren, es gibt die Schneider, es gibt Kundschafter, die geeignete Pflanzen ausfindig machen und eine Duftspur legen. Und es gibt die Wächter, die sitzen während des Transports auf dem Blatt.
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Wenn man Wikipedia bemüht, so steht da, dass Wächter die Aufgabe haben, Buckelfliegen während des Transport abzuwehren. So wie King Kong auf dem Empire State Building, der sich gegen Hubschrauber oder Stukas wehren musste. Unser Guide hatte allerdings eine andere Erklärung für die Existenz von Wächtern gegeben: Die Wächter untersuchen die Blätter auf Parasitenbefall, denn die Parasiten befallen in der Folge auch die Ameisen, so dass sie daran zugrunde gehen. Vor solchen Parasiten ist vor allem die Königin zu beschützen. Mmmh, welche der beiden Erklärungen findet ihr plausibler? Mir sind jedenfalls keine Fliegerangriffe auf den Ameisentreck aufgefallen.
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Was machen die Ameisen eigentlich mit den Blättern? Nein, nicht selber essen, sondern sie schleppen die Blattstücke in ihren unterirdischen Bau, um jemand anderes damit Nahrung zu geben. Die Ameisen legen in ihrem Bau Pilzgärten an, und dieser Pilz (Leucoagaricus) benötigt als Nahrung diese Blattstücke. Der Pilz wiederum dient als Nahrung für die Ameisen. Die Ameisen sind also Farmer, sie legen Gärten an, hegen und pflegen den Pilz, geben ihm Nahrung, und ernten ihn zum essen. Dafür werden wieder darauf spezialisierte Arbeiter abgestellt.

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Green Macaw / Soldatenara
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Chestnut-mandibled Tucan / Swainson's Tukan
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Baltimore Oriole / Baltimoretrupial
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Teil 1030. Jan. 2022

Tortuguero Nationalpark Abreise
Nach dem Frühstück besteigen wir um 9:30 Uhr die Boote, es geht auf dem gleichen Weg zurück wie wir hingekommen sind. Es regnet heftigst, keine Sichtungen während der Fahrt, keine Bilder. An der Anlegestelle angekommen, müssen wir recht lange warten, die Busse mit den ankommenden Gästen sind noch nicht da. Der Regen hat aufgehört, die Zeit bis zur Busfahrt wird mit Fotografieren totgeschlagen.
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Das Schild lädt natürlich zum Gegenteiligen ein, allerdings habe ich keine Schlange entdecken können.
Variable Seedeater male / Mohrenpfäffchen
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Variable Seedeater female / Mohrenpfäffchen
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Montezuma Oropendola / Montezumastirnvogel
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Chestnut-headed Oropendola
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Der Bus bringt uns wieder zum gleichen Restaurant wie auf der Hinfahrt, es gibt ein leichtes Lunch. Und das Federvieh ist auch wieder da, weil auch wieder mit Bananen gefüttert wird.
Red-legged honeycreeper / Türkisnaschvogel
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Squirrel von hinten. Es mochte sich nicht umdrehen und war irgendwann verschwunden
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Palm tanager / Palmentangare
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Passerini tanager male and female / Passerini Tangare
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Black-cheeked woodpecker - Schläfenfleckspecht
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Green honeycreeper juvenile / Kappennaschvogel
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Great Kiskadee - Schwefelmaskentyrann
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Ruddy ground dove / Rosttäubchen
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Chestnut-mandibled tucan / Swainson's Tukan
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rufous-tailed hummingbird / Braunschwanzamazilie
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Wir sind dann zu unserem Drop-off Punkt am Flughafen gebracht worden mit dem Bus. Wir waren die letzten, entsprechend lange hat es gedauert. Allerdings stellte sich heraus, dass unser Autovermieter Sixt nicht im Terminal sein Büro hatte, sondern etwas ausserhalb vom Flughafen. Ehe wir dies herausgefunden hatten und ehe wir vom Sixt-eigenen Auto abgeholt wurden und das Auto in Empfang nehmen konnten, war es bereits 17 Uhr, kurz vor der Abenddämmerung. Dann war just auf dem Autobahnstreckenabschnitt vom und zum Flughafen aufgrund von Bauarbeiten (die anscheinend seit einem Jahr bestehen und noch sehr lange weiter anhalten werden) auf beiden Seiten Stau. Wir mussten zuerst in die entgegen gesetzte Richtung auf die Autobahn Route 1, um dann die Seite wechseln zu können, so dass wir in beide Richtungen den Stau jeweils voll mitgenommen haben. Irgendwann gab es ein Hinweisschild zum Vulkan Arenal, dachte aber es wird noch eine zweite Möglichkeit geben, die aber nicht kam. Schon in der Dunkelheit, habe ich die erste Bekanntschaft mit einem immensen Schlagloch auf der Route 1 gemacht. Irgendwann umgedreht, um dann brav den Hinweisschildern zum Vulkan Arenal zu folgen. Die Strecke dorthin war dann tatsächlich gut ausgeschildert, allerdings in der Dunkelheit die erste Fahrt mit dem Mietwagen in Costa Rica ist nicht der beste Einstieg. Schmale Strasse, keine Beleuchtung, Speed Bumps überall, unbeleuchtete Fahrradfahrer und Fussgänger, bergig, teilweise neblig – ich kam um 22 Uhr recht ausgepowert in La Fortuna an. Wir sind dann auch schnell in die Heia und haben uns auf einen entspannten nächsten Tag gefreut.

Teil 1131. Jan. 2022

La Fortuna
Der Tag beginnt im Baldi Hot Springs & Spa mit einem guten Frühstücksbuffet. Im Hotel waren viele US-amerikanische Gäste, die mit dem Tragen von Masken nicht allzu vertraut schienen. Eine enddreissiger Mutter wurde im Beisein ihres Sohnes vom Personal aufgefordert, im Restaurant eine Maske zu tragen. Sie tat sehr unschuldig und meinte, sie hätte nicht gewusst, dass hier Maskenpflicht besteht (ihr Sohn hatte eine Maske auf) und daher hätte sie die Maske auf dem Zimmer gelassen. Es hat keine 15 Sekunden gedauert, bis das Hotelpersonal ihr eine frische Maske vor die Nase gehalten hat. So geht das in Costa Rica, ich habe diese kleine Begegnung mit Genugtuung registriert. Ich vermeide das Maskentragen ja selber wo es nur geht, weil ich das nervig finde, aber – wat mutt, dat mutt!
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Ich kann nicht sagen, dass das Hotel ruhig ist, es plärrt ständig Musik aus den Lautsprechern der Bar, es ist eher auf Party getrimmt, auch wenn das typische Partyvolk jetzt nicht zu Gast war während unserer Zeit. Jemand, der Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, sollte dieses Hotel meiden und evtl. eine Tageskarte für 40 Dollar erwägen, um die Pools zu nutzen. Trotzdem haben wir uns hier wohl gefühlt mit dem sehr geräumigen Zimmer mit Balkon, Airconditioning, Pools, Restaurant etc. Wir sind täglich mindestens einmal in einen der Pools gestiegen. Jeder der diversen Pools hat seine eigene Temperatur, die zwischen 25 und 45 Grad Celsius liegt. Bei den heissen Pools kommt man sich vor wie in einem japanischen Onsen, nur dass niemand im Baldi ein kleines Händehandtuch auf dem Kopf platziert. Wir hatten 5 Nächte gebucht, entsprechend ruhig haben wir es angehen lassen. Die nächste Unterkunft in Boca Tapada war nicht eher buchbar, daher mussten wir länger im Baldi bleiben als das Gebiet um La Fortuna hergibt.

Das Wetter war durchwachsen, ab und zu ein kleiner Schauer, und die Sicht auf den Vulkan klarte erst nachmittags auf.
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Jeder Wanderweg muss hier anscheinend bezahlt werden. Der Vulkan Arenal Nationalpark liegt sehr weit rückseitig von La Fortuna aus, dh man muss an diversen anderen Wandermöglichkeiten, die alle 15 Dollar pP oder mehr Eintritt verlangen, vorbei. Diese privaten Anbieter haben dann neben den Wanderwegen alle möglichen anderen Freizeitaktivitäten im Programm, Ziplines, Quadbikes, Pferde etc. Wir haben uns für den Nationalpark entschieden, außer wandern ist dort nichts im Angebot. Dafür erhält man noch Zugang zu einem separaten zweiten Abschnitt des Parks, am See.
Squirrel Cuckoo / Eichhörnchenkuckuck ?
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Broad-winged hawk / Breitflügelbussard mit Beute
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Jeder Wanderabschnitt bietet einen Waldweg sowie einen Lavatube-Weg an, ich glaube da gibt’s keine großen Unterschiede zwischen den Anbietern. Der Vulkan selber darf nicht bestiegen werden, man kommt auf den Wanderwegen nicht näher als bis zum Fuss des Berges.
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Agouti
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Crested Guan / Rostbauchguan
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Am Parkplatz des Parks hatte ein deutscher Tourist ein Faultier in einem Baum entdeckt, es war sogar aktiv und hat den Baum gewechselt, allerdings war die Sicht durch dichten Busch und Baum weitgehend verdeckt. Bei der Geschwindigkeit, die das Faultier vorlegt, bekommt man fast Mitleid und möchte dem Tier wie bei einem gebrechlichen Greis zu Hilfe eilen.
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Passerini Tanager female
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Buff-rumped warbler / Schmätzerwaldsänger
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Teil 1231. Jan. 2022

Auf einem Schotterstück angrenzend an eine Strassenkurve haben wir unseren ersten Nasenbär gesichtet. Er scheint dieses Stück Erde gepachtet zu haben, auch zwei Tage später haben wir ihn dort gesehen. Er hat anscheinend eine Geschäftsidee draus gemacht, dort auf Touristen zu warten, eine natürliche Scheu hat er nicht gehabt. Ich denke, es lohnt sich für ihn, sicherlich stecken ihm einige Touris Bananen oder andere Leckereien zu.
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Ein Rabengeier gesellte sich dazu in der Hoffnung, das etwas für ihn abfallen könnte. Allerdings gabs von uns weder für den einen noch für den anderen etwas.
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So sehen die Pools, die bis 22 Uhr geöffnet sind, mit Beleuchtung aus.
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Teil 1301. Feb. 2022

La Fortuna, 2. Teil

An einem Tag sind wir zum Rio Celeste gefahren, der in jedem Reiseführer als eines der Must-See Spots angepriesen wird. Allerdings steht dort auch, dass die Farbe des Flusses erst so richtig zur Geltung kommt, wenn es ein paar Tage trocken ist. Wir hatten uns für den Besuch einen Regentag ausgesucht…
auch in Costa Rica weihnachtet es sehr
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Die markante hellblaue oder türkise Farbe entsteht hier beim Zusammenstossen zweier Flüsse, welches eine chemische Reaktion auslöst und den ph-Wert sinken lässt und so die Farbe beeinflusst..
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Auf den Wanderwegen am Rio Celeste sind wir auf sehr viele Reisegruppen aus diversen Ländern gestoßen. Charakteristik einer Reisegruppe: Menschen sind mitteilsam und verursachen in Gruppenstärke viel und lang anhaltenden Lärm von Anfang bis Ende ihres Ausflugs. Versucht gar nicht erst, hier den Waldbewohnern hinterher zu stellen, es wird sich nichts zeigen. Der Weg ist nicht sehr lang, in 2 Stunden Hin- und Rückweg hat man alles gesehen.

Das Werk der Blattschneiderameisen ist auch am Rio Celeste sichtbar. Wenn man so viele Ameisen sieht mit Blattstücken, muss das Blattwerk auch irgendwo herkommen.
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Die Königin legt bis zu 2.000 Eier pro Stunde und kann 15 Jahre alt werden. Der Staat umfasst mehrere Millionen Ameisen in einem Bau, dessen Würfelkantenlänge man sich mit 7 Metern vorstellen sollte. Es gibt mehr Biomasse an Ameisen als menschliche Biomasse. Ein einziger Ameisenstaat transportiert täglich etwa so viel Blätter in ihren Bau wie eine Kuh essen kann. Und jetzt stellt Euch alle Kühe Costa Ricas (ca. 1,3 Mio) im Regenwald gefrässig auf Bäumen vor… 🤨 Hier wird Regenwald systematisch und im großen Stil entlaubt, und die Weltöffentlichkeit nimmt keine Notiz davon!

