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Reisebericht · namibia-forum.ch

Savanna - extra dry: Etosha, Caprivi, Chobe 2019

von H.Badger · Juli – Aug. 2019 · 22 Tage · Selbstfahrer · 37 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir reisen im Juli und August 2019 als Familie zu viert mit einem gemieteten Landcruiser durch Namibia und Botswana – eine kleine Wiederholung unserer Reise von vor zehn Jahren. Eine extreme Dürre prägt diesmal das Bild: In Etosha finden wir weite, graslose Ebenen und ausgetrocknete Wasserlöcher vor, dazwischen aber immer wieder Löwenrudel, mehrere Leoparden und zwei jagende Honigdachse.

Im Caprivi wird es grüner. Am Okavango bei Mahango beobachten wir Herden von Pferde- und Rappenantilopen aus nächster Nähe und zwei lang ersehnte Klunkerkraniche; auf einer sandigen Piste bleiben wir dort für vier Stunden im Tiefsand stecken, bis uns Ranger befreien. Auf zwei Bootstouren am Kwando begegnen wir gleich mehrfach einer scheuen Sitatunga und unserem Lieblingsvogel, dem Malachit-Eisvogel.

Am Chobe erleben wir beides: überfüllte Konvois aus Gamedrive-Fahrzeugen und an ruhigeren Tagen gleich zwei Leoparden aus wenigen Metern Entfernung, der letzte davon am Abschiedsmorgen kurz vor dem Rückflug. Bei einer Bootstour reißt mitten auf dem Fluss der Steuerriemen, und ein fremdes Boot muss uns zurückschleppen. Ein Tagesausflug zu den durch die Dürre nur noch spärlich strömenden Victoriafällen führt uns einmal per Helikopter über die Schlucht. Trotz der Dürre nehmen wir eine erlebnisreiche und dankbare Reise mit nach Hause.

Teil 108. Aug. 2019

Savanna – extra dry: Etosha, Caprivi, Chobe 2019

Prolog

Liebe Forengemeinde,
nach gut drei Wochen in Namibia und Botswana sind wir wieder zurück in heimatlichen Gefilden. (Wo aber ist die Heimat der Seele?)
Einmal mehr hatten wir eine schöne und ereignisreiche Zeit im südlichen Afrika. Dabei waren einige Dinge so, wie wir sie aus den vergangenen Jahren bereits kannten und liebten und andere Dinge waren – nun ja – anders.

Erstmal das Bekannte.

Wir waren auch in diesem Jahr als Familie unterwegs. Das heißt in unserem Fall, dass meine Frau und ich die vorderen Sitze unseres fahrbaren Untersatzes belegt haben und unsere zwei Töchter auf der Rückbank Platz genommen haben. Die beiden waren zum Zeitpunkt der Tour vier und sieben Jahre alt und sind bereits alte Häsinnen im Bereisen des südlichen Afrikas. Das macht viele Dinge sehr einfach, führt aber auch zu präpubertären Ermüdungserscheinungen im Bereich der Tierbeobachtung… 😉

Die geplante Reise sollte eine kleine Renaissance unserer „Verlobungsreise“ aus dem Jahr 2009 werden. Viele der Stationen haben wir also vor zehn Jahren (und teilweise auch dazwischen) bereits besucht und waren sehr gespannt, was sich in der Zwischenzeit verändert hat (kleiner Spoiler: primär das Besucheraufkommen und auch die Entwicklung des Preisgefüges…).
Das Delta – in dem die eigentliche Verlobung damals stattfand 🙂 – haben wir im Rahmen dieser Tour aber ausgelassen: Kosten und Kinder sprachen gegen den Besuch. Überhaupt war es dieses Mal gar nicht so einfach Unterkünfte für uns vier zu finden. Wir buchten im Oktober/November letzten Jahres und mussten teilweise größere Flexibilität zeigen. So war es schwierig, in und um Etosha Unterkunft für uns vier zu finden, was sich vor Ort wegen erkennbarer Leerstände und spontaner Umbuchungsmöglichkeiten als seltsam erwiesen hat… (Kontingentierungen sei Dank… 😠 ) Und auch Kasane und die Kwando-Region waren gar nicht so einfach.

Um aber nicht mit Details zu verwirren oder sich in ihnen zu verlieren, bevor die gesamte Route dem geneigten Lesenden bekannt ist, hier die Reise im nummerierten Schnelldurchlauf.

1. Flug von Frankfurt über Johannesburg nach Windhoek mit SAA
2. Ankommen in Windhoek (Immanuel Wilderness Lodge) 1Ü
3. Auf dem Weg in den Etosha NP (Weaver’s Rock Guestfarm) 1Ü
4. Etosha (Okaukuejo, Etosha Safari Camp, Halali, Namutoni) insgesamt 7Ü
5. Auf dem Weg in den Caprivi (Wildacker Guestfarm) 1Ü
6. Am Okavango: Mahango Core und Buffalo Core (Ndhovu Safari Lodge) 3Ü
7. Am Kwando: Bootstouren und Mudumu NP (Mukolo Camp) 2Ü
8. An der Chobe-Riverfront (African Sunset Cottages) 4Ü
9. Rückflug von Kasane über Johannesburg nach Frankfurt mit SAA

Wir haben die Tour ganz bewusst als one-way-Variante geplant, um lange Fahrstrecken (für die Kinder, aber auch für uns: der Trans-Caprivi-Highway ist jetzt nicht soo spannend… 😗 ) so selten wie möglich absolvieren zu müssen – und am Ende der Reise keine ewigen antiklimaktischen Transfertage nach Windhoek zu haben. (Das hatten wir 2009 so, als wir von Maun über Ghanzi und Gobabis bis Windhoek gefahren sind…)

Und nun das Neue. Das sind im Wesentlichen drei Punkte.

Erstens: Während wir in den letzten Jahren stets mit einem Kleinbus unterwegs waren, haben wir in diesem Jahr erstmals ein Allradfahrzeug gemietet. Ursprünglich wollten wir einen Toyota Hilux DC haben. Aber irgendetwas ist bei der Anmietung beim Autovermieter Namvic schief gegangen und so haben wir ein Upgrade auf einen Landcruiser bekommen, mit dem wir für die Tour unmaßgeblich überausgestattet waren. 😉 Ein echter alter Haudegen, den ich euch im ersten Kapitel des RB noch etwas näher vorstellen werde. Nach einigen Startschwierigkeiten haben wir eine recht innige Beziehung zu dem Monstrum entwickeln können…

Zweitens: Die Kinder und wir haben in diesem Jahr eine Malariaprophylaxe gemacht. Zum Glück ohne jede Nebenwirkung – außer dass das Abendessen wegen aufkommenden Tablettenverweigerungsritualen teilweise etwas anstrengender ausgefallen ist, als wir es uns gewünscht hätten. 😉 Aber das ist ein vergleichsweise niedriger Preis. Mücken hatte es seltsamerweise vor allem auf Wildacker (dort scheinen sie im nahen Wassertank zu brüten). Einige wenige sind uns aber auch im Caprivi und viele abends an der Riverfront des Chobe begegnet.

Drittens: Savanna – extra dry. Die titelgebende Dürre. Bereits im Vorfeld der Reise haben wir die Lage in Namibia besorgt verfolgt. Was sich uns schließlich gezeigt hat, hat uns als langjährige Trockenzeitreisende immer wieder traurig gemacht. So wenig Gras auf den Farmen nördlich von Windhoek, die Erzählungen über die notwendige Reduzierung der Vieh- und Wildbestände. Die graslosen und lebensfeindlichen Mondlandschaften um Okaukuejo. Der sehr niedrige Wasserstand im Okavango und vor allem im Kwando. Orte, die man liebt, so leiden zu sehen – das war nicht immer leicht. Und es war Juli – noch eine lange Durststrecke bis zur hoffentlich (!) ergiebigen nächsten Regenzeit.

Trotz der Dürre hatten wir eine schöne und oft beeindruckende Zeit in Namibia und Botswana. Wir haben nette Menschen getroffen, herzliche Gastfreundschaft erfahren, allerlei (teilweise dusselige) Missgeschicke gemeistert und viele schöne Erlebnisse mit der geliebten Fauna der Region haben dürfen. Auch in dieser Reise stand die Beobachtung und Fotografie der Tierwelt in Etosha, Caprivi und Chobe klar im Vordergrund – entsprechend viele Bilder sind entstanden. Der Abwechslungsreichtum war dabei wirklich enorm. Neunzehn Antilopenarten konnten wir im Verlauf der Reise ablichten. Nur das Birding, auf das wir uns sehr gefreut hatten, ist etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die extreme Trockenheit und der damit verbundene Nahrungsmangel hat uns hier nicht in die Karten gespielt – vor allem im Etosha hatte es außerhalb der Restcamps vor allem nur noch Schildraben und Krähen.

In den kommenden Tagen werden wir unsere rund 8000 mitgebrachten Fotos sichten und hoffentlich extrem ausdünnen, um euch dann gern mit auf die Reise durch Etosha und Caprivi bis an die Ufer des Chobe mitzunehmen.
Wie immer freuen wir uns über zahlreiche bekannte und neue Mitfahrende und über eure Kommentare, die das Reiseberichtschreiben neben der Möglichkeit des eigenen Nacherlebens der Tour so schön und wertvoll machen.

Nach diesem textlastigen Präludium geht es also in einigen Tagen mit dem ersten richtigen Kapitel los. Ich werde versuchen, in regelmäßigen (und nicht zu weit auseinanderliegenden) Abständen weitere Tage einzustellen.

Bis dahin herzliche Grüße!
Sascha

Teil 211. Aug. 2019

1. Kapitel: Rückkehr ins südliche Afrika oder „Meet the Beast“
16. und 17.7.2019


(Eine kleine Anmerkung vorneweg: Wegen erhöhter physischer und psychischer Belastung entstehen an diesem Tag kaum Fotos – daher die folgende Bleiwüste…)

Einige Tage haben wir mal wieder damit zugebracht, fleißig das Gepäck für uns vier zu schnüren. Kleidung für warme Tage und kalte Nächte, allerlei Taschen- und Stirnlampen und sonstiges Safarigeraffel, eine maximal umfassende Reiseapotheke. Spielzeuge und Bücher, damit den lieben Kleinen nicht langweilig werden wird. Zu diesem Zweck außerdem zwei mp3-Spieler – randvoll bepackt mit Hörspielen und der Lieblingsmusik des Nachwuchses (bei langen Transferfahrten Gold wert). Natürlich auch noch die umfangreiche Fotoausrüstung, die allein einen Rucksack nebst Objektivtasche füllt. Alles in allem werden drei Koffer randvoll gefüllt und zwei Rucksäcke geschultert. Trotz mehrjähriger Erfahrung ist das Packen immer wieder eine durchaus anstrengende und zeitraubende Angelegenheit, aber das Ziel vor Augen stärkt die Motivation…

Am Nachmittag des 16. Juli wird dann entspannt der Zug gen Frankfurt bestiegen – das reservierte Kinderabteil macht die Fahrt einmal mehr sehr komfortabel.

Am Flughafen angekommen, toben sich die Kinder vor dem langen Flug noch einmal auf dem Spielplatz richtig aus. Wir essen noch gemütlich zu Abend und bald geht es dann auch schon los: Um 20.45 Uhr startet unsere SAA-Maschine gen Johannesburg.

Der Nachtflug verläuft ohne große Ereignisse – so ist es gut. Die Kinder nutzen zuerst begeistert das Entertainmentprogramm und schlafen dann recht gut bis zum frühen Morgen. Mein Kopfhöreranschluss ist aber leider defekt und ich kann auch nicht wirklich gut schlafen – so dauert dieser Flug für mich eine gefühlte Ewigkeit… 😵

In Johannesburg haben wir am frühen Morgen knapp zwei Stunden Zeit zum Umsteigen in unser Flugzeug nach Windhoek. Da unser Interkontinentalflug aber etwas verspätet landet, gestaltet sich der Transit etwas stressig, denn an der Passkontrolle im Transferbereich des O.R. Tambo ist leider eine ganze Menge los… 😣

Zum Glück schaffen wir unseren Flieger nach Namibia nach dem ein oder anderen Schweißausbruch noch pünktlich und landen nach knapp zwei Stunden gegen 11.30 Uhr im sonnigen Windhoek. Bereits als uns der warme Wind und die trockene Luft auf der Flugzeugtreppe empfangen und sich unsere Lungenflügel füllen, fühlt sich das wie ein Heimkommen an: Schön, dass wir wieder da sind. 😁

Wir lassen uns viel Zeit auf dem Weg zum Flughafengebäude. Nach dem Stress in Johannesburg wollen wir es ruhig angehen lassen. Die Einreisehalle ist daher sehr gut gefüllt, als wir sie schließlich betreten. In aller Ruhe füllen wir die nötigen Formulare aus und werden schließlich zu unserer Überraschung als Familie mit kleinen Kindern in eine kurze Schlange ganz am Rand des Raumes gebeten. So erfolgt die Einreise doch noch schnell und unkompliziert. 🙂

Nachdem wir das Gepäck abgeholt haben, treffen wir in der Halle des Flughafens auf Otto, einen Mitarbeiter der Mietwagenfirma Namvic, der uns freundlich willkommen heißt.
Er fährt uns zur Namvic-Zentrale, die sich zwischen dem Flughafen und Windhoek befindet. Unterwegs erklärt er uns schonmal die Mietbedingungen und einige Funktionen unseres zukünftigen Autos. Nach der langen Flugnacht finde ich das ziemlich fordernd…

Wir fahren durch die staubtrockene Landschaft und bekommen erste Eindrücke von der herrschenden Dürre. Alles ist noch karger, als wir es aus vergangenen Trockenzeiten kannten. Wir freuen uns über erste Warzenschweine und Paviane. Für Fotos fehlt aber die Energie…

In der Namvic-Zentrale werden wir gleich zu unserem Landcruiser geführt.

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Wir sind von der Größe und Anmutung des Fahrzeugs zuerst im durchaus negativen Sinn beeindruckt. Ein Gefühl der Überforderung stellt sich in unseren müden Köpfen ein, als die Ausstattung präsentiert, die teilweise sehr schwergängigen Schlösser der Gepäckklappen ausprobiert (für jedes der vier Schlösser ein anderer Schlüssel!) und die Funktionsweise des Wagenhebers erprobt werden. Nach der langen Anreise ist das gerade echt ziemlich viel Input… 🙄

Der Innenraum des Landcruisers ist schon sehr in die Jahre gekommen – die Sitze sind zerschlissen, einige Dichtungen sind durch Klebeband ersetzt worden… Es gibt keinen Drehzahlmesser oder andere Instrumente, die man aus modernen Fahrzeugen gewohnt ist. Was uns jetzt noch irritiert, wird uns in einigen Tagen aber nicht einmal mehr auffallen… 😉

Es werden uns außerdem die Funktionsweise der zwei Tanks und des Allradgetriebes erläutert – bei diesen beiden durchaus wichtigen Aspekten werden wir jedoch leider mit fehlerhaften Informationen versorgt, was sich in den folgenden Tagen noch negativ bemerkbar machen wird… 😈

Der obligatorische Einbau der Kindersitze ist dann mal wieder ein Abenteuer für sich. Der Sitz unserer Kleinen gibt sich erst geschlagen, als wir ihn gemeinsam mit den Namvic-Mitarbeitern mit einer großen Anzahl Kabelbindern fixieren…

Unser Gepäck findet locker Platz im riesigen Laderaum und auch wir richten uns im großzügigen (und dabei so schlichten) Doublecab häuslich ein.

Nach gut eineinhalb Stunden in der frühnachmittäglichen Hitze verlassen wir das Namvic-Gelände endlich in Richtung Windhoek. Die ersten Kilometer mit dem Cruiser sind tatsächlich gewöhnungsbedürftig, was Beschleunigung, Geräuschpegel und die Härte der Schaltung anbetrifft… Aber der Wagen bietet einen fantastischen Überblick für alle vier Insassen, den wir bald sehr zu schätzen wissen werden.

Im Checkers in Klein Windhoek machen wir unseren Grundlageneinkauf und werden dabei von einem Parkwächter ziemlich unangenehm bedrängt – er verlangt einen viel zu hohen Betrag für den Parkplatz und ist nicht amüsiert, als wir uns mit dem Supermarktpersonal absprechen, um zu klären, ob diese Gebühren wirklich von Stadtseite aus erhoben werden, wie von ihm behauptet… 😐

Genervt und ziemlich am Ende unserer Kräfte durchfahren wir Windhoek vorbei an der Christuskirche in Richtung Norden zur Immanuel Wilderness Lodge, die wir immer wieder gern besuchen.
Am späten Nachmittag erreichen wir die Lodge nach straßenausbaubedingten Irritationen aufgrund fehlender Beschilderung. Endlich!

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Wir werden wie immer sehr freundlich begrüßt und beziehen unsere Zimmer – entgegen der Reservierung haben wir zwei Doppelzimmer bekommen und nicht das von uns so geschätzte Familienzimmer. Wir arrangieren uns damit und verbrauchen dabei letzte Kraftreserven.

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Das Abendessen – der Hauptgrund für unsere wiederholten Besuche dieser Lodge – setzt den überaus anstrengenden eineinhalb Tagen, die hinter uns liegen, einen sehr versöhnlichen Endpunkt. Es ist wie immer vorzüglich und die aufmerksamen Gastgeber haben uns den Tisch besonders liebevoll dekoriert – schließlich haben wir heute unseren Hochzeitstag.

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Total erschöpft und wohlig gesättigt fallen wir bald in einen tiefen und erholsamen Schlaf. Die größten Anstrengungen liegen (so hoffen wir) hinter uns – jetzt kann unser elfter Afrikaurlaub richtig beginnen…

Teil 314. Aug. 2019

2. Kapitel: Es geht gen Norden.
18.07.2019


Nach einer guten Portion Schlaf sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die strahlende Sonne am tiefblauen Himmel über Namibia begrüßt uns und weckt Energie und Lust auf den neuen Tag.

