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Reisebericht · namibia-forum.ch

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! | Botswana '21

von Blende18.2 · September 2021 · 23 Tage · Selbstfahrer · 45 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir reisen zu zweit im September 2021 drei Wochen lang mit einem gemieteten Toyota Hilux samt Dachzelt selbst durch Botswana, eine Woche davon gemeinsam mit befreundeten Selbstfahrern. Die Grenzen sind gerade erst nach den Corona-Sperren wieder offen, und wir sind über weite Strecken die einzigen Gäste: Pisten sind so zugewachsen, dass sie kaum noch als Weg zu erkennen sind, und mehrere Wasserlöcher liegen völlig trocken. Dennoch sehen wir eine ganze Gepardenfamilie aus nächster Nähe, einen Leoparden im Baum, gleich mehrfach Wildhunde und mitten in einer riesigen Elefantenherde unerwartet auch Nashörner. Wieder und wieder verwandeln überflutete Waldpisten und eine ausbrechende Büffelherde unsere geplante Strecke in eine Sackgasse, und wir müssen umkehren und umplanen. Den größten Einschnitt bringt aber unsere mit viel Vorfreude gebuchte Sonderunterkunft an einem privaten Wasserloch in der Panhandle: Es führt nur in der Regenzeit Wasser und ist jetzt nur ein Betonschacht, nachts verwüstet dann ein heftiges Gewitter das offene Zelt, und wir brechen nach nur einer Nacht ab, statt der gebuchten drei. Kurzerhand fahren wir rund 450 Kilometer zurück zum Boteti und verbringen die gewonnene Zeit dort und in den Makgadikgadi-Pfannen.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 102. Jan. 2022

Tatsächlich... Afrika!

Vier Wochen vor der Reise haben wir selber noch nicht daran geglaubt, dass es in 2021 wirklich wieder losgehen könnte. Ein Besuch in Botswana war eher dieser unwahrscheinliche, kaum denkbare Wunschgedanke und plötzlich wurde es zu einer realistischen Option. Irgendwie aber auch nicht mehr... wirklich daran glauben konnten wir erst als wir im Flieger saßen. Sicher waren wir uns erst, als die botswanische Grenze hinter uns lag.

Aber dazu später mehr, ich will mich diesmal gar nicht aufhalten mit einem langen Intro. Viel mehr mit einer kurzen Erklärung des diesjährigen Mottos der Reise. Bei uns baut sich das immer über einen Urlaub auf oder leitet sich aus etwas ab, dass uns den ganzen Urlaub über begleitet hat. Mehrfach haben wir gescherzt über die Reise, dass wir auch einfach "Adventure Tour 2021" drüber schreiben könnten, aber wir haben es immer versucht, wir waren redlich bemüht... egal was kam.

Diese Reise handelt von

- Wasser, wo keines sein sollte
- Herden, in denen wir nicht stehen sollten
- Nähe, wenn wir keine gebraucht hätten
- Orte, wo wir eigentlich gar nicht hin wollten
- Entscheidungen, die wir richtig gut getroffen haben
- Begegnungen und Menschen, die wir im Herzen behalten werden
🙂


Und manchmal, hin und wieder, ziemlich oft oder man könnte auch sagen andauernd… mussten wir entweder feststellen oder uns irgendwann selber eingestehen:



Wartet mal eben, da sind ja 4 Safaristi im Logo?

Gut aufgepasst. Einen guten Teil der Reise verbringen wir nämlich mit Martin und Claudia (im Forum als TinuHH anzutreffen), mit tollen Sichtungen, manchmal zu viel Abenteuer und immer lustigen Gesprächen am Lagerfeuer, oder wie die beiden sagen würden:
"Wir haben immer was zum klönen gehabt."

Wir treffen die beiden im Makgadikgadi Gebiet und reisen von dort eine Woche gemeinsam über die Nxai Pan und Moremi bis hin zur Khwai Concession. Gerade an den Tagen versuche ich mal unsere Sichtweise genauer zu schildern, denn ihr Bericht steht auch schon in den Startlöchern und wir sind sehr gespannt, so manche Situation aus ihrer Sicht nachzulesen. 🤪 😉

Und da die beiden jetzt direkt nachgelegt haben, auch direkt der Link zu ihrem Bericht: Wir sehen uns am Boteti! - RB von Martin und Claudia

Jetzt kennt ihr schon einen Teil der Reiseroute, also wird es Zeit mal die Karte aufzuschlagen und einen genaueren Blick auf unsere geplante Route zu werfen. Im Groben stimmt das eigentlich, aber ein gutes Drittel der Nächte haben wir im Endeffekt nicht dort verbracht wo wir am Abend vorher oder manchmal auch noch Mittags gedacht hätten.



03.09. Hinflug über Nacht
04.09. Voigtland Guesthouse
05.09. Thakadu Bush Camp
06.09. CKGR - Passarge Valley #3
07.09. CKGR - Deception Vally / CKWIL 7 (Ausweichcampsite ohne Ablutions)
08.09. CKGR - Sunday Pan #2
09.-10.09. Khumaga Campsite
11.09. Baines Baobabs #1
12.09. Nxai Pan - Southcamp
13.09. Maun - Discovery B&B
14.-15.09. Moremi - Xakanaxa
16.-17.09. Khwai - Northgate
18-19.09. Moremi - Southgate
20.-22.09. Panhandle - Omogolo Bush Lodge
23.09. Thakadu Bush Camp
24.09. Kalahari Bush Breaks
25.09. Rückflug Abends

Im Gegensatz zu unserer Reise in 2018 haben wir im Khwai umgedreht, dafür aber andere Dinge eingebaut, die wir noch nicht kannten. Natürlich in erster Linie die Zentralkalahari direkt am Anfang. Schön so direkt ins Abenteuer zu starten und etwas ganz Neues zu entdecken. Da kribbelt es direkt vor Aufregung und der Spannungsbogen war direkt ganz oben auf Anschlag. Wenn auch nur für eine Übernachtung, so konnten wir die Nxai Pan einbauen, ohne viel vorweg zu nehmen... wir waren die einzigen Gäste im ganzen Park. Zum Ende der Reise wollten wir das nachholen, was am Anfang der Reise fehlt, Elefanten! 😗 😄

Eine Selbstversorger-Unterkunft, ganz nah am Okavango Delta mit eigenem Wasserloch und einem Deck, von dem man den ganzen Tag Elefanten aus nächster Nähe beobachten kann. Da wir Elefanten so lieben, einfach perfekt und mal mehrere Tage so richtig runterkommen, darauf freuen wir uns. Zusätzlich kann man im privaten Gebiet auch selbständig auf Gamedrives gehen, quasi ein eigenes Areal, nur für einen alleine zum Erkunden.

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So also ist der Plan.
Die Rückbank ist wie immer freigeräumt. Billtong, Mangostreifen und Nutticrust Kekse liegen bereit. Thermoflaschen werden jeden Morgen mit kaltem Wasser gefüllt. Es kann also nix schiefgehen und ihr seid herzlich eingeladen Platz zu nehmen, wenn ihr Lust habt uns auf der Tour, durch unser heiß geliebtes Botswana zu begleiten. 🙂

(danke an M&C für das Bild)


Ein paar Impressionen vorab... das ist ja auch schon eine gute Tradition. 🙂












Lieben Gruß,
Robin & Mara



PS. Wir sind wieder in Botswana, na was habt ihr denn gedacht womit wir uns natürlich den ganzen Tag lang beschäftigen... also ein kleiner Blick ins Tagebuch, quasi ein Sneak-Peak vorab. Die Strichliste wird weitergeführt, wird sind ja, wenn man so will auf einer Mission im Sinne der Wissenschaft unterwegs. 🤪 😄




PPS. Die Sonne ist natürlich auch wieder aktiv.

Teil 203. Jan. 2022

In 4 Tagen...

... müssen wir unsere Reise absagen. Flüge, die Buchungen etc. müssen 4 Wochen vor Abflug bestätigt werden, aber das südliche Afrika wird seitens der EU immer noch als Virusvarianten-Gebiete eingestuft. Wegen Beta, obwohl die Verbreitung seit Monaten minimal ist im Vergleich zu Delta, was sowieso überall ist. Wir alle kennen die Art Urlaub die man als Camper macht... einsamer geht es nicht und die Flüge, bei denen 100% aller Leute einen PCR Test haben müssen halten wir für unproblematischer, als einmal Malle und zurück.

Aber das ist alles egal, es ist Freitag und Dienstag müssen wir mit dem Reisebüro final alles abklären. (es ist auch unsere selbstgesetzte Deadline, irgendwann musss man halt sagen hop oder top) 😕

Wohl dem, der gute Reisepartner gefunden hat, denn für das folgende Bild habe ich sehr lange scrollen müssen...ausgerechnet an diesem Freitag die beste Nachricht die kommen konnte. 🤩



15:31 Uhr schickt mir Martin diese Nachricht, dass am Abend die VV-Gebiete aufgehoben werden. Es ist verrückt, aus einem vagen Wunschgedanken wird plötzliche eine echte Option. Gewissheit stellt sich für uns erst ein, als wir auch die botswanische Grenze im Rückspiegel sehen.

Kaum das Mara durch die Tür ist, wird eine Zitrone aufgeschnitten, der Gin über's Eis geschüttet und ich poste dieses Foto in meinen WhatsApp Status mit dem Text "Yes. B)"



Es dauert gefühlt nur Sekunden da höre ich ein BING! am Handy.

Claudia (hier die CLAX) meldet sich mit: "Wann?, wir wollen ins Kaokoveld und fliegen am 03.09."

"Und ihr fliegt ab Frankfurt?"

"Ja!?"

"Wir sitzen im selben Flieger!" 😁

Im Laufe der nächsten Wochen buchen sich die Claxens in die Reihe hinter uns, PCR Tests werden organisiert, was sich in Deutschland als deutlich einfacher darstellt als in Botswana, wo ich irgendwann die Nummern, Mails und WhatsApp Chats mit diversen Labormitarbeitern von Diagnofirm und Ärzten austausche. In Ghanzi brauchen wir für den Rückweg einen neuen Stopp, auch auf dem Hinweg müssen wir ein paar Dinge umplanen. So kommen wir das erste Mal in Windoek an und bleiben nicht im Hilltop Guesthouse, sondern bei Voigtland. Eine in doppelter Hinsicht gute Entscheidung, wie wir erst viel später feststellen.

Vorfreude
Die wird bei uns so richtig geweckt, als endlich die Voucher alle da sind und wir vom Reisebüro unsere Unterlagen bekommen. Ich will hier keine Werbung machen und da wir unsere letzte Reise mit Reisebüro vor fast 20 Jahren gebucht haben, sind wir sowas nicht gewohnt. Vielleicht sagt ihr uns, dass ist doch Standard, aber wir haben uns so gefreut, weil alles auch so liebevoll gemacht war. Postkarten für die daheimgebliebenen, unsere mittlerweile heißgeliebten Botswana-Armbänder mit einem netten Text dabei. Kofferanhänger aus Leder, alle Sachen mit handgebundenen Bastschleifen zusammengehalten. Ein aktuelles Reisemagazin aus Namibia und und und... 😁 WOW



Irgendwann kommt der Tag, alles ist ready, unsere Testergebnisse kriegen wir Mittags am Abflugtag und schauen unruhig alle halbe Stunde auf's Handy. Da wir uns die letzten Wochen quasi selber isoliert haben, sind die Ergebnisse erwartungsgemäß positiv, also negativ, was ja wieder positiv ist. So verwirrend dieser Irrsinn. 🤨

Die letzten Sachen werden gepackt, als letztes lüftet sich das Technikchaos, dass ich schon seit Tagen versuche in den Griff zu kriegen. Ich habe mir eine Zweitkamera gekauft, die meine "kleine" Kamera als Drittkamera und Immerdabei lässt, so das man auch mal beim Einkaufen etc. Bilder machen kann, die Daheimgebliebenen interessiert sowas immer sehr. Deswegen folgen jetzt auch nur Handybilder! 😛 😄
(toller Plan, perfekt mal wieder umgesetzt, 😣 ich habe nichtmals die Einstellungen bei der neuen Kamera geändert, die ist quasi jungfräulich mitgekommen)



Bis Mittags arbeiten wir noch, dann wird es Zeit den Wagen zu beladen. Wir sind mit den Claxens nahe des Flughafens in Frankfurt zum Essen verabredet und Mara flucht! 😠

"Ich muss den Koffer umpacken, der Reisverschluss ist gerissen!"

Ein prüfender Blick und unter Anbetracht dessen, dass ich meine Tasche schon seit Jahren nur mit sehr viel Garn zusammenhalte (weil viel hilft viel), bin ich zuversichtlich, dass ich das repariert kriege. Nadel, Faden und dann wird genäht was das Zeug hält, bzw. solange an den Riss noch irgendwo Garn passt, aber es hält. 😉

Zum Flughafen ist die Hölle los, überall Stau, auch der geht vorüber. Claudia und Axel sitzen schon im auserkorenen Biergarten und es gibt eine herzliche Begrüßung, breit strahlende Gesichter und riesige Schnitzel. Damit schaffen wir die nächsten Stunden des Flugs.

So ein Flug ist ja immer schnell erzählt, weil entsprechend langweilig, also versuche ich die Passage auch kurz zu halten.

Der Flug... nach Afrika... Yay!
Am Flughafen geht es erstmal in den Duty Free. Noch ist Verkaufsverbot für Alkohol in Botswana, also packen wir ein paar Vorräte ein und nötigen die Claxens auch noch was mitzunehmen. Im Tagebuch lese ich gerade > Dran denken Claxens das Geld zurückzugeben.< ... haben wir nicht dran gedacht! 😮 (Claudia, du hast ne WhatsApp!)

Acht Minuten nach unserem Einkauf schließt der Laden, zehn Minuten später bekomme ich eine Mail unserer Gastgeber von Omogolo. Die kann ich ja beim Gate lesen. "Dear Robin, good news! The Alcoholban is cancelled by monday." 😛 😄

Unterwegs halten wir überall an und es wird natürlich noch ein Wasser für den Flug gekauft, uns läuft der Mann vom Kiosk hinterher als wir schon 50-60m weiter sind und fragt ob wir unseren Koffer stehen lassen haben. Ja... das kann sein. 😗 😏

Langsam glaube ich, dass Claxens ganz froh sind, mit uns beiden Chaoten nur den Flug lang unterwegs zu sein. 😄

Es geht Abends in die Luft und Morgens wieder runter, wie das bei einem Flug eben so ist. Wir schaffen es tatsächlich recht viel zu Schlafen und so vergeht die Zeit auch schnell. Die Sonne scheint in Namibia, Schäfchenwolken am Himmel und die ersten Gabelracken sehen wir schon auf dem Flugfeld. Im Zeitraffer sieht das ca. so aus:

Man beachte bitte die schwarz-gelbe Maskenkombi die Claudia und Axel uns zu Liebe ausgewählt haben. 😁



Auf afrikanischem Boden - Touchdown
Die Sicherheitskontrolle zieht sich hin, vor uns reist eine Familie und mit Kleinkind dauert der Dokumentencheck halt immer länger. Alle Koffer stehen auf einem Haufen herum, sind aber schnell gefunden und dann heißt es wieder anstellen zur Corona-Kontrolle. Unspektakulär, einmal Temperatur messen, Dokumente prüfen... dann noch die Koffer durch den Scanner und wir stehen in der Flughafenhalle. Unsere jeweiligen Fahrer warten natürlich schon, wir haben zwei Stunden vom Flieger bis hierhin benötigt.

Zeit Abschied zu nehmen, einen schönen Urlaub zu wünschen und die unnötigen Weinreserven zurück zu tauschen. 😉

Abgeholt werden wir von Rudolph, mit dem wir letztes Mal unseren Wagencheck gemacht haben. Kontakt hatten wir im Vorfeld, wie immer, mit Kimi und auch vor Ort stellen wir schnell fest, dass SCR dafür gesorgt hat, dass die Leute ihre Jobs behalten haben. Immer wieder habe ich die letzten zwei Jahre nachgefragt ob es allen gut geht und es freut uns immens, dass noch alle bekannten Gesichter vor Ort sind. 🙂

Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Wir werden zusammen mit drei anderen Paaren abgeholt, die aber alle in Namibia bleiben, generell sind wir aktuell die einzigen die nach Botswana wollen.

Wir stehen alle draußen mit Maske, man achtet sehr auf Regeln und Rike geht die Liste durch... "Ihr seid die Müllers, wer sind die Meiers, ahja... euch beide kennen wir und dann müsst ihr wohl die Schmidts sein."

Die Formalien müssen noch erledigt werden, auf unserer Rechnung steht kein Name drauf. Da steht einfach Mr. Haribo. 😄 Na wo sie recht haben, dann kann ich auch die Tasche öffnen und einiges an Kilos Reisegewicht loswerden. Süße Mitbringsel für die ganze Belegschaft. 😉

Zurück bringt noch niemand seine Autos, hier stehen normalerweise immer Fahrzeuge die abgegeben werden.


Aber dafür ist bei der Wagenausgabe gut was los, was uns für alle hier sehr freut. Unsere Wagenübergabe machen wir zusammen mit einem sehr netten schweizer Paar, die wir hätten auch mal direkt nach einer Mailadresse fragen können. Die beiden sind Ersttäter, aber mit genau der richtigen Einstellung unterwegs, merkt man sofort, die beiden sind uns sofort sympathisch und während der Einweisung übernehmen wir ein paar Übersetzungen und Erklärungen, wenn Rudolph gerade schnell wieder was organiseren muss. Wir machen alles an ihrem Auto und gehen danach selber unseren Wagen durch. Das ist der links, nagelneu, gerade mal 50.000km runter und auf neuestem Stand. 😎 (wir werden mehrmals angesprochen, ob das unser Auto ist, viele wundern sich, dass jemand solch neue Autos vermietet)

Besonders freut uns, als wir endlich Henry erspähen. Er schlendert auf uns zu und begrüßt uns herzlich. Er hat zu spät erfahren, dass wir heute kommen, er wollte uns doch eigentlich vom Flughafen abholen. Nicht so schlimm, Hauptsache auch ihm geht es gut und er ist wohlauf. Eigentlich gehört es dazu, dass er einen vom Flughafen abholt, das alleine ist schon ein Highlight und ein Stück dort sein, aber Rudolph hat seinen Job mit viel Humor und Witz auch mehr als gut gemacht.





Mit dem obligatorischen Foto vom Kilometerstand geht es los. Die Koffer lassen wir erst noch vor Ort, die holen wir nach dem Einkauf ab. Es geht zur Maeru Mall, und es fühlt sich wirklich gewohnt an. Der Ablauf ist klar, wir wissen wo wir lang müssen, wir kennen uns aus und der Einkaufsplan ist auch klar. Vor uns parkt ein anderer Camper gerade ein, dass dauert uns zu lange, also wird der erstmal sofort angehupt!!! - Willkommen in Afrika, so macht man das hier. 😈

Naja, mit Claudia und Axel kann man es ja machen. 😄
Die beiden kommen doch tatsächlich zufällig genau mit uns zeitgleich zum Einkauf an. Also doch noch ein verzögerter Abschied.

Die Einkäufe sind schnell erledigt... oder zumindest erledigt. Wir müssen öfters in den Laden rein. Ganz wichtig, wie immer, sind meine Kisten für die spätere Sortierung aller Einkäufe und Organisation auf der Reise. Ich finde schöne Obstkisten aus Namibia, die gute, stabile Kanten haben, na da ist aber einer glücklich! 🤩 😉



So gegen 15:30 Uhr, wo ist nur die ganze Zeit geblieben 🤨 , rollen wir von der C23 auf die Schotterpiste zur Voigtland Farm.




Begrüßt werden wir mit den Worten: "Wir dachten schon ihr kommt nicht mehr und heute Abend gibt es ein schönes, großes Braii." 😉

So spät sind wir doch gar nicht, aber unsere Fleischlieferung ist ganz offensichtlich angekommen und bei dem Blick auf die wunderschöne Farm und Landschaft um uns herum, sind wir das jetzt auch. 🙂


to be continued...


Gruß,
Robin

Teil 304. Jan. 2022

Im Land der lila Zungen

Unser erster Eindruck von Voigtland... hier kann man ankommen. Ein Afrikafeeling stellt sich bei uns eigentlich erst ein, wenn wir nach der ersten Nacht den Wagen starten und die Stadt hinter uns lassen. Hier ist das anders, was bestimmt auch an dieser sehr speziellen Begrüßung liegt.

Nach einem Begrüßungsgetränk und einem kleinen Plausch mit Gaby, in dem sie nochmals augenzwinkernd dem verpassten Braii nachtrauert holt uns Kim ab. Die sehr gut aufgelegte und fröhliche Tochter der Inhaber. Sie nimmt uns mit in den Garten, einen prall gefüllten Korb mit Kameldornbaum-Schoten in der Hand. Zwei,- dreimal sollen wir damit rasseln und schon kommt die hauseigene Rasselbande angeflitzt, also eher behände und erhaben angetrottet. Drei Giraffen leben hier. 🙂

Der Größte Bulle heißt passenderweise Shorty und ist etwas schüchtern. Das wiederum mag die liebe Sofie bei den Männern und ist "in love with him", wie eine neue Stimme hinter uns zu berichten weiß. Antonio gesellt sich zu uns, seines Zeichens der Guide der Farm, ein ausgewiesener Vogelkenner und eine wahre Frohnatur. Eigentlich hat ja Gustav ein Auge auf Sofie geworfen, aber sie hat nur Augen für Shorty und was macht man bei Liebeskummer? - Essen!

Also Zunge raus, gar nicht schüchtern und nach den leckeren Schoten verlangen. 😛



Wir verfüttern den ganzen Korb. Zunge gaaaaanz lang ausstrecken. Schote drauflegen und dann die Zunge eindrehen und es sich schmecken lassen. Yammy. 🤩 Gustav ist wirklich der Vielfrass der Gruppe. Man muss ganz schön aufpassen, dass auch mal ein anderer was abbekommt, denn sein Kopf ist schneller auf dem Weg zur Schote als man Giraffe sagen kann.











Nachdem der Korb leer ist lässt sich Antonio nicht lange bitten, schließlich hat er noch Platz für heute Abend.

"Kommt ihr mit auf einen Gamedrive?" - "Ja sicher!" 🙂

"Super, es geht in 20 Minuten los." 🙄

Oha, weder die Kameras sind ausgepackt, noch sonst was. Wir waren nicht mal im Zimmer bisher. Vor dem Drive und damit nach dem Flug gibt es keine Dusche mehr für uns. Kurz frisch machen, zur Liebe der anderen Gäste wenigstens ein frisches T-Shirt anziehen... wollte ich gerade schreiben, aber die Bilder strafen mich lügen. Dann gab es wohl echt nur eine Deodusche. 🤢 😣

Eine Kamera mit dem kleinen Objektiv dran eingepackt, die andere Kamera für Landschaft ausgestattet, stehen wir pünktlich am Wagen. Kim hat Freunde zu Besuch, Cecille und Lars, die auch mitkommen. Ebenso Arnaud, er ist alleine hier, zum ersten Mal Afrika und macht eine kleine Safari-Rundreise, weil niemand sonst aus seiner Familie Lust auf Afrika hat.

Antonio klemmt sich hinter das Steuer, aber bevor es los geht werden noch seine Regeln erklärt. Er hat eine Vogelkarte dabei, die er mit den Arten der Farm füllt und die Kim ihm immer aktualisieren muss. Wer einen dieser Vögel erkennt UND sagen kann wie er heißt, der erhält einen Punkt. Wer die meisten Punkte hat, der gewinnt.



😗

😉

😄

Er kann es ja nicht wissen, aber wir zählen jeden Tag diverse Tiere nach einem Punktesystem um uns auf Safari vorzubereiten und da gerät er auf diesem Drive an die falsche Adresse. Ein so einfaches Punktesystem lassen wir zum einen nicht durchgehen, zum anderen entwickelt sich auf dieser kleinen Abendrunde eine ganz eigene Dynamik.

Erstmal geht es gemächlich los und raus aus der Farm.



Erste Vögel flattern umher und auch erste Punkte können vergeben werden. Ein Rotbauchwürger kann identifiziert werden, ebenso ein Toko der schnell von dannen fliegt. Aber Antonio ist gnadenlos und wehe dem, der einen Vogel als Punkt ergattern möchte, der nicht auf seiner Liste steht.

"Ne, da gibt es keine Punkte für."

"Dann ist eben die Liste unvollständig!"

Die Meuterei beginnt und wenn jemand einen Listenvogel entdeckt wird derjenige lauthals bejubelt und immer wieder gratuliert zu diesem fantastischen Punkt, derweil wir weiter durch die Landschaft zockeln.



"Da unten bewegt sich was." meldet sich Cecille.

Und tatsächlich, mit dem Fernglas kann man Antilopen ausmachen, die sich von links nach rechts durch die Büsche bewegen. (welche genau, das lässt sich nicht bestimmen)

"Dafür sollte es auch Punkte geben, Cecille hat ja auch noch gar keine." 🙂

"Ne, da gibt es keine Punkte für." 😛

Und ob, Antilopen bringen ab jetzt 5 Punkte, weil die so toll und groß sind. Und wenn man eine sieht, dann wird dem Finder größter Respekt gezollt. So läuft das jetzt. Mit gespielter Resignation und einem Grinsen auf dem Gesicht setzt Antonio den Wagen wieder in Bewegung.

"Kudus!" 🙂



Ein Weibchen UND das zugehörige Männchen, die ich auch beide zusammen auf's Bild bannen kann zum Beweis. Das sind schon wieder 10 Punkte für Cecille. Sie hat einen Lauf. (Na wer hat so gute Augen wie Cecille und entdeckt das zweite Kudu? 😉 )

Im schönsten Licht entdecken wir diesen Kameraden und auch der ist nicht auf der Liste. 😮
Geht nicht, da gibt es einen Punkt für!

Grey Go-away-bird | Grauer Lärmvogel


Wir folgen einem trockenen Flussbett ins Tal runter und es heißt festhalten. Der Motor heult auf und ein paar sehr ruppige Stellen über den kahlen Stein später geht es den Hügel auf der anderen Seite wieder hoch zum Sundowner. Alle aussteigen bitte, wir gehen vorne auf die windumtoste Spitze, da hat es den besten Blick.



Später einmal... da wird das aaaalles dir gehören. 😄


Man sieht tatsächlich einmal über die ganze Farm hinweg, die um die 1900 gegründet wurde und stolze 7.500 Hektar Land umfasst. Zum Sundowner mischt Kim ihren eigenen Sommer-Aperol, sehr sehr lecker und wir lassen ihn uns schmecken, in bester Gesellschaft, sowohl menschlicher, als auch tierischer, denn dieser Dassie-Vogel auf dem Ast genießt mit uns hier oben die Sonnenstrahlen.

"Der zählt, der gibt 2 Punkte!"

"Warum denn zwei?

"Einen extra für den Cuteness-Faktor!" 😛 😄

Rock Dassie | Klippschliefer






Es wird Zeit den Weg fortzusetzen, aber nicht bevor wir ein entsprechendes Langarm-Foto, heißt ich nutze meinen langen Affenarm anstelle eines Selfie-Sticks, zu schießen und als ob es Arnaud im Hintergrund schon gewusst hätte, zeigt er das Victory-Symbol, stellvertretend für zwei Punkte in die Kamera.



Wir ziehen ihn beständig damit auf, dass er noch gar keinen Punkt hat, aber kaum auf der Retour-Runde, den Berg wieder runter, springt etwas aus dem Gebüsch davon und Arnaud ruft: "Antilope!"

Das war zu klein, dass war ein Steinböckchen. Wie viele Punkte bringt das jetzt?

Zwei... wegen dem Cuteness-Faktor. 🤪

Arnaud fängt an zu sammeln, auch wenn die schnellen Böckchen lieber flüchten vor unserer Truppe, so entgeht Arnaud keines mehr, egal wie gut es sich versteckt. Er sammelt sich auf ungeahnte Höhen und gewinnt die Rückrunde haushoch. Obwohl alle durchaus angestrengten Blickes auf Sichtungsjagd sind, sehen wir nur noch zwei Vertreter der regulären Bepunktung.

Auf mein Konto schreibe ich einen

African Hoopoe | Wiedehopf


und Mara diesen

Lilac-breasted Roller | Gabelracke


Wie jetzt, selbst eine Gabelracke steht nicht auf der Liste? - die muss echt überarbeitet werden, gut das die unserer Rechnung nach natürlich trotzdem zählt.

Auf dem Weg zurück halten wir nur noch einmal kurz an, als die Sonne hinter dem Hügel verschwindet, auf dem wir vorhin noch gestanden haben. Ein würdiger Abschluss, den wir mit einer Laola-Welle für Antonio ausklingen lassen, der uns so exzellent durch die Landschaft gefahren und Vögel, Antilopen und Schakale gezeigt hat. (Schakal und sogar Waterbucks, unsere Lieblinge waren auch noch dabei, aber zu weit weg für ein vorzeigbares Foto)

Antonio bedankt sich herzlich und verkündet mit einem breiten Lachen im Gesicht, dass er schon lange keinen so lustigen Gamedrive mehr hatte und bedankt sich seinerseits bei uns allen für die schöne Ausfahrt, die auch ihm sichtlich viel Spaß gemacht hat.




Puhhh... jetzt wird es aber wirklich Zeit für eine Dusche, da müsst ihr aber dann mal kurz draußen bleiben. 😉


to be continued...


Gruß,
Robin

Teil 407. Jan. 2022

Ein kleiner Garten Eden zum Frühstück

Nach unserem Gamedrive sortieren wir uns erstmal kurz und machen wieder Menschen aus uns. Etwas Zeit bleibt um sich noch umzuschauen. Das Ganze Anwesen ist sehr gepflegt und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.



Wir schlendern durch den Garten und schauen an der Mauer noch mal nach den Giraffen, aber keine ist zu sehen. Das ist eigentlich ganz schön, sie können sich zurückziehen und ihr Gebiet ist groß genug, dass man sie nicht wie im Garten stehen hat. Natürlich wissen sie, wann es "das gute Zeug" gibt und sind dann wohl auch immer an der Mauer anzutreffen.

Essen gibt es auf der überdachten Terasse. Stephan, der Eigentümer, kümmert sich erst Mal um den Aperitif. Mara nimmt einen Aperol, aber da hat der von Kim die Nase vorn, ich bekomme einen Gin Tonic für Männer, auch bekannt als Stephans Todesmische. 😣 🙄



Dann verschwindet Stephan in der Küche um das Fleisch vorzubereiten. Wir erwarten eigentlich Simmentaler Rind, denn die züchtet er ja vor Ort. Enttäuscht sind wir dennoch nicht, ganz im Gegenteil. Geräuchertes Eland, fein aufgeschnitten als Carpaccio Variation gibt es vorab. *LECKER!*

Danach gibt es Oryx, auch butterzart und perfekt gegrillt, gefolgt von einem, ich weiß noch recht aufwändigen Desert. Alles in allem sehr gut und die Küche weiß was sie macht. Arnaud sitzt am Tisch neben uns und wir unterhalten uns über die anstehenden Tage und jeweiligen Pläne, bevor wir mit einem letzten Getränk den Tag im Garten ausklingen lassen, in den Sternenhimmel schauen und uns einfach freuen hier zu sein.

Ohne Stativ zur Hand, kann man die Kamera auch einfach mal auf die Wiese legen und straight nach oben fotografieren.



Den nächsten Morgen beginnen wir sehr emsig und geschäftig. Wir räumen alles zusammen und den Wagen komplett um. Welche Kiste passt wohin, in welche Kiste kommt was und wo stehen die Taschen, etc. pp. Dieses Live-Action Tetris Spiel ist meine Spielwiese und da brauche ich immer ein paar Anläufe für eine erste Idee und dann fallen über die nächsten Tage manche Dinge auch ganz von alleine an ihren Platz... im wahrsten Sinne des Wortes. Manches rumpelt auf den PADs so sehr durcheinander am Anfang, dass man sich Abends, wenn man den Wagen öffnet denkt, OK, so packe ich das ab jetzt immer direkt von Anfang an. 😄



Danach machen wir uns fertig und gehen dann zum Frühstück. Der Ablauf so herum macht Sinn, denn so haben wir alles fertig und wissen jetzt, wie viel oder wenig Zeit wir uns beim Frühstück lassen können. Unseren PCR Test haben wir in Deutschland so abgestimmt, dass er für beide Grenzübergänge reicht. Heißt aber, dass wir heute recht genau planen müssen und keine unnötige Zeit vertrödeln können. Unser Zeitfenster, so wie geplant, lässt uns mit ca. drei Stunden Luft am Grenzüberquerung ankommen, bevor die 72 Stunden Frist unserer Tests abläuft. Dafür müssen wir so gegen zehn Uhr los in Voigtland.

Auf zum Frühstück auf der Terrasse und hier brummt das Leben. Direkt neben unserem Tisch flattern allerlei Vögel durch die Bäume oder hüpfen über die Mauern. Durch die Wipfel fliegt eine Schar bunter Papageien und als sie anfangen sich immer wieder direkt neben uns in den Baum zu setzen, hole ich doch mal die Vogellinse raus, eine Erstsichtung wie diese kann ich mir nicht entgehen lassen.




Cape Glossy Starling | Rotschulter-Glanzstar



Grey-headed Sparrow | Graukopfsperling



Short-toed Rock Trush | Kurzzehen-Drossel



Speckled Pigeon | Guineataube



Rosy-faced Lovebird | Rosenköpfchen... das sind mit dem Starling quasi 2 nachträgliche Punkte für unser Konto laut der Sichtungsliste. 😉









Auf dem Deck ist ein einzelner Tisch ganz besonders schick rausgeputzt. Zwei Damen kommen etwas später und erleben dort ein Frühstück Spezial, wir glauben als Geburtstagsüberraschung, in Begleitung der Giraffen und mit Fütterung aus der Hand... nur zugucken lassen kann man sie ja nicht.

Kim ist auch wieder dabei, und demonstriert wie man die Schoten richtig serviert. (von dem morgen stammt auch die Zungenserie) Ein Bild ist dabei entstanden, dass ich sehr eindrücklich fand, weil man erst durch die extreme Nähe zu den Tieren mal den Vergleich hat, wie groß so eine Giraffe wirklich ist, wenn ich mir den Giraffenkopf direkt neben ihr so anschaue. 😮

Immer mal wieder hat man ja in Botswana auch mal nähere Begegnungen mit den Tieren, aber solange man im "sicheren" Auto sitzt, habe ich das Gefühl, dass man die Größe nie so 100% richtig wahrnimmt. Zu Fuß, auf einer Campsite oder so wie hier mal im Direktvergleich sieht das gleich ganz anders aus.



Die Fütterung hat einen Zusatznutzen... Antonio schleicht sich zu den Futtertrögen, die Giraffenfreundlich an Masten befestigt sind, solange die gefrässigen Langhälse abgelenkt sind. Wer Flügel hat ist klar im Vorteil und so werden die Palletdiebe kurze Zeit später argwöhnisch beäugt. 🙄 🤪




Mal kurz auf die Uhr schauen... ohja, es ist natürlich schon später geworden und 10:15 Uhr. Noch auschecken, letzten Sachen einpacken und bis wir dann los sind haben wir auch schon 45min vom Puffer verbasselt. Es bleibt also außer dem Versprechen wieder zu kommen ein kurzer Abschied und dann sind wir auch auf der Straße.

Fazit Voigtland
Perfekt gelegen, freundliche Leute, Giraffen zum Ankommen und eine Gegend zum Seele baumeln lassen. Was will man mehr. Saubere Zimmer zum Beispiel... Check. Bis in die letzte Ecke. Irgendwie hat das alles einfach richtig gut gepasst. Klare 5/5 wiederkommen Sterne.



Ein letzter Blick zurück. Als wir fahren verabschieden uns noch Chocolate, Vanilla und Hazelnut. Und auch Bockwurst lässt sich noch blicken. So heißen die vier Farmhunde... 😄


Botswana Boarder King singt den Cucumber-Blues

Tanken müssen wir natürlich auch noch, das haben wir gestern vergessen oder hatten wir zu wenig Zeit, ich weiß es nicht. Direkt am Airport, an der B6 gelegen nehmen wir die Puma. Netter Kerl, wir quatschen ein wenig, er prüft einmal alles und auch den Reservekanister lassen wir auffüllen. 2018 haben wir ihn gebraucht. Wir kündigen uns für in 3 Wochen schonmal an, was er mit einem: "Freue mich, ich bin immer hier quittiert". Man sieht sich wieder und wir werden dabei noch so manchen Trick lernen. Aber bis dahin... steht noch eine 3-wöchige Botswana Tour auf dem Programm. 😉

ALSO LOS. Die Fahrt ist alleine schon der Wahnsinn. Wahnsinnig langweilig! 😛

Ist ja auch mal schön, wenn nix passiert, schließlich haben wir ein Timing einzuhalten und so könnte ich Bäume oder einen LKW am Rand zeigen, ich beschränke mich mal auf die letzte Hürde, bevor der Urlaub richtig startet.



An der Grenze angekommen, geht es erstmal seinen normalen Gang. Wir melden uns mit allen Formalitäten ab, so kennen wir das. Kurz vor dem Zaun und dieser Freizone zwischen Namibia und Botswana sitzen drei Männer an einem Klapptisch im Schatten, militärische Tarnklamotten an. Einer hebt die Hand zum Gruß und wir grüßen nett zurück.

Als wir keine Anzeichen geben anzuhalten wird er deutlicher. Achso, man soll hier stoppen?! 😗

Es werden noch mal die Corona-Unterlagen überprüft und gefragt was man vorhat. Da wir zurückkommen in drei Wochen, wollen sie auch wissen wo wir uns dann testen lassen. Im Endeffekt geht es wohl darum, wie bei den Flügen, bevor ich ins Flugzeug steige zu schauen, ob die Unterlagen in Ordnung sind und ob man mit den Regeln vertraut ist. In so einem netten, zuvorkommenden und unverständlichem Nuscheln vorgertragen, dass man sich mal wieder nur doof vorkommt. An der Grenze kennen wir das schon, irgendwie ist das immer so. 😐

Egal, spannender wird es rein nach Botswana, aber eigentlich läuft das sehr einfach ab. Direkt am Anfang stehen zwei weiße Container. Da wir davon schon gelesen hatten, wissen wir, dass wir hier unsere PCR Ergebnisse prüfen lassen und einen Test machen müssen. Letzteres müssen wir gar nicht. Wir kriegen einen Stempel und damit ist es erledigt.

Die Immigration läuft wie gewohnt mürrisch und beim Bezahlschalter für die Fahrzeuggebühren dürfen anscheinend nur Leute mit Handtuch im Mund arbeiten. Hin zur Schranke, wir haben keinen Beleg bekommen, dass wir bezahlt haben... also haben wir doch, aber so ein kleinen Papierschnipsel den man auch braucht, den haben wir nicht. Also wieder zum Handtuchmann zurück, Papierschnipsel holen und dann stehen wir wieder vor der Schranke...

"Können wir mal in euren Kofferraum schauen?"

"Klar, Augenblick."

Unsere bisherigen Erfahrungen eigener Natur und demnach, was wir aus vielen, vielen Gesprächen uns zusammen gebaut haben, ist der Grenzübergang nach Botswana völlig willkürlich, nicht planbar und man weiß nie was einen erwartet. 🤪

Spannung ist garantiert. Ein Soldat und eine Frau kommen mit uns zum Kofferraum.

"Habt ihr Obst und Gemüse dabei?"

"Ja, also zum Beispiel Äpfel und..."

"Äpfel!!, das geht leider gar nicht,..." Mara gibt mir die Äpfel an, ich stehe damit in der Hand vor ihr. "...aber ihr könnt kurz zurückfahren und vorne auf dem Parkplatz eure Äpfel essen."

🤨 Ich bin mir nicht sicher ob sie das ernst meint.

"Ich hab hier 18 Äpfel" 😄

Nachdem wir uns darauf geeinigt haben, dass weder wir nun jeweils neun Äpfel futtern werden und die beiden auch keine abhaben wollen geht es weiter.

Tomaten? - Das geht nicht! - Gurken? - Das geht nicht! (damit haben wir keine Verteidigung gegen Katzen mehr!) - Butternut? - Oh, Butternut geht. 🙂 ... sehr gut, sage ich ihr. Das ist das einzige Gemüse das irgendwo in den Kisten dort vergraben ist, da sind auch noch Kartoffeln? - Kartoffeln sind auch ok. Glück gehabt

Also mal abgesehen von der Sättigungsbeilage nehmen sie uns so ziemlich alles ab, was wir an Obst und Gemüse dabei haben, solange es keine Konserven sind. Ein kleiner Berg steht mittlerweile auf der Heckklappe. Paprikas, Avocados, Snack-Cucumbers, so kleine gelbe Dinger, dessen Name ich vergessen habe und und und...

"Das schmeißt ihr bitte alles da vorne in der Mülltonne weg, aber alles auspacken und jedes Teil einzeln da rein werfen."

Wir machen einfach nur noch und fragen auch nicht mehr nach, da Sonntag ist und wir nicht einkaufen können, gibt es Abends halt angegrillten Toast als Beilage. 😛

Wir setzen uns in den Wagen, fahren ein Stück von der Grenze weg, beide noch etwas konsterniert und verwundert. Schauen uns an und müssen erstmal herzhaft lachen. "Die 18 Äpfel könnt ihr da vorne kurz essen." wird schnell zu einem Running Gag unter uns beiden im Urlaub. 😄

Der weitere Weg bis Ghanzi ist an Spannung wieder kaum zu überbieten. Also versuchen wir uns einfach an unserem Setswana und übersetzen die Schilder die wir sehen. ( 🙁 in Namibia sind da Elefanten oder Wildscheine drauf oder so... hier Kühe)



Da müsste so ganz grob übersetzt etwas stehen wie...

Aufgepasst, Tiere

Vorsichtig fahren

Nachts ist besondere Vorsicht angebracht

Frei übersetzt, aber so ca. die setswanische Bedeutung auf Deutsch.



😗 😛

Erst kurz nach 17:30 Uhr biegen wir ab von der Hauptstraße und fahren auf die Zufahrt zum Thakadu Bush Camp. Fast da!



Am Hauptgebäude angekommen gehen wir nach hinten wo Stimmen herkommen. Eine Reisegruppe aus ca. zwei Dutzend Leuten ist hier verteilt. Kein Staff in Sicht, aber zwei Gäste bedeuten uns, wir sollten uns einfach ein Getränk aus dem kühlschrank schnappen und was mit ihnen trinken. Ja danke, wir sehen schon, ihr macht das für uns mit.

Ein Mitarbeiter, wie sich rausstellt der Manager Panda löst sich aus der Menschentraube. "Wollt ihr was?"

"Ja einchecken, wir campen heute hier."

"Fahrt einfach nach hinten und sucht euch eine Campsite aus, ich komme gleich nach. Nur die hinteren Ablutions funktionieren."



Soweit so gut, dann also irgendwo dort in der Nähe. Wir kurven etwas über das Gelände und entscheiden uns dann für einen Platz direkt bei den Ablutions, der schön groß ist. Ein Paar aus Südafrika sind die einzig anderen Camper, wir quatschen etwas und da die Sonne schon langsam untergeht bauen wir auf.



Panda kommt dazu, erklärt wie man heißes Wasser bekommt. Dazu dreht man einen Hahn außen auf, dann läuft der Boiler und literweise sprudelt das Wasser nur so aus der Konstruktion. Da hätte man sich die Schilder an den Waschbecken "Please save water" auch schenken können. 🤪

Auf die Frage ob wir etwas brauchen, fragen wir nach Feuerholz. Panda bringt gleich welches vorbei und wir nutzen nach Aufbau und erster Organisation die Ablutions... ein Schock! 🤢

Ich versuche ja grundsätzlich freundlich zu bleiben und ich will auch keinem was Böses, aber was hier geboten wird ist lächerlich, nein das ist das flasche Wort. Es ist eine bodenlose Frechheit und mit Abstand das Schlechteste was wir bisher irgendwo gesehen haben. Es unterbietet noch die öffentliche Toilette auf den Phillipinen, da konnte man wenigstens die Mücken noch mit etwas Mühe zählen.

Die Duschen und Toiletten sind komplett mit Mücken verpestet, kein Wunder, da alles stierend dreckig ist. Die Ablutions sind zweigeteilt und das Paar aus Südafrika nutzt die rechte Seite. Also wissen wir, dass der Zustand nicht von zwei extremen Messis verursacht wurde. Nichtmals gespült sind die Toiletten. Keine Frage, dass es Schweine sind, die das so hinterlassen, aber klar ist damit auch, dass hier niemand putzt. Es ist das erste Mal das Mara nur mit Schlappen duschen geht, ich lasse lieber meine Socken an. 😵

Wieder zurück schaue ich nach dem Holz... vergeblich. Es ist dunkel, aber von Panda nichts mehr zu sehen. Da der Wagen aufgebaut ist laufe ich zum Haupthaus zurück. Niemand zu sehen. In der Küche sind zwei Damen, denen ich erkläre, dass Panda uns Feuerholz bringen wollte. Er hat ihnen nicht Bescheid gegeben und ist dann auch verschwunden. Die beiden sind mitten in den Vorbereitungen für die Lodgegäste und ich überrede sie, dass sie mir nur zeigen müssen wo das Holz ist und ich zwei gesunde Hände und Beine habe und mir selber mit der Schubkarre helfen kann. Dankbar nehmen sie das an und verschwinden schnell wieder in der Küche.

Ich lade die Schubkarre so voll es geht und stelle zu spät fest, dass das Rad platt ist und schleift. Nass geschwitzt komme ich wieder am Platz an. Wein auf, Feuer an, Essen machen... und einfach versuchen zu ignorieren. 😠








Die Nacht werde ich irgendwann wach von einem Stereo "BSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS" um meinen Kopf herum. Ich versuche das zu ignorieren, zu sehr bin ich im Halbschlaf-Delirium, aber es hört nicht auf und hört sich an, als ob jede Sekunde eine Mücke rumschwirrt. Stirnlampe geschnappt... das Zelt ist voller Mücken. 😮 😣

Ich wecke Mara und über eine Stunde jagen wir Mücken im Zelt. Das ist echt nicht unser Tag, bzw. Abend/Nacht hier, wobei ich zugeben muss, eine kleine Lücke war beim Zeltaufbau offen geblieben, also auch eigene Schuld, aber dennoch hat man dann im Normalfall nicht Dutzende Mücken im Zelt...

Nach einer geräderter Nacht sieht die Welt zumindest besser aus. Die Mücken sind weg, die Sonne scheint, wir machen Frühstück und ich laufe etwas über den Platz, ein paar Vögeln hinterher und zu den blühenden Dornenbüschen.



White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber






Crimson-breasted Shrike | Rotbauchwürger



Der Vorteil der gestern vollgeladenen Schubkarre ist, dass wir so auch noch einen kleinen Vorrat im Auto mitnehmen können. Und schon ist die Sortierung wieder anders, unser Technikkoffer passt hochkant genau neben die Kisten, so bleibt Platz vor Kopf und dort wird für den Rest der Reise das Feuerholz untergebracht. 🙂





Wir fahren los, wollen noch auschecken und das Feuerholz bezahlen. Panda ist wieder nirgends zu sehen, wir zahlen bei den Damen in der Küche die mittlerweile auch sichtlich angefressen sind, dass er sich auch den Morgen über um nix kümmert und nicht zu finden ist. Soviel sei verraten, auf dem Rückweg wird es für uns keine Nacht mehr hier geben. Wir suchen uns lieber etwas anderes, so eine schlecht gepflegte Campsite haben wir noch nie und zum Glück auch danach nicht wieder gesehen.

Fazit Thakadu
Das Fazit sollte wohl klar sein. Allerdings wollen wir einschränken, dass mit einem vernünftigen Verantwortlichen, sauberen Ablutions etc. die Plätze durchaus geeignet für einen rustikalen Zwischenstopp sind. Dann wären es wohl 3/5 Sternen, so werden es für uns 0/5 Sterne, leider. 😐

Nichts wie weg. Jawohl, Sir! 😉



Es wird noch schnell eingekauft in Gantsi, wir haben ja einiges an Vorräten verloren und im DWNP wollen wir die Nationalparks zahlen. Wir fahren auf den Parkplatz im Touristencenter und werden schon auf dem Parkplatz freundlich abgefangen, ob man uns helfen kann.

"Das DWNP ist hier nicht, fahrt links, der Kurve nach, dann recht, über die zwei Kreuzungen... ach wisst ihr was, fahrt uns einfach nach." 😁
Es wird besser, so nett und freundlich haben wir Botswana in Erinnerung.



Im DWNP wundert man sich sehr über unseren Besuch, zahlen können wir hier nix, dass sollen wir direkt an den Gates machen. Auch gut, dann sehen wir zu, dass es wieder auf die Straße geht. Sehr weit fährt man nicht bis zum Abzweig Richtung Tsau Gate, aber was ist das... ein VetFence. 😮 😕

Und da ist auch ordentlich was los, öfter fährt man ja einfach durch. Oh nein, jetzt haben wir gerade wieder aufgefüllt und wieder alles nachgekauft. Uns beschleicht ein schlechtes Gefühl. Hoffentlich wird das nicht wieder so eine Nummer wie gestern an der Grenze. Das wir von Süd nach Nord fahren und das eigentlich kein Problem sein sollte realisieren wir gar nicht.

Wir fahren langsam auf den VetFence zu und sehen links ein erlösendes Schild. 30 Meter vor der Kontrollstation geht es rechts ab auf eine Sandpiste in Richtung Tsau Gate. Wir müssen gar nicht mehr durch den Fence. 🙂

Wir lassen Luft vom Reifen, steuern auf die tiefen Spurrillen im Sand zu und machen uns auf den "bumpy ride" in Richtung Tsau Gate. Endlich kann es losgehen, wir sind wieder auf Safari! 🤩



to be continued...


Gruß,
Robin

Teil 509. Jan. 2022

Sternzeichen Steinböckchen

Puhh... kein Asphalt mehr unter den Schluppen, es geht sanft, wie es nur eine ausgefahrene Piste zulässt, daher. 😛

Gute 40km fahren wir schnurgerade am VetFence vorbei, also für jeden der sich immer schon fragte ob die sich eigentlich wirklich einmal quer durch's Land ziehen, um dieses Wissen sind wir jetzt reicher und können das bestätigen. Mal ist es durchaus besser und auch harter Untergrund, mal wühlen wir uns durch tiefsandige Passagen, aber alles in allem muss man doch sagen, dass die Strecke sehr gut läuft und relativ locker durchläuft. Es hat zumindest keine längeren Wellblech-Passagen hier.



Zeit also, mal einen Blick auf die heutige Route zu werfen. Insgesamt sind wir 266km unterwegs, ca. 50/50 aufgeteilt auf Asphalt und dann Sandpisten und erst für das letzte Viertel biegt es ab in den eigentlichen Park. Ziel ist Passarge Valley und zum Glück nur Campsite CKPAS 3, diese liegt nämlich am Eingang des Tals, dass sich die Strecken in der Zentralkalahari so sehr ziehen würden, damit haben wir bei der Planung nicht gerechnet. 😕


Hier könnt ihr die Route genauer betrachten...

Unterwegs passiert nix. Wir sehen mal eine Kuh und überholen einen Truck auf dessen Ladefläche einige Leute stehen und hier im Nirgendwo stehen mal ein paar Leute im Schatten. Wir vermuten eine Art Mitfahrzentrale, dass würde dann auch zu dem Truck gut passen. Dann kommt auch schon das Tsau Gate in Sichtweite, wir sind mehr als froh, endlich von dieser Piste in den Park zu starten.

Das eigentliche Gate ist etwas in die Jahre gekommen...


... und der Ranger vor Ort zieht dieses Zelt als Unterkunft vor. 😉


Wir marschieren ins Zelt und melden uns an. Bei Eintragung ins Buch fällt uns direkt auf, dass wir seit einer Ewigkeit das erste Auto sind das hier ankommt. Vor 5 Tagen sind das letzte Mal 2 Fahrzeuge rausgefahren, davor hätte man lange blättern können. Wir werden praktisch nur Südafrikaner treffen und da macht es durchaus Sinn, die nehmen natürlich die südlichen Gates.

Wir fragen ob wir unsere zweite Nacht evtl. umbuchen können und sich noch ein Platz findet mit Ablutions. Er hat kein Computersystem, aber hängt sich sehr enthusiastisch ans Telefon und versucht es beim Matswere Gate. Ziemlich lange lässt er sich verbinden und fragt sich für uns durch die aktuelle Buchungslage im Park, wirklich total nett, am Ende muss er jedoch aufgeben. Genau kann er uns keine andere Nacht im Matswere Gebiet geben, aber er hat zumindest erfahren, dass man nicht fully booked ist und wir einfach schauen sollen und dann eine freie Campsite nehmen können. Das hört sich gut an, wir planen aber dennoch ein, dass wir morgen unser bestätigtes Ziel anfahren und unterwegs schauen, was sich ergibt... Denkste, aber das zeigt sich morgen.
(ich stelle gerade fest, der Reisebericht hätte auch "Denkste" heißen können) 😄

Nun gut, dann nehmen wir halt nur noch Feuerholz mit und fahren los, wundern uns aber über die Aussage, dass er kein Feuerholz hat. Da wir schon vergeblich in Ghanzi danach gesucht haben und auch trotz nachfragen uns niemand was verkaufen oder einen Tipp geben konnte, haben wir auf's Gate gehofft. Er hatte halt ewig keinen Touri hier in Richtung Park und so auch kein Feuerholz vor Ort.

"Wenn ihr gleich losfahrt, dann geht es 30km geradeaus weiter und dann rechts Richtung Motopi. Sammelt euch einfach, was ihr am Rand liegen seht unterwegs."

Ok, damit haben wir nicht gerechnet, aber wenn uns ein Ranger das sagt, dann ist das unsere Lösung. Eine erste Nacht kommen wir noch hin, aber danach wird es sehr dünn, also ist sammeln auf jeden Fall angesagt.

Auf geht es durch's... sagen wir mal Gate und auf die nächsten 30km schnurgerade am nächsten Zaun entlang.






Diesmal wird es abwechslungsreicher, kaum ist man im Park lassen sich die ersten Tiere blicken. Eigentlich rennen und springen sie nur davon, aber dennoch. Unser Tagesmotto entsteht auf den nächsten 30km. Im Schatten der Büsche liegen hier überall Steinböckchen, da wir aber die Sonne im Rücken haben, sehen wir die nie, bis wir so nah dran sind, dass sie aufspringen und mit großen Sätzen im Dickicht verschwinden.

"Das da bleibt stehen" > Kamera raus und da ist es auch schon wieder weg. 😛

So geht es immer hin und her. Meistens gewinnen die Steinböckchen, nur sehr selten haben wir die Kameras schnell genug im Anschlag um zumindest ein schlechtes Bild zu kriegen. Aus gut zwei Dutzend Chancen ergeben sich um genau zu sein genau zwei Bilder. Nicht zwei gute Bilder, sondern in der Anzahl gesamt.

Immerhin, wir haben noch nie einen Bock mit solchen Hörnern gesehen. Wir kennen die fast nur hornlos oder mit ganz kleinen Hörnern.

Steenbok | Steinböckchen


Nicht nur das lenkt uns ab, sondern auch unsere Holzsuche. Viel ist nicht zu finden, das allermeiste ist eher etwas für meine Reisigbox um das Feuer zu starten, nicht aber Material das den Eindruck macht auch länger zu brennen. Dennoch sammeln wir emsig ein, was wir an etwas größeren Stücken finden können. Die Seitenklappe ist nicht verschlossen, so kann man nur ganz kurz rausspringen, Seite auf, Holz rein und zurück ins Auto.

Der Kofferraum füllt sich so langsam mit Holz und es geht rechts ab, jetzt aber wirklich in den Park. Ohne einen Zaun links öffnet sich der Blick doch gleich ganz anders. Tschüss, Steinböckchen. 🙂

Ein dunkler Vogel...



Steenbok | Steinböckchen






Jetzt lehnt euch zurück, wir nehmen euch einfach mal mit auf einen Gamedrive, also quer durch die Landschaft, immer über die schmalen PADs durch den Park, es gibt nix sehr aufregendes, aber einfach wildes Afrika pur. Was ist das da?

Schaut ihr im Bild oben auf unsere Fahrspur fällt auf, dass da was Grünes rumliegt. 🤨

Wir fahren näher ran, da liegt ne Melone?? 🤪
Wir fragen uns wer die hier wohl verloren hat, so viele sind ja nun nicht hierher gefahren.




Naja, sowas können einerseits die Tiere fressen, wenn sie rausfinden was das ist und andererseits brennt es nicht. Es ist also weder Müll, noch nützlich für uns, also lassen wir sie liegen und fahren weiter.

Ein heller Vogel... 😗



Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Es wechselt sich ab im Gelände, was bei dieser Strecke bedeutet, dass es von verbuscht zu offenem Grasland wechselt. Ich mag dieses Grasland, wenn da mal was drin rumläuft, dann bieten die hohen Halme einen schönen sanften Rahmen. Wir sehen aber nur Vögel und nichts mehr was größer ist. Laut Karte sind wir kurz vor'm Motopi Wasserloch, es dürfte klar sein, wo sich bei dieser kargen Landschaft die Tiere tummeln.





Kori Bustard | Riesentrappe






Wir rollen am Wasserloch vor und sehen nichts. Gähnende Leere, weder direkt am Wasser noch auf dem Weg dahin findet sich irgendwas. Ein paar Geier sitzen am Wasser, fühlen sich von uns gestört und fliegen auch noch davon. Ein Sekretär hat sich zwischen sie gemischt, irgendwann einmal, da bekomme ich ein richtig gutes Foto dieses Vogels. Bislang haben wir ihn schon öfters gesehen, aber immer weit weg und mit so vielen Hitzeschlieren dazwischen, dass es praktisch jeder Vogel sein könnte. Zumindest im Flug kriege ich ihn noch ganz passabel, bevor er sich viel weiter weg ins Gras setzt.