Anderes Thema. Eine Alternative zu dem trubeligen Baldi wäre die Arenal Observatory Lodge & Spa. Das Hotel ist sehr dicht am Vulkan, weit ab vom Trubel der Touristen-Hochburg La Fortuna und hat eine eigene 3km-lange Zufahrt. Ruhiger geht es also nicht. Die Lodge hat eigene 8km lange Wanderwege und wird als der Top-Spot für Birding im Internet besprochen. Für 6 Dollar habe ich mir dort ein Tagesticket gezogen und bin mit der Kamera auf Pirsch gegangen. Die war jetzt nicht so ergiebig, aber schon war es auf dem Lodgegelände allemal, und sollte ich nochmal nach La Fortuna kommen, würde ich hier einchecken wollen.

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Central American Ameiva
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Die Lodge bietet großflächige Blumenstreifen an, in denen sich alle möglichen Kleinvögel tummeln. Ich habe mich wieder an den Kolibiris versucht, die nichts als die natürlichen Blüten angeboten bekommen, kein Nektartrog aus schnödem Plastik stört die Ästhetik des Prachtgartens.
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Yellow-faced Grassquit
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Es gibt auf dem Gelände Urwald, Klippen, Wasserfälle, Froschtümpel und eine 28 Meter hohe Aussichtsplattform mitten im Wald, um jede Stufe der Baumkrone beobachten zu können. Leider hatte ich nicht die Geduld, an diesem einen Ort auf die Fauna des Waldes zu warten bis sie sich zeigt, denn es gab ja das ganze Areal zu entdecken. Und so wanderte ich auf den ganzen Wegen und habe eher wenig Getier entdeckt, hatte aber trotzdem eine schöne Zeit.
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Black Phoebe?
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Unterkünfte der Lodgearbeiter
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Abends in La Fortuna in einem Restaurant, der streunende Hund hatte auch Hunger und hat uns dies deutlich zu verstehen gegeben. Es hat ihm nichts genützt.
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Eingang unseres Hotels
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Teil 1403. Feb. 2022

Boca Tapada – Laguna del Lagarto Lodge
95 km vom Baldi Hotel bis zur Laguna del Lagarto Lodge, der Google Routenplaner spuckte 2 Stunden aus. Daraus wurde mehr als das doppelte, zum einen weil wir in Pital den Abzweig nicht gefunden hatten – kein Hinweis darauf welche Strasse in welche Richtung führt, zum anderen weil wir Geld aus dem Bankautomaten gezogen haben. Vor den Bank-Geldautomaten hatten sich eigentlich immer lange Warteschlangen gebildet. Pital entpuppte sich als das Ananas-Verladezentrum der Region, überall auf der Strecke nach Boca Tapada wurde Ananas angebaut, solange wie die Strasse asphaltiert war.
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In allen Unterkünften gab es übrigens frisches Obst zum Frühstück incl. Ananas, das sehr lecker geschmeckt hat. Die Strasse ging die letzten 10 km in Schotter über, aber sehr gut mit 2 WD zu befahren. Nur einmal, eine Brücke wurde repariert und wir mussten durch einen flachen Fluss fahren, habe ich die Vertragsbedingungen der Mietwagengesellschaft nicht eingehalten, aber alles ging gut.
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Auf dem Weg zur Laguna del Lagarto sahen wir mehrere Aras in den Bäumen, welch eine Farbenpracht.
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Passerini Tanager / Passerini-Tangare
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Bei der Ankunft in der Lodge nachmittags zeigte sich das Wetter letztmalig von der guten Seite. Schnell einchecken und erst mal die große Fotoveranda in Anspruch nehmen. Uns wurde gesagt, dass wir weichen müssen, wenn die Fototour-Gruppen kommen, die hätten Vorrang. Es war aber genügend Platz auch auf der Hauptveranda, von dort hatte man nicht minder schlechte Sicht auf die Futterstellen.

Die Vögel kamen immer in Wellen – wenn die grossen Vögel wie Tukane, Papageien oder Oropendolas kamen, zogen sich die kleinen zurück, und wenn die großen genug hatten und abzogen trauten sich die kleinen wieder vor. Die unumstrittenen Herrscher am Bananenbuffet waren die Oropendolas. So ging es die ganze Zeit hin und her, und es wurde eigentlich nie langweilig. Vor den Oropendolas sind sie alle weggeflogen
Red-legged honeycreeper /Türkisnaschvogel
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Golden-hooded tanager / Goldscheiteltangare
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Die Geier machten da nicht mit, sie sassen abseits in den Bäumen und hatten keinen Appetit auf Bananen.
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Es gab 2 Futterstellen, es wurden Bananen gegeben: mit Blick auf das Lagunenwasserein ca. 7 Meter hohes Baumkreuz am abschüssigen Hang, so dass die Bananen auf Höhe der Veranda hingen, etwa 4-5 Meter von der überdachten Veranda entfernt, und ein kleineres Baumkreuz auf der gegenüber liegenden Seite der Fotoveranda. Die Futterstellen wurden von einem ungarischen Fotoprofi konzipiert, es liegt auch ein Bildband über alle seine Wildlife-Hides dort aus, die von ihm konzipiert wurden. Ich habe vorhin nochmal recherchiert, ich glaube es war Bence Maté, von dem man im Internet einiges lesen kann. Er hat diverse Fotohides auf der ganzen Welt konzipiert. Er ist jetzt 37 Jahre alt, und als er die Hides im Laguna del Lagarto entwarf, war er erst 23 Jahre alt. Geschäftstüchtiges Kerlchen.
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Blacked-cheeked woodpecker
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Great curassow / Tuberkelhokko
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collared Aracari / Halsbandarassi
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keel-billed tucan / Fischer-Tukan
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Teil 1503. Feb. 2022

Der Guide der Fotogruppe, die dort bei unserer Ankunft die Veranda beschlagnahmte, hat diesen Laughing Falcon / Lachfalke sehr weit entfernt in den Bäumen entdeckt, da habe ich mich dann rangehängt.
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Diese Birding-Gruppe ist über den gesamten südamerikanischen Kontinent geflogen für 3 Wochen, um solche speziellen Birding Lodges wie das Laguna del Lagarto anzusteuern. Alles Amateure, die Spass am Wildlife haben mit genügend Kleingeld für das kontinentale Lodgehopping. Meine Oly-Ausrüstung sah wie Spielzeug aus inmitten der ganzen CaNikon-Vollformat-Boliden.

Nach dem Abendessen haben wir die berüchtigte Kaiman-Tour mit dem Guide Henry mitgemacht. Mit 5 Dollar bist Du dabei. Alle seinen Kaimanen hat er Namen gegeben (u.a. Mama Ugly und Eva), und er behauptet unter prustenden Lachen, dass sie ihm aufs Wort gehorchen. Er rief sie einzeln aus der Lagune, und sie kamen tatsächlich aus dem Wasser in Erwartung der Fleischstücke, die Henry dann an seine Haustiere verfütterte.
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Die Kaiman-Tour dauerte nur 30 Minuten, wir haben uns nicht weit von der Lodge entfernt.

Teil 1606. Feb. 2022

Boca Tapada, 1. Fortsetzung
Der nächste Morgen beginnt, wie der Abend zuvor aufgehört hat: mit Fotografieren auf der Veranda. Überall stehen Stative rum schon um 7 Uhr morgens, und die Vögel sind auch schon aktiv und vollführen die Show, die von ihnen erwartet wird.
Summer Tanager
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Keel-billed Tucan / Fischer-Tukan
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Chestnut-colored woodpecker / Kastanienspecht
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buff-thoated saltator / Buntkehlsaltator
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Shining honeycreeper female / Azurnaschvogel
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red-legged honeycreeper juvenile / Türkisnaschvogel
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Collared Aracari / Halsbandarassari
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Shining Honeycreeper female
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Green honeycreeper
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Zwischendurch lässt sich der Nasenbär blicken und räumt die Bananen am kleineren Futterkreuz ab. Die Kameras schwenken auf alles was sich bewegt.
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Die Vogeldichte an der Lodge ist schon erstaunlich, denn geht man mal in den Regenwald hinein auf den eigens angelegten Pfaden, trifft man gar nicht auf so viele Vögel. Die Futterstelle ist bei den Vögeln bekannt, hier trifft sich eben die Nachbarschaft und es wird Klönschnack gehalten. Es fing an zu regnen, und unter dem Verandadach wurde es gemütlich.
red-legged Honeycreeper female / Türkisnaschvogel
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blue-grey tanager / Blautangare
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Shining honeycreeper / Azurnaschvogel
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green hoenycreeper female
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Chestnut-mandibled tucan / Swainson Tukan
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Teil 1706. Feb. 2022

Die Photoenthusiasten reisen heute ab, allerdings nicht ohne die King Vultures aus dem Photohide heraus abgelichtet zu haben. Sie warten an der Lodge und werden gerufen, sobald die King vultures gelandet sind. Sie waren schon den ganzen Morgen in den Bäumen zu sehen, es dauerte aber, bis sie sich an die Schweineköpfe getraut haben. Während die Rabengeier sich gerne und ständig in den Bäumen auf dem Lodgegelände niedergelassen haben, waren die Königsgeier sich anscheinend ihrer exklusiven Stellung bewusst und zeigten sich nur gegen Bezahlung am Hide. Möglicherweise hatten sie auch noch Termine in anderen Lodges der Gegend. Also weiter die kleineren Vögel ablichten.
Keel-billed tucan / Fischer-Tukan
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Collared Aracari / Halsbandarassari
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Montezuma Oropendola / Montezumastirnvogel
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Yellow-crowned euphonia / Schwalbenorganist
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red-legged honeycreeper / Türkisnaschvogel
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Die Photographengruppe zog dann irgendwann ab in den Hide, der etwa 400 Meter von der Lodge entfernt angelegt ist. Ein anderes deutsches Paar und ich warteten dann darauf, dass der Hide frei geräumt wurde, und gegen ein ermässigtes Eintrittsgeld haben wir uns gegen 12 Uhr auf den Weg gemacht. Bei unserer Ankunft waren die Königsgeier wieder in den Bäumen.
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Das Federkleid der Rabengeier, die sich bereits bei unserem Eintreffen um das grosse Fressen balgten, war durch den heftigen Regen in bemitleidenswertem Zustand.
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Der König überblickte die Szenerie von oben
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ein juveniler Königsgeier liess sich blicken...
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...und brachte den Rabengeiern erst einmal die Hackordung bei
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Ein zweiter erwachsener Königsgeier liess sich im Geäst der Bäume am Hide nieder.
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Teil 1806. Feb. 2022

Es zeigten sich insgesamt 3 Königsgeier, 2 Erwachsene und ein Jugendlicher, eher nacheinander. Ein King Vulture hackt dem anderen kein Auge aus – dieser Spruch stimmt offensichtlich nicht ganz. Einer der Geier hatte eine leere Augenhöhle, und bei dem anderen sah man auf einer Seite die Pupille in Tropfenform. Serviert wurden übrigens Schweineköpfe an erdiger Schlammsoße.
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Tolles Erlebnis, diese aussergewöhnlichen Vögel in aller Ruhe aus dem Hide heraus beobachten und fotografieren zu können. Es war sicherlich eines der Highlights der Costa Rica Reise für mich. So gegen 14 Uhr verliessen wir den Hide in strömenden Regen. Die Königsgeier hatten sich wieder zurückgezogen, und der Platz lag etwas trostlos da, auch die Rabengeier waren weniger als zu Beginn.

