4 Wochen Costa Rica oder die Dokumentation der Regenwaldentlaubung
so sollte der Titel eigentlich heißen, aber anscheinend ist er zu lang für das Titelfeld
Wir sind zurück aus Costa Rica. Wer Lust hat auf meinen Reisebericht, ist herzlich eingeladen hier mitzulesen. Die Farben versprechen Abwechslung vom ocker-braun namibischer Wüsten
Costa Rica kann auch mit richtigem Schietwetter aufwarten…
…und es gibt andere Sichtungen…
… bei denen auch den kleinen Tieren eine Bedeutung beigemessen wird.
Unsere Reiseroute ging über 1.650 km:
Hinflug: 16. November, Rückflug: 16. Dezember 2021 2 Nächte San Jose – Holiday Inn 4 Nächte Tortuguero NP – Pachira Lodge 5 Nächte La Fortuna – Baldi Hot Springs Resort 3 Nächte Boca Tapado – Laguna del Lagarto Lodge 2 Nächte Monteverde – Country Lodge 4 Nächte Quetzales NP – Savegre Hotel 4 Nächte Corcovado NP – Laguna Vista Villas 3 Nächte Dominical – Hotel Villas Rio Mar 3 Nächte Orosi Tal – Casona del Cafetal
Teil 217. Jan. 2022
Erstmal vorneweg einige Erläuterungen:
Die letzten 3 großen Fernreisen waren auf das afrikanische Festland, Safari in Namibia, Botswana und letztes Jahr Tansania. Wir müssen mal von diesem Kontinent der großen Tiere loslassen, ansonsten wissen wir die kleineren Tiere gar nicht mehr zu schätzen. Mit Costa Rica hatten wir schon einige Zeit geliebäugelt, ohne groß eine Vorstellung davon entwickelt zu haben, was uns dort erwarten wird. Ausserdem war die Einreise nach Costa Rica zu Corona-Zeiten äusserst unproblematisch. Viele andere Länder verlangen trotz Impfung mehrere PCR-Tests und zusätzliche Quarantänezeiten, sofern sie einen überhaupt ins Land lassen. Für die Einreise nach Costa Rica muss mal online ein Einreiseformular ausfüllen (https://salud.go.cr/) , dort ist auch der Impfnachweis hochzuladen. Es erfolgt keine Validierung der Angaben, sondern man erhält sofort einen QR-Code, den man am Flughafen vorzeigen muss. Danach kann man sich frei im Land bewegen, wir mussten diesen QR-Code in San Jose im Hotel und im Museum vorzeigen, danach nie wieder.
Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir sehr kurzfristig gebucht, auch wegen einer anderen Reise meiner Frau in ihre Heimat. Wir haben erst Ende Oktober gebucht, alles in einem Rutsch an einem einzigen Abend, wir saßen ca 3 Stunden am Rechner und haben Flüge, Mietwagen und Unterkünfte im Internet gebucht, alles ohne Reiseveranstalter. Rückblickend kann ich sagen, dass ein Reiseveranstalter als Zwischenschalte auch nicht notwendig ist, ich würde es wieder so machen.
Anregungen für die gewählte Route kamen überwiegend aus dem Internet (70%), dem Reisebericht von Bettina aus diesem Forum (20%) sowie abschließend bzw. wie zur Bestätigung meiner bereits abgeschlossenen Planung von unseren Nachbarn (10%), die vor 2 Jahren eine ähnliche Route befahren hatten. Costa Rica ist ein kleines Land, trotzdem habe ich schnell gemerkt, dass eine Auswahl an möglichen Zielen notwendig ist, man nicht alles bereisen in einem Rutsch, dazu geht es nicht schnell genug auf den Strassen vorwärts. Es wird also ein zweites Mal geben.
Als Auto hatte ich ein 2-WD gebucht, auch um die Kosten der Reise zu begrenzen. Das Auto stellte sich als ausreichend heraus, ein 4-WD war nirgendwo notwendig. Auch wenn es teilweise auf Schotterpisten steil hoch bzw. abwärts ging, die Gefahr im Sand stecken zu bleiben wie in Afrika bestand kein einziges mal. In meinen Mietvertrag hatte ich erst nach Ende der Reise geschaut, und siehe da, auch das Kleingedruckte stellt kein Hindernis dar: einzig Fluss-Durchfahrten und Fahrten über einen Strand waren vertraglich verboten. Bei viele Nebenstrassen war ich mir nicht sicher, ob es Schotter war oder weggebrochener Asphalt, auf dem ich fuhr. Lediglich die letzten 40km auf der Osa-Halbinsel waren üble Buckelpiste wie in Tansania, für diese kurze Strecke habe ich dann auch deutlich über 2 Stunden benötigt.
Tja, das Wetter
Nicht jeder lässt es einfach an sich abperlen…
…einigen setzt der Regen ganz schön zu
Nach den vielen Internet-Recherchen bin ich zum Eindruck gekommen, dass bis Mitte November Regenzeit ist, und spätestens Anfang Dezember die Trockenzeit beginnt. Trugschluss. In Tortuguero wurde uns gesagt, eine fest definierte Regenzeit gibt’s nur jenseits der Berge, an der Karibikküste regnet es immer, bis zu 7 Meter im Jahr. Dort hatten wir übrigens das beste Wetter, es regnete nur nachts. In Boca Tapada hiess es, die Trockenzeit lässt auf sich warten, und im Orosi-Tal verstieg man sich zu der Aussage, dass das hiesige Mikroklima keine festen Regenzeiten kenne, denn man sei nahe eines Gebiets, in dem es ebenfalls 7 Meter pro Jahr regne. Zusätzlich waren wir in Monteverde, das ja immer in klitschnassen Wolken gehüllt ist. Man sollte also Regen mögen und einen wasserdichten Poncho dabei haben, wenns einen nach Costa Rica zieht.
Qualität der Bilder: Mit den Vollformat-Kameras kann ich nicht mithalten, ich fotografiere mit Olympus; das olympische m43-System hat einen Bildsensor, der nur ¼ der Fläche eines Vollformatsensors beträgt und muss daher physikalische Nachteile gegenüber Vollformat akzeptieren. Hier sind Kompromisse notwendig zwischen möglichst niedriger ISO und möglichst niedriger Verschlusszeit. Die meisten Wildlife-Bilder in Costa Rica entstehen im Wald, d.h. der Lichteinfall ist nicht grade üppig selbst bei strahlendem Sonnenschein. Wir hatten häufig Regen, so dass ich teilweise bis ISO 3200 hochgegangen bin – da lachen die Vollformat-Besitzer drüber, aber beim m43-System verlieren die Bilder erkennbar an Detailschärfe, dies ist bei Vögeln insbesondere im Federkleid und bei Tieren bei den Fellhaaren zu sehen, es sieht verwaschen aus. Glücklicherweise verfügen die Oly-Kameras über gute Sensorstabilisatoren, daher sind viele Bilder auch mit Brennweite bis 840mm KB aus der Hand ohne Stativ mit verhältnismässig langen Verschlusszeiten aufgenommen. Ich hatte ausserdem ein 3-Bein-Stativ und zum Wandern ein Einbein-Stativ dabei und habe beide sehr ausgiebig genutzt.
Ich bin ein Einzelbild-Knipser aus Gewohnheit, ich stelle nie auf Dauerfeuer. Der Nachteil dabei: die meisten Vogel-Bilder zeigen die Vögel statisch im Ansitz, es wird kaum Action gezeigt. Vielleicht muss ich da mal mit der Zeit gehen, an Speicherkapazität mangelt es ja nicht.