Secretary Bird | Sekretär



Lappet-faced Vulture - Ohrengeier



Ab hier wird es langsam grausig. Was bisher noch als Ausnahme gilt, nimmt jetzt langsam überhand. Die Wege sind nur selten befahren worden und so haben sich die...
Gräser = EGAL,
Büsche = UNSCHÖN
Dornen = WER KRATZT MIT SEINEN FINGERNÄGELN ÜBER DIE TAFEL!!! 😣

... den Platz auf der Fahrspur zurückerobert. Immer wieder kommen wir durch dicht bewachsene Passagen, in denen uns nichts anderes übrig bleibt, als auszuwählen, welche Seite die Kratzer abbekommt. SCREEEEEECHHHH von links, RRAAAATTTTTSSSCHHHH von rechts. 😊 😕

So geht es nicht nur heute, sondern die nächsten Tage und im Endeffekt vielerorts Wochen weiter. Uns tut das wirklich leid, haben sie uns extra einen der neuesten Wagen der Flotte gegeben, aber SCR wusste ja wo wir hin wollten. Dennoch, wir behandeln so ein Auto grundsätzlich nicht nach dem Motto: "Don't be gentle, it's a rental!" und somit tut uns jedes laute Kratzen über den Lack oder die Plastikteile weh. Selbst der Schnorchel ist am Ende der Reise gezeichnet, also so wie eigentlich alles. Die Dornen hinterlassen keine tiefen Kratzer, aber der Wagen ist hinterher über und über mit Schlieren versehen, auch wenn man die nach einer guten Wäsche und bei mehr als 1m Entfernung gar nicht wahrnehmen kann.




Im Unterholz versteckt sich so mancher Federgeselle, die wenigstens lassen sich ablichten, aber ein anderes Rätsel löst sich auf. Etwas peinlich, aber natürlich hat niemand seine Melone verloren, sondern es gibt hier offensichtlich ansässige Buschmenschen die kleine Gärten kultivieren und diese Melonen hier züchten... 🤪 😛 NATÜRLICH NICHT!

Gestern habe ich dann auch mal recherchiert, dass es sich um Tsamma handelt, die Kalahari Melone die auf trockenem Boden wächst, na da hat sie in der Gegend ja mehr als genug von. Sie wird auch Wilde Wassermelone genannt und von den Tieren als willkommene Nahrungs- und Wasserquelle genutzt, von den Menschen eher in der Kosmetik, bzw. von den EInheimischen als Feuchtigkeit spendendes Öl, gegen trockene Haut in der Wüste. Kann man übrigens auch in Deutschland kaufen... habe ich dann gestern auch spontan gemacht.

Wer auch Interesse hat: Namibian-Oils.de


Red-crested Korhaan | Rotschopftrappe



Tsamma | Wilde Wassermelone



Die Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten, ein Gecko bekanntlich auch. Ob aber dieser Umstand etwas mit unserer Entdeckung zu tun hat, das wissen wir nicht, wir rätseln aber immer noch darüber. Mit flacher werdendem Licht können wir den Dornenbüschen eines abgewinnen und suchen nach ihnen, bzw. nach dem was drin sitzt. Immer wieder sehen wir etwas weißes in den Büschen sitzen, leider meistens viel zu spät und dann ist es auch schon wieder weg.

Entlang des Weges sitzen stachelig bewehrte Echsen in den Dornenbüschen. Immer den weißen Bauch in unsere Richtung, sonst würden sie uns gar nicht auffallen. Da wir die Sonne im Rücken haben und wirklich alle uns den Bauch entgegen strecken, schätzen wir, dass sie sich entweder aufwärmen, aber nicht zu heiß werden wollen oder in den Büschen jagen, aber nicht zu heiß werden wollen und eher zur Kühlung den hellen Unterboden in Richtung Sonne strecken. 🤨

Kennt da jemand des Rätsels Lösung?

Auf jeden Fall brauchen wir mehr als ein Dutzend Anläufe, bis wir es mal schaffen uns mit dem Hilux so leise "anzuschleichen", dass mal ein paar der Echsen lange genug still halten, um sie genauer in Augenschein nehmen zu können. Randnotiz... Mäuse gibt es auch in den Buschkronen, aber davon gelingt uns nicht ein Bild während der Reise.

So sieht man sie immer bei der Annäherung...


... und so, wenn man es dann mal geschafft hat neben sie zu kommen, bevor sie verschwinden. 😎


Agame aculeata | Stachelagame



Wir nähern uns dem Passarge Wasserloch und hier wird auch der Busch wieder etwas lichter. Von dem Wasserloch ist allerdings nichts mehr übrig. Die Solaranlage steht zwar noch dort, aber Wasser wird hier keines gepumpt. Damit hat es in dieser Region des Parks überhaupt keine Wasserquelle mehr und vielleicht ist das auch ein Grund für die sehr karge Fauna. Wir können uns gut vorstellen, dass die meisten Tiere dann eher zu den südlichen Wasserquellen abgewandert sind.

Nur eine Manguste hält die Stellung und schaut etwas verdutzt als wir um die Ecke biegen. Sie rafft sich schnell auf und verschwindet im Gras. Ihren Sonnenplatz muss sie aufgeben, der liegt ziemlich genau auf Wegstrecke unseres linken Vorderrads. 😗





Slender Mongoose | Schlankmanguste



Die Sonnenstrahlen werden länger und es ist bereits 17 Uhr als wir ins Passarge Valley einbiegen. Noch 8km bis zur Campsite, was in dem Gelände gute 25-30 Minuten bedeutet. Am Gate losgekommen sind wir gegen 12:45 Uhr, also haben wir etwas mehr als vier Stunden benötigt für die letzten 85 Kilometer. Wegstrecken mit ca. 20km/h Durchschnittsgeschwindikeit in der Zentralkalahari zu berechnen (inkl. kurze Stopps und Fotos, aber ohne lange Sichtung) ist unserer Erfahrung nach durchaus ein gutes Mittelmaß.

Die Lichtstimmung ist jetzt sehr speziell. Knallige Farben und gleichzeitig liegt über allem wie ein Dunst. Man kann nur sehr schlecht sehen gegen das Licht, aber mit dem Licht ist es eine ganz herrliche Landschaft und zieht uns in den Bann der Kalahari.

Ein einzelnes Oryx steht mitten in der Landschaft und nachdem es uns als ungefährlich einstuft und seinen Kopf senkt, wissen wir auch, wer sich über die Melonen hier am meisten freut. 🤩








Yamm, das schmeckt. 🙂



Dieses Panorama zeigt zum einen, warum wir es lieben hier zu sein und zum anderen, warum so viele nicht verstehen was man hier will. Ich kann beide Seiten gut verstehen und freue mich, dass eher mehr Leute für den Urlaub ein Hotel, Strand, Restaurant und Geschäfte bevorzugen...




... wir finden unser Stück Dreck toll, auf dem wir jetzt ankommen und sofort argwöhnisch in Augenschein genommen werden.


Cape Starling | Rotschulter-Glanzstar



Hinter der Wurzel schaut er Anfangs immer hervor, wenn man ihn ablenkt und sich gleichzeitig von hinten anschleicht bekommt man ihn auch ganz drauf.





Wir schließen schnell Frieden oder eher könnte man sagen, wir werden akzeptiert, nachdem unsere Gastgeschenke geprüft und für gut befunden werden. So ein Teller mit etwas Wasser für die ansässigen Vögel kann Wunder wirken, denn nebst dem Starling, dem ganz eindeutig der Platz gehört, finden sich noch weitere, fedrige Bewohner. 😁


Kalahari Scrub Robin | Kalahari-Rotkehlchen



African Red-eyed Bulbul | Maskenbülbül



Wir schauen uns auf dem Platz um. Ganz viel Staub ist schon mal da. Check!
Eine runde Betonplatte für's Feuer Check!
Longdrop für kurze, sowie längere Business-Meetings Check!
(unsere wichtigsten Geschäftpapiere haben wir selber mitgebracht) 😏 😄
Eimerdusche, sogar fast intakt Check!

Es ist übrigens immer gut einen oder zwei Karabiner dabei zu haben. Bei mir hängt immer einer am Rucksack, man weiß ja nie und so eine Eimerdusche ist dann schnell wieder funktionstüchtig. (siehe mein orangener Karabiner als Ersatz der fehlenden Aufhängung)




Für so eine Eimerdusche mache ich auch schon mal ein Hochkant-Panorama aus fünf Fotos. 🙄 Bekloppt, aber das Bild hat es so bis in den Bildband geschafft.





Hat man einmal nicht aufgepasst schnappt sich die Hausgemeinschaft alles aus der Vorratskammer, egal ob der eigene Name dransteht. Ich kann mich zwar nicht erinnern, dass wir unser Studentenfutter überhaupt aus dem Wagen geholt haben, aber das sieht verdächtig nach einer Walnuss aus. 😄

Mehrere Löcher, über den ganzen Platz verteilt erklären sich dann auch endlich, durch die nächste Sichtung. Eine Fuchsmanguste hat offensichtlich seinen Bau hier angelegt oder es ist eine Teleportationsmanguste, die immer mal hier und dann wieder dort plötzlich ab- und wieder auftaucht. Eines von beiden. Ich denke eher letzteres. 😉


Nuss-Dieb!



Yellow Mongoose | Fuchsmanguste



Die Sonne geht unter und verwöhnt uns mit einem spektakulärem Himmel, das Zelt ist noch gar nicht aufgebaut und ein Feuer ist auch noch nicht in Arbeit. Das wird natürlich Zeit und bevor die Dunkelheit vollends einbricht sind unsere Camplichter taktisch schlau verteilt, ein kleines Feuer brennt und der Sundowner steht parat.











Jetzt wird es endlich auch mal Zeit für mich zu Duschen. Ein kleines Licht nehme ich noch mit und dann gibt es eine kalte Dusche, zu mittlerweile angenehmen Temperaturen. Perfekt, so kann man später auch frisch ins Zelt. 😎

Mit neuem Elan und weil es nun auch so richtig dunkel wird, kommt unsere neueste Errungenschaft aus Südafrika nun auch endlich zu ihrem Einsatz. Wir haben uns nach den Nightdrives in und um den Krüger herum noch vor Ort eine Gamepro / 2.000 Lumen Funzel mitgenommen. Die Dinger fanden wir so stark und wir wussten ja schon damals, dass wir für eine erneute Reise nach Botswana unbedingt eine ordentliche Taschenlampe brauchen werden.

Das Ding kann so einiges, muss es auch, da es ansonsten Stockduster ist. Das schöne ist, dass man die mit Vorsatz auch mit rotem Licht verwenden kann und so seine Nachtsicht nicht verliert. Etwas schwierig sind die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen... in unseren Technikkoffer wollte nun wirklich jeder mal reingucken, was das für ein Ding mit Pistolengriff ist. 😕 😄





Ich habe von der Nacht auf der Campsite ein kleines Video mit der Lampe im Einsatz gemacht, da sieht man auch mal wie dunkel so ein Platz sein kann, auf dem man dann kilometerweit ganz alleine ist. Das ist der Luxus, den wir eigentlich für unbezahlbar halten und uns immer wieder wundern, dass wir überhaupt alleine hier sein dürfen. 🤩


Ihr müsst auf das Bild klicken, das verlinkt zu Flickr, wo man das Video abspielen kann.




Es wird Zeit ins Bett zu gehen, wir decken uns mit dem afrikanischen Sternenhimmel zu.
Jetzt sind wir wirklich angekommen!
🙂





Gruß,
Robin

Teil 615. Jan. 2022

AUFGEWACHT... vorbei die Nacht!

Es ist 5:50h und wir sind wach. Kurz vor Sonnenlicht, aber schon genug, dass das Leben beginnen kann. Wir ziehen den Reißverschluss am Zelt auf und ein Stimmengewirr schlägt uns entgegen.




"Was wollt ihr hier draußen?"

"Habt ihr Mal auf die Uhr geguckt?"

"Ich bin hier eingestiegen, weil ich ausschlafen will!"


"Sagt mal, was ist denn hier los, wo bleibt die Motivation?" 😮

Das grenzt ja an Meuterei. Natürlich seid ihr es nicht gewohnt bei uns so früh raus zu müssen. Morgens geht es schließlich immer gemächlich los und wenn die Sonne schon weiter oben am Himmel steht geht es los. Aber wir sind wach, haben Hummeln im Hintern und irgendwie zieht es uns nach draußen und rein in den Tag.

"Jetzt mach' den Kopp zu und zurück ins Zelt!"

"Ruhe da drüben, ich will schlafen!"


Soooo Freunde, jetzt ist vorbei. Zelt wird abgebaut, es ist zu kalt um an Frühstück zu denken, es gibt nur Frühstückskekse heute. Die Reisegruppe wird eingesammelt und ins Auto verfrachtet. Felix überwacht das Ganze auf dem Toilettenhäuschen stehend, da hat er den besten Überblick.

Aus der Duschschnecke gibt es ein fürchterliches Gehämmer und Gerumpel... was ist denn da los?

"Das ist Nadine, die versucht einen Durchlauferhitzer an die Eimerdusche zu montieren..." 🤪 😗

So ein Chaos, wenigstens Rik bereitet keine Probleme, die sitzt weiterhin am Feuer, am selben Platz wie gestern Abend. Sie bleibt halt gerne am selben Ort. Hat jemand Betti gesehen?

"Die hat nen Löwenbild ans Fenster im Auto geklebt... die ist grad nach Kenia ausgeflogen."

Mannomann, geht hier zu wie im Taubenschlag, apropros Taubenschlag, kann wer sich mal den Schaden an der Windschutzscheibe anschauen... ach Friederike hat aufgepasst und wechselt die gerade aus, perfekt, wenigstens eine die mitdenkt. So langsam setzt sich jeder auf seine 5 Buchstaben, aber warum haben wir jetzt einen Platz zu wenig?

Da hat sich doch ganz hinten noch der Martin reingeschmuggelt, den haben wir doch erst später als Zusteiger auf dem Plan gehabt.

Jetzt kann einer nicht mehr ins Auto, verdammt.

"Bele, du hattest so unverschämtes Sichtungsglück, ab ins Krähennest, Ausguck halten heute!"
😛

SO, es geht los... nach aufwändigem Intro um eigentlich nur eine Kleinigkeit anzukündigen. Wir haben es geschafft, das erste Mal, dass wir morgens früh mit dem ersten Licht raus sind, freiwillig, und erst danach zurück ins Camp fahren um zu frühstücken. 🤩

Alle eingestiegen, also ab dafür. (na, wer findet den Hinweis auf unsere erste Campingreise in Namibia)



Machen wir mal etwas ruhiger weiter, wo jeder seinen Platz gefunden hat. Wir packen flugs zusammen, was komischerweise dennoch eine Stunde dauert. Egal wie sehr wir uns beeilen wollen und werden die nächsten Wochen. Das ist unsere Zeit um vom Platz zu fahren. Irgendwie verstehen wir nicht wo wir immer die Zeit liegen lassen. Aber da wir mit Sonnenaufgang aus dem Zelt sind, erwischen wir dennoch die Morgenstunden und dieses wunderbare Licht.



Wir fahren eine kleine Runde raus zur Pfanne des Passarge Valleys. Das sind knappe 9km und dann vielleicht ein Stück weiter und wieder zurück, sobald die Sonne hoch genug ist, dass es warm genug ist um sich gemütlich hinzusetzen für ein kleines Frühstück. So werden wir es beibehalten und fragen uns, warum wir das nicht schon früher so gemacht haben?! 🤨

Kaum losgefahren sehen wir eine kleinere Gruppe Springböcke. Wir freuen uns über die Springböcke hier besonders, da wir die das letzte Mal 2017 zu Gesicht bekommen haben in Namibia. Ein kleiner, heller Vogel zwitschert der Sonne seinen Gruß entgegen, wieder einmal bin ich bei der Bestimmung aufgeschmissen, irgendwo zwischen einer Lerche, Wabler oder Gottweißwas rangieren meine besten Tipps.

Nur ein Stück weiter, wieder im Talkessel sehen wir ein einzelnes Oryx, vielleicht dasselbe von gestern Abend.




Drosselschnäpper danke ans Bestimmungsteam 🙂






Diesen Morgen stolzieren viele der hochschnabligen Riesentrappen durch die Savanne. Mit dem Kopf so leicht kokett nach oben gereckt haben sie immer einen gewissen Grad von Arroganz an sich... so recht mögen wir sie nicht, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass sie die Gabelracke als Landesvogel Botswanas abgelöst haben und wir Gabelracken viel hübscher finden. 😛

Auch dem Botaniker in uns können wir weiter frönen, aber anders als diese kleine, gelbe Frucht, ist meine Recherche nicht auf fruchtbaren Boden gestoßen. Vielleicht kann jemand aushelfen, aber wenn ich versuche mich ranzutasten per Google Suche, meint die immer ich wäre auf der Suche nach Amarula Früchten, was ich aber offensichtlich nicht bin...


Giftige Bittertomate Danke Konni



Kori Bustard - Riesentrappe



An der Gabelung zur West-Ost Querverbindung fahren wir noch ein Stück geradeaus, die Sonne strahlt jetzt über das hohe Gras und mehrere Springböcke sind hier unterwegs. Sie grasen friedlich und geben perfekte Porträtmotive ab, wenn sie kauend hochschauen und sich dabei ertappt fühlen.








Der hier checkt erst uns aus...



... dann sieht er ein interessanteres Objekt der lendlichen Begierde und schnuppert mal ob was geht. 😐 😄






Er meint JA, sie sagt NEIN. Wie im wahren Leben. Eine wilde Hatz, rennend und springend geht los, von links nach rechts und wieder zurück. Wir schauen uns das fasziniert an und haben wohl beide darüber vergessen, da mal die Kamera als Video mitlaufen zu lassen. Da hätten wir mal eine echte "Jagdszene" im Kasten gehabt. 😉

Den letzten der Reihe haben wir Lucky Luke getauft. 😄


Wir drehen wieder um und machen uns auf den Rückweg zur Campsite. Endlich will mir ein Beweisbild der kleinen Spatzen gelingen die hier in den Büschen an der PAD sitzen und immer weiterfliegen, bevor wir weg sind... es sind natürlich keine Spatzen, aber kleine Vögel die wegfliegen und nicht näher inspiziert werden können heißen erstmal so.

Ein Schakal schaut kurz mit müden Augen zu uns rüber, bevor er sich ins Gras legt, einrollt und für uns unsichtbar wird. Das Steinböckchen hinter hohem Gras, mit seinen langen, staksigen Beinen ist da schon besser auszumachen. Wir genießen es, wie die Sonne uns langsam aufwärmt und einfach mal so früh unterwegs zu sein. Es ist spannend und auch mal schön, den Tag etwas aufzuteilen, das klappt natürlich nur bei kürzeren Wegen oder wenn man mehr als eine Nacht hat. Heute ist es der kürzere Weg... Denkste!, die Rechnung machen wir auch heute wieder ohne die Kalahari.

Aber soweit sind wir noch nicht.


Scaly-feathered Weaver | Schnurrbärtchen (was ein passender deutscher Name!) 😁



Black-backed Jakal | Schabrakenschakal



Steenbok | Steinböckchen



Es geht wieder vorbei an der Stelle mit den Riesentrappen, gleich vier auf einmal sehen wir, eine kommt auch etwas näher, wenn auch nicht für ein richtig gutes Porträt, aber wir nähern uns an.

Kori Bustard | Riesentrappe



Kurz vor der Campsite sitzt noch ein Greifvogel im Baum und stolz kann ich berichten, die Eulenmuckels nur um Bestätigung gefragt zu haben, endlich mal einer, den ich ganz alleine aus dem Roberts Guide rausgesucht und identifiziert habe. 😗


Southern Pale Chanting Goshawk | Großer Singhabicht (juvenile)



Es ist jetzt neun Uhr und wir biegen wieder auf der Campsite ein. Kurz vor sieben Uhr sind wir los und auch wenn nichts spektakuläres an Tiersichtungen dabei war, haben wir für uns schon jetzt die spektakulärste, oder eher tiefgreifendste Sichtung des Urlaubs gesehen. Das Licht.

Natürlich ist mir Licht ein Begriff, aber ich wollte mich nicht vom fotografisch attraktivem Licht leiten lassen auf Safaris. Im Nachhinein betrachtet, jetzt wo wir das Prinzip früh raus, spät zurück mehr beherzigt haben, sind doch auch viele der besseren Aufnahmen auf diesen Fahrten entstanden und die Stimmung, das ganze Ambiente im Busch und auf den Grasflächen ist um Längen schöner.

Was auch immer uns an diesem Morgen aus dem Zelt getrieben hat, es war ein Glücksfall. 🙂


to be continued...


Gruß,
Robin

Teil 716. Jan. 2022

Diebstahl in der Kalahari

Um 9 Uhr kommen wir zurück zur Campsite.


Wir wollen jetzt langsam in den Tag starten. Die erste Campingnacht ist vorbei und wir brauchen immer so ein paar Tage um wirklich die Sortierung von allem genau so zu haben, dass die Handgriffe perfekt passen. Also lassen wir uns etwas Zeit um die Kisten noch mal zu sortieren, Frühstück wird gemacht und das Wasser für eine Dusche, bevor es losgeht, bereit gestellt.

Brauchwasserkanister versehen wir mit einem Stück Tape, so wissen wir immer was was ist, egal wer und wo er den Kanister in den Wagen stopft. Die haben nämlich die Funktion als Lückenfüller und verteilen sich so gerne im ganzen Rückraum. Es gibt die ungeöffneten, geöffnete mit Trinkwasser, geöffnete mit Brauchwasser und wir stellen fest, dass sie sich auch sehr gut als Müllkanister eignen.



Mara baut ein kleines Frühstück zusammen und kocht Kaffee auf den Tassen. Also Filtertüten-Aufsatz auf eine Tasse und dann langsam, nach und nach Kaffee aufschütten. Für nächstes Mal nehmen wir eine Thermosflasche mit, in der wir Kaffee schon am Abend vorbereiten können. Dann gibt es den immer frisch und heiß auf dem ersten Drive. 🙂

Ich kümmere mich um die Technik, die Gopro Halterung muss mal rausgeholt werden. Die Kameras sind teilweise immer noch nicht richtig eingestellt und die ersten Tage wollen auch mal vom Laptop gezogen werden. Dieser Laptop hat die Eigenheit, dass er nur schnell läuft, wenn ich den am Stromnetz habe. Unser Hilux hat aber eine deutsche Steckdose in der Armlehne der Mittelkonsole eingebaut, dass ist einfach perfekt. So geht die Sicherung der Daten schnell von der Hand. Ich sichere immer doppelt ab. Laptop und Festplatte. Die SD Karten werden danach formatiert.

So sind wir also etwas beschäftigt und es wird immer wärmer, was wir sehr begrüßen. Ich gehe zum Wagen und was ist das??? 😮

Da war doch jemand an unseren Vorräten, Dieb!

Der Schurke hat Spuren hinterlassen, die uns aber erstmal nicht weiterhelfen. Mit diesem Beweismittel können wir nix anfangen. Es war keine diebische Elster, die gibt es hier nicht, aber diese Feder haben wir noch nie gesehen. Ein weiteres Indiz ist der Fundort, direkt neben unserer Toastbrot-Tüte. Wir melden den Vorfall sofort bei der Buschpolizei und umgehend wird eine Fahndung rausgegeben!







Das alleine reicht mir nicht aus, Sherlock Robin geht der Sache jetzt selber nach. Ich schnappe mir meine Kamera und suche erstmal die nähere Umgebung des Tatorts ab. Wer sitzt da so unbeteiligt in der Sonne badend im Baum... versucht nicht aufzufallen, aber sieht auch nicht verdächtig aus.

Southern Masked Weaver | Maskenweber


Was ist mit dem Kandidaten? Mhhh, so gar nicht, aber manchmal haben die ja ganz andere Federn unter'm Flügel. 😐


Marico Flycatcher



Ey was guckst du?, dann guck' ich auch.





Die Suche wird neugierig wahrgenommen. Auch ein Rotbauchwürger lässt sich blicken und schaut was hier eigentlich passiert ist. Er schnappt sich eine Haferflocke und verschwindet wieder. Der weiß sich offensichtlich an die Regeln zu halten, davon ab ist seine Farbenpracht zwar auffällig, aber eben auch auffällig anders.


Crimson-breasted Shrike | Rotbauchwürger



Ich gehe zum Rand der Campsite, vielleicht muss ich auch einfach meinen Suchradius erweitern und siehe da, im Gras versteckt ist hier ein großes Feld der Kalahari Melonen. Mit Speck fängt man Mäuse sagt man doch so schön. Mir kommt eine Idee und ich nehme eine kleine Melone mit zurück, schneide sie einmal mittig durch und lege sie zum Wasserteller. (apropros Wasserteller... das ist mir ab jetzt nicht mehr erlaubt. "Musst du dafür denn ausgerechnet einen der Teller nehmen, von dem wir auch essen wollen!!!") 😗

Erste Fahndungserfolge stellen sich prompt ein. Zumindest wirkt das Lockmittel und auch in den Büschen finden sich Zaungäste ein. Die Schlinge zieht sich zu!


Great Sparrow | Rotbrauner Sperling



Marico Flycatcher



Southern Masked Weaver - Maskenweber



Es ist sehr verdächtig, dass der Glanzstar nicht auftaucht. Die haben doch öfter mal bläulich, lilanes Gefieder. Das ist noch kein Beweis oder Schuldbekenntnis, aber es wäre auch nicht verwunderlich, wenn der Täter dem Tatort fern bleibt.





Etwas hüpft durch die Äste und nähert sich den Melonen. Gegen die Sonne kann ich ihn nicht gut erkennen. Ich schaue dem Vogel hinterher, er flattert kurz mit den Flügeln und lässt sich in Richtung Melone fallen... es ist nur ein juveniler Maskenweber. Ich schaue ihm nach und was ist das, da sitzt doch schon jemand auf der Melone. 😮


Southern Masked Weaver | Maskenweber (juvenile)



Der sieht mehr als verdächtig aus, ich schleiche mich an und das passende Weibchen kommt auch noch mit dazu. Diesen beiden ist die Schuld ja quasi ins Gesicht geschrieben, obwohl sie mehr als unschuldig dreinschauen.


Violet-eared Waxbill | Granatastrild


Ich rufe Mara rüber, sie muss auch einen Blick auf die Neuankömmlinge werfen, die wir

zum Ersten, noch nie gesehen haben und

zum Zweiten, zwar unglaublich verdächtig sind, aber eigentlich viel zu grazil und schlank wirken, um zu dem ermittelten Täterprofil: "Vielfraß" wirklich zu passen. Wir hätten etwas größeres erwartet.

Nein nicht dich... 🤪


African red-eyed Bulbul | Maskenbülbül



So ganz können wir den Fall noch nicht als gelöst abschließen. Wir haben noch kein Geständnis und wollen auch nicht irgendjemanden zu unrecht verurteilen. Das Täterprofil passt eben nicht so wirklich und bei der Tatortbesichtigung sind wir auch von einem Einzeltäter ausgegangen. Während wir noch grübeln und die Indizienkette noch einmal versuchen nach zu vollziehen, regt sich etwas bei der aufgeschnittenen Tsamma.

Die beiden Haupttatverdächtigen flattern aufgeregt davon und ein einzelner Granatastrild stobt zwischen die beiden und beansprucht beide Hälften für sich alleine! 😮

Er schaut hoch. Ein Blick genügt! - Haltet den Dieb! - Lasst ihn nicht entkommen!








Er pickt noch 2-3mal in die Melone und stopft sich die Backen voll, bevor er davon flattert und sich dem Zugriff und somit der gerechten Hand der Justiz entzieht. Wir versperren den einzigen Zufahrtsweg zur Campsite, es gibt kein Entkommen... leider haben wir vergessen, dass Vögel ja fliegen können. Diese Maßnahme war ziemlich überflüssig und von wenig Erfolg gekrönt. Der Täter kann ungestraft entkommen.

Bevor es weitergeht räumen wir unseren Platz auf, klopfen die letzten noch brauchbaren Reste vom gestrigen Feuer ab, schließlich müssen wir mit Holz weiter haushalten und mit einem letzten Blick verabschieden wir uns von dieser sehr schönen, sehr einsamen Location, mittendrin im Nirgendwo des wogenden Kalaharigrases.





Wir lassen ein Kopfgeld für alle Camper die nach uns kommen am Duschhäuschen hängen. Wir haben jetzt ein Gesicht und so ist ein jeder gewarnt, der hier irgendwann einmal vorbeikommt. 🤪 😄








Fazit Passarge Campsite
Es gab auf der Campsite immer was zu gucken durch die vielen Vögel, aber leider keinerlei Fernsicht. Was man hat, dass ist diese bedingungslose Einsamkeit, da hier wirklich nichts und niemand im Passarge Valley in der Nähe ist. Die drei Campsites liegen jeweils über 10km entfernt zueinander. Da das Wasserloch nicht gefördett hat, hatte man jetzt auch keine Anlaufstelle morgens oder Abends. Ansonsten muss man wissen, was man bekommt und dann ist die Campsite dafür völlig passend. Über den Tag sehen wir die Campsite #2 im Valley, die etwas den Hang hoch liegt und einen tollen Weitblick bietet. Die wäre evtl. noch etwas schöner.

Für jetzt und dieses Jahr eine gute 3,5 / 5 Sternen. Wir würden wieder hin, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne etwas anderes probieren.


to be continued...


Gruß,
Robin

Teil 820. Jan. 2022

Einmal von hier, bis ZU WEIT WEG!

Wir verlassen die Campsite und richten uns gen Osten. DIe Fahrtstrecke soll heute bis CKWIL7 gehen. Das ist eine Ausweichcampsite ohne Ablutions im Deception Valley gelegen. Gute 90km Strecke liegen jetzt vor uns.


Hier die genauere Ansicht der Route

Um 11:30 Uhr geht es los und wir werden von "unserem" Oryx und den hier oft angetroffenen Flycatchern verabschiedet. Der Weg geht anfangs noch ganz gut voran, auf das hohe Gras folgt eine eher karge Fläche, die sehr gut zu fahren ist. Das trügt allerdings etwas, denn diese Beschaffenheit des Weges hält nur für wenige Kilometer an. Danach hat uns die gelbe Blüte der Kalahari wieder eingefangen. Dem könnten wir deutlich mehr Schönes abgewinnen, wenn diese Blüten nicht an fisen Dornenbüschen hängen würden. 😣


Sabota Lark | Sabotalerche






Marico Flycatcher



Es hätte so schön sein können!



vs. So schön war es dann...



Zwischen den Bäumen und Büschen verstecken sich immer mal wieder ein paar Oryx, ein Blick zum Boden zeigt, dass die Buschkletterer vom Vortag auch auf dem Boden oft genug unterwegs sind. Es gibt nicht gerade das, was man viele Highlights nennen würde, anderseits lieben wir auch alles was Hörnchen sind und im Gegensatz zum Moremi, wo wir immer nach Baumhörnchen schauen, können wir hier Erdhörnchen beobachten. Näher dran waren wir an Erdmännchen noch nie, deswegen sind die quasi unser Ersatz dafür.

Zwei wechseln sich nahe des Weges ab mit aufpassen, fressen und buddeln. Zu süß, da können wir herrlich Zeit vertrödeln. 😁





Agame aculeata | Stachelagame



Ground Squirrel - Erdhörnchen


















Wir fahren weiter... und weiter. Dann schleichen wir noch ein Stück weiter durch die Dornenbüsche und danach fahren wir weiter. Nachdem wir also weitergefahren sind, fahren wir weiter und wir wundern uns...

Wie verdammt lange dauert das denn, bis wir endlich mal Campsite #2 erreichen? 😐

Zwei ganze Stunden lang dauert das und nein, soooo ewig haben wir jetzt auch nicht bei den Hörnchen gestanden, aber wenn man immer nur mit 10-15 km/h vorankommt, wundert man sich doch, wie viel Zeit draufgeht an so einem Tag. Eine Doppelseite Tinkers in der Zentralkalahari entspricht eben nicht anderen Karten die wir kennen. Alles zieht sich viel länger hin. Wir ahnen schon, dass wir uns ganz fürchterlich verschätzen könnten heute.

Endlich sehen wir das Schild zur #2 und Zeit hin oder her, schauen wir uns die Campsite an. Zum Ersten wollen wir uns einen Überblick verschaffen, für ein Wiederkommen, zum Zweiten brauchen wir immer noch dringend Holz und unterwegs ließ sich mal wieder nur sehr wenig finden.

Die Campsite finden wir sehr schön. Zwar zwischen Büschen gelegen, aber Richtung Valley öffnet sich der Blick und man hat eine tolle Weitsicht über die Ebene. Hier könnte es uns sehr gefallen. Gefallen finden wir auch an etwas Brauchholz eines toten Baumes der ein paar Schritte entfernt der Campsite im Gebüsch liegt. Hier wurde schon das ein oder andere Stück mit glattem Schnitt einer Säge entfernt. Solches Werkzeug haben wir nicht dabei, es reicht also abermals nur für das, was sich per Hand entfernen und später mit Axt in die richtige Länge zerteilen lässt. Nicht viel, schweißtreibend, aber es muss reichen. Sobald wir irgendwo Holz finden, laden wir uns die Karre bis zur Decke voll. So viel steht schonmal fest! 😵


Northern Black Korhan | Weißflügeltrappe



Black-backed Jakal | Schabrackenschakal









Auf der Campsite selber liegt ein sehr schmückender und verblichener Baumstumpf, anscheinend ein Mehrfamilienbaum für Agamen. Ich erwische nur eine halbwegs, sobald ich mich mit der Kamera nähere sind sie weg.

Daneben steht ein Baum in voller Blüte. In Bäume bestimmen bin ich noch schlechter als bei kleinen Vögeln, aber in diesem hier springt einer rum, von Blüte zu Blüte und ich denke zuerst, er würde sich am Nektar laben. Weit gefehlt, er hat es auf die Insekten abgesehen, die sich in den Blüten verstecken und pickt sich satt. Bei jeder Zweiten holt er irgendeinen kleinen Käfer oder Fliege aus den Blättern. Ich glaube ich liege mal richtig... für den habe ich sehr lange gesucht um ihn zu bestimmen. 😕


Black-chested Prinia | Brustbandprinie (non breeding)






Agame aculeata - Stachelagame



Unser Weg der vor uns liegt, ist ein wenig wie der, der gerade hinter uns liegt, um ehrlich zu sein... er ist genauso. Stachelig, weit und es geht quälend langsam voran. Wir bleiben noch viel weniger stehen, wir sehen aber auch weniger. Eine Riesentrappe hier, mal ein Vögelchen dort. Eine schöne Sichtung sind vier junge Oryx, die sich im Schatten eines Baumes verstecken, junge Oryx haben wir noch nie gesehen. 🤩

Wir ziehen die Strecke bis zur Campsite #1 jetzt durch und wieder dasselbe Spiel. Mal kurz schauen, nach Holz suchen und für uns entscheiden, dass diese Campsite uns am wenigstens zusagt. Sie liegt eigentlich vielversprechend, da man erstmal ein Stück den Hügel hochfährt, aber leider hat man keinerlei Sicht und alles ist eher eng. Sagt uns nicht zu und hier würden wir uns wohl eher nicht allzu wohl fühlen.


Kori Bustard | Riesentrappe






Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint









Der nächste Abschnitt bricht unserer Zeitplanung das Genick. 12,5 km sollen es sein, anscheinend ein Kartenfehler, wir sind deutlich über zwanzig Kilometer unterwegs und es bleibt buschig und kratzig für den Lack. Daran ändert sich auch nichts, bis wir den Leopard Loop erreichen, erst dann wird die Strecke immer mal wieder etwas besser und es wechseln sich Passagen mit und ohne Büschen mehr ab, so schafft man etwas mehr Strecke.


Black-backed Jakal | Schabrackenschakal



Ein besonders schönes Exemplar für meine Sammlung "Afrika von Hinte(r)n" 😊 🤪



Wenn mal Tiere, dann war das hier eine recht typische Sichtung. Springbock hinter Büschen.





Das nächste Bild hat uns sehr genervt, als der Protagonist darauf. Ein völlig beklopptes Perlhuhn wollte einfach nicht die Pad verlassen. Maras Kommentar dazu... es kam mir vor wie 25 Minuten, vielleicht waren es auch nur 8. Gefühlt eine Ewigkeit. Das unterschreibe ich. Sanftes ranbschleunigen, kein Effekt. Auf die Seite des Autos schlagen, kein Effekt. Etwas Abstand lassen und dann mal voll beschleunigen... KEIN EFFEKT 😠

Wir wollen ja keinem was zu Leide tun und so schleichen wir mit einem PS = eine Perlhuhnstärke hinter dem dummen Vieh hinterher. Man sieht es ja auch nie, sobald man zu nah dran ist und weiß nicht ob es Anstalten macht auszuweichen. Jedes Mal, wenn wir ab diesem Zeitpunkt Perlhühner sehen halten wir erstmal voll drauf, damit die schnell zur Seite springen, bevor sie sich einmal festgelaufen haben. 🤪 😣


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn









Das Licht wird schon länger und endlich kommt das Wasserloch der Sunday Pan ins Sichtfeld. Wir hätten immer noch fast 40km Wegstrecke vor uns, vollkommen unrealsitisch das heute noch zu schaffen. Da wir morgen sowieso die Campsite #2 an der Sunday Pan hätten, versuchen wir hier unser Glück und parken unseren Wagen in der Nähe eines der Fahrzeuge, die rund um's Wasserloch stehen. Immerhin vier andere Camper stehen hier verteilt rum, bis hierhin haben wir nur ein Fahrzeug im Park gesehen. Fast schon überfüllt hier. 😉

Wir sprechen die beiden im anderen Fahrzeug an und gestehen uns innerhalb der Unterhaltung zum ersten mal auf dieser Reise ein:

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!


DIe beiden sind aber und reagieren auch mehr als freundlich. Sie kennen die Gegend und wundern sich nicht, dass wir die Streckenlänge so sehr unterschätzt haben. Wir fragen auf welcher Campsite sie stehen, es ist die #1 und die beiden haben sich auch die #2 angeschaut heute, da war niemand vor einer Stunde noch und sie glauben auch nicht, dass noch jemand kommt heute. (die kannten nicht solche Leute wie euch @ Nadine) 😛

Wir bedanken uns für die Infos und verabschieden uns, um auch die anderen Leute am Wasserloch zu fragen.

"Das könnt ihr euch sparen, wir gehören alle zusammen und stehen alle auf der #1" 🤩

Perfekt. Wir verlassen das Wasserloch und fahren den Hügel hoch um einmal eine Runde über die #3 und #4 zu drehen, komischerweise sind beide belegt und die Leute nicht unten am Wasserloch, obwohl die Campsites mit Abstand am nähesten dran liegen. Von einer Campsite erhalten wir eine Einladung doch zu bleiben, als sie hören, dass wir evtl. drauf zurückkommen und dann Fleisch und Gin anbieten können, gegen den Standplatz und einen Platz am Feuer, versuchen sie uns direkt zum Bleiben zu überreden. 😄

Hätten wir sicher auch gerne gemacht, aber da noch genug Zeit bleibt um bei unserer Campsite der nächsten Nacht zu schauen, machen wir das auch. Es wäre schon schön, dann zwei Nächte nacheinander an einem Ort zu haben.





Die Campsite ist wie erhofft frei, mal abgesehen von dem Baum voller Webervogelnester und auch dessen Bewohner beäugen uns, als wir so spät noch ankommen. Unsere Abläufe stehen zum Glück ganz gut und wir haben auch kein Problem damit, wenn wir im Dunkeln erst anfangen zu kochen.

1. Stellplatz aussuchen
2. Mara baut die Tische und Stühle auf und legt das Feuerholz parat
3. währenddessen baue ich das Zelt auf
4. und mache dann das Feuer an
5. Mara befüllt erstmal einen Sundowner
6. und legt schon mal Zutaten für das Abendessen zurecht
7. nach einem Sundwoner platziere ich unsere Camplampen taktisch als äußeren Lichtkreis
8. und dann wird sich für den Abend eingerichtet...


White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber



18:29 Uhr steht dann alles soweit 🙂






9. ... und irgendwann, mitten im Dunkeln, mit einer dieser kleinen Lampen vom Bild oben im Gepäck, geht es unter die Dusche, die heute bitter nötig ist, bevor es ins Zelt geht. 😄


Wir setzen uns noch ans Feuer, einen Wein offen, lauschen in die Nacht und heute Abend schreiben wir auch endlich die ersten Zeilen in unser Tagebuch.

Was war das??! 😐

Mara hat irgendwas gehört, da ist gerade was durch's Camp geflogen. Wir schauen uns um und als sich die Augen, weggedreht vom Feuer, ein wenig an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehen wir eine Silhouette auf unserer Kloschnecke sitzen.

Eine Eule 🤩 , um genau zu sein, eine Kloeule! 🤪 😛

Wir taufen sie so, weil sie zuverlässig sich häufiger an diesem Abend, ihren Platz genau dort aussucht, warum auch immer. Die Duschschnecke hätte es doch auch getan. Im Wissen, dass wir einen Wächter haben, der des Nachts, ein waches Auge auf uns hat, können wir uns langsam ins Zelt verabschieden und ruhig dahinschlummern.


Spotted Eagle-Owl | Fleckenuhu



Gruß,
Robin


PS. die tatsächliche Route des heutigen Tages sah dann so aus 😉

Teil 930. Jan. 2022

Katzenjammer in der Kalahari

Es grummelt und es grollt. 😐 😕

Ich bin im Halbschlaf gefangen und frage mich ob ich da draußen irgendwo Löwen höre. Es ist noch dunkel und da ist es wieder ein Grollen. Weit entfernt, aber so Löwen hört man ja auch über Kilometer entfernt. Ich spinxe aus dem Zelt, alles dunkel... und falle wieder in die Nacht zurück.

Da ist es schon wieder! 🙄

Diesmal näher... oder war es nur länger? Mittlerweile ist ein erstes Licht zu sehen vor dem Zelt, sehr fahl und noch kaum als solches zu bezeichnen. Das Grollen scheint aus mehreren Richtungen gleichzeitig zu kommen und mein verwirrtes Hirn baut andere Assoziationen auf, abseits eines mächtigen, schwarzmähnigen Löwen, der auf einer Kalahari Düne sitzt und sein Königreich wissen lässt. dass der nächste Morgen anbricht.

Ich kenne dieses Grollen, aber ich komme einfach nicht drauf. Und dann ist es mit einem Mal taghell im Zelt! 😮

Die Wolken fangen an zu leuchten und Blitze feuern aus dem Himmeln. Löwengrollen, ich doof... das erklärt auch den Wind und das sich immer weiter ausbreitende Grollen, aber wir haben Anfang September, damit hätte ich jetzt so gar nicht gerechnet. Irgendwo in der Wüste, aber noch weit entfernt entläd sich eine Gewitterfront.

Aufstehen ist angesagt. Wenn die zu uns kommt, habe ich keinen Bock, das Zelt und alles nass zu haben. Nicht so lange man es vermeiden kann. Ein klein wenig erkennen wir. So ab 5.50 Uhr hat es erstes Licht also, gut zu wissen. 6 Uhr sind wir aus dem Zelt und warum auch immer, es braucht eine Stunde bis wir loskommen. Immer, egal wie sehr wir uns beeilen. 😗




Da wir hier jetzt auch 2 Nächte verbringen und ein Wasserloch so nah an der Campsite haben, planen wir einen ersten Drive raus, am Wasserloch vorbei, dann einmal um die Leopard Pan (was ein verlockender Name) und wieder zurück am Wasserloch vorbei ins Camp zur Pause. Danach soll es nach Süden gehen für den Nachmittag und das Ganze sieht dann so aus.


Hier klicken für 2D-Ansicht

Bei unseren Packaktion wundert sich der ein oder andere Vogel, dass hier schon so gelärmt wird, bis auf den Tisch und Stühle haben wir alles verräumt. Selbst das Holz packen wir ein, weniger aus Angst, es könnte nass werden, als viel mehr, weil es das wichtigste Gut und Besitz ist, den wir haben. 😄

Das Gewitter ist nämlich weitergezogen und nicht in unsere Richtung gekommen. Das sorgt anfangs eher noch für einen schönen Himmel und die Sonne strahlt schon durch die Wolken, erwärmt das Land und taucht alles in ein schönes Licht. Wir kommen kurz vor 7 Uhr los und rollen vom Platz in Richtung Wasserloch.


Marico Flycatcher






In Richtung Wasserloch ist es nur ein kurzer Weg, vielleicht 2km entfernt. Direkt von der Campsite runter fährt man zuerst durch ein weite Savanne, kurzes Gras, man kann wahnsinnig weit gucken und es tummeln sich Springböcke und es finden sich knapp 20 Oryx Antilopen hier ein. Wir haben die immer eher vereinzelt gesehen und nie in so einer großen Anzahl zusammen. Sehr schön und für uns direkt eine erste schöne Sichtung. 🙂





Afrika von Hinte(r)n in Perfektion... 😛



... das beobachtet auch der Kollege hier genauer.






Am Wasserloch angekommen ist tote Hose... komplett. Kein einziges Tier ist zu sehen. Nichtmals ein einzelner Vogel trinkt am Rand. 🙄 Gestern Abend hatten wir ja wenig Zeit und waren auf der Suche nach einer Campsite für die Nacht, aber rückblickend standen die Autos alle rund ums Wasserloch verteilt, aber zu sehen gab es da auch nix. Komisch. Heute ist auch noch niemand hier, vielleicht sind die alle schon weg oder schlafen länger?!

Naja, wir vertrödeln keine Zeit auf unbenutztes Wasser zu schauen, kommen wir hier doch später eh' noch mal vorbei und machen uns auf Richtung Pan-Loop. Direkt ab Wasserloch teilt sich die Strecke etwas auf in zwei, teilweise drei Fahrspuren um die Bäume und Büsche rum und man entscheidet je nach Optik, welche am besten geeignet scheint. Wir nehmen die ganz linke, da sind am wenigstens Schlaglöcher drauf. Eine kommt uns entgegen, auf der ganz rechten Fahrspur, die scheint sich an der aufgebrochenen Piste nicht zu stören, aber warum auch.... 🤩
...
..
.


🤩




Eine stolze Gepardin kommt uns entgegen und trottet ganz entspannt über die Pad. Wir trauen unseren Augen nicht. Stolz, tja das dichten wir ihr hier mal an, erfolgreich wäre eine definitiv zutreffende Beschreibung. Sie läuft ein Stück weiter an uns vorbei und schaut immer wieder in das hohe Gras neben der Pad.




Der Blick wird erwidert von dem einen oder dem anderen Youngster der seiner Mutter folgt. Insgesamt hat sie drei Junge durchgebracht. Sie sind schon groß und folgen ihrer Mutter immer noch, nicht mehr allzu lange nehmen wir an. Die drei sehen so aus, als ob sie sich bald abkapseln würden, bzw. von der Mutter verjagt werden. Wir sind keine Profis, aber geben ihnen nur noch wenige Monate zusammen.



Wir wenden den Wagen und fahren mit ihnen mit. Die Richtung ist glasklar, die vier sind unterwegs in Richtung Wasserloch. zwischen dem Gras ist kaum an Fotos zu denken, ein paar Videos werden aber was. Dann verschwinden sie im ganz dichten Buschwerk. Wenn wir richtig liegen, dann kommen sie über den Weg zum Wasserloch wieder raus aus dem Dickicht und wir geben Gas außen rum um uns dort geschickt zu positionieren.

Lange warten müssen wir nicht, da kommen sie nach und nach aus dem hohen Gras und direkt auf uns zu. 😁














Am Rand des Grases bleibt sie sitzen und ihre Jungen verteilen sich um sie herum und warten kurz. Sie sondiert wohl die Lage und entscheidet ob es am Wasserloch sicher ist oder nicht. Am Anblick dieser Schönheit können wir uns nicht sattsehen. Löwen vermitteln diesen Eindruck von unbändiger Kraft, Leoparden haben einen immer etwas verschlagenen, intelligenten Gesichtsausdruck... aber Geparden sind unsere Lieblinge. Für uns die Verkörperung von Eleganz... 😘

(ich habe gar nicht gewarnt, dass jetzt nur viel zu viele Gepardenfotos kommen, aber das entschuldige ich jetzt auch nicht) 😉





Als sie sich aufrichtet und weiter geht kommt Bewegung in die Truppe. Alle folgen imemr der Mutter, dies scheint ein bekanntes Ritual zu sein. Auch wir starten den Motor und fahren einmal rund ums Wasserloch und suchen uns einen Platz von wo aus wir sie weiter beobachten können.











Wir stehen auf der anderen Seite des Wasserlochs. Die Katzen sind jetzt relativ weit weg, aber so sehen wir sie wenigstens. Sie kommen zum Wasserloch, ihren Durst stillen und liegen mal dort, mal hier. Zwei liegen im Wald, die Mutter etwas abseits und immer mal wieder läuft einer von A nach B.

Es kommt kein zweites Auto, wir sind hier ganz alleine mit vier Geparden, ein paar Schakale schleichen herum und auch Vögel kommen mittlerweile zum Wasserloch. Verrückt, dass wir hier alleine stehen, wo sind denn alle? - immerhin waren alle 4 Campsites belegt.


Endlich mal ein Bild mit allen Youngsters zusammen






Black-backed Jakal | Schakal









Wir stehen hier schon eine Dreiviertelstunde. Die kleine Gepardenfamilie liegt faul herum, aber dann höre ich Mara: "Da passiert was im Wald, der eine schleicht dort rum."

Ein junger Gepard geht auf Tauchstation und robbt über den Boden als ob er sich einem Beutetier nähert. Sein Bruder dahinter wird auch unruhig. Wir sehen nicht worauf er es abgesehen haben könnte, die beiden liegen auch mitten im Wald, zu weit weg um da sowas wie ein scharfes Bild hinzukriegen. Noch während wir unsicher sind was da los ist rennt der erste der beiden plötzlich los, während sich auch sein Bruder noch wundert was los ist. Er steht erst noch da und guckt der Staubwolke hinterher, bevor auch er lossprintet.





Weiter hinten startet Nummer drei und rennt auch hinterher. Im Augenwinkel sehen wir einen Schakal der um sein Leben rennt und einen Geparden im Vollsprint hinterher. Nur Augenblicke und die Jagdgesellschaft ist verschwunden. Nur Sekunden später hören wir ein lautes Jaulen, es knackt und kracht im Unterholz und das ist Ruhe. 🙄 😮

Wir fahren rund ums Wasserloch, können aber keinen Geparden ausmachen oder sonstwas. Zurück am Wasser steht die Mutter im Wald und ruft nach ihren Jungen... also fiept nach ihnen. Komisch welch' hellen Töne diese Katzen machen. Sie läuft in unsere Richtung und hält auf der Pad an, setzt sich dort hin und ruft und ruft. Nach und nach trottet ein Junges nach dem anderen zu ihr und legt sich in den Sand auf der PAD, erstmal ausruhen, nach diesem kurzen Frühsport-Programm.








Wir nutzen die neue Perspektive um das einzige Bild zu schießen, wo jetzt die ganze Familie mal zusammen gekommen ist und ein kleines Tatzendetails, ja Tatzen und nicht Katzen... wobei stimmt ja beides. 😉








Nach etwas mehr als einer Stunde ist Schluss mit Faulenzen. Mama ruft zum Rapport und es heißt den Tag zu beginnen. Sie steht auf, wieder folgen die Jungen. Wir fahren wieder rund ums Wasserloch, aber sehen sie nicht mehr. Sie sind direkt im hohen Gras verschwunden, abseits der befahrbaren Pfade. Dann ist es für uns wohl Zeit, mit einem letzen Blick und eine Stunde später als gedacht jetzt unsere geplante Runde um die Leopard Pan anzugehen.





Auf das Bild hier klicken, für ein kurzes Video der Geparden. 🙂






to be continued...



Gruß,
Robin

Teil 1030. Jan. 2022

Kleine Runde über die Leopard Pan

Wir fahren den Loop gegen den Uhrzeigersinn, man fährt also in Richtung der Sunday Pan Campiste #1 und darf dann den Abzweig nicht verpassen, der einen auf den Loop bringt. Bei dem Schild im letzten Beitrag geht es also links ab... kann man ja nicht wirklich übersehen. 😉

In der Mitte der Pfanne liegt eine Insel, Bäume wachsen dort und man fährt quasi immer am Rand entlang. Teils durch hohes Gras, aber immer mit dem Blick auf die offene Steppe, es geht so im groben 6km einmal rum.





Nachdem die Geparde den Schakal gejagt haben, freuen wir uns, auch auf dem Loop wieder welche in lebend zu entdecken, denn wenn wir ehrlich sind, glauben wir nicht wirklich, dass der Gejagte das überlebt hat der Gerüschkulisse nach. Dieser hier ist auf jeden wohlauf und er scheint fast schelmisch zu schauen, vielleicht hat er das Hörnchen entdeckt und sieht gedanklich schon sein nächstes Mahl vor sich.


Black-backed Jakal | Schakal



Ground Squirrel | Erdhörnchen



Seit wir vor 2 Tagen in den Park gefahren sind, versuchen wir mal einen der hellweißen Greifvögel zu erwischen, aber immer wieder hauen die viel zu schnell ab und nie gelingt uns sowas ähnliches wie eine Fotoaufnahme. Dieser Morning-Drive bietet wieder mal einige Chancen und anfangs auch nur Enttäuschungen, aber dann... endlich bleibt mal einer lange genug sitzen, dass wir uns, so gut es eben geht 🤪, mit dem Hilux anschleichen können. An den Krallen erkennt man noch, dass er wohl gerade erst sein Frühstück verschlungen hatte.


Er bleibt noch kurz sitzen...



... hebt dann ab...



... und dreht noch mehrere Runden direkt um unser Auto herum.

So schaffe sogar ich mal ein BiF (Bird in Flight) Foto, dass mir sonst einfach nie wirklich gelingen mag und über das ich mich wirklich sehr gefreut habe! 😎


Black-shouldered Kite |Gleitaar



Auf ca. halber Strecke stehen fünf Autos auf der Pad und drum herum verteilt die Truppe Südafrikaner, die wir gestern Abend am Wasserloch getroffen hatten. Wir fragen ob sie Hilfe brauchen, aber natürlich nicht... sie frühstücken hier einfach nur mit Blick auf die Pfanne. Gestern Abend hatten sie auch schon vergeblich auf die Geparden gewartet, die sind seit einiger Zeit hier im Gebiet unterwegs wie wir erfahren. EIne lustige, nette Gruppe. Jeder prostet uns zu (mit Kaffeebechern um das hier zu erwähnen)

Sie erzählen uns, dass sie diese Nacht wieder wechseln müssen und bei Kori sein werden. Dort hat es eine entsprechend große Campsite, mit fünf Autos brauchen sie natürlich entsprechend Platz und dann soll es von dort auf die Suche nach dem legendären Löwenrudel gehen. Im Deception Valley wurde ein Rudel mit 17 Löwen gesichtet. Tatsächlich hören wir öfter davon, die scheinen Deception Valley, bis hin zur Piper Pan als ihr Territorium zu haben, setzt man alle Berichte und Sichtungen anderer Camper zusammen. Wir sind mit unseren Geparden sehr zufrieden, fahren dennoch in Richtung Deception später am Tag, aber so viel vorweg. Löwen können wir nicht, egal wie viele rumlaufen oder wie nah die auch neben der Pad liegen mögen, dass haben wir 2018 schon bewiesen wo wir zwei stattlichen Männchen fast über die Tatzen gefahren wären und auch in diesem Urlaub beweisen wir das noch sehr eindrucksvoll. 😄

Wir schlagen uns durch die Büsche auf den weiteren Weg. Sagen wir mal, sie haben nicht ganz so geschickt geparkt, aber das stellt jetzt auch kein Problem dar, man kann ja drum herum fahren. 🤪





Wir fahren in die Mitte der Pfanne zur Insel, vom Norden her führt hier ein Weg hin, aber außer einem Wendeplatz gibt es nicht viel zu entdecken, der ganze Weg gefällt uns aber sehr gut. Oryxe stehen in kleinen Herden in der Graslandschaft, natürlich läuft wieder mal ein Schakal durch das Gras und sogar ein Paar Bee-Eater bleibt mal sitzen. Auch wenn ich mich für dieses Bild arg strecken musste, da sie mitten im Dornenbusch saßen und die Darstellung wieder nur aus zwei Bildern kombiniert möglich war. 🙂








Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint



Vorbei am nächsten Schild weiß man genau Bescheid...





... also nach rechts geht es zurück zum Wasserloch und unserer Campsite. Beim kleinen Abstecher zum Wasserloch schaut uns nur ein einzelner Oryx fragend an, was wir denn hier schon wieder wollen.





Also fahren wir auch schnell weiter zur Campsite. Gegen 10 Uhr sind wir zurück und kümmern uns ausgiebig um die Dinge, die einfach noch anstehen. Also Duschen, die im Auto integrierte Waschmaschine schmeißen wir zum ersten Mal an, ich kümmere mich mal um die Technik, auch die GoPro wird jetzt endlich mal auf dem Dach montiert und Mara hat sogar noch die Muße zum Frühstück ein richtig leckeres Rührei zu fertigen.

Da sagen wir zu uns selber immer gerne ironisch: "Hach, uns geht's schlecht." 😉 😄


to be continued...



Gruß,
Robin

Teil 1113. Feb. 2022

Mal wieder... irgendwo im Nirgendwo.


Erst gegen 13 Uhr geht es wieder los auf die Piste. Unser Ziel diesmal ist das Deception Valley, schließlich flüstern die Stimmen, die man so trifft, dass sich hier einige Löwen rumtreiben. Kann aber nicht sein, denn wir haben keine gesehen! 😛
(wir werden schließlich noch eindrucksvoll beweisen innerhalb dieser Reise, dass wir Löwen niemals übersehen würden... ich lass' das einfach mal so stehen)



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Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir die Ost-West Tangente, die einmal quer durch den Park führt. Unsere absolute Lieblingsstrecke hier im Park. NICHT!!! 😣

Es geht Hügel hoch und Hügel runter, die ganze Zeit bumpy-bumpy und das mit Null Sicht, egal in welche Richtung. Na wenn das so weitergeht...