Aufgrund des Wetters waren keine Unternehmungen möglich. Gegen Abend ließ der Regen nach, so dass wir uns einer Nachtwanderung angeschlossen haben. Gummistiefel gabs von der Lodge gratis zum Ausleihen, die eigenen Wanderschuhe wären völlig ungeeignet gewesen. Die Lodge-eigenen Wege waren völlig durchnässt und aufgeweicht, und mit meiner Kamera in der Hand bin ich dann auch gegen Ende der Wanderung ausgerutscht und einen Abhang auf dem Hosenboden runter geschlittert. Die Kamera war zwar äusserlich verdreckt, aber blieb ansonsten glücklicherweise unversehrt.
Green Parrot Snake
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Leaf Katydid
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Dieser Red-eyed Treefrog war leider etwas weit weg für mein kurzes Objektiv. Bessere Fotos von dieser Spezies gelangen mir am Folgetag unter kontrollierten Bedingungen.
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Maus
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was ist das für ein Vogel? Unser Guide hatte den Namen zwar erwähnt, ich habs aber wieder vergessen - Great Tinamou
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Der Regen setzte während unserer Wanderung wieder ein und wurde minütlich stärker. Wir haben Tapirspuren gesehen, den Verursacher dieser riesigen Hufabdrücke leider nicht, er muss wenige Minuten vorher unseren Weg gekreuzt haben.

Teil 1909. Feb. 2022

Boca Tapada 2. Fortsetzung
Das Pärchen, das uns zum Vulture-Hide begleitet hatte, hat uns gefragt, ob wir nicht eine Makro-Session mitmachen wollten. Keine Ahnung was auf mich zukommt, habe aber mal aufs Geratewohl zugesagt. So waren wir 4 Personen, wir zwei Männer haben fotografiert, die zwei Frauen haben das Hobby der Männer mit interessiertem Zuschauen und zeitweiser Assistenz (Objektivwechsel, Beleuchtung…) begleitet.
Die Lokation war ca. 1 km von der Lodge entfernt, wir sind mit unseren Autos hingefahren, es hat wieder unentwegt aus dem Himmel geschüttet. Der Betreiber dieser Einrichtung scheint mit der Lodge zusammen zu arbeiten, d.h. die Lodge führt ihm die Kunden zu. Wir haben Frösche und Schlangen vorgesetzt bekommen, die er kurzfristig gefangen hatte. Die Frösche wurden nach unserer Fotosession wieder in die Freiheit entlassen, die Schlangen werden anscheinend in einem Terrarium gehalten. Für Natur-Puristen ist das natürlich nix, wenn diese armen Lebewesen gefangen werden nur um mit Fotografen damit Geld zu machen. Aber als Tourist bin ich dann schon froh solch eine Gelegenheit zu erhalten, denn die fotografischen Gegebenheiten sind in der freien Wildnis nicht immer optimal, wenn man denn überhaupt solche Tiere zu Gesicht bekommt. Und mit 20 Dollar war es ein Schnäppchen im Vergleich zum Vulture Hide, wir haben 3 volle Stunden fotografieren können.
Strawberry poison dart frog
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Es war ein schöner Vormittag, es hat geregnet, wir waren unter einem sehr ausladenden Vordach im Trockenen, und wir erhielten ausreichend Besuch von allen möglichen Vögeln, die ebenso wie in der Lodge mit einem Bananenbündel angelockt werden. Die Frösche wurden zwischendurch immer wieder ins Wasser getunkt, danach hielten sie wieder für ein paar Minuten still. Die Poison Tree Frogs hat der Betreiber mit blossen Händen angefasst. Auf unsere Nachfrage meinte er, solange man keine blutende Wunde an der Hand hat, kann einem das Gift nicht schaden. Na denne…
Brown-hooded parrot
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Red-eyed tree frog - Rotaugenlaubfrosch
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…dann hatte ich ihn auf dem Kopf. Er fühlte sich recht „sticky“ an.

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Eyelash pitviper
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Teil 2009. Feb. 2022

Vielen Dank Birgit. Dann gibts jetzt noch ein paar Bilder.

Zu gleicher Zeit hatte ein Holländischer Gast aus der Lagarto-Lodge eine Kolibri Session gebucht. Die Kolibiris wurden fotogen angelockt mit Zuckerwasser, das in die Blüten gespritzt wurde. So konnte ich immer mal wieder einen Kameraschwenk zu den Vögeln machen. Den Holländer habe ich dann gefragt, ob er denn kein Interesse an Makros habe, er könne gerne bei uns mitfotografieren. Er hat nichts weiter gesagt als doch, er mag gerne Makro fotografieren, aber nicht mit einem solchen Setting. Tja, so ist das – Kolibiris mit Zuckerwasser ja, gefangene Frösche nein. Die Kolibiris haben ja die freie Entscheidung, ob sie zum Zuckerwasser fliegen wollen oder den echten Nektar bevorzugen.
White-necked Jacobin /Weißnackenkolibri
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Ich hatte den Verdacht, dass er etwas genervt von uns war, denn der Betreiber und ein Lodge-Guide gaben uns die gesamte Aufmerksamkeit und wuselten mit unseren Tieren die ganze Zeit rum, was die Kolibris natürlich etwas von den Blumen abhielt. Er war auch nie mit dem Blumen-Setting zufrieden, wurde aber nur ab und an nebenbei für ein paar Sekunden bedient.
Der Beweis, dass es immer noch regnet
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Olive-throated parakeet
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Hognosed viper /Stülpnasen-Lanzenotter
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Eyelash pit viper in einer anderen Färbung als oben
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Zurück mittags an der Lodge ist das Setting auch das ewig gleiche: Fotografen unter dem Verandadach, Kameras ausgerichtet auf die Futterbäume.
Black-cheeked woodpecker / Schläfenfleckspecht
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Brown-hooded parrot - es regnet immer noch
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Nasenbär
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die Profis mit ihren Kawentsmännern im Profibereich...
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...die Amateure auf den billigen Plätzen, aber...
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...im Restaurantbereich hat man ebenfalls hervorragende Sicht auf die Futterstellen
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Abends hatten wir am Tisch noch Besuch erhalten von einer Gottesanbeterin.
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Teil 2111. Feb. 2022

Boca Tapada 3. Fortsetzung

Der Regen fesselte uns an die Lodge. Wir haben keine geführte Wanderung durch das Lodge-Reservat gemacht und auch keinen Ausflug auf dem Fluss, so wie ich das ursprünglich vorhatte. In den kurzen Abschnitten, in denen es trocken blieb, bin ich an der Lagune entlang marschiert, denn in dem Buch von Bence Maté habe ich Fotos gesehen von einem über das Wasser laufenden Basilisken, grandiose Bilder. Auch hier liegt übrigens die Vermutung nahe, dass der Fotograf der Natur etwas nachgeholfen hatte, denn das übers Wasserlaufen ist ein Fluchtverhalten der Basilisken. Ich vermute mal, dass die Basilisken in irgendeiner Weise zu diesem Verhalten provoziert wurden – heißt zumindest aufgescheucht, das war keine zufällige Begegnung, da sich der Fotograf dafür extra ins Wasser begeben hat, um auf Augenhöhe des Basilisken zu sein.

Das Ehepaar Great Curassow / Tuberkelhokko traf ich im Garten
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Irgendwo müssen sie sein, also Augen auf! Meine Suche mit Fokus auf Basilisken wurde belohnt, von weitem sahs aus wie ein übrig gebliebenes Blatt im braunen Gestrüpp über dem Wasser.
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Regungslos sass er auf den kleinen Ästchen, ich bin schnell ins Zimmer um das Stativ zu holen, denn es wurde schon dämmrig. Nach Einbruch der Dunkelheit bin ich nochmals los, hatte mir einen kräftigen Strahler an der Rezeption ausgeliehen, und habe vom Basilisken diese Aufnahme hinbekommen.
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Das gleiche Spiel am folgenden Morgen, unser Abreisetag. Der Basilisk sass immer noch regungslos im Gestrüpp, also noch’n paar Fotos geschossen.
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Zusätzlich habe ich ein weiteres Exemplar am gegenüber liegenden Ufer entdeckt, war aber leider zu weit entfernt für ein gutes Foto, hier nur ein Beweisfoto.
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Schildkröte
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Green Kingfisher
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Noch ein paar weitere Fotos, bevor wir abfuhren zum nächsten Stop
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Northern Jakana / Gelbstirnblatthühnchen
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Teil 2220. Feb. 2022

Nach ein paar Wellness-Tagen im Bayrischen Wald gehts jetzt weiter!

Monteverde

Nachdem wir uns in La Fortuna in den letzten Tagen einige Male verfahren hatten, weil die Ticos nicht viel Wert auf Richtungsschilder legen, kannten wir die Gegend nun sehr ausführlich und sind nur in Pital etwas herumgeirrt, aber durch La Fortuna ging es ohne uns einmal zu verfahren in Richtung Monteverde. Die Hinweisschilder der German Bakery auf dem Weg dorthin konnte man gar nicht übersehen, also haben wir dort angehalten und uns etwas gestärkt.
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German Bakery, na ja… so in etwa muss sich der aus China kommende Besucher auch bei uns fühlen, wenn er zum gemeinen Dorf-Chinesen in Deutschland geht.

Das Wetter war einfach öde, Regen, Regen, Regen. Wir haben uns für einen Skywalk im Selvatura Park entschieden, das Leben in den Baumkronen soll ja phänomenal sein, alles spielt sich oben ab, keiner geht mehr auf dem Waldboden, so hört man. Der Park, in dem man auch Zipline fahren kann, bietet 8 Hängebrücken auf Höhe der Baumwipfel, und wir sind diese innert 2 Stunden abgelaufen.
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Leider haben wir in den Baumkronen so viel Leben gesehen wie auch auf dem Waldboden, nämlich recht spärlich. Hätten wir nicht an einer der Hängebrücken eine Horde Brüllaffen angetroffen, hätten wir gar keine Fauna gesehen. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Brücken einige Meter von den Bäumen entfernt sind, und man weiss gar nicht wohin man schauen muss, um tierisches Leben zu entdecken. Vielleicht bucht der nächste hier mal einen Guide, vielleicht kommt dann mehr Leben in die Bude.
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Es hat mich erstaunt, wie ungelenk sich dieser Affe vom Baum zum Stahlgerüst gehangelt hat, das hätte auch ein Mensch nicht ungeschickter anstellen können.