Ich habe zwei Olympus-Kameras mitgeschleppt, so dass ich nicht ständig die Objektive wechseln muss. Trotzdem, es geht noch bequemer: das Smartphone tritt immer stärker in mein fotografisches Leben ein, es ist noch viel bequemer als eine Kamera aus dem Rucksack zu pulen, denn es ist in der Beintasche immer griffbereit. Die Bilder aus dem Smartphone sind qualitativ zumeist schlechter als aus den Systemkameras, aber zur Dokumentation reicht es, und häufig kommen sie erstaunlicherweise mit Zwielicht unter Bäumen besser zurecht als die grossen Kameras. Also, ich zeige auch Smartphone-Bilder (Samsung S10e).
Was ich gelernt habe auf dieser Reise: man kann nicht genug Bilder schießen, man weiß erst hinterher, was das beste Bild ist – also draufhalten was das Motiv hergibt, d.h. solange es geduldig sich ablichten lässt, und bei den unstetigen Lichtverhältnissen immer die Belichtung variieren. Erst bei Betrachtung der Bilder am mitgenommenen Tablet habe ich gesehen, was das Resultat war, da reicht das kleine Kameradisplay nicht aus.
Tier- und Vogelbestimmung: wir haben ca 90 verschiedene auf Fotos dokumentierte Vogelarten gesichtet, dazu kommen sicherlich nochmals über 20 Sichtungen, die nicht auf Fotos festgehalten wurden, weil zu gewöhnlich (zB Tauben, weisse Reiher, schwarze Drossel, Schwalben) oder weil hinter Zweigen/Laub versteckt. Ich habe mir Mühe gegeben, alle Vögel auf den Fotos zu bestimmen, falls mir dabei Fehler unterlaufen sein sollten, nehme ich gerne Hinweise und Korrekturen auf. Einige Vögel konnte ich nicht bestimmen, ich hoffe Ihr helft mir an den entsprechenden Stellen. Immerhin haben wir damit mehr als 10% aller in Costa Rica vorkommenden Vogelarten gesehen, das finde ich eine ordentliche Ausbeute. Den Rest schaue ich mir dann beim zweiten Besuch an.
Generell sollte man Fahrten nach Eintritt der Dämmerung vermeiden, da die Strassen in ländlichen Gebieten unbeleuchtet sind und es einige Fahrradfahrer und Fussgänger gibt, die ebenfalls kein Licht haben. Ich fand das sehr unangenehm, da kann man leicht jemanden über den Haufen fahren. Ausserdem sieht man die Schlaglöcher und Speedbumps nicht rechtzeitig. Wir hatten so einige Fahrten in der Dunkelheit, es liess sich nicht vermeiden, das war kein entspanntes Fahren.
Der Verkehr in und um San Jose ist die Hölle trotz Restriktionen, es geht teilweise nur im Schritttempo voran. Am besten am Tag des Abflugs sehr zeitig aufbrechen, es dauert dann doch 2 Stunden länger als geplant. Wir haben für die 60km vom Orosi-Tal zum Flughafen knapp 4 Stunden benötigt. Ein Navigationsgerät mit zu mieten macht für dieses Ballungsgebiet sehr viel Sinn, denn Strassennamen sind ausserhalb des Stadtzentrums von San Jose nicht üblich. Wir hatten kein Navi dabei und sind dann im Strassengewirr von San Jose und Cartago herumgeirrt. Ausserhalb dieses Central Valleys sind wir gut mit einer altmodischen Landkarte zurecht gekommen. Die Ticos kommen gut ohne Navi klar, wir hatten einige Male in San Jose und Cartago nach dem Weg gefragt, sprachlich zwar nichts verstanden (wir können kein spanisch) und trotzdem versucht ihren Anweisungen zu folgen und wir kamen dann immer ohne Umwege direkt ans Ziel.
Die Strasse ab Cabo geht in Sand über. Zuerst ist die Landschaft flach wie ein Fernseher, später wird es hügelig, während die Fahrpiste auf ganzer Länge durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. Ein Ausweichen der Schlaglöcher ist nicht möglich, da sie auf der ganzen Breite vorkommen. Eine Palette rohe Eier auf der Rückbank ist am Ende der Fahrt definitiv Matsch. Wir haben die Hinfahrt in der Dunkelheit gemacht, das war kein Spass. Zurück sind wir dann morgens gefahren, wir hatten gute Sicht und wussten, was auf uns zukommt, das war dann "a piece of cake". Das Hotel hatte uns tatsächlich 4WD empfohlen, ich hatte aber schon entschieden, dass es auch mit 2WD gehen muss.
Hier kommt ein Bild vom ersten Kilometer nach Cabo, dort gibt es noch keine Schlaglöcher
und hier kommt ein Bild aus Monteverde, man kann die Schlaglöcher gut sehen, und ab Cabo ist das dann genauso.
Schlaglöcher kommen auch auf ansonsten gut asphaltierten Hauptstrassen vor, es sind dann unvermittelt auftauchende Einzelschlaglöcher, die durchaus 30cm tief sind. Bei Tageslicht und bei 80km/Std kann man denen aber noch ganz gut ausweichen, der Verkehr ausserhalb des Central Valleys ist sehr dünn. Netterweise sind solche einzelnen Schlaglöcher durch mit Kreide gemalten Vierecken gekennzeichnet - man sollte als Fahrer also nicht nur die schöne Landschaft bewundern sondern häufiger mal schauen, was die Strasse so an Abwechslung zu bieten hat.
Der Weg nach San Gerardo de Dota, abgehend von der Panamericana Route 2 hat es auch in sich, die Strasse windet sich steil nach unten über 700 Höhenmeter, man ist ständig auf der Bremse. Ich hatte den Eindruck, dass die Bremsleistung am Ende nachgelassen hatte.
Dagegen ist die Sandpiste nach Boca Tapado völlig problemlos, kaum Schlaglöcher, sehr gut befahrbar. Die ganze Strecke ist so wie auf diesem Bild
Es macht Spass, die Panamericana zu fahren, aber man muss mit LKW rechnen, die mit teilweise weniger als 30 km/Std die Berge hochschleichen, und die Stecke ist einspurig. Von San Jose aus kommend, geht es über zig Kilometer nur bergauf, da haben wir stundenlang hinter den LKWs gehangen. Und hat man einen überholt, ist der nächste nicht weit. Also auch hier viel Zeit einplanen.
Gruss JP
Teil 422. Jan. 2022
Tortuguero Nationalpark Tag 1
Der Tag beginnt früh, denn wir werden abgeholt um 6:45 Uhr an unserem Hotel in San Jose, pünktlich wie die Maurermeister. Der Bus macht seine Runde in San Jose und holt jeden einzelnen von seinem gewünschten Ort ab, wir sind die vorletzte Station, die anderen mussten also schon erheblich früher bereit sein. Alles sehr ordentlich organisiert, keiner hatte irgendwelche Beschwerden zu melden. Unser Arrangement bestand aus 4 Übernachtungen all inclusive, was auch den Pick-up in San Jose beinhaltete. Da ich ohne Reiseveranstalter gebucht hatte, traute ich der Organisation nicht blind, und schrieb eine Mail die Lodge möge doch bitte Pick-up und Drop-off Zeiten mitteilen, damit ich die übrigen Planungen darauf einstellen kann. Die Antwort kam 2 Tage später, und alles verlief wie bestellt. Alternativ zu diesen all-inclusive-Lodges, von denen es in Tortuguero mehrere zur Auswahl gibt und die nett am sogenannten Canal liegen, also den gewundenen letzten paar Kilometern vor der Mündung ins Meer, besteht die Möglichkeit, preiswerte Unterkünfte in Tortuguero Town direkt am Meer zu buchen, Restaurants in Anspruch zu nehmen und Zusatzleistungen wie Ausflüge oder Kanus selbst zu organisieren. Bei unserer Buchung war dies schon mit inklusive. Das Rauschen der Meereswellen haben wir aber auch in unserer zweiten Reihe deutlich gehört.