... zum Glück tut es das nicht, ganz unerwartet kommen wir am nördlichen Ende der Deception Pans raus. Es öffnet sich ein großes, weites Tal, mit viel Sicht und breiten Pisten. Erdhörnchen graben den festen Boden um und werden dabei mit Argusaugen beobachtet, ob sich mal eine Unaufmerksamkeit einstellt. Schön finden wir es hier, auch ohne viele Tiere einfach mal entpannend für die Augen und eine Wohltat, dass es nicht alle zehn Meter irgendwelche Dornen und Äste an unserem Auto kratzen und quietschen.





Ground Squirrel | Erdhörnchen



Pale Chanting Goshawk | Großer Singhabicht









Nicht lange hält das sanfte Dahingleiten an, die Wege werden wieder enger und ruppiger. Unter den Büschen stehen die Springböcke im Schatten. Mal klein und noch ganz niedlich, mal elfisch mit langen, spitzen Ohren oder auch bei der Fellpflege...








Was für Ohren... ich habe das Bild mal "I bims 111" genannt. 🤪



... zum Thema Fellpflege muss man das Bild auch eher anders titulieren, mit "Großmutter, was hast du so schöne Zähne?" 😄






Kaum das es wieder etwas grasiger wird, bleiben die vermeintlich typischen Verdächtigen nicht aus... die hochnäsigen Riesentrappen haben wir hier wirklich sehr viele gesehen, so eine schöne wie hier aber noch nicht ablichten können. Kleinere Trappen staksen durch das hohe Gras, immer in Deckung, damit sie nicht von den Schakalen entdeckt werden.


Kori Bustard | Riesentrappe



Northern Black Korhaan | Weißflügeltrappe






Und dann schlägt mal wieder unser Urlaubsmotto zu: Wo ein Wille ist, ist oft (k)ein Weg

Wir können ehrlich gesagt nicht sagen wo wir uns verfranst haben. Aber wir verballern die Wegstrecke völlig und stehen plötzlich vor einem Feld aus schwarzem Gestein mit orangenem Bewuchs aus Flechten. 🙄

Ganz komische Parallelwelt, es hat nur zwei mindermäßig sichtbare Spuren über die Fläche, aber ab dann geht es wieder über eine deutliche Fahrspur immer entlang des Randes dessen, was wir als Deception Pan auf der Karte identifizieren. Weiß jemand was das ist, der dunkle, eher poröse Stein macht einen fast schon vulkanischen Eindruck. Kann das hier sein?, haben wir nie mehr anderswo gesehen.

Es dauert recht lange, ich schätze eine gute dreiviertel Stunde fahren wir hier den Loop, bis wir irgendwann doch wieder auf unseren Hinweg treffen.








Diesen Ausflug quittieren wir mit etwas Kopfschütteln. Eigentlich wollten wir nur raus zum Viewpoint fahren, der einen ganz kleinen Bogen schlägt... hat irgendwie nicht geklappt. 🤪

Na was soll's, es wird Zeit den Rückweg anzutreten, dass machen wir über den östlichen Weg in Richtung des Leopard Loops und kommen dann wieder von Norden zu "unserem" Wasserloch. Der Weg ist großteils verbuscht, viel Gras, aber alles in allem ganz schön, was vermutlich auch einfach das sich langsam ändernde Licht ausmacht.


Marico Flycatcher



Scaly-feathered Weaver | Schnurrb






Agame aculeata | Stachelagame



Greater Kestrel | Steppenfalke




Wir kommen am Abzweig nach Süden an und fahren wieder Richtung Wasserloch als wir Spuren sehen. Katzen, sehr klein, also wahrscheinlich unsere Geparden Familie. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass die Fußabdrücke durch die Profilspuren der Autos gehen, die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir sie in die Richtung noch einmal entdecken. Man, was sind wir für Spurenleser mittlerweile... wir kommen uns vor wie der Eskimo Opa aus der Audi Werbung, wer die noch kennt. 😄


Audi....... Quattro! 😉






Am Wasserloch angekommen sehen wir erstmal noch nichts, bzw, einen Nimmersatt durch das Wasser staksen. Wir umrunden die Gegend und tatsächlich, da liegen sie faul rum. Dicke Bäuche und durstig. Es scheint als wären sie erfolgreich gewesen. Kein anderes Auto ist hier, anscheinend sind wir komplett alleine auf den Campsites diesen Abend. Wir wissen mittlerweile, dass an der Stelle, wo die vier liegen, die Hauptpad direkt vorbeiführt. Das nutzen wir natürlich aus.


Yellow-billed Stork | Nimmersatt












Die Schakale scheinen vom Morgen nicht viel dazugelernt zu haben, sie strolchen wieder in der Nähe rum, allerdings sind die Katzen viel zu träge um sich dafür zu interessieren. Sie liegen fast nur rum, Bewegung kommt nur selten ins Spiel und wenn, dann nur um sich mal 2-3 Meter weiter wieder hinzulegen.








Die Mutter bleibt dennoch aufmerksam...






Wir stehen hier etwas mehr als eine halbe Stunde und überlegen was wir machen sollen... wir haben noch die Wäsche im Auto, die müssen wir heute noch aufhängen, wollen aber auch diese schöne, sehr ruhige Sichtung nicht verlassen. Es hilft nichts, aber wir haben eine, nur für uns, neue Idee. Warum nur haben wir so lange gebraucht für eine solche Erkenntnis.

17:53 Uhr fahren wir zur Campsite. Eine Wäscheleine wird schnell gespannt zwischen zwei Bäumen, alles auswringen und aufhängen. Gleichzeitig werden zwei Becher mit einem Schluck Gin befüllt. Den Sundowner gibt es heute am Wasserloch bei den Geparden. Zwei Dosen Tonic Water nach vorne, die Becher in die passenden Becherhalter. Mit nur Gin drin rumpelt da auch nix raus. Was für eine geniale Idee! 😄

Wir kommen schon bei unserem viertem Safariurlaub drauf. 😣 😗


Gesagt getan, es geht zurück zum Wasserloch. Schon um 18:10 Uhr stehen wir wieder bei den geparden. Befüllen unsere Becher und stoßen auf den jetzt langsam ausklingenden, sehr schönen Tag an. 🙂





Red-billed Spurfowl | Rotschnabel Francolin






Good Night...



Eine halbe Stunde später geht es mit dem letzten Restlicht zurück zu unserer Campsite. Da es jetzt spät ist und wir zum Kochen sehr spät dran sind, haben wir bei der Überlegung, den Sundowner ans Wasserloch zu verlegen auch hier geschickt geplant. Das Feuerholz ist schon aufgeschichtet und muss nur noch entzündet werden. Es gibt einfach Nudeln mit Pesto, also müssen wir nur ein paar Nudeln kochen im Topf, also auch nicht erst auf's Feuer warten.

So steht nur kurze Zeit später ein Wein und Nudeln auf dem Tisch. Das Feuer brennt, die Eule fliegt mehrfach über's Camp, setzt sich aber nicht mehr auf's Klo, oder zumindest nicht dann, wenn wir sie bemerken.

Wir schreiben Tagebuch und genießen die Geräusche der Nacht. Gegen 22 Uhr kommt wieder kräftiger Wind auf, Zeit ins Zelt zu verschwinden. Wenn Mara schon im Zelt ist gehe ich den äußeren Ring ab, schalte Solarlampen ab und ziehe noch schnell die Kohlen auseinander. Gerade trete ich auf die Leiter, als ich ein Schlabbern höre, mich umdrehe und mich fürchterlich erschrecke. 😮

So ein dummer Schakal steht zwei Meter entfernt an der Vogeltränke, Sekunden vorher war err noch nicht da, er hat wohl gewartet, bis die Lichter aus waren. Mann-o-Mann, wenn man sich umdreht und plötzlich zwei leuchtende Augen sieht, dann geht es nicht anders, dann springt man erstmal kurz aus der Hose. 😄 😛






Gruß,
Robin

Teil 1216. Feb. 2022

Bye, bye CKGR

Ein kleines Stück fahren wir heute noch weiter... es ist der 09.09. und Zeit die Zentralkalahari hinter uns zu lassen. Der Wecker klingelt früh und wieder brauchen wir unsere Stunde um los zu kommen. 🤨

Eine kurze Morgenrunde und dann raus aus dem Park über das Matswere Gate.


>> Detailansicht <<

7.15 Uhr verlassen wir die Campsite, gefallen hat es uns hier sehr gut. Mit dem Wasserloch so nah dran, hat man hier die Möglichkeit morgens, wie abends eine schöne, kurze Runde zu fahren. Die Gegend ist herrlich und weiß mit etwas Abwechslung zu überzeugen.








Auf dem Weg zum Wasserloch kommen wir an ein paar Herden vorbei, Springböcke in schönem Morgenlicht, dazu sagen wir nicht nein. Am Wasser selber war diesen Morgen tote Hose. Kein einziges Tier zu sehen, mal abgesehen vom gestrigen Nimmersatt, der in der Mitte des Wasserloch im Dornenbaum saß und dort, in sicherer Position, die Nacht verbracht hat.








Ein echtes Highlight für uns, bescherte dann auf dem Rückweg, ein kleiner Loop den man neben der Hauptpad fahren kann. Er kommt zwischen Wasserloch und Campsite 2 raus und fährt quasi mitten durch die Graslandschaft. Oryxe soweit das Auge reicht... naja nicht ganz, aber so hat es sich angefühlt für uns. 😛

Zumindest haben wir nie so viele auf einem Haufen gesehen. Alleine auf dem Bild hier sind ca. 40 nachzuzählen. Insgesamt werden es eher doppelt so viele gewesen sein.





Diese Sichtung fanden wir wirklich extrem schön. Als kleiner Farbtupfer hatte sich ein einzelnes Gnu in die Herde gemischt. 🙄 Immerhin, für diesen Urlaub eine Erstsichtung, wo seine Freunde waren, da müssen wir passen, vielleicht dachte es auch einfach, es wäre ein Oryx und hatte sich in diese Herde verirrt. 😄











Zwei Oryx legten die Hörner noch zu einem kleinen Fechtduell zusammen, ein, wie ich finde tolles Motiv, dass ich mir in der Hochkant-Version auch mal in etwas größer ausdrucken musste. Auch das ist eines meiner Lieblingsbilder des Urlaubs, von denen es zum Glück einige gibt, mir gefällt hier einfach die gesamte Farbgebung, der sanfte Hintergrund, das schöne Licht und die noch schöneren Motive. 🙂


Fechtende Oryx






Fazit Sunday Pan Campsite #2
Rundum schön, ein Schattenspendender Baum mit einer Webervogelkolonie. Man hat also auch so immer was zu gucken, auch wenn einer leider Abends mal von unserem Licht völlig verstört war und in unseren Canopy Aufbau geflogen ist und auch sonst etwas verwirrt durch die Gegend flog... da kann man dann nix machen. War aber zum Glück auch nur den einen Abend so, sonst hätte er uns doch arg leid getan. DIe Campsites sind halt rudimentär ausgestattet, uns hat das gut gefallen und die Lage fanden wir deutlich besser als Passarge Valley. Also gibt es hier auch sehr gute 4/5 Sterne.


Von hier ging es einfach nur zurück zum Matswere Gate. Die selbe West-Ost Tangente, die schon gestern sehr öde war. Einen schnellen hupps durch das Deception Valley und dann geht es ca. 45km Piste hoch zum Matswere Gate. Wir begegnen wieder der Truppe Südafrikaner mit ihrem fünf Autos umfassenden Konvoi, die wohl wieder einmal umziehen müssen, auf Gamedrive nutzen sie immer nur drei Fahrzeuge und raus aus dem Park fahren sie nicht.

Die Strecke zieht sich etwas, geht aber insgesamt gut zu befahren. Ein letzters Springbock Steinböckchen (huch... 😊 danke Friederike) verabschiedet uns aus dem Park und gegen 10 Uhr rollen wir beim Gate vor.











Im Gate bezahlen wir noch die entfallenden Parkgebühren und würden das auch gerne für die nächsten tage tun. Wie immer wird das Telefon bemüht, viel wirres Gerede, mit dem Ergebnis, dass wir nur diesen Park und auch nur bar bezahlen können. Na gut, Bares haben wir ausreichend dabei und wo wir gerade dabei sind nehmen wir auch noch Feuerholz mit, wir wollen schließlich im Makgadikgadi nicht ohne da stehen.

SIe zeigt uns das Feuerholz, wo wir uns später einfach unsere Stapel aussuchen sollen und bekommen eine Lehrstunde, wie man denn Makgadkgadi richtig ausspricht, die Kombination aus kg, braucht ein leicht gebrochenes Krächzen in der Stimme und wird eher als Makradigkradi ausgesprochen. Aber ohne richtiges r, sehr komisch und wie ich gerade merke als geschriebenes Wort nicht richtig zu erklären. 😄

Auf jeden Fall hat sie eine Menge Spaß an unseren Sprechversuchen, ist am Ende aber sehr zufrieden, dass wir es zu ihrer Zufriedenheit hinbekommen.


Die kleinen Stapel sind liegengeblieben...



Beim Bezahlen kommt ein Südafrikaner rein und meint zu mir: "Seid ihr überhaupt im Park gewesen?, dein Auto ist viel zu sauber!" 🤨

Etwas komischer Kauz, er geht nach dem Spruch auch direkt raus. Auf dem Weg zum Auto betrachte ich seine blitzweiße Karre, bemerke dies, ein kurzes Lächeln und man kommt ins Gespräch. Er und seine Frau sind Rentner, ihr eigener Wagen und ich weiß nicht mehr aus welchem Grund, mussten sie zwei Tage früher aus dem Park. Eigentlich total nett, unsere Route überschneidet sich noch ein paar Mal, also sieht man sich wieder.

"Wo kommt ihr eigentlich her?"

"Deutschland"

"Ohhh... 😮 Internationals. Ihr seid die ersten die wir treffen!"


Diese oder ähnliche Aussprüche werden wir noch öfter hören. Insgesamt ist die Dichte an internationalen Gästen so dünn noch zu dieser Reisezeit, dass viele, vornehmlich Südafrikaner, sich schon gefragt haben, ob sie überhaupt mal wieder welche unserer Sorte sehen, manch einer freut sich auch ob der aktuell so freien Campauswahl und das nicht alles weggebucht wird. Nicht die beiden, die waren eher froh, dass es mit dem Tourismus wieder anläuft.


Das war es... wir fahren durch's Gate und verlassen den Park.

Erwartungsgemäß haben wir natürlich keine Elefanten gesehen. Die gibt es hier schließlich nicht, dass wäre selbst für unsere Verhältnisse mehr als suspekt gewesen, ABER IST EUCH ETWAS AUFGEFALLEN!

In den drei Tagen im Park haben wir nur ein einziges Mal, genau zwei Geier gesehen. Sehr suspekt. 🤨

Na wie dem auch sei. Unser Fazit... fällt etwas zwiegespalten aus.


Fazit Zentralkalahari
Kennt man andere Parks, unterschätzt man die Fahrstrecken sehr leicht. Ist uns zumindest immer passiert und es zieht sich teils schon sehr hin. Wenn dann auch großteils nur dichtes Gras und Büsche um einen herum sind, dann leidet die Sichtungsfee mit einem. Darüber wollen wir uns gar nicht beklagen, die Einsamkeit ist dafür spitze, Landschaftlich finden wir das auch schön, aber für Mara sicher kein Favourit auf der Liste. Ich hingegen würde gerne mal für eine weitere Durchfahrt auch einfach mal eine andere Route ausprobieren. Parks bewerte ich nicht nach Sternen, aber Einsamkeit und Feeling sind top, manchmal ist die Eintönigkeit aber auch herausfordernd. Das fällt halt eher auf, wenn keine Sichtungen immer mal Abwechslung bieten. (das bezieht sich auf unseren quasi Buschland pur Fahrtag quer durch das Passarge Valley)



Abschließend haben wir, bzw. Mara noch ein Schmankerl vorbereitet um ein würdigen Abschluss für das erste Kapitel dieser Reise, die Zentralkalahari, zu ziehen.


Film Ab 🙂 😎

>> wie gehabt auf Bild klicken und dann auf Flickr abspielen <<



Gruß,
Robin

Teil 1320. Feb. 2022

Zurück am Sehnsuchtsfluss

Wir verlassen das Gate und machen uns auf die Piste in Richtung Hauptstraße. Nach ca. halber Strecke kommen uns zwei Fahrzeuge entgegen. Wir bugsieren unser Auto die Böschung hoch und machen Platz. Der erste der beiden Jeeps hält bei uns an.

"You must be the germans!" 🤨 😄

Na das spricht sich aber schnell rum. Beide Jeeps werden von jeweils einer Dame gelenkt. Die beiden sind alleine unterwegs und haben ein kurzes Stück den Weg voraus die beiden Rentner aus Südafrika getroffen, die wir am Gate gesehen haben. Aha, wir dachten die wollen direkt nach Maun und würden die andere Strecke nehmen.

Sie spricht etwas Deutsch und wir unterhalten uns kurz. Da man so gut spontan reisen kann im Moment, sind auch sie spontan unterwegs und wollten am Gate fragen, ob etwas frei ist. Brauchen sie aber gar nicht, die beiden Südafrikaner haben ihnen zwei Nächte vermacht, da sie etwas früher aus dem Park raus sind. Läuft! 😁

Wir geben ihnen noch den Tipp mit den Geparden mit auf den Weg und setzen uns wieder in Bewegung und siehe da... kaum aus dem Park raus werden wir direkt ganz aufgeregt. Wir sehen erste Spuren im Sand, die untrüglich zuzuordnen sind. Ab jetzt sind wir hellwach und hoffen hier schon einen Elefanten zu sehen, wo auch immer der gerade hin will.





Daraus wird aber nichts, nach ca. 2/3 des Weges öffnet sich die Piste, wir fahren über dörre, harte Pisten mit Schlaglöchern und Gräben drin. Elefanten sehen wir keine, aber allerlei Farmvieh. Das wir hier aus der Wildnis kommend erst einmal quer durch bestelltes Farmland fahren werden, damit haben wir nicht gerechnet. Es geht langsamer weiter, als über den weichen Sand zuvor, die Strecke zur Hauptstraße ist aber nicht weit und bald erreichen wir Asphalt.





Der Abzweig in Richtung des CKGR, muss man schon dem Schild glauben, der Pfad ist sehr unscheinbar.



Mara hatte vor der Reise ausgemacht, dass wir in Rakops eine Tankstelle finden können, die wir auch brauchen, da wir über den Boteti noch in die NxaiPan weiter fahren wollen, bevor wir in Maun wieder aufstocken. Das ist nicht sonderlich weit, also fahren wir die paar Kilometer langsam mit wenig Luft, in der Hoffnung dank der Tankstelle den Kompressor nicht zu brauchen.

Am Wegesrand gibt es immer etwas zu sehen. Wir nennen das "Drive-By Dokumentation für Daheimgebliebene", denn nach diesen Eindrücken haben wir festgestellt, wird man wesentlich öfter gefragt, als nach Tierbildern. Das ist es was die meisten interessiert.

"Wie sieht's da aus?"
"Wie leben die Menschen vor Ort?"
"Wie sieht das bei euch auf den Campsites aus?"
"Ihr zeltet auf dem Dach, was für ein Auto habt ihr denn, wie sieht das aus?"


Dieses Jahr haben wir uns fest vorgenommen ein paar mehr dieser Fragen mit Bildmaterial begegnen zu können.

Rakops zum Beispiel ist ein richtig, nettes, kleines Örtchen, es hat...


Einen Supermarkt



Waschstraße... mit Wasser, was die durstigen Ziegen beweisen



Ein Paradies für jeden Klüngelkerl. Das müsste sich doch lohnen dort mit Dudelmusik rumzufahren und Metall zu sammeln. Autos liegen genug rum. 😉



Der mit Abstand modernste Laden ist der Reifenservice... das spricht Bände! 😄



Wir halten so ungerne mit den Kameras auf Menschen drauf, oftmals ärgere ich mich darüber, so auch hier, weil die Leute alle sehr freundlich waren. Es ware gerade Schule vorbei und die Schulkinder in ihren Uniformen winkten uns die ganze Zeit zu. Einfach nur so, einfach nur weil wir mal was anderes waren, einfach schön.

Und auch von der Tankstelle haben wir einfach vergessen Fotos zu machen. Warum?, so blöd. Die Puma besteht aus drei Zapfsäulen in einem Hinterhof, es hat sogar Luft, also auch die Reifen konnten wir aufpumpen. Service wier überall, auch wenn wir wirklich erst bei dritten Mal vorbeifahren die "Tankstelle" entdeckt haben.

Unser Tank wird schon befüllt, einer dieser kleinen Taxi-Busse hält an der Säule daneben und tankt. Er ist schnell fertig und bei uns läuft es weiter. Er kommt rum, schaut auf den Stand der Anzeige und ruft erstaunt aus: "85 Liter" 🤪

Wir sagen ihm, dass gut 140 Liter in den Tank passen. Er kann es nicht fassen, steigt kopfschüttelnd in seinen Bus und lacht sich noch kaputt als er schon wieder losfährt. Wir grinsen auch über beide Ohren ob seiner Reaktion. 😄

Von hier an geht es recht langweilig über Asphalt gen Norden, zwei Dokumentationsfotos habe ich weggelassen, aber uns war fade genug um zu fotografieren, wie mit alten Kanistern und ähnlichem auf Holzpfählen kleine Pfade markiert werden, die im Busch verschwinden. Da jeweils davor immer Müllbeutel liegen an einer schmalen Kutschenspur die über den Seitenstreifen führt vermuten wir, dass die Müllabfuhrt mit Kutsche hier vorbeikommt (es ist ein Eselgespann wie wir irgendwann anders im Urlaub feststellen) und die bunten Kanister etc. pp. stellen wohl eine Art Hausnummer dar. Dieses Jahr müssen wir solche Details mal genauer begutachten.

Die Strecke ist fix überbrückt und wir halten beim Boteti River Camp.


2018 haben wir hier eine Nacht verbracht, diesmal campen wir im Park, um möglichst lange am Fluss bleiben zu können oder möglichst früh zum Fluss zu fahren. Das Boteti River Camp ist sehr schön, wie wir finden, aber man muss halt die Fähre nehmen und das geht nicht mit Sonnenaufgang.

Mish begrüßt uns an der Rezeption, er managed das Camp mittlerweile und wir unterhalten uns kurz. Auch die beiden Südafrikaner vom Gate treffen wir hier wieder, also doch nicht direkt nach Maun, sie bleiben hier für eine Nacht. Martin und Claudia sind noch nicht da, wir hatten gedacht, sie vielleicht schon anzutreffen, Maun ist ja nicht weit, aber so lassen wir zur Übergabe ein WalkieTalkie und eine kleine Überraschung für die beiden bei Mish, um sie in Botswana willkommen zu heißen. (eigentlich wollten wir das schon in Thakadu lassen, aber nach unseren Erfahrungen dort haben wir das lieber bleiben lassen)

Bevor wir uns zur Fähre und auf die andere Seite aufmachen, erspähe ich blaue Dosen im Kühlschrank... Mish hat einen kleinen Vorrat Bier auf Lager, zwei Dosen kann ich ihm abquatschen und Mara kauft sich lieber ein paar eisgekühlte Süßgetränke. 🙂

Mish begleitet uns zur Fähre, die mittlerweile vom Boteti River Camp betrieben wird. 2018 gab es noch einen Außenborder, jetzt ist die Fähre auf Handbetrieb umgestellt. Der frühere Fährmann ist gestorben, seine Söhne mussten den Motor zu Geld machen. Stattdessen ist jetzt ein Seil gespannt, an dem die Fähre entlang gezogen wird. Eine schweißtreibende Angelegenheit, die auf der Haben-Seite zu einer sehr ruhigen und entspannten Flussquerung führt. 😉














Einchecken am Gate geht schnell und unklompiziert. Wir entrichten unsere Parkgebühren, bei den netten und gut gelaunten Damen am Schalter. Auf unsere Frage nach dem Weg in die Salzpfannen bekommen wir diesen "verrückte Touristen" Blick und die Frage, warum wir das denn wollen?, mitsamt dem Ratschlag, wenn überhaupt, dann aber früh morgens zu fahren. (von wegen, da fährt man ja zum Fluss, also wenn dann nach einem Gamedrive) Aber entgegen unserer Pläne, schaffen wir es eh nicht diese in die Tat umzusetzen und auf die Makgadikgadi Pans rauszufahren, obwohl wir sie jetzt immerhin fehlerfrei aussprechen können. 😗

Weiter geht es zum Camp und wurden wir schon am Gate nett empfangen, so war die Begrüßung hier sehr nett. Sie erklärt uns kurz alles und um das gleich mal vorweg zu nehmen, so eine gute Orga und so einen sauberen Campingplatz hatten wir nie in Afrika, egal wo. Die Campmanagerin kommt jeden Morgen und Abend bei den Campsites vorbei und fragt ob alles in Ordnung ist, oder man etwas braucht. Sie bringt auf Anfrage auch Sachen von der anderen Flussseite mit, Feuerholz in unserem Fall zum Beispiel. Am Eingang zu den Ablutions liegen Welcome Matten aus, es gibt automatische Seifenspender, riecht immer frisch und sauber geputzt, was es auch ist und morgens wird der ganze Platz einmal durchgeharkt. 😮

Wirklich, es ist top gepflegt.

Wir bekommen den Platz mitten in der Mitte, aber es ist dennoch ok und im Endeffekt schlafen wir hier nur, also geht es los zur Dusche, denn nur daran können wir gerade denken. Solange das Wasser warm ist, und da wir heute morgen und gestern Abend ohne los sind, wird es dringend Zeit.

Direkt vor den Ablutions treffen wir auf Ronda und Noel. Wir sprechen kurz über ihr Bodenzelt mit Stehhöhe, dass sie gerade aufbauen, drinnen werden 2 Felbetten zusammengestellt und ein richtiges Bett aufgebaut. Die wissen wie man es sich gut gehen lässt. Abends hängen Lichtergirlanden ums Camp. Als wir uns zur Dusche umdrehen bekommen wir von Ronda hinterhergerufen:

"Man duscht nicht getrennt... man duscht zusammen!"

Um das ins rechte Licht zu rücken. Noel feiert heute seinen 73. Geburtstag und die beiden haben es Faustdick hinter den Ohren. 😄

Zurück von der sehr erfrischenden Dusche singen wir erstmal ein "Happy Birthday" Ständchen für ihn und werden prompt zu einem Bier und Savanna eingeladen. Wir unterhalten uns etwas mit ihnen, spannende Geschichte. Noel war Accountant in einer Diamantenmine und viele Jahre in Maun, bevor die Mine geschlossen wurde und er mit Ronda zurück nach Südafrika sollte. Sie sind geblieben, in ihrem geliebten Maun. Sie geben uns noch den Tipp mit, dass wir in Maun einmal zum "The Duck" sollten, ein neues Restaurant, dass einen eigenen Gin destilliert, aus Mopane Bäumen, passenderweise Okavango Gin genannt.

Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen... eine Flasche hat den Weg bis nach Hause geschafft und ist natürlich für in Persona Treffen mit Forenbekanntschaften reserviert. 😎 🙂




Zeit für den ersten Gamedrive, wir freuen uns schon drauf, wieder runter zum Fluss zu fahren. Als erstes sehen wir allerdings etwas, dass am Boteti auch allgegenwärtig ist... Knochen. Wirklich nirgends haben wir so viele gesehen wie hier. Die große Geierpopulation spricht schon dafür, dass oftmals etwas abfällt. Aber auch lebende Artgenossen, dem Namen nach Zebras sehen wir natürlich hier. Ein schöner Kudubulle kommt die Böschung hoch und am Picknickplatz mit Blick über den Fluss zeigt sich auch die erste kleine Herde Zebras. Kleine Grüppchen sind verteilt unterwegs, die Migration ist auch eher wieder vorbei, aber dazu am nächsten Tag mehr.











Der Picnic Spot liegt noch vor dem eigentlichen Gamedrive Gebiet und man hat einen ersten Blick auf den Fluss






Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint



Wir nehmen den ersten Abzweig die Böschung runter zum Fluss. Es ist zwar nicht viel los, aber das Gebiet lieben wir einfach, unten am Wasser entlang zu fahren, ist einfach toll. Nirgends kommt man so direkt ran wie hier und so hat man auch immer gute Möglichkeiten auf diverseste Wasservögel.





Reed Cormorant | Riedscharbe juvenile



Grey Heron | Graureiher



Glossy Ibis | Brauner Sichler (non breeding)



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Über den hier freue ich mich ganz besonders. Das erste Mal, dass ich einen Hammerkopf fotografieren konnte UND man sieht auch seinen Kopf, denn darauf kommt es doch wohl an! 😄

Hamerkop | Hammerkopf



Vögel hat es an diesem Abend wirklich satt, egal wohin man schaut. Im Wasser, auf den Bäumen oder auch mal auf den Tieren. Dieses Zebra konnte einem wirklich leid tun, eine regelrechte Madenhacker Invasion musste es aushalten. Mehrfach lief es ein paar Meter und bockte um die Störenfriede loszuwerden, aber keine Chance. Ein kurzes Aufflattern und sofort waren sie wieder an dem Zebra dran und verrichteten ihr teils blutiges Werk. 😕








Kann mir jemand bei dem Vogel hier helfen... eigentlich ist der doch auffällig gefärbt, aber ich scheine blind zu sein. Ich habe mich schon gefragt ob es evtl. eine Common Myna mit Krankheit sein könnte, die erfasst manchmal etwas, dass die Federn ausfallen lässt und dann sehen die ähnlich gerupft aus??! 😐

Wie erwartet bin ich einfach manchmal blind... danke Beatnick.

Wattled Starling | Lappenstar



Lilac-breasted Roller | Gabelracke



Das nächste, freu' ich mich drüber Bild, weil mir das beim Entwickeln untergekommen ist, dass dieses Perlhuhn knackscharf war und so nah dran, dass es irgendwie auch Spaß gemacht hat, mal mit dem Crop nur den Kopf rauszustellen. Irgendwann muss ich mal ein Perlhuhn Foto aus Bodenlevel machen. Ich liege eh' viel zu selten am Boden im Dreck um den Bildwinkel zu optimieren. 😄


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn






Wir fahren den ganzen Fluss entlang, anders als 2018 muss man manchmal auf die Böschung ausweichen und dann denn nächsten Pfad runter nehmen, da der Fluss durchaus gut Wasser führt und man nicht komplett durch kommt. Und dann endlich sehen wir ihn, wir hatten zwar mit mehr gerechnet und erhofft, aber egal, unser erster Elefant in diesem Urlaub. Er mampft sich ziemlich weit entfernt durch den Uferbewuchs. Hach egal, schön! 🤩

Die Liste wird direkt um die Überschrift Elefant erweitert, mit den vielen Tagen, die wir abseits Elefantengebieten fahren, werden wir zwar die Zahl von 2018 nicht schlagen, aber darum geht es ja auch nicht, lasst die Spiele beginnen... ähh, ich meine natürlich die 2. (in)offizielle Elefantenzählung Botswanas. 😗









Ein Stück weiter des Weges steht ein Mann ohne Oberbekleidung neben seinem Auto. Sein stattlicher Bauch fängt die späten Sonnenstrahlen ein und wieder mal ärgere ich mich, nicht in allen Situationen eine Kamera zu bemühen. 😉

Craig winkt uns freundlich zu, wir halten mal eben an und fragen ob er Hilfe braucht. Nein, nein, er kommt gerade vom Norden durch den Park und will bur wissen ob noch Campsites frei sind, er braucht noch einen Stellplatz für die Nacht. Wir geben mal den Daumen hoch, es sah doch ziemlich leer aus, da sollte er noch einen Platz finden. Er bedankt sich und fährt weiter... sein Aufbau hat diese Plexiglasscheiben und Mara fällt auf, dass die ganze Karre bis oben hin vollgestopft ist mit Feuerholz. Ich habe da nicht drauf geachtet, aber sie meinte später, man hat nix anderes in der Karre gesehen. (dazu kommen wir später noch)

Zebras hat es hier auch heute in allen Formen. 😈










Das erklärt auch großteils die Knochen. Tiere verletzen sich und verenden am Ufer, es gibt halt je nacj Jahreszeit eine sehr große Zebramigration an den Boteti und da bleibt es nicht aus. Nur konzentriert es sich hier so dermaßen auf diese kleine Fläche am Boteti, dass die Gegend teils übersät ist mit Knochen.






Wir machen uns jetzt auch langsam zurück ins Camp. Die Sonne verschwindet langsam und taucht den Fluß noch mal in schönes Licht, ein paar Sichtungen, es sind eben in erster Linie Vögel schmeiße ich noch unsortiert dazwischen. Wenn man bedenkt, dass wir hier nur einmal hoch und runter gefahren sind, dann ist es doch durchaus erstaunlich, was so zusammen kommt und es wäre auch noch mehr dabei gewesen, aber ich bestimme nur was ich auch entwickele, sonst dauert die Wartezeit für euch ja noch länger, bis es weitergeht. 😛




Little Egret | Seidenreiher



Double-banded Sandgrouse | Nachtflughuhn ... danke Bele! 😘






Yellow-billed Egret | Mittelreiher



Burchells Starling | Riesenglanzstar



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen






Ein unspektakulärer Gamedrive, aber auch durch seine ruhige, friedliche Stimmung eben sehr schön. Man verweilt hier eher und schaut zu, da das Gebiet sowieso nur sehr klein ist. Nur machen wir uns mittlerweile schon Sorgen. Wir hatten damit gerechnet, dass Martin und Claudia schon lange da sein sollten und hatten das Funkgerät immer laufen lassen. Auch jetzt auf der Campsite testen wir aus, ob vielleicht die Reichweite bis zum Boteti River Camp reicht und wir setzen unseren Standardfunkspruch ab... na gut meinen Funkspruch. Von Mara kriege ich immer nur zu hören ich sei doof und solle das sein lassen! 🙄

Und so hört man auf Frequenz #3 auch des Abends noch die Rufe nach dem Reisepartner in den Funkwellen ergebnislos verebben:

"Elefant ruft Warzenschwein, bitte kommen. Warzenschwein bitte kommen!"
...
..
.
😛 😄


Unser Camp ist flugs aufgebaut. Es gibt eine große Freifläche zwischen den Campsites und wir sehen auf der anderen Seite hat Craig ein Nachtlager gefunden. Das schöne an Khumaga ist, dass man eben lange am Boteti bleiben kann, also wird auch nicht gebummelt und schnell Feuer gemacht... "Denkste"

Es ist so windig, dass ich lange tüfteln muss, bis das Feuer mal ordentlich greift. An diesem Abend lernen wir wieder eine Lektion. Das Feuer so entfachen, dass die Windrichtung die Flammen entlang der Scheite treibt. So brennt das Feuer mit der Windrichtung nieder und man kann auf den Kohlen schon grillen, solange daneben das Feuer noch brennt. Wieder was gelernt, es zieht nämlich echt wie Hechtsuppe hier und wer mir jetzt noch erklären kann, wo diese Redewendung herkommt, der bekommt morgen einen extra Nutticrust bevor es losgeht!

(über diesen Ausspruch haben sechs Erwachsene Männer sich mehrere Tage den Kopf zerbrochen in unserem Skiurlaub... googeln verboten, dass habe ich bis jetzt nicht gemacht)

Das Feuer kokelt vor sich hin irgendwann, eine nette Frau kommt vorbei und guckt uns etwas verdutzt an. "Ist das nicht die Nummer 2 hier?"

Sie hat es geschafft sich auf dem kleinen Platz nach ihrem Besuch der Ablutions zu verlaufen und irrt durch die Dunkelheit von Feuer zu Feuer. Das geht natürlich nicht, also schnappe ich mir unsere Taschenlampe und bringe sie zu ihrer Reisetruppe zurück, die sie mit reichlich Gelächter, Spot und Häme in ihren Reihen zurück empfängt. Jeden Tag, eine gute Tat.





Heute gibt es Oryx mit Maiskolben und Cuscus... auf unserer Smiley, der sich den Mund ableckt-Skala, hat das Essen 2 Smileys bekommen. Das bedeutet, dass es richtig lecker war. 😉
Noch so ein Learning... auch ohne Verbindung und Digital Detox haben wir die Handys verwendet um uns über den Tag kurze Notizen zu sschreiben, die dann bei Verbindung übertragen werden. So haben wir beide diverseste Infos abgespeichert, die man auch beim Schreieben des Tagebuchs, was manchmal erst ein paar Tage später passiert, nicht mehr auf dem Schirm hat. z.B. Zeiten oder Namen etc.

Nach dem Essen schweift unser Blick über den Platz. Da wo eigentlich Craig alleine ein kleines Feuerchen haben sollte lodert quasi ein Osterfeuer, was auch immer der macht um ein Feuer zu mmachen, er macht es richtig. Grund genug sich die Lampe zu schnappen und mal rüber zu gehen... der hat bestimmt gute Feuertipps und die holen wir uns ab.


Craig aus Capetown
Craig ist ein lustiger Geselle, kaum bin ich da, weiß man auch, der liebt es einfach hier zu sein. Noch mehr liebt er Campfeuer. Die können nicht groß genug sein und man benötigt das richtige Holz dafür und davon möglichst viel. Ohne das es richtig lodert, fängt er gar nicht erst an.

Er ist auf dem Rückweg nach Südafrika, den Wagen zurück fahren. Seine Frau ist ab Maun vorgeflogen und es ist seine letzte Campingnacht heute. Die beiden haben einen Rundtrip durch Botswana gemacht mit einem Highlight zum Schluss. Fünf Tage Fly-In Safari ins Delta... er schwärmt davon, dass war wohl richtig toll. 😎

Wenn man es sich leisten kann und will ganz bestimmt. Denkste! Durch Corona bleiben auch die Lodges im Delta leer und sie haben Sonderangebote für BOTS oder SA Residents rausgehauen. Craig hat einen 84% Discount abgegriffen, sonst hätte er das nie machen können. Diese einmalige Gelegenheit wollten sie sich natürlich nicht entgehen lassen.

Er erzählt noch, dass er einen neuen Campingstuhl hat, seinen hat er gestern abgefackelt. Funkenflug, während er sich mit den Campnachbarn unterhalten hat und da war es geschehen. 😄
Seinem Gesprächspartner hat er dann einen seiner Campingstühle abquatschen können und abgekauft. Dieser Typ, einfach witzig.

Ich verabschiede mich, aber Craig hält mich noch auf. "Nimm' dir Feuerholz mit."

Das war keine Frage, sondern eine Frage der Ehre für ihn. 😉
Er sucht das beste Holz aus seinem enormen Stapel, Mara hatte recht, die ganze Karre war voll Holz. Das eine brennt schnell und kurz, toll zum anmachen, aber was ich brauche für ein gutes Feuer sind die Hölzer die lange brennen, da het er ein paar schöne Exemplare. Ich werde beladen wie ein Packesel und dieses "Brennt-so-lang-so-extralang" Holz wiegt gefühlt dreimal so viel wie normale Scheite UND ist ca. dreimal so groß. Gut das wir hier zwei Nächste sind, so können wir das vor Ort lagern, in den Wagen wird das kaum passen.

Ich verziehe keine Miene, bedanke mich artig und wünsche ihm noch eine gute und sichere Heimfahrt. Dann muss ich mich schnell umdrehen und im Dunkel verschwinden, weil ich das Gefühl habe meine Arme reißt es gleich raus. So schnell wie möglich bringe ich das Holz zu unserem Feuer, wir schreiben noch Tagebuch und hoffen, dass Warzenschwein auf der anderen Flussseite angekommen ist und auch gerade bei einem kühlen Getränk und brennendem Feuer den Sternenhimmel betrachtet.


Gruß,
Robin

Teil 1422. Feb. 2022

10.09.22 | Noch ein Morgen ohne Warzenschweine

6 Uhr

RAUS AUS DEN FEDERN!!!

Wir sind schließlich dieses Jahr nicht auf dieser Seite des Flusses, damit wir das nicht ausnutzen können. Also los, Zähne putzen und Katzenwäsche muss reichen. Zur Orientierung wo es hergeht anbei die Karte des Gebiets.


>> Detailansicht <<

Während wir aufrödeln schauen wir uns um und da zitiere ich uns mal selber im O-Ton aus unserem Tagebuch. Jetzt also mal ein Original, worauf sonst so die Texte hier locker basieren.

Next Day
- 6.00 Uhr Wecker, es war wieder windig nachts
- Craig löscht die letzte Glut, nur um 30 Min später wieder ein kleines Feuer für den Kaffee zu entfachen
- wir rödeln auf zum Gamedrive
- Craig fährt los und verabschiedet sich noch... was bleibt ist ein kleines, loderndes Feuer


😄 Ich musste selber sehr lachen, als ich das gelesen habe. Manchmal haben auch unsere Stichpunkte, die wir so mitkritzeln fast schon etwas poetisches, aber auch nur fast. 🤪


der letzte Rest von Craigs Feuer



Während wir unser Zelt packen werden wir schon aus vielen Richtungen beäugt und zweimal wird es laut an unserer Mülltonne und wir sehen etwas Graues weglaufen und die frei aufgehängte Tonne schwingt hin und her. Die Affen wissen genau wie man an den Inhalt der Tonnen kommt, aber bei uns beißen sie sich die kleinen Zähnchen aus. Wir haben den Verschluss mit einem Stück Draht vom Feuerholz zusätzlich gesichert, da haben sie keine Chance. 😈

Aber niedlich sehen sie ja dann doch aus... so herzig.


Vervet Monkey | Südliche Grünmeerkatze



Auch bei Craig ist nix zu finden... der hat bis auf's Letzte alles verbrannt.



Wir verlassen als Zweite das Camp, als erste zum Gamedrive. Zuerst fahren wir oberhalb entlang der Böschung und sehen Elefantenknochen. Es hat fast den Anschein mit dem dunkleren Boden und den angekohlten Bäumen dahinter, als ob man hier Teile des Tieres verbrannt hat vor geraumer Zeit. So richtig schlau werden wir nicht daraus. Irgendwie grausig und diesen Morgen hätte man auch mit dem Titel "Morbider Sonnenschein" versehen können.





Aber erstmal geht es dann runter zum Boteti. Jedes Mal wieder eine tolle Aussicht. 🤩
Hatte nicht Bele geschrieben, dass sie den dunkelblauen Chobe so liebt. Hier kann ich das verstehen, auch der Boteti zieht sich heute morgen wie ein tiefblaues Band durch die Landschaft.





Kaum unten angekommen, erwarten einen schon die ersten fragenden Schnäbel. Vögel, die auf Ästen im schilfbewachsenen Ufer sitzen, dass ist der Klassiker schlechthin hier. Wenn man dem etwas abgewinnen kann, dann ist man hier richtig aufgehoben.


Was seid ihr denn schon so laut am frühen Morgen?!



Common Myna | Hirtenstar



Fork-tailed Drongo | Trauerdrongo



Reed Cormorant | Riedscharbe (juvenile)



African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel (juvenile)



Ein Stück weiter sehen wir ein verletztes Zebra... eher das verletzte Zebra. Im Tagebuch habe ich gerade gelesen, dass wir es auch am Vorabend schon gesehen hatten. Da humpelte es am Wasser entlang. Wo andere Zebras vor dem Wagen wegliefen, blieb es stoisch stehen, nicht mehr in der Lage, richtig zu laufen. Die Nacht hat es überlebt, was uns sehr wundert. Wir hätten gewettet, dass es von Beutegreifern erlegt wird. Es quält sich und liegt mittlerweile am Rande des Wassers. Es hat mehrere Wunden im Gesicht, der Kiefer scheint gebrochen und das es nicht mehr richtig laufen kann, wissen wir ja von gestern. 🙁





An ausgeblichenen Knochen findet man wirklich alles...



Immer am Wasser entlang fahren wir die knapp 12km lange Strecke. Zwischendurch für ein kleines Stück die Böschung hinauf, also mal Tiefsandgraben oder auch mit Schmackes über die Kante drüber. Jedesmal spannend und klar macht dieser kleine Off-Road Part auch immer Spaß. Der Morgen ist sehr dünn besiedelt, wir sehen praktisch nur Vögel. Nichtmals Zebras sind am Fluss diesen Morgen, aber da waren ja auch gestern schon nicht mehr so viele unterwegs.


Burchel's Cuckoo | Weißbrauenkuckuck



Black-winged Stilt | Stelzenläufer






Southern Pied Babbler | Elsterdro



Glossy Ibis | Brauner Sichler (non breeding)



Nicht jeden Vogel erwischt man noch hübsch im Ansitz und gerade bei den Kingfishern freue ich mich doch immer über... ne wartet mal, ist eigentlich gar nicht schlimm. Die möchte man doch eigentlich viel lieber im Rüttelflug sehen und davon ein schönes Foto kriegen. Davon habe ich vier Bilder bekommen und da hatte ich mal eine andere Idee. 😁


Pied Kingfisher | Graufischer



Kann sein, dass ihr etwas warten müsst, bis der Browser das Bild richtig läd'.



Am Ende der Strecke wenden wir und fahren quasi denselben Weg zurück, dennoch zeigen sich immer wieder neue Arten. Auch mehr Knochen und das Zebraskelett des Vortages schauen wir uns diesmal etwas genauer an.





Spur-winged Goose | Sporngans















African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel (adult)



Auf dem Rückweg sehen wir dann einen großen LKW am Ufer stehen. Mehrere Männer der Armee stehen dort und ein kleines Boot liegt im Wasser.





Wir halten an und fragen nach, ob sie uns erklären würden, was gerade vor sich geht. Alles in allem sind locker 10-12 Leute unterwegs. Es ist nicht nur die Armee, sondern auch Mitarbeiter des DWNP vor Ort. Auf der anderen Flussseite liegt ein Elefantenkadaver im Wasser, er soll wohl eines natürlichen Todes gestorben sein, aber er liegt nun in der Nähe des bewohnten Ufers und dort kann er nicht bleiben. Die Mitarbeiter des DWNP wollen ihn mit dem Boot rüberziehen, die Armee ist vor Ort um zum Einen die Aktion abzusichern und zum Anderen, dann später die Stoßzähne sicher zu stellen.

Das wird wohl noch eine ganze Zeit lang dauern und erst nach Erklärung des Soldaten erkennen wir den Elefanten im Wasser liegen, der war uns heute morgen noch nicht aufgefallen.





Wie gesagt... Knochen, ein toter Elefant, ein verletztes Zebra... ein ziemlich morbider Morgendrive. Wenigstens können wir den, bevor es für eine Dusche und ein Frühstück wieder zur Campsite geht, noch mit einer schönen, dieser typischen Ansitz-Sichtungen beenden. Bestes Licht, schöne Pose und halbwegs nah dran. 🙂


Martial Eagle | Kampfadler



... mal abgesehen von einem toten, gar keinen Elefanten gesehen diesen Morgen?? 🤨 Auch das muss besser werden. Aber in erster Linie ist auch diesen Drive das Walkie Talkie wieder stumm geblieben. Was ist da bloß los, Warzenschwein hat sich immer noch nicht gemeldet. So ganz ohne die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen, kann ja alles passiert sein. Eine Panne, Flug hatte Verspätung, bis hin zum verpatzten PCR Test. 😕
(das es nicht so ist, wisst ihr ja schon, aber das waren so unsere Gedanken vor Ort)

to be continued...


Gruß,
Robin

Teil 1504. März 2022

Wir sehen uns am Boteti!

Wir sind zurück auf der Campsite, gehen Duschen und ich mache ien paar Fotos der umliegenden Camps. Die Plätze sind zwar eher eng beieinander, aber es gibt ein paar Plätze, die am Rand liegen und etwas schöner sind.

Khumaga Campsite #5



Khumaga Campsite #7



Die Südafrikaner, bei denen ich gestern die verlorene Camperin abgegeben habe, sind unterwegs, ihre Zeltstadt bleibt stehen. Ist ja schon nett, wenn man seinen ganzen Kram dalassen kann, aber Anhänger, dass wäre nix für uns. 😉




Es ist so verdammt windig auf dem Platz, dass wir unseren Tisch direkt hinter die Reifen stellen müssen und uns hinter den Wagen kauern. Es gibt ein Müsli und da endlich!!! - das Walkie Talkie knackt: "Warzenschwein an Elefant??!"

Wir verstehen kaum etwas, aber das ist auch egal, Hauptsache ist, die beiden sind jetzt angekommen und der zweite Teil unserer Reise kann jetzt richtig losgehen. Die beiden erzählen uns wohl etwas von an der Fähre treffen. In unserem Tagebuch steht, "...die beiden brauchen wohl noch, wir fahren wieder los."

Das fasst die Qualität der Verbindung ganz gut zusammen, also alle aufsatteln, es geht wieder an den Boteti.

Oben auf der Böschung beobachten wir eine kleine Herde Streifenkuschler. Ist es nicht schön, wenn man immer jemanden hat auf dem man seinen müden Kopf ablegen kann... 🙂







Streifenkuschler müsste man sein! 😄






Wir kommen oberhalb des Flusses raus und was ist denn hier los?? 🤩

Die Zebras sind angekommen. Egal wo wir hinschauen, die Zebras sind schon da. Der ganze Fluss steht quasi voll mit Zebras. So weit das Auge reicht. Tausende haben sich heute hier versammelt.



Unten am Fluss geht es direkt weiter. Es sind immer kleinere Herden gemeinsam unterwegs und an manchen Stellen sammeln sie sich auch in großen Mengen. Wir fahren am Ufer entlang und sehen schon aus etwas Entfernung, dass die Bergungsaktion des Elefanten anscheinend erfolgreich verlaufen ist. Er liegt mittlerweile auf dieser Flussseite.






Als wir näher kommen, sehen wir, dass die Männer in der brütenden Hitze ihrer blutigen Aufgabe nachkommen. Mit sichtlich wenig Freude, aber die Stoßzähne müssen ab... ein animiertes Gif lasse ich mal bleiben, ein Bild muss reichen. 🙁




Die Geier warten schon...



Hier bleiben wir nicht stehen, wir dokumentieren nur die Szene und fahren schnell weiter. Widmen wir uns lieber wieder den lebenden Tieren hier. Eine Riedscharbe posiert für uns und natürlich Zebras... überall Zebras.

Juvenile Reed Cormorant | Riedscharbe






Und Tschüss...



Das ist kein besonderes Bild, aber achtet mal drauf... ALLE haben die Birne unten und grasen. Nicht einer guckt hoch. 🤪









Beim Boteti haben Gamedrives eine beruhigende Regelmäßigkeit, es geht am Wasser entlang, man sieht ein paar Vögel und , na was wohl... heute sind es eben Zebras.


Three-banded Plover | Dreibandregenpfeifer









Little Bee-Eater | Zwergspint






Manche Zebras prusten und grunzen uns an, wenn wir vorbeifahren. Das sind wohl dann die ganz Mutigen, die meisten nehmen eher Reißaus. Wir gehen dazu über in die Offensive zu gehen und prusten einfach zurück, aber mit ihren lappigen Oberlippen müssen wir klein bei geben. Die können das wesentlich besser und vorallem lauter. 😛







Wir kommen am Geierstrand vorbei, schon 2018 haben wir diese eine Stelle hier so getauft. Die Geier versammeln sich hier, sitzen auf den Bäumen und wärmen sich auf dem Sand unten auf. Der ganze Weg sitzt voll, man kann gar nicht anders als mitten durch. Nase zu auf allen Plätzen... es stinkt hier zum Himmel, aber Geier strahlen einfach auch eine Faszination aus und können sehr fotogen sein. Natürlich sind auch hier Ergebnisse ihrer Arbeit zu sehen. 😕




White-backed Vulture | Weißrückengeier












Unser Walkie-Talkie schickt wieder statisches Rauschen in unseren Wagen, wir sind gerade an den Hippo Pools, recht weit hinten im Gebiet. Wir wenden den Wagen und fahren über den oberen Weg, zurück bis das Signal besser wird. Die beiden kommen uns entgegen und wir sagen Ihnen, sie sollen nach dem Elefanten Ausschau halten, der am anderen Ufer zwischen Tausenden Zebras steht. Dort treffen wir uns und dann sehen wir den Bushcamper oberhalb des Flusses auf uns zu fahren. Wir parken nebeneinander, begrüßen uns kurz und verabreden uns entlang des Flusses zu fahren, am Ende hat es ein paar offene Flächen, die auch die Gamedrive-Fahrzeuge für Frühstückspausen oder den Sundwoner nutzen. 🙂

Von oben zeigen sich wieder die Zebras und auch der erste Weg die Böschung runter steht schon wieder voller Zebras, soweit die Augen reichen, an beiden Ufern stehen sie.








... hilft nix, da kommen wir jetzt runter. Martin übernimmt die Führung, er ist da recht konsequent. Vorsichtig aber bestimmt... so wissen die Zebras auch direkt was los ist. Es ist aber auch so, man kann auch im langsamsten Schleichgang der Welt nur mit Viertelradumdrehungen sich voran tasten, aber irgendwann rennen die ja doch weg. 😐 😣





Wir zockeln am Fluss entlang, wenden und stellen uns an eine freie Fläche am Ufer. Die Zebras begrüßen uns schon, eine kleine Herde beäugt uns aus sicherer Entfernung und wir begrüßen uns erstmal ausgiebig. Erste Geschichten müssen ausgetauscht werden und jetzt wird auch schnell klar, was denn eigentlich los war und wir hören von ihrer kaputten Batterie und warum sie gestern einfach zu spät erst im Camp angekommen sind. Da wird uns so einiges klar jetzt.




Die Zebras haben sich an uns gewöhnt, aber weichen müssen sie über kurz oder lang dann doch. Während wir hier stehen, taucht ein Elefant hinter den Zebras auf... dann ein zweiter und dann noch ein Dritter. 🤩

Was für ein Timing. Martin und Claudia sind wie erschlagen, dass gibt es doch nicht und auch wir sind hin und weg. Haben wir doch bisher nur weit weg und nicht in schön Elefanten beobachten können. Das wurde aber auch Zeit und einen besseren Zeitpunkt hätten sie sich nicht aussuchen können. Die Stimmung ist jetzt richtig wundervoll, ein ganz besonderes Erlebnis für uns alle.



















Nicht schon wieder... jetzt hauen die beiden wieder so viele Elefantenbilder raus! 😛

Nein nein... macht euch keine Sorgen. Die Elefanten gehen am Ufer ein Stück auf uns zu, trinken ein paar Rüssel voll Wasser und dann bewegen sie sich in den Fluss um zu fressen. Das kennt man ja, davon braucht man kein Foto... sondern ganz viele!!!

Auch nach ein paar Jahren Afrika, wir können einfach keine Elefantenbilder aussortieren. 😗

Da müsst ihr durch, aber eigentlich sollte jeder wissen mittlerweile, was ihn erwartet. 😄



















Die drei tummeln sich im Wasser und bieten uns eine Show. Sie rücken beständig näher und bewegen sich gemächlich und bedächtig durch das Wasser, schlagen sich den Wanst voll... genau so sehen glückliche Dickhäuter aus. 😎




















So jetzt reicht es aber auch langsam mal. Schließlich gibt es auch noch andere Tiere hier... auf dem ersten Bild mit dem einzelnen Elefanten sieht man ihn schon und anders als die Zebras, die mittlerweile das Feld geräumt haben, hält der Reiher die Stellung.

Yellow-billed Egret - Mittelreiher



Ach was solls... ein paar könnt ihr noch vertragen. 🤪














Alles hat irgendwann ein Ende und die Elefanten verlassen das Wasser, stauben sich noch einmal kurz ein und ziehen dann in Richtung der Büsche von dannen. Macht es gut und danke für die schöne Zeit.





Vor ein paar Monaten hatten wir uns das erste und bis zu diesem Zeitpunkt einzige Mal getroffen und mit den

"Wir sehen uns am Boteti!"

verabschiedet. Besser hätte unser Fluss des Herzens nicht abliefern können! 🤩


to be continued...


Gruß,
Robin

Teil 1607. März 2022

Full House am Fluss

Wir verabschieden uns von Martin und Claudia und fahren noch einmal zurück ins Camp. Die beiden drehen die Runde noch etwas länger. Wir verabreden uns auf den nächsten morgen um 10 Uhr und fahren dann zusammen zu den Baines Baobabs und unserer ersten gemeinsamen Campsite.

Es geht hoch über den Fluss mit gewohntem Blick...



... und dann wieder runter ans Ufer. Jedes Mal kann man eine neue Sichtung auf die Liste schreiben. Ein kleiner Wasservogel fällt mir auf und weckt meine Aufmerksamkeit. Ich hoffe mal ich liege richtig und es handelte sich um einen Zwergtaucher. Auch ein Kaptäubchen lässt sich noch ganz hübsch ablichten, auf die Idee, die "Ratten der Lüfte" in unseren Gefilden hier rund um Köln abzulichten würde ich auch nie kommen! 😛

Wir folgen wieder den Pfaden bis wir beim toten Elefanten ankommen. Die Geier sitzen direkt im Baum daneben, auch links am Strand haben sich schon gut ein Dutzend Geier versammelt. Aus einem, sich uns nicht erschließenden, Grund, geht keiner der Geier an den Kadaver. Sie sitzen nur in der Nähe, auch als wir später noch einmal losfahren ist es dasselbe Bild. Keiner nähert sich dem Kadaver??! 🤨


Little Grebe | Zwergtaucher






Namaqua Dove | Kaptäubchen






Zurück im Camp wird gerade eine Stadt neu errichtet! 🙄 😣

Sage und schreibe 11 Fahrzeuge, teils mit Hänger sind gerade mit aufbauen beschäftigt und belegen quasi den gesamten Platz. Na hier ist was los. In der Mitte der Campsites wird eine Art zentraler Braii-Platz angelegt mit einem großen Grill und ein paar Stühlen drumherum. Wir schlendern mal rüber zum recht offensichtlichen Häuptling der Truppe.



Es handelt sich um eine 10-tägige Tour, geführtes Campen in Botswana für Neulinge. VERDAMMT!!!, das war doch unsere Geschäftsidee. 😄

Der Führer der Truppe macht das aber auch nicht, weil er davon reich wird, eher als Passion. Er betreibt eine Firma, ich glaube irgendwas im Bausektor, in Südafrika und organisiert einmal im Jahr eine solche Tour nebenbei als Freizeitprojekt. Wir tauschen uns etwas aus, dass wir aus Deutschland kommen und wo es noch hingeht etc., das übliche, wenn man sich trifft.