Wir genießen das gute Frühstück auf Immanuel. Hier gibt es neben den fast überall gereichten frischen Eiervariationen eine Auswahl wirklich ausgezeichneter namibischer Wurst- und Käsesorten. Vor allem was letztere angeht, wird es mit Abstand das beste sein, was wir in den kommenden Wochen vorfinden werden. Auch die frisch gebackenen Brötchen sind ganz hervorragend – ein wirklich schöner und gemütlicher Start in den Tag.

Da wir heute nur etwa 230 Kilometer bis zu unserer nächsten Unterkunft zurücklegen müssen (und auch keine Gamedrives anstehen), lassen wir es ganz gemütlich angehen. Wir spazieren über das kleine und ziemlich ausgedörrte Lodgegelände, freuen uns über den Pantherschildkrötennachwuchs im Gehege und beobachten die ansässigen Springböcke und Vögel, die unseren Weg kreuzen. Unsere ersten Tierfotos des Jahres entstehen.

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Immer wieder schön anzusehen sind besonders die Angola-Schmetterlingsfinken mit ihrer prächtigen blauen Brust.

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Kurz nach 10 Uhr packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von unseren Gastgebern.
Heute geht es stracks nach Norden auf der B 1 – keine übermäßig spannende Strecke. Wir kommen gut voran, nur ein Schwertransporter, der mit Tempo 30 unterwegs ist und eine lange Autoschlange hinter sich herzieht, bremst uns etwas aus. Der Landcruiser erreicht bei 100 km/h sein Wohlfühllimit – so müssen wir uns kaum um die Übertretung der erlaubten Geschwindigkeit Gedanken machen. Kurz vor der Abbiegung auf die C 22 gen Okakarara schalten wir auf den zweiten Tank um, da wir irritiert darüber sind, dass sich die Tankanzeige die gesamte Fahrt über nicht verändert hat…

Wir müssen nur wenige Kilometer auf der C 22 fahren, bis wir auf der rechten Seite die Zufahrt zur Weaver’s Rock Guestfarm ausmachen können. Die Anfahrt gestaltet sich recht abenteuerlich: Der Weg ist in keinem besonders guten Zustand und es liegt immer wieder einiges an Geröll herum. Wir sind froh, dass wir ein Auto mit großer Bodenfreiheit haben – mit einem Toyota Corolla (mit dem wir auf unseren ersten Namibiatouren unterwegs waren) würden wir diese Zufahrt nur ungern fahren müssen.

Einige Kilometer geht es in Richtung des Hausberges durch karges Buschland zu den Gebäuden der Gästefarm.

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Eine schöne Lapa mit Pool grenzt an Pferdekoppeln und Gerätehof. Daneben schließen sich – verteilt über ein recht weitläufiges Gelände – das hübsche Farmhaus, die Campsites und schließlich die vier Bungalows an, von denen wir einen bewohnen werden. Alles hier ist sehr übersichtlich und fernab vom großen Touristenrummel. Schön.

Als wir vor der Lapa aussteigen, bemerken wir, dass Diesel aus unserem Tankdeckel herausströmt! Was ist denn hier los? Ich schalte auf den ersten Tank um und der Dieselstrom ebbt ab. Wir sind irritiert und besorgt wegen eines vermeintlichen Lecks. Wir rufen bei unserer Mietwagenfirma an und werden zum Glück schnell aufgeklärt, dass wohl ein Bedienungsfehler vorliegt. Denn der Knopf, von dem wir annahmen, dass er zwischen den zwei Tanks des Landcruisers hin und her schaltet, setzt tatsächlich eine Pumpe in Betrieb, die den Treibstoff aus dem zweiten Tank in den ersten pumpt und diesen so schließlich zum Überlaufen bringt. Wir sind froh über diese einfache Erklärung und Lösung des Problems, aber gleichzeitig auch etwas ärgerlich darüber, dass uns die Funktionsweise der zwei Tanks bei der Wagenübernahme falsch erklärt worden ist. Wir hätten gern darauf verzichtet, den Boden mit Diesel zu kontaminieren… 😈

Nach diesem kleinen Schreck geht es erstmal daran anzukommen und sich häuslich einzurichten. Unser Bungalow ist zweckmäßig mit einem Doppel- und einem Stockbett eingerichtet und bietet von seiner Terrasse einen schönen Ausblick auf den Busch. Warmwasser wird stilecht mittels Donkey zubereitet.

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Wir spazieren über das Gelände und die Kinder beklettern begeistert das Dach des Landcruisers – everywhere is a playground.
Wir entdecken viele Vögel, darunter Riesenglanzstare und Bienenfresser, die sich aber allesamt nicht sehr fotogen zeigen – entweder sitzen sie verbuscht im Schatten oder sie fliegen auf, sobald wir uns ihnen nähern.

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(Familiar Chat - Danke, Matthias! 🙂 )


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Auch ein Trauerdrongo hält länger still und lässt sich ablichten.

Besonders aber freuen wir uns über die Begegnung mit einem Damara-Dikdik, das in der Nähe unseres Bungalows äst. Vorsichtig nähern wir uns der kleinen Antilope und beobachten sie aus geringer Distanz bei ihrem Tagewerk.

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Nachdem sich das Dikdik zurückgezogen hat und die Kinder sich auf dem Gepäckträger des Autodachs ausgetobt haben, buchen wir in der Lapa eine Sundownerfahrt über das Farmgelände, um unsere Ankunft im Busch in vollen Zügen zu genießen.

Die Fahrt wird auf einem sehr alten Landcruiser durchgeführt, dessen Ladefläche mit einer kleinen Sitzbank ausgestattet ist. Zwei Farmhunde begleiten uns zur Begeisterung der Kinder auf der Fahrt, einer von ihnen besteigt als Passagier die Motorhaube des Gefährts und genießt sichtlich den Fahrtwind.

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Der andere – schon ganz alte – Hund springt unter Aufbietung seiner ganzen Kraft auf die Ladefläche, um es sich dann auf unseren Jacken und Rucksäcken bequem zu machen…
Wir werden zu den Rinderherden gefahren, deren Bestand wegen der Dürre reduziert werden musste. Um die Tiere zu versorgen, muss bereits zugefüttert werden, denn auch in der Waterbergregion gibt es kaum Gras.
Sichtungstechnisch verläuft die Fahrt über das Farmgelände unspektakulär, die hier ansässigen Wildtiere zeigen sich kaum. Wir können einen Buschhausen ausmachen und sehen in weiterer Entfernung einige Kuhantilopen. Auch dieser Mangel an sichtbarem Wild mag dürrebedingt sein.

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Trotzdem genießen wir die rumpelige Fahrt durch das Buschland sehr. Wir atmen tief die saubere Luft ein und freuen uns über das immer weicher werdende Licht des späten Nachmittags.
Zum Sonnenuntergang steigen wir auf einen Hügel, von dem man einen schönen Rundumblick über die umgebende Landschaft bis zum fernen Waterberg hat.
Bei kühlen Getränken – die Kinder lieben Grapetizer, ich bevorzuge mein Savanna Dry – genießen die Eltern den malerischen Tagesausklang und die Kinder die Anwesenheit der zutraulichen Farmhunde. Das sind schöne Momente für alle vier.

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Im letzten Licht des Tages geht es schließlich zurück zum Farmhaus - der Motorhaubenhund sitzt schon bereit.
Das Abendessen wird mit allen Gästen gemeinsam in der Lapa eingenommen. Es herrscht eine angenehme Atmosphäre mit netten Gesprächen und das Essen – es gibt als Hauptgang Oryx-Gulasch – ist sehr lecker.
Im Licht unserer Stirnlampen geht es gut gesättigt schließlich bald zurück in unsere Hütte und nach kurzer Zeit heißt es dann auch schon „Gute Nacht, Namibia“.

Morgen wird uns die Reise weiter in den Etosha Nationalpark führen. Wir sind schon sehr gespannt, was uns dort erwarten wird – auch wenn die Dürre und deren Auswirkungen die Vorfreude etwas dämpfen. Werden wir – wie in den vergangenen Jahren – wieder viele Tiere beobachten und fotografieren können? Oder sind große Teile des Wilds vom Rand der Pfanne auf Grund des herrschenden Nahrungsmangels abgewandert? Die nächsten Tage werden uns Antworten auf diese Fragen geben.

Teil 416. Aug. 2019

3. Kapitel: Der große weiße Platz (Teil 1)
19.07.2019

Die Nacht war wieder ruhig und erholsam und wir werden nach dem Aufwachen erneut vom Strahlen der Morgensonne empfangen.
Gemütlich geht es zum Frühstück, das sich im Vergleich zu anderen Unterkünften eher einfach gestaltet – so werden heute z.B. keine Eiervariationen angeboten. Schlimm finden wir das aber nicht.

Auch heute lassen wir uns Zeit und packen gemütlich unseren Kram zusammen, um dann am späten Morgen gen Outjo aufzubrechen, wo wir vor unserer Woche im Etosha noch einmal volltanken und einkaufen wollen.
Gegen 12 Uhr erreichen wir das Städtchen und kehren erstmal in der Outjo Bakery zum Mittagessen ein. Wir werden sehr freundlich bedient und die Qualität der bestellten Speisen ist wirklich überaus gut. Hier würden wir jederzeit wieder eine Rast machen.
Überhaupt geht es in Outjos Zentrum sehr entspannt zu. Auf dem Parkplatz werden wir völlig in Ruhe gelassen und der Einkauf im Superspar verläuft zügig – die große Auswahl an Waren hilft dabei, der Mangelverwaltung in den Shops der Rastlager im Etosha vorzubeugen.

Dann geht es auf der C38 schnurgerade nach Norden zum Andersson Gate, das wir um 14.30 Uhr erreichen.
Wir sind gespannt, was uns in der kommenden Woche im Nationalpark erwarten wird und ganz aufgeregt, als wir nach der Registrierung am Gate aufbrechen dürfen. Welche Tiere werden uns als erste begegnen? Wie wird die Landschaft aussehen?

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Kurz nach dem Gate biegen wir zum nahen Wasserloch Ombika ab und bekommen einen ersten Eindruck der graslosen Ödnis, die uns in weiten Teilen des Parks erwarten wird. Überall sind nackte Erde oder Gestein zu sehen – es ist extrem staubig. Diese ersten Eindrücke dämpfen die Wiedersehensfreude stark. Wir konnten uns zwar in etwa denken, was uns erwarten wird, aber es dann mit eigenen Augen zu sehen, ist etwas ganz Anderes.
Eine einzelne Giraffe hält sich in der Nähe der Wasserstelle auf. Unsere Große ist zufrieden: Sie hat ihr Lieblingstier als erste Sichtung des Tages bereits auf der Haben-Seite. Die Wasserstelle selbst scheint ausgetrocknet zu sein – denn auch bei Besuchen in den nächsten Tagen findet sich hier fast kein Wild.

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Wir drehen um und nehmen die Teerstraße nach Okaukuejo. Rechts und links fällt das fehlende Gras überall ins Auge. Belaubte Mopanebüsche bietet dem Auge zwar etwas Abwechslung, aber auch sie können die am Boden herrschende Kargheit nicht verbergen. Solche Eindrücke hatten wir nicht einmal, als wir vor einigen Jahren im Oktober dem Etosha besucht haben. Und jetzt ist Mitte Juli!
Wo kein Gras ist, ist wenig Wild. Nach dieser Devise gestaltet sich der weitere Weg ins Rastlager, das wir entsprechend zügig erreichen.

Weit weniger zügig läuft es an der Rezeption ab. Wir müssen uns in recht lange Schlangen einreihen und erkunden währenddessen schonmal abwechselnd die nähere Umgebung und besuchen das Wasserloch.
Okaukuejo steht in recht krassem Kontrast zu dem das Camp umgebenden ausgedörrten und von weißer Farbe dominierten Land. Innerhalb der Mauern des Rastlagers wird bewässert und entsprechend grün präsentiert sich die Anlage. Aus diesem Grund treffen wir auf unseren kleinen Streifzügen auf eine vielfältige Vogelschar, die vom Schildraben über Gelbschnabeltokos und Weißscheitelwürger bis hin zu schönen Rotbauchwürgern reicht.

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Am Wasserloch selbst sind einige Zebras anwesend. Die Tiere haben einen weiten Weg zwischen der Wasserstelle und verbleibenden Weideflächen zurückzulegen. Die Umgebung des Wasserlochs gleicht bis zum den Blick begrenzenden Busch einer Mondlandschaft.

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Beim Einchecken erhalten wir ein Upgrade auf ein kleines Chalet mit zwei Zimmern. Als wir gebucht hatten, war nur ein Doppelzimmer frei. Diese Umbuchung nehmen wir gern in Kauf und finden ein gepflegtes kleines Häuschen vor, in dem wir gern die Nacht verbringen. Schade, dass es nur eine sein wird, denn am Folgetag war zur Buchungszeit nichts in Okaukuejo mehr zu bekommen.

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Wir entschließen uns, den späten Nachmittag für eine kleine Ausfahrt zu den Wasserstellen Nebrowni, Gemsbokflakte und Olifantsbad. An diesen drei Wasserlöchern hatten wir bei den letzten Besuchen eigentlich immer schöne Sichtungen.
Und auch in diesem Jahr, in dem so Vieles anders ist, werden wir nicht enttäuscht.

Als wir Nebrowni erreichen, können wir leicht einen riesigen Elefantenbullen erspähen, der im Wasserloch seine nachmittägliche Dusche nimmt. Den weißen Riesen dabei zu beobachten, ist ein wunderbares Erlebnis, das uns von der umgebenden Ödnis ablenkt.

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Als sich der Elefant verabschiedet, rumpeln wir weiter gen Gemsbokflakte. Dabei ist „rumpeln“ ganz bewusst gewählt, denn die Pad ist in einem unterirdischen Zustand und teilweise trotz der Federung des Landcruisers nicht mit Freude zu befahren – erst als wir in Namutoni sind, werden sich die Grader des privat finanzierten Straßensanierungsprojekts in Bewegung setzen.
Auch fahren viele Mitreisende mit sehr hoher Geschwindigkeit, wohl um über das Wellblech zu „fliegen“. Dass in Etosha 60 km/h erlaubt sind, erscheint uns überhöht. Manch einer hält sich augenscheinlich aber nicht einmal an diese großzügige Begrenzung und so wird gestaubt, was das Zeug hält – zum Leidwesen der Flora in Straßennähe, die von einer dicken Staubschicht überzogen ist. Man kommt sich vor wie in einem Schwarzweißfilm… 🙁

Zwischen den Wasserstellen ist wenig zu entdecken – es fehlt einfach an Nahrung auf den offenen Ebenen. Einige Springböcke sind natürlich präsent und wir sehen erstaunlich viele Strauße. Aber ansonsten fahren wir kilometerlang durch tierlose Ödnis.

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In der Nähe von Gemsbokflakte erblicken wir dann ganz erfreut ein S.N., das schnurstracks auf die Wasserstelle zuhält. Zuerst begleiten wir es langsam und machen einige Bilder.

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Dann entschließen wir uns, am Wasserloch auf das Tier zu warten. Währenddessen vertreiben wir uns die Zeit mit der Beobachtung einer quirligen Fuchsmanguste.

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Leider geht unsere Rechnung nicht auf, denn kurz vorm Überqueren der Pad wird dem Dickhäuter von zwei Lodgefahrzeugen der Weg abgeschnitten – sie stellen sich dem Tier tatsächlich genau in den Weg. Das N. ist sichtlich irritiert und zieht sich in den nahen dichten Busch zurück und kommt auch nicht mehr darauf hervor. Schade. 😐

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Für Olifantsbad ist es schon zu spät und so fahren wir den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind.
Bei Nebrowni ist abgesehen von dieser South African Shelduck (?) nichts los.

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Im stetig schöner werdenden Licht begegnen wir zu unserer Freude ganz nah an der Pad noch einem weiteren S.N., das friedlich äst.

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Mit zwei S.N.-Sichtungen auf dieser ersten kleinen Ausfahrt sind wir mehr als zufrieden, denn um Okaukuejo haben wir bisher noch nie diese Tiere bei Tageslicht entdecken können und uns immer schon darüber gewundert, woher sie nach Sonnenuntergang plötzlich in so großer Zahl zum Trinken erscheinen… 😉

Auch ein Schabrackenschakal lässt sich sehen.

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Kurz vor Toresschluss um 18.30 Uhr erreichen wir Okaukuejo und freuen uns auf einen hoffentlich sichtungsreichen Abend am dortigen Wasserloch.

Teil 519. Aug. 2019

3. Kapitel: Der große weiße Platz (Teil 2)
19.07.2019

Zum Sonnenuntergang erreichen wir – nachdem wir den Kindern im spartanisch ausgestatteten Shop ein Eis gekauft haben – das Wasserloch und machen es uns auf einer Bank bequem. Einige Giraffen sind jenseits der Mauer anwesend, eine Acacia Rat (Baummaus) zeigt sich auf der Umfriedung.

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Dann bleibt es lange Zeit sehr ruhig. Wir gehen mit den Kindern in unsere Hütte und kochen uns Nudeln mit Hilfe des Wasserkochers…
Als die Kinder auf ihrem Matratzenlager liegen, gehen meine Frau und ich abwechselnd zum Wasserloch. Vor unseren Augen findet einmal mehr das gewohnte Wasserlochtheater mit Elefanten, zahleichen S.N. und einigen Hyänen und Schakalen statt, das uns immer wieder in dieses Camp zurückkehren lässt. Wobei anzumerken ist, dass die Atmosphäre am Wasserloch zumeist sehr konzentriert und respektvoll war. Einzig eine Overlandergruppe ließ es sich nicht nehmen, die nächtliche Stille durch ihr Grölen zu punktieren.