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Die Zipliner haben wir mehr gehört als gesehen bei dem dicken Nebel. Monteverde ist für seinen Nebelwald bekannt, d.h. vor Nässe triefende Wolken, die an den Bergen hängen und die Sicht auf die umliegende Gegend verhindern, und das für mindestens 2/3 des Jahres. Zumindest diese Attraktion haben wir voll erfahren dürfen. Nachmittags bin ich dann nochmal alleine, wieder in der Nähe des Selvatura Parks, einen kleinen verkehrsarmen Waldweg, der zu irgendwelchen Hütten führte, gegangen in der Hoffnung auf etwas Leben. Die fotografische Ausbeute waren die folgenden 2 Kleinvögel.
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Costa Rican Warbler?
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irgendein Flycatcher?
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Abends riss doch tatsächlich die Wolkendecke auf, und es bot sich ein netter Anblick.
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Teil 2320. Feb. 2022

Für abends hatte ich einen Nightwalk gebucht über unser Hotel. Der Veranstalter (Kinkajou) holt die Teilnehmer mit einem Kleinbus der Reihe nach aus ihren Hotels ab und bringt sie in das Nightwalk-Gebiet. Dies ist privates Gelände, in dem die Walk-Gruppen in drei Schichten (18:00, 20:00, 22:00 Uhr) durch den Wald geführt wurden. Wir waren 8 Personen in einer Gruppe, und es gingen 3 Gruppen in meiner Schicht um 20 Uhr durch den Wald. Nach der etwas frustrierenden Tagestour mit sehr wenigen Sichtungen hatten wir hier fast schon Sichtungsgarantie, denn die Guides wissen welches Tier sich wo aufhält, und der Walk hinterlies ein wenig den Eindruck, dass wir die Punkte wie anhand einer Checkliste abliefen. Aber trotzdem, es war interessant und sehr empfehlenswert.
Green parrot snake
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irgendeine Viper
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Von einigen Tieren wie vom Stachelschwein und vom Oppossum konnte ich keine vorzeigbaren Bilder schiessen. Vor dem folgenden Sechsbeiner standen wir als Gruppe im Halbkreis, ohne es erkannt zu haben, obwohl der Guide uns darauf hingewiesen hatte, dass es ein Tier zu sehen gibt. Selbst als er seinen Lichtstrahl direkt auf das Insekt hielt, hat es keiner aus der Gruppe entdeckt.
Stabinsekt
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Bark scorpion im Schwarzlicht
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der gleiche Skorpion im weissen Licht
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blue-crowned motmot
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rufous-eyed stream frog
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Vogelspinne
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Abfahrt nach 2 Nächten aus Monteverde. Mein Fazit zu diesem in den Reiseführern als Highlight angepriesenen Gebirgsdorf: kann man machen, muss man aber nicht.
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Ich weiss nicht, ob es Euch genauso geht. Es gibt bestimmte Bilder aus der Kindheit, die sich in meinem Gedächtnis eingebrannt haben und mich seit etwa 50 Jahren begleiten. Meine Eltern hatten mir, als ich anfing zu lesen, ein Kinder-Sachbuch geschenkt. Ich glaube das Erscheinungsjahr war Anfang der 1970er, denn es enthielt ein Bild des in Fertigstellung befindlichen Sydney Opera House. Ich war als Kind damals schockiert, wie man nur ein so häßliches Haus bauen konnte. Als ich dann im Jahr 2000 leibhaftig vor der Oper stand und sogar eine Aufführung in diesem Haus besuchte, überkam mich eine große Befriedigung, dieses innere Bild aus der Kindheit mit dem realen Leben abgleichen zu können, und ich empfand das Opernhaus gar nicht mehr häßlich, sondern war so begeistert von dessen Anblick, dass ich jeden Abend meines Sydney-Aufenthaltes dort vorbei gegangen bin.

In diesem Kinderbuch war auch eine Abhandlung und ein Bild von der Panamericana, wie sie sich durch Mittelamerika schlängelt. Das Buch habe ich nicht mehr, aber nach meiner Erinnerung war es ein Foto mit die Strasse einhüllenden hohen Bäumen. Auch dieses Foto kann ich mein Leben lang nicht vergessen, und ich finde es wahnsinnig toll, dass ich jetzt tatsächlich diese Panamericana entlang gefahren bin unter hohen die Strasse einschliessenden Bäumen. Ein Gänsehautmoment meines Lebens. Vielleicht können die Älteren unter Euch mir mal verraten, ob die Panamericana in den 70er Jahren bereits asphaltiert war oder ob es damals noch Schotterpiste war, an dieses Bild-Detail kann ich mich nämlich nicht mehr erinnern.
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Mein Foto habe ich irgendwo in der Ebene, aus Monteverde kommend, vor El Roble geschossen. Später im Gebirge der Cordillera Talamanca gen Süden gab es dann nicht mehr diesen Anblick, die Bäume hatten einen niedrigeren Wuchs, und über der Straße war eigentlich fast immer ein Streifen Himmel.

Das dritte und letzte Bild aus diesem Kinderbuch, das sich bei mir eingebrannt hat und ich nicht vergessen kann, ist übrigens eine sehr hohe, aus langen Baumstämmen gefertigte Kinder-Schaukel, auf der Indianer-Kinder schaukelten, und diese Schaukel stand direkt vor einem gewaltigen Berg-Abgrund. Die Perspektive des Fotos war so gewählt, dass das schaukelnde Kind bereits über dem Abgrund schwebte. Diese Geschichte spielte irgendwo in den USA, diesen Ort kann ich nicht mehr rekonstruieren, daher wird mir dieses Bild wohl niemals im richtigen Leben begegnen, zumal die Schaukel sicherlich nicht mehr steht.

Die Panamericana heisst in Costa Rica Inter-American Highway und bietet in diesem Land den dem Himmel nächstgelegenen Streckenabschnitt, aber dazu später. Heutiges Fahrtziel ist San Gerardo de Dota im Quetzales National Park; wir werden dort 4 schöne Nächte im Savegre Hotel verbringen.

Teil 2423. Feb. 2022

Quetzales National Park
Die Fahrt auf der Panamericana ging zuerst entlang der Route 1, bevor auf die Route 2 zu wechseln ist. Das Problem daran: das passiert irgendwo im Stadtzentrum von San Jose. Wo genau, das hat sich mir nicht erschlossen, die Route 1 ging mehrspurig nach San Jose hinein und mit der Zeit wurde sie immer schmaler bei stop-and-go Verkehrsdichte, bis sie im Zentrum allmählich zu einer normalen Strasse schrumpfte. Wir haben offensichtlich den Abzweig verpasst und befanden uns irgendwann in vorstädtischen Gebieten Richtung Cartago. In Cartago haben wir dann einem Polizeibeamten nach der Route 2 gefragt, und dann ging es wieder. Hinter Cartago ging es hinauf ins Talamanca-Gebirge auf der einspurigen Route 2. Einspurig + bergauf = Schrittempo, da der ganze Schwerlasttransport über das Gebirge muss. Teilweise Stau, weil ein LKW umgekippt war, beladen mit Imperial-Bierkisten. An der Unfallstelle roch es ziemlich nach Kneipe. Irgendwann war der Anstieg auf die Bergkette geschafft, ab dann entzerrte sich der Verkehr und es ging zügig voran.

Einige Kilometer vor dem Abzweig nach San Gerardo de Dota
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Die Strecke von knapp 240km hat uns so einen ganzen Tag gekostet. Die Abfahrt in das Tal von über 600 Höhenmeter war recht steil, ich hatte den Eindruck, die Bremsleistung ließ immer mehr nach, war aber nur so ein Gefühl, am nächsten Tag war wieder alles normal.

Das Savegre Hotel ist das am tiefsten gelegene der größeren Hotels. Es hat schön angelegte Gärten, in denen zumeist Kolibris die Gäste zu fotografischen Höchstleistungen anspornen. Wir hatten das romantic package gebucht, Halbpension mit 2 Massagen. Meine Massagen habe ich an meine Frau abgetreten, ich mache mir nichts aus Massagen, und meine Frau ist verrückt danach. Aufgrund der Gebirgslage ist die Luft klar, tagsüber kann man im T-Shirt laufen, nachdem die Sonne untergegangen ist, kühlt es merklich ab. Wie in allen anderen Hotels auch, haben wir uns nachmittags den Kaffee auf dem Zimmer, der in Portionspäckchen daher kommt, schmecken lassen, einen Wasserkocher gab es dafür auch in allen Hotels. Am besten hat mir der Kaffee der Marke Britt geschmeckt, der übrigens am Flughafen in der Abflughalle in einem riesigen Verkaufsladen sehr teuer verkauft wird.
Hauptgebäude mit Rezeption und Restaurant
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direkt vor unserem Cottage
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unsere Cottage-Reihe
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Das Hotel führte zwar nicht Lodge im Namen, es kam aber mehr Lodge-Feeling auf als in der Monteverde Country Lodge. Die Verpflegung war hier wohl das beste, was wir auf unserer Reise hatten, das Ambiente war auch gehoben im Vergleich zu den meisten anderen Unterkünften.

Warum fährt man nach San Gerardo de Dota? Natürlich wegen des Göttervogels, den Quetzal. Man kann dafür einen Guide über das Hotel buchen, was wir auch getan haben, wir wollten nichts dem Zufall überlassen, sondern Sichtungsgarantie. Anscheinend kostet so ein Guide, der unabhängig vom Hotel auf eigene Rechnung arbeitet, unterschiedlich je nach Hotel, und hinterher habe ich im Internet gelesen, dass das Savegre Hotel den höchsten Preis anbietet, wir haben 90 Dollar gelöhnt. Dafür geht es dann auch um 5:15 Uhr, eingepackt in dicken Klamotten, die den einstelligen Temeraturen trotzen, im Jeep 3km die Strasse wieder hinauf. Am Ziel angekommen, stiegen wir aus und: warteten mit einer Menschenansammlung von ca. 30 Personen an einem wilden Avocadobaum direkt an der Strasse. Ausgerüstet mit Feldstechern und Riesenkameras, manchmal auch mit Handys, warteten die Touristen darauf, dass ihre Guides ihnen den Quetzal präsentierten. Die Guides hatten allesamt jeweils ihre Spektive auf Stativ geschnallt einsatzbereit, unser Guide hatte noch ein Lautsprecher dabei, um den Quetzal anlocken zu können. Auf der Strasse war ein weisser Strich gezogen, der die voyoristische Meute davon abhalten sollte, dem Avocadobaum zu nah auf die Pelle zu rücken. Denn der wilde Avocado ist die Lieblingsspeise des Quetzals, und der Quetzal liebt es nicht, wenn Menschen dem Baum zu nahe kommen, denn dann bevorzugt er es, dem Baum fern zu bleiben.

Und tatsächlich, die Göttlichen zeigten sich, nachdem die Rufe aus dem Transistor der Batterie schon mächtig zugesetzt hatten. Zuerst in Gestalt der Frau Gemahlin, plötzlich, niemand hatte sie kommen sehen, war sie mitten unter uns, bzw. genauer gesagt über uns, sass auf der Stromleitung, begutachtete ihre Fans von oben herab, bevor sie sich dem Avocadobaum widmete.
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Regungslos starrten und fotografierten wir. Spektakulärer war das Herabschweben ihres Göttergatten, denn der wurde von weitem schon erspäht. Und es kam Bewegung in unsere Menschengruppe, gleich einer La Ola Welle im Stadion. Denn der männliche Vogel hielt nicht schnurstracks auf den Avocadobaum zu, sondern – wo ist er hin? Die Guides wechselten ihre Stellung und suchten die Hangböschung ab, und alle taten es den Guides nach. Die Guides huschten zurück zum Avocadobaum, und alle Jünger taten es ihnen nach. Wieder zurück zur Hangböschung, ein flüchtiger Moment im Glanz der aufgehenden Sonne nur, aber er reichte aus:
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Dafür hat es sich allemal gelohnt, zu nachtschlafener Zeit den Wecker zu stellen. Wo ist er nun hin? Alle wieder zurück zum Avocadobaum, doch er sass auf der gegenüber liegenden Strassenseite im Baum.
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Auch dort nur Sekunden, dann wechselte er wieder den Baum.
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Und dann war die Show vorüber. Die beiden waren nicht mehr auffindbar und würden den heutigen Tag nicht mehr wiederkommen. Erst morgen früh um die gleiche Zeit wieder wird die Chance auf ein Wiedersehen bestehen. Wo sie hin sind? Was sie tagsüber so machen? Unser Guide meinte, irgendwo tief im Gebirgswald, wo kein Pfad hinführt, führen sie ihr Leben, ungestört von der menschlichen Zivilisation. Götter eben, die weilen ja auch nicht unter uns, sondern schauen dem menschlichen Treiben von oben mit distanziertem Amusement zu.

Unser Guide konnte sehr geschickt mit seinem Spektiv umgehen, ein Handyphoto durch sein Spektiv sah beeindruckend scharf aus:
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Und nun noch die notwendige dröge Wissensvermittlung über den Quetzal: Der Quetzal gehört zur Familie der Trogone. Nur dem männliche Quetzal wachsen die Schwanzfedern lang, die bis zu 80cm Länge erreichen können, und auch das nur zu Zeiten der Balz. Bei den Mayas galt noch das Gesetz, wer einen Quetzal wagte zu töten, musste selbst mit der Todesstrafe rechnen. Ja, so war das in der guten alten Zeit! Es gibt übrigens laut Wiki 2 Unterarten von Quetzales, alle leben in den Bergwäldern Mittelamerikas, und die in Costa Rica vorkommende Art ist der Resplendent Quetzal. Nach anderen Quellen gibt es bis zu 6 Unterarten. Auch Monteverde rühmt sich des Quetzals, wir haben ihn aber dort nicht gesehen.