Er hat auf jeden Fall alle Hände voll zu tun und ständig kommt irgendwer mit Fragen auf ihn zu, da stören wir auch lieber nicht länger, das Chaos scheint Programm zu haben, aber da lassen wir uns lieber nicht mit reinziehen... wir fahren besser wieder los. Irgendwie vermuten wir, dass das heute Abend noch laut genug wird. 😏

Gegen 16:30 Uhr fahren wir wieder aus dem Camp. Unsere neuen Nachbarn sind auch fertig und wir stecken etwas im "Stau" hinter ihnen fest. Das erste Stück ist immer eine tiefsandige Piste durch das Hinterland, auf der man fürchterlich schaukelt und vor uns wird dem begegnet, in dem man im Standgas über die Schlaglöcher schleicht. Ich bin etwas genervt... Mara ist das ganz lieb, weil ich meist zu schnell unterwegs bin auf solchen Strecken für ihren Geschmack und Magen. 😗

Am View Point biegt die Kolonne ab, das ist unsere Chance und so können wir die Führung übernehmen und sind als erste wieder unten am Fluss. Bevor es aber wieder runter geht, bekommen wir endlich einen Schreiseeadler in guter Nähe vor die Linse und ein Hippo zieht eine Show ab, dass wir uns an das Spiel "Kroko-Doc" erinnert fühlen, warum hat man dafür eigentlich ein Krokodil genommen, Maul aufreißen kann keiner so gut wie ein Hippo!

African Fish Eagle | Schreiseeadler



(achja... das ist wieder animiert, also ist etwas Geduld gefragt)



Wir zockeln am Ufer entlang und genießen die langsam immer schöner werdende Lichtstimmung.


Wattled Starling | Lappenstar






Grey Go Away Bird | Grauer Lärmvogel



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Wir suchen uns eine schöne Stelle mit Blick über eine der Flusskehren. Zebras kommen an dieser Stelle wie an der Schnur gezogen die Böschung herunter, trinken noch einen Schluck und verschwinden dann im Hinterland in den Mopane Büschen. Wir zücken unseren Sundowner und genießen einfach die Aussicht und wunderbare Ruhe der Gegend.








Die Sonne schickt ihre letzten Strahlen über die Baumwipfel, es wird also auch Zeit für uns. Das ist das schöne, wenn man auf dieser Seite bleibt, man kann bis zum letzten Sonnenstrahl am Wasser stehen.








Auf dem Weg zurück liegt das verletzte Zebra am Wegrand. Immer wieder hält ein Zebra an und steckt seinen Kopf runter. Es sieht aus als nähmen die anderen Zebras Anteil oder wollten Trost spenden. Die Szene ist herzzereißend, auch wenn es grausam klingt, wir hatten gehofft, es würde die Nacht nicht überleben... es quält sich nur noch.




Ein letzter Blick, ein letzter Eli... er trottet gemächlich entlang des Flußufers und zeigt sich nur noch als weiterer Kandidat für die Serie "Afrika von Hinte(r)n"




Zurück im Camp herrscht geschäftiges Treiben bei der großen Safaritruppe. Es lodert ein großes Feuer und nach und nach sammeln sich alle. Anders als erwartet, wird aber nicht zusammen gegrillt, sondern jeder hat seine eigenen Lebensmittel und kann am großen Feuer, bzw. dem dort stehenden Grill auch seine Sachen zubereiten. Es entzünden sich aber auch einige kleinere Feuer und entgegen unserer Befürchtung entsteht keine laute Partystimmung, sondern ein ruhiges Miteinander oder private Zweisamkeit. 🙂

Es ist wieder windig, aber wir haben unsere Feuertechnik verfeinert und arbeiten mit dem Wind und nicht dagegen an. Das sieht dann so aus, dass aus Windrichtung kommend die erste Kohle entsteht, dort kann gegrillt werden und dahinter brennt das Feuer hoch.

Zwei neue Scheite bilden die Seiten und keilen die Glut ein und dienen als Auflage für den Grillrost. Ein bisschen stolz sind wir auf diese Konstruktion schon. 😄





Zwei Schatten lösen sich aus der Zeltstadt und kommen zu uns ans Feuer. Es gibt einen netten Plausch, die beiden können deutsch, der Reiseleiter hatte ihnen erzählt, dass wir aus Deutschland kommen. Sie kommen aus Südafrika, aber ihre Vorfahren waren Deutsche aus Namibia. Sie hat auch zehn Monate lang in Köln gelebt und ist in Südafrika auf eine deutschsprachige Schule gegangen.

man versteht sich also prächtig und wir unterhalten uns eine Weile, bis es für uns wie auch die beiden Zeit wird, sich ums Abendessen zu kümmern. Oryx kommt auf den Grill, dazu Couscous vom Vortag als Beilage und wir probieren mal aus, Butternut zu grillen. Ohen alles... einfach nur in Taler geschnitten und auf den Grill gelegt. Mmmhhhh... ein Gedicht!...

Eine feine Note von verbranntem Gemüse, garniert mit faserigem Biss, der steinhart ausfällt und als nichts anderes besser zu beschreiben wäre als: Roh und verbrannt! 😣 😏

Na gut, das geht besser. Wir einigen uns darauf, dass es einen neuen Versuch geben wird. Dann aber in Alufolie eingeschlagen mit etwas Öl und Salz und dann auf den Grill. Gesagt, getan... das werden wir die nächsten Tage ausprobieren.

Wie immer wird es spät, wir schreiben ein paar Zeilen in unser Tagebuch, lassen die letzten Scheite runterbrennen und verziehen uns ins Dachzelt. Im Camp bleibt es angenehm ruhig, ich meine sogar, dass eher wir beiden so mit die Letzten waren, die ihr Feuer verlassen.





Morgen geht es dann so richtig zu viert weiter, wir freuen uns drauf. 🙂


Gruß,
Robin

Teil 1720. März 2022

Ein Bierchen am Morgen...

... können wir aktuell noch nicht besorgen. Wir haben ja keins, aber Martin und Claudia wollten drüben den Kühlschrank leerkaufen. Ich hoffe schon. 🤪

Was tatsächlich blöd ist, es gibt auch keinen Kaffee für euch, wir starten ja wieder direkt. Aber das wird nächstes Mal besser. Wir haben schon einen Plan. Wir haben eine Thermoflasche die locker 12-24 Stunden heiß hält und eine so große Öffnung hat, dass wir schon am Vorabend den Kaffee kochen können. Da freuen wir uns schon total drauf. Kaffee auf dem ersten Gamedrive des Tages. Warum sind wir da nicht früher drauf gekommen...

... so muss es heute wieder einfach so losgehen. Gestern waren wir so ziemlich die Letzten, heute sind wir die ersten die wach sind. Diese Schnarchnasen um uns herum hier. Unglaublich.




Unsere Mitfahrer kommen erst später rüber, also schauen wir noch schnell einmal am Fluss vorbei. 6:45 Uhr geht es los, das ist unsere neue Bestzeit! 😎

Interessierte Augenpaare verfolgen unseren frühen Start, auch wenn ich nicht glaube, dass dieses Gnu uns wirklich gesehen hat. Gefühlt standen wir im toten Winkel. 😄




An der Stelle mit den Elefantenknochen, bei der es so wie verbrannter Boden aussieht (weiß jemand ob das einfach durch Verwesung kommen kann), picken mehrere Perlhühner im Boden rum. Da wir diesen Gedanken der Verwesung im Kopf haben, ist das ein irgendwie unapetitliches Bild.


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn



Unten am Fluss angekommen begrüßt uns erst dieses ungleiche Paar, die aber wohl nichts miteinander zu tun haben wollen oder es gab wohl Streit auf dem Baum. Zumindest die Riedscharbe würdigt den Darter keines Blickes. 😛




Ein Stück weiter kommen wir wieder bei dem toten Elefanten vorbei. Wir riechen es schon, bevor wir ihn sehen und über Nacht scheint der richtige Geier vorbeigekommen zu sein und hat die dicke Haut des Elefanten geöffnet. Es gibt keine Zurückhaltung mehr, überall sind Geier und Belagern den Kadaver. Es ist ein richtiges Gezeter und man neidet sich die besten Plätze oder kämpft um die besten "Leckerbissen"... naja, aus Geiersicht eben. 🤢

Auf jeden Fall ist es ein faszinierendes Schauspiel und wir brauchen eine zeitlang uns davon losreißen zu können.

White-backed Vulture | Weißrückengeier









Etwas weniger blutig, aber ebenso fedrig geht es auf dem weiteren Weg zu. Vieles mit 4 Hufen ist noch nicht unterwegs, in erster Linie ist es ein kleiner, feiner Birding-Drive. Dafür ist dieses Flussgebiet wirklich bestens geeignet.


African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Common Redshank | Rotschenkel Black-Winged Stilt | Stelzenläufer (juvenil) danke Ingrid 🙂



Little Stint | Zwergstrandläufer, ist das richtig?



Juvenil?



Wir tuckern bis zum Ende des Weges untenrum am Fluss und dann wieder zurück, es soll nur eine kurze Runde sein, wir haben uns verabredet gegen 9 Uhr das Walkie Talkie anzumachen. Die üblichen verdächtigen vertreiben uns die Zeit und tummeln sich in schönem Licht im oder am Wasser und den Bäumen oder Ästen am Strand.

Red-billed Hornbill | Rotschnabeltoko



Meves Starling | Mevesglanzstar



Yellow-billed Stork | Nimmersatt



Nochmal die Frage... warum ist das nicht mehr der Nationalvogel Botswanas? 🤨
Der ist doch sooooo schön!!!


Lilac-breasted Roller | Gabelracke



Quelea | Blutschnabelweber danke Friederike 🙂



Bevor es zurück zum Camp geht, kommen wir noch einmal beim Elefanten vorbei. Es sind nochmal mehr Geier vor Ort, eine solche Masse belagert den Kadaver, dass man teilweise nur noch Federn sieht. Wirklich Wahnsinn... anbei noch ein paar Bilder und dann auch mal Bewegtbild von dieser mehr als beeindruckenden Sichtung.







Draufklicken um zum Video zum kommen...



Auf dem Rückweg zum Camp kommt uns die Südafrikanische Truppe entgegen. Sechs Autos in Reihe, wir fahren von der PAD runter und lassen sie alle passieren. Es gibt freundliches Winken und Kopfnicken zurück. Im letzten Auto sitzen zwei bärtige, sehr gut gelaunte Männer auf der Rückbank... von den beiden gibt es weder das eine, noch das andere. Zwischen ihnen ist eine große Kühlbox auf dem Rücksitz und uns wird überschwänglich zugeprostet. 😕

8:44 Uhr und die erste Kanne ist schon am Hals. Respekt, geht also doch! 😗 😄


Zurück im Camp gibt es wieder ein Frühstück im Windschatten des Autos. Müsli und Knäckebrot mit Nutella... Mara kennt das nicht, ich kann es kaum fassen. Dabei ist doch Nutella auf Knäckebrot wie leckere Schokokekse essen. Richtig lecker. 🤩

Jetzt wo sie das kennt, gibt es das öfter im Urlaub. Wieder jemand überzeugt, aber irgendwas haben wir vergessen? 😐

Achja... um 9 Uhr das Walkie Talkie anmachen. Es ist schon 9:35 Uhr und kaum angemacht knackt die Verbindung, noch ist nichts zu hören. Also schnell duschen, zusammenpacken und fertig werden. Das klappt natürlich nicht. Ich stehe unter der Dusche als die beiden ankommen und Mara ist beim Abwasch. 😣

Jetzt aber fix aufrödeln. Und wieder ein Learning für den nächsten Urlaub mitnehmen. Arbeitshandschuhe sind je total sinnvoll. Während ich mir Splitter in die Hände vom Brennholz jage, packt Martin ein paar Handschuhe aus. Was für eine fantastische Idee! 🤪 😄


Dafür kann man Mara mit ihrem Kaffeefilter punkten. Frisch gebrühter Kaffee ohne viel Aufwand. Kaum zusammen unterwegs, da tauscht man seine guten Ideen aus. Claudia ist übrigens unsere sehr ambitionierte, "immer mal draufhalten und vieles dokumentieren" Fotografin. Da wir da immer zu faul zu sind, profitieren wir ab jetzt auch von diversen Fotos von ihr. 🙂


Bild von Claudia


Gruß,
Robin

Teil 1831. März 2022

Bewegende Bilder vom Boteti

Alles ist gepackt... es geht ein letztes Mal runter an den Fluss in diesem Jahr. Ein wenig Wehmut ist dabei, die Zeit hier war mal wieder wunderschön, aber es ist ja nicht so, als ob es nichts zum drauf freuen gäbe.

Endlich zusammen und dann direkt zum nächsten Sehnsuchtsort in Botswana, den Baines Baobabs. Wobei es uns da eher um das drumherum geht, nicht direkt um die Bäume selber. Wir sind immer wahnsinnig fasziniert von der riesigen Salzpfannen.

Aber eins nach dem anderen. Die Route geht erstmal durch bekanntes Gebiet.


>> Detailansicht findet sich hier <<

Wir halten erstmal wieder am Viewpoint. Am Fluss sind Zebras unterwegs, Knochen liegen auch hier überall rum. Ein Bee-Eater spielt "Hasch mich" mit uns, ich erwische ihn zwar, aber durch die Kompression der Linse und die Zebras di soweit dahinter am Fluss stehen, sieht das Bild aus, wie in Photoshop zusammen gesetzt. 😏 😵








Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint



Als wir am Fluss ankommen sind die Geier bei ihrem schmutzigen Handwerk... MOMENT MAL!

Ich hab' da vorne eine Lanze brechen hören. Nachdem ich gestern ein wenig recherchiert habe zum Thema Geier muss ich einiges revidieren. Zum ersten mal sind das schon arg faszinierende und fotogene Tiere. Zum anderen ist mir zwar klar gewesen, dass Geier ja eigentlich nur das Aas wegschaffen und dementsprechend einen wichtigen Job machen, aber ein paar Details wusste ich nicht.

Die Magensäure von Geiern ist so stark, dass sie nicht nur das Gammelfleisch verarbeitet, sondern auch ein halbes Dutzend extrem gefährlicher Krankheiten, die ansonsten für die übrige Tierwelt sehr gefährlich werden könnte, z.B. die Schweinepest oder Anthrax Bakterien. 🙄 😎

Geier sind also ganz schon toll und man muss da ausnahmslos sagen, dass die toll sin... MOMENT MAL!

Geier pinkeln sich auf die eigenen Beine um sie zu desinfizieren, nachdem sie in Kadavern rumgelaufen sind und auch einfach mal so, um sich Abkühlung zu verschaffen. 🤢 Desweiteren göbeln die ihren Mageninhalt aus, wenn sie in Bedrängnis geraten, um schneller starten zu können... man hat aber mittlerweile bewiesen, dass sie dabei nicht speziell auf ihre Angreifer zielen und sie angöbeln... na immerhin. 😄


White-backed Vulture | Weißrückengeier


Ganz so viele sind nicht mehr vor Ort wie am Morgen. Anscheinend haben sich die meisten erstmal sattgefressen. Denn wusstet ihr schon, dass Geier sich so vollstopfen, wie es irgendwie geht und sie so gerade eben noch völlig lethargisch einen Rastplatz erreichen um im Fressdelirium zu verharren. Mensch, hier lernt man noch was! 😗





Lappet-faced Vulture | Ohrengeier



Das große Fressen geht am Ufer weiter, wenn auch in kleinerem Ausmaß. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass der Karminspint eine dieser fetten weiß-schwarzen Bienen/Hornissen? erwischt hatte. Ich dachte nur der streckt die Flügel.


Carmine Bee-eater | Karminspint



Jetzt wundert euch nicht, aber das wird nur ein kurzes Kapitel. Wir biegen recht zeitig auf die Böschung ab, schauen ein letztes Mal auf den Boteti und werden von einem seiner gewöhnlichsten Bewohner verabschiedet.





Bevor es hier morgen weitergeht und wir über sandige Pisten gen Norden rumpeln, wird es Zeit für den Abschluss des Kapitels Boteti. Mara hat sich wieder einmal durch die vielen Clips geklickt und ein Video zusammengstellt, dass euch hoffentlich in Verbindung mit dem geschriebenen Wort ein paar "bewegende" Eindrücke vom Boteti gibt.

Sei es als Sehnsuchtsschub, für die, die schon da waren oder als Anregung, für die, die diese schöne Gegend bislang nicht auf dem Safari-Radar hatten. 🙂


>> Auf das Bild klicken bringt euch zum Video <<


Fazit: Khumaga Campsite
Die Campsites liegen eher um einen zentralen Platz recht dicht beieinander, aber das hat uns nicht gestört. Die Anlage war mit Abstand die gepflegteste der Reise, das Personal so aufmerksam, mit Welcome Matten und automatischen Seifenspendern in den Ablutions. Haben wir so noch nicht gesehen, alle Daumen hoch dafür. Die Lage auf dieser Seite des Flusses birgt den riesigen Vorteil, dass man direkt morgens und spät Abends an den Fluss kann. Satte 4 von 5 Sternen und wir wollen nicht nur, wir werden wiederkommen. Ist schon gebucht. 😎


Morgen gehts dann richtig weiter...


Gruß,
Robin & Mara

Teil 1901. Apr. 2022

1.. 2.. 3.. es geht wieder los!

Kaum sind wir weg vom Boteti geht es geradewegs in den Norden, mitten durch dichtes Buschland. Zu sehen gibt es nicht mehr viel, außer diese tiefsandige Piste, die gepaart mit tiefen Löchern ordentlich ausgefahren ist und unsere Reisepartner hörbar noch mehr durchschüttelt als uns. Im Walkie Talkie hören wir so manchen Kommentar dazu, dass diese Piste grausig ist und wie wir denn so schnell unterwegs sein könnten? 🤨

Wir einigen uns auf den kürzeren Radstand, das geringere Gewicht und das der Hilux nicht so eine hecklastige Gewichtsverteilug hat. Dadurch lässte er sich wohl weniger aufschaukeln... so weit die Theorie, aber ob das auch nur halbwegs nah an der Realität ist, davon haben wir keine Ahnung.

Wir beschließen auf jeden Fall, dass wir uns das mal aus der Nachfahrer-Perspektive anschauen müssen. Ich finde zwar, dass die Kamera das Spektakel nicht ganz so gut rüberbringt, aber wir haben schon gut was zu lachen gehabt, wie Martin und Claudia da vor uns am rauf und runter springen waren. 😛


>> Klick auf's Bild zum Video <<


Nach einer Weile übernehmen wir wieder die Führung, wir haben noch etwas vor. 😉

Auf dem Weg liegt das Wasserloch, an dem wir 2018 mit unserer Elefantenzählung angefangen haben und wir hoffen natürlich darauf, dass wir auch dieses Mal Elefanten dort finden. Man sieht das Wasserloch vom Weg aus nicht, nur ein Solarpaneel im Busch lässt erkennen, wo man vom Weg, in einen kleinen Pfad abbiegen muss, der mitten in die Büsche führt.

Ein Gamedrive-Fahrzeug kommt uns entgegen. Wir fahren beide die Böschung hoch und lassen ihn passieren. Ich versichere mich beim Guide, ob am Wasserloch auch wirklich Elefanten stehen... wir sagen aber natürlich nix, wollen wir doch die beiden damit überraschen. 🙂

Wir sehen die Solaranlage, rechts des Weges und biegen in den kleinen Pfad ab. Der Ausrichter unserer 12er Truppe aus Khumaga steht hier schon, ebenso sind schon einige Elefanten im Wasserloch. Wir rangieren uns so zurecht, dass wir alle einen guten Blick auf's Wasser und die Elefanten haben und im Walkie Talkie hören wir: "Woher habt ihr das denn gewusst???" 🙄

Aus den Fenstern ragen die Kameras, es bietet sich ein Schauspiel, denn wie schon 2018, kommen nach und nach immer mehr Elefanten am Wasserloch an. Aus allen Richtungen versammeln sie sich hier Mittags am Wasser.
(wenn ihr denkt, ich lasse mir die Chance entgehen, richtig viele Elfeantenbilder hier reinzustellen, wenn sich die Chance mal bietet, dann liegt ihr falsch!) 🤪 😄

















Kaum verschwinden die ersten Elefanten im Buschland, da tauchen die nächsten auch schon wieder auf und dann wird im Wasser losgeplanscht...














Und wenn man schon mal im Wassser steht, dann kann man sich natürlich auch das Wellnessprogramm mit einer ordentlichen Schlammpackung nicht entgehen lassen. Mara hat auch das per Video eingefangen, einfach schön, dass wir diesmal auch so viel Bewegtbild mal haben. 😎


>> Klick auf's Bild zum Video <<




















Wir könnten hier ewig stehen und das tun wir gefühlt auch. Es ist einfach nie langweilig und immer wieder aufregend, wenn plötzlich hinter den Autos Elefanten auftauchen und sich ihren Weg zum Wasser suchen... wir haben unsere Plätze gut gewählt uns stehen niemandem im Weg. So dürfen wir friedlich beobachten und werden geduldet. Kein Antröten oder Ohrenschütteln, so mögen wir das. 🙂























Eine Sache können wir sehr schlecht und eine Sache können wir sehr gut... das werden unsere Reisepartner auch noch merken.

Nur schlecht können wir uns von Elefantensichtungen trennen.

Sehr gut können wir Elefanten finden, manchmal auch zu viele. (aber das hat noch ein paar Tage Zeit) 😗 😉


Dennoch müssen wir irgendwann weiter, ein letzter Blick auf das immer noch gut gefüllte Wasserloch und die sich speigelnden Dickhäuter und dann geht es weiter in Richtung Gate.









Nach so vielen Elefantenbildern sollte natürlich klar sein, dass wir diesen Punkt nutzen wollen, um unsere Zählung wieder aufzunehmen, an dem Ort, wo wir damals die Idee zum ersten Mal hatten. Schließlich haben wir ja einen "wissenschaftlichen Auftrag" und dem müssen wir möglichst gewissenhaft nachkommen. 😄


(nicht wundern... zu den 28 hier am Wasserloch, kommen noch zehn dazu, die wir schon am Boteti gesehen haben ;))


Mal ne kurze Pause zum verrüsseln, äh verschnaufen...


Gruß,
Robin

Teil 2002. Apr. 2022

Unendlichkeit unter'm Sternendach

Wir verlassen die Makgadikgadi Pans, biegen auf die A3 ab und stehen flugs schon am nächsten Gate. Wenn euch die Strecke Gate zu Gate interessiert, sagt Bescheid... wir haben vergessen die GoPro auszumachen und einfach mal 40 Minuten langweiligstes Videomaterial zu bieten. 😣





Am Gate zur Nxai Pan angekommen melden wir uns an und erfahren, dass wir alleine bei den Baines sind heute und die freie Wahl der Campsite haben. Wie schön, damit steht zumindest schonmal fest, dass wir uns erstmal orientieren und die Campsites anfahren um zu entscheiden, wo es uns am besten gefällt.





Ich lasse gerade Luft aus den Reifen, als Martin oder Claudia, ich weiß es nicht mehr genau sagt:

"Da war gerade eine Eule, die ist hier vorne am Gate vorbeigeflogen."


Wir begeben uns auf die Pirsch, sehen sie kurz und dann ist sie auch schon wieder weg. Also weiter geht's... wieder durch's Gate und in die andere Richtung. Manch Angestellter dort schaut uns eher verwundert nach. Das ist uns egal, hier ist irgendwo eine Eule unterwegs. Dann entdecken wir sie wieder... weit weg hinter dem Zaun, hat sie sich unter das Dach eines Unterstands gesetzt.

Besser ging es nicht, aber immerhin, eine Erstsichtung für uns. 🙂

Barn Owl | Schleiereule



Wieder einmal rät' man uns vom direkten Weg am Gate ab, diesmal halten wir uns dran und nehmen die direkte Route gen Norden. Der andere Weg soll extrem tiefsandig sein, mit besten Chancen sich festzufahren. Wir glauben das gerne, denn auch der einfachere Weg ist schon eine ziemlich ruppige, tiefsandige und teils wellblechige Strecke. Wir kommen aber trotzdem gut durch, so abseits des Parks sieht man aber irgendwas zwischen sehr wenig und nix... ein einzelner Laufvogel steht kurz still und verschwindet dann im Busch. Schon bald sehen wir den ersehnten Abzweig in Richtung Baines.


Northern Black Korhaan | Weißflügeltrappe






Kurz nach dem Abzweig folgt auch schon der nächste Hinweis zur Strecke. 14km sind es ab hier, bis zu den Baobabs zwitschert uns ein Vögelchen... 🤪





Apropros Vögelchen... wir probieren unsere Adleraugen aus und versuchen links und rechts des Weges ein paar gefiederte Freunde zu finden und funken immer unsere, zugegeben recht spärlichen, Sichtungen an Martin und Claudia. Die Piste geht speziell am Anfang durch dichte Dornenbüsche und ist teils sehr ruppig, da kommt man nicht gut voran, aber so hat man aber etwas Zeit sich mal die Blüten anzuschauen und ich versuche mich diese in Szene zu setzen. Mischen wir mal zwischen die Tiere ein paar botanische Aufnahmen... ich übe noch, aber wenn ihr wisst was das ist, dann freue ich mich auch hier über jede Bestimmung. 😉





Ant-eating Chat | Termitenschmätzer






Ostrich | Strauß



Dann sehen wir ein Nest und bei genauerem Hinsehen guckt da doch was raus. 🤩
Unheimlich weit weg, wir sehen in der Nähe einen Greif kreisen und hatten schon gedacht, es könnte sich um ein Elterntier handeln, aber bei genauerer Betrachtung, passt der Greif nicht zu diesem Geiernest, denn ein Geier schaut etwas verstohlen zu uns rüber.








Steenbok | Steinböckchen






Wir kommen raus aus den Büschen und rein in ein Gräsermeer. Schon von weitem kann man die Baines sehen und sie ragen aus der Landschaft heraus. Wir fahren raus auf die Salzpfanne und parken die Fahrzeuge um uns die Baobabs genauer anzuschauen. Sie sind schon beeindruckend, man kommt sich winzig vor im Schatten dieser imposanten Bäume.





Was Claudia wohl in dem Moment gerade denkt? 🙂






Hier steht Martin im Bild, so dass man die Dimension und Größe dieser Bäume besser einschätzen kann. Da mittig, das ist er, der kleine Kerl da. 😛



Gegenüber der Baines ist die Campsite #1, mit Blick zurück auf die Baumgruppe. Die schauen wir uns als erstes kurz an, natürlich nicht ohne noch ein erstes Gruppenbild für die Erinnerung zu machen. Nachdem wir die Campsite inspiziert haben, fahren wir noch einmal raus auf die Pfannen und in Richtung der anderen Campsites.








Diese Gegend hier hat wirklich etwas magisches. Am Rande der Pfannen stehen vereinzelt mächtige Baobabs, die hier schon standen, als das Gebiet noch ein riesiges Binnenmeer war. Früher standen diese Bäume am Strand... man fragt sich, was sie wohl schon alles gesehen haben. Den Kontrast bildet die weite und leere Pfanne. Dieser Anblick fasziniert uns fast noch mehr, man kann das Ende nie erahnen, weil alleine durch die Hitzschlieren in der Luft, die Pfannen unendlich scheinen.





Wir folgen den Spuren in Richtung der Campsite #2, die passenderweise von zwei Baobabs eingerahmt wird. Hier haben wir 2018 unser Nachtlager errichtet. Es ist schon spät und da wir wissen, dass die #3 weniger attraktiv ist, stellt sich die Frage ob es für unser Nachtlager 1 oder 2 wird. So recht entscheiden mag sich keiner, also plädiert Mara für die #1 mit Blick auf die Baines. Auch Claudia hat diese Tendenz und so ist dann doch schnell beschlossen, dass wir dort unsere erste Nacht zu viert verbringen werden.


Campsite #2



Eine gute Entscheidung, so fahren wir nochmal auf die Pfannen raus ins Abendlicht. 😎


Spuren menschgemacht


Spuren tiergemacht



Anbei auch wieder ein kleiner Mitschnitt vom Gebiet der Salzpfannen. 🙂


>> Ihr kennt das jetzt ja... klick auf's Bild zum Video <<


Auf der Campsite angekommen wird aufgecampt, also Zelte aufrichten und als erstes noch schnell den Sundowner einschütten, anstoßen und dann zum Gruppenbild vor den Baines im besten Abendlicht postieren.





Ich kümmere mich schon mal ums Feuer. Nach und nach wird die Eimerdusche genutzt. Claudia verzichtet heute Abend auf diese Erfahrung und geht ihrem liebsten Nebenjob nach, Fotos machen vom drumherum, so gibt es auch mal Fotos von mir beim Holzscheite schichten. 🙂


Foto von M&C



Foto von M&C


Nachdem das Feuer brennt, nutze ich das letzte Licht mit langer Brennweite um die Baumgruppe auf der anderen Seite der Pfanne auch noch einmal in was größer auf den Sensor zu bannen.





Als es schon dunkel ist, schnappe ich mir auch eine unserer Camplampen und nutze die Dusche. Es ist immer noch so schön warm, dass eine kalte Dusche gut tut. Wir stellen eh' fest, dass es Abends noch sehr lange warm bleibt, aber morgens dann doch arg kühl ist.

Zwischenzeitlich wird schon am Abendessen gewerkelt. Wir schmeißen alle zusammen und es gibt ein 5* Mahl.

- Frischer Kartoffelsalat
- Ratatouille
- dazu gegrillter Springbock
- Gin-Tonic

Und Martin öffnet die Schatztruhe und stellt 8 eiskalt runtergekühlte Dosen Gerstensaft, die er Mish im Boteti Rivercamp abquatschen konnte zur Verfügung. "This must be heaven, this must be heaven for only the four of us" kommt mir in den Sinn.




Endlich haben wir mal richtig Zeit uns über unsere jeweils ersten Tage auszutauschen und genießen einen schönen Abend am Feuer, der schon bald von bierseeliger und satter Bettschwere beendet wird. Alle sind müde und wollen ins Bett. Ich möchte noch einmal auf die Pfanne raus und schauen ob ich ein paar Sternenbilder machen kann, aber keiner möchte mehr mit. Stattdessen werden die Zahnbürsten rausgekramt, während ich mein Stativ schultere und raus auf die Pfanne marschiere.

Durch den weißen Untergrund und den schon aufgegangenen Mond ist es so hell, dass man, sobald man auf der Pfanne steht sehr gut sehen kann. Ich richte die Kamera mit dem Weitwinkel grob aus, stelle die Fokusdistanz auf das, was ich für Unendlich halte ein und mache ein Testbild. Die 20 Sekunden mache ich die Taschenlampe aus und gewinne erst jetzt meine Nachtsicht zurück.

Bevor ich mir die Testaufnahme auch nur anschauen kann bin ich geplättet. Jetzt spätestens ist klar, dass die Campsite #1 ein Jackpot ist. Durch die direkte Lage an der Pfanne, kann man hier eben auch gut rausgehen in die Dunkelheit. Was sich über mir erstreckt ist gigantisch. So einen klaren Sternenhimmel habe ich selbst 2017 in Namibia nie gesehen.

Ich stapfe zurück ins Camp: "Jetzt muss ich mal ein Machtwort sprechen. Ihr nehmt euer Stativ und ne Kamera mit oder kommt zumindest mit raus auf die Pfanne. Das werdet ihr sonst bereuen!" 😮 😄

Der Vehemenz folgt dann doch jeder und nachdem die Taschenlampen aus sind und man sich an die Dunkelheit gewohnt hat, können wir alle zusammen noch eine Weile staunen und uns kaum sattsehen. Das Band der Milchstraße leuchtet direkt über uns und man kann gefühlt mit bloßem Auge in die Unendlichkeiten des Weltalls blicken. Es ist wirklich wunderschön! 🤩

Aber seht selbst. 🙂





Gruß,
Robin & Mara

Teil 2110. Apr. 2022

Von alten Bäumen zu alten Seelen

Heute geht es für uns hoch zur Nxai Pan, für uns neu und das Gebiet wollen wir dieses Jahr ein erstes Mal besuchen. Martin und Claudia übernachten dort nicht, sie fahren heute nach Maun und bleiben dort zwei Nächte, wo wir morgen wieder dazustoßen werden.


>> Detailansicht <<


5.56 Uhr... nein wir stehen nicht auf. Ich stehe schon auf der Pfanne. 😮
Nur kurz danach stößt Martin dazu.




Einen Timelapse vom Sonnenaufgang möchte ich machen und schauen, dass ich ein schönes Bild von den Baines im ersten Tageslicht bekomme. Beides gibt es hier jetzt nicht zu sehen. Auf dem Weitwinkel-Timelapse ist quasi nix zu erkennen und wenn die Sonne irgendwo hinter/neben den Bäumen aufgeht sorgt das Licht nur für eine schöne Stimmung in die andere Richtung (siehe Martins Bild unserer morgigen Campsite, er war so klug sich mal umzudrehen) 😄

Stattdessen gibt es aufgeplatzte Salzpfanne, irgendwas muss ja bei rumkommen. Ist quasi wie die Dünen im Sossusvlei... naja fast. 😛








Bild von M&C


Reisepartner sind übrigens was richtig schönes... ihr müsst euch gar nicht in Richtung Auto begeben und die bereitgelegten Kekse mümmeln. Heute kredenzt Martin frisches Rührei!!! 😎

Während er damit beschäftigt ist streune ich mit der Kamera noch etwas über die Campsite und jage einer Krähe nach, die rund um "unseren" Baobab hüpft. Zeit auch mal die Früchte und Samen des Baumes genauer zu begutachten.

Pied Crow | Schildrabe












Nach dem Frühstück beschäftigen sich Mara und Claudia mit der Küche des Bushcampers und fangen an alles einmal rauszuräumen, neu zu sortieren, Kleinigkeiten, die das Leben einfacher machen werden ausgetauscht, bis die beiden zufrieden sind und alles dort seinen Platz hat, wo es wohl hingehören soll. Mal sehen wie lange das bei der nächsten Rumpelpiste hält. 😗

Dann rödeln wir auf und werfen einen letzten Blick von hier aus auf die Baines. Noch einmal dieses Ort festhalten.


Bild von M&C









Gegen halb zehn verlassen wir den Platz und halten noch einmal kurz bei der Baumgruppe. Die Sonne steht recht hoch, hartes Licht, da kann man ja ein bissel Blödsinn machen. Allzu viel Zeit lassen wir uns aber nicht, denn Martin und Claudia schmeißen ihre Tagespläne etwas um und kommen noch für einen kleinen Abstecher mit in die NxaiPan, bevor es dann für die beiden nach Maun geht.





Bild von M&C



Nah dran sieht es schon stark aus, wie die Kruste hier aufgebrochen ist.



Bild von M&C



Wir folgen wieder der längeren, aber besser zu befahrenen Route, raus aus dem Gebiet der Baines und dann geht es Richtung Norden. Diese Route ist halt echt langweilig, bis dann plötzlich ein Auto im Weg steht. Niemand zu sehen und es sieht auch eher so aus, als ob der Wagen schon eine zeitlang hier steht. Am Gate folgt die Erklärung, anscheinend gehört das Auto der Putztruppe, zumindest wird uns das erzählt, direkt mit der Erklärung nachgeschoben, dass die Ablutions also auch ein paar Tage nicht gereinigt wurden. 😐
(wir erwarten schlimmes, aber es ist alles bestens in Schuß, dass schon mal vorab)


Kurz vor dem Gate sehen wir einige Elefanten durch die Büsche streifen. Nur schwer zu erkennen und meistens auch sehr verdeckt, bis auf den einen Kollegen mit mieser Laune... wir werden erstmal angetrötet und ohrgeschlackert. Wie unhöflich! 😮









Wollen wir mal hoffen, dass dieser erste Eindruck trügt und nicht für die allgemeine Gastfreundschaft hier steht!

Beim Check-In am Gate vertrödeln wir Zeit, weil der Herr im Office gelinde gesagt tranig ist. Leben kommt erst dann in ihn als wir nach Holz fragen und er den Tuck-Shop anpreisen kann. Darauf wollen wir dann später noch einmal zurückkommen, jetzt soll es erstmal losgehen, schließlich haben Martin und Claudia heute noch einiges an Weg vor sich.

UND... wir haben am Baines Gate einen Tipp erhalten, wo in den letzten tagen ein Leopard gesichtet wurde. Davon weiß hier am gate allerdings niemand etwas. Auf unsere Frage nach aktuellen Sichtungen wird auch nur aufgezählt, dass und was man hier so sehen kann. Eben alles, wenn es denn aktuell im Gebiet ist. 😄

Danke für die Info. Dann wissen wir ja jetzt Bescheid. Dann versuchen wir einfach mal unser Glück in Richtung Wasserloch.

Es ist brutal trocken, es scheint hier nichts zu geben, ein paar einzelne Gnus kommen uns entgegen, allerdings gibt es überall Spuren von Elefanten. Ein Schädel liegt auf einer Pfanne, die Gnus halten nach und nach dort an und beschnuppern diesen. Irgendwie ein komisches Verhalten, so richtig erklären können wir uns das nicht, liegen diese Knochen hier anscheinend schon sehr lange rum.











Andere Anzeichen für Elefanten werden als Ausguck benutzt. 🤢


Capped Wheatear | Erdsteinschmätzer



Ein Stück weiter des Weges sehen wir dann schon die ersten unserer Lieblinge, wie sie sich am Horizont abzeichnen. Wir brauchen keine Wegbeschreibung mehr, wir wissen wo es zum Wasserloch geht. 🙂


to be continued...



Gruß,
Robin

Teil 2220. Apr. 2022

Metsi - Die Quelle des Lebens

Metsi ist Setswana und bedeutet Wasser. Wasser bedeutet Leben und das können wir an diesem Tag sehr beeindruckend erleben. Während wir auf das Wasserloch in der NxaiPan zurumpeln wird klar, was es bedeutet, wenn es nur eine einzige ständige Wasserquelle im Umkreis eines so großen Gebiets gibt. Es kommt einfach alles zu diesem Wasserloch was Rang und Namen hat.

Man weiß einfach nicht wo man zuerst hinschauen soll?! 😮 🤩




Unsere Lieblinge sind auch schon da, dieses Mal aber unter dem Motto: Elephants & Friends. Denn hier kann man quasi nichts beobachten ohne drumherum auch alles mögliche andere zu sehen und zu sichten. 😁


Mal mit Springböcken...



... oder auch Zebras dazu, wer möchte garniert mit Helmperlhühnern und einem Schackal im Anschnitt.



Besonders gerne mag ich den Dicken mit seinem schlammigen Kumpel hier. 🤪



Natürlich kann man auch Fotos machen, ohne das ein Elefant im Bild ist, genug Motive sind ja wahrlich vorhanden. Warum also nicht mal mitten in die Springböcke halten, kann auch schön sein. Oder die überall umherflitzenden Perlhühner... die kommen zumindest auch etwas leichter ans Wasser. Sie sind so klein, dass sich keiner dran stört.





Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn



Natürlich kann man auch Fotos machen, ohne das ein Elefant im Bild ist, einzig so viel Sinn macht es nicht. 😛 😄





Die Zebras gucken etwas sparsam drein. Solange sich die Elefanten im Wasser tummeln, kommen sie nur schwerlich ans begehrte Nass, man könnte auch sagen gar nicht. Die Elefanten verteidigen ihr Wasser mit vehementer Ausgelassenheit, zum Leid des Rests, aber sehr zu ihrer eigenen Freude, wie man gut erkennen kann. Die Zebras können da nur mal einen Blick unter einem Elefanten hindurch vom Wasserloch erhaschen. 🤨











Aber keine Sorge, manchmal schaffen sie es dann ja doch bis zum Wasser, aber sie müssen sich sputen. Mehr und mehr der grauen Riesen kommen aus den Büschen und schieben sich in Richtung Wasserloch.









Wir stehen verteilt und beobachten das Treiben. Wir von der einen Seite des Wasserlochs, Martin und Claudia von der anderen Seite aus. Satt sehen kann man sich und öfter knarzt das WalkieTalkie und wir können nur "Irre, was hier los ist!" über den Äther schicken.

Dann hören wir doch mal was anderes.

"Ich glaub ihr steht dem ihm Weg, der mag euch nicht!"

"Wem, was, WO?"

"Da ist ein Elefant direkt hinter euch."

Den haben wir gar nicht gesehen, er hat sich wohl genau im toten Winkel angeschlichen und wollte uns erschrecken. Mal schauen ob wir trötefest sind. Mal den Kopf schütteln und dann obsiegt doch die Lust auf Wasser und nicht die Neugier, wer da auf SEINEM Trampelpfad steht.








Das sehen Martin und Claudia (danke Claudia für's Bild)



Und nach dem Hinweis entdecken wir ihn dann auch im Spiegel.




Beim Wasserloch wird es auch langsam voller.




Neben uns taucht eine Windhose auf. Dieses Bild veranschaulicht eindrücklich, wie trocken und staubig die Gegend ist. Alle Tiere müssen hier hin kommen und so tauchen auch immer wieder andere Gäste auf, wir freuen uns über eine kleine Kudufamilie und entscheiden uns dann für eine kleinere Runde, wo vor ein paar Tagen ein Leopard gesichtet worden sein soll.

Wir finden ihn nicht und auch sonst sehen wir praktisch nichts auf der Runde. Ein paar Elefanten streifen durch die Büsche und man sieht, wie das abgetrocknete Staubbad die Elefanten hier so weiß färbt, wie schon die, die wir auf dem Weg zum Gate gesehen haben.











Wir fahren wieder zurück zum Wasserloch und sehen ein paar Vergleichofanten.

Einmal im Vergleich der "Vollgematschofant"



Fehlt noch der "Halbgetrocknofant", auch liebevoll "Milchschokofant" gennant.



Und dann sind sie da! 🤩

Das wurde aber auch Zeit!

Ihr habt ja jetzt lange genug Elefantenbilder durchscrollen müssen!

Gut, dass es an diesem Wasserloch ja auch einiges anderes zu sehen gibt!

Und deshalb hat es uns extrem gefreut...

..

.

Das sich jetzt endlich auch kleine Elefanten blicken lassen. OH WIE NIEDLICH!!! 😗 😛

Dieser hier wird von Mama aber erstmal eingestaubt. 😮
Da braucht er danach natürlich erstmal etwas Kuschel... ähhh Rüsseleinheiten.





(auch wieder im Bewegtbild... dauert vielleicht etwas das zu laden)







Bei so viel Knuddelfaktor hätten wir beinahe unsere erste Jagdszene überhaupt verpasst. 😮

Für viele ist es ja das Highlight einer jeden Safari, aber bislang blieb uns dieses Erlebnis verwehrt. Do mitten am hellichten Tag rechnet man ja auch nicht mehr damit. Wir wissen nicht genau was vorgefallen ist, aber diese Straußendame hatte die wilde Hatz eröffnet und rannte links, stoppte ab und wieder nach rechts zurück. Von da aus wieder nach links und dann sahen wir in einer Lücke zwischem dem Gras den Flüchtigen davonstoben.

Ein Schakal rannte, als ob der Vogel Strauß persönlich hinter ihm her wäre und wurde quer durch's hohe Gras davon gejagt.





Spannend diese Jagdszenen. Jetzt können wir verstehen, warum das alle so interessant finden. 🤪

Aber wenden wir uns friedlicheren Szenen zu... die Generationen versammeln sich.









Wir waren nicht ganz eine Stunde auf der Runde unterwegs und das Wasserloch ist mittlerweile von den Elefanten eingenommen worden.





Das ganze Wasserloch? - Nein, ein kleines gallisches... falsche Gegend. Aber ein kleiner Teil ist frei und dort dürfen auch mal die anderen ran. Zumindest muss dieser Kudubulle wohl schon ein Bad genommen haben, sieht man sich den matschigen Bauch an.





Aber auch Kleinchen bleibt wieder nicht aus... so süß! - Hab' ich schon erwähnt, oder?

Egal, der kleine Kerl tappst mit seiner Familie in Richtung Wasserloch und uns geht das Herz auf. Wir sind da wirklich schlimm vernarrt und können auf ewig und drei Tage Elefanten im Generellen, aber solchen Kleinen im Speziellen, zuschauen.
























Ich hätte gedacht, dass auch Martin den Kleinen vor der Linse gehabt hat, zumindest hätte dieses Portrait dafür gesprochen, aber ich glaube er hat den nächsten großen Bullen im Visier gehabt der zum Wasserloch unterwegs war.


Martin auf Motivjagd. 🙂






Langsam wird es Zeit für die Beiden und sie verabschieden sich per Funk. Diese Nacht verbringen sie schon in Maun um mit etwas mehr Ruhe und Zeit den Wagen für die anstehende, ausgedehnte Campingphase zu perfektionieren. Wir bleiben die Nacht in NxaiPan und vorerst noch ein wenig am Wasserloch stehen.

Wie wir später erfahren haben sie kein Glück auf dem Rückweg und schreddern einen Reifen auf dem Weg raus zum BainesGate. Das zerschießt natürlich auch die Tagesplanung gewaltig, gibt aber auch einen Haken auf der Botswana-Anti-Bucketlist.



ist hiermit abgehakt. 😎


Sala Sentle,
Robin & Mara


PS. Da ich euch hier nicht vorgewarnt hatte... hole ich dies jetzt nach und warne vor'm nächsten Teil. Es bleibt grau und knuddelig. 😄 😉

Teil 2302. Juni 2022

Metsi - Die Quelle des Lebens II

Kurzer Blick nach rechts, kurzer Blick nach links... Keiner mehr da. 😐

Jetzt wo Martin und Claudia "on the road" sind, stehen wir hier völlig alleine rum. Naja nicht ganz... am Wasserloch ist weiter reges Treiben und ein ständiges Kommen und Gehen. Wir brüten weiter in der Hitze vor uns hin und können uns einfach nicht losreißen. Immer wieder machen wir neue Striche in unser Zählungsbuch. 😄

Es ist so heiß, da ist jeder glücklich, wenn er sich dem kühlenden Nass nähert oder sieht der Dicke hier nicht mal glücklich aus nach seinem Schlammbad.






Auch die nächste Familie trifft ein... jetzt geht es wieder los und weiter. Graues Bilder-Einerlei, egal wohin man schaut.






Die etwas eintönige Safari hat wohl den ein oder anderen langsam eingeschläfert auf den Besucherplätzen, gut das auch mal zwischendurch die ein oder andere Abwechslung vorbeikommt. Aber man kann fast machen was man will, die Elefanten sind kaum aus dem Bild zu bekommen. Oder vielleicht wollen wir das auch gar nicht. 😗 😄







Immer wieder wundern wir uns wie viele kleine Elefanten wir sehen, während die etwas größeren schon im Schlamm rumtollen, werden die ganz Kleinen noch gut behütet in die Mitte der Herde genommen. Wenn kleine Elefanten in der Nähe sind, dann bräuchten wir eigentlich gar nicht weiterfahren. Stellt uns da ab, lasst uns stehen und wir sind glücklich.







Einer der Halbstarken stellt für sich fest, dass er anscheinend Perlhühner nicht mag und jagt ihnen einmal rund ums Wasserloch hinterher, die Familie mit dem ganz Kleinen beäugt ihn kritisch, wir glauben, dass sich da bald jemand einer Bullengruppe anschließen wird, damit er ein paar Manieren lernt.









Wieder mal ein anderes Bild zwischendurch machen... von wegen.



Dann stelle ich fest, dass wir eben nicht auf Teufel kaum raus unterwegs sind. Wir wollen nicht zu viel rangieren und uns andauernd in eine neue Position bringen, aber hier hätte ich es dann doch gerne gemacht. Da wird bei Mama getrunken und just in dem Moment stellt sich ein Impala in den Weg und will aber auch partout nicht weichen. 😣


















Am Wasserloch ist kein Platz und rund ums Wasserloch schieben sich die Herden aus Impalas, Zebras und Gnus vorbei. Nur selten gibt es eine Lücke zum Wasserloch...





... was kein Wunder ist. Mittlerweile ist das große Plantschen in vollem Gange. Es wird sich tief in den Schlamm geworfen, Wasser Schlamm oder Staub hochgeworfen. Immer mehr Elefanten gesellen sich dazu und der Platz im Wasserloch wird immer mehr zugestellt. Der ein oder andere hat sichtlich Probleme da wieder raus zu kommen.















Geschafft! 😗



Das Wasser ist eine richtige Plörre mittlerweile, da würden wir am liebsten schnell unsere Schwimmsachen packen und selber direkt ins Wasser hüpfen und mal eine Bahn durch's Becken ziehen... NICHT! 🤢 😕








Bei so viel Action, kann man mal müde werden. Immer gut, wenn ein passender Termitenhügel in der Nähe ist. 🤩





Ein Blick den Weg entlang sehen wir, dass die Straußenfamilie offensichtlich recht erfolgreich darin ist, die Schakale zu vertreiben. Alle Küken kriegen wir gar nicht auf's Bild und es sind auch einfach zu viele zum zählen. Erstaunlich wie viele das sind und wie winzig sie im Vergleich zu den Elterntieren aussehen. 😊




Am Wasserloch zeigt einer der Großen, wie man elegant wie eine Nixe aus dem Wasser steigt. Da können sich die Youngster noch was abschauen. 😄









Richten wir den Blick wieder zu unserer kleinen Familie... sorry, dass dieser Part im Endeffekt einfach nur eine Bilderflut ist. 😗












Wir könnten ewig hier stehen und ich habe nicht das Gefühl uns könnte langweilig werden. Rund um's Wasserloch tummeln sich immer allerhand Tiere. Auf der anderen Seite sehen wir einen Sekretär, irgendwie sehen wir die immer nur weit weg und in der brütenden Mittagshitze. Irgendwann einmal erwischen wir den bestimmt mal in halbwegs fotogen.

Während der eine in der Sonne trocknet...


... schauen die Zebras wieder ob sich eine Lücke ergibt...


... und durstige Springböcke strolchen durch die Gegend...


... während der Schakal schon weiß, da ist kein rankommen gerade! 😵


Aber das gilt eben nicht für jeden, andere genießen den Spa-Bereich in vollen Zügen.





Secretary Bird - Sekretär








Es wird Zeit für uns und wir reißen uns endlich los. Die Waschmaschine im Aufbau sollte mittlerweile fertig sein und dann können wir auch direkt mal einen Blick auf die Campsite werfen. Wir werfen noch einen Blick auf den ganz kleinen Elefanten und sehen, dass er einen großen Aufpasser bei sich hat, da können wir ganz beruhigt fahren, während am Horizont schon wieder die nächsten Elefanten auftauchen.







Nur ein Stück entfernt stehen die Strauße in der Ebene und sowas haben wir auch noch nicht gesehen. Die Elterntiere spenden den Küken Schatten, der hier sonst nirgends zu finden ist. Sie stehen in der brütenden Hitze und bilden Sonnenschirme. So cool! 😎 🤩





Auf dem Rückweg sehen wir noch mehrfach Elefanten, zehn an der Zahl. In der Nähe der Campsite steht eine große Herde im Schatten eines Waldes, nochmal 18 Tiere können wir zählen und als wir an der Campsite ankommen, stromern auch dort vier Graue durch den Wald. Keine Sorge, da kommen jetzt nur stellvertretend zwei Bilder... sonst bekommt ihr alle noch den "Grauen Star" vom Bildergucken. 🤪














Auf der Campsite angekommen sind wir auch hier wieder alleine. Wir schauen uns um und die #6 gefällt uns am besten. Schön groß, Schattenbäume und wenn eh alles leer ist, kann man auch gut den Platz direkt an den Ablutions nutzen.

Da es erst mittag ist, fahren wir noch mal schnell zum Gate um Bescheid zu geben, dass wir unsere Campsite wechseln wollen, falls noch jemand kommt. Also rein ins Xomae Office und endlich mal wieder so ein T.I.A. Moment. 😄

Ob überhaupt noch was anderes frei ist heute Abend, dass weiß der gute Mann leider nicht. Naja... es ist doch außer uns beiden jetzt gerade niemand im Park. Sollen da echt noch 10 Parteien kommen. Nicht soooo wahrscheinlich aber gut, das muss anscheinend geprüft werden. 😗

Jeder der schon ein paar mal dort war, wird wissen was kommt. Der Telefonhörer wird erstmal in die Hand genommen und die nächsten 25 Minuten wird sich ausgetauscht, irgendein Main-Office kontaktiert und... ja keine Ahnung was eigentlich. Ich gehe erstmal in den Tuckshop und hole uns zwei kalte Getränke. Es ist brüllend heiß und die Frage ob die #6 frei ist, hätten wir besser nie gestellt.

Endlich gibt es Neuigkeiten. Es ist wohl noch eine andere Campsite belegt. Da muss der Supervisor kommen und nur wenige Minuten später schlurft er dann auch ins Office rein. Ein Buch wird geöffnet, da stehen alle Reservierungen des Tages drin. 🙄

Tolles Ding, hätten wir da nicht schon vor einer halben Stunde einfach reingucken können??!

Er zeigt in sein tolles Buch, lässt den Finger über die Zeilen streichen...

"Es kommt noch eine Gruppe heute, ihr könnt nicht wechseln."

"Wie viele Plätze sind denn reserviert, könnten die nicht eine andere Campsite nehmen?"

"Nein, die #6 ist belegt, schau' hier."

🤨 "Aber die #6 ist doch frei???"

"Nein, du musst hier schauen, da steht das Datum. Der 12.06.!"

"Jaaaaa... und #6 ist erst morgen belegt. Am 12.06. ist der frei."

"Oh. Stimmt."

😏 😄

Ein kühles Getränk und verschwendete 40 Minuten Lebenszeit später fahren wir zur Campsite und ab jetzt gibt es auch wieder mehr zu erzählen und nicht nur Bilder... aber dazu später mehr. Morgen geht's hier weiter. 😉


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 2403. Juni 2022

Metsi - Die Quelle des Lebens III

Wir kommen an der Campsite an und beziehen nun doch endlich unsere gewählte #6. Es ist weiterhin kein anderes Fahrzeug zu erspähen, also rödeln wir erstmal kräftig auf.



Die # 8-10 sind auf den anderen Seite der Ablutions gelegen, ohne so direkten Zugang und anscheinend Plätze für größere Gruppen. Die anderen Plätze liegen inmitten eines Waldes und Gewirr aus Bäumen. Jeder Platz ist mit ein paar Klötzen abgetrennt, aber den eigentlichen Weg sehen wir erst beim rausfahren. Wir fahren einfach quer durch die Campsites.



Kaum sind wir ausgestiegen sitzt auch schon ein Toko im Baum neben uns. Niedlicher kleiner Racker... und da schau an. Schwupps sitzt noch einer daneben. TOLL 🙂

Klar, auf Campsites fällt immer mal was ab, logisch das das Vögel anzieht. Wir nennen die ansässigen dann immer gerne die eigentlichen "Campsite Besitzer" UND SCHWUPPS... da ist ja noch einer. UND DA, auch noch einer... 😕

Es gleicht einer kleinen Invasion, der Platz hier gehört nicht einem Tokopaar, nein, es ist die gesamte Sippschaft.

Der Herr der Tokos! 😄


Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Wir legen los, mit den Dingen, die so getan sein wollen. Speziell, da wir planen heute das Licht auszukosten und später noch einmal mit einem kühlen Getränk zum Sundowner in Richtung Wasserloch zu fahren.

- also erstmal Abwasch machen... wir gehen manchmal dazu über, unseren dreckigen Kram einfach mitzunehmen, wenn es morgens früher losgehen soll 😗

- dann wird die Waschmaschine geleert und alles zum trocknen aufgehängt, natürlich unter den strengen Augen der Hausherren, ob Mara auch alles richtig macht 😉



- das ganze Feuerholz raus aus der Karre, schonmal vorschichten und alles bereit legen... ein großartiger, neuer Ausguck ist geschaffen. 🤪



- und schonmal vorschnippeln für das Abendessen. Es gibt ein Curry mit Couscous und Gemüse. Das Gemüse bereiten wir schon vor, so geht es heute Abend schneller. Eigentlich wäre ja Reis dazu geplant, aber mit Couscous kriegen wir das schneller zusammen und können nur mit Topf und Gaskocher arbeiten und müssen nicht auf's Feuer warten, bis wir Kohle für den Potje haben.


Vor der Abendrunde geht es zu den Ablutions. Ich kenne die Geschichten, dass hier die Elefanten aus den Toiletten getrunken haben sollen. Die "neuen" Verteidigungsanlagen verhindern dies aber effizient. Es bleibt nur ein kleiner Fußweg zwischen den Abwehrplatten frei, in den man gerade so einen Fuß reinstellen kann. Ob wir den Schildern am Zaun glauben schenken sollen, wissen wir nicht, ausprobieren wolllen wir das aber auch nicht, also lieber ganz behände wenn man zum Tor greift. 😕

😄 😄 😄 Ich sehe jetzt gerade erst beim Korrekturlesen, dass sich auf dem bild ja auch ein Toko eingeschlichen hat... das ist mir beim Entwickeln der Bilder noch gar nicht aufgefallen... 🤪






Wir sind fertig, ein kaltes Getränk wird nach vorne in den Wagen geholt und mit Beginn des schönen Abendlichts rollen wir aus dem Wald der Campsite wieder los. Ein letzter Blick... sieht alles gut aus und der Sicherheitsbeamte hat auf einem Holzpflock Platz genommen und schaut pflichtbewusst drein. Ich denke, er wird gut auf unsere Sachen aufpassen.

😛



Ich wundere mich immer wieder, wie wir dieses schöne Licht bislang so selten nutzen konnten. Einfach herrlich und alles wirkt so viel schöner mit den sanften Schatten. Eine Riesentrappe streift durch das hohe Gras, Gnus grasen in den Flächen und Zebras schauen uns hinterher, während wir uns unseren Weg vorbei an den Schlaglöchern suchen.