Wir genießen beide diesen Abend sehr und schlafen für afrikanische Verhältnisse spät mit Bildern von trinkenden Dickhäutern und Hyänen, die den folgenden ähneln, im Kopf ein. Ein Abend in Okaukuejo ist für uns immer wieder schön.

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Teil 621. Aug. 2019

4. Kapitel: Keine Weide
20.07.2019


Erst um 7.30 Uhr öffnet das Gate. Das hat Vor- und Nachteile für uns. Ein Vorteil ist, dass wir es recht bequem schaffen, um halb acht als Familie zu einer gemeinsamen Morgenrunde aufzubrechen. Ein Nachteil ist, dass die Morgendämmerung bereits gegen 7 Uhr einsetzt und man in der halben Stunde des erfahrungsgemäß sichtungsgünstigen Zwielichts noch im Camp gefangen ist. Dass das Frühstück nur bis halb zehn gereicht wird, limitiert den Morgendrive außerdem nach hinten heraus etwas, da wir es mit den Kindern nicht geschafft haben, schon vor Toresöffnung zu essen und auch kein Frühstückspaket schnüren wollten.

Heute beschließen wir unser Glück in Richtung Okondeka zu versuchen. Von Laura (Flash2010) haben wir im Vorfeld gehört, dass in der Gegend keine Weide mehr vorhanden sein soll. Das hat sie dann wohl gemeinsam mit den Ebenen östlich von Okaukuejo, die wir am Vortag erkundet haben. 😕

Ohne große Erwartungen fahren wir also los und treffen zu unserer Freude ziemlich bald auf zwei junge Tüpfelhyänen, die vor dem Eingang eines unter der Straße verlaufenden Rohres die wärmenden Strahlen der aufgehenden Sonne genießen. Wir stellen den Motor ab und verweilen bei den beiden Tieren, die immer mutiger und neugieriger werden und sich bald in ihrer ganzen Niedlichkeit zeigen.

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Zufrieden mit dieser ersten Sichtung des Tages setzen wir unseren Weg gen Okondeka fort. Alles um uns herum ist weiß und völlig ausgedörrt. Entsprechend wenig lebendiges Wild lässt sich blicken.

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(ein alter Bekannter aus Lauras Bericht...)

Bei Okondeka entdecken wir in einiger Entfernung dann drei Löwinnen, die sich leider im herrlichsten Gegenlicht aufhalten. Wir beobachten die drei Damen eine Weile, bis sie sich erheben und in Richtung Pfanne abziehen.

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Da die Frühstückszeit drängt, drehen wir um und fahren wieder in Richtung Okaukuejo. In der Nähe des Airstrips erblicken wir in einiger Entfernung noch ein S.N., das stracks nach Norden zieht. Wir fragen uns, was der „browser“ sich in dieser blattlosen Umgebung erhofft.

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Kurz vor Toresschluss um 9.30 Uhr erreichen wir das Restaurant im Rastlager. Das Personal ist freundlich und hetzt uns ob der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht. Wir können also noch in Ruhe frühstücken und uns für den weiteren Tag stärken.
Da wir noch nicht gleich wieder mit den Kindern ins Auto steigen wollen, machen wir einen kleinen Spaziergang zum Wasserloch. Unterwegs begegnen uns wieder einige Vögel, darunter Akaziendrosseln, Rotbauchwürger und Trauerdrongos.

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Eine weitere Zwischenstation machen wir an einer Borstenhörnchenkolonie, die vor allem von unserer Kleinen mit Begeisterung beobachtet wird.

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Am Wasserloch selbst geht es sowohl auf Seiten der Menschen, als auch auf Seiten der Tiere recht ruhig zu. Es bieten sich uns die altbekannten und doch immer wieder schönen Blicke auf Springböcke, Zebras und Kudus, die jedoch nicht in so großen Zahlen anwesend sind, wie wir es aus „normalen“ Trockenzeiten kennen. Im „Wasserlochbaum“ thront ein Raubadler über dem Geschehen, am Boden wuselt eine Schar Namaflughühner herum.

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Wir setzen uns und machen eine längere Pause, während der unsere Kleine auf den dicken Ästen der Campbäume „schlafender Leopard“ spielt. Den hätten wir damit auch schon mal „abgehakt“. 😉

[Fortsetzung folgt]

Teil 725. Aug. 2019

Fortsetzung 20.7.2019

Nach der ausgiebigen Pause am Wasserloch brechen wir zu einer spätmorgendlichen Runde zu den Wasserlöchern Nebrowni, Gemsbokflakte und Olifantsbad auf. Die Ausfahrt verläuft insgesamt sehr ruhig und an den Wasserstellen lassen sich nur einige Springböcke, Oryx und Strauße sehen. Der einzige kleinere Vogel, der es auf die Speicherkarte schafft, ist auf dieser Ausfahrt ein Weißscheitelwürger. Der Zustand der Pads geht uns zunehmend auf die Nerven...

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Bei Olifantsbad stehen sehr viele Kudus und auf dem Rückweg entdecken wir im nahen Mopanewald ein weiteres S.N., über dessen Anblick wir uns sehr freuen. Auch die Elefantenüberreste, die man bereits in Konnis und Lauras Bericht bewundern konnte, erblicken wir in fortgeschrittenem Verfallsstadium.

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Zurück in Okaukuejo machen wir eine Mittagsrast mit Turmbesteigung und Poolbesuch. Der Blick über die kargen und weißen Ebenen ist eindrucksvoll, aber wenig idyllisch…

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Am Pool spielen die Kinder fröhlich Wasserball und genießen die heiße Mittagszeit. Waffenkiebitze und Senegaltauben lassen sich auf den umgebenden Wiesen beobachten.

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Natürlich suchen wir auch das Wasserloch ein weiteres Mal auf und genießen das dortige Treiben.

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Am späteren Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg auf eine weitere Ausfahrt, die uns am Schluss aus dem Park heraus zum Etosha Safari Camp führen wird.
Wir fahren in der Hoffnung, noch einmal die Löwen von heute früh zu sehen, gen Okondeka. Leider ist das eine Fehlentscheidung. Unterwegs zeigt sich quasi kein Wild und erst am Wasserloch sehen wir einige Oryxantilopen.

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Dann geht es gen Süden nach Ombika und auch hier herrscht wildtechnisch Flaute. Es ist schon frustrierend, wenn man einen Nachmittag so sichtungsfrei durch den kargen Busch wackelt…
Letztendlich fotografieren wir auf dieser Ausfahrt lediglich einen Ant-Eating Chat und einen Schabrackenschakal.

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Eine durchaus magere Ausbeute für so viele Kilometer. Wir stehen im schönen Spätnachmittagslicht eine ganze Zeit bei Ombika, aber es verirrt sich kein (!) Tier in unsere Nähe. Die Wasserstelle scheint also wirklich trocken zu sein. Schon etwas enttäuscht verlassen wir den Park durch das Andersson Gate.

Einige Kilometer südlich biegen wir zum Etosha Safari Camp ab, wo wir die kommende Nacht verbringen werden. Wir werden sehr geschäftsmäßig begrüßt und sehen uns im rummeligen Empfangsbereich/Shop um. Im Innenhof sitzen bestimmt dreißig Menschen, die allesamt in ihre Smartphones starren – das WLAN scheint also zu funktionieren…
Der erste Eindruck ist also kein so ganz guter. Unsere Hütte relativiert dies, denn sie ist liebevoll eingerichtet und liegt trotz vieler Hütten in der nähen Umgebung im dichten Busch abgeschirmt. Ein riesiges Doppelstock-Doppelbett dominiert das Zimmer – die Kinder lieben diesen Abenteuerspielplatz und auch das Detail des als wasserspritzenden Elefanten gefliesten Duschbereichs.

Das Essen wird in einer im Hochglanz-Shebeen-Stil gestalteten Innenhofanlage gereicht, die auch mit einigen Infotafeln über die Shebeen-Kultur im südlichen Afrika informiert. Von einer Dreierkombo wird Livemusik gespielt und es brennen einige Feuer. Die Atmosphäre ist trotz recht vieler Tische und einiger Reisegruppen schön, die Bedienung sehr aufmerksam und das Essen in Buffetform erstaunlich lecker. Ein wenig kommt man sich jedoch wie in dem Themenrestaurant eines Freizeitparks vor…

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Zufrieden marschieren wir nach dem Essen zu unserer Hütte und verbringen dort eine ruhige Nacht. Morgen geht es wieder in den Park und nach Halali. Neues Spiel, neues Glück.

Teil 827. Aug. 2019

5. Kapitel: Habemus herbam!
21.07.2019


Heute lassen wir es morgens etwas ruhiger angehen, denn wir haben auf eine lange Autoschlange am Andersson-Gate nicht so recht Lust und sind auch durch den vergangenen Nachmittag noch etwas desillusioniert. Daher frühstücken wir erstmal gemütlich in der Lodge – das Buffet ist reichhaltig und gut, die Kinder lieben die Pancakes – und packen dann unsere Koffer.

Erst gegen 9.30 Uhr fahren wir dann erneut in den Park, um die kommenden fünf Nächte innerhalb seiner Grenzen zu verbringen. Unser heutiges Ziel heißt Halali. Bevor wir dieses ansteuern können, müssen wir jedoch noch einmal nach Okaukuejo, um dort die Eintrittsgebühren zu entrichten. Aus welchen Gründen auch immer war es nicht möglich mit einer Übernachtung außerhalb des Parks unseren gesamten Aufenthalt am Stück zu bezahlen. Daher heißt es wohl wieder: Schlange stehen… 😵

Aber nicht zu schnell: Bevor wir Okaukuejo erreichen, haben wir auf der Teerstraße noch eine schöne Sichtung. Ein fünfköpfiges Löwenrudel liegt in einiger Entfernung auf der Ebene und im Schatten der spärlichen Vegetation. Typisch für die Katzen um diese Tageszeit findet keine weltbewegende Aktivität statt. Man faulenzt und steht nur auf, wenn die Sonne allzu heiß zu brennen beginnt, um sich zu den anderen Rudelmitgliedern in den Schatten zu packen. Immerhin gibt es dadurch etwas zu beobachten.

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Zufrieden mit dieser ersten Tagessichtung geht es zum Zwischenstopp nach Okaukuejo, wo unser Befürchtung Realität wird: An der Rezeption hat sich eine lange Schlange gebildet und wir müssen wirklich eine Ewigkeit warten, bis wir unser Permit bezahlen können… 🙁

Endlich geht es weiter gen Osten. Anfangs zeigt sich erneut recht wenig Wild neben der Wellblechpiste und wir gewöhnen uns erstaunlicherweise so langsam an die schneeweiße Einöde.
Irgendwann sehen wir weit von der Pad entfernt zwei äsende S.N. Diese sind überhaupt nur wegen der fehlenden Vegetation aus der großen Entfernung aus zu erkennen. Unsere Aufmerksamkeit wird jedoch mehr durch viel näher stehende Vertreter der Avifauna gebunden: Ein Doppelbandrennvogel und eine weibliche Gackeltrappe lassen sich in der „Schneelandschaft“ beobachten.

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Um die Mittagszeit (!) folgt dann ein Überraschungshöhepunkt, der Endorphine freisetzt, und ich rufe laut aus: „Honey badgers!“ Etwas abseits der Pad sind tatsächlich zwei Honigdachse auf Nahrungssuche, die sich aber ihre schnelle und bodennahe Gangart und die trotz der Dürre gute Deckung renitent einer gelungenen Aufnahme widersetzen… Irgendwann macht einer der beiden Beute und verharrt eine Zeit lang, um zu fressen: Die Gelegenheit für ein Beweisfoto wenigstens eines dieser flinken Gesellen, die wir so gern beobachten. 🙂

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Bei Ondongab herrscht bis auf einen Dusky Sunbird Leere. Unterwegs sehen wir dann immer wieder einige Zebras, Oryx und Springböcke.

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Auf den Ebenen um Sueda, Charitsaub und Salvadora dann die erlösende Überraschung: Es gibt Gras in nennenswerten Mengen! Über den Anblick freuen wir uns beinahe mehr als über das Löwenrudel heute Morgen! 🙂
Und wo es Nahrung gibt, da gibt es auch Wild. Auf den Ebenen stehen stattliche Gnu- und Zebraherden und im Baum bei Sueda sitzen große Vögel. Wir hoffen auf Eulen, finden aber „nur“ Perlhühner vor, die wir um diese Zeit eher auf dem Boden vermutet hätten.

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Gegen 14 Uhr erreichen wir schließlich Halali und steuern direkt das Wasserloch an, da es für den Bezug unserer Hütte noch zu früh ist.
(Fortsetzung folgt)

Teil 929. Aug. 2019

Fortsetzung 21.07.2019

Als wir das Campwasserloch frohen Mutes erreichen, werden wir von gähnender Leere empfangen. Kein Tier weit und breit – und das bleibt die ganze Zeit, die wir es uns auf den Bänken gemütlich machen, so. 😵
Also marschieren wir gegen 14.30 Uhr zurück ins Camp und ich hole, schwer bepackt mit Rucksack und Kamera (dieses Detail wird später noch wichtig sein), gemeinsam mit unserer Großen den Schlüssel zum gebuchten Honeymoon-Chalet ab.
Wir bekommen das Häuschen „Rhino“, das gleich am Rand des Campgrounds und somit auch nicht allzu weit vom Moringa-Wasserloch entfernt liegt. Die Lage ist also schonmal gut.
Halali ächzt unter der Dürre. Zwischen den Häuschen findet man nur noch Staub… Nur in Restaurantnähe gibt es noch etwas bewässerte Wiesen (dieses Detail wird zu einem noch späteren Zeitpunkt wichtig sein).

Das Häuschen selbst ist skurril. Es besteht aus einem Raum, der in Ringform um eine Zwischenwand gebaut ist. Auf der einen Seite der Wand befindet sich das Wohn/Schlafzimmer, auf der anderen Seite der Badezimmerbereich mit Toilette und Dusche. Eine trennende Tür gibt es nicht. Ob das dem Aufkommen einer Honeymoon-Atmosphäre zuträglich ist, sei mal dahingestellt… 😉
Leider findet sich nur ein zusätzlich eingerichteter Schlafplatz, obwohl wir die Hütte für vier Personen gebucht haben. Wir lösen das Problem, indem wir die zwei überdimensionierten Ledersessel, die sich in so vielen NWR-Hütten finden, zu einem Nest-Bett zusammenschieben. Nur um damit jedoch ein neues Problem zu erschaffen: Jetzt wollen beide Kinder in dem neuen Behelfsbett schlafen, das aber nur Platz für eines der Mädchen bietet. Es wird ein Kompromiss gefunden: Ein Kind schläft im Sesselbett, das andere mit der Mama im Doppelbett. Und der Papa wird die Matratze auf dem Fußboden beziehen. Problem gelöst. Klasse. 😉

Die Hütte hält außer der beschriebenen Ringstruktur noch weitere Besonderheiten für den geneigten Honeymooner bereit. Zum einen findet sich über dem Doppelbett ein Dachfenster, das es dem verliebten Paar ermöglichen soll, des nachts den wunderbaren Sternenhimmel Namibias zu genießen. Dumm nur, dass die Scheibe aus Milchglas besteht und zusätzlich durch einen Moskitonetzhimmel verhängt ist. 🤪
Zum anderen hat die Hütte einen kleinen staubigen Privatgarten mit eigenem beheizbarem Whirlpool, der sogar sauberes Wasser enthält. (Wir hatten 2016 in Ai Ais schon einmal so etwas, damals gefüllt mit schwarzer Stinkebrühe…). Unsere Kinder freuen sich über dieses Privatplanschbecken, das sie wegen der herrschenden Wärme auch ganz wunderbar ohne Heizung zur Abkühlung nutzen können. Im Spiegel der herrschenden Dürre erscheint das Vorhalten der betriebsbereiten Becken jedoch durchaus fragwürdig.

Nachdem wir uns eine halbe Stunde akklimatisiert haben, möchte ich einen Birding-Spaziergang im Camp machen und will mir gerade die Kamera mit dem großen Tele schnappen – kann sie aber nicht finden. Ich frage meine Frau nach dem Fotoapparat und sie weiß leider auch nicht, wo er ist. Die Kinder haben ihn auch nicht gesehen. Und so viele Versteckmöglichkeiten hat ein 600er-Zoom-Objektiv dann auch nicht in dieser überschaubaren Hütte. 🙄 Dann muss sie wohl im Auto liegen, aber dort: Fehlanzeige. Angst kommt auf und dann kommt die Erinnerung wie ein Hammerschlag: Ich hatte sie doch bei der Abholung des Schlüssels dabei! Ich muss sie im Eifer des Gefechts in der Rezeption auf einem Sessel liegen gelassen haben! Verflucht! Jetzt rast der Puls und ein unschöner Film läuft vor dem inneren Auge ab – der Verlust von Kamera und Objektiv nebst der bisher gemachten Aufnahmen wäre ein echter GAU. Nicht allein finanziell, sondern auch im Hinblick auf die bisherige und vor allem die noch vor uns liegende Tour. 😣
Ich renne wie von der Tarantel gestochen über den staubigen Platz zum Rezeptionsbereich. Eine gute halbe Stunde ist vergangen, seit wir die Hütte bezogen haben. Ich rechne mit dem Schlimmsten. Atemlos stolpere ich durch die Tür und kann erleichtert aufatmen. Die Kamera liegt tatsächlich noch auf dem Sessel, dem Ort, an dem ich sie geistesabwesend abgelegt habe. Niemand hat sie bemerkt oder als herrenlos erkannt. Sie wurde weder sichergestellt, noch wurde sie entwendet. Ich schnappe sie mir und ein ganzes Gebirge fällt mir vom Herzen. Noch jetzt beim Schreiben wird mir ganz anders, wenn ich an diese Situation zurückdenke… 😮

Freudestrahlend erreiche ich die Hütte und alle sind wir ganz dankbar und erleichtert. So geht es jetzt auf den geplanten Vogelspaziergang, während die Kinder meiner Frau mit ihren Filzstiften die Nägel kunterbunt lackieren. 🙂
Es zeigen sich ein fressender Weißscheitelwürger, kuschelnde Kapturteltauben und einige Sichelhopfe, die gar nicht so leicht zu fotografieren sind.