Teil 2523. Feb. 2022

Zurück im Hotel nach 1 ½ Stunden Quetzal Hype haben wir uns erst einmal am Frühstückstisch ausgiebig gestärkt. Danach steht uns der Tag zur Verfügung, vormittags in Form des Hotel-eigenen Gartens. Am Hauptgebäude hängt ein Futterspender für Kolibris, der eignet sich hervorragend zum üben. Hier mal ein Foto am mit Futtertrog. Natürlich sieht so ein Foto mit Plastik drauf doof aus, daher präsentiere ich des weiteren Fotos, auf denen der Futtertrog geschickt aus dem Bild geschnitten wird 😄
Green violet ear
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Aber natürlich sind mir auch Fotos gelungen abseits des Futtertrogs - ich hoffe meine Bestimmungen sind zutreffend, ansonsten bitte ich um Hinweise
White-throated mountain gem
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Rufous-collared sparrow
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Scintillant hunningbird female / Orangenkehlelfe
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Dieser Kolibri kroch praktisch über die Pflanzen rüber mit schlagenden Flügeln, er mag kleinwüchsige Pflanzen wie er selber auch eher ein kleiner Vertreter der Kolibris ist

Dieser Green-violet-ear Kolibri baute grade sein Nest in einem Rosenbogen-Gestell.
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Wilson warbler female / Mönchswaldsänger
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Ein kleiner Spaziergang aus dem Hotel heraus die Strasse runter war nicht sehr ergiebig, die Strasse hörte nach ca. 1km vor einem Privatgrundstück auf, der südlichste Punkt der Häuseransammlung San Gerardo.
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Wir haben einen kleinen Abzweig von der Strasse gefunden, von der ein Wanderweg sich in den Bergwald schlängelte. Er führte zu einem kleinen Gebirgsbachlauf, insgesamt waren wir dann 2 Stunden unterwegs.
Yellow-thighted brushfinch / Gelbschenkel-Buschammer
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fasciated tiger-heron / Streifenreiher
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yellowish flycatcher / Gilbufertyrann
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Zurück im Hotel noch ein letzter Kolibri, bevor es zur Kaffee-Routine im Hotelzimmer ging.
purple-throated mountain gem / Purpurkehlnymphe
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Teil 2624. Feb. 2022

Vielen Dank Kathrin für Dein Lob, es geht auch sofort weiter.

Quetzales National Park 1. Fortsetzung

Am nächsten Morgen das gleiche Spiel: der Wecker klingelt früh, und diesmal weiß ich ja, wo ich den Quetzal finde auch ohne Guide. Also mit eigenem Auto los, unser Guide von gestern ist mit einem anderen Kunden dort, erkennt mich und gibt dann auch mir einige Tipps bei der Suche. Erst einmal passiert aber gar nichts, nur ein Black Guan steht auf der Wiese rum, dort wo auch ein Esel in der Früh sein penetrantes Wiehern nicht lassen kann, es klingt als würde er abgestochen werden.
Black Guan
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Heute hatten die zahlenden Kunden nicht viel Glück mit der Quetzalsichtung, für mich reichte es ausschliesslich für dieses Schattenphoto. Hätte ich heute für den Guide zahlen müssen, ich wäre arg enttäuscht gewesen, 1 ½ Stunden für dieses eine Foto, wobei der Vogel schon anwesend war, er hat allerdings Schabernack mit den Touris getrieben und hat nie richtig still gesessen. Ehe die Kamera im Anschlag war, war er schon wieder zum nächsten Baum unterwegs.
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Das Spiel „wo ist der Quetzal hin?“ bedeutet ja immer, dass wir alle den Guides hinterher rennen, die ihn aber auch nur für Sekunden sehen. Kaum hat man die Guides eingeholt, die sich an verschiedenen Punkten der Strasse positioniert haben und dann bei Sichtung alle verständigen, hat der Quetzal den Abflug gemacht.

Meine Frau blieb im Bett, wir haben uns am Frühstückstisch verabredet. Danach wieder auf der Pirsch in die Gärten.
black-faced solitaire / Maskenklarino
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green violet-ear
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green spiny lizard - auch wenn er nicht grün ist
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green violet-ear
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long-tailed silky flycatcher
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Nachmittags sind wir auf den hoteleigenen Pfaden gewandert. Das Hotel rühmt sich damit, aber ich glaube es kann jeder drauf wandern auch ohne Eintritt zu bezahlen. Es geht den Berg hoch, man kann einige Stunden auf verschiedenen Wegen bergauf verbringen.
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Wildtierkameras haben wir in Costa Rica einige gesehen, so auch hier. Wir wissen nicht, was die Kameras so alles einfangen, aber ich gehe mal stark davon aus, dass auch Pumas und Jaguare dabei sind. Manchmal sind es aber auch blanke menschliche Hintern, die auf der Suche nach einem geeigneten Pinkelplatz der Kamera zu spät Gewahr werden…
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Collared trogon / Jungferntrogon
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Flame-colored tanager / Bluttangare
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black-billed nightingale-thrush / Graukehl-Musendrossel
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spot-crowned woodcreeper / Perlkappen-Baumsteiger
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Der Baumläufer pickt sich die Insekten aus dem Moos oder Stamm heraus, und wirft sie sich in hohem Bogen in den Schlund, da ja der Schnabel ziemlich lang ist. Ähnlich gehen die Tukane mit Beeren oder Bananenstücken vor.

Das Wetter war die 4 Tage über fast beständig regenfrei, aber zumeist wolkenverhangen. Die Luft war angenehm trocken aufgrund der Höhenlage, eine Wohltat nach den feuchtklebrigen Tagen in den tiefer gelegenen Zielen zuvor.
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Abends im hoteleigenen Restaurant
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Übrigens hat unser Zimmer eine Aircon, mit der wir abends das Zimmer beheizt haben. Ansonsten würde es spätestens ab 18 Uhr unangenehm kalt werden.

Teil 2725. Feb. 2022

Quetzales National Park 2. Fortsetzung

Der Tag beginnt,
die Zeit verrinnt,
er zögert noch ein wenig
Da ist der Schweif
Es ist kein Greif,
Rumms – es fällt der…
So ähnlich hätte mans singen können (frei nach Trio), aber der Quetzal macht sich rar. Und dafür wieder so früh aufgestanden und die Beine in den Bauch gestanden an der weissen Linie auf dem Asphalt. Er zeigt sich, sogar für Minuten, aber er sitzt weit hinten im Dickicht der Bäume, man kann seine Silhouette und die Farbenpracht nur erahnen. Dafür gebe ich keinen Speicherplatz her, ich habe ja schon recht akzeptable Fotos.

Also müssen nach dem Frühstück wieder die Kolibris im Garten dran glauben als Ersatz für den Quetzal.
purple-throated mountain gem female
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green violet-ear
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scintillant hummingbird
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magnificent hummingbird / Violetkron-Brilliantkolibri
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purple-throated hummingbird Purpurkehlnymphe
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Nachmittags wieder auf den Waldpfaden des Hotels unterwegs.
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collared redstart / Halsband-Waldsänger
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patent-leather beetle
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purple-throated mountain gem female
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Ein neuer Tag im Quetzales National Park

Heute ist Abreisetag, aber nicht ohne meinen Quetzal! Wecker auf 5 Uhr, rein in die warmen Klamotten, Auto im ersten und zweiten Gang den Berg hoch zur weissen Linie am Avocadobaum. Ich komme fast zu spät, der Vogel ist heute überpünktlich, ich habe Angst dass der Stativaufbau zu lange dauert, hastig wird alles zusammengeklickt, die Beine ausgefahren, angepeilt – und Schuss! Insgesamt zeigen sich kurz hintereinander drei Quetzale: ein Weibchen, ein Männchen mit kurzem Schwanz und ein Männchen mit langem Schweif.
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Er fliegt auf eine Anhöhe an den Rand des Waldes weit entfernt von der Strasse, und ich nehme mir vor, ein Flugfoto zu versuchen. Es wird nicht gut werden, dafür ist er viel zu weit weg. Entgegen der Erfahrungen am Avocadobaum hat er jetzt die Ruhe weg und bewegt sich fast 20 Minuten nicht vom Ast. Irgendwann ist es so weit und ich erwische ihn im Abflug.
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Tschüß Savegre, es waren schöne Tage im Tal des Quetzals.
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Auf der Route 2 ging es dann hoch zum höchsten Punkt der ganzen Panamericana Nord-, Müttel- und Südamerikas, es war nicht weit vom Quetzal Nationalpark entfernt.
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Ich hatte gehofft, bei gutem Wetter sowohl die Karibik- als auch die Pazifikküste sehen zu können, aber das Wetter spielte nicht mit, es war neblig oder wolkig. Danach ging es beständig seicht abwärts.
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Ein kleiner Zwischenstop in Palmar Norte zum Mittag in einer Fastfood-Pizzeria. Auch hier vorbildliche Einhaltung der Hygienevorschriften.
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Teil 2828. Feb. 2022

Corcovado NP

Unseren ersten von drei Roadkills haben wir auf der Panamericana Richtung Osa-Halbinsel gesehen, und es war ein Hund, kein Wildtier. Die anderen beiden Roadkills waren Nasenbären, soweit ich das erkennen konnte. Eigentlich überrascht mich das, ich hätte mit unzähligen Roadkills gerechnet, so voll von Getier doch der Regenwald sein soll.
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Ausserhalb des Central Valleys fährt man generell durch Regenwald, es ist dann überwiegend unbewohnt. Warum trotzdem so wenig? Ist der Verkehr so dünn oder so rücksichtsvoll? Gibt es wirklich so viel Getier in Costa Rica wie immer behauptet wird oder ist es schon stark dezimiert? Oder ist eine Strasse ein unüberwindliches Hindernis für Wildlife des Regenwaldes? Werden Roadkills schnell weggeräumt? Ich erinnere mich an Australien in 2000, Northern Territory, dort gab es alle 2 Kilometer ein totes Känguruh am Strassenrand. Habt ihr eine Theorie dazu?

Wieder Ananas Monokultur, ganze Täler bedeckt die Fruchtpflanze.
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Wir fahren recht lange an einem Fluss entlang, den Rio General. Dieser Streckenabschnitt ist echt sehr schön, es lohnt sich diese Strecke mit dem Auto zu fahren.
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Die great-tailed grackle / Dohlengrackel ist in Costa Rica was für uns in Deutschland die gemeine Krähe ist: schwarz, laut und diebisch, ein Kulturfolger.