Die Busfahrt ging über die Bergkette ins Tiefland nahe der Küste. Ein Frühstückstop in einem Restaurant gehörte dazu, dort sahen wir dass praktisch alle Busladungen dort einkehren auf dem Weg hin sowie zurück von Tortuguero. Damit es nicht langweilig wird, hat das Restaurant einen Bananenfeeder für die Vögel und einige Kolibri-Feeder aufgestellt. Die Kameras ratterten ununterbrochen bis zur Abfahrt. Blue-grey tanager / Blautangare
Clay-colored thrush / Gilbdrossel
White-necked Jacobin / Weissnackenkolibri
Die Busfahrt ging weiter, bis wir an den Anlegesteg für die Bootsfahrt nach Tortuguero kamen. Dort wurden wir eingeschifft für eine einstündige Bootsfahrt inklusive unserer Koffer in die verschiedenen Lodges.
Maske auf hiess es in ganz Costa Rica, auch im Tortuguero NP, die NP-Ranger bestanden darauf, dass wir auch auf den offenen Booten die Masken trugen. Die Guides hatten uns immer rechtzeitig Bescheid gesagt wenn Ranger unterwegs waren damit wir einen guten Eindruck hinterlassen können. Die Guides allerdings haben immer und ohne Ausnahme zu jeder Zeit ihre Maske getragen auch im tiefsten Dschungel, sie wollten eine Kündigung nicht riskieren.
Auf der Fahrt gab es die ersten Tiersichtungen, neben dem allfälligen Croc auf einer Sandbank gab es einen Grossen kleinen Ameisenbär (Tamandua) auf einem Baum zu bestaunen
An der Lodge angekommen, gab es Mittagessen und wir haben unsere Zimmer bezogen. Nachmittags haben wir dann einen Ausflug zur Tortuguero Town mitgemacht, mit dem Boot ging es schräg über den Kanal, in 5 Minuten waren wir da. Gleich hinter dem Bootssteg wurden wir vom lauten Krächzten der Green Macaws/Soldatenaras begrüsst. Ein besseres Photo gibt’s heute nicht, ich stand unten und die Vögel waren in den Bäumen weit über mir.
Der Guide wies uns auch auf ein Faultier hoch oben in den Baumwipfeln hin. Hätte ich nie selbst entdeckt, ich hätte nie so angestrengt lange in die Baumkronen gestarrt, bis ich so ein Tier zu Gesicht bekomme, und dann war es auch nur durch das Teleobjektiv erkennbar. Auch zu den anderen Gelegenheiten, bei denen wir auf ein Faultier gestossen sind, hätte ich nie die Wollknäuel selbst entdeckt, sie hocken in der Regel regungslos an einer Astgabel und sehen auch nach mehrmaligen Hinsehen wie eine Verdickung des Geästs aus.
Ausserdem waren ab dem späteren Nachmittag die Heerscharen an Geiern in der Luft auffällig, die über dem Strand auf- und abflogen. Uns wurde erläutert, dass die Schildkröteneier bald reif zum Schlüpfen sein werden, die Geier warten schon darauf, dass sie die kleinen frisch geschlüpften Krötlein vom Strand pflücken können. Geschlüpft wird ab Dezember bis Mai. Es sind übrigens Raben- und Truthahngeier, die den Strand patrollieren. Great-tailed grackle / Dohlengrackel
Tropical kingbird / Königstyrann
In den Bäumen in der Wohnsiedlung hielten sich auch Spieder Monkeys / Klammeraffen auf, dies war das einzige Mal auf dieser Reise, dass sie mir den Gefallen taten und für ein Photo relativ still hielten.
Da von Sabine gewünscht, hier noch ein Bild vom Inneren unseres Zimmers. Die Hütten waren auf Holzstelzen gebaut und beherbergten je Hütte 4 Zimmer. Ich schätze, die Lodge hat an die 100 Zimmer, der Restaurantbereich war entsprechend sehr groß. Das Essen der Lodge war keine Offenbarung, aber auch nicht schlimm. Es gab zu jeder Mahlzeit Buffet-Style aus großen Behältern für die Massenabfertigung. Man hielt sich nicht länger im Spreiseraum auf als nötig.
Die Flussarme des Fluss-Deltas wurden übrigens tatsächlich zu Kanälen ausgebaut, damit das Holz leichter abtransportiert werden konnte. Jetzt besteht der Nationalpark aus aufgeforstetem Wald und Holzwirtschaft ist verboten.
Teil 524. Jan. 2022
Tortuguero Nationalpark Tag 2 Morgens um ca halb fünf wurden wir freundlich geweckt. Nein, das Tagesprogramm beginnt noch nicht, aber die Howler Monkeys sind der Meinung, sie müssen Ihre Gebietsansprüche gegenüber den ersten Motorbooten des Tages lautstark durchsetzen.
Heute ist Nationalparktag, wir haben insgesamt 2 Freifahrten auf dem Boot, die wir an einem Tag nehmen, denn dann fallen nur einmal Nationalparkgebühren an. Früh um 6:00 Uhr beginnt unsere erste Tour und dauert etwa 2 Stunden. Die Sichtungen machen der Guide und der Skipper vorne, kaum eine Chance für die Passagiere etwas vor den beiden zu entdecken.
Pale Billed woodpecker Grüner Leguan
Semiplumbeous hawk
Unsere erste Tukan-Sichtung, ein Keel-Billed Tucan / Fischertukan, hoch oben in den Bäumen. Man weiss ja nie, ob wir nochmal diese schönen Vögel zu Gesicht bekommen werden, also Foto machen auch wenn er noch so weit weg ist. Diese Sorge stellte sich aber als gänzlich unbegründet heraus. Northern Jacana Grüner Basilisk
Wattled Northern Jacana juvenile Purple Gallinule / Zwergsultanshuhn noch ein Basilisk
Die winzig kleinen Proboscis Bats (Nasenfledermaus) hingen am Gebälk einer Bootsanlegerüberdachung.
Zurück an der Lodge gibt’s Frühstück. Die Lodge hat einen eigenen Naturpfad, etwa 1 ½ Kilometer lang, auf dem Führungen angeboten werden. An diesem Tag bin ich einfach mal auf eigene Faust losgegangen, allerdings traf ich dann schnell auf insgesamt 3 Gruppen, kein Wunder dass sich kein Tier blicken lies. Insgesamt allerdings, und das nicht nur hier, waren die Ausflüge in den Wald ohne Guide nicht sehr ergiebig von den Sichtungen her, der Wald verdeckt vor lauter Bäumen jedes Getier, eine Weitsicht wie in der afrikanischen Savanne ist nicht gegeben. Zumindest auch ohne Gebrüll sind die Howler Monkeys auf dem Gelände schnell ausfindig zu machen. Die sind an die Menschengruppen gewöhnt und geben keinen Laut mehr ab tagsüber. Diese Fotos sind an der Waldgrenze am Lodge-Pool aufgenommen.