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Nach 16 Uhr brechen wir dann zu einer kleinen Nachmittagsausfahrt auf.
Wir steuern Rietfontein an, das Wasserloch, das uns 2017 so wunderbare Sichtungen beschert hat, und sehen schon bei der Anfahrt, dass dort ein S.N. neben dem Wasser ausruht. Fantastisch. Hier wollen wir also bleiben und das schöne Tier im immer wärmer werdenden Licht des Nachmittags beobachten. Zum Glück steht der Dickhäuter nach einigen Minuten auf und stillt seinen Durst.

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Irgendwann wollen wir doch noch schauen, ob auf den Ebenen um Salvadora und Co noch etwas Spannendes zu sehen ist und wir fahren die wenigen Kilometer zu den Grasflächen. Es zeigen sich uns die großen Herden, die wir am frühen Nachtmittag bereits gesehen haben. Die Wasserstellen sind jedoch allesamt mehr oder weniger verwaist.

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Also fahren wir bald nach Rietfontein zurück und siehe da: Ein zweites S.N. ist eingetroffen und findet die Anwesenheit des anderen Tieres gar nicht so gut. Es wird wild geschnaubt und es kommt zu eindrucksvoll staubigen Scheinangriffen. Eine wirklich spannende Beobachtung im schönsten Fotolicht.

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Kurz vor Toresschluss sind wir zurück im Camp. Heute essen wir in der Hütte zu Abend und gehen dann abwechselnd zum Wasserloch, da die Kinder lieber spielen und lesen wollen.
Die Sichtungen über den Abend sind recht spärlich. Aber immerhin zeigen sich einige S.N. und auch Tüpfelhyänen. Ich freue mich besonders darüber, dass ich auf dem Rückweg zur Hütte im Licht einer Camplaterne einem Buschhasen begegne und diesen lange beobachten kann. Ich kann sogar noch die Kinder dazu holen, die sich auch sehr über den niedlichen Gesellen freuen.

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Angefüllt mit den schönen Eindrücken des Tages schlafen wir mehr oder weniger gut in den nächsten Tag hinein: Eine im Sesselnest, zwei im Doppelbett, einer auf der dünnen Matratze auf dem Steinboden.

Am kommenden Tag wird sich ein lang gehegter Fotowunsch erfüllen – aber davon wissen wir jetzt natürlich noch nichts. 🙂

Teil 1001. Sept. 2019

6. Kapitel: Man soll den Tag nicht vor dem Abend…
22.07.2019


Heute fahre ich allein zur Toresöffnung in den Park. Die Kinder schlafen tatsächlich noch tief und fest und meine Frau erklärt sich – liebenswürdig wie sie ist 😘 – bereit, mit dem Nachwuchs in Halali zu bleiben, während ich eine kleine Morgenrunde in Richtung Rietfontein drehe.

Am heutigen Tag erscheint der Busch in weiten Teilen geradezu leergefegt. Auf dem Weg zur Hauptstraße zeigt sich kein Wild und erst mit Blick in Richtung Pfanne lassen sich einige weit entfernte Giraffen im Morgenlicht ausmachen.

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Auf dem Weg nach Rietfontein treffe ich dann bereits auf den Höhepunkt dieser frühen Ausfahrt. Direkt neben der Pad äst ein S.N. in aller Gemütsruhe. Ich kann den Wagen gleich neben dem Tier abstellen und es in aller Ruhe beim Frühstück beobachten. Das Knacken der Äste, das Geräusch der Schritte des Dickhäuters – es ist ein tolles Erlebnis diesem Tier so nah kommen zu dürfen.

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Als sich das S.N. schließlich von der Straße entfernt, steuere ich Rietfontein an, das leider auch nach einiger Aufenthaltszeit verwaist bleibt. Also setze ich den Weg gen Salvadora fort, um dort erneut auf die großen Gnu- und Zebraherden zu treffen. Auch Kuhantilogen und ein Temminckrennvogel lassen sich in der Ferne ausmachen. Das Licht ist schön, die Hoffnung bei so vielen Grasfressern auch auf deren Jäger zu treffen, erfüllt sich aber leider auch heute nicht.

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Währenddessen wird in der Hütte fleißig und fröhlich mit dem mitgebrachten Playmobil gespielt. 🙂

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Ich beschließe zum Camp zurückzukehren, um den Rest der Familie abzuholen. Bevor es aber gemeinsam losgeht, besuchen wir das Moringa Wasserloch und haben dort mit Impalas, Kudus und Kuhantilopen einige gewöhnliche, aber nicht weniger schöne Sichtungen außerhalb des Autos.

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Die gemeinsame Ausfahrt führt uns dann über Goas und Nuamses und ist mit einem Wort – frustrierend. 🙁 Abseits der Wasserlöcher zeigt sich im zumeist vorherrschenden Mopanebusch überhaupt kein Wild. Und auch an den Wasserlöchern sind neben den üblichen Verdächtigen, die wir auch ohne Kilometerfresserei am Campwasserloch beobachten konnten, kaum andere Tiere sind vertreten. Einzig Zebras zeigen sich zusätzlich in wirklich großer Zahl. Auch lässt sich eine weibliche Rotschopftrappe sehen.

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Erst nach dem Mittag sind wir zurück im Camp und machen eine lange Pause, die die Kinder im kleinen Pool im Privatgarten planschend verbringen.
Auch ist es Zeit, große Wäsche zu machen. Was weiß man doch den für uns so normalen Luxus einer Waschmaschine zu schätzen, wenn man eine gefühlte Ewigkeit den omnipräsenten Staub per Hand aus der Kleidung gewaschen hat.

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Während die Wäsche in der heißen Sonne vor sich hin trocknet, gehen wir einmal mehr im Camp auf Vogelsuche. Heute sind es vor allem einige Rotschnabeltokos, die wir beobachten können.

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Um 15.30 Uhr geht es gemeinsam los auf eine Nachmittagstour, die uns über Rietfontein nach Salvadora und Co führen soll. Leider verläuft auch diese Tour ähnlich wie der Rest des heutigen Tages.
Auf dem Weg nach Rietfontein zeigt sich uns als Höhepunkt ein Elefantenbulle, nachdem wir uns gerade darüber unterhalten haben, dass Elefanten in diesem Jahr wirklich Mangelware sind und wir uns eine Sichtung wünschen würden. Unsere Sichtungsfee erfüllt diesen Wunsch dann wirklich stehenden Fußes.

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Dass wir uns im Anschluss eine Löwen- oder eine Leopardensichtung wünschen, da vor allem letztere in diesem Jahr schließlich auch Mangelware seien, bleibt unbeachtet. So leicht lässt sich die Sichtungsfee dann doch nicht hinters Licht führen…
😉

Rietfontein ist noch immer wildfrei und auf den Grasebenen am Rand der Pfanne bieten sich uns die gleichen Bilder wie am Morgen und am Vortag. Als stets wiederkehrender Vertreter der Vogelwelt ist auch heute der Trauerdrongo gleich in mehrfacher Besetzung vorhanden.


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Ganz zum Schluss freuen wir uns über ein Steinböckchen, das wir auf dieser Tour bisher noch nicht unverbuscht gesehen haben.

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Etwas enttäuscht von der Ausbeute des Nachmittags kehren wir nach Halali zurück. Der heutige Tag war ein gutes Beispiel dafür, dass Sichtungen nicht auf Bestellung erfolgen (wenn man den Elefantenbullen einmal ausnimmt…) und stets eine große Portion Glück dazugehört, in der freien Wildbahn Tiere zu entdecken. Jedenfalls solche, die über das „normale“ Plainsgame hinausgehen.
Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend - abschreiben... 😗

Teil 1102. Sept. 2019

Fortsetzung: 22.7.2019

Nachdem wir kurz vor Toresschluss Halali erreicht haben, suchen wir das Moringa-Wasserloch auf, um dort den Sonnenuntergang zu erleben.
Schon während des Aufstiegs auf den kleinen Aussichtshügel ist durch den Palisadenzaun zu erkennen, dass sich eine kleine Elefantenherde am Wasserloch aufhält. Wir freuen uns total, dass uns das Wasserloch nach dem mauen Gamedrive am Nachmittag gleich mit einer schönen Sichtung empfängt.

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Wir machen es uns gemütlich. Es ist recht voll auf den Bänken, trotzdem herrscht eine konzentrierte Atmosphäre. Das schätzen wir an Halali sehr.
Als wir die Elefanten eine kurze Weile beobachtet haben, lässt sich im Busch hinter der Wasserstelle ein S.N. erkennen, das seinen Durst stillen möchte. Der Abend fängt ja gut an!

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Mit den Elefanten wird ausgehandelt, wer an welcher Stelle das Wasserloch nutzen kann und alles bleibt friedlich – bis ein weiteres S.N. die Bühne betritt.

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Beide Dickhäuter scheinen ihr jeweilige Nähe zueinander nicht wirklich zu schätzen. Es wird geschnaubt und gegrunzt. Auf einmal beginnt eines der beiden Tiere im Staub zu scharren und startet einen Frontalangriff, der erst in der letzten Sekunde an Schwung verliert, so dass sich beide S.N. ein Kräftemessen im Horn-an-Horn-Schieben liefern. Ganz gespannt beobachten wir das Duell der beiden Kraftprotze.

Es folgt als Daumenkino die Konfrontation:

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Momente später zieht sich einer der beiden Dickhäuter in den Busch zurück und wartet, bis der andere seinen Durst gestillt hat.
Schließlich verabschieden sich sowohl die Elefanten als auch die Sonne für diesen Tag von uns und wir bleiben noch ein wenig am Wasserloch, um das verbleibende S.N. zu beobachten.

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Dann siegt jedoch der Hunger und auch wir ziehen uns zurück – aber natürlich nur zwischenzeitlich.
Heute haben wir beschlossen, dem Restaurant des Rastlagers eine Chance zu geben, obgleich wir das angebotene Buffet recht teuer finden. Seit 2009 hat sich sein Preis verdoppelt. 😗

Da die Kinder erstmal spielen und sich bewegen wollen, gehen wir recht spät ins Restaurant und finden ein schon recht abgefuttertes Angebot vor. Das frisch gegrillte Wildfleisch schmeckt dabei ganz wunderbar, während die Speisen aus den Warmhaltebehältnissen von unterdurchschnittlicher Qualität sind. Alles ist sehr verkocht und lieblos hergerichtet. Das mag natürlich auch dem späten Zeitpunkt unseres Besuchs geschuldet sein, ist jedoch im Angesicht des aufgerufenen Preises etwas enttäuschend. Wir lassen uns trotzdem Zeit mit dem Essen und verlassen mit den letzten Gästen den Speisesaal. Meine Frau bleibt kurz zurück, um die Rechnung zu zahlen – als ich schon aufgeregt wieder in den Saal stürze und sie bitte, schnell herauszukommen.

Folgendes ist nämlich passiert: Als ich mit den Kindern die Terrasse des Restaurants verlassen will, entdecke ich auf dem Rand eines ungenutzten Pflanzkübels eine kleine Silhouette. Ein Bushbaby! 🤩 Wir verharren kurz und mein Puls schießt in die Höhe. So nah und so „statisch“ habe ich dieses Tier bisher noch nie sehen können.
Nachdem ich meine Frau geholt habe, renne ich zur Hütte – denn dort liegt unsere Kamera… Ganz fest drücke ich die Daumen, dass der Galago noch da ist, wenn ich zurück bin. Und ich habe Glück, es ist sogar noch ein zweites Bushbaby dazugekommen und wir können beide nun eine ganze Zeit dabei beobachten, wie sie von den umliegenden Bäumen auf den Kübel springen, im Kübel verschwinden, dort Flüssigkeit zu sich nehmen und wieder in den Bäumen verschwinden. Es ist total beeindruckend, wie hoch die kleinen Kerle aus dem Stand springen können.
Wir sind ganz aufgeregt und absolut glücklich. Haben wir zwar schon einige Male Galagos gesehen, jedoch noch nie hat die Sichtung länger als wenige Sekunden gedauert – von der Möglichkeit ein (mehr oder weniger gelungenes) Foto der Nachtäffchen zu bekommen ganz zu schweigen.

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Irgendwann ist die halbe Besetzung des Restaurants hinter uns versammelt und beobachtet konzentriert gemeinsam mit uns – ganz alltäglich scheint der Bushbaby-Besuch an der Terrasse also nicht zu sein.
Die Sichtung dauert an Ort und Stelle bestimmt fünfzehn Minuten. Und im Anschluss können wir die Galagos immer wieder in den Bäumen auf der bewässerten Wiese entdecken und manchmal sogar hüpfend auf dem Boden, wenn sie an einem leckenden Rasensprenger ihren Durst stillen.
Mit unseren Taschenlampen versuchen wir ihnen im Geäst zu folgen, was wegen ihrer Geschwindigkeit und Behändigkeit sehr schwierig ist. Dabei entdecken wir zu unserem Glück noch einen Perlkauz, der uns aber leider kein Foto gestattet.

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Nach einer guten halben Stunde intensiver Bushbaby-Beobachtung geht’s erstmal zurück in die Hütte – mit einem strahlenden Lächeln ausgestattet allesamt, denn auch die Kinder sind jetzt echte Galagofans. 😁

Abwechselnd geht es dann für die Erwachsenen nochmal zum Wasserloch, während die Kinder schon schlafen. Ein alter S.N.-Haudegen zeigt sich dabei meiner Frau, während ich noch einige Hyänen fotografieren kann.

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Sehr zufrieden mit diesem Abend in Halali schlafen wir ein und freuen uns darüber, dass man auch nach zahlreichen Reisen in der Region immer wieder Momente hat, die jede Tour aufs Neue zu einem unverwechselbaren Erlebnis werden lassen. 🙂

Teil 1204. Sept. 2019

7. Kapitel: Im Osten gibt es Elefanten
23.07.2019


So langsam kehrt Nationalparkroutine ein: Pünktlich zur Toresöffnung um halb acht sind wir als Familie wieder unterwegs. Heute heißt es Abschied nehmen von der Gegend um Halali, denn wir müssen weiter gen Osten nach Namutoni ziehen, wo wir die kommenden drei Nächte verbringen werden. Auf die Unterkunft sind wir sehr gespannt, haben wir bisher doch immer in einer Mushara-Variante übernachtet.

Wir entschließen uns, den Morgen für eine Abschiedsrunde gen Rietfontein zu nutzen und einem unserer Lieblingswasserlöcher für jetzt Lebewohl zu sagen.
Bereits auf dem Weg zur Hauptstraße können wir ein weiteres S.N. im schönen Morgenlicht dabei beobachten, wie es seinen Hunger im dichten Busch stillt. 🙂 Die diesjährige Frequenz der S.N.-Sichtungen haut uns wirklich um. Bei unseren vergangenen Besuchen haben wir Tageslichtsichtungen von S.N. als eher rar erlebt – und dieses Jahr sehen wir die Tiere in einer für uns ungewöhnlichen Häufigkeit. Das tut natürlich unserer Freude über jede einzelne Sichtung dieser tollen Geschöpfe keinen Abbruch – wir sind einfach dankbar, dass man in der Etosha noch (und hoffentlich auch in Zukunft…) eine gesunde Population vorfinden kann.

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Bis kurz vor Rietfontein haben wir dann keine weiteren Sichtungen. Auf der von der Dürre ausgezehrten Ebene östlich der Wasserstelle bewegen sich jedoch zwei Punkte im Zickzack in unsere Richtung. Endorphine werden freigesetzt: Es handelt sich um ein Löwenpärchen. 😁

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Jetzt ist Geduld gefragt. Langsam aber sicher kommen die Katzen näher. Sie immer vorneweg, er hintendran. Typisches Honeymoonerverhalten.

Nach einiger Zeit sind die Löwen ganz nah an der Pad und queren sie dann, was das Fotografenherz erfreut, denn nun werden sie schön vom warmen Morgenlicht ausgeleuchtet.

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So entsteht auch eines meiner Lieblingsbilder dieser Reise:

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Wir genießen diese Löwensichtung sehr – ist sie doch die erste dieser Tour, die so nah und nicht in schlechtem Licht stattfindet und bei der die Tiere zudem noch dauerhaft Aktivität zeigen. Zum Glück lassen sich die Raubkatzen auf ihrem Spaziergang sehr viel Zeit und wir können sie lange beobachten.

Als sie schließlich im weit entfernten Busch verschwinden, können wir dort einen weiteren Löwenkater ausmachen, der an einem Riss ruht – leider viel zu weit weg und zu verbuscht für ein Foto. Den hätten wir erst gar nicht entdeckt, wenn unsere Blicke nicht dem Löwenpärchen gefolgt wären.

Wir fahren zum Abschluss nach Rietfontein und beobachten einen Schabrackenschakal, der sich auf dem „Parkplatz“ sonnt und sich von den herumfahrenden Autos überhaupt nicht stören lässt.

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Dann kehren wir sehr zufrieden mit der Ausbeute dieser knapp zwei Stunden nach Halali zurück und frühstücken in aller Ruhe, damit die Kinder genug Kraft und Ausdauer für die Fahrt gen Osten sammeln können.
Bevor wir Halali verlassen, wollen wir auch dem Moringa-Wasserloch noch einen letzten Besuch abstatten.