Nach Ananas weiter nördlich kommen Ölpalmen im Süden, Wälder von Palmen, Monokultur übelster Art. Einer der Hauptabnehmer des Palmöls ist die EU. Die Ölpalme hat aber anscheinend nur eine andere Monokultur in dieser Region abgelöst, die Banane, die laut Erklärungen einen ausgelaugten Boden hinterlassen hat.
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Wir sind eigentlich recht zügig voran gekommen, kein LKW hat uns dauerhaft den Weg versperrt, die Strasse war bis auf ein paar isolierte tiefe Schlaglöcher gut in Schuss. Dann kam das letzte, 40 km lange Teilstück hinter Puerto Jiminez bis zum Carate Beach, und das hatte es in sich. So viele Schlaglöcher hatte ich noch nicht gehabt, wir mussten überwiegend Schrittempo fahren, ich hatte Bedenken, dass die Achsen in Mitleidenschaft gezogen werden. Für 40km über 2 Stunden ist schon heftig, und die Dunkelheit machte es mir auf dem unbekannten Weg nicht einfacher. Am Ende sind wir aber mit unserem 2WD heil angekommen an der Laguna Vista Villas. Auf dem Weg gab es noch den Gelbkopf-Caracara und den Crested Caracara sowie die wie immer sehr lauten red-lored parrots.
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Die Laguna Vista Villas sind eine oberhalb der Lagune gelegene Lodge, man kann mit und ohne Halbpension buchen, wir hatten mit Halbpension. Es gab eigentlich nichts zu meckern, bis auf dass abends trotz Moskito-Türschutz die sehr kleinen schwarzen Fliegen zu hunderten in unser Zimmer eindrangen und sich auf dem weissen Bettlaken niederliessen. Ästhetisch unschön, aber nicht wirklich störend. Das große Bad ist im Außenbereich.
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Slender Anole
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Teil 2928. Feb. 2022

Am ersten Morgen sind wir hinunter zur Lagune und zum Strand gegangen. Von unserer Terrasse konnten wir einige Krokodile in der Lagune schwimmen sehen, sie zeigten sich aber nicht am Ufer.
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Whimbrel / Regenbrachvogel
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evtl schwarzer Leguan (aber recht klein dafür)
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irgendein Reiher
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Scarlet Macaw / hellroter Ara
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Hecale Longwing
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Einige Fregattvögel patroullierten über der Lagune. Ich finde es sind elegante Gleiter der Lüfte, auch wenn sie ja einen fiesen Charakter haben. Sie jagen nicht selber ihr Essen, sondern schnappen es anderen Vögeln weg. Leider reicht die Bildqualität nur für ein Beweisfoto, unsere Terrasse lag etwas oberhalb ihrer Flughöhe.
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Der Pool war nicht nur für uns eine Erfrischung, sondern auch Aufenthaltsgebiet von Echsen (stream anole), und: endlich wieder Blattschneiderameisen.
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Teil 3002. März 2022

Corcovado National Park 1. Fortsetzung

Für den zweiten Tag haben wir eine geführte Tour in den Corcovado Nationalpark gebucht, Kosten zu zweit incl. Umsatzsteuer 200 US-Dollar, wir werden vom Guide auf dem Motorrad abgeholt um 8:30 Uhr, fahren also mit eigenem Auto hinter ihm her zum Start. Ein Schweizer Ehepaar, einen Tag später angekommen als wir, hatte ebenfalls eine solche Tour zur gleichen Zeit gebucht. Wir wurden gefragt, ob wir nicht zusammen gehen wollen. Das war o.k. für uns, so sind wir zu viert mit einem Guide gewandert. Glaubt mal nicht, dass uns ein Preisnachlass angeboten wurde dafür, dass der Veranstalter einen Guide gespart hat.

Morgens vor der Abfahrt habe ich noch ein komisches asseliges Getier entdeckt auf unserer Terrasse auf einem von Blattschneiderameisen angenagten Blatt.
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Ausgangspunkt der Wanderung in den Park war ein Flugzeug Landing Strip etwa 2 km von Laguna Vista Villas entfernt.
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Der Guide war zwar nicht sehr gesprächig, aber natürlich wusste er die Tiere zu finden bzw uns darauf aufmerksam zu machen. Wir wären an vielen Dingen achtlos vorbei gegangen.

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Im Gegensatz zu Afrika leben Termiten nicht unter der Erde, sondern auf Bäumen, es regnet einfach zu viel, in der Erde würden sie ersaufen. Vor dem Schutz vor Sonne bauen Termiten dafür Laufröhren an den Bäumen, um zu ihrem Bau zu kommen. Das Klima im Corcovado NP ist heiß-feucht auch ohne Regen, spätestens ab 10 Uhr ist man durchtränkt vom eigenen Schweiss.

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Die Stacheln der Stachelpalme sind erschreckend lang, die Früchte haben wir nicht probiert, sie werden aber in Mittel- und Südamerika komerziell weiterverarbeitet. Bei unserer Wanderung haben wir ein wildes Exemplar gesehen.

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auch mitten im Regenwald wurde Wert auf Corona-Massnahmen und Maskenschutz gelegt. Dies ist die Rangerstation und gleichzeitig Grenze des Nationalparks, sie liegt etwa 2 oder 3 km von unserem Parkplatz am Landing Strip entfernt. Weiter geht es nur nach Zahlung der Parkgebühr, wie ich bei nochmaliger Wanderung ohne Guide festgestellt habe. Hier konnte man seine Frischwasservorräte auffüllen, es gab eine Toilette und Waschmöglichkeiten.

Der Pfad geht etwa 100m vom Strand entfernt innerhalb des Waldes immer entlang der Küste. Auf dem Rückweg sind wir einige Abschnitte über den Strand gelaufen. Hier im Bild rechts unser Guide mit Spektiv ausgerüstet.
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Gesehen haben wir Spider Monkeys…
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…Aras…

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…Kappuzineraffen…

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…und Nasenbären – wieviele Schwänzchen sind in die Höh gestreckt?
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Teil 3102. März 2022

Das Sichtungshighlight des Tages war ein Tayra. Das ist ein schwarzer Marderartiger, nur erheblich größer, mit Schwanz über 1 Meter lang. Er ist ein guter Kletterer und hält sich häufig auf Bäumen auf. Er hat sich nicht groß um uns geschert, allerdings war er ständig in Bewegung und sehr flink unterwegs, er ist leider recht schnell aus unserem Sichtfeld verschwunden. Fotos waren schwer zu fokussieren, da immer Bäume oder Lianen im Wege waren, und meine Kamera hat immer darauf fokussiert und nicht auf das Tier. Daher kann ich hier nur suboptimale Fotos zeigen.
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Unser Guide meinte, wir können uns sehr glücklich schätzen einen Tayra zu Gesicht bekommen zu haben, er würde nur etwa alle 3 Monate so ein Tier sehen. Allerdings hat das Schweizer Ehepaar den Tayra den Folgetag nochmals gesehen und mir Handyaufnahmen gezeigt, die ich auch gerne mit meiner Ausrüstung gemacht hätte.

Wir waren bereits auf dem Rückweg, als uns eine Bande Squirrel Monkeys / Totenkopfäffchen entgegenkam, ca. 15 Individuen. Auch bei denen hatte ich fototechnisch kein Glück, zu flink unterwegs bei schlechten Lichtverhältnissen. Da hilft beim nächsten Mal – als Tipp für Euch – ISO rauf bis über die Schmerzgrenze hinweg, meine Bilder habe ich schon mit ISO 3.200 gemacht, eigentlich zu hoch für Olympus, aber nicht hoch genug.
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Bei dem folgenden black-throated Trogon / Schwarzkehltrogon hatte ich mehr Glück, und er mehr Einsehen mit mir. Er saß brav auf seinem Ast, bis ich meine Kamera aufs Einbein aufgebockt hatte, und ich hatte in Ruhe Zeit mit ISO 1.250 bei gleichen Lichtverhältnissen wie bei den Affen Bilder zu machen.
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Teilweise führt der Heimweg über den Strand, wo sich ein Great Black Hawk / Schwarzbussard niedergelassen hatte.
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Braun-Pelikane patroullierten den Wellensaum und stürzten sich immer wieder ins Wasser. Das Wetter wurde immer schlechter und ging in Regen über, so dass auch am Strand keine guten Bilder mehr möglich waren.
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juveniler White Ibis
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Teil 3204. März 2022

Corcovado Nationalpark 2. Fortsetzung

Ohne Guide bin ich dann nochmals am Folgetag den gleichen Weg wie mit Guide durch den Regenwald gegangen, wobei der Tayra nicht mir, aber dem Schweizer Ehepaar begegnet ist. Zuerst habe ich den Einstieg in den Wald nicht wiedergefunden und bin am Strand längsgegangen, um dann auf gut Glück einfach in den Wald hinein zu stossen, um den Weg zu finden. Der war dann auch schnell sichtbar. Allerdings bin ich dabei zufällig in eine Gruppe Kapuzineraffen hineingeraten, die sofort in heller Aufregung Drohgebärden gegen mich veranstalteten.
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Der Typ mit der Kokosnuss konnte sich nicht entscheiden, ob er gegen mich vorgehen oder doch lieber die Kokosnuss bearbeiten soll. Und so donnerte er die Nuss abwechselnd auf den Baumstamm und bleckte die Zähne gegen mich.
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Die anderen Affen schauten dem Bearbeiten der Kokosnuss interessiert, aber reserviert zu. Irgendwann hatte er sie dann aufgeknackt bekommen. Das Verhalten seiner Kumpels änderte sich schlagartig: sie suchten seine Nähe, mit zeitlupenartig-langsamen Bewegungen versuchten sie, ihre Hände an die Kokosnusshälften zu bekommen und hofften auf Seine Gunst, um Almosen zu erhaschen. Er jedoch blieb standhaft, er nahm seine beiden Kokosnuss-Hälften in die Hand und in den Mund und separierte sich von der Gruppe. Für mich wurde es auch Zeit, weiterzugehen.
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Ich traf wieder auf die Nasenbären des Vortags.
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Bereits bei der geführten Wanderung sind wir natürlich auf Ameisenstrassen gestoßen, aber mir blieb keine Zeit, mich mit ihnen fotografisch zu beschäftigen. Wer nimmt sich schon die Muße, sich darin so zu vertiefen wie ich. Jetzt hatte ich alle Freiheit, mich den Ameisen zu widmen.
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Die Ameisenstrasse, auf die ich gestoßen bin wie auf eine lebende Goldader, habe ich zurückverfolgt: wo kommen die eigentlich her, was sind das für Blätter? Bei der Rückverfolgung sah ich, dass die alle von einem hohen Baum herabgestiegen sind, Baumkrone hoch oben. Das hatte fotografisch gegenüber einem Motiv am Boden den Vorteil, dass ich nicht gekrümmt in der Hocke auf matschigem Untergrund operieren muss, sondern bequem ausgestreckt und breitbeinig die Kamera auf dem ausgefahrenen Einbein platzieren kann. Körperliche Ermüdungserscheinungen wie bei einer Hockhaltung halten sich damit in Grenzen. Ausserdem konnte ich mir Stellen aussuchen, an denen die Sonne den Baum bescheint, was die Verschlusszeiten positiv beeinflusst.
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Irgendwann habe ich mich von den Krabbeltieren losgerissen, um weiter auf Entdeckungstour zu gehen.
Stream Anole
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Einsiedlerkrebs
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Ich weiss es nicht warum, aber diese Mücke hat mich gereizt. Sie sass auf einem großen Blatt genau auf Augenhöhe.
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Great Black Hawk / Schwarzbussard
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Howler Monkey / Brüllaffe
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Teil 3304. März 2022

Hier fällt mir wieder ein Spruch von Torfrock ein, den ich mal der Gegebenheit frei anpasse:
wer lang hat, lässt lang hängen,
wer länger hat, hängt seine Auslage über die Astgabel
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Gelbkopfkarakara
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Auf der Rückfahrt zur Lodge ist mir ein Nest der warrior wasp aufgefallen, bin ausgestiegen und habe es aus nächster Nähe fotografiert. Gut, dass ich erst hinterher gelesen habe, dass diese Wespenart sehr aggressiv werden kann, wenn man sie am Nest stört, und dass deren Stich vergleichbar einer Bullet Ant äusserst schmerzhaft ist.
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Der nächste Morgen bringt unser letztes Frühstück in der Lodge, bevor wir abfahren.
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Die Fahrt wird wieder sehr lange dauern, da wir wieder den gleichen Schlagloch-Weg zurück müssen, wie wir ihn hingefahren sind. Allerdings dieses Mal wussten wir, was auf uns zukam, das Wetter war einigermassen sonnig und somit keine Fahrt in der Dunkelheit, so dass wir die Rückfahrt nicht mehr als belastend empfanden wie noch die Hinfahrt.