Kori Bustard | Riesentrappe






Näher am Wasserloch laufen tiefe Rillen über die Fahrbahn, die waren uns schon mittags aufgefallen. Da gibt es kein drumherum. Da heißt es runterbremsen und einmal durch... reduziert man hier nicht die Geschwindigkeit, dann rumpelt es, aber gewaltig. Ich weiß gar nicht warum, aber tagsüber ist uns das noch gar nicht aufgefallen. Jetzt schauen wir genauer hin und diese Rillen sind nicht natürlich geschaffen... es sind Elefantenstraßen. Ein eindrucksvoller Beweis, dass Elefanten immer die selben Wege nehmen. Ich schätze wohl über Jahrzehnte, wenn nicht länger wurde diese "Fantenbahnen" in die Erde eingetreten. 😮



Sogar bei GoogleMaps kann man diese Spuren sehen. Irre.
NxaiPanElephantTracks.JPG


Schon auf der Anfahrt sehen wir, dass wir kaum enttäuscht werden können. Es haben sich schon wieder einige Elefanten versammelt am Wasserloch. Und ein Blick in die Ferne zeigt, es sind noch weitere unterwegs. Wir positionieren uns geschickt mit der Sonne und haben dann auch unsere Lieblinge im besten Licht.





Da hat man auch wieder mal Gelegenheit, die Serie "Afrika von Hintern" zu erweitern.



Hierüber freue ich mich besonders... sich einstaubende Elefanten im Abendlicht wollte ich auch mal erwischen, leider schauen sie nicht, dafür aber wunderbar synchron. 🙂



Es ist wieder ein ähnliches Bild, alles was keinen Rüssel hat umlagert das Wasserloch und sucht nach Lücken um sich dem Wasser zu nähern. Insgesamt sind aber weniger andere Tiere vor Ort. Der Abend gehört den grauen Riesen, der Rest ist eher in den weitläufigen Graslandschaften verstreut.

Auch jetzt ist es wieder kaum möglich mal keinen Elefanten mit auf dem Bild zu haben. Vielleicht wollen das die Fotografen aber auch einfach nicht. 😊









Dann geht es mit dem Schlammbaden los, nochmal eine letzte, schützende Schicht auflegen, die gegen die Parasiten bis zum nächsten Morgen schützt. Jetzt ist richtig was los. Wir haben ganze Serien davon, eine kleine Auswahl davon habe ich zusammen gestellt.




Das hier war das erste Bild, dass ich direkt nach dem Urlaub entwickelt habe. Das hatte ich schon beim ersten sichten vor Ort im Auge. 😎







Das Sonne wandert immer weiter in Richtung Horizont... es ist aber auch herrlich hier. 🤩


Mit schwindendem Licht, schwinden auch langsam ein paar der Elefanten. Das ist die Chance, dass auch die Zebras mal zum Zuge kommen und flugs starten sie in Richtung Wasserloch...






... ohhhh. Doch noch nicht! 😈



Aber auch wenn noch einige Elefanten sich hier tummeln, so ziehen sich doch alle auf die rechte Seite in Richtung der Schlammgrube zusammen, Der Weg zum Wasser ist damit doch frei und einige Gnus und Zebras finden dort einen Flecken um ihren Durst zu stillen. Langsam schwindet das Licht.







Wir machen uns jetzt auch langsam auf, aber nach nur wenigen Metern müssen wir noch einmal anhalten. Von hier aus haben wir einfach die perfekten Bedingungen. Die Silhouetten der Tiere am Wasserloch mit tiefstehender Sonne dahinter und am Himmel haben wir jetzt auch die sich immer stärker ausbildenden Wölkchen mit im Bild. Fotografenherz, was willst du mehr... zumindest wenn man es auf kitschige, afrikanische Sonnenuntergänge abgesehen hat. 😄






Auf dem Rückweg lassen wir uns treiben. Wir werden eh nur noch mit dem allerletzten Licht ankommen. Natürlich zählen wir alle Elefanten auf dem Rückweg, die unseren Weg kreuzen, so viel Zeit muss sein.





Am Camp angekommen greifen die gewohnten Automatismen. Es ist fast schon dunkel, aber wir sind gut vorbereitet. Ich starte ein kleines Feuer und nutze das letzte Licht um unser Dachzelt aufzubauen. Mara schnappt sich den Gaskocher und setzt das Curry auf. Nachdem das Zelt steht wird Wein eingeschüttet und angestoßen. Das Feuer wird geschürrt und unsere Camplampen an taktisch guten Positionen als zweiter Lichtkreis verteilt. Wir sehen ein paar Elefanten die am Camp vorbei in Richtung Norden ziehen, vielleicht wollen sie auch noch zum Wasserloch.

Schon bald sitzen wir am Feuer, genießen unsere Getränke und das Essen.




Neben uns kommt etwas um den Wagen geschlichen... wir sehen den Schatten zuerst und es taucht ein Schakal auf. Er schaut uns an, wir schauen ihn an. Dann schleicht er weiter, direkt am Feuer vorbei und hat keinerlei Scheu. Wir schauen uns überrascht an und sind noch wesentlich perplexer, als er sich uns gegenüber direkt am Feuer zusammenrollt, seinen Kopf auf die Pfoten legt und es sich am wärmenden Feuer bequem macht. Solange er uns nicht stört, lassen wir ihn auch in Ruhe und freuen uns über unseren nächtlichen Besuch, bis er sich irgendwann aufrafft und verschwindet.




Plötzlich hören wir wütendes Schnauben. 😮

Zwei große Elefantenbullen haben sich am Zaun der Ablutions eingefunden. Wir leuchten in Richtung der Ablutions um zu sehen was los ist, immer darauf bedacht, nur genug Licht in die Nähe zu bringen und nicht direkt die Elefanten anzuleuchten. Wir können zwei Schemen erkennen, die vor dem Zaun stehen und es hört sich fast an, als seien sie frustriert, dass die ehemalige Wasserquelle unerreichbar ist. Sie stehen dort und schnauben, aber in einiger Entfernung zwei Campsites weiter. Wir widmen uns unserem Tagebuch und Wein und schreiben noch ein paar Zeilen.

Es vergeht einige Zeit und dann knackt es fürchterlich laut hinter uns. Irgendwas großes ist mitten durch die Büsche am Rande der Campsites gebrochen. Keine Frage was das wohl gewesen sein könnte. Wir stehen auf und spähen über den Wagen, nichts zu sehen im fahlen Licht des Feuers und unserer Solarlampen. Die große Funzel wollen wir nicht direkt nutzen und dann kommt auch schon ein gewaltiger Bulle aus dem Nichts. 🙄

Nachts sind alle Elefanten grau... wie auch am Tage, aber nachdem er durch die Büsche war, bewegte er sich so lautlos über den Sand und war im Zwielicht nicht auszumachen. Wir wollen die Tür am Auto aufmachen und uns nach drinnen verziehen, aber der Wagen hat sich selber zugesperrt. Ich habe den Knopf nicht betätigt der den Wagen offen hält. Ansonsten schließt er sich nach einer Weile automatisch ab. Leider hat unser Wagen die dumme Angewohnheit zu piepen und wild zu blinken, wenn man ihn aufschließt.

Der Bulle steht schon neben dem Wagen und kommt gerade an der Motorhaube vorbei. Wir wollen ihn nicht erschrecken mitten in der Nacht und während er uns aus seinen großen Augen beobachtet und nur wenige Meter an uns vorbeigeht, stehen wir wie angewurzelt neben dem Wagen. Auch ohne Absprache, sind wir beide jederzeit bereit in Richtung Ablutions zu verschwinden und ich höre mich sagen:
"Ruhig Dicker, hier gibt es nichts zu sehen."

Er zieht langsam am Feuer vorbei, vorsichtig und bedacht seine Schritte setzend. Dann verschwindet er wieder in der Nacht, als ob er nie dagewesen wäre. 😗

Wir atmen erleichtert auf und wie das dann so ist, muss man auch erstmal die Anspannung weglachen. Wir lieben ja Elefanten, aber das war sogar uns dann doch etwas zu nah. Es ist kurz vor 22.00 Uhr. Ich lege einen letzten Scheit auf das Feuer, wir gehen zu den Ablutions und gönnen uns eine kalte, frische Dusche. So kriecht es sich schöner ins gemütliche Zelt.

Kaum stehen wieder aber am Zaun zeigt sich schon wieder ein Elefant. Zwischen ihm und uns liegen aber gute zehn Meter dieser Bodenplatten. Also geht es geschwind zum Feuer, Lampen löschen und ab ins Zelt. Der Abend war aufregend genug.





Wir ziehen den Reißverschluss zu und hören immer wieder Elefanten, wie sie nahe des Zauns der Ablutions stehen, aber es ist Ruhe eingekehrt. Sie brummen und wummern, aber schnauben nicht mehr lautrüsselnd. Mit diesem sonoren Brummen im Ohr, schlummern auch wir zügig ein.


Zeit für eine kleine Zwischenbilanz nach einem so "elefantösen Tag".



Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 2504. Juni 2022

Bye bye "Elephants Pan"

Wie immer klingelt der Wecker kurz bevor sich die Dunkelheit langsam in den Tag verabschiedet. Wir packen noch nicht alles ein, sondern fahren eine kleine Runde, bevor wir dann alles von gestern Abend fertig machen und den Wagen packen werden. Danach geht es heute nach Maun, wo wir wieder auf Martin & Claudia treffen und zusammen das Discovery B&B gebucht haben.


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Wir wollen möglichst früh beim Wasserloch sein, in der Hoffnung, dass vielleicht doch mal Katzen dort anzutreffen sind.

Vorher wird aber nachgeholt, was gestern Nacht nicht möglich war. Ich suche nach den Elefantenspuren und mache ein Foto... unseren nächtlichen Besucher ablichten konnten wir ja logischerweise nicht. 😉

Ich finde ein paar der Fußabdrücke vor unserer Motorhaube, von da ging er dann direkt an dem Baum an unserem Auto und dem Feuer vorbei und wir standen jeder eine Klinke in der Hand am Wagen. 🙄




Und beim einpacken sehe ich diese, noch winzige Gottesanbeterin auf dem Rand unseres Potje sitzen. Da war sie, die Chance mal mein Makro-Objektiv zu nutzen, dass den ganzen Urlaub nicht einmal zum Einsatz kam. Ich weiß schon, was nächstes Mal zu Hause bleibt. 😄




Es geht raus in die Ebene und auch der Sonnenaufgang weiß zu begeistern. Immer noch hängen ein paar Wolken am Himmel, bevor die Sonne die Chance hat, sie vom Himmel zu brennen und das Dunkel der Nacht vollständig zu vertreiben. Bei solchen Bildern muss ich immer an den Song von Seeed denken "Schwarz zu Blau", wie der Himmel langsam immer heller wird. Unten noch dunkles Blau und oben schon hell.



Wir fahren auf direktem Weg zum Wasserloch und bis dahin scheint alles wie ausgestorben, dass Wasserloch weiß aber wieder zu überzeugen. Gegen das Licht versinkt alles im Dunst und Staub. Es sind Herden von Gnus und Zebras anwesend, aber natürlich auch wieder ein paar Elefanten, allerdings nur eine handvoll, kein Vergleich zu dem Auflauf von gestern.







Obwohl mehr als genug Platz für alle wäre, werden die armen Gnus von einem Bullen ums Wasserloch herum gescheucht.



Wir beobachten nur das Wasserloch und Mara schaut irgendwann auch mal in die andere Richtung und siehe da, hier gibt es doch Katzen, auch wenn es "nur" eine einzelne Hyäne ist, die kaum, dass wir sie entdeckt haben die Läufe in die Pfoten nimmt und sich entlang der Straße verkrümmelt. Hyänen sehen wir immer nur Nachts im Camp. Ansonsten haben wir nur sehr selten Begegnungen mit ihnen, also ist ein Foto einer Hyäne von uns immer eine Seltenheit.

Ein letzter Blick zum Wasserloch zeigt, dass sich dort wieder der normale Ablauf einstellt. Die Elefanten nutzen ausgiebig das Wasserloch und der Rest steht drumherum und wartet auf seine Chance. 😉






Wir wollen noch eine kleine Runde drehen, um wenigstens ein klein wenig mehr von dem Gebiet zu sehen. Es geht auf den Baobab Loop. Wir fahren ein kleines Stück und dann werden die Büsche immer dichter, so dicht, dass es an manchen Stellen kein Durchkommen gibt, ohne das man voll durch die Büsche müsste. Wir haben ja den Wagen im CKGR schon ordentlich zerkratzt, bzw. diese Lackschlieren hinterlassen, aber das hier ist eine andere Nummer. Würden wir mit unserem eigenen Wagen nicht machen, machen wir also auch jetzt nicht. 😕

Es war hier anscheinend seit Monaten niemand mehr, alles ist sowas von zugewuchert, da müssen erstmal irgendwann wieder ein paar Fahrzeuge durch und die Wege freiräumen. Wir sind ja auch noch alleine hier. Tatsächlich hatten wir die NxaiPan komplett für uns alleine. Keine anderen Gäste, niemand zu sehen.

Ich schätze das ist eine Lerche?!


Wir wenden den Wagen und sehen ein Stück zurück den Weg, den wir gekommen sind, einen anderen Pfad. Dann versuchen wir den eben. Es ist eng bewachsen, aber es geht, wenn auch sehr langsam voran. Mara ist noch nicht überzeugt, aber ich denke, es wird gleich besser werden. Denkste! 😣

Vielleicht 200-300m in den Weg rein stehen wir praktisch vor einem dichten gebüsch und kein Ende in Sicht. Hier geht es überhaupt nicht mehr weiter. Allerdings kann man es auch vergessen zu wenden, weil es ja seit den ersten Metern sowas von eng mit Büschen bewachsen war, dass uns wohl nichts anderes überbleibt... ich lege den Rückwärtsgang ein und wir schleichen langsam die gesamte Strecke wieder zurück. Wir wissen hier noch nicht, was das Motto unserer Reise wird, das entsteht erst später, aber auch dieser kleine Pfad passt perfekt dazu. (und es wird auch nicht lange dauern, bis dieses Motto das erste mal richtig zuschlägt)

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Keine Experimente mehr, wir suchen uns die breiten Wege aus und auch wenn es mit dem Loop nichts geworden ist, sehen wir doch noch einen Baobab inkl. Bewohner. Von näherem kann man gut einen der Gründe erkennen, warum diese uralten Bäume manchmal fallen. Es sind deutliche Elefantenspuren im Stamm zu erkennen. Hoffen wir mal, dass dies eine einmalige Attacke war und der Baum sich erholt und nicht weiter Ziel der Elis ist. Im Krügerpark haben wir mal gesehen, wie das ausschauen kann, wenn die Dicken nicht aufhören. 😐



Steppe Buzzard | Mäusebussard




(nein, das zählen wir nicht als Sichtung... auf dem Loop, haben wir aber einen Eli gesehen)


Wir sind ganz froh, als wir die weite Ebene im Norden des Gebiets erreichen. Jetzt ist klar, dass wir uns nicht weiter verfransen. Es gibt einen Weg mitten durch die Ebene, gestern sind wir eher am Rand entlang gefahren. Jetzt geht es den direkten Weg entlang und etwas Leben findet sich, allerdings auch das Gegenteil davon.

Tree Squirrel | Baumhörnchen


Crowned Lapwing | Kronenkiebitz








(und auch hier... stellvertretend für eine nicht fotogene Lebendsichtung. So fies sind wir nicht. :P)





Wir fahren zurück zur Campsite um noch ein paar letzte Dinge zu erledigen, bevor wir uns Richtung Maun aufmachen. Kaum halten wir an, da schauen uns auch schon wieder die Tokos über die Schulter.



Ich schnappe mir unser dreckiges Geschirr und verschwinde hinter die Ablutions zum Abwasch. Wie läuft denn so ein Abwasch eigentlich ab?! 🤨

- man stellt sein dreckiges Geschirr ab
- reinigt das Becken etwas vom Flugdreck der sich gesammelt hat
- dann lässt man nur etwas Wasser ins Becken, Spülmittel drauf
- schön aufschäumen lassen
- und dann nach und nach die dreckigen Sachen durch das Wasser ziehen
- je weniger dreckig, desto eher ins Wasser
- so verbraucht man weniger Wasser 🙂
- alles was fertig ist daneben stellen zum Abtropfen
- so verbraucht man später weniger Trockentuch 😛

WARUM ZUM TEUFEL ERZÄHLST DU SO NEN BLÖDSINN HIER!!! ... wäre eine berechtigte Frage.

Weil es einfach nicht klappen will an diesem Morgen. Ich schrubbe, ich lassen Wasser drüber laufen, aber das Spülmittel klebt wie Pattex an den Sachen. Das Wasser hier ist anscheinend so weich, dass es sich einfach nicht zum Reinigen eignet. Selbst an meinen Händen bleibt das Spülmittel haften. 😠 Ich brauche schon ewig um das nur von der Hand zu kriegen, was eine Scheiße. Ich werde so langsam richtig genervt.

Mara fragt sich wohl auch, warum ich so lange brauche. Sie hat soweit alles eingeräumt, fehlt nur noch der Kram für die Küche. Sie kommt um die Hütte um das Abtrocknen zu übernehmen. Ich teile mit ihr mein Leid, dass das blöde Wasser zu weich ist und sie probiert es auch kurz aus... schüttelt den Kopf und hält mir die Spülmittelflasche entgegen. 🤨

"Du hast das Waschmittel mitgenommen!!!" 😏 😊 😄 😄 😄

Ich Vollidiot. 😣

Eine goldene Regel besagt ja, den Fehler sucht man immer woanders, nie bei sich selbst. Ich bin so ein Horst, aber wir haben Tränen in den Augen. Ich schleiche mich zurück zum Auto, hole das Spülmittel und siehe da, selbst mit diesem "viel zu weichem Wasser" funktioniert es doch noch, den Abwasch zu machen. 😄

Wieder was dazugelernt, jetzt aber nix wie weg. Als wir von den Ablutions zurückkommen steht tatsächlich ein weiteres Auto auf der Campsite, zwei Franzosen, die gerade angekommen sind. Wir wechseln ein paar Worte, verabschieden uns und sorry, kleiner Toko, aber wir müssen jetzt deinen Ausguck "klauen".

10.15h sind wir unterwegs. Hier hat es uns gut gefallen.



Fazit Nxai Pan
Wir waren nunmal komplett alleine hier, dementsprechend war auch die Campsite sehr schön für uns. Solange man hier nur ein paar Autos hat und verteilt steht, ist es immer ok. Ansonsten rückt alles schon sehr eng zusammen. Die hinteren Plätze sind dann deutlich besser, da ansonsten alle die kommen oder gehen quasi über den eigenen Platz aus dem Camp rausrollen.

Das Gebiet selber haben wir nur zu einem kleinen Teil gesehen. Den ganzen Osten haben wir ausgelassen, da uns gesagt wurde, dass aktuell nur das zentrale Wasserloch auch befüllt ist. In Kombination mit den Baines Baobabs würden wir aber auch jeden Fall wieder kommen. So lässt sich der Abstecher zu den magischen Baines toll mit etwas Safari kombinieren. 3,5 von 5 Sternen


Raus aus dem Gate geht es auf die lange Staubpiste in Richtung des nächsten Gates. Das kaputte Auto der Putzkolonne ist mittlerweile abgeholt worden. Wir sehen tief in den Büschen versteckt noch ein paar Elefanten, ich nutze wieder etwas morbide angehaucht, deren Überbleibsel als stellvertretende Fotos. Diese Knochen am Rande der Piste sind allerdings auch faszinierend.










Wir poltern über die Sandpiste weiter und sehen links am Rand eine Oryx Familie stehen. Kleine Oryxe! 🤩
Die haben wir noch nie gesehen. Wir fahren ganz nach rechts auf die Bahn und fahren langsam weiter um sie nicht zu erschrecken.



Leider klappt unser Plan nicht und die Elterntiere sprengen über die Böschung, die beiden Kleinen entscheiden sich über die PAD zu flüchten. 🙁

Irgendwann bleiben sie stehen und gucken. Wir versuchen jetzt wieder langsam vorbei zu fahren, aber wieder nehmen sie die PAD runter reißaus. Das geht ein paar mal so und wir können nur hoffen, dass die Elterntiere seitlich mitlaufen. Es hilft nichts, wenn wir so weitermachen, dann treiben wir die beiden bis zum Gate. Ich gebe mehr Gas und wir kommen seitlich neben sie, so dass sie endlich in die Büsche abbiegen und nicht immer weiter von ihrer Familie weglaufen.

Uns verabschiedet noch ein schönes Steinböckchen, diese Porträts liebe ich ja. Puschelohren vom Feinsten!

Ein fast identisches Foto habe ich auch von 2018 bei den Baines mitgenommen.




Ohne weitere Sichtungen oder Unterbrechungen geht es zum Gate. Mara trägt uns aus und ich pumpe unsere Reifen auf. Es geht zurück in die Zivilisation, zumindest für einen Tag.




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Hier machen wir einen kleinen Break und schließen das Gebiet der Baines und Nxai Pan ab. Nach all den statischen Eindrücken, gibt es jetzt noch eines von Maras Videos um etwas mehr Leben in diese Gegend zu bringen.

Schön war's, sehr überraschend für uns, weil wir in den letzten Urlauben solche Wasserloch als Tummelplatz Sichtungen gar nicht mehr gewöhnt waren. Eine Oase des Lebens inmitten der Trockenheit. Hat auch etwas Besonderes.



>>> auf's Bild klicken, dann kommt ihr zum Video <<<





Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 2605. Juni 2022

Einmal volltanken bitte!, oder... wenn's mal wieder länger dauert.

Um genau 11.53 Uhr verlassen wir mit vollgepumpten Reifen das Gate. (toll, wenn man alles wirklich ganz genau im Tagebuch festhält. 😉 )

Der Weg nach Maun läuft ohne große Aufreger oder Vorkommnisse. Die Straße wurde gegenüber 2018 neu geteert und dementsprechend rasch sind wir auch unterwegs und brauchen kaum anderthalb Stunden bis wir beim Discovery B&B vor der Tür stehen.

Marije lässt uns rein und begrüßt uns fix, aber herzlich. Wir bekommen die Hütte direkt neben den Parkplätzen, die sehr schön geräumig ist, mit eigenem kleinen Tisch drin und alles was man braucht. Wir wollen uns nicht viel Zeit lassen, müssen wir doch noch alle Besorgungen machen für die nächste Woche. Also wird nur schnell alles Gepäck in die Hütte geschmissen und dann sind wir auch "fast" wieder unterwegs.



Marije zeigt uns noch etwas die Anlage und erklärt, das Carol's Coffee Shop von ihrer Mitarbeiterin betrieben wird. Es ist quasi ein Shop-in-Shop System und Marije und René schwören auf ihren Cappuccino. Damit wären die Gastgeber auch komplett und bei so einem tollen Konzept, lassen wir uns nicht lange bitten und setzen uns mit den beiden ins das kleine Cafe.



Carol serviert vier Cappuccino und wir bestellen noch ihr selbstgemachtes Bananenbrot dazu. Sehr lecker. 🙂

Wir quatschen etwas, die beiden kommen aus den Niederlanden und haben vor 14 Jahren angefangen diese kleine Oase zu schaffen. Man kommt sich richtig willkommen vor und schwer zu beschreiben, es ist einfach sofort nett und gefällt uns richtig gut. So gut, dass wir für dieses Jahr direkt wieder unsere Nacht in Maun planen.

Während wir noch plauschen kommen Martin & Claudia von ihrem Shoppingtrip zurück und erzählen von ihrer Reifenpanne und ihrer Enttäuschung vom neuen BeefBoys Laden. Marije versucht uns zu erklären, wo wir den Delta Meat market finden könnten. Sie selber war nie dort, aber zeigt uns den gegoogelten Standort auf ihrem Handy.

In abgewandelter Trinkspruch-Manier heißt es dann für uns: "Nicht lang schnacken, Gas geben mit dem Hacken!"

Es ist schon 15.35 Uhr als wir uns in Richtung Maun-City begeben um unsere Vorräte aufzufüllen. Am Straßenrand stehen die bekannten bunten Bars und kleinen Hütten, die allerlei als Drive-In anbieten. Es gibt überall was zu sehen.






Unser erstes Ziel ist aber der DWNP, hier wollen wir unsere Permits und Gebühren schonmal auslösen, dann geht es in den Parks schneller und man kann alles per Kreditkarte erledigen. Wir wissen eigentlich wo er ist, aber meine Orientierung von vor 3 Jahren fängt beim großen Kreisverkehr in der Ortsmitte an. Diesmal kommen wir aus der Gegenrichtung und ich verpasse die Ausfahrt. Kurzerhand auf den Seitenstreifen und gedreht. Es ist wahnsinnig viel Verkehr, ich habe einen Jeep und es sind ja nur ein paar hundert Meter. Also rumpel ich, so wie es auch viele Einheimische machen, einfach auf dem Seitenstreifen zu unserer Ausfahrt zurück, was von einer Gruppe Männer mit Lachen und einem Thumbs Up quittiert wird, frei nach dem Motto, einer hat geschnallt, wie es geht. 🤪

Beim DWNP geht alles zackig und 16.10 Uhr sind wir auch schon wieder raus. Wen es interessiert anbei mal die Öffnungszeiten und direkt gegenüber ist auch das Office von... ne vergesst es, aber das war da anscheinend mal. Die SKL Offices liegen mittlerweile auf der anderen Flussseite.



Bevor es in den Supermarkt geht, versuchen wir unser Glück den Delta Meat Deli zu finden. Eine kleine Odysee beginnt. Wir sind ganz nah dran, aber nirgends ist der Laden aufzutreiben. Wir stellen unseren Wagen ab, laufen in irgedwelche Hinterhöfe und fragen ein halbes Dutzend Leute, ob irgendjemand den Laden kennt. Fehlanzeige... keiner hat von dem Laden etwas gehört.

Und genug Leute hätte es gehabt, auf den Straßen tummelt es sich und überall stehen Marktstände am Rand. Aber wir haben kein Glück.





Neben einer noch im Bau befindlichen Ritz Tankstelle sehen wir einen kleinen Metzger, wir gehen rein und die Theke sieht für unseren Hygiene Standard, sagen wir mal gewöhnheitsbedürftig aus... da alle das Fleisch unverpackt aus dem Laden nehmen, frage ich freundlicherweise, ob sie das Fleisch auch vakuumieren können. Leider nein, Glück gehabt. 😗 So bleibt es nur beim Walk-By und wir sind wieder raus aus dem Laden.

Eine Angestellte vor dem Laden fragt uns, was wir suchen würden. Wir erzählen ihr, dass wir einen Metzger suchen, der eingepacktes Fleisch hat, bzw. es verpacken kann. Sie empfiehlt uns den Sefalana Großhandel. Der könne evtl. vakuumieren und das sei nur ein Stück die Straße runter. Ja, den kennen wir. Auf unserer Suche sind wir da schon dreimal vorbeigekommen, aber um das Gelände ist eine hohe Mauer gezogen, daher kann man nicht auf den Hof schauen und wir wussten nicht, was für ein Laden das ist.

Wir fahren das Stück noch und falls das nichts ist, dann geht es zum Supermarkt und dort wird Fleisch geholt. Wir biegen also von der Straße ab, fahren am nicht besetzten Schrankenhäuschen auf den Innenhof und staunen nicht schlecht. 🤩




Hier also hat sich der Laden versteckt. 😁
Was ne Überraschung, so kann man den natürlich nicht finden. Wir marschieren rein und der Laden ist klasse. Klein, aber fein. Schön sauber, schön gepflegt und total nette Bedienungen. Kein Vergleich zu der Location 2018. Es hat auch etwas Aufschnitt, Käse, Gemüse und andere Kleinigkeiten. Nichts um einen Einkauf zu tätigen, aber ein paar ergänzende Kleinigkeiten würde man bekommen.

Wir fragen nach Game und sie haben tatsächlich aktuell eine TK-Truhe mit Kudufleisch. 😎

Ein großes Kudufilet für 4 Personen, 4x Kudusteaks, ein großes Rumpsteak und noch mal ein riesiges Tomahawk packen wir ein. Sie haben abgepackte ChilliBites, die aber direkt aus ihrer Produktion stammen und man auch direkt an der Theke bekommt. Wir dürfen probieren, nehmen direkt noch 2 Packungen mit... brutal trocken, aber total lecker. So mögen wir das.

Glücklich und mit vollen Taschen machen wir uns auf zum eigentlichen Einkauf. Wenn ihr also auf der Suche nach gutem Fleisch in Maun seid, haltet nach diesem Schild Ausschau, da werdet ihr fündig.




Der Einkauf im Spar geht fix, die Odysee begnnt erst mit den Bottlestores. Wir klappern alles ab, aber auch wenn die ein oder andere Tür noch auf ist, entweder haben sie ihre Lizenzen noch nicht wieder oder wir sind einfach zu spät. 10-16h, sonst gibt es nichts mehr. Wieder kein Bier, es ist zum Verzweifeln. 😣 😄

Zumindest finden wir so unsere "neue" Tankstelle in Maun. Daneben ist ein Liquorama, deswegen landen wir dort. Ich kann zumindest noch Wasser erhaschen, in Gegenwart des Tankwarts schätzen wir so ca. 100l müssten reinpassen. Sein Kollege reinigt alle Scheiben und prüft alle Motorflüssigkeiten. Bei ganz genau 100l und kein Tropfen mehr strahlt uns der Tankwart an. VOLLTREFFER! 🙂

Oh... wir meinten Full, nicht 100l. Bitte randvoll machen. Manchmal muss man dazu stehen was man sagt und dann muss man dadurch. Wieder so ein T.I.A. Moment. Wir sitzen auf heißen Kohlen und es ist langsam echt spät. Aber jetzt haben wir full gesagt und das wird jetzt auch gemacht. Eine gute Viertelstunde wird jetzt weitergetankt. Fahrzeuge in unserer Warteschlange drehen ab und werfen etwas genervte Blicke zu unserer Tanksäule. Dann endlich ist der Wagen voll. Es passt kein Tropfen mehr rein. Mit aller Geduld hat er es geschafft innerhalb von 15 Minuten, immer mal Luft aus dem Tank entweichen zu lassen, tatsächlich noch knapp 5 Liter oben drauf zu packen. (das üppige Trinkgeld war wohl verdient) 😄

Erst um 18.30h rollen wir auf den Hof zurück, was Marije mit einem überraschten "Was habt ihr denn die ganze Zeit gemacht?" quittiert. Viel Zeit bleibt nicht, um 19 Uhr gibt es Abendessen. Also werden nur die Einkäufe schnell ins Chalet geräumt, zurück beim Auto läuft ein Huhn durch unseren Wagen 🙄 und dann schnell frisch gemacht und ab zum Essen.



Maggy und Carol haben ordentlich aufgetischt. Es gibt eine Art Pulled-Pork, "Seswaa" genannt. Dazu Papp, diesen Maismatsch. Chakalaka Beanes und Gemüse. (das Chakalaka ist eine Gewürzmischung, wir kriegen den Tipp, dass die meisten aus der Dose sehr gut sind und kaufen später auch für uns eine solche ein) Da man von dieser Kleinigkeit nicht satt werden würde, gibt es auch noch eine vegetarische Quiche, Coleslaw und einen griecheischen Salat. 😐 😎 WOW!

Es ist total lecker, keiner muss fahren, also viel besser als in die Stadt zu fahren. Wir köpfen kühle Getränke und eine Flasche Wein, genießen das Essen und den Blick in den Garten.



Wir quasseln uns fest oder wie Martin sagen würde "klönen" wir noch lange. Irgendwann merken wir, dass Maggy nur auf uns wartet und wir verabschieden uns, damit die beiden auch endlich Feierabend machen können. Es geht ab ins Bett, Mara und ich schauen noch mal bei Carols vorbei, da hat es W-Lan und wir wollen wenigstens ein paar Nachrichten nach Hause schicken.




Wir verziehen uns, noch duschen und dann ins Bett. Während Mara duscht reinige ich alle Linsen und Kameras, jetzt geht es nochmal ordentlich und plötzlich fliegt mir die Gegenlichtblende der kleinen Telelinse auseinander. 😮 😣

Der geneigte Leser fragt sich: Ja, Und?

Diese GeLi ist aber eine besondere Konstruktion. Sie schiebt sich über das Objektiv und der Mechanismus wird über ein Kugellager und Federn bewerkstelligt. Und das Teil ist komplett auseinander geflogen. 8 Kugeln und Federn verteilen sich im Raum, dabei sind die Kugeln gerade mal stecknadelgroß. Verdammt!

Mit Maras Hilfe finden wir zumindest alle Teile wieder, aber dann beginnt die Operation am offen Herzen. Küchentuch ausgebreitet und angefangen. Die kugeln hängt man fast ohne Widerstand über die Federn. Eine falsche Bewegung und sie fallen sofort wieder raus. Beim dritten Fehlversuch die Blende überzuschieben will ich eigentlich aufgeben. Dann hat mara die zündende Idee. Wenn wir das ganze über Kopf zusammen bauen, dann kann man von oben mit Druck die Blende überschieben. UND ES KLAPPT!!! 🤩

Was ein Glück. Das hätte mich echt genervt. Mara dreht auf dem Absatz um und fällt ins Bett. Ich dusche und danach sitze ich bis 1.30 Uhr nachts am Rechner und sichere unsere ganzen Fotos, damit es ab morgen wieder auf Null gedreht weitergehen kann.
...
..
.
pünktlich um 6.30 Uhr schellt der Wecker. 😣

Wir räumen unseren Kram zusammen und sortieren alles. Um 7.30 Uhr haben wir uns zum Frühstück verabredet. Übersichtlich, aber auch wieder lecker, mit allem nach Wunsch. Es gefällt einfach. Marije leistet uns Gesellschaft und wir unterhalten uns sehr nett. Sie erzählt uns, dass sie immer nur in der Regenzeit selber mal zur Safari kommen, weil sonst natürlich Gäste da sind und ihre Lieblingstiere Impalas sind: "Impalas sehen immer aus wie frisch gestylt... ganz egal ob Regen, Hitze oder ob sie die ganze Nacht von Löwen gejagt wurden." 😄

Das Brauchwasser füllen wir mit Hilfe einer Wasserschlauch-Gieskannen Konstruktion mit Flusswasser auf, verstauen unsere Sachen im Wagen und während Mara und Claudia sich um die Rechnung kümmern stellen Martin und ich der Vogelwelt im Garten nach.

White-bellied Sunbird | Wei


Und das passende Weibchen dazu...


Blue Waxbill | Blauastrild


René beobachtet uns während er den Garten macht und ruft uns irgendwann rüber. Er hat einen ganz besonderen Vogel entdeckt, den erwischt man wohl nicht alle Tage. Wir folgen ihm und er zeigt uns einen kleinen Vogel... ich sag mal etwas größer als ein Zaunkönig mit auffällig gelben Federn und der dummen Angewohnheit wie wild durch's Geäst zu springen. Ein Foto will doch gelingen. Eine Erstsichtung. 😎

Grey-backed Camaroptera | Grünmantel-Bogenflügel



Wir organisieren noch ein paar Bier 🤩 , die zur Rechnung addiert werden und inspizieren den kleinen Laden mit selbsgeflochtener Kunst. Auch hier ist das nicht einfach Nippes, sondern Flechtarbeiten der Mitarbeiter oder deren Familien. Wenn man etwas kauft, dann bei den Angestellten selber, das ist einfach klasse. Wir entscheiden uns für eine geflochtene Tasse, die wir so auch noch nie gesehen haben und die ziert jetzt unsere Afrika-Ecke zu Hause. Reezas Mutter hat die geflochten, also geht das Geld auch direkt ihr zu. 🙂



Mit einem letzten Blick in den Garten und dem Glück den ansässigen Webervogal an seinem Nest zu erwischen, verabschieden wir uns von Marije und René, bis zum nächsten Jahr und machen uns vom Hof. Auf geht's in den Moremi, zum Elefantenzählen. 🤪 😄


Holub's Golden Weaver | Safranweber



Fazit Discovery B&B
Es hat uns hier sehr gut gefallen. Ein richtig guter Zwischenstopp in Maun. Saubere, schöne Anlage. Das Verhältnis zwischen besitzern und Mitarbeitern hat uns sehr gut gefallen. Man kann Abends vor Ort Essen, wenn man sich anmeldet, auch schön, so muss man nicht noch einmal raus. 4 - 4,5 von 5 Sternen


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 2711. Juni 2022

Auf dem Weg nach Xakanaxa... ach wirklich?!

Kaum sind wir vom Hof gerollt suchen wir uns erstmal einen der vielen Holzverkäufer am Rand. Nach unseren Erlebnissen in der Zentralkalahari gehen wir kein Risiko mehr ein. 😉



Wir kaufen nur so viel Holz, wie irgendwie in beide Autos reinpasst. 😄
10 Bündel schmeißen wir oben auf unsere Klamotten drauf, weitere 8 Bündel landen bei Martin & Claudia im Auto. Die Verkäuferin freut sich riesig. Es kommen ja kaum Touristen vorbei und eine solche Menge hat sie wohl schon seit einiger Zeit nicht mehr verkauft.

Voll bepackt mit genug Material, um jeden Abend durchzufeuern, geht es jetzt endlich in Richtung Moremi.

Aber schon nach den ersten 100m knackt unser Walkie Talkie.

"Sagt mal, ist das die richtige Richtung, unser Navi sagt was anderes?"


"Ja doch, passt."
...
..
.
ca. 200m später wenden wir dann... 😗 😛

Spätestens hier, hätten die beiden schon misstrauisch werden können oder besser sollen. Aber dazu später mehr.


>>> Detailansicht hier klicken <<<

Die Strecke nach Southgate ist super zu fahren und kein Vergleich zu 2018, als über die Hälfte, eine einzige Baustelle war. Es geht erst viel über Teer und dann über gut zu fahrenden Gravel. Am Vetinary Fence winkt man uns direkt durch. Kein Aussteigen und Schuhe reinigen, wir können einfach passieren und so dauert es auch nicht lange, bis wir am Abzweig nach Southgate ankommen.

Bei der guten Strecke, brauchen wir hier keinen Halt.




Den Übergang zum Gravel nutzen wir direkt mal um die Luft anzupassen. Mittlerweile lasse ich Luft ganz professionell mit der Zangenspitze meines Multitools ab und nicht wie sonst die Jahre, mit irgendeinem Stöckchen, dass ich am Wegesrand finde. Man perfektioniert mit den Jahren wirklich alles. 🤪



An alle die irgendwann das erste Mal dort noch vorbeikommen werden, an dieser übersichtlichen Beschilderung geht es links ab. 😉



Das schöne ist, dass mit der Abzweigung eigentlich schon der Gamedrive beginnt. Man kann durchaus hier schon erste Sichtungen genießen und auch die Landschaft hat direkt seinen Reiz. Für uns zumindest gibt es keinen Grund, erste schöne Ansichten links liegen zu lassen, nur weil man noch nicht durch's Gate ist.

Beim Kazikini Camp entdeckt Claudia auch direkt mal zwei Elefanten und auf dem Weg zum Gate, sehen wir noch einen Dickhäuter. Nicht fotogen, aber immerhin. Noch gar nicht im Park und die Zählung geht schon weiter.


Kurz vor'm Gate dann das ersehnte Schild, ab hier beginnt der Moremi und schon bald kommt das Gatehaus in Sicht. Es wird im Schatten geparkt, wir sind gerade die einzigen hier und dann geht es zur Anmeldung. Die Damen im Gate sind ein Ausbund an Lebensfreude und schaffen es kaum fünf Wörter über die Lippen zu bringen. Wir fragen noch nach Sichtungen und bekommen ein knappes: "Someone has seen lions" 🤨

Mehr können wir ihnen aber nicht entlocken, aber danke für die Info. Jemand hat im Moremi Löwen gesehen, na wer hätte das gedacht. 😄 (wir haben übrigens im Moremi keine Löwen gesehen, so viel mal vorweg)

Unterwegs zum Gate









Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling




Wir verständigen uns kurz auf den Plan für die Strecke nach Xakanaxa. Die direkte Route ist ziemlich langweilig, die 3rd Bridge ist kaputt, aber man kann ja auch vorher abbiegen und den Makerekwa Loop nehmen. Das hat den großen Vorteil, dass wir die sehr schöne Strecke in Richtung Third Bridge nehmen können und direkt auf dem Weg einen kleinen Schlenker in die Xini Lagoon. Entlang des Loops und dem Weg nach Xakanaxa, haben wir dann direkt einen ausladenen Gamedrive vor uns. (ich habe immer gedacht, die Route hätten wir 2018 mit Petra und Andreas gefahren, mittlerweile habe ich rausgefunden, dass wir die tatsächlich auch 2018 nie gefahren sind)

Martin & Claudia sind dabei, sie kennen die Gegend nicht und folgen uns. Wie nicht anders zu erwarten ist die Gegend und der Drive sofort toll. Es geht über verschlungene Pfade immer tiefer in den Moremi und wir sehen schon vor den Xini Lagoons zahlreiche Elefanten und immer wieder Antilopen oder Vögel am Wegesrand. In erster Linie fasziniert aber dieses Cruisen durch die Landschaft. Einfach toll. 🤩

Und an einem Leberwurstbaum müssen wir kurz halt machen, die sehen einfach immer super aus und die runtergefallenen Früchte finden offenbar auch Abnehmer.





Wir fahren links... 😗









Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Die Lagoons entpuppen sich als ein netter, kleiner Schlenk. Es geht am Rand der Wiese entlang über eine kaum erkennbare Spur. Allerlei Tiere tummeln sich und zur Abwechslung hat man dann auch mal eine etwas weitere Fläche vor sich, was auch schön ist. Wir sammeln selbst hier noch Tiere mit Elefanten im Hintergrund, nicht ganz ungeplant das Bild und zählen dank Fernglas in der Ferne an einem Schlammloch wieder viele Elefanten. Insgesamt alleine hier noch mal mehr als 30. Die Mittagshitze wirft mittlerweile ihre Schlieren über die Landschaft, lange bleiben wir nirgends stehen.






Yellow-billed Stork | Nimmersatt








Was will uns diese Werbesendung sagen. Eigentlich geht es links nach Third Bridge, der rechte Pfad führt eher auf direktem Weg zu unserem angepeilten Loop. Ich glaube, dass Schild sagt einfach nur aus, dass man auch rechts her fahren kann, da es zwischen den Wegen im Norden wieder eine Verbindung gibt, ja wenn... ja wenn man den rechten Weg den überhaupt fahren könnte. 😐



Wir fahren den ersten Kilometer, am Wegesrand steht plötzlich recht viel Wasser und voraus kommt eine schlammige Durchfahrt.



Ach ne und außerdem findet Mara einen Pfad durch's Gebüsch, der die Durchfahrt umkurvt. Genauso gekurvt und gekurbelt wird dann auch von den Fahrern, während wir uns Meter für Meter alten Reifenabdrücken nachschlängeln und den Baumstümpfen ausweichen. Diese Tour endet bei der nächsten Wasserdurchfahrt. Ein kurzes Wasser, in der Tiefe recht gut als nicht viel mehr als Reifentief abzuschätzen, aber der Optik nach auch eher schlammig. Und wir stehen halt seitlich daneben und man kann nicht gerade reinfahren.

Kurzes innehalten zum Überlegen, aber soweit ist Mara nicht gekommen um hier aufzugeben. Vorsichtshalber mal alles an Unterstützung rein, was die Karre hergibt und dann ab in die Durchfahrt. Der Wagen schwimmt leicht, als Beifahrer merke ich nicht so sehr, wie die Reifen durchgehen, aber Mara spürt recht ordentlich, dass der Wagen durchaus wühlen muss, aber wir kommen gut durch. Schnell seitlich postiert, dann können wir ein Video von... PLATSCH

Nordlichter gehen die Sache gerne sachlich trocken an und wir können gar nicht so schnell die Kameras zücken da kommen die beiden in ihrem Schlachtschiff auch schon nach. Martins Kommentar dazu: "Camel Trophy hatte ich doch gar nicht gebucht?!" 😄

Jetzt haben wir einen schönen Blick auf viel Wasser, dass wir auch hier wieder zehn Elefanten sehen, das wollen wir nicht unterschlagen... allerdings haben wir dann plötzlich auch irgendwie den Blick auf zu viel Wasser. 😮



Könnte man evtl. links versuchen, oder doch evtl. rechts rum. 😄
Hier geht nix mehr. Wir haben es versucht, aber...

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Zeit unsere nächste Plakette zu vergeben, für unsere diesjährige


Wir drehen also um, und diesmal an die Wasserdurchfahrt von der anderen Seite. Also eine saubere Anfahrt, aber um unseren Schleichweg durch's Gebüsch zu erreichen, muss es dann seitlich aus dem Wasser rausgehen, statt einfach gerade durch. Mara gibt Gas, Wasser und Schlamm spritzen hoch und mit einem beherzten Satz geht es links raus auf trockenen Untergrund. Nach dem schwummerigen Pedalgefühl bei Versuch #1 wurden hier keine Gefangenen gemacht.

Ein Stück zurück des Weges, sehen wir dann wieder ein Schild und folgen nun dem anderen Pfad gen Norden. Wenn diese Nebenroute nicht funktioniert, dann nehmen wir eben die Querverbindung weiter oben, dann sind wir ja auch wieder auf einer der Hauptrouten unterwegs.



Gesagt getan, so machen wir es und folgen der Querverbindung, bis es links ab zur Bodumatau Lagoon geht. Richtung Lagune ist es trocken und ein kleiner Pfad führt durch hohes Gras... so man den Pfad denn erreicht. Von rechts kommen stetig Elefanten aus dem Wald und queren unseren Weg um im Gras zu verschwinden.







Dann endlich ist der Weg frei, rechts kommen schon wieder Elefanten, also müssen wir diese Lücke nutzen.



Weit kommen wir allerdings nicht. Eine Biegung weiter steht ein Grauer auf dem Weg. Es hilft nix und wir bleiben stehen. Von rechts kommen weitere Elefanten durch das Gras gelaufen und kaum das wir stehen, stellen wir fest, dass sie keineswegs einfach nur queren, wir stehen quasi mitten in einer riesigen Herde. Um uns herum sind überall Elefanten und man kann immer nur wenige Meter weit sehen.






Es geht im Schneckentempo voran, während wir mehr und mehr Rüssel, dicke Eli-Popos oder graue Schatten zwischen dem hohen Gras entdecken. Mara und ich gucken uns an und sie spricht aus, was wir beide denken. "Wo haben wir die beiden denn da jetzt reinmanövriert?!" 😕 😏

Kaum fährt man mal ein Stück, was hier nur wenige Meter heißt, da kommen wieder welche und kreuzen den Weg. Zurück ist aber auch keine Option mehr, da auch hinter uns alles voll ist und Rückwärts sieht man kaum mehr, ob man da nicht zu nah an einen der Dickhäuter rankommt.




Manchmal sieht man, wie erwähnt, auch nur die Hintern, aber eben zu nah am Weg...



Hilft alles nichts. Wir schalten die Motoren ab, um nicht mit unserem Brummen zu viel Aufmerksamkeit auf uns zu lenken und beobachten, nicht so völlig entspannt, wie auch wir beobachtet werden. Es ist doch recht klar, dass sich manch einer wundert, was wir hier wollen, dann so wirklich hierhin gehören wir nicht. Aber wir sind still und friedlich und so sind es auch unsere temporären Nachbarn. Als die Luft rein scheint wagen wir es, Motoren an und um die nächste Biegung und nix da. Steht wieder eine Mutter mit Jungem. Also wieder Motor aus... das könnte eine langwierige Angelegenheit werden.





War es dann auch... achja und durchaus auch erwähnenswert auf der...


Und dennoch, irgendwann finden sich kleinere Lücken, es geht voran und dann lichtet sich das Gras und wir sind raus und in der Lagune. 😗

Die Nummer hat uns ganz schön Zeit gekostet und wir versuchen uns erstmal zu orientieren. Am Rande der Lagune stehen natürlich überall mal Elefanten und wir landen erstmal an der Hatab 13 Campsite. Ok, das ist insofern gut, als denn jetzt klar ist, wie wir uns orientieren können. Es gibt 3 Wege raus hier. Den einen sind wir gekommen, die beiden anderen sind Optionen.

Also los... doch Pfad #1 bringt uns wieder nur an einen See. 🤨

Verdammt, soll es hier etwa auch nicht weiter gehen. Wir haben ja noch eine Chance, der Pfad ist vollkommen verwachsen, dennoch probieren wie mal die ersten Meter aus, bis im Schilf das Wasser steht. Es geht nirgends trockenen Rades weiter und während wir zurück zur Lagune fahren versammeln sich immer mehr Elefanten hier. Wir zählen knappe 65 Elis im Gras + weitere 19 rund um die Lagune verteilt. Später einigen wir uns darauf, dass es vermutlich sogar mehr waren, aber die konnten wir grob zählen.





Saddle-billed Stork | Sattelstorch


Es hilft nichts, wir müssen wieder den Weg durch das Gras zurück und durch diese kleine Odysee in der Herde ist es nun schon 16:05 Uhr, beim nächsten Bild... der Elefant, der uns keine Hoffnung macht, dass der Weg zurück einfacher wird. Er steht direkt an der Zufahrt zu unserer "Fluchtroute" und blockiert diese.




Wieder verlieren wir ein paar Minuten, bis er sich in bewegung setzt und vorsichtig rollen wir ins hohe Gras... und sehen keine Elefanten mehr. Ich muss wohl nicht erwähnen wie erleichtert wir sind, diesmal unbehelligt auf die andere Seite zu gelangen.

Wir sind mürbe im Kopf und auch etwas lost. An der nächsten Kreuzung meldet sich Martin, der sein Navi zum laufen gebracht hat und es zeigt ihm einen Weg nach Xakanaxa. Es kann nichts schaden, unsere Versuche nach Karte sind grandios gescheitert. Wir funken nach hinten, dass er uns immer die Richtung vorgeben soll, wenn wir abzweigen müssen und wir versuchen den Weg. Es geht rechts ab und los... und schon nach kurzer Strecke öffnet sich endlich das Gelände, der Weg wird besser und wir können Strecke machen. Da wundert sich der Langhals. 😁



Die 40 km/h im Park fühlen sich im Vergleich zum Stop and Go der letzten Stunde wie Fliegen an und die Stimmung steigt deutlich bis mir ein resigniertes "Oh Scheiße!!!" entgleitet.

Mara guckt mich an und fragt was los ist. Wir fahren auf eine Brücke zu und ich sage ihr, dass das die 1st Bridge ist.

"Bist du sicher?"

"Es gibt hier nur vier Brücken und das ist die einzige die es sein kann. Wir fahren nicht nach Xakanaxa, wir fahren nach ThirdBridge, weil das Navi denkt, die 3rd Bridge steht noch."


"Was jetzt?"

Tja, wie das in guten Reisegruppen so ist, nehmen wir unser Walkie Talkie in die Hand und deuten ihnen auf der nächsten Grasfläche mal neben uns zu fahren. Jetzt ist guter Rat teuer, aber realsitisch muss man sagen, es gibt eigentlich nur eine echte Option. Es ist mittlerweile knapp 17 Uhr und wir schaffen es bei Licht nicht mehr zurück nach Southgate. Ich plädiere für weiterfahren und plötzlich werden wir uns unsicher ob es eigentlich nur die Brücke betrifft oder auch das Camp geschlossen ist. Kurzerhand wird das Sat-Phone gezückt und eine der Parkverwaltungsnummern aus den TinkersMaps kontaktiert. Ich verstehe quasi nix, außer die Worte "fully booked".

"Also entweder sagte sie fully booked oder not fully booked, aber auch egal, solange es auf ist, finden wir mit Gin und Wildfleisch im Angebot auch einen Platz." 😉

Es geht also weiter, auch die 2nd Bridge ist kaputt und wir müssen einen kurzen Detour drumherum fahren. Das Licht auf Mboma Island wird ganz wunderbar, aufgrund der etwas Stressbeladenen Stimmung im Auto und der fortgeschrittenen Stunde, oder war es die stressgeladene Stimmung aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und der offenen Frage, dass wir ja noch gar keinen Platz haben... ja ich glaube das war es, ja deswegen fallen Fotostopps sehr kurz aus oder entfallen des lieben Friedens willen besser gleich ganz. Zwei Elefanten auf dem Weg müssen dennoch erwähnt werden und unsere Tagesroute hat sich dann jetzt gar nicht so sehr, aber im Sinne des Zielortes für die Nacht dann doch geändert. 😣







Mboma Island





Auf dem Weg zum Camp wird das Licht immer schöner und ich freue mich mittlerweile richtig drauf, dieses Jahr einfach mal entspannt den Abend hier genießen zu können und nicht so durch diese Traumgegend durchhetzen zu müssen. Ein paar sehr schöne Bilder gelingen doch noch. Impalas und Letschwes stehen alle aufmerksam in der letzten Sonne und irgendwas scheint sie zu stören, den Grund dafür sehen wir nicht, aber wenn die Chance besteht, dass da was katziges schleicht... ein paar Minuten erübrigen wir, bevor es weiter geht, entdecken aber nichts mehr.









Um 17:45 Uhr fahren wir durch's Gate. Mara und Martin gehen direkt zum Campoffice, ich melde uns am Gate an und erkläre unsere missliche Lage. Hier ist die Angestellte extrem nett, witzig und sie ist völlig baff, als ich ihr erzähle, dass wir nicht wussten, dass nur die direkte Route in Richtung Xakanaxa offen ist.

"Sie haben euch am Gate nicht gesagt, dass der Loop nicht offen und überflutet ist? - die haben am Southgate die Ansage, dass sie das jedem Besucher mitteilen müssen!"
😮

Tja, die Nachricht hatte sich leider nicht in den 5 Worten versteckt, die die Damen dort über die Lippen gebracht haben. 😣

Aus dem Buchungsoffice kommen auf jeden Fall zwei glückliche Gesichter mit einem Zettel in der Hand raus. Wir haben die letzte Campsite ergattert. #7 wir unser heutiges Nachtlager. Wir bauen unter dem riesigen Leberwurstbaum unsere kleine Wagenburg auf...


... währenddessen der Campwart Collin vorbeikommt. Er wünscht uns eine gute Nacht und weist uns auf eine Hyäne hin, die gerne durch's Camp strolcht und ein Elefant schläft ziemlich häufig unter dem Baum hier, aber:

"Don't worry, they are your friends!"

Na dann ist ja gut und er macht einen fröhlichen Abgang, schnurstracks ins hohe Gras und geradewegs weg vom Camp, naja er wird schon wissen wo es langgeht.. 😐

Und egal wie blöd es ist, Hirn setzt manchmal aus und der ganze Platz liegt voller Blüten, in denen auch am Boden überall Bienen schwirren. So viel Ordnung muss sein, ich schnappe mir unseren Spaten und "fege" unseren Platz sauber, sehr zur Belustigung und Verwunderung unserer Reiesegesellschaft. 🤪 😄

Wir sind platt und es wird heute nur unter Stirnlampeneinsatz ein einfaches Mahl zubereitet. Nudeln mit Tomatensauce, inkl. Thunfisch und Feta.



Die viel wichtigere Mahlzeit des Abends ist Martins Männermischung GinTonic, die die angespannten Nerven wieder reichlich lockert und uns so einen schönen Abend am Feuer beschert, ich kann mich aber nicht mehr dran erinnern, was martin hier so lebhaft zum Besten gegeben hat. 😄



Ich glaube nicht, dass der Abend sehr lange ging, kaum sind wir im Zelt schlafen wir unter einem steten "PLOOOONG"... "PLAAAATSCH"... "PLOOONG" ein, je nachdem, ob die ständig vom Baum fallenden, schweren Blüten unser Zelt oder den Wagen treffen und träumen von unzähligen Elefanten und einem, der neben uns am Baum steht und schläft. 😉


Mit der Zählung des Tages kommen wir jetzt schon auf stolze...




Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 2820. Juni 2022

Einmal um den Pudding...

... müssen wir heute. Nach einer unruhigen Nacht durch die ständig auf's Auto prallenden Blüten, schälen wir uns früh aus dem Auto, aber wir haben keine Eile.



Heute morgen sind alle noch durch vom letzten Tag und so wird erstmal Rührei vorbereitet und ordentlich gefrühstückt. Mara bereitet uns noch Kasslerbrote für den heutigen Tag vor und ich packe unseren Kram zusammen, reinige das Zelt und den Wagen vom klebrigen Saft der Blüten. Gerade das Zelt will ich so nicht einpacken und reinige alles ordentlich.

Beim einpacken fällt mir eine Libelle auf, die noch in Schlafstarre an unserer Zeltplane hängt. Sanft wird sie auf ein Blat verfrachtet, es ist eine sehr seltene

Rote Brückenjungfer

(eigentlich habe ich keine Ahnung wie die heißt... aber sie ist rötlich und ich habe sie in ThirdBridge fotografiert... ;))

Während wir unseren Kram packen, entdecken wir evtl. den Grund, warum so viele Blüten vom Baum runterfallen. Ein kleiner Affe hüpft durch's Astwerk und nascht unentwegt den Nektar. Nicht einfach zu erwischen und Martin und ich jagen rund um den Baum, immer dem Affen hinterher.

Vervet Monkey | Südliche Grünmeerkatze



Es ist fast 9 Uhr, als wir uns vom Platz machen. Wir planen einen Gamedrive nach Southgate, denn die Strecke ab dort in Richtung Xakanaxa ist unserer Erinnerung nach sehr langweilig und enttäuscht in dieser Hinsicht auch nicht.


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Wir tuckern langsam über Mboma Island und genießen die noch morgendliche Stimmung. Auch die Tiere sind noch dabei sich vielerorts aufzuwärmen und verschlafen auf dem Boden zu liegen oder sie trotten entlang des Wassers oder grasen im Sonnenlicht. Gestern konnten wir den Weg nicht mehr wirklich genießen, dass holen wir heute morgen nach.



Giraffen stolzieren über die Ebene. Wunderschön. 🙂








Crowned Lapwing | Kronenkiebitz




Red-billed Hornbill | Rotschnabeltoko


Wir nehmen die Wet-Road entlang mehrerer großer Wasserlöcher. Genau diese Gegend lieben wir so am Moremi. Schilfgras, Wasser und kleine verwundene Pfade, denen wir durch die Landschaft folgen. Kingfisher rütteln über dem Wasser und stoßen in die Seen nieder. Elefanten grasen in den Schilfwiesen und wir vier lassen uns verzaubern von der Stimmung.