(wird fortgesetzt)

Teil 1306. Sept. 2019

Fortsetzung

Nach dem Frühstück suchen wir gleich das Wasserloch auf. Es ist wenig los auf der Besuchertribüne und wir können das Treiben am Wasserloch in aller Ruhe genießen.

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Dann geht es ans Packen. Während ich gemeinsam mit den Kindern das Auto belade und letzte Einkäufe im dezent bestückten Shop tätige, geht meine Frau auf Birdingtour über des Rastlagers Restwiesen. Dabei kommen ihr vor allem Sichelhopfe, aber auch ein Damarabaumhopf und Nacktohrdrosslinge vor die Linse – eine Erstsichtung. Natürlich sind auch Buschhörnchen unterwegs.

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Dann geht es los gen Osten. Wir steuern als erstes den Etosha Lookout an und sehen kurz vor Erreichen der Pfanne in weiter Ferne ein weiteres S.N.

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Die Leere, die von der schmalen Fahrbahn durchbrochen ist, ist immer wieder wahnsinnig beeindruckend. Und auch dieses Mal will es uns nicht gelingen die weiße Weite der Pfanne wirkungsvoll fotografisch festzuhalten. Es fehlen einfach Fixpunkte. Die Kinder sind vor allem fasziniert von den Luftspiegelungen am Horizont, die uns das Vorhandensein von Wasser vorgaukeln.

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Nach der Rückkehr aus der Pfanne geht es schnurstracks nach Osten über eine zu unserer Freude stetig besser werdende Pad. Bald zeigt sich am Rand der Pfanne eine Elefantenherde, die schnurgerade aufgereiht ihres Weges zieht. Wir warten etwas, bis sie in die Nähe der Straße kommen und freuen uns über die Anwesenheit der Dickhäuter, wobei unsere Große, seitdem wir einmal im Pilanesberg NP zwischen zwei Elefantenfamilien geraten sind, eine ziemliche Angst vor Elefantennahbegegnungen hat. Auf ihren Wunsch hin fahren wir dann auch bald weiter.

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Wir erreichen Springbokfontein und Batia – zwei Wasserstellen, die auch in diesem Jahr in einer schönen Graslandschaft liegen. Entsprechend viele Gnus sind anwesend. Aber auch Elefantenbullen lassen sich sehen.

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Die Elefantensträhne setzt sich am Wasserloch Kalkheuvel fort – so sehr wir um Okaukuejo und Halali auf Elefantenentzug waren, so regelmäßig zeigen sich jetzt die grauen Riesen. Wir freuen uns darüber.

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Gegen 14.30 Uhr erreichen wir schließlich Namutoni. Zum ersten Mal werden wir als Übernachtungsgäste bleiben und sind entsprechend gespannt – man hört ja nicht so viel Gutes über dieses Rastlager.

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Im Vorfeld der Reise war es extrem schwierig, Betten im Osten Etoshas zu bekommen – alle Lodges außer der großen Mokuti-Lodge hatten keine Zimmer für uns als Familie – und ich konnte über die NWR-Website nur gestückelte Buchungen für Namutoni tätigen. In der ersten Nacht hätten wir ein Doppelzimmer gehabt, in der zweiten ein Bushchalet und in der dritten wieder ein Doppelzimmer… Tägliche Umzüge wären die Folge und dazu eine lästige mittägliche Obdachlosigkeit. Beim Einchecken war es dann überhaupt kein Problem, die Doppelzimmernächte gegen Übernachtungen im Bushchalet zu tauschen. Auch weitere Zimmer schienen noch frei zu sein… Glück gehabt – anscheinend wurden Kontingente kurzfristig freigegeben…

Als wir in den uns unbekannten Teil des Camps fahren, sind wir erstmal erschrocken. Die Bushchalets gruppieren sich in einem lockeren Halbkreis in einer ungepflegten Ödnis, die von bröckelnden Zementpfaden durchbrochen ist. Palisadenzäune stehen windschief herum. Ein Wirtschaftsgebäude, das im Zentrum der Anlage steht, glänzt mit zerbrochenen Fensterscheiben. Bei dem hier aufgerufenen Preisen ist dies tatsächlich etwas schief… Hier müsste man mal wieder investieren… 😈

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Die Inneneinrichtung des Bushchalets dagegen ist vollkommen in Ordnung. Für NWR-Verhältnisse ist es stilvoll möbliert und verfügt über ein luxuriöses Bad mit Wanne und Außendusche, das durch einen breiten Durchgang (natürlich ohne Tür…) mit dem Schlafbereich verbunden ist. Trotzdem kann man sich hier drin wohlfühlen und wir sind froh, für die drei Nächte durchgehend hier sein zu können. Vor allem, da die Kinder das Himmelbett als Spielplatz sehr lieben.

Ein Spaziergang durch das Camp führt zu einer ersten Begegnung mit den ansässigen Zebramangusten. Und ich beschließe, heute einen Nightdrive zu machen – eine Premiere für mich im Etosha.

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Erst nach halb fünf machen wir uns für eine Sundownertour auf den Weg. Zuerst ist die Landschaft um Namutoni recht tierlos. An Chudop zeigen sich einige Giraffen – mehr ist nicht drin.

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Bei Klein Namutoni haben wir mehr Glück. Als wir eintreffen, ist eine große Elefantenherde im und am Wasser. Bald kommt eine zweite hinzu, sodass wir aus nächster Nähe etwa sechzig Dickhäuter beim Trinken und (Staub-)Bad beobachten können. Unsere Große ist sehr angespannt und wir versuchen, immer genug Abstand zu den Tieren zu halten und lieber aus zweiter Reihe zu beobachten. So können wir alle damit leben – denn das Spektakel, das sich uns hier bietet, möchten wir nicht verpassen. 🙂

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Irgendwann reißen wir uns los und fahren noch eine Runde nach Chudop. Unterwegs entdecken wir einen Rock Kestrel und am Wasserloch wieder Giraffen und ein dieses Jahr seltenes Warzenschwein.

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Also kehren wir noch einmal nach Klein Namutoni zurück und lassen den Tag gemeinsam mit den noch immer anwesenden Elefanten ausklingen.

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Die kurz nach Sonnenuntergang bereits um 19 Uhr beginnende Nachtfahrt findet auf einem Landcruiser mit drei Sitzreihen statt – eine schöne Abwechslung zu den Nightdrives im Kruger, die so oft auf einem großen LKW angeboten werden.
Sehr gewöhnungsbedürftig ist, dass hier nur der Guide ein Spotlight zur Hand hat – er fährt und leuchtet also gleichzeitig. Außerdem ist das Licht im Etosha knallrot gefärbt, um die Tiere weniger zu stören. Für Fotos ist das erstmal schwierig – ich habe im Nachhinein das Rot aber recht gut reduzieren können.

Der Guide macht bei der Begrüßung die üblichen Guide-Witze: „It is called a game drive. We play a game. Sometimes we win. Sometimes we lose." Unterwegs wird dann auch noch der Knaller gezündet, dass Impalas wegen ihrer Popozeichnung das Bush-McDonald’s seien. Nun ja… 😵
Wir werden darüber informiert, dass wir nicht nach Westen fahren können, da heute Nacht die Grader des Straßensanierungsprogramms ihre Arbeit aufnehmen werden.

Also geht es erstmal nach Klein Namutoni. Der Guide meint, dass man unterwegs nichts sehen würde und wir daher an den Wasserstellen warten würden. Ich finde es leider wenig befriedigend, die Elefanten, die ich vor einer knappen Stunde noch bei Tageslicht beobachten konnte, jetzt im knallroten Schein des Spotlights zu betrachten. Aber wir sind hier ausdauernd und bleiben bestimmt 20 Minuten an diesem Ort.

Als es weitergeht, bin ich ehrlich gesagt ganz erleichtert. Dann halten wir aber bei Impalas und auch bei Giraffen… Das ist doch der Hauptgrund, eine Nachtausfahrt zu buchen… 😵

Wir fahren dann in Richtung der Okevi Wasserlöcher und sehen bei Klein Okevi einen Schakal und einen Fleckenuhu, über den ich mich sehr freue. 🙂

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Auf dem Weg nach Groot Okevi können wir am Rand der Pad einige Löffelhunde und einen Springhasen entdecken. Es sind also nicht nur die Wasserstellen interessant… 🙂 An Fotos ist leider nicht zu denken. Die Löffelhunde sind schnell, die Lichtsituation alles andere als optimal. Auch dadurch, dass der Guide den Lichtkegel recht erratisch tanzen lässt. Ich beschließe also, das Fotografieren zu lassen und möglichst mit dem bloßen Auge zu genießen.

Bei Groot Okevi trinken gerade drei S.N., die sich durch das rote Licht durchaus gestört fühlen. Also stellt der Guide es aus und wir sitzen in absoluter Finsternis und horchen auf die Geräusche der Trinkenden. Das ist schon eine schöne Atmosphäre.
Bald treten wir die Rückfahrt über den Pan’s Edge Turnout an und ich werde immer müder. Bald entdecken wir einen auffällig dicken Löffelhund. Aber Moment mal – der vermeintliche Löffelhund hat ja Streifen und seine Ohren wollen auch nicht so ganz ins Löffelhund-Schema passen… Ein Erdwolf! 🤩 Eine Erstsichtung für mich (auch wenn andere Forumsmitglieder auf jeder Reise einen entdecken… 🤪 ). Mein Puls schießt nach oben. Entgegen meinem Vorsatz schnappe ich die Kamera und halte einfach drauf. Die Müdigkeit ist wie verflogen und ich bin ganz euphorisch. Jetzt hat sich dieser durchaus gewöhnungsbedürftige Drive auf den letzten Kilometern doch noch gelohnt. Es ist nicht leicht, bei der schwachen Beleuchtung einigermaßen scharfe Fotos zu bekommen. Aber immerhin: Man erkennt, dass es ein Erdwolf ist und damit bin ich erstmal vollauf zufrieden. Die restliche Fahrt zurück ins Camp lächele ich zufrieden in mich hinein. 🙂

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Zurück im Camp treffe ich in der Hütte meine Familie wieder. Sie berichten mir, wie sie den Abend im Restaurant des Camps bei einem ganz schmackhaften Abendessen verbracht haben und ich zeige ihnen die Fotos der Ausfahrt. Gemeinsam lassen wir den langen und ereignisreichen Tag ausklingen und schlafen bald ein.

Ein schönes Wochenende wünscht
Sascha

Teil 1409. Sept. 2019

8. Kapitel: (Endlich) Ruhe in und um Namutoni
24.07.2019

Es liegt eine recht unruhige Nacht hinter uns, die von häufigem Trippeln und lauten Quietschgeräuschen begleitet war. Wir wachen regelmäßig auf und fragen uns, welche Tiere da wohl unter unserem Dach hausen mögen. Am frühen Morgen finden die Kinder bei einer kleinen Hausumrundung schnell heraus, dass tatsächlich Zebramangusten über uns wohnen, die über die Äste eines nahen Baumes Zugang zum „Dachgeschoss“ bekommen. Wir wussten vorher gar nicht, dass diese Mangusten überhaupt auf Bäume klettern...
Da die Geräusche doch sehr laut sind und uns zeitweise um den Schlaf gebracht haben, melden wir die Mitbewohner (mit etwas schlechtem Gewissen) dem Housekeeping, das sich im Lauf des Tages darum kümmern möchte.

Etwas unausgeschlafen brechen wir bei Toresöffnung zu einer kleinen Morgenrunde in Richtung der Okevi Wasserlöcher auf und werden auf dem Weg dorthin bereits von einem wohlgenährten Löwenkater begrüßt, der am Rande der Pfanne im schönen Licht der Morgensonne gen Norden zieht. 🙂

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Wir hoffen, dass er Klein Okevi zum Ziel hat, um dort zu trinken und positionieren uns dort. Leider taucht der Löwe aber auch nach längerer Wartezeit nicht auf, er wird sich wohl irgendwo im dichten Busch niedergelassen haben.

An den Wasserlöchern der Umgebung ist am heutigen Morgen recht wenig los. Wir sehen einige Zebras und Kudus. Dazu zeigt sich noch eine größere Ansammlung von Graulärmvögeln. Und das wars dann auch schon.

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Bevor es zum Frühstück geht, fahren wir noch den Pan’s Edge Turnout und genießen vor allem die Blicke in die Weite der Etoshapfanne, die immer wieder mit fotogenem Wildlife garniert sind.

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Vor allem über eine Ansammlung von Straußen beim Staubbad freuen wir uns. Das konnten wir so bisher noch nicht beobachten.

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Nach unserer Rückkehr geht es erstmal zum Frühstück. Das Buffet lässt kaum Wünsche offen und wir genießen einmal mehr leckere Omeletts und frischen Joghurt mit Früchten.

Bald darauf wird unser Chalet mangustensicher gemacht. Dafür sind rund sieben NWR-Mitarbeiter angerückt. Zuerst muss der Moskitohimmel abgebaut werden, dann wird eine Leiter an eine kleine Deckenluke angesetzt und nach und nach klettern die Männer durch die Luke, bis sie fast alle in dem kleinen Dachraum verschwunden sind. Die Szene erinnert stark an das endlose Einmarschieren der römischen Legionäre in „Monty Python’s Life of Brian“ und so können wir uns ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen… 😛
Unterm Dach ist es dunkel und so ist es gut, dass wir Taschenlampen dabeihaben, die dann auch gern ausgeliehen werden. Nach einer ganzen Weile und einigem Gerumpel ist der Mangustenzugang anscheinend fest verschlossen, alle Männer die Leiter herabgeklettert, das Bett wieder aufgebaut und die Brigade zieht ab. Für unsere Mädels war die Beobachtung des fleißigen Treibens der Höhepunkt des Morgens, den sie von unserer kleinen Terrasse aus gespannt verfolgt haben. Wer braucht da schon Löwen und Co? 😉

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Heute machen wir eine ausgedehnte Pause im Camp, in der unser Nachwuchs in vollen Zügen den kleinen Pool genießt, im staubigen Umfeld der Hütten herumtollt und auf der Ladefläche des Landcruisers eine gemütliche Bude baut . Wir spielen mitgebrachte Gesellschaftsspiele und haben einfach eine schöne Familienzeit.
Zum Mittag gibt es recht leckere Burger. Aber merke: Wenn man im Restaurant einen Cheeseburger bestellt, bekommt man, nachdem man schon bei der Bestellung skeptische Blicke geerntet hat, ein Burgerbrötchen überbacken mit Käsescheibe und ganz ohne Fleisch. Als wir das Missverständnis aufklären, lachen wir gemeinsam herzlich mit dem Servicepersonal. Man bestelle also besser gleich einen Beef-Burger with cheese… 😄

Um 15.30 Uhr wollen wir nach all der Freizeit im Camp zu einer Nachmittagsausfahrt in den Park zu fahren.
(Fortsetzung folgt)

Teil 1511. Sept. 2019

Fortsetzung

Unsere Nachmittagsausfahrt führt uns um die Fisher’s Pan, da das Sichtungsbuch in Namutoni in den letzten Tagen einige Gepardensichtungen bei Twee Palms aufweist.
Auf dem Weg um den kleinen Nachbarn der Etoshapfanne begegnen uns vor allem Oryx. Aber auch einige Riesentrappen und Warzenschweine lassen sich sehen.

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Bei Twee Palms zeigen sich leider keine Geparden – einzig einige Zebras und ein Elefant lassen sich beobachten. Dabei fällt auf, dass das Wasserloch seinen Namen leider nur noch zu Unrecht trägt, liegt doch die zweite der namensgebenden Palmen tot auf der Erde - ‘n palmboom wäre der derzeit passendere Name…

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Wir wenden in der Nähe des Wasserlochs und fahren Klein Namutoni an. In der Nähe der Wasserstelle treffen wir u.a. auf einige Dikdiks, über die wir uns sehr freuen.

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Dann geht es noch einmal gen Klein Okevi. Vielleicht ist der Löwe von heute früh noch in der Nähe?
Als wir am Wasserloch eintreffen, werden wir jedoch von einem ganz anderen Vierbeiner empfangen. Im schönsten Licht des Spätnachmittags treffen wir auf ein stattliches B.N.
Mit B.N. rechnen wir im Etosha überhaupt nicht, umso mehr freuen wir uns über diese Sichtung. Sind es im Kruger vielmehr die S.N., die als besondere Sichtung zu verzeichnen sind (wobei N.-Sichtungen eigentlich immer etwas Besonderes sind…), so sind es hier die B.N., die nur in recht kleiner Anzahl im Nationalpark vorkommen, nachdem sie vor Jahren wiedereingeführt worden sind.
Lange lässt sich das Tier auf einer Wiese nahe der Pad beobachten – wir genießen jede Sekunde davon. Und auch die Kinder freuen sich über die Nähe des Riesen – und über eine weitere in diesem Urlaub gesichtete Spezies.

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Auf der Rückfahrt machen wir Halt bei einem Schabrackenschakel, der direkt neben der Straße an den Überresten eines Kudus knabbert und sich von uns dabei überhaupt nicht stören lässt.

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Die Sonne steht bereits tief, als wir Koinachas erreichen und dort erneutes Sichtungsglück haben. Eine S.N.-Kuh mit ihrem Kalb befindet sich gerade beim Trinken, als wir unser Auto auf die kleine Anhöhe fahren. Außer uns ist niemand anwesend und so können wir die Begegnung in aller Ruhe genießen, wenn auch zu dieser Tageszeit bei weitem kein optimales Fotolicht an dieser Wasserstelle herrscht.

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Ein kurzer Abschiedsabstecher nach Klein Namutoni bringt keine neuen Begegnungen hervor. Unsere Sichtungsfee ist müde – wir sind es auch. Und so steuern wir alsbald das Rastlager an und verbringen einen ruhigen Abend. Am Wasserloch des Camps, das wir immer mal wieder aufsuchen, zeigt sich kein Tier.
Morgen bricht der letzte ganze Tag im Etosha Nationalpark an. Wir sind gespannt, ob er uns ein schönes Finale bieten wird.