Auf diesem Weg hielt ein PKW und die ausgestiegenen Insassen schauten interessiert in einen Baum am Wegesrand hinein. Wir hielten ebenfalls an und fragten was es zu sehen gibt. Es stellte sich heraus, dass ein professioneller Guide seinen touristischen Kunden einen Vogel zeigte, der auf einem Ast hockte. Ich musste drei mal nachfragen, wo denn der Vogel ist, ich hätte ihn sonst nicht entdeckt, obwohl er sich wie auf dem Tablett präsentierte:
lesser night hawk / Texas-Nachtschwalbe
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Zum Mittag hielten wir im Norden der Osa-Halbinsel an einem Restaurant mit schöner Aussicht, um unser Mittagessen einzunehmen. Das Essen war einfach, aber sättigend.
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Schule. Das war so ein Thema, was beim Autofahren ständig aufgefallen ist. Hier mal zwei typische Schulgebäude, wie sie an der Strasse gelegen sind.
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Jedes Dorf hatte eine Schule, manchmal waren die Schulzonen sogar ausserhalb der Dörfer. Der Hinweis auf eine Schule war immer mit einem Strassenschild verbunden: sofern Schüler anwesend sind, sollte nicht schneller als 25 km/h gefahren werden. Anders herum gedacht: sollte man hier schneller fahren als 25 km/h und in einen Unfall mit einem Schüler verwickelt werden, wird man schnell als Hauptschuldiger des Unfalls angeklagt werden können. Also habe ich mich immer an diesen Geschwindigkeitshinweis gehalten, bin häufig von anderen Autos überholt worden. Jedoch: wie auf den Bildern zu sehen, gab es weit und breit keine Schüler. Nirgendwo. Die Schulgebäude waren leblos, keiner ging zur Schule. Es war keine Ferienzeit. Warum war das so? Keine Ahnung, vielleicht haben alle Schulen auf online-Unterricht umgestellt?

Unser nächstes Ziel ist Dominical an der Pazifikküste.

Teil 3407. März 2022

yp-travel-photography schrieb:
Gestern habe ich fleißig Enten, Gänse ... knipsen geübt; fast das Gleiche 😉
mmh naja, der Schwierigkeitsgrad die gewünschten Vögli zu fotografieren ist in CR nochmal ne Stufe höher, vermute ich 😎

Dominical

Dominical war nun so ganz anders als die übrigen Orte, die wir im Programm hatten. Hier ging es nicht um Wildlife, sondern der Ort atmete Fun und Coolness. Hier ging es um junge Leute, Backpacking, Beach, durchtrainierte Körper, Cocktailbars - und vor allem Surfing. Niemand interessierte sich für Leguane, Papageien, Blattschneiderameisen, Spechte und Basilisken- sie waren auch da, ja, aber weitgehend unbeachtet vom Partyvolk. Anderswo sind die Tiere die Stars, hier fristen sie ein Schattendasein, die Stars sind hier die Naturgewalten der Wellen und deren muskulöse Bezwinger.

Ungeachtet des dörflichen Mainstreams habe ich weiterhin Ausschau gehalten nach meinen Lieblingen, und gleich an der Hotelrezeption begrüßte uns ein schwarzer Leguan.
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Das Hotel war etwas abseits des Trubels gelegen, etwa 500 Meter vom winzigen Dorfkern, 800 Meter vom Beach entfernt. Das Zimmer war recht einfach, aber mit der notwendigen Klimaanlage ausgestattet. Wir hatten zwei getrennte Doppelbetten. Es hatte zwei Pools, die wir auch gelegentlich nutzten.
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Das Frühstück war schon das schlechteste der ganzen Reise. Wir wurden satt, aber Gourmet geht anders. Dafür waren die Kosten mit etwa 80 Euro pro Nacht auch am unteren Ende unserer Skala. Hier mal ein Tipp für diejenigen, die vorhaben, den Ort zu besuchen. Uns hat Phat Noodle sehr gefallen, wir haben dort zwei mal zu Abend gegessen, so nett fanden wir es dort. Es ist ein schmackhaftes Asian Fusion Restaurant, coole laute Musik dröhnt aus den Boxen, das Restaurant ist überdacht, aber halb offen zu zwei Seiten.
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Am nächsten Morgen nach dem Frühstück und Vogelknipsen direkt vor unserer Tür sind wir zum Strand gelaufen.
evtl. Wilson Warbler
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Der Poser musste erstma über Insta den Daheimgebliebenen übermitteln, dass er am geilsten Flecken Erde das coolste Bier des Urlaubs schlürft - yo bro
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Einige fahren aber auch neben der Spur und müssen absteigen
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The dude
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The dudette – konnte auch gut mit den Wellen umgehen
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Dominical – fest in US-amerikanischer Hand, überall hört man diesen breiten Akzent. Eines anderen Tages kreuzte ich den Weg eines weissbärtigen und weisshaarigen Hippies, der in Flipflops mit etwas abgeranzter weissen Shorts und ehemals weissem T-Shirt (hey dude, what`s up) mir ungefragt und im Vorbeigehen zuruft, er wohne nun schon 28 Jahre in diesem Kaff. Ahhh ja, schön zu wissen, Träume wurden wahr. Ein bißchen beneide ich ihn, leider bin ich nicht vor inzwischen 32 Jahren in Kalifornien hängengeblieben.

Zum frühen Mittag ging es für Nachos und Chips zur Beachbar. Auch auf den Toiletten darf der Coolness-Faktor nicht fehlen.
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Zurück zum Hotel, da läuft mir doch direkt ein brauner Basilisk über den Schotterweg.
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Teil 3510. März 2022

Dominical 1. Fortsetzung

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück musste erstmal der Hotel-eigene Naturpfad entdeckt werden. Es ist ein 1 Kilometer langer Rundweg, den ich aber nicht vollständig laufen konnte, er war vom Regen so dermassen eingematscht, dass ich stellenweise mit meinen Wanderschuhen über den hohen Schaft hinaus eingesunken wäre.

Buff-rumped warbler / Schmätzerwaldsänger
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Nach dem Mittag sind wir noch einen Kaffee trinken gegangen im Café Mono Congo, auch meine Empfehlung an Euch. Kann man cool abhängen, nach hinten raus sitzt man an der Flussmündung. Das große AAAber: weil das so ein cooles Café war und uns der Kaffee so geschmeckt hat, haben wir den dazu gehörigen coolen Kaffee in der 340g-Packung (12 oz) gemahlen gekauft. Wir zehren immer noch von unseren insgesamt 2 Kilo Kaffee, die wir aus Costa Rica mitgenommen hatten. Der Mono Congo war der schlechteste und dabei teuerste Kaffee, er hat im Vergleich zu den verschiedenen anderen Sorten kaum Geschmack. Besser ist es, eine Kaffee-Finca zu besuchen, mehr dazu im Orosi-Tal später.
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Auch in Dominical gilt:
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Wieder unser Haustier im Hotel
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Vor dem Hotel führt ein Schotterweg den Fluss entlang, den bin ich mal gegangen um zu schauen was es so gibt am Wegesrand.
yellow-headed gecko
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da kommt man schon mal ins Schielen
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wenn ich so ein Bildhintergrund doch bloß nach Belieben reproduzieren könnte... der Hintergrund war gar nicht schwarz, sondern er ist schwarz geworden dadurch, dass es hellster Sonnenschein auf dem Motiv (Libelle) war, der Hintergrund im Schatten und ich 0,7 Schritte unterbelichtet habe. So wird das eigentliche Motiv stärker betont. Nun weiss ich es und hoffe, das nächste mal dran zu denken.
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Ohne Natur geht es nicht. Es gab einige Optionen, u.a. den 50km entfernten Manuel Antonio NP. Da wir aber schon in so vielen Parks waren, wollten wir es etwas gemütlicher und ohne große Erwartungen an Sichtungen angehen und haben uns zum Nauyaca Wasserfall aufgemacht, 10 km von Dominical entfernt. Einfach mal ein Spaziergang ohne Hintergedanken, allerdings auch hier selbstredend Eintritt zu zahlen. Der Feldweg war recht matschig und aufgeweicht vom Regen, aber trotzdem gut zu begehen.
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Auch in der freien Natur immer wieder Hinweise auf Abstand und Maske, sehr vorbildlich. Es war ja noch Delta-Variantenzeit. Der Wasserfall ist zweistufig, baden ist auch im leichten Sprühregen erlaubt, was sich die jungen Leute natürlich nicht zweimal sagen lassen.
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Brahman-Rind und sein Cowboy
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Die Cowboys waren zu zweit und wollten sich aus der Herde ein Rind mit dem Lasso fangen. Sie haben sich dabei allerdings nicht sonderlich geschickt angestellt. In den Western-Filmen sieht das alles sehr viel cooler aus, aber die beiden hatten einen schweren Stand, die Rinderherde ist immer wieder ausgebüchst, sobald die Cowboys näher kamen. Und auch aus weniger als 5 Meter Entfernung haben sie mit dem Lasso nicht getroffen, und keines der Rinder hat stillgehalten, um sich ein Lasso einfach mal so überstreifen zu lassen. Wir sind dann nach dem Beobachten einiger Fehlversuche gegangen.

Was wäre ein Tag ohne Blattschneiderameisen. Gefunden am Wegesrand zu den Wasserfällen
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Teil 3612. März 2022

Dominical 2. Fortsetzung

Auch der nächste Tag beinhaltete Blattschneiderameisen. Mir war mittlerweile aufgefallen, dass die Ameisen direkte Sonne meiden, größere Strecken laufen sie nicht in der Sonne, sondern ihre Strassen verliefen normalerweise wo Bäume Schatten spenden. Am Parkplatz unseres Hotels blieb ihnen aber anscheinend nichts anderes übrig als durch das sengende Sonnenlicht zu laufen, es war einer der seltenen Tage, an dem sich die Sonne in ihrer ganzen Pracht für ein paar Stunden zeigte.

Der eine knechtet, der nächste schwingt das Zepter und irgendwer muss dabei die Verantwortung tragen.
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Auf dem Weg ins Orosi-Tal müssen wir noch einen Abstecher zurück zu San Gerardo de Dota fahren, da meine Frau dort ihr Notebook im Hotelzimmer vergessen hatte. Da wir unsere Reisen nicht im Minutentakt verplanen, war das aber kein Problem. Das Hotel hatte ihn sicher verwahrt. Dabei entstanden diese Bilder.
Crested Caracara
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Magnificent Hummingwird
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Acorn woodpecker / Eichelspecht
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Teil 3714. März 2022

Orosi Tal

Die Anfahrt zum Orosital war nicht einfach – wo von der Panamericana abfahren? Laut Papierkarte gibt es einen Stichweg von der Route 2 noch in den Bergen vermeintlich direkt ins Tal. Da ich aber noch den Reisebericht von Bettina hier im Forum im Hinterkopf hatte, haben wir das gar nicht erst versucht, auch weil wir kein 4WD haben. Wir sind bis nach Cartago gefahren und haben uns hoffnungslos im unbeschilderten Strassengewirr verloren. Mehrfach sind wir zurückgefahren zum Ausgangspunkt der Abzweigung, immerhin das haben wir wiedergefunden. Die Zeit schritt immer weiter voran, wir würden im Dunkeln erst ankommen, was die Orientierung im Orosital auch nicht einfacher werden liess. Als wir uns beim wiederholten Versuch verfranst hatten, haben wir in einer Werkstatt nach dem Weg gefragt. Wie durch Geisterhand bin ich dann dieser Beschreibung, die ich mangels Spanischkenntnissen mit keinem Wort verstehen konnte, gefolgt und kam ohne mich ein weiteres Mal zu verfahren, durch die Stadt und zum Abzeig mit dem Hinweisschild zum Orosital. Von da an war es ein Kinderspiel.