Blaue Landkrabbe
Teil 624. Jan. 2022
Der zweite Tukan der Reise (es werden noch viele mehr folgen, aber das weiß man ja nicht, wenn man noch nie in diesem Land war), wieder ein Keel-billed Toukan, hockte in einer Palme am Pool. Eine Gruppe von Leuten erfreute sich einige Zeit seines Anblicks, bis ein paar junge Mädels mit ihren Smartphones vorbeikamen und von dem Vogel Fotos schiessen wollten; aufgrund der geringen Brennweite muss man natürlich nah ran ans Motiv… das wars mit dem schönen Anblick. Gartered Trogon female Weiter auf dem Lodgegelände. Die Manakins, hier ein white-collared Manakin / Weißbandpipra, sind berühmt wegen ihrer aufwändigen Balztänze. Dieses männliche Manakin schiesst sich von Baum zu Baum hin und her, es gibt Videos davon auf YouTube, die sind sehenswert. Wenn die männlichen Manakins mit den Flügeln schlagen, macht das einen Sound wie bei einer Knallerbse oder einem überspringenden Funken, teilweise auch ratternd mehrfach hintereinander. white-collared Manakin female
Slaty-tailed Trogon Der lodge-eigene bare-throated tiger heron / Nacktkehlreiher hielt sich immer am Bootsanleger auf und starrte ins Wasser.
Nachmittags ging es wieder auf Bootstour im Nationalpark. White-faced Capuchin / Kapuzinerallen
Die Pachira Blüte, namensgebend für unsere Lodge und Geruchsgrundlage für Parfums Little blue Heron
Kaiman
Teil 725. Jan. 2022
Tortuguero Nationalpark Tag 3 Es ging mit dem Boot zum kleinen Berg bei der Kanalschleife, dort gab es die kleinen Jeans-Frösche sowie einen Überblick über den Kanal. Das Boot machte kurz nach dem Start einen kleinen Schlenker, da der Bootsführer einen grünen Basilisken sehr fotogen an der Kaimauer einer nahen Lodge entdeckt hatte. Das Foto ist freihändig auf einem wackligen Boot im Stehen bei 840mm Brennweite entstanden, für den Bildstabilisator kann man Olympus auch mal loben. Leider ist der Strawberry poison dart frog (Erdbeerfröschchen) verwackelt, weil es im Wald am Berg dann arg dunkel war. Es werden aber noch bessere Bilder später kommen. Die Frösche sind winzig, und obwohl sie so fotogen sind, sind sie nicht leicht zu erkennen wegen ihrer Winzigkeit. Aussicht auf dem Berg
Die Geier kreisten am Berg, auf Augenhöhe am Aussichtspunkt. Hier ein Black Vulture / Rabengeier.
Wieder in der Lodge
Great Kiskadee Chestnut-sided Warbler female /Gelbscheitel-Waldsänger Purple-throated Fruitcrow / Purpurbrustkotinga. Die purpurne Brust des Männchens ist bei sehr genauem Hinschauen erkennbar, er singt seine Gattin grade aus voller Kehle an Die Lodge hatte einen recht geräumigen Pool, der kaum benutzt wird, weil die Gäste normalerweise nur 2 oder 3 Nächte bleiben und neben An-und Abreise volles Programm haben. der Lodge-eigene Leguan
Teil 825. Jan. 2022
Nachmittags bin ich wieder nach Tortuguero Town gefahren, meine Frau blieb in der Lodge, sie hat es nicht so mit den Fotos. So konnte ich ausgiebig und in Ruhe meinem Hobby nachgehen. Das Faultier hatte den Baum gewechselt, der Guide wies auf die Stelle im Baum hin wo es jetzt hing, ich habs auch mit Hilfe des Teleobjektivs gefunden, aber ein gutes Bild war bei bestem Willen nicht möglich. Dann halt von diesem juvenilen Basilisken.
Worauf ich in Vorbereitung dieser Reise eine besondere Vorfreude entwickelt hatte, waren die Leaf-cutter ants / Blattschneiderameisen. Sie sind eigentlich überall im Land anzutreffen, nur im höheren Gebirge ab 2.000m scheinen sie sich nicht wohl zu fühlen. Die ersten Vertreter ihrer Art liefen uns am Bootsanleger in Tortuguero über den Weg. Man kann diese kleinen Tiere gar nicht übersehen, denn trotz ihrer geringen Größe machen sie durch ihre über ihrem Körper getragenen, meist grünen Last auf sich aufmerksam, und wenn man sie trifft, dann sieht man gleich tausende auf ihrer Strasse dahin laufen – der Wald scheint in Bewegung zu sein. Die Ameisen scheinen sich am Geruch ihrer Artgenossen zu orientieren, denn kommt eine Ameise vom rechten Weg ab, irrt sie orientierungslos umher.
Sie wurden beim ersten Anblick auch meine fotografische Obsession, denn es war eine Herausforderung sie auf den Sensor zu bannen. Meine 840mm fungierten als Makro, das geht bei dem Oly-Objektiv, da die Naheinstellungsgrenze bei nur 1,4 Metern liegt. Die Ameisen hielten aber nicht still, sondern sie rannten mit ihren Blättchen mit einer irren Geschwindigkeit durch den Bildausschnitt, so dass ich zunehmend verzweifelte. Da hilft nur: auf gut Glück draufhalten und hinterher die halbwegs brauchbaren Fotos selektieren. Bei den Kolibris ist es übrigens nicht anders.
Diese Ameisen können das zehnfache des eigenen Gewichts tragen. Wenn ich das könnte, wäre ich mit meiner Mittelgewichtsklasse mit weitem Abstand Olympiasieger beim Superschwergewicht und würde den aktuellen Weltrekord (265kg) um ein vielfaches übertreffen. Und so ein Gewichtheber rennt noch nicht einmal durch den Wald mit seiner Hantel über der Schulter.
Ich reiße mich von dem Gekrabbel am Boden los und schaue in den Himmel. Über dem Strand kreisen wieder die Geier und halten Ausschau, hier die Sandkuhlen der Schildkröten, die Objekte der Begierde. Der Strand war durchzogen von den Sandkuhlen. Noch wenige Wochen oder Tage, dann geht das große Gerenne ums Überleben der Kleinen los.
Wer eine Schildkröte tötet, hat mit bis zu 3 Jahren Haft zu rechnen, erklärte uns der Guide. Diese Strafe gilt übrigens nicht für die Jaguare, die nachts den Strand nach Schildkröten absuchen in der Eiablage-Saison. Trotz dieses Risikos, so meinte unser Guide, landen immer noch einige Schildkröten in den Küchen der Einheimischen. Apropos Jaguare: wir haben leider keinen gesehen. Der Guide meinte, die ziehen sich eher zurück in das Innere des Nationalparks, südlich von Tortuguero Town, und dort dürfen die Touristenboote nicht hinfahren. Na toll. Immerhin soll es in diesem Nationalpark wieder etwa 25 Jaguare geben, vor einigen Jahrzehnten waren sie wohl fast verschwunden. Augen auf, vielleicht habt ihr ja mehr Sichtungsglück.
Ahhhhhrrghh – ich stürze ab! Egal wo in Costa Rica, wenn man gen Himmel schaut, ist es eigentlich nicht möglich, keine Geier zu sehen. Sie kreisen überall, ob am Meer, über landwirtschaftlich genutzter Fläche oder in den Bergen. Man kann ihnen nicht entkommen. Dabei sind sie nicht einmal majestätisch, sie sind relativ klein und benötigen viele Flügelschläge bei ihrem Flug, ihre Gleitphase finde ich relativ kurz.
Tortuguero Town
Teil 927. Jan. 2022
Tortuguero Nationalpark Tag 4 Der Tag plätschert so vor sich hin, kein gebuchtes Programm, Pool am Vormittag und nachmittags wieder Tortuguero Town. Und weil‘s so schön ist (zumindest für mich), kommen noch ein paar Ameisen-Photos als Bonus. Andere posten 12 Elefantenfotos hintereinander, bei mir gibt’s das gleiche in Ameise.