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Teil 1613. Sept. 2019

9. Kapitel: Finale im Etosha (Teil 1)
25.07.2019


Einmal mehr schaffen wir es pünktlich zur Gateöffnung gemeinsam auf eine Ausfahrt zu starten. Das ist ein echter Vorteil der späten Öffnungszeit. 😉
Ein anderer Vorteil zeigt sich alsbald. Da nur wenige Autos zur Toresöffnung Namutoni verlassen, erreichen wir nach wenigen Minuten Klein Namutoni und sind dort ganz allein. Die Besucher der Lodges außerhalb werden noch einige Zeit benötigen, um die Zufahrtsstraße zu absolvieren.
Leider sind wir nicht nur bezogen auf weitere menschliche Besucher allein – auch Wildtiere suchen wir vergeblich. 😵 Als sich Ernüchterung einstellen will, taucht plötzlich eine Tüpfelhyäne auf, die zuerst in hohem Tempo hin und her rennt, sich dann aber beruhigt und sich in der schönen Stille des Morgens lange beobachten lässt. Erst als sich die Umgebung des Wasserlochs mit Gamedrivefahrzeugen zu füllen beginnt, verabschieden wir uns von der Hyäne und freuen uns über einen wirklich gelungenen Tagesbeginn.

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Als nächstes Ziel steuern wir Chudop an und freuen uns bereits, als wir die Wasserstelle erreichen. Eine Herde Elenantilopen ist anwesend! Für uns war es ein großer Wunsch diese imposanten Antilopen nach so langer Zeit wieder bei Chudop beobachten zu können – denn hier hatten wir 2008 unsere allererste Elen-Sichtung und danach im Etosha immer nur einzelne Bullen (und auch das selten). In dem sanften Licht des anbrechenden Tages ist die Begegnung mit der Herde dann gleich nochmal so schön.

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Auch Zebras und eine Riesentrappe lassen sich in der schönen Morgenstimmung am Wasser sehen.

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Zufrieden verlassen wir die Wasserstelle, als sich die Elenantilopen in den umgebenden Busch zurückgezogen haben. Wir wollen nach den schönen Sichtungen, die wir dort in den letzten Tagen hatten, noch einmal in Richtung der Okevi Wasserstellen fahren.

Und einmal mehr haben wir an diesem Morgen Glück. Etosha scheint uns Abschiedsgeschenke machen zu wollen und wir sagen Danke für zwei Löwen, die etwas abseits der Pad in Richtung Fisher’s Pan liegen. 🙂 Sie sind faul wie so oft – trotzdem ist es schön zu sehen, wie die zwei Katzen die wärmenden Strahlen der Morgensonne zu genießen scheinen.

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Irgendwann legen sich beide Löwen flach auf die Erde und werden hinter den niedrigen Büschen der Ebene unsichtbar. Wir beschließen uns ihre genaue Position einzuprägen und später wiederzukommen.

Jetzt ist es schon wieder höchste Zeit fürs Frühstück und ich setze meine Familie schonmal im nahen Namutoni ab und darf noch eine kleine Runde allein drehen. Es ist ein echter Vorteil dieser Gegend, dass die Wege zwischen den attraktiven Wasserstellen hier so kurz sind.
Ich fahre noch einmal nach Chudop und erhalte dort den Tipp gen Westen zu fahren, da dort ein S.N. auf der Ebene gesehen wurde. Gesagt getan. Schon bald kann ich den Dickhäuter erkennen – leider spaziert er auf der ungünstigen Lichtseite. Auf der anderen Straßenseite jedoch lassen sich an Ort und Stelle zwei Elefanten entdecken. Die beiden Riesen werden bedeutend schöner ausgeleuchtet. Und so genieße ich eine knappe Viertelstunde zwischen den beiden Tierarten – links von mir Elefanten, rechts von mir ein S.N. – was für ein schöner Ausklang dieser rundum schönen Morgenpirschfahrt.

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Als ich ins Camp zurückkehre, frühstücken meine Mädels bereits gemütlich und ich kann mich noch kurz zu ihnen gesellen.
Es schließt sich wieder eine lange Mittagspause an, in der gespielt wird, was das Zeug hält: Heute muss der Canopy des Landcruisers mal wieder als Klettergerüst herhalten. Und ohne ein Eis aus dem im Vergleich mit den anderen Campshops recht gut bestückten Laden darf die Pause natürlich auch nicht vergehen. 🙂

Nach diesem schönen Safarimorgen und der entspannten Mittagszeit sind wir schon sehr auf unsere letzte Nachmittagsausfahrt im Rahmen des diesjährigen Etoshabesuchs gespannt. Rund um Namutoni gefällt es uns in diesem Jahr ausgesprochen gut. 😉

Teil 1715. Sept. 2019

Und es geht weiter...

Fortsetzung: Finale im Etosha

Um 16 Uhr geht es wieder gemeinsam in den Park. Unsere letzte gemeinsame Ausfahrt im Etosha beginnt.
Wir beschließen zuerst zu der Stelle zu fahren, an der in Richtung der Okevi-Wasserlöcher am Morgen die Löwen lagerten.
Hinter dem niedrigen Buschbewuchs lassen sie sich tatsächlich schemenhaft ausmachen – sie sind also noch da, aber quasi unsichtbar. Ein Gamedrive-Wagen der Mushara-Lodge hält an und gibt uns den Hinweis, dass nur wenige hundert Meter nördlich ein Leopard gesichtet wurde und wir fahren natürlich sofort los – dankbar für den Tipp, aber auch durchaus angespannt.

Kurze Zeit später sehen wir die Leopardenstelle schon durch einige Fahrzeuge unmissverständlich markiert. Als wir uns nähern, bekommen wir ein Lichthupensignal eines Anwesenden, das das Crossing des Leoparden ankündigt.
Durch das Zeichen bremsen wir früh genug und können unsere Kamera wenigstens für ein paar Beweisfotos bereit machen. Die wunderschöne Raubkatze quert direkt vor unserem Auto die Pad und verschwindet nach wenigen Augenblicken schon wieder im gegenüberliegenden Busch, der so dicht ist, dass an scharfe Fotos eines sich schnell bewegenden Objektes nicht zu denken ist.

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Trotz der Flüchtigkeit der Sichtung sind wir total froh, gerade noch zum rechten Augenblick an Ort und Stelle gewesen zu sein. Immerhin ist dies unser erster Leopard dieser Reise – und er reiht sich ein in die spärlichen Leopardensichtungen unserer vergangenen Etosha-Besuche, die allesamt von eher kurzer Dauer waren.

Frohen Mutes drehen wir um und fahren zurück zu den Löwen, die noch immer kaum sichtbar sind. Unterwegs dorthin begegnet uns eine weibliche Rotschopftrappe, die sich weit bereitwilliger beobachten lässt.

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Auf geht es nach Chudop, wo wir im stets schöner werdenden Licht (wie immer) einige Giraffen und auch einige Oryx – die letzten dieser Reise – antreffen.

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Am Rand des Waldes streichen Tüpfelhyänen umher. Der Bau, den es hier seit Jahr und Tag gibt, scheint also noch immer genutzt zu werden.

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Dann machen wir eine erneute Stippvisite bei den Löwen. Es wird noch immer geschlafen – gut, dass die Wege in diesem Bereich des Nationalparks vergleichsweise kurz sind. Wir beschließen also, später noch einmal vorbeizuschauen.

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Unser nächstes Ziel soll Klein Namutoni sein. Auf dem Weg dorthin treffen wir in der Nähe des Campwasserlochs von Namutoni bereits auf einen imposanten Elefantenbullen direkt an der Pad, der als Einstimmung auf die folgenden Eindrücke dienen mag.

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Denn an und in Klein Namutoni halten sich bei unserem Eintreffen neben Zebras, Impalas, Kudus und Giraffen sehr viele Dickhäuter auf. Und so bekommen wir ein wunderschönes Elefanten-Badespektakel als Abschiedsgruß serviert.

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Es ist einfach nur schön, die grauen Riesen beim Planschen und Spielen aus nächster Nähe zu beobachten. Und da sie sich überhaupt nicht für uns interessieren, ist auch unsere Große bei dieser Sichtung ziemlich entspannt.

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Als die Elefanten schließlich das kühle Nass verlassen und sich der Horizont immer stärker der Sonne nähert, reißen wir uns los und spielen den Vorteil des nahen Nachtquartiers aus. Denn unser Häuschen in Namutoni ermöglicht es uns, noch einmal zu den Löwen zu fahren.

Wir sind dort allein auf weiter Flur, als sich nach einigen Minuten tatsächlich etwas tut: Die Löwin steht auf, gähnt und legt sich wieder hin. Objektiv ist das wenig spektakulär. Aber für uns ist dies ein schöner Abschiedsgruß nach dieser so trockenen und doch so ereignisreichen Woche im Etosha. Ein gelungener Schlussakkord des heutigen Finales.

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Pünktlich zum Toresschluss erreichen wir Namutoni und besteigen gleich den Aussichtsturm des Forts.

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Es bieten sich uns schöne Blicke auf den umliegenden Busch und weniger schöne auf den maroden Bauzustand des historischen Gebäudes. Schade, wenn man bedenkt, wie das Fort zu großen Teilen dem Verfall überlassen zu sein scheint.

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Die große Aussichtsterrasse ist seit Jahren gesperrt und nicht mehr begehbar. Im Innenhof herrscht gähnende Leere, seit Lebensmittelladen und Restaurant in den Neubau außerhalb des Forts gezogen sind. Wir haben hier vor zehn Jahren noch gern im Schatten der Mauern ein kühles Getränk genossen und finden es bedauerlich, dass der Ort jetzt so „tot“ ist.

Zum Abschied essen wir einmal mehr im Restaurant des Camps. Auf der Außenterrasse sind die Tische um einige Feuerkübel arrangiert und es herrscht eine schöne Atmosphäre an den nur durch Kerzenlicht erhellten Tischen. Heute gibt es kein Buffett, wir können stattdessen aus einer kleinen Karte wählen. Alle Gerichte – ein Oryxsteak, ein Gemüsewrap und eine Kürbissuppe – sind sehr schmackhaft und in Summe sogar wesentlich günstiger als das Buffett. Zudem sind sie auf den Tellern sehr appetitlich angerichtet. Als à la carte – Restaurant können wir Namutoni also absolut empfehlen.

Wir verbringen einen schönen Abend im Restaurant und ziehen uns dann in die Hütte zurück. Vor dem Schlafen wird schonmal ein wenig für den morgigen Aufbruch gepackt und dann geht es ins Bett.
Gute Nacht, Etosha. Es war wieder sehr schön. 🙂

Morgen geht es dann Richtung Nord-Osten.

Teil 1818. Sept. 2019

10. Kapitel: Von Zugaben und Abgaben
26.07.2018
Teil 1: Die Zugabe


Heute haben wir bis zur Gästefarm Wildacker, die unser Zwischenquartier auf dem Weg in die Sambezi Region sein wird, eine recht weite Strecke hinter uns zu bringen.
Wir wollen die Autozeit für die Kinder nicht länger als nötig gestalten und so opfert sich meine Frau einmal mehr auf und bleibt mit dem noch schlafenden Nachwuchs in Namutoni, während ich eine kleine Abschiedsrunde drehen darf. Dafür bin ich dankbar – ganz unabhängig davon, wie sich der kurze Gamedrive entwickeln wird. 😘

Ich steuere zuerst Chudop an und erlebe dort gähnende Leere. Da ich in spätestens zwei Stunden wieder im Camp sein will, halte ich mich nicht lange an der Wasserstelle auf und fahre bald weiter. Überall zeigt sich heute früh nur wenig Wild – schade. Der Frühmorgen-Einsamkeitsbonus ist damit verspielt. 😵

Und so beschließe ich einmal mehr in Richtung der Okevi-Wasserlöcher zu fahren, deren Umgebung in diesem Jahr für uns sehr produktiv war.
Auf den Ebenen zur Fisher’s Pan grasen friedlich Springböcke.

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Als ich bald zu der Stelle der gestrigen Leopardensichtung gelange, stehen dort erneut einige Lodge-Fahrzeuge. Wieder ist es ein (weiblicher) Guide der Mushara Lodge, der mir den Hinweis gibt, der das Adrenalin einschießen lässt: „There is a leopard!“ 🤩

Die Katze soll irgendwo in den dichten Büschen sein und es wird vorgeschlagen, es auf der anderen Seite der Büsche zu probieren. Glücklicherweise zweigt gerade hier der Pan’s Edge Turnout ab.

Gemeinsam mit zwei Gamedrivefahrzeugen fahre ich also an den Pfannenrand, parke unweit eines Termitenhügels, der direkt an der Pad steht, und stelle den Motor aus. Angestrengt wird dann in den recht dichten Busch gestarrt. Und wenig später wird das Starren belohnt. Zielstrebig schreitet der Leopard in unsere Richtung. 😁

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Durch den dichten Busch verliere ich ihn immer wieder kurz aus den Augen. Regelmäßig setzt er sich kurz nieder und wird damit fast unsichtbar. Ich muss immer wieder ganz tief durchatmen, so aufgeregt bin ich.

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Als das Raubtier schließlich nah an der Straße ist, passiert das unfassbar Unverhoffte: Mit einem elegant kraftvollen Satz springt der Leopard auf den nahen Termitenhügel und beginnt damit sein Revier in aller Ruhe aufmerksam zu inspizieren.

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Jetzt bin ich im absoluten Safarihimmel und kann das Glück des Moments kaum fassen. Im warmen Licht des frühen Tages präsentiert sich die wunderschöne Katze ganz selbstbewusst und unverstellt.

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Nachdem sie bestimmt eine Minute so verharrt und sich in alle Richtungen umgeblickt hat, springt sie von ihrem Aussichtspunkt herab und setzt ihren Weg fort. Ich bin noch immer wie paralysiert und verliere dadurch die gute Position, die ich anfangs hatte, denn in den letzten Minuten sind doch einige Autos dazugekommen, die mich nun überholen. Egal – diese Momente nimmt mir keiner mehr. 🙂

Trotzdem möchte ich noch dranbleiben und so fahre ich im kleinen Konvoi den Turnout entlang. Immer wieder lässt sicher der Leopard kurz sehen, um danach wieder in den Büschen zu verschwinden. Immer wieder ändert sich die Reihenfolge der Fahrzeuge – aber zum Glück ohne dass es unangenehm wird.
Nach einigen Minuten gelingen mir noch ein paar Schnappschüsse, bis der Leopard sich schließlich gänzlich zurückzieht.

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Vollauf zufrieden fahre ich zurück zur Hauptpad und sehe dort entfernt im Busch – und damit mehr zu erahnen als zu sehen – einen Löwenkater liegen. Für Fotos reicht es hier nicht, das ist mir aber im Augenblick auch völlig egal.

Als ich kurz darauf ins Camp zurückkehre, zeige ich den anderen immer noch ganz euphorisch die Fotos der Begegnung mit dem Leoparden. Schade, dass ich diese Sichtung allein erleben musste, aber zum Glück gönnen mir die drei das Erlebnis aus ganzem Herzen und freuen sich mit mir. 😘

Nach einem gemütlichen Frühstück beladen wir den Landcruiser und nun heißt es tatsächlich Abschied vom Etosha NP nehmen. Auf der Teerstraße zum Gate haben wir keine nennenswerten Sichtungen mehr. Am Eingangstor selbst wird unser Auto recht genau kontrolliert und dann sind wir endgültig raus und die lange Fahrt beginnt.

Fortsetzung folgt.

Teil 1923. Sept. 2019

Fortsetzung 26.07.2018
Teil 2: Die Abgabe


Um die Fahrzeit vom Etosha NP zur Gästefarm Wildacker vor allem für die Kinder nicht länger als nötig werden zu lassen, entschließen wir uns über die geteerten Straßen zu fahren, was uns zwar langweiliger, aber besser planbar erscheint. Wir nehmen also die B1 in Richtung Tsumeb und kommen gut und zügig voran.

In der Nähe von Tsuneb werden wir dann von einem jungen Polizisten herausgewunken. In solch einer Situation geht der Puls schonmal ein wenig nach oben – kommen doch sofort Erinnerungen an Berichte von „Fake-Polizisten-Überfällen“ in den Kopf. 🤢
Der junge Mann fordert mich auf auszusteigen, dabei ist es nicht ganz einfach, ihn zu verstehen. Anders als wir es bei Verkehrskontrollen in vergangenen Jahren erlebt haben, spricht der Beamte hier nicht sehr viel Englisch.
Er macht mir klar, dass ich anscheinend an einem Stopp-Schild nicht vollständig gehalten haben soll. Dabei betont er immer wieder, dass ich mich nicht aufregen soll – was ich aber überhaupt nicht tue. Nichts läge mir in einer solchen Situation ferner… 😵
Meine Frau und die Kinder bleiben im Auto, während ich den Polizisten mit mulmigem Gefühl zu seinem Wagen begleite (immer hoffend, dass er wirklich allein ist und alles mit rechten Dingen zugeht) und er mir die Höhe des Bußgeldes auf einer Liste präsentiert. Als ich ihm mitteile, dass wir einen solchen Betrag derzeit nicht in bar dabeihaben und frage, ob wir nach Tsuneb fahren sollen, fragt er, nachdem er durchaus drohend festgestellt hat, dass wir bestimmt nicht mit ihm zur Wache fahren wollten („that would be another story…“) wie viel Geld wir denn jetzt hätten – ich solle doch mal im Auto nachschauen und ihm dann einen angemessenen Betrag meiner Wahl in geschlossener Hand wieder zum Polizeiwagen bringen – er macht sogar die kaschierende Handhaltung vor. 😵
Ich bin in dieser Situation alles andere als selbstsicher und gehe eingeschüchtert wie ferngesteuert zum Auto zurück, um Geld zu holen, das ich dann auftragsgemäß zu dem jungen Mann zurückbringe. 😕
Natürlich gibt es keine Quittung. Nur die lapidare Bemerkung: „Remember – I helped you“ wird mir mit auf den Weg gegeben.
Alles in allem war das ein Erlebnis, das ich nicht noch einmal haben muss und das uns die nächsten Stunden noch nicht wieder loslassen will. Wenn ich mich jetzt daran erinnere, ärgere ich mich natürlich, dass ich nicht auf eine Fahrt zur Wache bestanden habe – aber an Ort und Stelle war ich einfach viel zu verunsichert und überfordert – auch wegen unserer beiden Kinder an Bord. 😵

Mit weichen Knien wird die Fahrt gen Grootfontein fortgesetzt. Nach einem kurzen Tankstopp folgen wir der B8 für weitere 110 Kilometer, um dann rechts auf die D3016 abzubiegen, der wir weitere 25 Kilometer folgen, um zu den Farmtoren zu gelangen.