Bis die Wet Road immer schmaller wird und wir am Ende die ein oder andere Passage umfahren müssen. Es gibt aber schon kleine Ausweichrouten, auch wenn hier sicher noch nicht viele Leute durchgekommen sind dieses Jahr. Wir schaffen es noch bis zur Brück, die wir dann wieder umfahren und uns auf den Rückweg nach Southgate machen.

Great White Pelican | Rosapelikan






African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel





Martin hat seinem Auto nicht dieselbe Pflege zukommen lassen oder vielleicht mögen die beiden auch einfach ein hübsch geschmücktes Auto. Auf jeden Fall finden sich noch überall Blüten auf dem Landie. 😄



Wir folgen der Wetroad und sehen überall im Schilf Elefanten.




Auf dem Detour bis zur 1st Bridge hat es uns vorallem eine gemischte Herde aus Gnus und Zebras angetan, die an einem Wasserloch sethen, dass über den eigentlichen Weg schwappt und an dessen Rand man entlang fährt. Überall sind die Auswirkungen der guten Regenzeit noch auszumachen.



Ganz hinten erkennt man noch nen Eli... klar gibt es auch hier was zu zählen.





Southern Ground Hornbill | Südlicher Hornrabe


Irgendwie ist es der Giraffentag heute. Wir sehen sehr viele, auch hier versteckt sich eine...



... und auch Richtung Southgate sehen wir immer wieder welche entlang des Weges. Ein paar Autos kommen uns entgegen, zwei Gamefahrzeuge folgen Katzenspuren auf der PAD, aber leider sehen wir nichts. Ein Guide hält uns an um Feuer für seine Zigarette zu bekommen und Jaan und Marianne kommen uns entgegen. Die beiden kennen wir aus dem Discovery B&B in Maun, aber sie wollen wirklich nach ThirdBridge und sind dementsprechend richtigerweise in die Richtung unterwegs. 😗

Wir zählen unterwegs weiter und folgen heute der direkten Route ohne Umschweife, auch die Xini Lagoon lassen wir rechts liegen.






African Hawk-Eagle | Afrikanischer Habichtsadler




Wir beobachten einen Schreiseeadler der sich aufschüttelt und völlig zersaust auf dem Baum sitzt... aber nur mit wenigen weiteren Schüttlern sieht er wieder anmutig aus wie und eh je. Interessant zu sehen, was ein paar geglättete Federn ausmachen können. 🙄 😁

African Fish Eagle | Schreiseeadler






Kleinere Wartezeiten muss man immer mit einplanen! 🤨

Wenn eine Giraffe gerade blätter vom Baum pflückt und dabei auf der PAD steht, dann ist eben an den Rand stellen und Abwarten angesagt. Giraffen erschrecken sich manchmal so und irgendwie haben wir immer Angst, dass sie sich verletzen könnten, wenn sie plötzlich und hastig losrennen. Da sind wir immer vorsichtig und es freut uns, dass das entgegenkommende Fahrzeug dies genauso handhabt. So stehen wir hier rum... 😗




Ca. 3km vor Southgate kommen wir an einem vertrockneten Schlammloch vorbei und wieder einmal können wir uns noicht losreißen, kaum das wir eine kleine Herde Elefanten sehen. 😗




Dieser kleine Kerl versucht ganz so zu sein, wie ein Großer. Das Einstauben will noch geübt werden, ein wenig peinlich wenn es nicht klappt und dann schauen auch noch zwei komische Tiere mit vier runden Füßen und ohne Ohren zu, aus denen mehrere sehr kleine Rüssel gucken, die andauernd Klickgeräusche machen... dann lieber auf Nummer sicher gehen und hinter Mami verstecken! 😊








TRIVIA
1) Afrikanische Elefanten erreichen bis zu 3,20 Meter Höhe, sind bis zu fünf Tonnen schwer und sechs bis sieben Meter lang. Der Schwanz misst etwa einen Meter. Sie besitzen an den Vorderfüßen vier, an den Hinterfüßen nur drei Zehen.

2) Die Haut der Elefanten ist bis zu drei Zentimeter dick, trotzdem aber sehr empfindlich. Bei Elefantenbabys ist sie dicht behaart.

3) Elefanten erreichen ein hohes Alter: Sie können bis zu 60 Jahre leben. Einzelne Tiere werden sogar 70 Jahre alt.

4) Elefanten sind für ihr soziales Verhalten bekannt: Die Herde beschützt gemeinsam die Jungtiere, "Elefanten-Tanten" kümmern sich voller Hingabe auch um die Jungen anderer Elefantenkühe.

5) Das typische Merkmal aller Elefanten ist der Rüssel, der aus der Oberlippe und der Nase entstanden ist: Er besitzt tausende verschiedener Muskeln, die um die beiden Nasenlöcher angeordnet sind.




Ein letzter Blick, jetzt traut sich auch der Kleine wieder mehr zu und zeigt sich nochmal in ganzer Pracht. Mach es gut, wir sehen uns vielleicht nächstes Jahr wieder. 🙂




Wir erreichen Southgate ca. um 13 Uhr, also haben wir für unseren ersten Gamedrive geschmeidig 4 Stunden benötigt. Heute nehmen wir den richtigen Weg. Es geht die langweilige Verbindungspiste in Richtung Xakanaxa... wir sehen wie zu erwarten war fast nix. Zeit genug unsere Kasslerbrote nach vorne zu holen und ein zweites Frühstück zu genießen. Wir funken mal an, ob die beiden auch ein paar Brote wollen und es wird plötzlich scharf gebremst. 😮

Wir reichen die Brote rüber, was nur wenig später per Funk quittiert wird, dass die Brote quasi ein Lebensretter sind. Manchmal braucht man eben etwas im Magen um Zuckerspiegel und Konzentration wieder nach oben zuu bringen. 😄

So schaffen wir die letzten Kilometer auch noch und bald sehen wir endlich das Gate.







Mara und ich freuen uns schon, in unserer Erinnerung ist die Durchfahrt durch's Gate wie der Schritt in eine völlig andere Gegend und wir werden nicht enttäuscht. Man kann der breiten Sandroute nach Xakanaxa folgen, aber wir empfehlen ganz klar den direkten Weg geradeaus. Man folgt einer Fahrspur und ist direkt wieder auf Gamedrive. Total schön.

Little Bee-eater | Zwergspint




Cape Glossy Starling | Rotschulter Glanzstar


Auf der Campsite angekommen schauen wir erstmal beim Tuck-Shop vorbei. Wir hatten nicht wirklich drauf gehofft und leider ist der Shop auch verwaist. Cobra, den wir hier vor einigen Jahren kennengelernt haben ist nicht anzutreffen, die Boote liegen allerdings noch am Steg und sehen gut in Schuss aus, mal abgesehen von den vielen Blättern auf ihnen. Vielleicht ist er ja nur temporär aufgrund der Touristenlage nicht vor Ort, wir hoffen es. 😕

Um 15 Uhr sind wir auf der Campsite und werden schon begrüßt. Wir haben Campsite #10, ganz am Ende und ein Elefant stapft durch's Schilf, direkt neben unserer Campsite. 😎




Da müssen natürlich ein paar Bilder gemacht werden, man steht ja nicht alle Tage so neben einem Eli im Schilf. Dabei bannen wir Martin und Claudia auf's Bild, eine schöne Erinnerung. 🤩







Auch Claudia fängt fast dasselbe Bild von Mara ein, naja fast... 😄



So ein Bild hat aber eben auch nicht jeder, Wäsche machen mit Elefant im Hintergrund. Alles hängt, der Elefant verzieht sich ins Schilf und wir machen eine kurze Pause.





Mara und ich gehen noch rüber zum anderen Schiffsanleger, das ist ja nur ein kleines Stück von unserer Campsite aus. Wir reden kurz mit den Bootsführern, aber der Funke mag nicht so wirklich überspringen und am Ende stellt sich eh' raus, dass auch keiner so richtig Lust hat auf eine Bootstour, viel lieber wollen wir den Abend noch nutzen, wenigstens ein klein wenig des Gebietes zu erkunden.

Als wir uns schon aufmachen wollen, weist uns die Truppe am Bootsanleger auf den Elefanten hin, der gerade an Land kommt. Sie kennen ihn und sagen uns wir sollen vorsichtig sein, der hat wohl immer schlechte Laune. 😵




Wir gehen in Richtung Graskante zur unteren Fahrspur, da haben wir am meisten Platz und Abstand zu ihm. Wir kommen nur ein paar Meter weit, da wird klar. Nicht mit ihm...



Irgendwie haben wir dieses Jahr öfter mal etwas "zu nahe" Begegnungen mit unseren Lieblingen. Wir halten uns hinter mehreren Bäumen, aber er hat uns immer im Blick. Er grast mal etwas, aber kaum bewegen wir uns, werden wir auch direkt wieder fixiert. Ohren auf, etwas schnaubrüsseln, er will uns nicht vorbeilassen. Gut wenn man Reisepartner hat, die können uns ja dann mit dem Auto abholen, sollte es nötig......

... das ist übringens Claudia da im Hintergrund, die das ganze eher auf den Sensor bannt. 😄 🤪


Wir wagen noch ein paar Schritte, aber er bleibt aufmerksam und da müssen wir einsehen, über die Fahrspur kommen wir nicht.



Wir ziehen uns wieder etwas zurück und nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns für den Weg in seinem Rücken. Direkt am Schilf entlang können wir uns hinter ein paar Bäumen herschleichen, in diesem Zuge bemerke ich auch, dass am Rande des Schilfs ein einzelner Baobab steht. Wusste gar nicht, dass es in Xakanaxa einen gibt.

Zurück am Auto atmen wir erleichtert auf packen noch etwas Kram aus, beäugen unseren frechen Mitbewohner misstrauisch und dann geht es gegen 16 Uhr auf unseren Abenddrive in Richtung Jesses Pool. Es wird auch Zeit, der Mond ist mittlerweile aufgegangen.

Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling





Wir fahren in Richtung der Lodges hier und biegen dann links ab durch einen kleinen Weg, rein in den Wald. Es geht entlang Jesses Pool bis zu einem kleinen Platz, der als Picnic-Site ausgeschildert ist an einem der Bäume. Mittlerweile haben wir geniales Licht und Stimmung hier ist wieder mal unwirklich.








Lilac-breasted Roller | Gabelracke






Wir versuchen noch eine kleine Runde in Richtung Dead Tree Island, aber der Weg hinten rum scheint auch wieder blockiert oder wir treffen einfach nicht die richtige PAD. Nicht schlimm, gucken wir halt noch ein paar Elefanten im traumhaften Licht an. 😉










Wir drehen also um, fahren wieder am Pool vorbei und genießen es einfach hier durch den Wald zu cruisen und zwischendurch einen Blick auf's Wasser zu werfen.







Zurück an den Campsites halten wir an den Ablutions um zu Duschen. Wir nehmen die ersten direkt vorne, Martin und Claudia fahren eins weiter. Man will sich ja kein vielleicht noch heißes Wasser klauen. An den Ablutions treffen wir ein weißes botswanisches Paar, bzw. ihn, denn sie spricht quasi gar nicht. Er erzählt uns, dass die Ablutions kein Wasser ziehen würden. Da haben sie hier Solar, aber selbst das geht nicht. Genauso war das auch das letzte Mal. Alles beschissen organisiert und jetzt müssen sie wieder bei den Lodges "betteln" gehen, weil die nix auf die Kette kriegen. Servicewagen ist auch schon seit 4 Tagen kaputt... unsympathisch vom ersten Satz an.

Wir waren ja erst vor zwei Stunden hier und da ging das Wasser noch, was wir ihm dann auch mal stecken und wir wollen trotzdem mal testen ob das Sinn hat, was er da sagt. Komischerweise läuft auch jetzt Wasser, wir können Duschen und die Toiletten benutzen. 😗 😣 WAS EIN SCHWÄTZER!

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite.



Wir rödeln alles auf und lassen es heute Abend, diesmal mit mehr Ruhe im Gepäck an der Kochstelle so richtig krachen. Es gibt ein großes Tomahawk, dass wir durch vier teilen. Maiskolben vom Grill. Butternut ebenso, in Alufolie mit Öl überträufelt, Salz, Pfeffer und Chilli. Die eine Hälfte schneiden wir in Würfel, die andere in Scheiben. (Scheiben werden besser! :)) Last, but not least überbackt Mara Kartoffelhälften mit Käse, indem die in den Potje kommen und oben Kohlen aufgelegt werden um Oberhitze zu erzeugen. SEHR LECKER! 😎





Es wird ein sehr lauschiger Abend, Xakanaxa ist definitiv einer dieser Sehnsuchtsorte, die man kaum beschreiben kann. Man muss einfach mal auf der "Insel" sitzen, das hohe Gras auf der einen, die mit Schilf bedeckte Bucht auf der anderen Seite. Das Feuer lodert und man lauscht den Geräuschen der Nacht. Magisch... 🙂







Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 2930. Juni 2022

Who let the dogs out?



Guten Morgen Mitfahrer, guten Morgen Sonne, guten Morgen Martin, Guten Morgen Wildhunde, guten Morgen... warte mal was??!

Es ist früh am morgen, wir sind gerade erst aus dem Zelt gekrochen. Auch Martin ist schon wach und als er um seinen Wagen herumkommt hören wir nur ein typisch nordisch, trockenes "Leute... Wildhunde!" 🙄 🤩

Wir drehen uns um und kaum zehn Meter hinter uns kommt ein kleines Rudel Wildhunde aus dem hohen Gras heraus. Sechs schlanke Renner strolchen an uns vorbei und laufen über die Sandpiste an allen Campsites vorbei und raus aus dem Camp. Hektische Betriebsamkeit bricht überall aus, die Kameras werden gezückt, aber alles ist noch völlig verstellt vom Vorabend, die Einstellungen um ein Lagerfeuer oder Landschaft zu fotografieren ist hier nicht förderlich. Kein einziges Bild gelingt.

Wie sich dann rausstellen soll, war es schlau wenigstens einmal kurz die Videotaste zu drücken und so habe ich eine kurze Sequenz der Wildhunde, wie sie über die Sandpad laufen. 🙂

Merke #1: Abend immer die Kameras wieder richtig einstellen, bevbor man sich hinlegt... man weiß ja nie.
Merke #2: Wenn zu wenig Licht für Fotos da ist, Videos klappen dann trotzdem fast immer.

ABER, wir wollen hier gar nicht meckern auf ganz hohem Niveau anfangen. Wildhunde stehen auf unserer Sichtungs-Wunschliste ganz oben an erster Stelle und die sind gerade völlig unvorbereitet abgehakt worden. Jetzt nicht perfekt, aber das war dennoch toll. 😎

Da links beim Baum kamen sie raus...


Das Bild der Campsite zeigt ganz schön, was Xakanaxa so besonders macht finde ich. Diese geniale Lage auf der "Insel" zwischen hohem Gras und dem Shilf auf der anderen Seite. Einfach genial. 🙂

Eigentlich wollte ich ja raus um einen Zeitraffer vom Sonnenaufgang zu machen, aber so richtig toll will das nicht gelingen, dann wird halt gefiederten Viechern nachgestellt. Ich finde zwei Bee-Eater, die immer wieder zwischen zwei Büschen hin und her fliegen und fast an selber Stelle ansitzen. Zusammen habe ich die nie drauf, aber je nachdem, ob man gegen oder mit dem Licht fotografiert, kommen ganz andere Bilder dabei heraus. Ich pirsche also immer wieder von links nach rechts und nicht lange, da pirschen Martin und ich zu zweit und versuchen jeweils "unser" Bienenfresser Bild zu kriegen. 🤪

Mit der Sonne... Little Bee-Eater | Zwergspint




Gegen die Sonne...


Wir stromern weiter über den Platz und eine erneute Erstsichtung tut sich gütlich an den Blüten eines Leberwurstbaums. Ein braun-grün-gelber Papagei klettert durch einen Baum.

Meyers Parrot | Goldbugpapagei


Beobachtet wird er dabei mit evtl. hungrigen Augen, keine Ahnung was dieser schnieke Geselle hier gerne frisst...

Yellow-billed Kite | Schwarzmilan-aegyptius


... aber zumindest vor diesem Gesellen ist er sicher, der mich auch wieder sehr freut. Ein Bild hatte ich schon mal, aber mehr als Farbklecks weit weg. Jetzt mal in halbwegs vernünftiger Entfernung und schöner Einrahmung.

Striped Kingfisher | Streifenliest


Burchells Coucal | Spornkuckuck


Eine schöne, erfolgreiche "Camping-Platz Safari" geht damit zu Ende und es wird sich um Abwasch, Technik etc. gekümmert.



Mittlerweile hat es fast 8 Uhr und wir haben Hummeln im Hintern. Martin und Claudia wollen aber lieber noch ein wenig bleiben und den Tag ruhiger beginnen. Gar kein Problem, wir erklären den beiden unsere Route, sie wollen innerhalb der nächsten zwei Stunden nachkommen und wir erwarten sie dann bei den Paradise Pools. Das Gebiet fanden wir letztes Mal so toll, dass wir dort gerne etwas mehr Zeit verbringen und ab da geht es dann zusammen weiter in Richtung Northgate.

Gesagt getan, wir packen den letzten Kram ein, verabschieben uns bis nachher und rollen vom Platz. Es geht vorbei an allen Campsites und gegenüber des aktuell unbesetzten Tuck-Shops schalten wir unser Walkie Talkie ein:

"Elefant ruft Warzenschwein, seid ihr schon auf Sendung?"

"Ja sind wir."

"Die Wildhunde liegen am Ende der Campsites im Gras." 🤩 🤩 ach komm, da gehen sogar drei 🤩



Keine Ahnung wie die beiden das schaffen, aber nur wenige Minuten später rollen sie heran. Das kann und will man sich nicht entgehen lassen. Soviel zum Thema, es mal ruhig angehen lassen. Ein Wildhund ist etwas abgesondert und läuft direkt vor ihrem Wagen her um sich dann als perfektes Fotomodell zu platzieren. Wir haben nur die Ansicht von hinten. 😄





Ganz ungestört stehen wir hier eine ganze Zeit lang nur zu zweit mit den Wildhunden herum. Bestimmt über eine halbe Stunde lang, nur wir mit der Sichtung. So schön und wir freuen uns riesig, dass wir doch noch die Chance haben unsere ersten Wildhunde länger beobachten zu können. 😎











Wir beobachten weiter die Wildhunde. Nicht mehr lange und wir haben die Hunde komplett weggeknippst. 😛


Foto von MC





Es ist aber auch eine besondere Situation hier. Quasi noch auf der Campsite stehend und die Hunde liegen im Gras, mal geht ein Kopf hoch, ganz selten wird sich mal ein Meter bewegt um seine Position dem Schatten anzupassen.







Mal kurz hochgeschaut... da kommt etwas Bewegung ins Spiel.


Ein Gamedrive Fahrzeug kommt dazu. Wir machen sie auf die Wildhunde aufmerksam und sie nehmen die noch offene Spitze des Dreiecks und so stehen wir dann zu dritt hier. Allerdings auch nicht wahnsinnig lange, der Drive war wahrscheinlich auf dem Rückweg zum Camp und da auch nicht viel passiert und auch nicht davon auszugehen ist, dass was passiert, mal abgesehen davon, dass man sich von Schatten zu Schattenplatz rollt, fährt das Lodgefahrzeug auch recht bald weiter. Wir beziehen auch noch mal eine etwas andere Position mit besserem Blickwinkel, so ganz lösen wollen wir uns noch nicht.











Irgendwann müssen aber auch wir einsehen, dass hier komplette Ruhe einkehrt. Das kleine Rudel hat es sich mittlerweile auf einem Knubbel bequem gemacht. Sie liegen teils mehr übereinander als nebeneinander und mehr, als das mal ein Kopf kurz hochzuckt ist nicht mehr zu sehen.



Wir starten die Motoren, fahren noch einmal für eine Pinkelpause die 50m zu den Ablutions zurück für eine Pinkelpause bevor es dann Richtung Northgate weitergehen soll. Auf einer der Campsites direkt am Wasser steht noch ein Wagen. Wir berichten von den Wildhunden, die quasi 50-60m neben ihrer Campsite seit 3 Stunden im Gras liegen und noch während wir in den Ablutions sind startet deren Motor. 😁

Wegen der tollen Sichtung hätte ich fast vergessen, dass da ein Elefant am Tuck-Shop durch's Schilf schlenderte, während wir bei den Wildhunden standen, der muss sein, gehört sich schließlich alles korrekt gezählt. 😄 😛



Bevor wir uns dann wirklich auf zum Drive machen, hat Mara von dieser, sehr speziellen Erstsichtung für uns, auch noch ein kleines Video erstellt mit dem Titel: Morning Dogs 🙂


>> auf's Bild klicken führt zum Video <<


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3005. Juli 2022

Willkommen im Paradies?

Jetzt geht es aber endlich weiter, schließlich haben wir noch ein Stückchen Weg vor uns. Es geht nach Northgate und für die Strecke planen wir einen ausgedehnten Gamedrive und auch wenn es später ist als gedacht, dank unserer Wildhund-Sichtung, wollen wir uns die Paradise Pools nicht entgehen lassen.


>> Detailansicht <<

Junger Pavian danke Netcat 😊




Biegt man in Richtung der Paradise Pools ab geht es zuerst über eine Piste wie jede andere der Hauptpisten im Park. Und auch wenn man das Gebiet eigentlich erreicht hat, fällt es noch gar nicht so sehr auf, bis man abbiegt und in die Pools eintaucht. Dann entfaltet sich eine ganz verzauberte Landschaft... karge, tote Bäume. Saftiges Grün, hohe Riedfelder und alles wird umrahmt von Wasser. 🤩



Kleine Äffchen springen auf den Bäumen herum und jagen sich. Hier und da bleibt auch mal einer sitzen. Ein Elefant schiebt sich unter den Bäumen entlang und eine Herde Antilopen grast am Rande eines Tümpels. Wir lieben diese Gegend. Es gibt bei uns in der nähe einen renaturierten Bach und an einer Stelle wird das Wasser breit und flach... Ried steht dort und die Bäume sind abgestorben. Wir müssen immer an die Paradise Pools denken, wenn wir dort hergehen. Nur Elefanten sehen wir hier nie???! 😐 😄



Vervet Monkey | Grüne Meerkatze








Wir erforschen jeden Winkel des Gebiets und fahren in jeden kleinen Weg hinein. Immer wieder wendet man, es geht immer wieder raus zum Wasser und die Landschaft begeistert uns. Viele Tiersichtungen hat es nicht gerade, aber das steht hier auch nicht im Fokus, dennoch hat man es irgendwie immer im Honterkopf, dass man hier schließlich vor drei Jahren zwei stattliche Löwen gesehen hat. (ist natürlich Blödsinn) 😗





African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel













Wir lösen uns von dieser Gegend und nehmen einen Abzweig der eher eine Abkürzung darstellt zur Hauptpiste in Richtung Northgate. Es ist wieder gut verwachsen, aber doch ganz gut zu fahren, kurz hatten wir überlegt, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, aber es läuft gut und über die Hauptpiste machen wir dann doch etwas Strecke.

Unterwegs wenig zu sehen, aber kaum erreichen wir das Gebiet der Überschwemmungsflächen, schon sehen wir wieder einige Elefanten im hohen Schilf.


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Ordentlich begrüßt werden auf jeden Fall. 😁




Wir fahren am Viewpoint der Xuku Flood Plains vorbei. Es bietet sich ein Bild, fast als ob wir noch in Xakanaxa auf der Campsite ständen. Nach dem Weg durch dichten Busch, ist der weite Blick wieder eine schöne Abwechslung.




African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Der Abwzeig in Richtung der Pools führt durch eine kleine Wasserdurchfahrt. Man erkennt, dass das Wasser hier fließt und wir fahren vor um dann schnell zu wenden und ein Foto von Martin und Claudia aufzunehmen. Action pur! 🤪 😉



Das klingt dann so wie, so eine kleine Pups-Durchfahrt und das ist sie eigentlich auch, aber es ist schlammig und man weiß ja nie. Diese Aussage bestätigt uns ein entgegenkommendes Fahrzeug. Die beiden kommen aus Holland, fahren einmal quer durch Afrika und sind mit Unterbrechungen (ihr wisst schon... das böse C) jetzt schon seit 2,5 Jahren unterwegs.

Sie winken uns ran, wir unterhalten uns etwas und dann bitten sie uns kurz zu warten, bis die beiden durch das Schlammloch durch sind. Egal, dass sie schon lange unterwegs sind. Jegliche Risiken minimieren, wenn es sich denn gerade anbietet. 😎

Im Wald sehen wir noch mehr Elefanten, ansonsten aber auch fast nix anderes.





Burchells Starling | Riesenglanzstar


Wir scheinen uns dem Wasser zu nähern...



... nächster Halt: Dombo Hippo Pools 🙂



Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3123. Juli 2022

500m am Leopard vorbei?!

Wir kommen an den Hippo Pools an und der Zahn der Zeit nagt weiterhin beständig an den Konstruktionen vor Ort. Es ist heiß und sich an den "Tisch" unten zu setzen kommt nicht in Frage.



Also schauen wir uns erst einmal um und die Namensgeber dieses Gewässers sind mehr als zahlreich vor Ort und tummeln sich im Wasser. Aus den Augen lassen sie uns natürlich nicht, wie wir da so am Rand stehen.



Wenn uns Hippos aus nächster Nähe beobachten dann doch lieber rauf auf den Turm, die abenteuerliche Treppe hoch. Wir schnappen uns Picknick-Material, ein paar Getränke und die Kameras und ab geht es... oder doch noch kurz abbiegen?



Kurzer Blick, nein eher nicht. 🤢 😗



Oben auf dem Ausguck geht ein wenig Wind und man steht im Schatten. Hier lässt es sich gut aushalten. Wir verspeisen unsere Mitbringsel und auch hier werden wir scharf beobachtet. Der Hausbesitzer guckt genau hin, dass wir auch nicht krümmeln und hier was dreckig machen. Wenn es doch passieren sollte, dann säubert er den Boden unverzüglich. 😉

Meves Starling | Mevesglanzstar


Blinder Passagier


Great Egret | Silberreiher


Nach der Pause gehen wir wieder runter zum Wasser und lichten noch ein paar der Uferbewohner ab. Hier gibt es einiges zu sehen, denn überall wimmelt es nur so von Libellen auf dem Boden. Die Hippos grunzen, Wasservögel laufen durch den Uferbewuchs. Es ist schon schön hier, aber aus unserer Idee einer längeren Pause wird nichts, dafür ist es einfach zu heiß und so entscheiden wir uns eher dafür, dass wir doch recht bald wieder weiterfahren.



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen




Black-winged Stilt | Stelzenläufer



Wir machen uns wieder auf. Kaum raus aus den Hippo-Pools sehen wir wieder unsere Lieblinge. Mehrere Elefanten tummeln sich in einem Seitenarm der Pools und bespritzen sich mit Wasser. Sie sind nicht gut zu sehen, was kein Grund ist, nicht dennoch wenigstens ein Bild zur Erinnerung zu machen. (die Zählung des Tages führe ich einfach weiter...)




Wir überlegen noch wo es als nächstes lang gehen könnte. Wir wollen jetzt ein kleines Stück der Hauptpiste folgen und dann wieder links in Richtung der Samahundu Plains abbiegen und ab hier wieder eine ausgedehnte Entdeckungstour bis Northgate starten. Unser Walkie Talkie meldet sich und Martin und Claudia wollen lieber ihre, durch die Wildhunde heute morgen, verpasste Ruhepause nachholen. Mal früh im Camp sein. Sortieren, Daten sichern, Seele baumeln lassen und dann Abends noch mal los. Können wir gut verstehen, wir waren ganz schön viel unterwegs die letzten beiden Tage mit unserem Umweg über ThirdBridge. 😣

Wir bleiben bei unserem Plan und verabschieden uns beim geplanten Abzweig von den beiden und verabreden uns, dass sie nicht auf uns warten sollen, wenn es sie zum Abenddrive zieht. Wir planen zwar bis dahin im Camp zu sein, aber man weiß ja nie. 😉

Sie fahren die Hauptpiste weiter und wir rumpeln eine kleine PAD raus auf die Plains. Einen klaren Plan haben wir nicht und nur ein paar hundert Meter weiter teilt sich der weg. Nach norden zweigt ein zugewachsener Pfad ab. Laut Karte müsste das ein Weg sein, wir schauen uns kurz an und biegen ab. Bei dieser schönen Szenerie...



... schnappen wir uns das WalkieTalkie und funken die beiden hektisch an.

"Seid ihr noch da, Hallo hallo??!"

Nur Rauschen in der Leitung. Wir versuchen es weiter, aber außer einem Knacken ist nichts zu hören.

"Wir haben einen Leoparden entdeckt, hallo??!"

Es hilft alles nix. Die kleine Reichweite der Technik nutzt zwar, wenn man zusammen unterwegs ist, aber in nur wenigen Minuten haben wir eine zu große Entfernung und keine Verbindung mehr. 🙁

Nach unserer völlig übertriebenen Leopardendichte im Krügerpark, sagte Martin immer scherzhaft, wir wären dafür zuständig, den beiden einen Leoparden in freier Wildbahn zu zeigen. Und ausgerechnet jetzt und kaum 500m nachdem wir uns getrennt haben... da passiert es. Ich habe gar nichts gesehen, aber Maras scharfer Blick hat ihn im Baum ausfindig gemacht. Das Foto oben war schon aus besserer Position aufgenommen. Sie hat einfach etwas vom Ast hängen sehen und es war der Schwanz des Leos zwischen dem Gestrüpp.

Hier mal selbes Bild, aber näher dran und dann sieht man ihn auch mal.



Offensichtlich ist das sein Lieblingsbaum im Revier. Eine schmale Fahrspur führt direkt am Baum vorbei. Nicht sonderlich befahren, aber man merkt, dass hier doch öfter mal jemand vorbeikommt. Die Guides der Lodges hier kennen den Baum ganz offensichtlich und schauen immer mal vorbei ob er da ist. Wir haben das Glück und niemand ist sonst zu sehen.

Wir rollen ganz langsam und Stück für Stück näher um ihn nicht zu verschrecken. Dann machen wir den Motor aus, werden teils recht argwöhnisch beäugt, dann wieder mit Desinteresse ignoriert. Was ein Glück. 🤩







Wir stehen lange hier und beobachten die Katze und wissen sehr genau, wie viel Glück es bedarf auf eigene Faust einen Leoparden in diesen Gegenden zu entdecken. Also verbringen wir soviel Zeit wie möglich. Irgendwann wird es dem Leo wohl zu warm auf seinem Ast oder er mag uns nicht mehr länger in der Nähe haben. Er steht auf, springt auf die andere Seite auf einen großen Ast und zieht sich in die Mitte des Baums zurück. Ein letzter Blick, wir freuen uns sehr über diese Sichtung, starten den Motor und rollen langsam weg vom Baum.




An dieser Stelle wird es Zeit für einen nächsten Eintrag in der "Anti-Bucket-List" für Botswana. Sorry Martin und Claudia. Aber da haben wir ja schon lange genug drüber geflachst und geklönt. 😗 😛




Kaum sind wir vom Baum weg schaut uns eine Herde Lechwes an... vielleicht wollte Herr Leo auch einfach nur nicht sein Abendessen vergraulen. 😮 😐



Für den weiteren Gamedrive in Richtung Northgate haben wir nichts mehr notiert. Wir mögen diese Gegend, große Weite Flächen mit Gras bewachsen, immer mal wieder Wälder dazwischen. Die Wege ziehen sich meistens an den Rändern der Grasflächen entlang, manchmal kreuzen sie auch quer darüber. Es gibt immer etwas zu sehen und die Landschaft ist wunderschön. So rollen wir von einer der Flächen zur nächsten und jede Plain hat einen anderen Namen. Es geht über die Sexugu Plains, hoch ans Ufer des Khwai. Hier blicken wir rüber auf die Xharaxhasa und Segama Gebiete und schlußendlich fahren wir eine große Schleife durch die Khwai Plains, bevor wir bei Northgate ankommen.

Die Namen in der Tinkers Map helfen uns die vielen Elefanten, einzelne Bullen oder große Herden. Nah neben uns oder in weiter Entfernung nur mit Fernglas zu zählen, in unserer Liste ganz genau zu erfassen und aufzuschreiben, wo wir sie gesehen haben... deswegen bin ich jetzt mal still und ihr könnt einfach unserer Gamedrive in Bild und wenig Worten begleiten.









Afrika von Hinter(n) in Reinkultur




Zu süß, wie das kleine Zebra gerne den Kopf auf Mamas Poppes ablegen möchte, aber noch geht's nicht so wie bei den Großen. 😊 😄





Sexugu Plains






Xharaxhasa Plains




In einer Sackgasse steht ein einzelnes Hippo vor uns und grast. Es ist über und über besiedelt von Madenhackern. So ein Tier mit dicker Haut kann das nicht stören denken wir, aber ganz plötzlich schüttelt es sich, schmeißt den Kopf rum und wir werden Zeuge wie schnell so ein Hippo rennen kann... es hat echt genug von den Quälgeistern, aber kaum steht es wieder, da sind die Vögel auch schon wieder überall.







Namaqua Dove | Kaptäubchen


Coppery-tailed Coucal | Kupferschwanzkuckuck


Elefantenspuren kreuzen immer wieder die Pfade...




Reedbuck | Riedbock... die mögen wir sehr, leider nur selten gesehen bisher


Wir kommen in den Khwai Plains an. Der Mond steht schon am blauen Himmel. Heute ist er sehr früh und am helligten Tag schon zu sehen. Ein Hubschrauber fliegt über das Gebiet, Türen auf und Leute schauen raus. Irgendeine Lodge hier bietet Rundflüge an. Wir haben seit wir uns getrennt haben kein anderes Fahrzeug mehr in diesem Gebiet gesehen. Eine letzte Runde über die Plains machen wir noch, bevor es zum Northgate und der Campsite geht.

Khwai Plains















Wenn ich mich nicht bewege, kann man mich nicht sehen...




Denkste, vor unserer Zählung kann man sich nicht verstecken. 😉







African Hoopoe | Afrikawiedehopf


Wir kommen am Gate an, fahren hindurch und finden direkt dahinter die Anmeldung für die Campsite. In den letzten Tagen haben uns immer wieder andere Camper vor den Affen und dem aktuellen Hyänenproblem bei Northgate gewarnt.

Beim Check-In fragen wir, ob wir die Campsite tauschen können, da wir dann zwei Tage dieselbe haben. Sie prüft das Ganze und wir fangen etwas SmallTalk an, während wir warten. Sie ist, sagen wir mal stämmig, hat ein rundes Gesicht, lachende Augen und spricht überraschend gutes Englisch und lässt auch die oft typische Mürrigkeit vermissen.

Wir fragen sie einfach direkt nach den Hyänenproblemen, während sie die Bücher prüft und schaut, dass wir zwei Nächte dieselbe Campsite haben.

Sie: "Ja die sind ein Problem... Camper haben sie angefüttert."

Wir: "Kann das gefährlich werden."

Sie: "Nein, einfach ignorieren, dann gehen sie wieder."

Wir: "Aber wurde nicht letzte Woche jemand gebissen?"

Sie: "Tatsächlich, ein Südafrikaner. Er hat versucht eine Hyäne aus der Hand zu füttern, da hat sie ihm in den Unterarm gebissen."

Wir schauen ungläubig ob der Dummheit mancher Menschen und auch sie schüttelt nur den Kopf.

Es geht etwas hin und her und dann sagt sie uns, dass wir die Campsite tauschen können heute Abend und verabschiedet uns mit den Worten: "Und passt auf die Hunde auf, wenn ihr Abends zu den Ablutions geht."

Wir: "Kommen auch Wildhunde ins Camp?"

Sie: "Nein, die Hyänen."

Ich: "Klar machen wir, aber Hyänen sind Katzen..." und drehen uns um, um zu gehen.

Sie: "Das kann nicht sein. Hyänen sind Hunde, da irrst du dich."

Nun habe ich ja 2018 mit Fußbruch ca. 150 Stunden Safari-Live gesehen und da gab es gerade junge Hyänen in Kenia und die wohl Hyänen vernarrteste Guide überhaupt, also habe ich sehr viele Stunden Hyänen live bei Youtube beobachtet und dieses Detail hat sich festgesetzt.

Ich: "Nein ganz bestimmt nicht, Hyänen zählen zu Unterordnung der katzenartigen Raubtiere."

Mara verdreht mittlerweile die Augen... 😏

Sie: "Ich lebe hier, aber das habe ich noch nie gehört."

Ich: "Ich würd's ja googeln." 😉

>> hier sei erwähnt, dass wir in einer sehr heiteren Stimmung waren und das ganze Gespräch ein sehr freundschaftlicher und lustiger Schlagabtausch war <<

Sie: "Aber ICH kann es googeln. Ihr wartet solange hier."

Sie holt ihr Handy raus, und sucht ein paar Minuten im Netz, schaut uns an: "Das gibt es doch nicht!!!" 🤩 😄

Wir lachen herzlich, sie kann kaum glauben, dass da einer aus Europa kommt und ihr was erzählen kann über den Busch, was sie nicht weiß und fängt an zu tippen: "Das muss ich meinen Freundinnen schreiben."

Wir verabschieden uns, sie wünscht uns eine gute Nacht und wir ihr auch. Wir tuckern zur Campsite und finden Martin und Claudia. Die beiden haben doch noch auf uns gewartet, denn Martin hat einen heißen Tipp bekommen, dass am südlichen Khwai, Löwen in einem Gebüsch direkt am Khwai liegen sollen.

Wir beichten den beiden unsere Leoparden-Sichtung und überlegen zusammen ob es sich lohnen könnte, da am nächsten Morgen nochmal vorbeizufahren. Irgendwann des Abends haben wir uns dagegen entschieden, so viel Zeit auf pures Glück zu verwenden.

Wir gehen kurz auf Toilette und unermüdlich satteln wir wieder auf. Martin reckt seinen Löwenriecher in den Wind. Wir hängen uns an die beiden dran und versuchen den Hattrick für den Tag.

- Wildhunde
- Leopard
- Löwen?


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3223. Juli 2022

Ein Abend unter Hyänen

Wir fahren Richtung südlicher Khwai aus dem Camp raus und folgen so ziemlich der schlimmsten Rumpelpiste aller Zeiten. Durchschnittsgeschwindigkeiten von unter 5 km/h, gut, dass es nur die ersten 10 Minuten so losgeht und danach schnell besser wird.

Die Sonne schickt wunderschönes Licht am Khwai entlang und wir folgen dem Fluss entlang des Ufers. Eine genaue Beschreibung der Stelle hat Martin nicht, aber die Löwen müssen wohl direkt in einem Waldstück liegen, dass man auf dem Weg am Fluss entlang umrundet. Zuerst sehen wir aber ein paar Lieblinge von uns im Gras und ich muss mich belehren lassen... Bateleure können doch ganz hübsch sein. 😄



Bateleur | Gaukler



Yellow-billed Kite | Schwarzmilan-aegyptius



Wir tuckern weiter, schauen unter jeden Busch und Baum und in jeden Wald hinein und wir sehen nix. Anders Martin, er hält an und meldet sich via Funk, dass dort 2 Löwen unter den Bäumen liegen. 🤩

Die beiden regen sich quasi gar nicht. Man sieht Fell, nur ein ganz klein wenig. Wie er die da gesehen hat bleibt uns ein Rätsel, aber sie sind da. Wir versuchen eine zeitlang eine bessere Position zu finden, aber keine Chance. Solange die so flach auf dem Boden liegen und seelig schnarchen macht es keinen Sinn hier zu stehen. Wir werden hier wieder zurückfahren, aber geben uns noch ein kleines Stück und folgen dem Fluss weiter.

Wir kommen an eine schöne Stelle für einen Sundowner. Ein Auto steht dort schon... vier Südafrikaner stehen um die Motorhaube, Bierdosen auf dem Wagen abgestellt und nur in nassen Shorts. Sie waren gerade schwimmen und bedeuten uns, dass das Wasser herrlich erfrischend ist. 😕

Jedem das Seine. Morgen früh werden wir hier wieder vorbeikommen und tolle Bilder von Hippos machen. 😣

Wir wenden ohne eine erfrischende Abkühlung unsere Wagen und fahren wieder zurück in Richtung Camp. Bei den Löwen angekommen regt sich nicht viel. Es wird langsam richtig spät und wir wollen noch duschen und nicht zu spät kochen und das Camp aufbauen. Wir stimmen uns ab, dass wir uns noch 5 Minuten geben, gerade genug Zeit, dass die beiden Löwen dann doch mal ihre Köpfe heben.






Auf dem Rückweg genießen wir einfach die schöne Landschaft und untergehende Sonne. Ein Kingfisher flattert im Gegenlicht und hier und da stehen ein paar Elefanten am Fluss für's Abendbrot im Abendrot. 🙂










Wir kommen zurück ins Camp, bauen uns taktisch günstig auf und alle nutzen die Dusche. Ich bleibe noch, baue unser Zelt auf, bringe das Feuer zum brennen, bevor es komplett dunkel wird und passe auf das Camp auf wegen der Affen. Als die drei zurückkommen packe ich meinen Duschkram und mache mich auch noch auf zu den Ablutions. Die Sonne ist so gut wie weg.



Im letzten Dämmerlicht komme ich zurück und sehe zwei Hyänen auf dem Weg in Richtung Gate herstreunen. Ich behalte sie etwas nervös im Auge und sehe zu, dass ich ins Camp komme. Wir fangen mit den Vorbereitungen an und machen alles für unser Abendessen fertig als PLÖTZLICH und UNERWARTET eine Hyäne mitten im Camp steht. Keine zwei Meter neben dem Feuer und auch unsere Rufe und klappern schüchtern sie nicht ein. Sie zieht sich langsam zurück... wir stehen etwas ratlos rum und wundern uns, dass die so dreist sind. Damit haben wir trotz der Warnungen nicht gerechnet. 🙄 😮

Angefüttert von Idioten!!!

Und dabei bleibt es nicht an diesem Abend. Wir haben überall Licht positioniert, die Tische so gestellt, dass wir noch eine etwas sicherere Burg bauen, aber die Hyänen kommen auf leisen Pfoten und lassen sich durch nichts mehr abschrecken. Insgesamt 5x stehen diese riesigen Viecher (zumindest kommt es einem so vor, wenn man im Stuhl sitzt) plötzlich im Camp, genau neben einem. Man könnte sie fast anfassen, so sehr haben sie hier ihren Respekt verloren.

Das ist alles andere als entspanntes Campen. Da sie immer an der selben Stelle reinkommen, stellen wir unseren Tisch rechts neben uns und sind dann selber Schuld... da hängt noch eine Mülltüte dran, wenn auch mit fast nix drin, die Tiere wissen, dass da evtl. was zu holen ist. Die letzte Hyäne des Abends steht dann auch wieder unbemerkt genau neben dem Tisch auf dem ich meinen Arm liegen habe, beißt in die Tüte und reißt den ganzen Tisch mit weg. Wir brüllen rum, im Affekt fliegt mein Stuhl in ihre Richtung...

... UND AM SCHLIMMSTEN IST, DASS UNSER GIN VERSCHÜTTET WURDE!!! 😈

Nein, Spaß beiseite. Es reicht jetzt. Wir füllen noch einen Gin nach auf den Schock, leeren diesen und dann geht es um 22 Uhr ins Zelt. Ich ärgere mich immer noch maßlos über die Dummheit der Leute, die die angefüttert haben. Wenn sich die Situation so weiterhin darstellt und mehr Menschen zu Schaden kommen, dann müssen die Hyänen darunter leiden. Sie bringen das ihren Jungen bei und dann hat man bald ein Problem, dass man nur noch lösen kann, indem man das gesamte Rudel tötet. 🙁

Diese Nacht weckt mich Mara irgendwann. Sie muss mal austreten und ich soll aufpassen... das ist auch ein erstes Mal. Und ich entscheide mich spontan mitzukommen und nicht nur aufzupassen. Kaum sind wir wieder zurück im Zelt und haben den Reißverschluß geschlossen hören wir ein Rascheln hinter unserem Wagen. Im Mondschein läuft eine Hyäne direkt am Wagen entlang und durch's Camp. Das kennen wir und wäre unter anderen Umständen einfach eine weitere Sichtung gewesen, aber nicht hier, wo sie nicht nur auftauchen, wenn das Camp verlassen ist, sondern jede Furcht vor Feuer, Mensch und allem verloren haben.


Fazit Northgate
Im ersten Augenblick waren wir überrascht, den die Campsites bei Northgate liegen teilweise sehr schön am Khwai. Es ist eigentlich schöner als gedacht und auch von dem oft beschworenen Generator hören wir nichts. In den Ablutions hat es nach Sonnenuntergang keine Spülung mehr, aber es stehen große Wassereimer parat mit einem Eimer für die manuelle Spülung, ansonsten ist alles ok. Die aktuelle Situation lässt aber leider zu wünschen übrig. So sehr, dass wir für dieses Jahr Northgate gemieden haben. 3 von 5 Sternen

Das es jetzt schon ein Fazit hier gibt, macht eigentlich kein Sinn, da wir ja zwei Nächte gebucht haben, aber so viel sei gesagt... nein, das werden wir nicht und es war eine der besten Entscheidungen des Urlaubs, denn manchmal ist es eben so: Wo ein Wille ist, ist oft (k)ein Weg!




Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3324. Juli 2022

Einmal Xakanaxa > Paradise Pools > Northgate in bewegten Bildern

Nachdem ihr schon in Bild und Wort folgen konntet, haben wir den Gamedrive auch einmal komplett als Video aufbereitet. 🙂


>>> auf's Bild klicken führt zum Video <<<

Viel Spaß beim Schauen und anbei noch eine kleine Zugabe... ich probiere ja gerne mal etwas künstlerisches aus, am liebsten mit Elefanten. 😁




Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3427. Juli 2022

Ein kurzer Morgendrive im südlichen Khwai

Guten Morgen zusammen... wer von euch traut sich als erster aus dem Zelt und schaut ob die Hyänen hier noch rumlungern? 😐

Kopf rausstrecken, ein erster Silberstreif malt sich ab, na dann wollen wir es wagen und basteln unser Auto in Rekordzeit zusammen. Um 6:40 Uhr fahren wir aus dem Camp. Martin und Claudia lassen es locker angehen und bleiben den Morgen im Camp. Wir verabreden, dass sie nicht auf uns warten sollen, wenn es später als 9:30 Uhr wird, dann haben wir irgendwas gefunden und stehen an einer Sichtung. Dann trifft man sich spätestens Abends auf der Campsite wieder.


>>> Detailansicht hier klicken <<<

Es geht erstmal über die Hauptroute raus aus dem Camp. Von da wollen wir einen Bogen am Fluss zurück in Richtung Northgate schlagen. Wie immer ist es morgens noch kühl... die einzige Zeit des Tages bei der ich mal meinen Pullover überziehe, wenn wir mit offenen Fenstern durch die Landschaft fahren. Die Kühle sieht man auch manchem Tier an. Diese Wasserbock Mama und ihr kleines haben ihr Fell aufgestellt gegen die noch kalte Morgenluft.

Wie heißt es in einem Kinder Animationsflim so schön: "Es ist so FLAUSCHIG!!!"



Stellvertretend für unsere spätere Sichtung, allerdings in einiger Entfernung ein Büffel, der uns mürrisch anschaut. Später am Fluss sehen wir auf der anderen Seite eine riesige Büffelherde entlang des Khwai ziehen. Wie an einer Perlenschnur gezogen und "unendlich" lang. Zu weit weg für Fotos, aber wir werden sie später noch wiedersehen.



Kurz bevor wir zum Fluss kommen, ca. am Motswini Loop, labt sich eine Herde Elefanten an den Büschen. Auch diese hat wieder mehrere Jungtiere dabei. Die letzten Jahre müssen wirklich sehr geburtenreich gewesen sein. Es ist schon auffällig, dass wir egal wo immer viele junge Elefanten oder Kälber sehen. Uns freut's natürlich. 🙂







Viel ist nicht los heute morgen, dennoch findet man ja immer was schönes und so sind hier und da Antilopen im grünen Gras am Flußufer oder die obligatorischen Wasservögel suchen nach ihrer Morgenmahlzeit. Nahe der Stelle, an der gestern die Gruppe Südafrikaner ein erfrischendes Bad genommen hat, sehen wir einige Hippos im Wasser. Auch hier ist Nachwuchs mit dabei, entsprechend argwöhnisch beobachtet man uns.

Red Lechwe | Letschwe Antilope


Great Egret | Silberreiher


Red-billed Hornbill | Rotschnabel Toko




African Sacred Ibis | Heiliger Ibis




Wir hören ein Grunzen vom Wasser her, aber wir können beim besten Willen nicht erkennen, was diese Geräusche verursacht??! 🤨
...
..
.
DA! - Schon wieder. 🙄

Irgendwas muss da sein, es platscht auch im Wasser. Wir zücken das Fernglas, ich suche mit der Kamera das Wasser ab... aber es hilft alles nix. Es hört sich an, als ob ein großes Tier irgendwo im Wasser ist, vielleicht irgendwo direkt hinter dem Schilf und wir können es nur nicht entdecken. Manchmal sind die Tiere ja auch einfach extrem geschickt im Verstecken, wir werden es wohl nie erfahren.

Ein Foto der Szene haben wir dennoch gemacht, aber wir können nix entdecken, vermutlich einfach zu gut getarnt. 😏
...
..
.

😛 😄



Jaja, ich weiß... ich doof. 😉

Wir fahren ein Stück weiter und treffen einen Guide mit seinen Gästen. Wir können ihm nicht viel berichten, aber er sagt uns, dass wir einfach weiter dem Fluss folgen sollen. Ein kleines Rudel Wildhunde soll wohl direkt am Weg liegen. 🤩

Wie jetzt, schon wieder Wildhunde. Zwei Tage nacheinander und vorher nie welche gesehen, was für ein Glück.

Natürlich setzen wir unsere Fahrt jetzt zügig fort und tatsächlich, ca. einen Kilometer weiter liegen die Wildhunde im Sand naben der Piste. Einer trägt einen Sender um den Hals, insgesamt sind es vier Hunde, also ein wirklich sehr kleines Rudel, zumindest gehen wir nicht davon aus, dass sich hier nur ein Teil des Rudels ausruht, so habe ich das von Wildhunden zumindest noch nicht gehört.





Ganz schön müde sind sie alle, hochgeguckt wird nur selten. Aber sie sind ja auch ganz schön putzig, wenn sie friedlich schlafen. Er träumt wohl von Impalas die einfach mal stehenbleiben und freut sich drüber. 🙂



Der hier ist arg zerpflückt. Im rechten Ohr überall Katscher, das linke ist nur zum Teil vorhanden und, hier im Bild schwer zu erkennen, aber ein Teil der Nase fehlt auch. Kampferfahrener Geselle. 😮



Wir bleiben hier etwas stehen, haben vergessen die GoPro auszumachen, aber den Wagen natürlich auch so geschickt hingestellt, dass wir eine halbe Stunde lang einen Baumstamm auf dem Video haben. Total geschickt. 😗

Hier wird auf jeden Fall nicht mehr viel passieren und ein Blick auf die Uhr verrät, dass wir rechtzeitig zurück sind im Camp, wenn wir uns langsam aufmachen. Mara und ich haben den ganzen Drive lang diskutiert über den gestrigen Abend und ob man evtl. schauen sollte, ob man nicht eine andere Übernachtungsmöglichkeit sucht. Wir sind da etwas kontroverser Meinung, aber im Endeffekt einigen wir uns darauf, dass es auch schade wäre, wenn man den letzten, gemeinsamen Abend nicht in Ruhe verbringen kann.

Wir haben eine Maximalzahl im Kopf, was eine optionale Nacht kosten sollte und wollen einfach mal am Khwai Guesthouse anfragen, aktuell sollten wohl kaum alle Zimmer belegt sein.

Kurrichane Thrush - Rotschnabeldrossel


Gegen 9:10 Uhr sind wir zurück im Camp und unterbreiten wir unseren Vorschlag. Martin und Claudia haben schon ähnliche Gedanken dazu gehabt und wieder zeigt sich, wie stimmig wir unterwegs sind. 4 Dumme, ein Gedanke. 2.000 Pula legen wir als Obergrenze fest für das Zimmer und besprechen die Details bei einem starken Kaffee und Rührei mit gaaaanz vielen Tomaten. LECKER! 🙂

Während die beiden dann zusammenpacken habe ich Zeit noch ein paar Vögeln im Wald nachzujagen, unser Auto ist ja schon ready.

Red-billed Hornbill | Rotschnabel Toko


Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling



Wir fahren zum Khwai Guesthouse und Claudia und ich schauen uns um und finden den Manager. Die Anlage sieht verlassen aus und aktuell hat es auch keinerlei Gäste. Dementsprechend kann er nichts zu Essen und auch kein Frühstück anbieten, ok verständlich. Allerdings können wir auch nirgends selber kochen, auch mit einem Gaskocher sei nicht ok. Das ist natürlich suboptimal und für die Nacht will er dann 3.400 Pula haben. Das macht ja keinen Sinn. 🤨

Wir lehnen dankend ab und beziehen uns darauf, dass wir ja wenigstens für uns selber kochen können müssen. Ich habe das Khwai Guest House aus 2018 sehr hilfsbereit in Erinnerung und er enttäuscht auch diesmal nicht. Er ruft mal einen befreundeten Manager an, ein neues Guesthouse wollte mit Start Corona öffnen, African Excursions, und vielleicht haben die ja eine Option für uns.

Er telefoniert, spricht mit uns simultan ein paar Details ab und klärt den Preis. 1.700 Pula die Nacht, es ist nur ein Stück weiter nördlich. Fast genau dort, wo wir 2018 im Stelzen-Selbstversorger-Zelt übernachtet haben. Wir bedanken uns für die Vermittlung und fahren rüber.

Die Fraktion: "Wir können auch nochmal Northgate campen bleibt beim Auto, die klügere Hälfte der Schöpfung soll entscheiden und sich die Anlage anschauen. Freudestrahlend kommen Claudia und Mara nach ein paar Minuten zurück. Die Anlage gefällt, es gibt zwar nichts zu Essen, Frühstück muss man mal schauen und die Barversorgung sieht mau aus... aber Rotwein sollte klappen, aber deshalb dann auch nur 1.500 Pula pro Zimmer. Wir können den Parkplatz nutzen um uns selber was zu kochen und dann die Lappa nutzen für den Abend. Das reicht doch völlig aus. 😎

Wir versammeln uns drinnen und werden von Theo, dem Manager, begrüßt. Er ist gerade mal 23 Jahre alt und freut sich riesig, dass er mal Gäste hat. Sonst kommen nur manchmal Gäste für eine Mittagspause vorbei. Sie knappsen ganz schön, frisch zur Eröffnung kam Corona und seitdem hatten sie kaum Gäste. Umso strahlender steht er uns jetzt gegenüber und irgendwie fühlt man sich direkt wohl. Nichts wirkt aufgesetzt und nachdem wir ihm die Probleme bei Northgate erzählen, die wir letzten Abend hatten, sagt er uns:

"Fühlt euch wie zu Hause, ihr seid jetzt bei Freunden" 🙂

Das glauben wir sofort. Wir verabreden uns für 18:00 Uhr Abends, bis dahin sind wir von unserem Drive zurück. Die Kartenzahlung funktioniert grad nicht, also verschieben wir das auf später; klar, KEIN PROBLEM. Wir zahlen lieber mit Karte, können ihm aber auch versichern, dass wir im Falle auch genug in Bar dabei hätten.


Mit einem sehr guten Gefühl, eine tolle Entscheidung getroffen zu haben, fahren wir vom Platz und machen uns auf, zum heutigen Gamedrive. So viel sei schonmal gesagt, es war eine fantastisch gute Entscheidung und unser schönster Abend der Reise.


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3506. Aug. 2022

Witness

Wir fahren bei African Excursions vom Hof und folgen der nördlichen Umgehung und fahren so weit, bis wir ganz vom Norden kommend runter stoßen können in Richtung des Khwai River Drives, den wir von unserem letzten Besuch dieser Region als so schön in Erinnerung behalten haben.

Auf dem Weg bietet sich anfangs noch das erwartet üppige Grün mit Wasser, aber schon nach kurzer Zeit wechselt das Bild und wir fahren an einer großen Brandfläche vorbei, wo es hier und dort auch immer noch schwelt und kokelt. Die Hauptpad dient teilweise als Feuerschneise, aber auch südlich der PAD sind manche Flächen verbrannt. Den Weg den wir nach Süden nehmen ist dann auch auf der einen Seite verbrannt und auf der anderen noch dichtes Buschwerk. 😕








Je weiter wir in Richtung des Flusses kommen, desto grüner wird es wieder und die Flammen haben es nicht so weit geschafft. Die Vögel der Gegend haben sich auf bewegliche Bäume geflüchtet wie es scheint... so zumindest sieht eine Giraffe aus, die wir beobachten. Im Profil ja noch ganz normal, aber mit etwas weniger Brennweite kann sie einem echt Leid tun, eine wahre Invasion tummelt sich auf ihr.





Oxpecker | Madenhacker


Bevor wir zum Fluss kommen ist es recht tierarm, hier und da mal eine Antilope, mal ein Greifvogel und ein paar Zebras... na immerhin mal wieder eine Ergänzung für die Serie "Afrika von Hinte(r)n" 😉



Yellow-billed Kite | Schwarzmilan-aegyptius


Wir folgen dem Khwai River Drive und sehen direkt unsere grauen Lieblinge. Immer mal wieder sehen wir ein paar einzelne oder kleine Gruppen am oder im Wasser. Bis zur Maghoto Campsite genießen wir dieses Bild und suchen uns den Weg, der am nächsten am Wasser entlang führt. Manchmal sind es Sackgassen, auch hier ist entweder mehr Wasser oder der Fluss hat seinen Verlauf leicht geändert, es existieren immer schon Wege die diese Stellen umfahren.