Es ist doch unerhört! Der Kollege müht sich mit dem Tragen ab, und da erdreistet sich eine faule Socke von Ameise, einen Free Ride zu beanspruchen und setzt sich noch oben drauf aufs Blatt – oder? Es gibt in einem Ameisenstaat viele verschiedene Tätigkeiten auszuführen, und es gibt Gruppen, die sich auf den Abtransport der Blattstücke spezialisieren, es gibt die Schneider, es gibt Kundschafter, die geeignete Pflanzen ausfindig machen und eine Duftspur legen. Und es gibt die Wächter, die sitzen während des Transports auf dem Blatt.
Wenn man Wikipedia bemüht, so steht da, dass Wächter die Aufgabe haben, Buckelfliegen während des Transport abzuwehren. So wie King Kong auf dem Empire State Building, der sich gegen Hubschrauber oder Stukas wehren musste. Unser Guide hatte allerdings eine andere Erklärung für die Existenz von Wächtern gegeben: Die Wächter untersuchen die Blätter auf Parasitenbefall, denn die Parasiten befallen in der Folge auch die Ameisen, so dass sie daran zugrunde gehen. Vor solchen Parasiten ist vor allem die Königin zu beschützen. Mmmh, welche der beiden Erklärungen findet ihr plausibler? Mir sind jedenfalls keine Fliegerangriffe auf den Ameisentreck aufgefallen.
Was machen die Ameisen eigentlich mit den Blättern? Nein, nicht selber essen, sondern sie schleppen die Blattstücke in ihren unterirdischen Bau, um jemand anderes damit Nahrung zu geben. Die Ameisen legen in ihrem Bau Pilzgärten an, und dieser Pilz (Leucoagaricus) benötigt als Nahrung diese Blattstücke. Der Pilz wiederum dient als Nahrung für die Ameisen. Die Ameisen sind also Farmer, sie legen Gärten an, hegen und pflegen den Pilz, geben ihm Nahrung, und ernten ihn zum essen. Dafür werden wieder darauf spezialisierte Arbeiter abgestellt.
Tortuguero Nationalpark Abreise Nach dem Frühstück besteigen wir um 9:30 Uhr die Boote, es geht auf dem gleichen Weg zurück wie wir hingekommen sind. Es regnet heftigst, keine Sichtungen während der Fahrt, keine Bilder. An der Anlegestelle angekommen, müssen wir recht lange warten, die Busse mit den ankommenden Gästen sind noch nicht da. Der Regen hat aufgehört, die Zeit bis zur Busfahrt wird mit Fotografieren totgeschlagen. Das Schild lädt natürlich zum Gegenteiligen ein, allerdings habe ich keine Schlange entdecken können. Variable Seedeater male / Mohrenpfäffchen Variable Seedeater female / Mohrenpfäffchen Montezuma Oropendola / Montezumastirnvogel Chestnut-headed Oropendola Der Bus bringt uns wieder zum gleichen Restaurant wie auf der Hinfahrt, es gibt ein leichtes Lunch. Und das Federvieh ist auch wieder da, weil auch wieder mit Bananen gefüttert wird. Red-legged honeycreeper / Türkisnaschvogel Squirrel von hinten. Es mochte sich nicht umdrehen und war irgendwann verschwunden Palm tanager / Palmentangare Passerini tanager male and female / Passerini Tangare Black-cheeked woodpecker - Schläfenfleckspecht Green honeycreeper juvenile / Kappennaschvogel Great Kiskadee - Schwefelmaskentyrann Ruddy ground dove / Rosttäubchen Chestnut-mandibled tucan / Swainson's Tukan rufous-tailed hummingbird / Braunschwanzamazilie
Wir sind dann zu unserem Drop-off Punkt am Flughafen gebracht worden mit dem Bus. Wir waren die letzten, entsprechend lange hat es gedauert. Allerdings stellte sich heraus, dass unser Autovermieter Sixt nicht im Terminal sein Büro hatte, sondern etwas ausserhalb vom Flughafen. Ehe wir dies herausgefunden hatten und ehe wir vom Sixt-eigenen Auto abgeholt wurden und das Auto in Empfang nehmen konnten, war es bereits 17 Uhr, kurz vor der Abenddämmerung. Dann war just auf dem Autobahnstreckenabschnitt vom und zum Flughafen aufgrund von Bauarbeiten (die anscheinend seit einem Jahr bestehen und noch sehr lange weiter anhalten werden) auf beiden Seiten Stau. Wir mussten zuerst in die entgegen gesetzte Richtung auf die Autobahn Route 1, um dann die Seite wechseln zu können, so dass wir in beide Richtungen den Stau jeweils voll mitgenommen haben. Irgendwann gab es ein Hinweisschild zum Vulkan Arenal, dachte aber es wird noch eine zweite Möglichkeit geben, die aber nicht kam. Schon in der Dunkelheit, habe ich die erste Bekanntschaft mit einem immensen Schlagloch auf der Route 1 gemacht. Irgendwann umgedreht, um dann brav den Hinweisschildern zum Vulkan Arenal zu folgen. Die Strecke dorthin war dann tatsächlich gut ausgeschildert, allerdings in der Dunkelheit die erste Fahrt mit dem Mietwagen in Costa Rica ist nicht der beste Einstieg. Schmale Strasse, keine Beleuchtung, Speed Bumps überall, unbeleuchtete Fahrradfahrer und Fussgänger, bergig, teilweise neblig – ich kam um 22 Uhr recht ausgepowert in La Fortuna an. Wir sind dann auch schnell in die Heia und haben uns auf einen entspannten nächsten Tag gefreut.
Teil 1131. Jan. 2022
La Fortuna Der Tag beginnt im Baldi Hot Springs & Spa mit einem guten Frühstücksbuffet. Im Hotel waren viele US-amerikanische Gäste, die mit dem Tragen von Masken nicht allzu vertraut schienen. Eine enddreissiger Mutter wurde im Beisein ihres Sohnes vom Personal aufgefordert, im Restaurant eine Maske zu tragen. Sie tat sehr unschuldig und meinte, sie hätte nicht gewusst, dass hier Maskenpflicht besteht (ihr Sohn hatte eine Maske auf) und daher hätte sie die Maske auf dem Zimmer gelassen. Es hat keine 15 Sekunden gedauert, bis das Hotelpersonal ihr eine frische Maske vor die Nase gehalten hat. So geht das in Costa Rica, ich habe diese kleine Begegnung mit Genugtuung registriert. Ich vermeide das Maskentragen ja selber wo es nur geht, weil ich das nervig finde, aber – wat mutt, dat mutt!
Ich kann nicht sagen, dass das Hotel ruhig ist, es plärrt ständig Musik aus den Lautsprechern der Bar, es ist eher auf Party getrimmt, auch wenn das typische Partyvolk jetzt nicht zu Gast war während unserer Zeit. Jemand, der Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, sollte dieses Hotel meiden und evtl. eine Tageskarte für 40 Dollar erwägen, um die Pools zu nutzen. Trotzdem haben wir uns hier wohl gefühlt mit dem sehr geräumigen Zimmer mit Balkon, Airconditioning, Pools, Restaurant etc. Wir sind täglich mindestens einmal in einen der Pools gestiegen. Jeder der diversen Pools hat seine eigene Temperatur, die zwischen 25 und 45 Grad Celsius liegt. Bei den heissen Pools kommt man sich vor wie in einem japanischen Onsen, nur dass niemand im Baldi ein kleines Händehandtuch auf dem Kopf platziert. Wir hatten 5 Nächte gebucht, entsprechend ruhig haben wir es angehen lassen. Die nächste Unterkunft in Boca Tapada war nicht eher buchbar, daher mussten wir länger im Baldi bleiben als das Gebiet um La Fortuna hergibt.