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Die Farmzufahrt ist in der Hitze des Nachmittags pulverig-sandig und so sind wir über unseren Landcruiser an dieser Stelle sehr froh. Es gibt Momente, in denen wir auf der engen Zufahrt eher schwimmen als fahren.
Gegen 16 Uhr erreichen wir die Gästefarm und werden freundlich empfangen. Heute sind wir die einzigen Gäste und können das sehr gepflegte Areal ganz in Ruhe erkunden. Für einen Gamedrive über das Farmgelände fehlt uns heute die Kraft.

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Unser Family-Chalet ist ein Traum über zwei Stockwerke.

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Die Kinder lieben vor allem die obere Etage mit ihrem Ausblick auf den Wassertank. Hier sind zwei große Sessel aufgestellt, auf denen sie im Laufe des ausklingenden Nachmittags eine Lesung veranstalten werden – unsere Große liest ihre Lieblingspassagen aus Cornelia Funkes „Die wilden Hühner auf Klassenfahrt“. Für uns Zuhörende sind von den Kindern sogar Platzkärtchen vorbereitet worden.

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Neben diesem kulturellen Höhepunkt sehen wir immer wieder einigen Antilopen dabei zu, wie sie zur nahen Wasserstelle kommen. Die Kinder genießen die Anwesenheit von zahlreichen zutraulichen Farmhunden – besonders der schneeweiße Welpe Olaf, der taub zur Welt gekommen ist, hat es ihnen angetan.

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Und so vergeht die Zeit wie im Fluge bis zum Abendessen, das wir mit der neuen Managerfamilie gemeinsam einnehmen. Das Essen ist gute Hausmannskost – es gibt z.B. panierte Elen-Schnitzel – und sehr kindgerecht. Wir führen interessante Gespräche über homeschooling und auch über die Jagd auf dem Farmgelände.

Dann zieht es uns ins Bett. Leider wollen die Kinder nicht in ihrer Etage schlafen, da sie eine recht große Huntsman Spider unter dem Reetdach entdeckt haben. Und so schlafen wir alle vier gemeinsam im gar nicht so breiten Doppelbett (s.o.) unter dem riesigen Moskitonetz. Wegen der herumschwirrenden Mücken (sie scheinen im nahen Wassertank zu brüten) in der Hütte, finden wir das am Ende gar nicht so schlecht.

Morgen geht es dann weiter gen Divundu und der Caprivi-Teil der Reise kann endlich wirklich beginnen. 🙂

Teil 2026. Sept. 2019

11. Kapitel: Endlich Caprivi
27.07.2017


Den heutigen Tag lassen wir sehr ruhig angehen. Nach einer recht erholsamen Nacht zu viert im Doppelbett genießen wir erstmal unser Häuschen und seine schöne Umgebung. Die Kinder werden von der Farmhunden begrüßt und sind damit schonmal sehr zufrieden.
Das Frühstück schmeckt uns gut und so langsam packen wir schließlich unsere Sachen zusammen, denn heute haben wir mit rund 400 Kilometern die längste Etappe unserer Reise zu absolvieren.
Auf der Fahrt über das Farmgelände fällt uns die Sandigkeit der Pad viel weniger auf als am Vortag. Der Einfluss der Tagestemperatur auf die Beschaffenheit des Bodens ist doch enorm. Das werde ich in einigen Tagen noch leidvoll erfahren… 😣

Bald biegen wir wieder auf die B8 ein und los geht es gen Nord-Osten. Die Veterinärkontrolle ist in dieser Reiserichtung schnell durchfahren und schon haben wir das „andere“ Namibia erreicht.
Vorbei an kleinen Dörfern, ihren Bewohnern und deren Vieh (Goat- bzw. Beef-Drive) fahren wir nach Rundu, wo wir eine kurze Rast einlegen. Dem Rummel der Stadt wollen wir aber bald wieder entfliehen und so setzen wir den Weg auf der B8 fort.

Haben zu Beginn der heutigen Fahrt die Dörfer eine gewisse Abwechslung für das Auge geboten, so ist der weitere Weg im Verlauf eher langweilig und wir sind froh, als wir am Nachmittag in Divundu eintreffen.
Auch hier halten wir nur kurz an der Tankstelle für Diesel und ein Eis und biegen bald in Richtung der Ndhovu Safari Lodge ab.

Hmmm, was wünschen wir uns für die Tage im Caprivi?
- Sable- und Roansichtungen stehen auf jeden Fall an erster Stelle. Von beiden Antilopenarten sind uns bei unserem letzten Aufenthalt keine wirklich schönen Aufnahmen gelungen. Und beide Arten haben wir seit zehn Jahren nicht mehr beobachten können.
- Otter wären auch toll!
- Einen Malachite Kingfisher würden wir auch gern wiedersehen, der ist schließlich unser Lieblingsvogel.
- Und Fischuhus! Und Sitatungas! (um die Ansprüche an die Sichtungsfee etwas zu strapazieren… 😉 )

Nach etwa 20 Kilometern erreichen wir unser Ziel, an dem wir die nächsten drei Nächte verbringen werden.
Vor zehn Jahren haben wir die Ndhovu Safari Lodge zum letzten Mal besucht und sind entsprechend gespannt. Seitdem hat sich in der Region einiges verändert – vor allem ist die ein oder andere Unterkunft dazugekommen…
Ndhovu selbst ist auch etwas gewachsen – früher gab es hier (glaube ich) nur sechs feste Safarizelte. Heute hat sich die Zahl etwa verdoppelt, was die Lodge trotzdem noch klein und überschaubar sein lässt.

Die Zelte stehen in einer Reihe direkt am Ufer des Okavango und bieten von ihrer kleinen Veranda einen wunderbaren Ausblick auf den Fluss und die Buffalo Core Area, die sich am gegenüberliegenden Ufer erstreckt.

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Und hier liegt meiner Ansicht nach auch ein enormer Pluspunkt dieser Lodge: Am anderen Ufer lassen sich in schöner Regelmäßigkeit spannende Tierbeobachtungen machen, während das Gate der Mahango Core Area am diesseitigen Ufer nur etwa vier Kilometer von der Lodge entfernt ist und man so innerhalb weniger Minuten im Park sein kann.
Wir werden von Frank und Ralf, den neuen Besitzern der Lodge, sehr freundlich empfangen. Während wir auf die Aussichtsterrasse treten, sehen wir am gegenüberliegenden Ufer bereits eine kleine Herde Elefanten trinken. Ein schöner Willkommensgruß – nur leider ist die Kamera noch gut verstaut im Auto… 😵

Es ist kurz vor 16 Uhr und wir sind für weitere Aktivitäten an diesem Tag zu müde. Also beschließen wir, für den morgigen Tag eine Bootsfahrt am Nachmittag zu buchen und am Vormittag auf eigene Faust in die Mahango Core Area zu fahren. Heute bleiben wir einfach mal im Camp und lassen die Seele baumeln.

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Wir genießen den Ausblick auf den Fluss und stromern auf den Wiesen der Lodge herum. Dabei gelingt immerhin ein Beweisfoto eines Goldbugpapageis – für uns eine Erstsichtung.

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Dann erfrischen wir uns auf dem Aussichtsdeck und unterhalten uns ein wenig mit Ralf und Frank über ihr Leben auf der Lodge.

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Als Beifang können wir einen Schreiseeadler bei der Jagd ablichten.

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Als die Sonne schon hinter dem Horizont verschwindet, entdeckt unsere Große im Fluss schließlich zwei Otter, die meine Frau zum Glück noch schnell auf der Speicherkarte verewigen kann. 🙂 Damit ist ein Sichtungswunsch schonmal von der Liste gestrichen – auch wenn ich die Tiere nur vom Foto kenne. 😐

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Das Abendessen wird gemeinsam mit dem Management und den anderen Gästen in der Lapa eingenommen. Von den Köchinnen wird die Mahlzeit zweisprachig vorgestellt. Vor- und Nachspeise werden serviert. Der Hauptgang erfolgt in Buffetform. Alles ist sehr schmackhaft und wird auf Porzellan gereicht, das die unterschiedlichen Vertreter der afrikanischen Fauna als Dekor trägt – das ist vor allem für unsere Kleine ein wichtiges Detail, denn sie möchte fortan nur noch von Tellern essen, auf denen entweder ihr Lieblingstier Oryx oder wenigstens einer ihrer Verwandten (Sable oder Roan) auftaucht. Und was uns dazu bringt, den Tellerstapel bei den Mahlzeiten immer wieder mit Engelsgeduld zu durchforsten… 🤪

Auch geht es nun so richtig los mit der Malariaprophylaxe (nachdem das auf Wildacker seltsamerweise problemlos gelaufen ist)… Man glaubt im Vorfeld gar nicht, wie klein man diese Tabletten schneiden kann und in welchen Nahrungsbestandteilen man Verstecke für deren Überreste suchen muss… Am Ende gelingt die Einnahme – die Prozedur weckt aber bereits Vorfreude auf die kommenden Abende… 😉

Gut gesättigt und erledigt von der langen Fahrt geht es bald ins Zelt. Wir machen die Schotten dicht, um die kalte Nachtluft so lange wie möglich auszusperren, übersehen dabei aber die geöffneten Klappen über den Moskitonetzen. Das werden wir gegen ein Uhr in der Nacht noch bereuen – denn es wird bitterkalt sein… 😵
Vorher genießen wir aber die Geräusche, die durch die Zeltplanen zu uns hineindringen. Ganz nah grasen Flusspferde – wir lauschen dem Grasrupfen und dem Grunzen der Tiere. Okavango – wie ist es schön wieder hier zu sein. 🙂

Teil 2129. Sept. 2019

12. Kapitel: Antilopentag am Okavango
28.07.2019


Kurz vor Sonnenaufgang wache ich nach frösteliger Nacht auf und verlasse leise das Zelt, um im Camp auf Vogelpirsch zu gehen.

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Dabei kommen mir im Licht des anbrechenden Tages vor allem Weißbrauenröteln vor die Linse.

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Langsam geht am gegenüberliegenden Ufer die Sonne auf und taucht die Welt in ein wunderschönes Licht.
In der friedlichen Morgenstimmung trinken einige Wasserböcke im Fluss. Es ist einfach herrlich. 🙂

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Löffler fliegen vorbei.

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In den Bäumen am Ufer sitzen Hartlaub’s Babbler, Little Bee-Eater und Burchell’s Starling und wärmen sich in der aufgehenden Sonne.

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Nach und nach wird meine Familie wach und wir erkunden die Gegend gemeinsam. Vor allem von den ganz nahen Flusspferdspuren sind die Kinder tief beeindruckt. Bald machen wir uns auf zum gemeinsamen Frühstück auf der Aussichtsterrasse. Der Ausblick ist toll, das Essen ebenso.

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Gut gesättigt brechen wir bald auf in die nahe Mahango Core Area – wir freuen uns auf den Besuch, hat der kleine Park uns doch vor zehn Jahren ganz besonders gut gefallen.
Nach kurzer Anfahrt erreichen wir das Gate. Von einer netten Dame bekommen wir die (überschaubaren) Pads im Park erklärt. Für den heutigen Tag entschließen wir uns die Flussseite zu erkunden.

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Gleich hinter der Abbiegung von de Transferstraße werden wir von einem Trupp Grünmeerkatzen empfangen.

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Wenig später lässt sich eine junge Giraffe blicken.

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Auf den Floodplains des Okavango ist eine Menge los – nur leider liegen sie in den Morgenstunden in sehr ungünstigem Gegenlicht und so ist es ein wenig anstrengend die zahlreichen Lechwes, Impalas, Warzenschweine, Flusspferde, Krokodile und Wasservögel zu beobachten. Auch wirklich schöne Fotos entstehen unter diesen Bedingungen nicht. Trotzdem ist es ganz toll zu sehen, wie hier das Leben tobt. 🙂

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Wir fahren an einem kleineren Baobab vorbei und erreichen einmal mehr die Uferzone.

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Hier steht ein großer Baobab, der wohl auf den Fotos aller Reisender verewigt ist, die den Park besuchen. Zu dieser Tageszeit lässt sich der Baum aber nur von der Flussseite aus sinnvoll fotografieren – gut, dass man hier das Auto verlassen kann.

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Erneut sehen wir viele Lechwes auf den Floodplains. Und ganz nah an unserem Auto lässt sich eine Lesser Striped Swallow ablichten.

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Nach kurzer Weiterfahrt können wir (zur Abwechslung einmal auf der richtigen Lichtseite) einige Zebras beobachten.
Auch zeigen sich zu unserer großen Freude eine Tsessebe-Antilope und ein weiblicher Buschbock, der typisch für die in der Region vorkommenden Tiere, auffällig gemustert ist. Auch Büffel lassen sich sehen – sie sind aber im hohen Gras eher zu erahnen als wirklich zu erkennen – und so lassen wir die Kamera hier ruhen.

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Im Ufergras in der Nähe des Kwetchi Picknickplatzes entdecken wir einen juvenilen Squacco Heron, für uns eine Erstsichtung.

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Hier ist der Weg am Ufer an seinem Ende angelangt und man kann sich entscheiden, ob man auf der Transitstraße zurückfährt (auf der man laut der Dame am Tor wenig Sichtungen haben wird) oder ob man die gleiche Straße am Fluss zurückfährt, die man gekommen ist. Wir bleiben natürlich am Fluss. 🙂

Die Entscheidung ist richtig, denn bald sehen wir unsere ersten Pferdeantilopen. Leider ziehen sie sich bald zurück und die Sichtung erfolgt in schlechtem Licht… Wir freuen uns trotzdem.

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Als wir schon auf den offenen Ebenen in der Nähe des Gates sind, sehen wir in recht großer Entfernung einen Sable-Bullen ziehen. Toll! Jetzt haben wir schon beide Wunschantilopen gesehen – zwar sind die Bedingungen noch ausbaufähig – aber immerhin! 😁

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Überhaupt kommt uns jetzt viel Wild entgegen. Den Anfang macht eine Giraffe, gefolgt von einer Pferdeantilope und dann dem unverhofften Höhepunkt der Ausfahrt: Uns begegnet eine etwa dreißig Tiere zählende Rappenantilopenherde. Wir sind ganz aus dem Häuschen – genau so etwas haben wir uns gewünscht! Wir bleiben lange stehen und beobachten die langsam vorbeiziehenden Tiere begeistert. 😄

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Kurz darauf können wir in weiter Ferne noch einige Elefanten und nochmal etwa zwölf Pferdeantilopen ausmachen.

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Ein schöner Abschluss dieser wunderbaren Morgenausfahrt. Wir sind nach zehn Jahren Abstinenz wieder sehr begeistert vom Mahango! 🙂

Nach wunderbar kurzer Transferfahrt sind wir gegen Mittag in der Lodge zurück. Nach der Mittagspause wollen wir nochmal kurz in den Park zurückfahren (man wohnt ja schließlich quasi vor der Haustür...) und dann geht's am Spätnachmittag auch noch aufs Boot. Wir sind gespannt.

Teil 2203. Okt. 2019

Fortsetzung

Mittagszeit im Camp heißt auch immer Birding-Zeit. 🙂 Während sich die Kinder rund um unser Zelt austoben und auch wieder auf dem Landcruiser spielen, streifen die Eltern über das Lodgegelände und halten ihre Augen offen, um vielleicht einige Vögel zu entdecken.
Wir entdecken einen Yellow-Bellied Greenbul und eine Laughing Dove.

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Ein Black-Collared Barbet kühlt sich unter dem Rasensprenger ab. Über diese Sichtung freue ich mich besonders, da ich diesen Vogel zum ersten Mal entdecken kann.

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Auch ein Terrestrial Brownbul zeigt sich uns.

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Am frühen Nachmittag brechen wir noch einmal in Richtung Mahango auf. Die Kinder ruhen sich auf der Rückbank aus, unsere Kleine schläft bald ein.
Wir entschließen uns, noch einmal zu den Floodplains zu fahren, denn zu dieser Tageszeit liegen sie in einem besseren Licht.
Gleich am ersten Turnout können wir zwei Klunkerkraniche entdecken. Wir sind begeistert, handelt es sich bei der Begegnung doch um eine lange herbeigewünschte Erstsichtung! Schön ist, dass man hier das Auto verlassen darf und so kann ich mich den Kranichen vorsichtig ein wenig nähern.

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Bald darauf kommt uns der erste fotografierbare (und etwas lädierte) Büffel dieser Reise entgegen.

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Weitere halten sich auf den Floodplains auf. Dort sehen wir auch eine White-Faced Whistling Duck.