Casona del Cafetal hieß unsere Unterkunft, gelegen direkt am durch Menschenhand aufgestauten Lago de Cachi. Dazugehörig gab es ein Restaurant, was abends eher aussah als wenn es geschlossen wäre, es waren kaum Gäste dort und der große Saal wurde daher nur halb beleuchtet. Es wurde wohl nicht geheizt, die Aussentemperatur entsprach der Innentemperatur. Eine große nett überdachte Terrasse beherbergte etliche Tische. Das Wetter war auch hier phasenweise recht bescheiden, es war unangenehm kühl, die Feuchtigkeit kroch in die Wäsche. Dafür waren die Zimmer sehr gepflegt, wir haben uns sehr wohl gefühlt.

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Der See muss einen extremen Pflanzenbewuchs verkraften, der den See zeitweise komplett bedeckte. Allerdings gab es Tagesabschnitte, an denen die Wasserfläche komplett frei zu sein schien, anscheinend wandern die Pflanzen, verdichten sich und ziehen sich wieder auseinander. Der Wind oder andere Erklärungen? Hier ein Bild mit kompletter Bedeckung.
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Eine Tour über eine Kaffeeplantage haben wir uns für ganz zum Schluss aufbewahrt. Unser Hotel schickt ihre Gäste immer zur Finca Cristina, dort haben wir für 15 Dollar pP über 3 Stunden verbracht mit Erläuterungen über die Zucht, Beschattung und Pflege der Bäume, der Kaffeeherstellung und die Vermarktung sowie der Kompostierung und Kreislaufwirtschaft auf der Finca erhalten. Weiters wurden wir aufgeklärt, welche Tiere und Vögel von den einzelnen Pflanzen profitieren.
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rechts die frische rote Kaffeekirsche, links die beiden frischen Hälften aus der Frucht herausgepresst, hinten getrockneten Früchte
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Eigentümer dieser Finca ist ein älteres amerikanisches Ehepaar, Ernie und Linda. Linda hat uns durch die Plantage geführt, während Ernie uns seinen Maschinenpark erläutert hat. Das Orosital liegt hoch genug um als Highland Coffee qualifiziert zu sein, zusätzlich gilt diese Finca als organic, viele Abfälle werden kompostiert und auf die Plantage ausgebracht, zu Öl verarbeitet etc. Die komplette Farm ist beschattet mit hohen gepflanzten Bäumen, was man kaum auf den anderen umliegenden großen Plantagen sieht. Das Ehepaar hat den Anspruch, so weit wie möglich autark zu wirtschaften. Als Saisonarbeiter werden ausschließlich Bewohner der umliegenden Dörfer beschäftigt und langfristig gebunden.
Kaffeefrüchte am Baum auf der Finca
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Trocknung
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der Kaffeehund
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Green spiny lizard an der Wand des Trocknungsraums
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Linda erklärt die Röstung - je langsamer geröstet wird bei niedriger Temperatur, desto besser für den Kaffeegeschmack. Sie zeigte uns auch ihre Diagramme, die sie im Laufe der Jahre für ihre Maschine angefertigt hat.
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Wir haben einen großen 1kg-Bohnenbeutel mitgenommen, er ist zu unserem Lieblingskaffee geworden. Leider liefert die Finca nicht nach Europa, sonst würden wir nachordern. Diese Farm ist jeden Besuch wert.

Unsere Unterkunft ist so etwas wie eine kleine Doppelhaushälfte mit Terrasse, auf der wir unseren Nachmittags-Wohlfühlkaffee getrunken haben. Es kamen einige Waldbewohner vorbei.
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Bananaquit an der rosa Bananenstaude
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Muscovy duck
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Man konnte einen kleinen Streckenabschnitt am See spazieren gehen.
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white-crowned parrot / Weißkopfpapagei
035CostaRicaDez2021Orosi-TalCasonadelCafetal-white-crownedparrotWeisskopfpapagei.JPG<br>yellow-crowned night-heron / Krabbenreiher<br>[attachment=384707]043CostaRicaDez2021Orosi-TalCasonadelCafetal-yellow-crownednight-heronKrabbenreiher.JPG

buff-throated saltator / Buntkehlsaltator
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Libelle
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Broad-winged hawk / Breitflügelbussard
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yellow-crowned night-heron / Krabbenreiher
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Teil 3816. März 2022

Blattschneiderameisen – das Finale

Versprochen – dies werden die letzten Ameisen-Bilder dieser Reise werden. Das Hotel war umgeben von Kaffeeplantagen. Der Spazierweg führte zwischen See und Plangage durch hohe Bäume. Hier lag auf dem Waldweg ein achtlos weggeworfer Zweig eines Kaffeebaums, der von den Blattschneiderameisen bearbeitet und abgetragen wurde.
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24 Stunden später sah der Zweig dann übrigens so aus
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Nun konnte ich mit diesem gefundenen Zweig das erste Mal den Ameisen beim Schneiden bequem zusehen.
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wer am Ast sägt, auf dem er sitzt...
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Der Abtransport dieser Blattstücke ging übrigens sehr gemächlich vonstatten. Während die Ameisen auf ihren Strassen rennen als ginge es um ihr Leben, war die Aufnahme des Blattes zum Abtransport sowie das Balancieren auf dem Zweig eher Zeitlupentempo. Auf der Ameisenstrasse folgen die Ameisen einer Duftspur, aber dort, von wo sie abtransportieren, existiert ein solcher Duft nicht uns sie müssen sich mühselig orientieren.
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Es ist kaum zu glauben, aber die Tritte der Ameisen interlassen tiefe Furchen; diese Ameisenstraße führte wie ein ausgetretener Trampelpfad über den Rasen unseres Hotels. Hinter dem Busch war übrigens ein Eingang ins Unterirdische:
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Auch andere hoch frequentierte Ameisenstrassen sind übrigens als Erdspur deutlich sichtbar.

Eines anderen Tages haben wir spät entschlossen uns aufgemacht zum Tapanti Nationalpark. Vor dem Gate konnten wir uns aber nicht entschliessen, den Eintritt zu zahlen und einzufahren, da wir erst 2 Stunden vor Tagesschluss dort ankamen. Die Anfahrt dorthin war recht zeitaufwändig, und wir sind erst nach dem Mittagessen, das wir in Orosi eingenommen haben, losgefahren. Auf dem Rückweg gab es auf halber Strecke die Termales Hacienda Orosi. Es war eine Spa-Einrichtung, wir fragten am Gate ob wir auch nur auf einen Kaffee einfahren dürfen. Durften wir, und wir haben die Aussicht über das Orosi-Tal genossen. Die Hacienda hat eine eigene Kaffeeplantage, auch von dort haben wir 12 oz Kaffee mitgenommen.
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Teil 3919. März 2022

Orosital – Ende der Reise
Hier noch ein paar lose Bilder von Spaziergängen um unsere Unterkunft herum.
Broad-winged hawk / Breitflügelbussard
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grey-headed chachalaca
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Die Bäume und Palmen hinter unserer Unterkunft dienten den Papageien als Schlafplätze, und ab 16 Uhr fielen die Vögel ein, so dass in den Bäumen der Geräuschpegel stark anschwoll. Die Papageien hatten sich viel zu erzählen, was sie den Tag über erlebt hatten, oder aber sie zankten sich um die besten Plätze. Jedenfalls ging das so bis zum Einbruch der Dunkelheit. Morgens so ab 7 Uhr flogen sie wieder davon.
crimson-fronted parakeet
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Frühstück auf der Terasse
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wieder kein Sonnenschein
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rufous-tailed hummingbird / Braunschwanzamazillie
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Brown jay / Braunhäher
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Am Tag der Abfahrt sind wir auf dem Weg zum Flughafen noch an der Kirchenruine von Ujarras vorbei gefahren. Sie ist etwa 350 Jahre alt und ist ein Nationalmonument, ein Zeugnis der kolonialen Vergangenheit. Sie liegt in einem kleinen Park mit alten knorrigen Bäumen.
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Ich habe ja schon mehrfach über die Verkehrswirren im Zentraltal geschrieben, es erging uns nicht besser am letzten Tag. Wir haben uns zwar nicht mehr verfahren, aber die Verkehrsdichte hat uns fast die Ruhe geraubt, obwohl wir sehr rechtzeitig losgefahren sind und vermeintlich ausreichend zeitlichen Puffer hatten. Ich verweise mal auf mein voriges Geschreibsel.

Zu Hause angekommen, hat meine Frau alle Kaffeetüten aufgereiht und fotografiert. Die kleineren Tütchen im Vordergrund sind die Hotelportionen.
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Teil 4019. März 2022

Fazit
Es war eine sehr schöne Reise mit bisher unbekannten Eindrücken. Eine Wiederholung in diesem Teil der Welt ist nicht ausgeschlossen. Allerdings ist unsere Devise: keinen Urlaub zweimal machen, es kann nur schlechter werden. Daher tendiere ich eher dazu, beim nächsten Mal ins nördliche Südamerika zu fliegen. Die Wildlife-Sichtungen werden dort ähnlich sein bis zu einer gewissen Höhe, aber irgendwann höher kommen die Vikunjas und Condore dazu.

Rekapitulation unserer Sichtungshighlights
- Grüne und braune Basilisken sowie Leguane
- Alle 4 Affenarten
- Der King Vulture
- Der Quetzal
- Ein Tayra
- Crocs und Alligatoren
- Zweizehenfaultiere
- Mehrere verschiedenfarbige Trogonarten inklusive des Quetzals
- Blattschneiderameisen
- Ein Ameisenbär
- Bunte Großvögel wie Tukane und Aras
- Unzählige bunte Kleinvögel, besonders hervorzuheben sind die Kolibris, die meinen fotografischen Eifer weckten
- Die Pfeilgiftfrösche und der Rotaugenfrosch in der freien Natur, die mir nochmals auf einem Tisch für die Makrofotografie präsentiert wurden
Die unerwähnt gebliebenen Sichtungen waren jedoch nicht minder toll. Insgeheim gehofft habe ich natürlich auf einen Jaguar oder einen Puma sowie auf einen Tapir, Fischotter und bunte Schlangen, leider ist uns das Glück dazu verwehrt geblieben.

Es hat viel geregnet. Es hat uns nichts ausgemacht, da wir vorbereitet waren und uns auch mental vorher darauf eingestellt hatten: Es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Wir sind bewusst zu dieser Jahreszeit geflogen.

Alle Stationen unserer Reise waren es wert besucht zu werden – o.k., vielleicht bis auf Monteverde. Trotzdem müsste ich mich von einigen Zielen mehr trennen, um Platz zu schaffen für neue bei einer zweiten Reise. Am ehesten wären dies La Fortuna und Orosi. Meer würde ich wieder einbauen wollen, es muss nicht immer Dominical sein, obwohl cool war es schon dort. Aber es gibt noch so viel mehr Strände links wie rechts, oben wie unten. Dringend einen zweiten Besuch hat die Laguna del Lagarto Lodge verdient, auch wenn es diverse Lodges gibt, die sich auf Vogelfotografie spezialisiert haben. Viele preisgekrönte Naturfotografen kehren immer wieder zu dieser Lodge zurück, dies lässt sich im Internet recherchieren (siehe zB Petr Bambousek). Ich habe zwar keine Fotografenkrone, aber die Lodge fand ich trotzdem echt affengeil.

4WD ist nicht notwendig. Autofahren in den großen Städten des Zentraltals ist das Grauen. Ein Navi-Gerät könnte Abhilfe schaffen. Ausserhalb vom Zentraltal: Pura Vida.

Die Welt der Blattschneiderameisen ist hoch interessant. Trampelt nicht achtlos auf ihren Pfaden herum, sondern beugt Euch zu ihnen hinunter und begebt Euch auf Augenhöhe mit ihnen. Es lohnt sich.

Ich hoffe, Ihr habt Anregungen für Eure eigene Reise aus meinem Reisebericht erhalten. Oder zumindest, dass ich Euer Fernweh mal in eine andere Richtung gelenkt habe. Würde mich freuen.

Bis demnächst mal wieder
JP

4 Wochen Costa Rica im Nov/Dez 2021 von JP K

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/301073-4-wochen-costa-rica-im-nov-dez-2021

Stand: letzter Berichtsteil vom 19. März 2022

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