Das Wetter war durchwachsen, ab und zu ein kleiner Schauer, und die Sicht auf den Vulkan klarte erst nachmittags auf.
Jeder Wanderweg muss hier anscheinend bezahlt werden. Der Vulkan Arenal Nationalpark liegt sehr weit rückseitig von La Fortuna aus, dh man muss an diversen anderen Wandermöglichkeiten, die alle 15 Dollar pP oder mehr Eintritt verlangen, vorbei. Diese privaten Anbieter haben dann neben den Wanderwegen alle möglichen anderen Freizeitaktivitäten im Programm, Ziplines, Quadbikes, Pferde etc. Wir haben uns für den Nationalpark entschieden, außer wandern ist dort nichts im Angebot. Dafür erhält man noch Zugang zu einem separaten zweiten Abschnitt des Parks, am See. Squirrel Cuckoo / Eichhörnchenkuckuck ? Broad-winged hawk / Breitflügelbussard mit Beute
Jeder Wanderabschnitt bietet einen Waldweg sowie einen Lavatube-Weg an, ich glaube da gibt’s keine großen Unterschiede zwischen den Anbietern. Der Vulkan selber darf nicht bestiegen werden, man kommt auf den Wanderwegen nicht näher als bis zum Fuss des Berges. Agouti Crested Guan / Rostbauchguan
Am Parkplatz des Parks hatte ein deutscher Tourist ein Faultier in einem Baum entdeckt, es war sogar aktiv und hat den Baum gewechselt, allerdings war die Sicht durch dichten Busch und Baum weitgehend verdeckt. Bei der Geschwindigkeit, die das Faultier vorlegt, bekommt man fast Mitleid und möchte dem Tier wie bei einem gebrechlichen Greis zu Hilfe eilen. Passerini Tanager female Buff-rumped warbler / Schmätzerwaldsänger
Teil 1231. Jan. 2022
Auf einem Schotterstück angrenzend an eine Strassenkurve haben wir unseren ersten Nasenbär gesichtet. Er scheint dieses Stück Erde gepachtet zu haben, auch zwei Tage später haben wir ihn dort gesehen. Er hat anscheinend eine Geschäftsidee draus gemacht, dort auf Touristen zu warten, eine natürliche Scheu hat er nicht gehabt. Ich denke, es lohnt sich für ihn, sicherlich stecken ihm einige Touris Bananen oder andere Leckereien zu. Ein Rabengeier gesellte sich dazu in der Hoffnung, das etwas für ihn abfallen könnte. Allerdings gabs von uns weder für den einen noch für den anderen etwas.
So sehen die Pools, die bis 22 Uhr geöffnet sind, mit Beleuchtung aus.
Teil 1301. Feb. 2022
La Fortuna, 2. Teil
An einem Tag sind wir zum Rio Celeste gefahren, der in jedem Reiseführer als eines der Must-See Spots angepriesen wird. Allerdings steht dort auch, dass die Farbe des Flusses erst so richtig zur Geltung kommt, wenn es ein paar Tage trocken ist. Wir hatten uns für den Besuch einen Regentag ausgesucht… auch in Costa Rica weihnachtet es sehr
Die markante hellblaue oder türkise Farbe entsteht hier beim Zusammenstossen zweier Flüsse, welches eine chemische Reaktion auslöst und den ph-Wert sinken lässt und so die Farbe beeinflusst..
Auf den Wanderwegen am Rio Celeste sind wir auf sehr viele Reisegruppen aus diversen Ländern gestoßen. Charakteristik einer Reisegruppe: Menschen sind mitteilsam und verursachen in Gruppenstärke viel und lang anhaltenden Lärm von Anfang bis Ende ihres Ausflugs. Versucht gar nicht erst, hier den Waldbewohnern hinterher zu stellen, es wird sich nichts zeigen. Der Weg ist nicht sehr lang, in 2 Stunden Hin- und Rückweg hat man alles gesehen.
Das Werk der Blattschneiderameisen ist auch am Rio Celeste sichtbar. Wenn man so viele Ameisen sieht mit Blattstücken, muss das Blattwerk auch irgendwo herkommen.
Die Königin legt bis zu 2.000 Eier pro Stunde und kann 15 Jahre alt werden. Der Staat umfasst mehrere Millionen Ameisen in einem Bau, dessen Würfelkantenlänge man sich mit 7 Metern vorstellen sollte. Es gibt mehr Biomasse an Ameisen als menschliche Biomasse. Ein einziger Ameisenstaat transportiert täglich etwa so viel Blätter in ihren Bau wie eine Kuh essen kann. Und jetzt stellt Euch alle Kühe Costa Ricas (ca. 1,3 Mio) im Regenwald gefrässig auf Bäumen vor… 🤨 Hier wird Regenwald systematisch und im großen Stil entlaubt, und die Weltöffentlichkeit nimmt keine Notiz davon!
Anderes Thema. Eine Alternative zu dem trubeligen Baldi wäre die Arenal Observatory Lodge & Spa. Das Hotel ist sehr dicht am Vulkan, weit ab vom Trubel der Touristen-Hochburg La Fortuna und hat eine eigene 3km-lange Zufahrt. Ruhiger geht es also nicht. Die Lodge hat eigene 8km lange Wanderwege und wird als der Top-Spot für Birding im Internet besprochen. Für 6 Dollar habe ich mir dort ein Tagesticket gezogen und bin mit der Kamera auf Pirsch gegangen. Die war jetzt nicht so ergiebig, aber schon war es auf dem Lodgegelände allemal, und sollte ich nochmal nach La Fortuna kommen, würde ich hier einchecken wollen.
Central American Ameiva
Die Lodge bietet großflächige Blumenstreifen an, in denen sich alle möglichen Kleinvögel tummeln. Ich habe mich wieder an den Kolibiris versucht, die nichts als die natürlichen Blüten angeboten bekommen, kein Nektartrog aus schnödem Plastik stört die Ästhetik des Prachtgartens. Rufous-tailed Hummingbird / Braunschwanzamazilie
Yellow-faced Grassquit
Es gibt auf dem Gelände Urwald, Klippen, Wasserfälle, Froschtümpel und eine 28 Meter hohe Aussichtsplattform mitten im Wald, um jede Stufe der Baumkrone beobachten zu können. Leider hatte ich nicht die Geduld, an diesem einen Ort auf die Fauna des Waldes zu warten bis sie sich zeigt, denn es gab ja das ganze Areal zu entdecken. Und so wanderte ich auf den ganzen Wegen und habe eher wenig Getier entdeckt, hatte aber trotzdem eine schöne Zeit. Black Phoebe? Unterkünfte der Lodgearbeiter
Abends in La Fortuna in einem Restaurant, der streunende Hund hatte auch Hunger und hat uns dies deutlich zu verstehen gegeben. Es hat ihm nichts genützt. Eingang unseres Hotels
Teil 1403. Feb. 2022
Boca Tapada – Laguna del Lagarto Lodge 95 km vom Baldi Hotel bis zur Laguna del Lagarto Lodge, der Google Routenplaner spuckte 2 Stunden aus. Daraus wurde mehr als das doppelte, zum einen weil wir in Pital den Abzweig nicht gefunden hatten – kein Hinweis darauf welche Strasse in welche Richtung führt, zum anderen weil wir Geld aus dem Bankautomaten gezogen haben. Vor den Bank-Geldautomaten hatten sich eigentlich immer lange Warteschlangen gebildet. Pital entpuppte sich als das Ananas-Verladezentrum der Region, überall auf der Strecke nach Boca Tapada wurde Ananas angebaut, solange wie die Strasse asphaltiert war.