Bei Maghoto treffen wir Jennifer und Paul. Zwei Südafrikaner die exponiert auf ihrer Campsite direkt am Fluss stehen. 🙄

Wir halten kurz an und sprechen die beiden auf ihre Wahnsinns-Stelle an. Sie erzählen uns, dass sie hier schon ewig herkommen und die Betreiber der Campsite gut kennen. Deswegen dürfen sie an dieser Stelle stehen, obwohl das eigentlich gar keine richtige Campsite ist. Er berichtet uns davon, dass gestern Abend die Büffel hier durchgezogen sind. Die Guides gehen wohl von ca. 300-400 Tieren aus. Ganz in ihrer Nähe hat es einen der Büffel erwischt und sie hatten schon Angst, dass die Löwen auf ihrer "Campsite" mit dem Riss liegen und haben sich kaum aus dem Zelt getraut. 🤨

Es war dann aber wohl nur in den Büschen etwas entfernt der Campsite, naja reicht wohl auch. Paul hat den super Tipp für uns, dass wir dem Fluß weiter folgen sollen nach der Cutline, dort liegt wohl ein Elefantenkadaver und gestern haben sie dort ein Löwenrudel gesehen. Ich wusste gar nicht, dass man dem Fluss weiter folgen kann als bis zur Cutline (da waren wir das letzte Mal abgebogen, weil es nach Savuti weiterging) und bei der Möglichkeit auf Löwen, werden wir das sicherlich ausprobieren.

Wir verabschieden uns und kommen gar nicht mehr weit. Keine 200m weiter wimmelt es vor Elefanten. Ein irres Schauspiel entfaltet sich vor uns. Egal wo man hinschaut, so viele Elefanten, dass wir sie kaum mehr zählen können. Wir geben uns alle Mühe und kommen auf einer Strecke von nichtmals 2km auf sagenhafte 169 Elefanten. 🤩

Mit den Sichtungen vom morgen und den Elefanten auf dem Drive bis hierhin, sind das mehr als wir damals bei der Bootstour am Chobe gesehen haben. Der Khwai enttäuscht wirklich nicht und wir vier sind völlig fasziniert von diesem Anblick.

















Wow... Zeit abzutauchen, bevor wir uns noch völlig verzetteln beim Zählen! 😁




Bei den letzten Campsites am Ufer kommt ein Gamedrive Fahrzeug um die Ecke. Der Fahrer hält an und winkt uns vor, er lässt uns Platz und die Vorfahrt... denken wir. Aber NEIN, nicht dieser Guide!

Denn das hier ist der Namensgeber dieses Kapitels. "Witness"



Er deutet uns anzuhalten, keine Gäste hat er dabei, aber er muss uns unbedingt erzählen was er schon alles tolles gesehen hat an diesem Tag und wo wir hinfahren sollen. Wir hatten nichtmals gefragt und er sprudelt nur so los. 😎

"Also, ich habe da ein Löwenrudel mit ca. 16 Tieren gesehen. Ihr fahrt über die Cutline immer dem Weg folgend. Dann kommt ein großer Mopanewald, aber da fahrt ihr nicht durch. Haltet Ausschau nach einem Kameldorn dessen Stamm aus einem großen Termitenhügel steckt. Wenn ihr den gefunden habt, dann biegt er dort von der PAD ab und fahrt geradewegs runter, bis ihr zum Fluss kommt und biegt am Wasser nach links ab. Dem folgt ihr dann so ca. 1,5-2km und dort unter einem Busch liegen die Löwen!" 🙄 🤪

Alles Klar... das klingt ja einfach und auch so gar nicht, als ob man das eher nicht machen sollte. 😄
Während ich noch versuche mir diese Wegbeschreibung zu merken, geht es schon weiter.

"Und dann habe ich noch Wildhunde gesehen. Ein großes Rudel, mit vielen Welpen. Ihr folgt der Cutline nach Norden und müsst dann auf der Hauptpiste in Richtung Mababe abbiegen. So ca. 1,5km den Route entlang kommt eine Art Lichtung auf der rechten Seite, also eigentlich gibt es da viele solche Stellen, aber bei der liegen die dort alle im Schatten. Ihr müsst genau hinschauen, sonst übersieht man sie, also fahrt da langsam und guckt ganz genau unter alle Büsche."

Wildhunde mit Welpen???! Say no more!

Das muss ich ganz genau wissen und da ich seine Beschreibung beim ersten Mal auch nicht so ganz verstanden habe, frage ich mit unserer Tinkerskarte in der Hand nach. Kurzerhand springt er aus dem Auto um ganz sicher zu gehen, dass er mir den Weg auch nochmal ganz genau auf der Karte erklärt. 😁

Bild von M+C


Er überlegt kurz... "Ich weiß auch noch wo ein Hyänenbau ist. Die haben auch gerade Welpen... das ist aber etwas kompliziert zu finden..."

Es ist mittlerweile schon zu fortgeschrittener Stunde und wenn er seine Erklärung um die Löwen zu finden nicht kompliziert fand, dann lassen wir uns lieber erst gar nicht auch noch auf Hyänen ein. Ich lehne dankend ab.

"Vielen Dank Witness, aber wenn wir Wildhund Welpen und auch noch die Löwen finden, dann reicht es auch für heute!"

Da gibt er uns dann lachend auch recht und rät uns noch zuerst zu den Wildhunden zu fahren. Die dürften sich früher bewegen, so herum können wir noch beides schaffen. Wir berichten Martin und Claudia von unseren zahlreichen Optionen und entschließen uns seinem Rat zu folgen.

Ich nehme die Karte, Mara das Steuer in die Hand. Wir navigieren auf schnellstem Wege in Richtung Wildhunde. Es gibt einen "Abkürzung" zur Cutline, sieht zwar schlechter zu befahren aus, aber müsste schneller sein. Wir sind zügig unterwegs, fahren durch eine kleine Senke als unser WalkieTalkie angeht.

"Wendet ihr?, hier liegen zwei Löwen unter einem Busch"

🤨 Die haben wir wohl glatt übersehen. Das geben wir aber nicht zu und sagen nur, dass wir natürlich gerade nur am wenden sind. 😄

Wir fahren ein Stück zurück und sehen die beiden auf der anderen Seite der Senke stehen. Martins Löwenradar-Röntgenblick hat dort tatsächlich Löwen gesehen. Kaum zu erkennen und ganz versteckt, flach liegend unter dem Gebüsch.

Wir stehen auf der andern Seite der Senke und auf der anderen Seite des Gebüschs... 😗 😣 😊 😄



Wir deuten den beiden an, sie sollten mal zu uns kommen... wir sind hier echt voll dran vorbei gefahren. Ohne Martin und Claudia hätten wir dieses komplette Rudel, dass nur 3m neben dem Weg liegt einfach übersehen. Wer weiß wie viele Löwen wir schon gesehen haben oder hätten sehen können. Anscheinend sind wir einfach Löwenblind!!! 😮





Natürlich bleiben wir jetzt doch hier etwas stehen. Aber es locken uns noch die Wildhund Welpen und da sich hier wohl erstmal nicht viel tun wird, belassen wir es bei ein paar Bildern und hetzen die Cutline hoch. Selbst Elefanten zählen wir quasi nur im Vorbeifahren und halten nur ganz kurz für ein Beweisfoto. 😉





Wir kommen an der Hauptpiste an und fahren Richtung Mababe. Dabei immer den km-Stand im Blick. 1,2km - 1,5km - 1,8km - 2,1km 🙁 Es hat den Anschein, dass das Rudel vielleicht doch schon los ist. Er meinte ja ca. 1,5km. Ein paar hundert Meter geben wir uns noch und bei der nächsten Lichtung haben wir glück und es regt sich etwas unter einem Busch.

Wildhunde. Und was ein tolles Rudel. Wir zählen auch mit Hilfe unserer Videos am Ende 11 Erwachsene Tiere und 8 Welpen. 🤩

Sie liegen alle auf einem großen Haufen und das macht die Zählung wirklich nicht einfach. Alle schlafen und es hat wenig Bewegung. Nur ab und zu schaut mal einer Hoch. Zumeist die Welpen, da gibt es einen Unruhestifter, der immer mal wieder seine Brüder und Schwesterchen anstupst, drüber klettert oder beißt.

Fotografisch ein Horror, da man kaum mal an die Hunde rankommt, aber die Beobachtung ist prima. Was für ein riesiges Glück, dass wir Witness getroffen haben. Die hätten wir sonst logischerweise nie gesehen, da es ja keinen Grund hätte dort her zu fahren. 🙂

Apropros Witness. Als wir am nächsten Tag anderen Selbstfahrern davon erzählen kommt als Antwort nur: "Das war bestimmt Witness, der ist klasse!" Man kennt ihn hier. 🙂

Jetzt gibt es so viel Knuddelfaktor, wie ich rausholen konnte. 😄



















Zur Abwechslung mal eine Pfote, auch interessant. 😁


Nach einiger Zeit wechseln wir dann noch mal ein klein wenig die Position, so kriegen wir einen etwas besseren Blick auf die schlafenden Puppies, aber zu viel rangieren und stören wollen wir auch nicht, also bleibt es bei kleineren Korrekturen.





Die sind aber auch sowas von knuddelig und zum lieb haben!!! 🤩 😘









..... es hat ganz schön lange gedauert, aber irgendwann reißen wir uns los. Da sind ja noch die Löwen jenseits der Cutline und dort waren wir auch noch nie. Zwei gute Gründe und auch wenn dieser Tag bis hierhin schon Wahnsinn war, irgendwie sind wir wie im Rausch und jetzt versuchen wir aus unserem letzten, gemeinsamen Gamedrive auch alles rauszuholen.

Ob es uns gelingt?!

Das schreibe ich dann morgen früh. 😛


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3606. Aug. 2022

Ein Abend unter Freunden

Nach unserer aufregenden Sichtung bei den Wildhunden fahren wir noch einmal die Cutline runter und suchen den Einstieg in die weitere Route entlang des Khwai. Unsere Gebietskarte in der tinkers Map hört an der Cutline auf. Nur auf der großen Übersicht ganz vorne sieht man, dass es auch eine gelbe (= kleinere Route) entlang des Flusses gibt, die bis zum Abzweig Mababe Gate führt oder sogar noch ein Stück weiter bis zum Mababe Village. 😎

Wir finden den Abzweig, an dem ein Schild "Chobe Nationalpark" steht. Ist man hier aber eigentlich noch gar nicht. Die Strecke gehört noch zum Concession Gebiet, zumindest wenn man den Guides dort Glauben schenkt. Es geht ein Stück durch die Büsche und dann öffnet sich eine weite Fläche: "Giraffenland"



Mehrere Herden sind hier unterwegs. Es wirkt ein bisschen surreal, da wir vor wenigen Metern noch davon nichts geahnt hatten. Umso überraschter sind wir und schon wieder wieder begeistert. Wir tuckern durch diese Ebene mit kleineren Blockaden auf dem Weg, aber mit etwas Wartezeit wird artig Platz gemacht. 😉







Überhaupt fasziniert uns dieser "neue" Abschnitt entlang des Khwai ganz besonders. Es ist wirklich wunderschön hier, geht erstmal mehr oder minder immer direkt am Wasser entlang und die ganze Landschaft ist ein Traum. Wir sehen Wasservögel, Elefanten, am anderen Ufer die riesige Büffelherde immer im Hintergrund...

Normaler Rallenreiher? - dem Roberts nach, müsste es von der Schnabelfarbe her ein "Malagasy Pon Heron" sein, der in der Gegend bis August vorkommt. Da wir noch Anfang September haben, vielleicht nur etwas länger geblieben?!

Kann das jemand anhand des miesen Bildes bestimmen?













Wir kommen an eine kleine Kehre am Fluss und ein paar Elefanten kommen gerade aus dem Wasser und verschwinden in den Mopanebüschen am Ufer. Während wir zählen interessiert sich ein junger Bulle etwas genauer für den Störenfried. Er macht etwas Terz, Rüsselschütteln und Ohren aufstellen. Wir sind weit genug weg, aber funken dennoch mal nach hinten, dass wir etwas rückfahrts fahren und mehr Platz lassen. Er will nicht weichen und bleibt jetzt trotzig im Weg stehen.

Nach einiger Zeit kommt ein Auto aus der anderen Richtung. Perfekt. Dann lassen wir den mal vor und er soll sein Glück versuchen an dem Eli vorbeizukommen. 😈

Der Dicke Kamerad denkt sich aber just in dem Augenblick, dass wir immer noch nicht weit genug zurück gefahren sind und unsere Entgegenkommer sehen wie er uns weiter vertreibt... Pech gehabt, jetzt bleiben die natürlich auch stehen und gucken erstmal was wir so machen. 😏

Irgendwann hat er dann ein Einsehen mit uns und trollt sich seiner Familie hinterher. Irgendwie haben wir es aber auch mit Elefanten, die uns den Weg verstellen oder denen wir im Weg stehen in diesem Urlaub?! 🙄

Auf jeden Fall ist Verlass auf Claudia, die hat immer ein Foto davon, wenn Elefanten um unser Auto stehen!! 😄

Foto von Claudia



(echt zu viele Striche für einen Tag... ) 🤪

Wir folgen dem Weg und halten brav Ausschau nach dem Kameldornbaum aus Witness Beschreibung, wie man die Löwen finden sollte. Aber wir können nichts entdecken. Es geht weg vom Wasser und dann stehen wir ziemlich eindeutig vor dem Eingang in den beschriebenen Mopanewald. Dann sind wir zu weit. Aber gesehen haben wir nix, was passen könnte. Egal, wir entscheiden uns dafür jetzt einfach nach Uhr weiter zu fahren. Wir haben eine grobe Idee wie lange wir zurück brauchen um 18 Uhr in der Lodge zu schaffen und quetschen uns durch den Mopane.

Quetschen ist hier echt das richtige Wort. Durch den Wald ist es extrem kurvig, man knartscht an den Ästen entlang und zu allem Überfluss sieht man auch ein paar Elefanten die zwischen den Büschen stehen. Nix wie weg hier, wir wollen nicht wieder mitten in eine Herde gelangen an einer Stelle wo es kein vor und zurück gibt. Einmal im Urlaub reicht ja. 😛

Aus dem Wald rauskommend ändert sich die Szenerie schon wieder.

Überall stehen tote Bäume auf einer weiten Fläche entlang des Wassers und alle Äste sind mit Geiern besetzt. Was eine coole Szenerie. Die ganz langsam in Richtung Horizont sinkende Sonne taucht das alles auch noch in schönes Licht. Wir vermuten irgendwo hier den toten Elefanten von dem uns die Südafrikaner am Khwai erzählt haben, aber entdecken können wir ihn nicht. Bei den vielen Geiern hier, muss aber irgendwo das Aas liegen.

Dreigestirn: White-backed / Hooded / Lappet-faced Vultures




Marabou Stork | Marabu... das ist übrigens derselbe, wie auf dem Bild oben. Lange Linse vs. die mittlere Brennweite




Und eine wieder mal sehr schöne Sichtung hat sich auch dazwischen gemogelt. 🙂

Bateleur | Gaukler



Wir fahren noch ein Stück weiter den Weg hinauf, bis wir auf eine lange gerade Route am Wasser entlang kommen. Wir sind den Büffeln jetzt näher, ich mache ein Tele-Panorama... das wäre aber dann zu klein hier, also nur ein Ausschnitt. Aber die Herde beeindruckt auch auf diese Entfernung. Büffel so weit man gucken kann.

Die Zeit diktiert unsere Rückfahrt und so wenden wir an dieser Stelle. Der Weg zurück ist nochmal sehr schön, einfach vorbei an der friedlichen Abendstimmung, ein paar Vögel am Wasser, badende Elefanten, so kann man es sich gefallen lassen.



Rufous-bellied heron | Rotbauchreiher




Pied Kingfisher | Graufischer


Da reitet er gen Sonnenuntergang...





Wir nehmen die schnellste und nicht die direkte Route, also Cutline hoch, links ab und dann einmal komplett um das Gebiet kurvend zurück zur Khwai Village. Da man auf der Umgeheung schneller fahren darf und es eine breite Piste ist, macht man hier gut Strecke. Wir sehen noch ein paar Elefanten am Rand und haben noch genug Zeit für einen kleinen Stop am Viewpoint um den Sonnenuntergang zu genießen und vielleicht mal ein Hippo mit aufgerissenem Maul zu erwischen... mir gelingt das nicht, aber ich glaube ich habe Martin fotografiert, während er den Moment verpasst hat. Auch was wert. 😄







Was für ein toller Tag!!!

Das war eindeutig der beste einzelne Gamedrive Tag der Reise. Soviel steht mal fest. Irre was wir alles gesehen haben.

- morgens schon viele Hippos und Wildhunde
- dann Löwen
- Wildhunde
- 259 Elefanten insgesamt
- die Fläche mit den Giraffenherden
- die Geierbäume und und und...

Wir kommen völlig glückseelig bei African Excursions an. Genauso beseelt strahlt uns ein Mann an, der neben Theo, dem Manager steht. Er wird uns als Bashin vorgestellt und ist der Koch. 🤨

Sie haben doch noch etwas organisiert und können uns ein Abendessen anbieten. Bashin erklärt uns, dass sie nicht viel haben, aber für ein einfaches Essen reicht es und er freut sich sehr, dass er wieder für Gäste kochen kann. Auch für ein klein wenig was für ein Frühstück haben sie noch organisiert. Für 100 Pula extra pro Zimmer, ist das geschenkt. 😗

Ich frage Bashin, was ihm denn fehlt? - unser Wagen ist schließlich voll und er kann sich gerne nehmen, was immer er braucht. Wir haben noch Kudusteaks die wir uns sonst heute gegrillt haben und fragen ob er die nutzen kann. Vor allem fehlt es an Gemüse und ganz viel Kleinkram den er gebrauchen kann. Gesagt, getan. Wir gehen zu unserem Auto und Bashin wühlt sich durch die Kisten, nimmt sich hier was, dort was und sammelt im Endeffekt zwei Kisten voll mit allem zusammen, was er gebrauchen kann. Er strahlt über beide Ohren und betont, wie sehr er sich freut, dass er nun für Gäste kochen kann, denn das ist seine Leidenschaft. 🤩 🙂

Ich krame noch ein großes Stück Fleisch extra raus, für die Angestellten und dann verabschieden wir uns auf die Zimmer zum Frischmachen und treffen uns später zum Abendessen wieder. Wir sind schon ganz gespannt, was es wohl geben wird. 😉





Wir sind zurück, Theo hat noch einen Rotwein gefunden, den es zum Essen gibt und dann taucht Bashin wieder auf und stellt sich förmlich neben dem Tisch auf.

"Guten Abend, ich bin Chef Bashin und habe heute für euch gekocht. Es gibt..."

Er zählt alles auf, über 50% davon kommen aus unserem Auto, aber irgendwie hat er es geschafft da 4 Gänge rauszuhauen und ein Buffet. 🙄 Viel zu viel für uns alleine, aber ich denke mal, die Angestellten haben sich später drüber gefreut. Es gibt unser Kudu mit einer Rotwein-Knoblauchsoße, Beef-Lasagne, gebratenes Gemüse, Bohnensalat und frischen Salat.

Wir "klönen" und versuchen so viel zu essen, dass es nicht noch den Anschein haben könnte, es würde uns nicht schmecken, aber es ist so viel, dass würden wir an zwei Abenden nicht schaffen.

Nach dem Essen fragen wir Theo ob er noch etwas anderes als Absacker da hat. Vielleicht Gin?!

Zögerlich holt er eine angebrochene Flasche Gordons unter dem Thresen hervor, ganz offensichtlich sein privater Bestand. Wie wir später erfahren, für über 40 Dollar gekauft, im Alkohol-Ban der letzten Monate, sind das alles unter der Hand Geschäfte und unverhältnismäßig teuer verkauft worden.

Wir merken das und Martin reagiert sofort. "Lass mal, wir haben Okavango Gin im Auto, wir holen den und ihr seid eingeladen!"

Theo kann es kaum glauben, den Gin gibt es noch nicht lange und er hat bei Facebook davon gelesen. "Den habt ihr dabei, ich muss mein Handy holen und ein Foto machen..."

Martin holt den Gin, Mara und ich organisieren Tonic-Dosen, Bashin holt Zitronen und Theo sein Handy. 😄

Die beiden bereiten 6 Gläser vor, servieren uns 4 davon und gehen zur Bar zurück. 🤨
"Nene, ihr seid eingeladen und wir würden uns freuen, wenn wir zusammen anstoßen können."

Theo schnappt sich direkt einen Stuhl und Bashin schleicht sich zögerlich näher und setzt sich. Er ist sehr verwundert und das er zusammen mit uns da sitzt und eingeladen ist, ist ganz offensichtlich ungewöhnlich. Theo mit seinen 23 Jahren kommt aus der Stadt, seine Eltern sind keine Farmer mehr und man merkt, dass er eine gute Schule genossen hat und auch einen ganz anderen, offenen Umgang mit uns als Gästen pflegt... und ab jetzt fängt ein richtig schöner, sehr lustiger Abend an. Ich versuche mich da kurz zu fassen, aber es wird textlastig. 😛 😉

Wir stoßen mehrfach an, alle trinken, nur Bashin setzt sein Glas jedesmal wieder ab ohne zu nippen. Wir fragen ob er gar keinen Alkohol trinkt und so geht es los, dass wir viel erfahren über Botswana, Land und Leute.

Mit den eigenen Eltern oder vor älteren zu trinken, das gehört sich einfach nicht. Das macht man nur unter Freunden und er ziert sich, außerdem muss er ja morgen früh raus um unser Frühstück zu machen. Theo neckt ihn und lacht sich jedesmal kaputt und es braucht etwas Überredungskünste vom "Boss", dass Bashin locker wird und sogar mal nippt nach dem Anstoßen.

Früher hat ihn seine Mutter immer mit dem Stock geweckt. Sie hat an die Tür geschlagen und gerufen "Aufstehn, aufstehn, aufstehn Bashin"... er hat dann das Badewasser am Fluss geholt und ist danach zur Schule. Theo meint, er würde nicht trinken, weil er dann Angst hat zu verschlafen und wir versichern Bashin, dass wir mit dem Stock an seine Tür schlagen, wenn wir nix zum Frühstücken haben. Ab da waren die Dämme dann echt gebrochen und gerade Bashin erzählte uns viel über sein Leben etc., z.B. das er nie nach Rezepten kocht, sondern immer nur nach dem Geruch. Er weiß dann einfach sofort was fehlt und so ist jedes Gericht einmalig. 🙂

Als er sich beworben hatte, kannte Theo ihn schon aus dem nationalen TV, denn Bashin war in der Jugend Tänzer in einer bekannten Truppe und öfter im Fernsehen zu sehen. Er hat 2 Töchter und fährt wann immer er frei hat erst 12 Stunden zu der einen und besucht dann weitere 12 Stunden Autpfahrt später die ältere, die in der Hauptstadt zur Schule geht. Seinen Töchtern soll es an nichts fehlen und er ist stolz, dass sie wissen, dass er ihr Papa ist. Und später einmal, da wird er viel Geld für die beiden bekommen. 😐 🤨

Tja so ist es... Theo ist ja nicht verheiratet, aber die Frauen aus seinem Stamm sind aber auch die teuersten. Bashin kann da nur beipflichten, aber es sind auch die besten. Sehr gute Elternhäuser und eine gute Ausbildung. Um das Thema und die verschiedenen Hochzeitsbräuche geht es wohl einen großteil des Abends. Natürlich "kauft" oder "verkauft" man keine Frauen in Botswana, aber die Mitgift entrichtet man eben an den Brautvater und das ist sehr teuer. Viele junge Botswani lassen sich deshalb außerhalb des Landes trauen, um diese Tradition zu umgehen, dass finden aber beide nicht gut.

Immerhin, eine Mitgift in Theos Stamm sind 15-20 Kühe, was pro Kuh gute 400$ ausmacht. 😮
Damit nicht genug, er muss dann auch neue Hochzeitsanzüge und Schuhe ("JA SCHUHE, das ist wichtig..." kommentiert Bashin") 😄 für die Großeltern, Vater, Cousins etc. pp. kaufen. Außerdem Essen und Getränke für das ganze Dorf und so eine Feier geht tagelang. Das Hochzeitszelt steht schon Tage vorher da und viele kommen vorbei und bleiben einfach so lange bis alles Essen und Trinken leer ist.

Und wenn man das alles schon investiert hat, dann "Mosadi wa tsama", frei übersetzt, "die Frau ist weggelaufen". Der traditionelle Brautlauf, irgendwann, ohne Vorankündigung nimmt die Braut Reißaus und läuft nach Hause. Die Familie des Bräutigams jagt sie und versucht sie vorher zu fangen. Schafft sie es bis nach Hause, dann bringt es Unglück für die Ehe. Ich vermute mal, dass die meisten Bräute wohl keine besonders schnellen Läuferinnen sind. 😗

So geht es hin und her an diesem Abend. Wir erzählen Traditionen aus Deutschland bei denen die beiden den Kopf schütteln, sie erzählen aus ihrem Leben und wir schütteln genauso oft den Kopf. Es ist einfach richtig schön und während der Abend vergeht stößt Theo mit uns an.

"Pula!!!"

Pula als Trinkspruch wird gerne sehr förmlich benutzt, z.B. bei der Fernsehübertragung zum Geburtstag des Präsidenten. Da Pula auch Regen heißt, ist es eben ein wichtiges Gut im Land. Ansonsten sagt man eigentlich Cheers. In einer geselligen Runde wird Pula als Trinkspruch nur unter Freunden verwendet und wenn man damit auch Respekt dem anderen gegenüber ausdrücken möchte. 😊

Wir verabschieden uns ins Bett, erinnern Bashin augenzwinkernd, dass wir ihn mit dem Stock holen, wenn es keinen Kaffee gibt und er versichert da zu sein. Er müsse nämlich noch unbedingt ein Foto mit uns machen für seine WhatsApp Gruppe. Da macht jeder Fotos, die die anderen nachmachen müssen. Er mit 4 Touristen aus Deutschland im Arm, da gewinnt er die nächste Runde bestimmt. 😄


Ein toller Abend, mit tollen Leuten.


Unsere Zählung macht einen ordentlichen Sprung an diesem Tag. 😎



Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3707. Aug. 2022

Ein Gamedrive im Khwai

Traditionell gibt es noch ein kleines Video als Abschluss für den Tag. Einmal quer durch den Khwai... 🙂


>>> Auf das Bild klicken um zum Video zu gelangen. <<<


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3821. Aug. 2022

Erst links, dann rechts, dann Wasser...

Guten Morgäähhhn.


Was eine tolle Nacht gestern. Da lassen wir ganz gemütlich bei einem schönen Frühstück den Tag beginnen. Das Frühstück kredenzt Rico und kein Bashin zu sehen... müssen wir da doch jemand aus seinem Bett holen?! 😄 , aber NEIN, er taucht kurz später auf um sicher zu gehen, dass er ja auch noch ein Foto mit uns machen muss und erinnert uns daran.

Der Kreditkarten-Leser funktioniert für ein paar Minuten, da halte ich mich raus und halte unsere Unterkunft noch kurz im Bild fest.







Red-billed Firefinch | Senegalamarant... Erstsichtung. 🙂




Irgendwann ist es dann soweit.. gar nicht so spät sagt unser Tagebuch. 9:15h brechen wir auf, aber natürlich gibt es vorher noch die Fotosession. Überraschenderweise kommt die ganze Crew zusammen, alle wollen mit auf dem Foto sein. 😁

Theo gibt uns noch seine Mail-Adresse, damit wir ihm später das Bild schicken können. Das war dann auch das erste Bild, dass zu Hause fertig gemacht und verschickt wurde. Mit Sonnenbrille, das ist Theo und hinten zwischen den Damen sitzt Bashin.



Fazit: African Excursions
Wir können hier nur die Herzlichkeit und unseren Aufenthalt hier bewerten. Zu grade mal 50% des Preises, was beim drumherum für die Bewertung egal ist. Eine schöne, kleine Unterkunft, nichts besonderes, aber schön familiär. Vom Preisgefüge eine Alternative zum Khwai Guest House, für uns glatte 5/5 Sternen


Wir fahren ein letztes Stück noch zusammen, beim Abzweig zum Khwai River Drive heißt es dann Abschied nehmen. Martin und Claudia fahren weiter nach Savuti und wir wollen den Weg über Mababe Village nehmen, einmal rum um den Park und dann nach Southgate hoch. Kurz bevor wir uns trennen haben die Flammen eine letzte Barriere in den Weg gelegt... der Baum lag da gestern noch nicht. 🤨



Wir schauen kurz, rechts kann man durch die Böschung vorbei, aber Martin hat schon das Kabel seiner Winde in der Hand und plant den Baum zur Seite zu ziehen und die Straße frei zu machen. Eigentlich hätten wir ihn machen lassen sollen, dass haben wir noch letztes Wochenende zu Besuch bei den beiden in Hamburg bereut, aber die "Lass das bleiben, da geht nur was schief und wir stehen dumm hier" Mentalität hat dann doch gesiegt.

Jetzt stehen wir hier eh' gerade rum, dann können wir auch gleich Abschied nehmen. Beim Frühstück war schon alles gesagt, so bleibt uns nur gegenseitig eine gute Reise zu wünschen und dann sind wir wieder unterwegs... plötzlich wieder allein. 😐

Wenn man ein paar Tage zusammen unterwegs ist, dann fühlt es sich im ersten Moment komisch an, wenn man dann alleine unterwegs ist. So geht es uns zumindest, ein wenig Wehmut ist immer dabei. Der Tag bringt aber mit sich, dass wir da nicht allzu lange dran werden denken können, aber erstmal geht es gemütlich den Khwai River Drive entlang.

Da startet es mit einer wahren Afrika von Hinte(r)n Parade am Wasser. 😄



Wir haben natürlich die Kleinen im Blick, immer süß und immer gut versteckt in der Herde.











Schön, so können Gamedrives beginnen. 🙂
Und dann marschiert die ganze Herde durch's Wasser auf die andere Seite des Flusses, schönes Spektakel zum Schluss noch mal.



Unser Plan sieht so aus, dass durch das Chobe Gebiet dem Fluss folgend durchfahren und dann links hoch zur Umgehungspiste fahren um von dort aus dann über Mababe Village zu fahren. Außen um den Park rum und dann wieder zurück zum Southgate. Evtl. dort dann zum späten Nachmittag noch mal los, aber die Blackpools sind recht weit weg, daher wollen wir uns eher Zeit im Khwai nehmen und unsere neu entdeckte Lieblingsstrecke noch mal nutzen.

Bis dahin geht es entlang des Wassers und wieder sehen wir viele Elefanten und typische Bewohner dieser Gegend.

African Fish Eagle | Schreiseeadler





Fork-tailed Drongo | Trauerdrongo


Die haben wir vor Ort gar nicht so realisiert... da ist ja eine Erstsichtung mit drauf... Wattled Crane | Klunkerkranich



Lilac-breasted Roller | Gabelracke







Goliath Heron | Goliathreiher





Unterwegs treffen wir Paul und Jennifer auf ihrer Campsite direkt am Khwai wieder. Paul meint, man müsste wohl die erste Durchfahrt durch den Khwai schaffen um unseren Plan hinzubekommen, aber das könnte etwas tricky sein. "Don't make your tyres wet, when you're alone!" ist seine Warnung an uns.

Wir kommen in den Chobe Teil des River Drives.



Es geht direkt wieder gut los, hier ist einfach immer was zu sehen, es geht teils direkt am Wasser entlang, eine schmale Fahrspur und zu sehen ist immer was.

Magpie Shrike | Elsterwürger


Wieder eine Erstsichtung... den kennen wir noch nicht. 😎

Rufous-bellied Heron | Rotbauchreiher








Marabou Stork | Marabu und ein bissel was anderes... egal alles hübsch. 😛


Tsessebe Antelope


Die Picknick-Mentalität, die wir in diesem Urlaub allenortes erleben verwundert uns immer wieder aufs Neue. Es ist schon erstaunlich, wenn dann mit Blick auf's Wasser, Rücken zum Busch. Fast genau dort standen wir gestern 15 Minuten vor dem stinkigen Jungbullen... man badet auch mal im Khwai. Alles dennoch entspannt, von den Guides und Rangern hier völlig geduldet. Unabhängig des Schildes ist es eben doch eigentlich ein Teilstück des Khwai, offiziell beginnt der Chobe Nationalpark erst ab dem Mababe Gate. Hier gilt noch Khwai Regeln und die sind kaum vorhanden.



Saddle-billed Stork juvenile | Sattelstorch




Wir kommen wieder zu den Geierbäumen und alle Äste sind gut gefüllt. Manchmal wundert man sich, wie voll manche Bäume sind und andere frei bleiben. Da sitzen dann alle aufgereiht eng an eng. Während wir hier ein paar Bilder machen und ich mich an den einfachen Motiven an Flugaufnahmen teste steigt uns ein süßlicher Duft... NEIN! 🤢 , ein beißender Gestank in die Nase. 😵

Gestern haben wir den Elefantenkadaver nicht entdeckt, mit gedrehter Windrichtung riechen wir ihn erst, bevor wir einen kleinen Pfad in den Wald hoch finden und wir die Szenerie dann auch sehen. Es ist mehr oder minder alles abgefressen, die Verwesung auch dem Geruch nach, schon weit fortgeschritten. Es erklört die vielen Geier hier, aber nur einer pickt sich ein paar letzte Happen noch aus dem Schädel. Dafür eine Geierart die wir noch nicht ablichten konnten... heute ist mal wieder Erstsichtungstag. 😁



White-backed Vulture | Weißrückengeier




Hooded Vulture | Kappengeier



Angekommen an der angekündigten Wasserdurchfahrt haben wir direkt unseren Wahlspruch des Urlaubs im Kopf. "Wo ein Wille ist, ist oft..." ABER MOMENT MAL!



Ein kurzes Stück zurück führt eine neue Fahrspur nach linksm grob dem Fluss folgend. Wir nehmen diese Piste und kommen nach ein paar hundert Metern an eine Stelle an der man das Wasser doch noch kreuzen kann. Wir hatten erwartet, dass wir vor einem Zufluss standen an der Furt, es ist aber nur ein Wasserarm der sich hochgestaut hat und so lässt sich die Stelle dann doch umfahren. Weiter folgend führt der neue Weg wieder zurück zur Piste die wir befahren wollen, endet dann aber doch kurz davor an einer Stelle mit ein paar Knochen und einem Boden, der die braune Verfärbung von Verwesung aufweist. Offensichtlich wurde diese Piste von den Gamefahrzeugen genutzt um an einen Riss zu kommen und nicht allein dafür, die Wasserdurchfahrt zu umgehen. Zeigt uns auf jeden Fall, dass die Durchfahrt wohl eher nicht geklappt hätte.

Wir sehen unsere Spur, fahren das letzte Stück rüber und sehen rehcts der Spur die Büffelherde stehen. Hunderte Tiere, trotz riesigem panorama wird die Masse nicht deutlich.



Der Karte nach folgt der Weg dem Fluss und dann irgendwann kommt ein Abzweig. Links hoch zur Umgehungsstrecke, weg vom Wasser. Bis dahin müssen wir es schaffen, dann haben wir es geschafft und können den Weg hierher nehmen. Und wir haben Glück, denn der Weg entpuppt sich zwar als sehr schwer zu finden, denn hier war wohl tatsächlich seit Monaten niemand mehr, alles ist überwachsen und wir fahren quasi mitten durch hohes Gras, manchmal einer klar erkennbaren Spur, oftmals nur noch zwei grob erkennbaren Rinnen folgend. Aber das Wasser schlängelt sich rechts entlang, weit genug weg und nur selten mal zu sehen.

Ein paar Herden tummeln sich in der Mittagshitze, beim Grasen, entlang des Weges. Jeder schaut erstmal verwundert hoch, dass hier mal wieder jemand langkommt und dann haben wir es geschafft.







Das Ziel erreicht, ab jetzt geht es weg vom Wasser. 😎



Wir biegen nach links ab, es geht in einen dichten Mopanewald auf eine sehr ruppige Piste. Ausgewaschene Löcher sorgen dafür, dass wir nur langsam und vorsichtig vorkommen und plötzlich ist eines dieser Löcher mit Wasser und Schlamm gefüllt. Naja, noch kein Beinbruch, aber es wundert uns schon. Es ist nur ein kleines und klar nicht tiefes Stück, also durch. Nur 200m später kommen wir um eine Biegung und dann steht der ganze Wald unter Wasser??! 🙄

Was ist denn hier los. Etwas ratlos stehen wir am Rande des Wassers, damit haben wir jetzt so gar nicht gerechnet. Später nachgeschaut müssten wir hier in der Nähe des Pankwa Wasserlochs stehen.

Stellt sich die Frage, wie tief ist das Wasser?
Und davon ab, wo genau geht denn der weitere Weg lang?
Und davon ab, sehen wir auch kein Ende des Wassers!

Während wir noch überlegen ob es evtl. links am Wasser vorbei einen Weg geben könnte oder ob man es wagen könnte sich vorsichtig vorzutasten schwimmt mitten im Wald ein Hippo vorbei! 😮 😣
(leider haben wir da kein Foto gemacht... der Stresslevel war schon etwas gestiegen im Auto) 😉

Das beantwortet alle unsere Fragen. Zumindest stellenweise zu tief, mit Hippos vor Ort ist vortasten zu Fuß auch keine Option und unter dem Aspekt, dass wir wohl seit Monaten die ersten hier sind sollten wir auch nicht riskieren uns in diesem Nirgendwo festzufahren.

Ich drehe also mal schnell den Wagen... Mara hat mitgezählt im dichten Mopanewald. Wenden in 16 Zügen... 😄

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Wir fahren zurück zum Abzweig und versuchen dann eben doch den Weg direkt zur Mababe Village. Der geht laut Karte aber dann doch nochmal direkt am Wasser entlang. Nach einem Stück ist es dann auch soweit und der Fluss kommt in Sicht... und erstmal toll, denn es ist wunderschön. Wir fahren genau auf der Böschung entlang des Ufers. 🤩



Das hebt die Stimmung direkt wieder, aber nicht genug um ein Foto zu machen von dem wunderschönen See vor dem wieder nur Minuten später stehen. Immerhin müssen wir hier nicht erst entscheiden und diskuttieren ob und wie man diesen Weg nehmen kann, wir sehen auf mindestens 100m nur Wasser vor uns, keine Chance, auch hier ist sofort klar.

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Wir haben ja versprochen, dass hier ist der Tag, der das Motto geprägt hat. Irgendwo im Nirgendwo und jetzt gibt es nur noch den Weg zurück. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen haben wir über eine Stunde benötigt und es ist mittlerweile 14 Uhr. 😐



Ohne Umschweife begeben wir uns wieder auf den Weg zurück, denn die Zeit könnte dann so langsam doch arg knapp werden. Während wir unterwegs sind entscheiden wir schon mal, dass wir die Cutline später hochnehmen werden und dann doch durch Northgate auf die Piste gehen, die geradewegs zum Southgate führt.

Der Fluss kommt wieder in Sicht und WAS IST DAS? 😣

Die Büffelherde hat sich weiter bewegt und auf die komplette Ebene zwischen uns und dem Fluss verteilt. Tja, da ist guter Rat teuer. Wir tasten uns noch ein paar Meter vor und bleiben dann zwischen zwei Gebüschen stehen mit besten Blick auf unseren Weg, der komplett verstellt ist. Motor aus, Fenster runter und dumm am Kopf kratzen, mehr bleibt uns nicht über. Ach doch, wir können uns noch böse anfunkeln lassen...



Unser Weg nach vorne ist blockiert... in die andere Richtung Wasser an dem man nicht vorbeikommt und die Uhr tickt auch einfach so weiter, könnte ja mal ne Pause machen. Das dümmste dran ist, dass wir uns ja selber hier reinmanövriert haben, konnte man zwar so nicht vorhersehen, aber leider auch keinen anderen dafür schuldig machen.

Und ein weiteres Mal, in kürzester Zeit...

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Mara überlegt ob man nicht ein Stück zurück kann und dann einen weiten Bogen querfeldein am Wald entlang schlägt. So als Notfallplan, wenn gar nix geht. Ich bin eher auf so lange Warten, bis die Zeit nichts anderes mehr zulässt... und wie wir da so stehen und noch überlegen, was man machen kann, da lösen sich manche Dinge von ganz alleine, wenn auch nicht so wie geplant.

Wir stehen hier seit 15 Minuten, Motor aus und gucken doof aus dem Auto. Die große Herde teilt sich in mehrere kleinere Gruppen auf, die von links nach rechts ziehen und in einer dieser Gruppen bleibt ein Büffel stehen, schaut unser Auto an, wir schauen ihn an und plötzlich rennt das dusselige Vieh los. Erst folgen zwei, dann drei, dann ein Dutzend und dann die gesamte Büffelherde. 😮 😣

Wir stehen in einer großen Staubwolke, mitten in der Stampede und schauen uns verdutzt an.


>>> klick auf's Bild für's passende Video <<<


Naja, der Weg ist frei, aber ich schaue erstmal mit dem Fernglas auf die andere Flussseite, wenn ich da stehen würde, dann würde ich denken, dass da Löwen jagen und die Büffel flüchten oder sowas. (tatsächlich hatten wir gestern von der anderen Seite aus auch einmal die Herde rennen sehen) Dennoch wollen wir jetzt nicht mit der weißen Karre aus dem Staub auftauchen, auch wenn wir nix gemacht haben, außer da rumzustehen. Mittags ist aber mal wieder keiner unterwegs, den "Drive of Shame" 🤪 können wir uns also ersparen und wir sehen zu, dass wir auf den Weg kommen.

Jetzt lässt sich der restliche Weg zumindest besser planen und so ist auch wieder ein wenig Zeit und links und rechts ein paar Sichtungen.

Hamerkop | Hammerkopf






Paul und Jennifer haben auch am Fluss einen Picknickplatz bezogen. Sie plauschen mit einem anderen Auto und wir warten geduldig, halten dann auch selber noch kurz an und geben ihnen das Update, dass man Mababe aktuell nur über den Seeweg erreichen kann. Er schaut skeptisch auf unser unten rum nasses Auto... "You touched water!" 😗



Wir verabschieden uns, wünschen ihnen eine schöne Zeit und bedanken uns noch mal für den Tipp zu dieser neuen Gegend. Dann geht es weiter, Zeit zu verschenken haben wir heute auch nicht mehr.

Ein einzelnes Zebra...


... und zwei Zebras auf einem Bild. 😉 😁


Es geht hoch auf der Cutline, an einigen Elefanten vorbei, aber nur einer der kurz im Weg rumsteht. Unterwegs nach Southgate bleiben wir noch einmal auf einer der Brücken kurz vor der Khwai Village stehen, wo ein paar Graufischer sich von der Brücke ins Wasser stürzen und dann bleiben die Kameras aus. Die Strecke Northgate nach Southgate ist eine fürchterlich langweilige, fürchterlich ruppige, einfach fürchterliche Wellblechpiste. 😣 😏




Pied Kingfisher | Graufischer



Bei Southgate angekommen verschaffen wir uns einen kurzen Überblick, wir haben die #5, aber die liegt mitten im Camp. Die #10 gefällt uns besser. Wir fragen beim Check-In, aber heute sind sie fully booked. Außer uns ist nur ein anderes Fahrzeug zu sehen und dabei bleibt es dann auch. Wir gehen erstmal duschen und belegen dann die #10, nicht nur für heute, auch für den nächsten "fully booked" Tag, da waren dann immerhin drei Campsites besetzt.

Das Begrüßungskomitee in Form süßer Baumhörnchen ist schon da, es wird noch Wäsche gemacht, das Camp bezogen und tatsächlich brennt sogar frühzeitig unser Feuer, es gibt Steakstreifen mit gebratenen Nudeln und Gemüse... auf die Aufregung des Tages einen kräftigen Gin und dann schreiben wir noch ein paar Zeilen in unser Tagebuch.










Wir ziehen uns in unser Zelt zurück, haben fast Vollmond, was den Platz auch ohne Feuer erhellt. Ein paar Minuten nachdem wir im Zelt sind und Ruhe eingekehrt ist schleicht eine Hyäne über die Plätze, sie schaut kurz und trollt sich. So soll das sein.

Augen zu und Kraft tanken für morgen unter Afrikas Sternenhimmel... und einem irre klarem Mond heute Nacht.





Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 3927. Aug. 2022

36, 37, 38... ne warte mal, Stop 🙄

Wir lassen es ruhig angehen, schließlich haben wir hier noch eine weitere Nacht und den heutigen Tag komplett als ausgedehnten Gamedrive geplant. Southgate ist natürlich für die meisten eher eine Notlösung oder als Zwischennacht gedacht, aber wir haben bewusst hier zwei Nächte eingeplant, damit wir uns einmal das Gebiet der Blackpools anschauen können, an dem man sonst eigentlich nur vorbeifährt. So haben wir alles einmal gesehen und können unser Gesamtbild weiter abrunden.


>>> Detailansicht hier klicken <<<

Unser erster Blick des Morgens gilt demnach unserer Campsite, wir schauen uns mal den Bakkie genauer an, muss auf jeden Fall ordentlich geputzt werden... und ein paar Vögel springen schon durch's Geäst oder beäugen unser Frühstücksmüsli sehr genau.



Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling


White-crested Helmetshrike | Weißschopf-Brillenwürger


Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko



Auf dem Weg in Richtung der Blackpools ist in erster Linie die Vogelwelt schon wach. Überall finden sich schöne Motive, für den, der Willens ist auch Federvieh als Teil der Safarisichtungen einzubauen. Nur einmal rennen und springen plötzlich Impalas neben dem Auto her. Wir bleiben natürlich stehen und halten nach möglichen Verfolgern Ausschau, aber kurz danach geht ganz gemütlich eine andere Herde Impalas des Weges, völlig unbeeindruckt. Hier kommt wohl nichts mehr.



White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber


Fork-tailed Drongo | Trauerdrongo


Gut ausgeschildert ist die Strecke, wir kommen am Abzweig vorbei und biegen rechts ab zu den Pools. Es geht weiterhin durch Buschland und vorbei an noch mehr gefiederten Gesellen, die trillernd den Morgen begrüßen.

Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Burchells Sandgrouse | Fleckenflughuhn


Der nächste Abzweig und ihr ahnt es schon... 🤪



Scaly-feathered Finch | Snurrb


Crowned-Lapwing | Kronenkiebitz


An der ersten Gabelung fahren wir den Pitsi Drive, eine sehr gute Entscheidung. Die Landschaft öffnet sich und wir sehen eine ganze Ansammlung an Elefantenherden über die weite Graslandschaft ziehen. Das ist natürlich für uns ein wunderschönes Bild. 😁



Das Reisetagebuch wird gezückt und die Zählung beginnt. Aber PUUHHHHH, das ist echt nicht ganz einfach. Man steht weit weg, es gibt immer auch Gruppen von Büschen, die die Sicht versperren... nachdem wir beide zweimal durchgezählt haben, können wir uns weiterhin nicht einigen. 😄

Man muss das schon gewissenhaft und ordentlich ausführen, da sind wir uns einig, also schnappe ich mir die lange Linse und Mara das Fernglas und dann gehen wir von rechts nach links genau alles ab, damit wir eine verlässlichere Zahl bestimmen können.

Ich zähle so durch und murmel in Kopf mit. "10 - 20 - 30 --- 36-37-38... HÄÄÄHHHH???!" 🤨


Ich schaue noch mal genau hin und setze grade an, mit...

"Mara, ich glaube..."

"... da sind Nashörner mitten in der Herde!!!!!" beendet sie den Satz. 🤩



WOW, was für ein irres Glück. Damit haben wir so gar nicht gerechnet und dann auch noch eine Mutter mit ihrem Kalb und friedlich grasend inmitten der Elefanten. Was geht denn hier ab? 🤩

Aber Moment mal, ist das eigentlich wirklich so ganz richtig?, schauen wir uns den obigen Satz mal genau an. Eine Phrase stimmt nicht so ganz: Damit haben wir so gar nicht gerechnet...

Ich spule mal gedanklich zurück in den Moremi. Wir haben gerade unsere Leopardensichtung beendet und fahren vom Baum aus raus auf die Grasfläche. Dort sehen wir einen einzelnen Büffel. Wir sagen uns, dass wir damit jetzt 3 von 5 der Big5 voll haben und Martin ja unbedingt Löwen finden will, also klappt das bestimmt noch. Nashörner aber wohl eher nicht.

Da sage ich zu Mara: "Wenn wir Nashörner sehen, dann haben wir in den Blackpools wohl die besten Chancen, als wir 2018 welche aus dem Flieger gesehen haben müsste das auch die Gegend bei den Blackpools gewesen sein." 😛

Klugscheißer-Modus aktiviert, aber wirklich damit gerechnet und bis zu diesem Augenblick dran gedacht haben wir natürlich nicht wirklich. Es ist auf jeden Fall eine tolle Sichtung und so haben wir nach 2018 doch tatsächlich auch wieder die Big5 vollgemacht. 😁







Damit ist natürlich das Highlight des Tages schon durch. Wir fahren eine südliche Runde, erwarten mehr Wasser, aber fahren durch eine rumpelige, trockene Piste, ein paar Tümpel hat es, aber alles in allem ist es hier eher karg. Den Bogen nutzen wir aus, um danach zur Mokutshomo Picnic Site zu fahren und dort eine kleine Pause einzulegen.

Diese Giraffe war noch klasse... wer keine Arme hat und die Beine zu weit weg vom Kopf sind, der sucht sich andere Möglichkeiten um das juckende Ohr zu kratzen. 😄


Red-faced Mousebird | Brillenmausvogel






Am Picknickplatz angekommen ist da allerdings eher nicht dran zu denken, eine längere Pause einzulegen. Die letzten Jahre sind der Location eher schlecht bekommen, alles ist kaputt, der Ausblick über die Tsessebe Alley an der er liegt allerdings sehr schön.







Double-banded Sandgrouse | Nachtflughuhn


Alles kaputt...


... aber schöner Blick 😉





Da suchen wir uns lieber eine andere Pausenstelle und fahren wieder den Pitsi Drive zurück, sehen noch mal die Nashörner, die sich jetzt tief im Busch in den Schatten gelegt haben und fahren den oberen Bogen an der Ebene vorbei über den Motowana Drive.

Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint





Lilac-breasted Roller | Gabelracke


Während wir hier unterwegs sind fallen Mara die Augen zu. Oha! 😮 , jetzt heißt es Aufgepasst!! Die Erfahrung zeigt, dass sie mit ausgeruhten Augen ein echter Katzenfinder ist. Also fahre ich so vorsichtig wie es geht weiter und versuche sie nicht zu wecken. Soviel vorweg... das es kein unnötiger Cliffhanger wird hier, heute bestätigt sich die Regel nicht. 😛 😄

Ich steuere die Motsaudi Alley an und auch hier war ganz offensichtlich seit Monaten keiner mehr. Nirgends ist auch nur ein abgeknickter Ast am Rand der Fahrspur zu sehen, es geht durch hohes Gras und durch dichte Büsche.

Red-billed Quelea | Blutschnabelweber





Red-billed Quelea | Blutschnabelweber



Toll ist, dass bei den Blackpools im der tinkers Karte überall die Namen der Dives und Alleys stehen, so kann ich anhand unserer Zählungseinträge ganz genau nachvollziehen, wo wir hergefahren sind. 😄

Es geht also weiter über den Morangwa River Loop. Entlang des Mogogelo Drives, dort machen wir zwischendurch eine Pause an den Hippo Pools und dann noch eine Runde über die Unyati Road.

Am Loop treffen wir eine Filmcrew. Sie filmen aber nicht für ein spezielles Projekt, sondern sammeln einfach generell Material, dass sie für verschiedene Produktionen nutzen können. Etwas spannendes haben sie heute noch nicht gesehen, wir geben ihnen den Tipp es am Pitsi Drive zu versuchen, was dankbar angenommen wird. Den Versuch ist es wert.







In der Perspektive wirkt dieser Baum doch gigantisch und alles andere winzig, oder?! 🙄



Wir umrunden den Mogogelo Hippo Pool etwas abenteuerlich mitten durch das hohe Gras direkt am Ufer entlang. Der Weg ist extrem zugewachsen, aber noch erkennbar und dem Namen gerecht werdend tummeln sich locker zwei Dutzend Hippos im See und Wasservögel landen in Schwärmen und heben wieder ab. Hier gefällt es uns sehr gut, wir wenden und stellen uns an eine Stelle mit guten Überblick, holen unseren Pausensnack raus und genießen das bunte Treiben. 🙂



Enten 😗


Spur-winged Goose | Sporngans


Black-winged Stilt | Stelzenläufer




Von hier aus fahren wir langsam raus aus den Blackpools, sehr schön war es, sicher nicht unser Lieblingsgebiet, aber mit den Nashörnern hat es sich natürlich mehr als gelohnt und wir hätten nie mit so vielen Elefantensichtungen gerechnet. Entlang der Unyati Road und auf dem Weg in Richtung der Xini-Lagoon treffen wir auch noch mehr unserer grauen Freunde. 🙂






Lilac-breasted Roller | Gabelracke







Nix besonderes das nächste Bild, aber es gibt so Fotos, da freut man sich dann doch einen Ast, wenn man sie hat. Unterwegs waren immer wieder Fuchsmangusten unterwegs, aber mir wollte einfach kein Bild gelingen. Dann endlich habe ich mal eine erwischt... mehr braucht es doch gar nicht um glücklich zu sein. 😄

Yellow Mongoose | Fuchsmanguste







Eigentlich ist es schon etwas spät, aber jetzt wollen wir dennoch hoch zu den Xini Lagoons, die wir auf dem Weg hoch nach Thirdbridge nur angekratzt haben. Genug Zeit ist jetzt schon noch, aber um die Lagune komplett abzufahren, dafür reicht es eigentlich nicht und das schaffen wir auch nicht wirklich. Was wir sehen sind unglaublich viele Elefanten. Quasi an jeder Ecke stehen sie auf den Wegen, viele kleine oder auch größere Herden sind unterwegs. Das Licht wird zum Ende hin immer schöner und am knuddeligsten sind zwei ganz kleine Elefanten, die mit hoch erhobenen Rüsseln und aufgeschlagenen Ohren ihre Kräfte messen, ganz wie die Großen. 😊

Davon habe ich nicht ein Bild, aber im Video haben wir die beiden festgehalten. 🙂

Deswegen gibt es jetzt die Xini Lagoon als Bilderflut und die Endabrechnung der Elefanten ganz zum Schluss... aber keine Sorge, nur ein paar Beispielbilder für Elis, ihr müsst jetzt nicht durch dutzende Eli-Bilder scrollen. (aber auch nur weil die meistens wenig hübsch gegen die sinkende Sonne standen...) 😗



Saddle-billed Stork | Sattelstorch






Tsessebe - Leierantilope


Kori Bustard | Riesentreppe




Blue Waxbill | Angola-Schmetterlingsfink


Red-billed Hornbill | Rotschnabeltoko








Tja... haben wir gedacht wir hätten heute viele Elefanten in den Blackpools gesehen... haben wir, aber mit weiteren 170 in den Xini Lagoons verdoppeln wir diese Zahl sogar noch. Wahnsinn, was ein ergiebiger Tag heute. Das treibt unsere Zählung ja doch noch unerwartet hoch und zumindest noch in Richtung der 2018er Zahlen. Hätten wir nicht mit gerechnet. 🙂


Um 17:50h sind wir zurück im Camp und waren wirklich den ganzen Tag lang unterwegs. Wir richten schnell unser Camp ein und haben wieder die #10. Es sind heute 4 Plätze belegt, unter anderem mit dem Dummschwätzer aus Xakanaxa, da versuchen wir uns einfach mal geschickt aus deren Sichtfeld zu halten. Also schnell unter die Dusche, noch eben ein Bild von der Elefantenherde am Camp machen und die Tageszählung final abschließen... 😉

Es gibt heute die letzten Kudusteaks aus Maun mit Tomaten, Gurken und Feta Salat... den letzten Rest unserer Nudeln von gestern und Schluck Wein gepaart mit einem sehr zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht.






Fazit Southgate
Wir haben oft gelesen, dass es hier nicht schön ist und ich kann auch verstehen warum. Der Großteil der Plätze liegt offen verteilt rund um die Ablutions, man sieht die nahen Häuser der Parkmitarbeiter, das ist nicht sonderlich idyllisches. Aber wenn man die höheren Nummern bekommt, also #8, #9 oder unsere #10, dann hat man durchaus schöne Plätze die etwas separat liegen. Die #8 unter dem großen Baum ist dabei wohl am besten. Kein Favourit der Platz, leider keine direkt dran gelegenen Gamedrive Möglichkeiten, daher 3 von 5 Sternen.


Unsere aktuelle Zählung beläuft sich nach diesem Tag auf:



Morgen geht es zu unserem persönlichen "Da haben wir uns mal was gegönnt"-Highlight der Reise. Unserem privaten Elefantenhaus!!! 🤩


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 4028. Aug. 2022

In Ton und Bild durch die Blackpools und die Xini Lagoon

Gestern habe ich ja noch das Video vergessen... 😮

>>> ein Klick auf's Bild führt zum Video <<<


Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 4128. Aug. 2022

"Le Tour de Bruce" und dann die Vollbremsung von 100 auf 0

Heute ist ein langer Fahrtag eingeplant. Erstmal raus nach Maun und dort noch mal Einkaufen, Tanken und Getränke Vorräte füllen. Wir sind positiv aufgeregt, geht es doch heute zur Omogolo Lodge. Das ist in dem Sinne keine Lodge, sondern ein Zelthaus zur Selbstversorgung inkl. einem eigenen Wasserloch und kleinem Gamedrive Gebiet. 40km abseits der Zivilisation in der Knüste der Panhandle gelegen. Die drei teuersten Nächte, die wir nicht nur in Afrika, sondern uns generell mal gegönnt haben. Aber als Elefanten-Liebhaber, bei den tollen Bildern und der Aussicht ein "eigenes" Wasserloch zu haben, bei dem ich meinem Zielbild des Urlaubs nachgehen kann... eine eingerichtete Küche, lecker kochen, Elis schauen mit einem kühlem Getränk in der Hand und einfach 3 Tage lang die Seele baumeln lassen. 🙂

Ihr merkt schon, dass ist natürlich voll nach unserem Geschmack und die Vorfreude ist riesig.