In allen Unterkünften gab es übrigens frisches Obst zum Frühstück incl. Ananas, das sehr lecker geschmeckt hat. Die Strasse ging die letzten 10 km in Schotter über, aber sehr gut mit 2 WD zu befahren. Nur einmal, eine Brücke wurde repariert und wir mussten durch einen flachen Fluss fahren, habe ich die Vertragsbedingungen der Mietwagengesellschaft nicht eingehalten, aber alles ging gut.
Auf dem Weg zur Laguna del Lagarto sahen wir mehrere Aras in den Bäumen, welch eine Farbenpracht. Passerini Tanager / Passerini-Tangare
Bei der Ankunft in der Lodge nachmittags zeigte sich das Wetter letztmalig von der guten Seite. Schnell einchecken und erst mal die große Fotoveranda in Anspruch nehmen. Uns wurde gesagt, dass wir weichen müssen, wenn die Fototour-Gruppen kommen, die hätten Vorrang. Es war aber genügend Platz auch auf der Hauptveranda, von dort hatte man nicht minder schlechte Sicht auf die Futterstellen.
Die Vögel kamen immer in Wellen – wenn die grossen Vögel wie Tukane, Papageien oder Oropendolas kamen, zogen sich die kleinen zurück, und wenn die großen genug hatten und abzogen trauten sich die kleinen wieder vor. Die unumstrittenen Herrscher am Bananenbuffet waren die Oropendolas. So ging es die ganze Zeit hin und her, und es wurde eigentlich nie langweilig. Vor den Oropendolas sind sie alle weggeflogen Red-legged honeycreeper /Türkisnaschvogel
Golden-hooded tanager / Goldscheiteltangare
Die Geier machten da nicht mit, sie sassen abseits in den Bäumen und hatten keinen Appetit auf Bananen. Es gab 2 Futterstellen, es wurden Bananen gegeben: mit Blick auf das Lagunenwasserein ca. 7 Meter hohes Baumkreuz am abschüssigen Hang, so dass die Bananen auf Höhe der Veranda hingen, etwa 4-5 Meter von der überdachten Veranda entfernt, und ein kleineres Baumkreuz auf der gegenüber liegenden Seite der Fotoveranda. Die Futterstellen wurden von einem ungarischen Fotoprofi konzipiert, es liegt auch ein Bildband über alle seine Wildlife-Hides dort aus, die von ihm konzipiert wurden. Ich habe vorhin nochmal recherchiert, ich glaube es war Bence Maté, von dem man im Internet einiges lesen kann. Er hat diverse Fotohides auf der ganzen Welt konzipiert. Er ist jetzt 37 Jahre alt, und als er die Hides im Laguna del Lagarto entwarf, war er erst 23 Jahre alt. Geschäftstüchtiges Kerlchen. Blacked-cheeked woodpecker Great curassow / Tuberkelhokko links red-legged honeycreeper - rechts shining honeycreeper female collared Aracari / Halsbandarassi keel-billed tucan / Fischer-Tukan
Teil 1503. Feb. 2022
Der Guide der Fotogruppe, die dort bei unserer Ankunft die Veranda beschlagnahmte, hat diesen Laughing Falcon / Lachfalke sehr weit entfernt in den Bäumen entdeckt, da habe ich mich dann rangehängt.
Diese Birding-Gruppe ist über den gesamten südamerikanischen Kontinent geflogen für 3 Wochen, um solche speziellen Birding Lodges wie das Laguna del Lagarto anzusteuern. Alles Amateure, die Spass am Wildlife haben mit genügend Kleingeld für das kontinentale Lodgehopping. Meine Oly-Ausrüstung sah wie Spielzeug aus inmitten der ganzen CaNikon-Vollformat-Boliden.
Nach dem Abendessen haben wir die berüchtigte Kaiman-Tour mit dem Guide Henry mitgemacht. Mit 5 Dollar bist Du dabei. Alle seinen Kaimanen hat er Namen gegeben (u.a. Mama Ugly und Eva), und er behauptet unter prustenden Lachen, dass sie ihm aufs Wort gehorchen. Er rief sie einzeln aus der Lagune, und sie kamen tatsächlich aus dem Wasser in Erwartung der Fleischstücke, die Henry dann an seine Haustiere verfütterte.
Die Kaiman-Tour dauerte nur 30 Minuten, wir haben uns nicht weit von der Lodge entfernt.
Teil 1606. Feb. 2022
Boca Tapada, 1. Fortsetzung Der nächste Morgen beginnt, wie der Abend zuvor aufgehört hat: mit Fotografieren auf der Veranda. Überall stehen Stative rum schon um 7 Uhr morgens, und die Vögel sind auch schon aktiv und vollführen die Show, die von ihnen erwartet wird. Summer Tanager Keel-billed Tucan / Fischer-Tukan Chestnut-colored woodpecker / Kastanienspecht buff-thoated saltator / Buntkehlsaltator Shining honeycreeper female / Azurnaschvogel red-legged honeycreeper juvenile / Türkisnaschvogel Collared Aracari / Halsbandarassari Shining Honeycreeper female Green honeycreeper Zwischendurch lässt sich der Nasenbär blicken und räumt die Bananen am kleineren Futterkreuz ab. Die Kameras schwenken auf alles was sich bewegt.
Die Vogeldichte an der Lodge ist schon erstaunlich, denn geht man mal in den Regenwald hinein auf den eigens angelegten Pfaden, trifft man gar nicht auf so viele Vögel. Die Futterstelle ist bei den Vögeln bekannt, hier trifft sich eben die Nachbarschaft und es wird Klönschnack gehalten. Es fing an zu regnen, und unter dem Verandadach wurde es gemütlich. red-legged Honeycreeper female / Türkisnaschvogel blue-grey tanager / Blautangare Shining honeycreeper / Azurnaschvogel green hoenycreeper female Chestnut-mandibled tucan / Swainson Tukan
Teil 1706. Feb. 2022
Die Photoenthusiasten reisen heute ab, allerdings nicht ohne die King Vultures aus dem Photohide heraus abgelichtet zu haben. Sie warten an der Lodge und werden gerufen, sobald die King vultures gelandet sind. Sie waren schon den ganzen Morgen in den Bäumen zu sehen, es dauerte aber, bis sie sich an die Schweineköpfe getraut haben. Während die Rabengeier sich gerne und ständig in den Bäumen auf dem Lodgegelände niedergelassen haben, waren die Königsgeier sich anscheinend ihrer exklusiven Stellung bewusst und zeigten sich nur gegen Bezahlung am Hide. Möglicherweise hatten sie auch noch Termine in anderen Lodges der Gegend. Also weiter die kleineren Vögel ablichten. Keel-billed tucan / Fischer-Tukan Collared Aracari / Halsbandarassari
Montezuma Oropendola / Montezumastirnvogel Yellow-crowned euphonia / Schwalbenorganist red-legged honeycreeper / Türkisnaschvogel Die Photographengruppe zog dann irgendwann ab in den Hide, der etwa 400 Meter von der Lodge entfernt angelegt ist. Ein anderes deutsches Paar und ich warteten dann darauf, dass der Hide frei geräumt wurde, und gegen ein ermässigtes Eintrittsgeld haben wir uns gegen 12 Uhr auf den Weg gemacht. Bei unserer Ankunft waren die Königsgeier wieder in den Bäumen.