Aber fangen wir vorne an. Erstmal müssen wir ja noch raus aus dem Park. Die Buschzeitung gibt uns Rätsel auf, neue Spuren haben sich in den Sand neben unser Fahrzeug gedrückt... ich schätze mal Hyäne, die waren ja auch die Nacht davor unterwegs, leider vergesse ich immer etwas zum Größenvergleich daneben zu legen. *Gedankennotiz gemacht*



Auf dem Weg raus sehen wir noch ein paar Tiere, das ist ganz schön, wenn man Southgate den Park verlässt, dann ist die Safari noch nicht ganz vorbei.



Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko





Unterwegs nach Maun kommen wir an diesem Art-Shop vorbei. Er ist offen und hat ein paar schöne Sachen, aber leider ist niemand zu finden, auch wenn wir laut auf uns aufmerksam machen. Den merken wir uns für dieses Jahr mal vor und halten auf dem Weg zum Park noch mal an.



Maun selber ist schnell erzählt. Wir machen unsere Erledigungen und kaufen für Küche statt Feuer ein. Exotische Dinge wie Chips, ganze Mangos, ganz viel Gemüse, dass uns sonst zu kompliziert zum schnippeln ist, Schokolade etc. pp. finden den Weg in unseren Einkaufswagen.

Delta Meat Deli wird noch einmal aufgesucht, schönes Fleisch eingepackt und wir erzählen den beiden Damen, dass sie das beste Billtong verkaufen, dass wir kennen. "Wir schauen uns kurz um und dann nehmen wir alles mit, was ihr abgepackt habt!"

Bei dem Satz gucken die beiden noch sparsam, aber als wir diese Androhung am Ende des Einkaufs wahrmachen und noch fragen, ob sie uns noch 2-3 Packungen zusätzlich fertig machen können lachen sie sich kaputt. Wir laden so viel Billtong ein, wie geht... leider hält so ein Vorrat nie bis zum nächsten Urlaub. 😄

Und dann geht es auch schon los. Bei Sehithwa geht es auf die Westverbindung Richtung Namibia, die A35 geradewegs hoch nach Norden. Dieser Strecke folgen wir entlang an Buschfeuern und einigen Arbeitern, die um eine Überlandleitung eine Feurschneise anlegen und immer auf die Autogroßen Schlaglöcher achtend die sehr sporadisch auf der Straße auftauchen.



Bei Tsau geht es dann rechts ab und rein in die Panhandle. Wir haben eine Beschreibung des Weges und zwischendurch tauchen auch Schilder auf am Rande des Weges. Braucht man auch, zwischendurch sind wir uns nicht so sicher, ob wir richtig unterwegs sind.



Unverhofft steht dann ein Jeep am Rand und als wir um die Ecke kommen wird der Fahrer aufmerksam auf uns und winkt. Er steht direkt an einem Abzweig nach Omogolo, das kann kein Zufall sein und ist es auch nicht. Er stellt sich als Bruce vor und hat hier auf uns gewartet, um uns die letzten Kilometer bis nach Omogolo zu begleiten. 🙄

WIE LANGE STEHT DENN DER JETZT SCHON HIER??! 🤨

Naja, er fährt vor, wir schalten die GoPro ein und entweder kennt er einfach nichts, oder er hat einfach ausprobiert wie schnell wir wohl folgen können/würden. Diese Fahrt haben wir "Tour de Bruce" getauft. Es geht in irrwitzigem Tempo über zugestaubte Pisten durch den Wald. Meistens können wir ihn vor uns gar nicht sehen, weil wir durch seine Staubfahne fahren, aber ist locker mit 50+ unterwegs über die kleinsten Pisten, die sich in engen Kehren um die Bäume winden.

An einem Flussbett hält er kurz an, wir wollen gerade neben ihn fahren, da gibt er Vollgas, runter ins Flussbett und eine ausgewaschene Regenrinne auf der anderen Seite mit Vollschub hoch. 😵 🤪

Der Typ ist irre und wir direkt hinterher... wir haben so eine Mischung aus Spaß, Unglaube und "ach was solls" im Auto. Es ist auf jeden Fall jetzt schon ein echtes Erlebnis. (warum es jetzt hier kein Video gibt, erklärt sich noch, vielleicht mache ich das irgendwann mal)

Wir kommen bei Omogolo an und werden schon erwartet. 4 Leute sind dort aufgereiht. Einer mit Tablett und Begrüßungsgetränk, es gibt warme, nasse Handtücher und ein warmes Hallo. 🙂
(wir sind etwas überfordert, dass ist jetzt nicht so wie erwartet und so gar nicht unseres, versuchen es aber mit einem Lächeln zu überspielen)

Der Service ist auch nur zur Begrüßungs-Show, eigentlich ist die Hütte ein privater Rückzugsort. Man gibt eine Zeit an, wann gereinigt werden kann und ansonsten hat man nur die Möglichkeit per WalkieTalkie jemanden zu rufen, wenn man was braucht.

Bruce verabschiedet sich wieder und eine Dame übernimmt die erste Führung... erstaunlich lust- und lieblos und uninformiert für eine solche Unterkunft. Dabei ist es hier doch nun wirklich "herrschaftlich". 😐





Das Hauptzelt ist gute 5m hoch (das wird noch wichtig), vorne ist das Private Deck und links und rechts sind die Schlafzimmer... man beachte, dass da nur eine halbhohe Mauer dazwischen ist, das Dach überspannt einmal alles. (das wird auch noch wichtig für die Gefühlslage)

Wir werfen einen kurzen Blick auf's Deck und bei mir macht sich schon eine dunkle Vorahnung breit. Nach kurzem Überblick verabschiedet sich die Hausmanagerin und Mara entschwindet ins Bad, ich mit zwei kühlen Getränken für uns beide auf's Deck.




Mara kommt auf's Deck, wir sind keine 10 Minuten hier und es tut mir immer noch Leid, aber sie hat überhaupt keine Chance. Meine Laune ist schon auf dem Tiefpunkt. Das obere Bild stellt das Wasserloch dar... das gar nicht existiert. Das gibt es nur in der Regenzeit, nicht mal ein Schlammloch ist da. Es gibt nur diesen Betonschacht im Boden, um den sich die Elefanten scharen um irgendwie an Wasser zu kommen. Ich will das gar nicht lange ausführen, ich bin wirklich arg angefressen, vor allem hatten wir in aller Kommunikation vorher auch drüber gesprochen, dass wir uns drauf freuen, Elefanten am Wasserloch den ganzen Tag beobachten zu können.

Ich bin sauer, Mara ist genervt, weil ich genervt bin und die Situation hier gibt von Vorfreude immer weiter um. In aller Kürze:

# die Elefanten können nirgends hin, durch diese Wasserquelle hält man sie meines Erachtens am Haus
# es gibt einen großen Salzblock, der gerne genutzt wird... aber wieso liegt der genau vor dem Deck? - das ist nicht tiergerecht, dass macht man nur, damit die Elefanten möglichst nah ans Deck kommen 😠
# während ich auf dem Deck sitze pinkelt ein Elefant einen kleinen See und schon kommen zwei Glanzstare angeflogen, endlich was zu trinken 🤢
# da zu wenig Platz ist, gibt es immer wütendes Gerangel an der Tränke (Interaktion von Elefanten gibt es zu sehen, aber sowas passt nicht in unsere Gefühlswelt) 🙁

Mir reicht es jetzt komplett, ich kann es echt nicht ertragen und wir sind, glaube ich, keine Stunde vor Ort, da melde ich mich per WhatsApp bei der Vermieterin und frage, wo denn das Wasserloch ist und schildere unsere Verwunderung. Sie schreibt mir eben zurück, dass es das nur in der Regenzeit gibt, aber ihre Elefanten sehr viel Interaktion zeigen... ja, ums Wasser prügeln. 😏

ABER ACHTUNG, ich will hier nicht unfair sein. Man muss ganz klar sagen, dass es für viele Leute eine tolle Erfahrung in der Hütte sein kann und sicher auch ist. Wir sind da aber anders gepolt und auch die Vermieterin war immer sehr nett. Schon zuvor, aber auch bei unserem Kontakt ab jetzt.



Ich bespreche mit Mara unsere Optionen. Sie ist wenig begeistert, aber ihr ist auch klar, dass wir hier nicht bleiben können, das wären keine schönen Tage mit mir. 😛

Ich schreibe nochmal an die Vermietung, dass wir unsere letzten Tage in diesem Urlaub irgendwo verbringen werden, wo wir uns wohlfühlen und sage ihr, dass sie doch bitte ihren Angestellten Bescheid geben soll, dass die sich nicht wundern. Wir werden mit den ersten Lichtstrahlen abfahren und uns etwas anderes suchen. Über Geld habe ich bewusst nicht gesprochen, darum ging es uns einfach nicht in erster Linie.

WÄHRENDDESSEN...

Parallel lädt Mara das Essen aus, während ich kommuniziere und plötzlich rennt irgendeine Manguste wie bekloppt über das Deck an mir vorbei und ins dunkle zweite Schlafzimmer. Was war das?

Wir schnappen uns Licht, gehen ins Schlafzimmer und das kleine Vieh flitzt uns um die Beine und über die Treppe wieder raus aus der Hütte. 😄

Mara macht sich dran, heute mal was richtiges zu kochen, legt alles auf die Arbeitsplatte, dreht sich kurz weg und quiekt laut auf. Sie sieht nur noch einen langen Rattenschwanz hinter dem Kühlschrank verschwinden. Ich komme dazu, sehe nicht, wir gucken uns kurz an und zack rennt das Vieht wieder über die Platte und weg hinter die Spüle.

Nervfaktor wird shcon wieder höher. Ich schlage vor, dass wir Käse, Wurst, Cornichons, Tomaten etc. haben und uns auch einfach eine kalte Platte machen können. Dann haben wir auch weniger zum säubern, soll morgen ja früh los gehen und der Stimmung folgend wird es genauso gemacht. Eine große Platte wird hergerichtet, der Sundwoner vorbereitet und dann sitzen wir auf dem Deck.

weiter geht's...

Während wir jetzt auf dem Deck sitzen, meldet sich die Vermieterin. Es tut ihr schrecklich leid, aber sie kann verstehen, dass es für uns, mit entsprechend anderen Safari-Erfahrungen eben nicht passt. Das Geld überweist sie uns natürlich zurück, aber wir sollen uns ein Feuer in der Boma anmachen und versuchen uns den Abend schön zu gestalten und das Haus dennoch zu genießen.

Also wirklich sehr nett!

Ich sage ihr, dass wir diese eine Nacht bezahlen werden, da wir sie eben auch nutzen und damit wünscht sie uns noch gute Tage und auch die nächsten Tage bleiben wir noch im Kontakt. Alles hat geklappt, alles gut.

Also sitzen wir jetzt hier und endlich kann auch Mara das Deck mal nutzen, bislang haben meine dunklen Gedanken sie fern gehalten. Die Sonne sinkt zu Boden, in dem Augenblick setzt die Pumpe aus, die offensichtlich mit Solar funktioniert und die Wasserquelle versiegt für den heutigen Tag... wir sitzen da, trinken was, Essen Kleinigkeiten und hören die Elefanten, wie sie erfolglos versuchen Wasser anzusaugen. Hört sich an, als ob ein riesger Staubsauger läuft... 🙁 es bricht uns wirklich das Herz und wir sind jetzt beide klar dabei, dass es gut ist, diesen Ort wieder zu verlassen. Nach etwas hin und her entscheiden wir uns, nochmal hunderte Kilometer in Angriff zu nehmen und zum Boteti zu fahren. Viele Unterkünfte, wir sind uns sicher was im Boteti River Camp zu bekommen und es ist mit zwei Nächten so möglich, noch 1,5 Tage Safari zu erleben und die Makgadikgadi Pfannen wollten wir ja eh' noch sehen.

Die gesamte Situation führte dann auch zu wenigen Fotos und bis heute Unlust, die Videos zu schneiden.

Dem allem zum Trotz, Details gehen natürlich dennoch gut...

Rüssel






Haut






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Könnte hier jetzt auch gut und vorbei sein. Eigentlich ist alles gesagt... aber vielleicht auch nicht. Es folgt ja noch die:

Chaosnacht des Terrors 😣 😈


Während wir auf dem Deck sitzen und eine Tüte Chips aufmachen, mittlerweile mit der Situation im Reinen und unter dem Deck unseren ersten Honey Badger überhauot erspähen konnten, blitzt es am Horizont. 🤨 😎

Ach Quatsch, das sieht ja cool aus. Es braut sich was zusammen, aber Ende September nicht wirklich sehr wahrscheinlich. Aber doch, immer wieder zucken vereinzelte Blitze über den Himmel. Ein tolles Schauspiel und wer hätte es gedacht, ein paar wenige, vorsichtig tröpfelnde Spritzer Wasser fallen auf das Deck und entwickeln sich tatsächlich zu einem leichten Nieselregen.

Wir ziehen die schweren Holzstühle ein Stück zurück und freuen uns über das wenige Wasser das fällt... NOCH!



Denn dann schlägt das Wetter um und uns schlägt kein Wind, sondern Sturm ins Gesicht oder sorry, dass ich es so sagen muss, es haut uns den Regen voll in die Fresse! 😄

Das 5m hohe Zelt entpuppt sich als wunderbarer Windkanal, dummerweise einer den man nicht schließen kann. Das führt dazu, dass nahezu alles im Zelt durch die Gegend fliegt und der mittlerweile Starkregen bis in die Mitte des Zelts, also gute 8m weit ins Zelt getrieben wird. Die Bilder fliegen von der Wand, die Wandteppiche flattern wild durch's ganze Zelt.

Wir retten was zu retten ist und sammeln alles ein und versuchen die Einrichtung so gut es geht vor Wind und Regen zu schützen. Wir sammeln alles auf und bringen es aus dem Regen und verstecken es hinter schwerem Material, dass der Wind nicht wegpfeift.

Das Gewitter ist mittlerweile da und die Blitze schlagen rund um die Hütte ein. Wir stehen hier im Nassen, es ist eiskalt, totales Chaos... um das einzuordnen, das oben beschriebene spielt sich über einen Zeitraum von über 2 Stunden ab. Es ballert uns das ganze Zelt um die Ohren.

Bissel Spaß muss sein... die Bilder sind eigentlich von etwas später. 😉


Der Wind dreht etwas und kommt jetzt von schräg vorne, damit schlägt es jetzt das Wasser ins zweite Schlafzimmer. Dort sind so Rollos, die man von innen umlaufend mit Klett befestigt. Wir versuchen die zu schließen, aufgebläht wie ein Segel, müssen wir uns zu zweit dagegen stemmen, um die zu schließen. Wir sind nass, der halbe Raum ist nass, aber was soll man machen.

An das WalkieTalkie haben wir nicht gedacht, aber irgendwie hätte ich so im Nachhinein betrachtet mal gedacht, dass jemand dann doch mal vorbeikommt, zumal ich zwischendurch an die Vermieterin und Bruce getextet habe, dass uns die Hütte um die Ohren fliegt.

Es gibt eine kurze Windpause und wir trauen uns wieder auf das Deck. Jetzt mache ich auch die obere Blitzbild und während wir da so sitzen und ein Blitz runterschlägt, denke ich so im Augenwinkel "Krass, sogar vom Baum der durch das Deck wächst, sind die Äste abgebrochen!"

Komisch nur, dass sich der Ast aufrichtet. Ich springe weg, bedeute Mara sie soll ins Zelt gehen und die große Taschenlampe holen und ich hole die Kamera. Irgendwas in meiner Stimme macht wohl klar, dass dies keine Frage, sondern nicht verhandelbar ist.

Dazu sei gesagt... wir haben keine Ahnung, aber im Büro der Hütte liegt ein "First-Aid Snakebite Kit", ein langer Schlangenhaken hängt an der Tür dort, inkl. einem Poster mit den "Snakes of Omongolo", auf dem 90% als giftig angegeben sind und mehrfach finden sich Schilder im Haus mit der Aufforderung "Don't kill our Snakes!" 😮

Wir wagen uns also auf's Deck, leuchten den Eindringling an, der versucht unter's Dach zu kommen und ins Trockene. Ihr erinnert euch, das Dach überspannt alles, inkl. unserem Schlafzimmer. 😣

Ich glaube ungiftige: Spotted Bushsnake - Gefleckte Buschschlange


Irgendwann schlängelt sie sich vom Baum auf's Deck und kommt auf uns zu. Ich schiebe ihr den schweren Stuhl entgegen und lasse den etwas angehoben auf's Deck knallen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man mit Erschütterungen Schlangen vertreiben kann... keine Ahnung ob es stimmt, aber es reicht, dass sie den Rückzug antritt und welch ein Glück, sie kann durch die Rillen im Boden verschwinden... also auch dort wieder auftauchen.

Der Regen und Wind wird wieder mehr, wir verziehen uns ins Zelt und schauen raus. Ich versuche noch ein paar Blitzbilder, eine Tüte Chips gegen den Resthunger wird aufgemacht. Ich texte weiterhin Bruce an, irgendwo scheint es zu brennen, östlich von uns glüht der ganze Himmel rot/orange.

Mara reicht es jetzt endgültig. Sie steht auf und verkündet: "Mir reicht's, ich mach jetzt die Augen zu und dann ist mir das alles egal!!!" 😄

Natürlich nicht, ohne von einem Gecko überrascht zu werden, der sie schon im Schlafzimmer erwartet. Aber der ist ja eher niedlich und frisst die Mücken weg des Nachts. Der darf bleiben.

Turner's thick-toed gecko | Dickzehengecko


Ich gehe zurück ins Hauptzelt, sehe die noch halbvolle Chipstüte und irgendwie denke ich mir, eigentlich hat sie recht... ab ins Bett. Ich komme um die Ecke, Mara faltet die Überdecke und hat schonmal die Bettdecke zurück geschlagen. Mir entfernt so ca. ein:

"Uhhhhööörggg." (so grob) 😉

Was ist denn jetzt schon wieder?

Hast du das nicht gesehen?

Auf dem Bett sitzt Egon, seineszeichens eine handtellergroße Spinne inkl. Beine aber. Der hat wohl unter der Bettdecke ein kuscheliges Plätzchen gefunden. Das Maß ist übervoll. Ich schnappe mir eine Tupper und fange Egon und lasse ihn dann im hohen Bogen vom Deck fliegen. (natürlich ohne die Tupper)

Danach reinige ich das weitere Bett von allerhand Käfern und kleineren Vertretern Egons und schlußendlich machen wir das Licht aus und... knarrzz, rrrauschhhh

Das WalkieTalkie springt an. Wirre Stimmen kommen über den Äther, ich erkenne Bruce Stimme und melde mich. Nach 2-3 Anläufen kommt ein fragendes "Robin, ist that you?"

Es brennt am Buffalo Fence und alle sind unterwegs um das Feuer zu löschen. Sie nutzen jetzt aber den Kanal unseres Walkie Talkies und organisieren die Löscharbeiten. ACH NEEE... ist ja nicht so, als hätte ich das nicht schon vor zwei Stunden an ihn geschrieben, gute Nacht. Das war es für uns. 😄

Fazit Omogolo
Ich spare mir die Bewertung, wir haben es versucht mit dieser Unterkunft, aber...
Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!


Die 2. (in)offizielle Zählung:



Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 4201. Sept. 2022

Im Land der Seelofanten

Es ist noch dunkel und der Wecker schellt. Wir nutzen schnell die Dusche und packen nebenbei direkt das Auto. Wie geplant fahren wir so früh wie möglich wieder los. Die hiesigen Webervögel beheben schon fleißig die Sturmschäden der letzten Nacht.



Schnell noch die Malarone mit einem Schluck Milch nehmen und dann..... Abends auf der nächsten Campsite feststellen, dass die Milch fehlt.Eingepackt hat die keiner, also stand sie offen auf dem Dach und wir haben sie als Andenken auf dem Parkplatz hinterlassen. 😗

Wir fahren 450km wieder in die Richtung, aus der wir gerade erst gekommen sind, aber da wir so früh unterwegs sind schaffen wir die Strecke recht fix und vertreiben uns die Zeit damit, die gestrige Nacht ins Tagebuch zu schreiben. Um 12 Uhr klingeln wir beim Boteti River Camp und finden Mish, der sich zwar wundert, dass wir wieder hier stehen, aber uns natürlich noch eine Campsite für die nächsten zwei Nächte anbieten kann. Wir haben noch etwas Auswahl und entscheiden uns für die #7.

Nach einem kühlen Getränk an der Bar, ein paar Bier für den abendlichen Gamedrive und der Erledigung der Formalitäten fahren wir direkt zur Fähre weiter und wollen unsere Mittagspause irgendwo am Fluss verbringen.





Es fühlt sich schon jetzt richtig an, dass wir spontan die Pläne umgeworfen haben. Schon von der Böschung runter sehen wir die typischen Bewohner der Gegend. Es sind wieder sehr viele unterwegs heute.



Wir fahren runter zum Fluss und sehen zuerst den Elefantenkadaver, eigentlich komplett abgenagt, nur ein Helmperlhuhn sucht immer noch nach Verwertbarem.





🤢 ... denken sich wohl sogar die nahe sitzenden Geier 😄

White-backed Vulture | Weißrückengeier


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn


Wir mögen es einfach hier am Fluß entlang zu gondeln und das holt uns direkt etwas runter nach dem gestrigen Tag. Man sieht Zebras und diverse Vögel, die eigentlich fast immer irgendwie fotogen am Fluß sitzen. Am besten natürlich auf den zahlreichen, abgestorbenen Ästen die aus dem Wasser ragen.

Wattled Starling | Lappenstar


African Fish Eagle juvenile | Schreiseeadler


Great Sparrow | Rotbrauner Sperling


Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint


African Fish Eagle | Schreiseeadler


Und dann sehen wir sie, den Grund warum wir eigentlich wieder hierher gekommen sind. Nach den traurigen Bildern gestern und unserem angeknacksten Seelenfrieden, brauchen wir einfach ein paar glückliche Elefanten. Welche die baden können, was zu fressen haben und sich einstauben können nach Herzenslaune.

Was wir brauchen sind: Seelofanten!, wie z.B. ... 🤩

Im Wasser Rumstehofanten...



... oder auch einen Spazierofant.



Wird das Wasser zu tief, muss der Rüssel eingesetzt werden und siehe da, ein Schnorchofant. 😗 😁




Hier gibt es sie in allen Formen, hach was ist das schön. Ein wahres Elidorado für uns. Wir suchen uns eine schöne Ecke, beobachten das Treiben am Fluss. Mara nickt irgendwann ein, die gestrige Nacht war einfach zu kurz. Wir stehen mitten in der Sonne und nach einer Weile starte ich den Wagen und wir suchen uns einen schönen Schattenplatz in der Böschung. Wir stellen uns hier jetzt hin, packen unsere Brote und Picknick aus und beobachten schier endlose Reihen Zebras, wie sie zum Fluß kommen, trinken und wieder die Böschung hoch verschwinden, dabei kommt es regelmäßig zu Staus.

Hier und da springt ein Snurrb durch den Sand und natürlich tummeln sich unsere Seelofanten im Wasser.



Scaly-feathered Finch | Snurrb




Trinkofant



Buddyfanten






Fressofant



Rüsselfanten



Auch an anderer Stelle versammeln sich vereinzelt Fahrzeuge und frönen ihrer Siesta. Manch einer eher an exponierter Stelle. Die Jungs stehen dort auf einer kleinen Insel, die man über einen Zuweg erreichen kann. Mitten in den Elefanten steht sich anscheinend auch gut. 😐

And I said, "What about Picnic at Elephants?"
She said, "I think I remember the film
And as I recall, I think we both kinda liked it"
And I said, "Well, that's the one thing we've got"


Tiffany-Fanten 😛



Da wir auf der anderen Flusseite bleiben, muss man die Fähre rechtzeitig zurücknehmen und während wir hier gestanden haben, haben wir uns quasi immer mal wieder mit dem kurz wegdösen abgewechselt. Es wird also Zeit und wir fahren zurück, noch einmal am Wasser entlang und finden einen weiteren, "alten Bekannten" wieder. Das unglückliche Zebra von vor zwei Wochen hat es hinter sich...





Staubofant



Auf dem Weg zurück sehen wir dieses, naja, wir vermuten mal ein kleines Straußenküken. 🤨
Oder gibt es irgendwelche Vögel die so aussehen als ob?

Komisch wäre es schon, denn wir haben hier noch nie Straußen gesehen, warum also sollte das völlig alleine hier rumlaufen. Falls ihr uns nicht sagen könnt, dass das eigentlich etwas anderes ist, bahnt sich die nächste Tragödie am Boteti an. 😕



Wir fahren endgültig zurück, sehen noch ein paar Vögel und am Elefantenkadaver, versammeln sich doch noch weitere Leichenfledderer. Es geht zurück ins Camp.

Pied Kingfisher | Graufischer




Southern carmine Bee-eater | Karminspint




Zurück im Camp beziehen wir unsere #7 und gehen erstmal Duschen. Auf dem Weg zurück treffe ich ein junges, französisches Paar auf der Nachbar-Campsite, die mit ihrem Gaskocher kämpfen und lade sie spontan zum Essen ein, sollte das nichts mehr werden.



Wir versuchen uns an einem Eintopf im Potje, bei dem das Fleisch allerdings außer zäh nix wurde. Trotz guten zwei Stunden köcheln... er hätte wohl noch eine Stunde auf zwei gebraucht und die beiden Franzosen hatten dafür wohl den richtigen Riecher. Irgendwann kommen sie rüber, aber gegessen haben sie schon. So wird es einfach nur ein schöner Abend. Die beiden haben mehrere Monate in Hilfsprojekten mitgearbeitet und sind jetzt auf einer Tour durch Botswana, als Abschluss ihres Aufenthalts. Coole Leute, sehr nett und echte Weltenbummler. Ich stehe mit beiden noch in Kontakt und sie kommen ganz schön rum. 🙂

Der Abend wird spät und als die beiden gehen fallen wir totmüde in unsere Koje. Heute können wir wieder gut schlafen und träumen, na von was wohl...

von Schmusofanten



Und in dem Zuge wird es Zeit für mein persönliches Lieblingsvideo des Urlaubs... voll mit Seelofanten! 😁

>>> Klick auf's Bild führt zum Video <<<


Die (in)offizielle Zählung erhöht sich auf:




Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 4302. Sept. 2022

Irgendwo im Nirgendwo... das platte Land.

Die Sonne steht auf und wir sind schon wach... ne sind wir nicht. Heute ist ausschlafen angesagt. Durch die Fähre kommt man eh' nicht so schnell ins Gebiet und das nutzen wir aus um etwas bummelig zu sein vor unserem letzten Safari-Tag.

Wir hatten zum Anfang des Urlaubs geplant, dass wir auch einmal in die Makgadikgadi Pans fahren wollten, einfach um mal die großen Pfannen dort zu sehen. Meiner Meinung... also unfachmännischen Meinung nach, fährt man weg vom Boteti, ein Stück durch den Wald und dann kommt man zu den Pfannen und kann die kreuzen, also so ähnliches Bild wie da rund um Kubu Islands. 😄

IST ES NICHT, weder das eine, noch das andere. 🤪

Dazu später mehr, aber erstmal geht es natürlich wieder an den Fluß und wir drehen zumindest eine kurze Runde, man weiß ja nie was man sieht, so zum Beispiel zwei Männer die einmal selber ihren Wagen über den Fluß ziehen wollten und die Arbeit der Fährmeister übernehmen. 🙂

(nach getaner Arbeit, aber die beiden stehen noch auf der Fähre, ein älterer Herr fährt den Wagen runter, er hat lieber zugesehen, wie er uns dann erzählte)


Ich steige zwar auch auf der Fähre aus, aber nur um moralisch zu unterstützen und mal wieder ein paar süße Grüße aus der Heimat unters Volk zu bringen. Die Männer freuen sich sehr, kleine Snacks für zwischendurch in Goldbärenform kommen eigentlich immer gut an.

(auch nach "getaner Arbeit")


Am Gate fragen wir nach dem Weg zu den Pans, auch wenn wir dafür eher skeptische Blicke ernten, wird uns zwar gesagt, wo es lang geht, aber auch die Frage angereiht, warum denn überhaupt und wenn schon, dann sollen wir früh losfahren. 😏



Machen wir... NICHT. Erstmal wollen wir ja noch zum Fluß. Gesagt getan, drehen wir eine kleine feine Runde mit einem echten Spektakel am Ende. Raubtier und Beute kämpfen gute 15 Minuten miteinander, nach langem hin und her, wir hätten es nicht mehr gedacht, konnte der Jäger dann doch noch zum Kill ansetzen. Und das alles nur wenige Meter von unserem Wagen entfernt, kein anderes Fahrzeug weit und breit. Verrückt!!! 😮

White-backed Vulture | Weißrückengeier


Spur-winged Goose | Sporngans


(nein... das ist nicht die Jagdszene... Kudus fressen keine Graufischer) 😛


African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen


Yellow-billed Stork - Nimmersatt


ABER JETZT...

... eine geschlagene Viertelstunde und ca. 500 Fotos später... der Kampf der Supermächte, der Thriller of Boteti unser Hauptkampf des Abends und das obwohl es noch früh am Morgen ist.

In der rechten Ecke: The Hammer, der braune Plattschädel... HAAAAAAAAMMMEEEEEEERRRR... KOPF!

Und in der linken Ecke: eine Kröte... 🤪



Wahnsinn, wie hartnäckig der Kollege versucht hat die Kröte zu verschlingen. Sie bläht sich auf, er versucht sie zu betäuben oder ein Loch in den Bauch zu schlagen, so ganz sicher sind wir uns nicht. Auch ohne ihre Blähpower, erscheint uns dieser Leckerbissen dann aber doch etwas zu ambitioniert.

Ich geb' nur ein Foto zum besten, weil Mara das gefilmt hat. Am Ende fehlen nur die spastischen Anfälle des Hammerkop, bei denen wir kurz gedacht haben, jetzt erstickt er an der Kröte, aber dann hat es doch noch geklappt.

Nichts für schwache Nerven... 😄 😉

>>> klick führt zum Video <<<


Auf geht's in die Salzpfannen! (auf dem Schild hier steht, nur Deppen fahren diesen Weg... viel Spaß dabei ihr Idioten!) 😣


Aus meinen berechneten 5km und dann kommen wir auf die Pfannen, werden fast 30km... auf irgendwelche Pfannen kommen wir dann aber auch nicht. Es geht mitten durch dichten Mopane, auf einer Piste, die gerade mal 50cm breiter ist als unser Auto. Es handelt sich nicht direkt um Wellblech, es ist eher Talblech oder, um in der Analogie des Meeres zu bleiben, Marianengrabenblech. Ja das passt, so kann man es nennen. 🤢

Wir werden sowas von übel durchgeschüttelt und sobald ich versuche nur ein bisschen schneller zu fahren wird es direkt noch schlimmer. Aber selbst bei Schritttempo fliegt einem alles von links nach rechts. Dazu Mopane soweit das Auge reicht. Noch sind wir nicht weit gekommen und ich erinnere mich an unsere Wellblech-Schreibübungen in Namibia. Ab 60km/h wird's besser. Einen Versuch ist es wert und tatsächlich wird es nicht gerade snaft, aber doch erträglich. Ich halte das Steuer so fest, dass mir nach 25km die Hände so verkrampfen, dass ich auf einer Anhöhe anhalte.... es ist die 5. oder 6. solcher Anhöhen und jedes Mal hofft man auf einen anderen Blick, aber vor einem liegt nur wieder noch mehr Mopane und die Piste geht schnurstracks da durch.

Ich plädiere für umdrehen, Mara will uns noch 5km geben. Na gut, ein wenig geht noch. keine 2 km und eine Anhöhe später entpuppt sich das als sehr gute Entscheidung. Endlich raus aus dem Wald und wieder Blick vor einem.





Und auch die Piste ist jetzt viel entspannter zu fahren. Was eine Wohltat. Tierisch ist kaum etwas unterwegs, ein Oryx schaut uns mal blöd an, der Vogel Strauß steckt lieber seinen Kopf in den Sand und winkt uns weiter.





Wir folgen den Wegen in die weite Graslandschaft und kommen bei unserem anvisierten Zwischenziel, den Njuca Hills vorbei. Der Platz #2 hat einen tollen Blick über die Grasebenen und den merken wir uns mal vor, für irgendwann einmal.



Als wir weiterfahren sehen wir ein paar Herden Zebras und auch Gnus. Schon auf weite Distanz ergreifen die Tiere die Flucht als wir uns nähern. Aber nicht dieses typische mal eben ein paar Meter rennen, umgucken ob man bleibt wo der Pfeffer wächst und dann weitermachen... sie rennen davon, über mehrere Hügel, bis sie komplett außer Sichtweite verschwinden und wir nur noch die Staubwolke sehen, die sich immer weiter entfernt. 🙄

Komisch, aber naja, anscheinend kommen hier nicht oft Autos vorbei. Wir schätzen irgendwann leider, dass in den letzten Jahren hier eher niemand durchgekommen ist und wenn, dann nicht in guter Absicht. Eine reine Vermutung, aber auch hierbei könnte es sich um Poaching gehandelt haben.



Warum dieser Gedanke... naja, ganze Herden rennen kilometerweit davon und dann treffen wir auf die ersten Elefanten. Aus bestimmt 300m Entfernung fangen auch sie an zu rennen, obwohl wir uns ganz langsam annähern. Vor uns wegrennende Elefanten, dass haben wir noch nie gesehen und es kommt nicht nur einmal vor. Und auch die Elis, die wohl ansonsten eher gerne klar machen, wer hier der Boss ist, laufen und laufen und laufen einfach immer weiter weg. Last but not least, stellen wir später fest, dass die Gates überhaupt nicht besetzt sind. Niemand ist zu sehen, die Tore stehen offen und die gebäude sind verwaist. 😐

Genug Trübsal und dunkle Gedanken. Aber der Exkurs musste sein, da uns die Reaktion allen jagbaren Wilds und Warmblütern doch sehr komisch vorkam. Wir fahren auf jeden Fall weiter und der Karte entnehme ich meinen Fehler, es ist eben keine Salzpfanne, sondern Grasland... die Pfannen fangen erst weiter östlich an.

UND DANN... denkt man an nichts besonderes mehr, wir fahren über einen kleinen Hügel, biegen in einer Senke um die Ecke und 🤩





In einer kleinen Pfanne hat es Wasser, WARUM AUCH IMMER. 🙄 Es stehen tausende Flamingos im knöcheltiefen Wasser und durchwühlen den Schlick. Was für ein irres Bild, damit haben wir sowas von gar nicht gerechnet, dass wir total platt sind und gar nicht sagen können was geschieht. Wir fahren später noch zu größeren Pfannen, aber nichts... nur an dieser einen gab es Wasser, nirgends sonst. So eine coole Sichtung, ganz klar die Sichtung des Tages. 😎

Wir entschließen uns durch die Gates den Park wieder zu verlassen und außen rum die Teerstraße bis zum Nord-Süd Einstieg Richtung Boteti wieder runter zu nehmen. Damit umgehen wir den Rückweg durch den Mopanewald, auch wenn es ein Umweg ist. Kurz vor'm Gate sehen wir auf der Karte, dass es noch ein Wasserloch dort gibt. Kurzer Umweg, den nehmen wir noch mit.

An einem völlig unscheinbaren Busch stoppe ich den Wagen... "Mara, schnapp' dir deine Kamera."

"Warum?"

"Unter dem Busch sind Geparde!"



Auf dem Bild kann man es halbwegs erahnen. Der eine sitzt ganz gut, einer schaut unter dem Busch hervor und durch's Geäst erkennt man ein paar Schemen. Das sind nochmal drei weitere, einer davon noch mit aufgestelltem Rückenfell, deutlich jünger als der Rest. Kaum bemerken sie uns gehen sie stiften und rennen davon. Die Fotos sind eigentlich alle nix, eines ist noch halbwegs brauchbar.



Die Hitzeschlieren sind zu intensiv. Wir fahren das kleine Stück bis zum Wasserloch, wenden dort den Wagen und Mara hat mit dem Fernglas die Geparde im Blick. Wir wollen ihnen etwas Vorsprung lassen und mal schauen, ob sie sich in eine Richtung bewegen, auf der sich noch einmal ein Pfad befindet.

Pamtam... pantam... pantam... "Ich glaube wir haben einen Platten?!" 😕

Ich gucke nach hinten... "Nein, das ist nur das Laptopkabel, das an die Tür schlägt." 😄

Pamtam... pantam... pantam... VERDAMMT, es ist ein Platten. 😣

Da folgt man gerade 5 Geparden, steht mitten im Nirgendwo und dann das... aber

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Es hilft nix. Anhalten, Schaden begutachten, Geparden beobachten... die sind schon weg. Außen hat sich hinten links ein kleiner Stachel in den Reifen gebohrt, zumindest lässt die Größe des Loches diese Vermutung zu. So ein Reifenwechsel dauert etwas mehr als eine Stunde. Zumindest wenn man die 15min mit einberechnet, die ich mir in den Kopf gesetzt habe die Stelleeinfach mit einem Feuerzeug und einen Stück Metall, das ich erhitze, zu kauterisieren. 🤪 😄

Na gut, hat nicht geklappt, also ist kurbeln angesagt.

Da haben wir sie noch, unsere Unterleghölzer... das war das einzige, was bei der Wagenübergabe dann fehlte.


Flying Bateleur... bitte weiterfliegen, wir bewegen uns noch, kein Futter!




Nachdem der Reifen gewechselt ist, müssten wir eigentlich auch einmal die Klamotten wechseln. Wir sind gut durchgebraten, dreckig und völlig verschwitzt. Aber egal, geschafft und jetzt heißt es nur noch zurück zum Camp. Durch den Park und über die Fähre macht keinen Sinn, also geht es komplett außenrum über Asphalt, bis zurück nach Khumaga.

Unterwegs treffen wir noch ein paar erfinderische Elefanten, die irgendwelche Wasserleitungen/Kanäle geöffnet haben.



Ein letztes Mal werden uns schöne Ohren gemacht, aber das sehen wir nur noch im Rückspiegel... stellvertretend steht dieser Kollege, für die Elefantensichtungen des Tages und damit auch unserer Reise.




Wer hätte das gedacht... damit toppen wir sogar noch unsere Zählung von 2018 und landen bei sagenhaften:



Wir kommen zurück ins Camp und verbringen einen kurzen, unspektakulären Abend. Erstmal duschen, eine Kleinigkeit essen und früh ins Zelt, denn morgen müssen wir sehr früh los um in Ghanzi rechtzeitig unsere PCR Tests machen zu können. Ich suche also noch Mish, damit wir schon heute Abend zahlen können und morgen früh raus sind.

Die beleuchteten Ablutions geben noch eine Chance, auf ein letztes Foto des Tages. Eine mächtig große Heuschrecke sitzt auf dem Boden, ein ganz schön dicker Brummer. Los Jungs, knattern! fällt mir direkt ein, falls es wer kennt. 😉




Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 4415. Okt. 2022

Die letzten zwei Nächte... der Weg zurück.

Aus dem Urlaub zurück, Alltagsstress und pünktlich 2 Wochen später Corona. Läuft... die Nase zumindest. Mara folgt mir aktuell mit 2 Tagen Abstand durch's Krankheitsbild und alle Symptome und da sie jetzt schläft und es mir besser geht und auch wenn der ein oder andere meinte, das wäre schon das Ende des Berichtes, so bleibt es mir doch, die letzten Tage wenigstens zusammen zu fassen und ein kleines Fazit zu geben. 😉 😁

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Unser folgender Tag bestand mehr oder minder aus drei Themen: PCR Test / Unterkunft suchen / Auto waschen

Da alles in Ghanzi stattfinden soll, ist erstmal Fahren angesagt und wir starten so früh es geht aus dem Camp. Beim PCR Test wollen wir nichts dem Zufall überlassen. Mit dem Arzt hatte ich schon aus Deutschland per WhatsApp Kontakt und wir sollen bis 14 Uhr da sein, da es keine Termine gibt und die Tests dann garantiert noch nach Gabarone gehen zur Auswertung. Glücklicherweise mussten die Testergebnisse nicht, wie anfangs noch, wieder zurück gondoliert werden, mittlerweile ist das Ergebnis per Mail möglich. 😎

Wir sind schon gegen 12:30h in Ghanzi, sehen auf dem Weg das "Symphonia Guesthouse" und schauen zumindest mal kurz über die Campsites. Könnte man machen, allerdings sieht alles nicht so richtig fertig aus und wir sehen auch niemanden. Merken wir uns für später, jetzt gilt unser Augenmerk nur den Tests.

Es ist ein kleines, unmerkliches Gebäude in einer Ladenstraße. Wartezimmer drinnen und auch draußen sitzen einige und warten. Unnötig zu erwähnen, dass wir hier schon etwas auffallen, aber wie immer in Botswana, fällt es eher uns auf, die anderen Patienten nehmen kaum Notiz. Wir füllen den Fragebogen aus, alles wirkt ordentlich, eine normale kleine Praxis halt.

Ein wenig schuldig fühlen wir uns, als es quasi ohne Wartezeit in ein Hinterzimmer geht, aber wir sind halt nicht krank und brauchen den Arzt nicht. Die Abstriche werden gemacht und wir werden schon am nächsten Morgen um 8:46h unsere Mails erhalten, dass wir beide, wie erwartet, negativ sind. 🙂

Da ich vor unserem Urlaub schon den Rezensionen gefrönt habe und mich nicht so sehr auf das Thakadu Bushcamp verlassen wollte, hatte ich für mich als "Top-Adresse" die Palm Afrique Lodge im Hinterkopf gespeichert und die auch schon vor drei Wochen auf dem Weg rein in die Stadt gesehen. Da versuchen wir es als Nächstes und haben dann zwei Optionen, wovon wir eine nehmen wollen. Auf dem Weg raus aus der Stadt werden wir von rechts laut "angepfiffen", AHA... gut zu wissen, das merke ich mir schon mal. 😉

Raus aus der Stadt ein paar Kilometer gen Süden und nur ein Stückchen neben Thakadu gelegen sehen wir die Einfahrt in Richtung Palm Afrique. Sauber, sehr aufgeräumt, eine gemeinsame Bomastelle für Camper. Nicht das rustikale Afrikafeeling, was sich viele wünschen, aber es gefällt und in Ghanzi brauchen wir eben erwähntes eigentlich auch nicht. Das ist eine klare Zwischennacht, Hauptsache ordentlich und sicher. Die Angestellten sind super freundlich, direkt wird gelacht und wir entscheiden uns für ein Zimmer und Abendessen. Jetzt haben wir so viel Zeit, da können wir auch hier schon anfangen alles flugfertig zu packen.



Auf dem Gelände wimmelt es übrigens vor Vögeln... aber die Motivation hielt nur 5 Minuten.

Bennett's Woodpecker | Bennettspecht


Wir packen erstmal alles schnell aus, ich gehe kurz zur Campsite, dort steht ein älteres Paar, Deutsche. Wir begrüßen uns und verabreden uns zum Abendessen, da sie auch nicht selber Grillen wollen. Danch geht es zurück zur Stadt, wir wollen den Wagen noch waschen lassen. Es pfeift diesmal von links und ich habe mich nicht vertan. Direkt am Ortseingang stehen ein paar Jungs, die es irgendwie schaffen so laut ohne Finger zu pfeifen, dass man es selbst durch die geschlossene Scheibe mit leiser Musik an hört.

150 Pula für das Komplettpaket, oben-unten-außen-drinnen, ALLES. (kommt uns nicht zu viel vor... nach diesem Jahr denke ich, hat man uns verarscht) Wie dem auch sei, wir bekommen Stühle in den Schatten gestellt und teilweise 5 Leute krabbeln in und um unseren Bakkie und kratzen den Elefantendung aus den Radkästen, polieren Schrammen weg oder lassen die Reifen wieder schwarz glänzen.



Die Innenreinigung wird offensichtlich mit Kaugummi-Extrakten vorgenommen, denn nach 1,5 Stunden Intensivpflege glänzt der Wagen, dass man sich die Netzhaut verbrennt, wenn man zu lange auf das strahlende weiß schaut und man kann nur noch mit Fenster runter fahren, denn es riecht wie in einer Hubba-Bubba Fabrik im Innenraum. 🤪 😄

Zurück in der Lodge wird der Laderaum aufgeräumt und wir sortieren alles aus, was nicht mehr benötigt wird. Ich säubere den gesamten Kühlschrank... gut, dass wir Joghurt Natur dabei hatten, mit irgendwas muss man ja seine Zeit rumkriegen. Im Zimmer neben uns, also im selben Doppelbungalow sind gerade die Reinigungsdamen dabei den blitzblank zu putzen. Ich gehe kurz rüber und frage eine Angestellte ob sie vielleicht Interesse an unseren Left-Overs hätten, es ist einiges übriggeblieben und sie können jederzeit klopfen, wir sind die nächste Stunde noch im Bungalow.

Das wir mit einem knappen "Yes" quittiert. Na gut, Hauptsache jemand bekommt es der es gebr... ich komme in unseren Bungalow und wir hören durch die Wand: "GIRLS - Left-Overs!!!" und ein lautes Jubeln und Lachen. 🤩 (scheint die richtigen getroffen zu haben, beim Abholen waren sie dann wieder ordentlich reserviert)

Nachdem alles soweit sortiert ist treffen wir uns zum Abendessen und es wird sehr nett, tolle und extrem lustige Gesprächspartner die beiden. Wir erfahren, dass sie 3 Tage nach uns auf der selben Passarge-Valley Campsite waren und zwei Löwenmännchen nachts auf und dann neben der Campsite hatten, die sich prügelten. Das war die Campsite im CKGR, wo wir noch dachten... "Hier läuft eh' nix rum, so trocken wie es ist und da man eh' kein Tier gesehen hat." 😗

Das Abendessen muss noch erwähnt werden, denn es gibt einen fantastischen Brim-Fisch für uns und T-Bones für die beiden. Witzige Randnotiz... eine jeweils sehr ordentliche Portion für die Damen und eine "Männerportion" für die Herren mit locker 50% größerem Fisch oder Fleisch. 😄

FAZIT Palm Afrique
Wenn wir in Ghanzi was brauchen, dann bleiben wir hier. Haben wir dieses Jahr auch wieder gemacht, diesmal Camping und auch da alles tiptop. Ist für uns eine sichere Bank für so eine Zwischennacht bei Bedarf und man kann in Ghanzi auch einiges erledigen.
4 von 5 Sternen

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Am nächsten Morgen lassen wir uns Zeit beim Frühstück, checken aus und sprechen noch kurz mit den Besitzern, die wissen wollen, wie wir auf sie gekommen sind und sehr interessiert sind, wie Corona bei uns läuft und warum eigentlich niemand kommt im Moment. Um 10h holen wir unsere Tests in gedruckter Form beim Arzt ab. Hätten wir auch in der Lodge machen können, aber da hatten wir dem Arzt ja schon gesagt, wir kämen noch mal vorbei.

Danach geht es zur Grenze, was mit den Tests im Gepäck alles ziemlich problemlos geht. Raus aus Botswana eh, rein nach Namibia steht direkt hinter'm Zaun ein weißer Container, wo der Test kontrolliert wird und weiter geht's. Bis zu unserem Tagesziel, Kalahari Bush Breaks ist es nicht weit und als wir eintreffen werden wir noch gar nicht erwartet. Eine Angestellte ist aber da und wir bekommen schon mal unser Zimmer.



Empfangskomitee




Wir folgen ihr kurz in den Garten, nehmen ein kleines Willkommens-Bierchen (also ich ;)), beobachten die Wasserböcke und Vögel im Garten und sagen ihr, dass wir erstmal den Farmtrail fahren und sie sich keinen Stress machen muss. Dann sind wir eh' erst in ein paar Stunden wieder da.



Groundscraper Thrush | Bodenkratzerdrossel


Violet-eared Waxbill | Granatastrild


Wir machen uns auf. Ich hatte gelesen, dass es hier eine längere 4x4 Tour durch die Farm gibt, die man selber fahren kann und da wir Zeit haben, machen wir uns ein letztes Mal zu einer "Safari" auf. Der Weg ist sehr steinig, teilweise auch ein paar steilere Passagen drin und man kann ein paar Antilopen entdecken. Auf jeden Fall schön angelegt und wenn man sich schon mal ein klein wenig an das Fahrgefühl mit dem Wagen gewöhnen will, auf einer Ersti-Tour, kann man den ruhig machen. Es gibt zwischendurch mehrere Stellen, an denen alte Felsmalereien, bzw. Felsgravierungen betrachtet werden können und der Weg ist immer gut ausgeschildert. Oder besser gesagt, sollte er wieder sein, da wir einige der Wegsteine und Hölzer unterwegs wieder in Form gebracht haben. 😉





























Ein schöner kleiner Trail, hoffentlich ein paar hilfreiche Eindrücke, falls den mal jemand plant. 🙂



Zurück "am Haus" sind auch die Besitzer mittlerweile wieder da. Man tauscht sich kurz aus, ich kann mal einen Blick in die alte Bar werfen und wir haben ein durchaus sehr interessantes Gespräch mit dem Sohn des Hauses zum Thema Jagd und auch der Notwendigkeit dieser, wenn man auf einer solchen Farm lebt. Ich denke wir haben da eh' eine ganz gesunde Einstellung dazu und verurteilen das nicht, aber wenn man sich ein paar Zahlen vergegenwärtigt mit denen die Farmer zu kämpfen haben, dann kann man vieles besser nachvollziehen.

Wir fanden das auf jeden Fall sehr spannend, teils schwierig, aber immer nachvollziehbar und ein erfrischend offenes Gespräch zu dem Thema, weil wir aber auch klar signalisiert haben, dass wir da generell kein Problem drin sehen. Näher will ich gar nicht drauf eingehen, manche schreckt das Thema ja sofort ab, aber das hätte die Lodge nicht verdient.

Mara nutzt das WiFi, ich streuner noch etwas über die Anlage, bevor auch das Foto-Equipment für den Rückflug verstaut wird.



African Red-eyed BulBul - Maskenbülbül




Marico Sunbird | Bindennektarvogel





FAZIT Kalahari Bush Breaks
Damals hätten wir wohl 3-3,5 Sterne gegeben. Da gab' es ein paar Dinge, die uns etwas gestört haben, speziell im Zusammenspiel Besitzer und Angestellte. Taktisch aber ist K-B-B so gut gelegen, dass wir dieses Jahr sogar zweimal da waren, am ersten und letzten Abend und die Dinge, die uns letztes Jahr gestört haben, waren nicht mehr zu erkennen. Die Tochter hat vor Ort alles gemanaged dieses Jahr und die gesamte Atmosphäre war perfekt. Sehr freundlich, zuvorkommend, alle Angestellten lockerer, etc.

Echt schön und zum Wohlfühlen. Tiere, schöner Garten, der Trail... auch Walking Trails gibt es. In der Gegend und als Stop an der Grenze tatsächlich konkurrenzlos. Es gibt halt nichts anderes, aber gerade da könnte man meinen, man müsste nicht viel leisten. Ist aber nicht der Fall. Campsites können wir nix zu sagen, sieht immer ordentlich aus, nichts für die Gallerie, aber ordentlich. Da das aber unsere erste oder letzte Nacht ist, bevorzugen wir in beiden Fällen immer die Lodge-Variante.

5 von 5 Sternen

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Nach einem ganz entspannten Morgen und Frühstück geht es heute zurück zum Flughafen. Da gibt es dann wirklich nicht mehr viel zu erzählen. Der Weg läuft entspannt durch. Am Flughafen halten wir noch mal bei der Tankstelle. Wir lassen nur auf 60 Liter auffüllen und fragen ob wir den Reservekanister zurück schütten können. Den haben wir vor drei Wochen ja auch hier aufgefüllt.

"Kein Problem, fahrt da rüber, ich komme gleich."

Das endet dann in einer Schere, einer Colaflasche und meinem Problem, wie ich für den Rückflug den ganzen Dieselgestank wieder von den Händen kriege??! 😣 😄



Zurück bei SCR läuft alles gewohnt reibungslos. Kopfschüttelnd wird das Auto begutachtet... die letzten Male war es ja schon sauber, aber diesmal fällt es allen auf, wie blankgeputzt die Karre ist. Wir treffen ein paar der anderen Gäste die mit uns zum Flughafen kommen und helfen ihnen, aufopferungsvoll, dabei ihre letzten Biere zu leeren. Zwischenzeitlich hat Vincent seine Begutachtung abgeschlossen, ein paar Dinge muss ich aber noch sagen.

"Wir hatten einen Platten."

"Ich weiß, es fehlen die Bretter zum unterlegen!"

😣 🤪 VERDAMMT!

Wir haben es in keinem Jahr geschafft, dass alles wieder mit zurück gekommen ist. Nie etwas dramatisches, aber immer fehlte eine Kleinigkeit. Diesmal waren wir sicher, nichts verloren zu haben. Auf ein Neues, nächstes Mal. 😄

Ich zeige ihm noch unsere Problemreifen und er ist sich sicher, dass er die prüfen und flicken wird. Danach schauen wir uns noch die neuen Zelte an. Hardschalen die längs über das Dach gehen. Wie ein Bushcamper, aber mit Leiterzugang von außen und Licht und Strom drinnen. Spannend, das könnten wir auch mal ausprobieren. Generell überzeugt das Gespräch mal wieder von der Qualität, die bei SCR nicht von ungefähr kommt. Vincent ist selber mit den Fahrzeugen regelmäßig unterwegs, er hat mehrere Termine mit seinen Lieferanten und Produzenten in der ruhigeren Saison geplant, da er diverse Verbesserungsvorschläge hat, die er bei der Ausstattung umsetzen will. Man hat einfach das gute Gefühl, dass da jemand dran ist, der selber, immer die beste Qualität liefern möchte.

Und wenn man bedenkt, dass er alle Angestellten, die wir kennen, auch behalten hat über die Krise, spricht das auch Bände, wenn gleichzeitig der Furpark veräußert wird. 🙂

Wir verabschieden uns mit zwei Herzen in der Brust. Schweren Herzens, weil es heißt Abschied nehmen und leichten herzens, weil wir doch etwas Zeit brauchen, die ganzen Eindrücke der Reise sacken zu lassen.

Ein letzter wichtiger Punkt noch, bevor es zum Flughafen geht. Der Kilometerstand.


Das macht 4.271 Kilometer in den drei Wochen. Natürlich unserem misslungenen Ausflug in die Panhandle geschuldet. Der alleine hat bestimmt 800-1.000 Kilometer draufgepackt.

Und das war es... Afrika verabschiedet uns mit einem spektakulärem Sonnenaufgang auf dem Rollfeld und schickt uns nach Hause. Noch wissen wir es nicht, aber in ziemlich genau einem Jahr, stehen wir hier wieder! 🤩




Fazit folgt gleich...

Sala Sentle,
Robin & Mara

Teil 4515. Okt. 2022

Wo ein Wille war, war doch ein Weg

Zeit für ein kleines, sehr kleines Fazit der Reise in 2021, die wir mit den frischen Eindrücken aus 2022 ganz gut ins Verhältnis setzen können.

Land & Leute
Freundlich, aber wie überall auf der Welt, blieb dies oftmals hinter Masken versteckt. Leider. (also das bezieht sich echt nur auf das strahlende Lächeln, dass man nie sehen konnte, nicht auf die generelle Art der Menschen dort) Wir haben immer Hilfsbereitschaft und nette Leute angetroffen. Vielerorts konnte man es sich gar nicht erklären warum niemand aus Europa kommt. Dementsprechend waren es in erster Linie Südafrikaner oder Batswana unterwegs. Wir waren die "Internationals", die man so lange nicht gesehen hatte.

Tiere
Nebst wundervollen Sichtungen gab' es auch einige Stellen, wo die Herden sehr scheu waren, bis hin zu dem sich aufdrängendem Verdacht, dass verstärkt gewildert wurde. Auch dieses Jahr haben wir das Thema noch mit Rangern besprochen... "They come for food, not poaching. It's not good, but they are no bad people." war die für uns spannendste Aussage eines Wildhüters, der die ganze Nacht im Park patroulliert.

Die Parks
So einsam, wie man sie wohl nur selten erleben kann und wird. Wir haben wirklich oft niemanden gesehen. Dementsprechend waren viele Wege verbuscht, schwer zu fahren und alles kam einem noch wilder vor. Das Wasser hat uns oftmals einen Strich durch die Rechnung gemacht... rückblickend ging es sogar. Dieses Jahr war viel mehr Wasser im Moremi.

Reisepartner
Klar, das Highlight der Reise. So schön es ist alleine unterwegs zu sein, gemeinsam ist es doch noch mal schöner. Es geht alles schneller von der Hand, man hat immer was zu Lachen und kann den ganzen Abend "klönen". Wenn man immer wieder bedenkt, dass wir uns nur einmal live sehen konnten vor der Reise... erstaunlich wie harmonisch das dann funktionieren kann, wenn man einfach weiß, dass man ähnlich tickt. 🙂

Kurzum, es war einfach klasse und richtig schön mit Martin und Claudia.

Auto
Eins A mit Sternchen, wie immer, muss man sagen. Gibt für mich nichts dran auszusetzen, kostet was, aber ist dann auch ein rundum-sorglos Paket.


AM ENDE hat nicht alles geklappt, aber auch nie etwas, dass jetzt riesige Abstriche gebracht hätte. Mit jedem Fehlschlag war auch wieder eine Geschichte verbunden und wie hat es doch Mark twain so schön beschrieben... jeder der mal mit uns herumgefahren ist, wird in dem Satz viel Wahrheit erkennen. 😛 😄

„Gegen Zielsetzung ist nichts einzuwenden, sofern man sich dadurch nicht von interessanten Umwegen abhalten lässt.“
~ Mark Twain



Sala Sentle,
Robin & Mara

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! | Botswana '21 von Blende18.2

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/301028-wo-ein-wille-ist-ist-oft-kein-weg-botswana-21

Stand: letzter Berichtsteil vom 15. Okt. 2022

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