Das Federkleid der Rabengeier, die sich bereits bei unserem Eintreffen um das grosse Fressen balgten, war durch den heftigen Regen in bemitleidenswertem Zustand.
Der König überblickte die Szenerie von oben ein juveniler Königsgeier liess sich blicken... ...und brachte den Rabengeiern erst einmal die Hackordung bei
Ein zweiter erwachsener Königsgeier liess sich im Geäst der Bäume am Hide nieder.
Teil 1806. Feb. 2022
Es zeigten sich insgesamt 3 Königsgeier, 2 Erwachsene und ein Jugendlicher, eher nacheinander. Ein King Vulture hackt dem anderen kein Auge aus – dieser Spruch stimmt offensichtlich nicht ganz. Einer der Geier hatte eine leere Augenhöhle, und bei dem anderen sah man auf einer Seite die Pupille in Tropfenform. Serviert wurden übrigens Schweineköpfe an erdiger Schlammsoße.
Tolles Erlebnis, diese aussergewöhnlichen Vögel in aller Ruhe aus dem Hide heraus beobachten und fotografieren zu können. Es war sicherlich eines der Highlights der Costa Rica Reise für mich. So gegen 14 Uhr verliessen wir den Hide in strömenden Regen. Die Königsgeier hatten sich wieder zurückgezogen, und der Platz lag etwas trostlos da, auch die Rabengeier waren weniger als zu Beginn.
Aufgrund des Wetters waren keine Unternehmungen möglich. Gegen Abend ließ der Regen nach, so dass wir uns einer Nachtwanderung angeschlossen haben. Gummistiefel gabs von der Lodge gratis zum Ausleihen, die eigenen Wanderschuhe wären völlig ungeeignet gewesen. Die Lodge-eigenen Wege waren völlig durchnässt und aufgeweicht, und mit meiner Kamera in der Hand bin ich dann auch gegen Ende der Wanderung ausgerutscht und einen Abhang auf dem Hosenboden runter geschlittert. Die Kamera war zwar äusserlich verdreckt, aber blieb ansonsten glücklicherweise unversehrt. Green Parrot Snake Leaf Katydid Dieser Red-eyed Treefrog war leider etwas weit weg für mein kurzes Objektiv. Bessere Fotos von dieser Spezies gelangen mir am Folgetag unter kontrollierten Bedingungen. Maus was ist das für ein Vogel? Unser Guide hatte den Namen zwar erwähnt, ich habs aber wieder vergessen - Great Tinamou Der Regen setzte während unserer Wanderung wieder ein und wurde minütlich stärker. Wir haben Tapirspuren gesehen, den Verursacher dieser riesigen Hufabdrücke leider nicht, er muss wenige Minuten vorher unseren Weg gekreuzt haben.
Teil 1909. Feb. 2022
Boca Tapada 2. Fortsetzung Das Pärchen, das uns zum Vulture-Hide begleitet hatte, hat uns gefragt, ob wir nicht eine Makro-Session mitmachen wollten. Keine Ahnung was auf mich zukommt, habe aber mal aufs Geratewohl zugesagt. So waren wir 4 Personen, wir zwei Männer haben fotografiert, die zwei Frauen haben das Hobby der Männer mit interessiertem Zuschauen und zeitweiser Assistenz (Objektivwechsel, Beleuchtung…) begleitet. Die Lokation war ca. 1 km von der Lodge entfernt, wir sind mit unseren Autos hingefahren, es hat wieder unentwegt aus dem Himmel geschüttet. Der Betreiber dieser Einrichtung scheint mit der Lodge zusammen zu arbeiten, d.h. die Lodge führt ihm die Kunden zu. Wir haben Frösche und Schlangen vorgesetzt bekommen, die er kurzfristig gefangen hatte. Die Frösche wurden nach unserer Fotosession wieder in die Freiheit entlassen, die Schlangen werden anscheinend in einem Terrarium gehalten. Für Natur-Puristen ist das natürlich nix, wenn diese armen Lebewesen gefangen werden nur um mit Fotografen damit Geld zu machen. Aber als Tourist bin ich dann schon froh solch eine Gelegenheit zu erhalten, denn die fotografischen Gegebenheiten sind in der freien Wildnis nicht immer optimal, wenn man denn überhaupt solche Tiere zu Gesicht bekommt. Und mit 20 Dollar war es ein Schnäppchen im Vergleich zum Vulture Hide, wir haben 3 volle Stunden fotografieren können. Strawberry poison dart frog green-and-black poison dart frog
Es war ein schöner Vormittag, es hat geregnet, wir waren unter einem sehr ausladenden Vordach im Trockenen, und wir erhielten ausreichend Besuch von allen möglichen Vögeln, die ebenso wie in der Lodge mit einem Bananenbündel angelockt werden. Die Frösche wurden zwischendurch immer wieder ins Wasser getunkt, danach hielten sie wieder für ein paar Minuten still. Die Poison Tree Frogs hat der Betreiber mit blossen Händen angefasst. Auf unsere Nachfrage meinte er, solange man keine blutende Wunde an der Hand hat, kann einem das Gift nicht schaden. Na denne… Brown-hooded parrot Red-eyed tree frog - Rotaugenlaubfrosch
…dann hatte ich ihn auf dem Kopf. Er fühlte sich recht „sticky“ an.
Eyelash pitviper
Teil 2009. Feb. 2022
Vielen Dank Birgit. Dann gibts jetzt noch ein paar Bilder.
Zu gleicher Zeit hatte ein Holländischer Gast aus der Lagarto-Lodge eine Kolibri Session gebucht. Die Kolibiris wurden fotogen angelockt mit Zuckerwasser, das in die Blüten gespritzt wurde. So konnte ich immer mal wieder einen Kameraschwenk zu den Vögeln machen. Den Holländer habe ich dann gefragt, ob er denn kein Interesse an Makros habe, er könne gerne bei uns mitfotografieren. Er hat nichts weiter gesagt als doch, er mag gerne Makro fotografieren, aber nicht mit einem solchen Setting. Tja, so ist das – Kolibiris mit Zuckerwasser ja, gefangene Frösche nein. Die Kolibiris haben ja die freie Entscheidung, ob sie zum Zuckerwasser fliegen wollen oder den echten Nektar bevorzugen. White-necked Jacobin /Weißnackenkolibri
Ich hatte den Verdacht, dass er etwas genervt von uns war, denn der Betreiber und ein Lodge-Guide gaben uns die gesamte Aufmerksamkeit und wuselten mit unseren Tieren die ganze Zeit rum, was die Kolibris natürlich etwas von den Blumen abhielt. Er war auch nie mit dem Blumen-Setting zufrieden, wurde aber nur ab und an nebenbei für ein paar Sekunden bedient. Der Beweis, dass es immer noch regnet Olive-throated parakeet Hognosed viper /Stülpnasen-Lanzenotter Eyelash pit viper in einer anderen Färbung als oben
Zurück mittags an der Lodge ist das Setting auch das ewig gleiche: Fotografen unter dem Verandadach, Kameras ausgerichtet auf die Futterbäume. Black-cheeked woodpecker / Schläfenfleckspecht Brown-hooded parrot - es regnet immer noch Nasenbär die Profis mit ihren Kawentsmännern im Profibereich... ...die Amateure auf den billigen Plätzen, aber... ...im Restaurantbereich hat man ebenfalls hervorragende Sicht auf die Futterstellen Abends hatten wir am Tisch noch Besuch erhalten von einer Gottesanbeterin.