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Da wir um 16 Uhr auf die Bootstour gehen wollen, drehen wir bald um und erleben kurz vor der Einbiegung auf die Transitstraße ein kleines Abschlusshighlight. Direkt neben der Pad äst im recht dichten Busch eine Rappenantilopenherde – wahrscheinlich sind es die Tiere von heute Morgen. Immer wieder können wir einzelne Tiere recht unverbuscht ablichten und freuen uns darüber. Mit so vielen Sables hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet. 😁

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Bald darauf sind wir zurück in der Lodge und es heißt „Bitte einsteigen!“. Die Kinder sind nach dem kurzen Gamedrive ausgeruht und freuen sich auf die Ausfahrt. Kurzer Unmut kommt auf, als die bösen Eltern darauf bestehen, dass der Nachwuchs zur Sicherheit Schwimmflügel anlegen soll. Vor allem unsere Große – stolze Inhaberin des Seepferdchens – reagiert expressiv indigniert. 😉

Heute Nachmittag haben wir Glück, denn wir sind die einzigen Gäste, die den Bootsausflug gebucht haben und so kommen wir ganz unverhofft in den Genuss einer privaten Tour. Bootsführer Michael ist schon seit langer Zeit auf der Lodge tätig. Wir sind uns gleich sympathisch und erzählen von gemeinsam Erlebnissen mit einem früheren Manager. Auch ist Michael sehr an der Vogelwelt des Okavango interessiert und reagiert erfreut, als wir ihm sagen, dass wir nicht nur auf die großen Tiere aus sind.

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Die Fahrt beginnt mit der nicht alltäglichen Sichtung eines White-Backed Night Herons, der im dichten Schilf unweit des Anlegers versteckt ist. Die Fotosituation ist nicht gut, wir freuen uns trotzdem über den ein oder anderen Schnappschuss des scheuen Vogels.

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Bald sehen wir die obligatorischen Krokodile, die immer wieder am Ufer dösen.

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Der weit verbreitete Pied Kingfisher lässt nicht lange auf sich warten.

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Ein Water Thick-Knee setzt den Reigen fort.

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Auch Flusspferde lassen sich am Ufer sehen. Unserer Großen wird in der Nähe der Riesen ein wenig mulmig zumute…

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Am Flussufer geht es auch abseits der Hippos lebendig zu. Wir freuen uns über Warzenschweine, einen prächtigen Buschbock und Wasserböcke.

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White-Fronted Bee-Eater und der obligatorische Trauerdrongo lassen sich in den Uferbäumen sehen.

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Und dann folgt für uns ein ornithologischer Höhepunkt. An der Uferböschung sitzt ein Malachite Kingfisher – der Vogel, den wir so sehr mögen und auf den wir uns so sehr gefreut hatten. Zwar hält er sich die meiste Zeit im Schatten auf, dafür können wir ihn über einen langen Zeitraum aus der Nähe beobachten. Das Fotografieren ist trotzdem nicht ganz einfach – zwar hält der Vogel still, aber das Boot schwankt schon recht stark und daran müssen wir uns erst gewöhnen.

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Nach weiteren Krokodilen und einer Gabelracke (das Licht wird stetig schöner…) können wir entdecken, dass sich einige Elefanten dem Flussufer nähern. Toll!

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Außerdem zeigen sich wieder Busch-, Wasserbock und Warzenschwein von ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Schokoladenseite. 😉

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Den Sonnenuntergang verbringen wir bei einer weiteren kleinen Elefantenherde, die am Fluss trinkt. Viel schöner kann so eine Flussfahrt nicht ausklingen.

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Moment mal – kann sie doch: Denn hinter uns schwimmt ein Otter umher. Leider ist das Licht mal wieder schleckt, so dass nur Dokumentationsfotos entstehen können… Aber immerhin: Jetzt habe ich auch einen Otter gesehen!

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Das Abendessen in der Lodge ist wieder sehr gut. Heute sind weit weniger Gäste anwesend und es herrscht eine schöne und ruhige Stimmung. Einzig die Malariaprophylaxezeremonie nervt zunehmend… 😛

Im Zelt sorgen wir heute für die kalte Nacht vor (wir sind ja lernfähig 😉 ). Wärmflaschen sorgen bei uns allen für eine weit bessere Nacht, die begleitet wird durch das regelmäßige und ganz nahe Rufen einer African Wood Owl, die wir aber leider nicht entdecken können.

Teil 2306. Okt. 2019

13. Kapitel: Im Tiefsand
29.07.2019


Erneut wache ich als erster der Familie auf und verlasse leise das Zelt. Es ist bitterkalt und der Fluss liegt im Zwielicht des im ersten Ansatz anbrechenden Tages.
Das nahe Grunzen der Flusspferde lenkt meine Schritte zum westlichen Ende der Lodge. Ich gehe die sanfte Uferböschung herab und stehe direkt am Flussufer. In zehn Metern Entfernung hält sich eine kleine Flusspferdgruppe auf und lässt immer wieder die Köpfe sehen, nur ihr Schnaufen durchbricht die morgendliche Stille.
Auf einer nahen Flussinsel fressen im dichten Busch einige Büffel. Die Stimmung ist wunderbar friedlich.

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Langsam geht die Sonne auf – ihre wärmenden Strahlen sind höchst willkommen.

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Meine Familie möchte es heute etwas ruhiger angehen lassen und so fahre ich noch vor dem gemeinsamen Frühstück allein auf eine kurze Stippvisite in die Mahango Core Area.

Heute möchte ich die Pad zum Wasserloch fahren, die wir bisher noch nicht kennen. Die Anmeldung am Gate verläuft sehr schnell – wir haben gestern für drei Tage bezahlt und die Dame am Tor kennt mich bereits.
Ich biege einige hundert Meter nach dem Tor nach rechts von der Transitstraße ab. Zuerst führt der Weg kurz durch eine offene Ebene, um dann aber ziemlich dauerhaft dichtes Buschland zu durchschneiden.
Sichtungen halten sich heute früh sehr in Grenzen. Einzig eine ziemlich scheue Pferdeantilope lässt sich unweit der Straße ablichten.

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Zwei Mal durchfahre ich auf dem Weg zum Wasserloch kleinere Tiefsandabschnitte, die das Auto kurz zum Schwimmen bringen, aber insgesamt ziemlich harmlos sind. Ein weiteres Mal – kurz vor Erreichen des Wasserlochs – muss eine etwas längere Tiefsandpassage überwunden werden, die heute früh aber auch ohne Probleme gemeistert werden kann.

Das Wasserloch selbst liegt auf einer kleinen Ebene, deren starke Beanspruchung durch Elefanten deutlich zu sehen ist. Hier wächst kein Strauch mehr, es herrscht braune Ödnis. Leider sind außer einigen Grünmeerkatzen hoch in den Bäumen keine Tiere anwesend und so kehre ich nach kurzer Wartezeit um – ich möchte ja pünktlich zum Frühstück bei meiner Familie in der Lodge sein.

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Auf dem Rückweg scheint der Busch erwacht zu sein – vor allem begegne ich jetzt regelmäßig Elefanten, die sich aber durch den dichten Bewuchs, der hier herrscht, wirklich gelungener Aufnahmen verweigern. Daher zeige ich an dieser Stelle nur eines der recht verbuschten Bilder zur Illustration.

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Auch Kudus lassen sich im schönen Morgenlicht beobachten.

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Den Schluss macht ein (viel zu selten fotografierter) hübscher Impalabock.

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Wenig später bin ich zurück auf Ndhovu und werde fröhlich von meinen Lieben begrüßt. Gemeinsam setzen wir uns zum gemütlichen Frühstück auf die Aussichtsterrasse und genießen den Ausblick und das gute Essen – so viele Eier wie im südlichen Afrika essen wir zuhause nie… So vergeht die Zeit wie im Fluge.

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Wir spielen gemeinsam auf dem Lodgegelände und genießen die Umgebung.
Für den Nachmittag buchen wir einen Ausflug in die Buffalo Core Area – man kann mit dem Boot direkt von der Lodge übersetzen und wird dann am anderen Ufer von einem Gamedrive-Wagen aufgesammelt.
Da die Kinder keine rechte Lust haben, vorher nochmal rauszufahren, darf ich nochmals am späten Vormittag allein in den Mahango fahren.

Ich möchte dem Wasserloch eine zweite Chance geben und biege also erneut nach rechts ab.
Kurz nach der Einbiegung treffe ich auf eine Herde Pferdeantilopen, die sich nah der Pad lange beobachten lässt. Hier entsteht mein bisheriges Roan-Lieblingsfoto.

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Auch auf dem weiteren Weg lassen sich Pferdeantilopen sehen. Heute ist Roan-Tag.

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Aufmerksam schaue ich nach links und rechts in den Busch und achte dabei wohl zu wenig auf die Straße. Waren die ersten zwei Tiefsandpassagen wieder kein Problem, so wird mir die dritte und ausgeprägteste zum Verhängnis – denn der Sand ist in der Wärme des Tages um einiges lockerer geworden… 😵

Ich bin für diesen Untergrund zu langsam und zögerlich unterwegs und werde immer langsamer… Dann steht das Auto still und mein Puls geht nach oben. Zum Glück kann ich den Wagen noch einmal durch ein Fahrmanöver befreien. Das bringt mich aber nur wenige Meter weiter und dann ist unglücklicherweise endgültig Schluss. Mitten auf der Tiefsandpassage kurz vor dem Wasserloch stecke ich fest. Blöd. 😣
Ich steige aus und sehe mir die Lage von außen an. So tief ist das Auto noch nicht eingesunken, es ist nicht hoffnungslos. Aber es wird wohl ein wenig dauern… Also zücke ich erstmal mein Handy, um meiner Frau zu sagen, dass sie sich keine Sorgen machen soll. Und was sehe ich: Kein Netz. Auch blöd – ziemlich blöd. 😣

Gut: Ich habe etwa zehn Liter Wasser dabei und auch genug Proviant. Von dieser Seite aus wird kein Problem entstehen. Und bestimmt kommen auch bald andere Fahrzeuge vorbei. Diese lassen aber tatsächlich auf sich warten – am späten Vormittag ist hier nicht viel los. 😵

Sandmatten haben wir keine mitbekommen und so lege ich eine Fahrhilfe aus einigen Ästen, als doch irgendwann ein weiteres Auto vorbeikommt. Der Fahrer gibt mir Anweisungen, aber meine Rampe hilft leider wenig. Stattdessen gräbt sich das Auto weiter ein, vor allem weil sich die Vorderräder nicht mitdrehen, was uns ein Rätsel ist – 4x4 ist einweisungsgemäß mittels Hebel im Innenraum nämlich aktiviert.

Es hilft nichts. Das andere Auto ist zu klein, um mich herausziehen zu können und der Fahrer will schauen, ob am Wasserloch jemand steht, der helfen könnte. Kurz darauf bin ich wieder allein.

Ich vertreibe mir die Zeit damit, den Landcruiser auszubuddeln, der mitgelieferte Klappspaten ist lächerlich klein und so sind meine Hände durch die kleinen spitze Steine im Sand bald ein wenig blutig. Ich beginne zu schwitzen und wenig später bin ich über und über mit Sand und Staub paniert. 😵
Nach und nach lerne ich, dass man den weggeschaufelten Sand in weitere Entfernung befördern sollte – und trotzdem rutscht immer wieder feiner Sand in die frisch ausgehobene Grube nach. Sisyphos lässt grüßen.

Irgendwann kommt ein Fahrzeug aus Richtung des Wasserlochs. Auch dieses kann vor Ort nicht helfen, aber ich kann von den Insassen zum Gate gefahren werden, um dort Bescheid zu geben und vor allem in der Lodge anzurufen.
Gesagt – getan. Ich lasse also das Auto notgedrungen zurück und erreiche nach kurzer Fahrt das Gate, wo ich bei der netten Dame zu Canossa gehe. Wir können zum Glück mit ihrem Handy nach einigem Hin und Her die Lodge erreichen, denn mein Telefon hat auch hier kein Netz. Damit ist eine große Sorge aus der Welt.
Die Dame verständigt einige Ranger, die mich nach einiger Wartezeit mit ihrem Pickup zum Auto zurückbringen. Die beiden jungen Frauen sind sehr zuversichtlich, dass sie den Wagen in kurzer Zeit befreit haben werden.
An Ort und Stelle lassen sie erstmal viel Luft aus den Reifen und versuchen dann, den Wagen herauszufahren, so wie ich es vorher auch versucht habe. Leider haben auch sie wenig Erfolg. Immer weiter gräbt sich das Auto ein, immer wieder müssen wir buddeln. Das Spiel wiederholt sich einige Male. Insgesamt verschlechtert sich die Lage durch diese Manöver aber eher noch weiter. 😵
Dann machen wir einen Versuch, den Landcruiser mit ihrem Fahrzeug herauszuziehen. Leider scheitert auch dieser. 🙁
Eine der beiden Damen fährt schließlich zurück zum Gate, um Verstärkung zu holen. Ich bleibe mit der anderen Rangerin am Wagen – wir buddeln gemeinsam und setzen uns irgendwann in den Schlagschatten des Autos, um uns ein wenig zu unterhalten.
Nach einer langen Zeit kommt die Verstärkung. Ein erfahrener Ranger schaut sich die Lage an und bemerkt recht bald, dass die Differentialsperre des Landcruisers nicht eingeschaltet ist – ich wusste leider gar nicht, dass man dies an den Vorderrädern tun kann / muss. Und auch keiner der anderen hatte diese Expertise. 😵
Hier hätte ich mir eine genauere Einführung bei Übernahme des Fahrzeugs gewünscht. Über den Einschalthebel im Inneren des Fahrzeugs hinaus wurde 4x4-technisch nichts Weiteres erläutert. Und in meinem Anfängertum habe ich natürlich auch nichts vermisst… 😊
Mit eingeschaltetem diff. lock hat der Landcruiser erkennbar mehr Grip. Wir buddeln und bauen erneut eine Rampe aus Zweigen und nach einigen dramatisch sandaufwirbelnden Versuchen ist das Auto tatsächlich frei und ich habe ganz weiche Knie (auch jetzt noch beim Schreiben...).
Glücklich fallen wir uns in die Arme und jubeln gemeinsam. Ein schöner Moment der Gemeinschaft am Ende dieser Strapaze. 🙂
Bald fahren wir im Konvoi weiter zum Wasserloch, um dort zu wenden. Die am Morgen noch leere Ebene ist, als wir sie erreichen, kaum wiederzuerkennen, denn sie ist über und über mit Elefanten gefüllt. Ich empfinde die Situation durch meine Anspannung als recht bedrohlich und eigentlich möchte ich auch nur noch weg. Die Dickhäuter sind mir in meinem aktuellen Zustand einfach viel zu nah.
Ich mache also einige wenige Aufnahmen zur Dokumentation. Für das Einfangen der Gesamtsituation habe ich leider nicht das passende Objektiv dabei.

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Ich fahre alsbald hinter dem Rangerfahrzeug in Richtung Gate. Auf etwa halber Strecke kommt mir ein Fahrzeug entgegen, in dem ich meine Frau und die Kinder erkennen kann. Sie sind mit Lodgemanager Frank in den Park gefahren, um zu schauen, wie die Lage ist. Da seit meinem Anruf schon viel Zeit verstrichen ist, haben sie sich größere Sorgen gemacht.

Am Gate fallen wir uns in die Arme und eine riesige Anspannung fällt von mir ab. Erleichterung und Scham gehen eine besondere Paarung ein. Die letzten Stunden waren ein Abenteuer, das ich so bald nicht nochmal erleben muss (das aber seltsamerweise zu den Erlebnissen der Reise gehört, die wir am häufigsten in unserem Umfeld erzählen…).

Wir fahren kurz zum Rangerhauptquartier, das sich kurz vor dem Gate befindet. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinen Helfer*innen und wir verabschieden uns voneinander.

Die gesamte Aktion hat etwa vier Stunden gedauert – an den Gamedrive in die Buffalo Core Area am frühen Nachmittag ist nicht mehr zu denken. 🙁
Zum Glück nimmt mir das meine Familie nicht übel und ich werde von allen dreien sehr liebevoll aufgefangen. Die Kinder schenken mir kleine Spielzeuge zur Aufmunterung und ich stelle mich – endlich in der Lodge angekommen – unter die wohltuende Dusche.
Ein kleiner Trost ist zudem eine Elefantenherde, die sich am gegenüberliegenden Ufer zeigt.

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Nach einiger Zeit der Erholung verschieben wir den Buffalo Core Besuch auf den folgenden Morgen und beschließen den späten Nachmittag nochmal auf der Flussseite des Mahango zu verbringen. Ich muss auf jeden Fall heute noch einmal fahren, um meiner aufgekommenen Unsicherheit entgegenzuwirken und uns allen ist es wichtig, dass wir an diesem Tag noch ein paar positive Erlebnisse sammeln, die die Waage in ein gesünderes Gleichgewicht bringen.
Und so brechen wir kurz nach 16 Uhr noch einmal zu einem kurzen Gamedrive auf…

Wird fortgesetzt.

Teil 2408. Okt. 2019

Fortsetzung

Unser kurzer Nachmittagsgamedrive führt uns auf die Flussseite des Mahango. Auf die Pad zum Wasserloch habe ich aus naheliegenden Gründen wenig Lust… 😵

Die Flutebenen liegen am späten Nachmittag in einem schönen Licht und so freuen wir uns darüber, dass wir alsbald erneut auf die zwei Klunkerkraniche treffen. Auf den Turnouts fährt jetzt aber stets die Angst mit, sich erneut festzufahren. 😐 Glücklicherweise geschieht nichts dergleichen. 🙂

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Sehr viel näher als die Kraniche präsentiert sich dieses Red-Billed Spurfowl.

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Als wir unseren Weg vorbei an einigen im besten Gegenlicht stehenden Tsessebes fortsetzen, entdecken wir einen juvenilen African Harrier-Hawk (Gymnogene) in einem Baum. (Danke Bele!) Die Lichtverhältnisse sind nicht sehr gut, aber wir freuen uns (rückblickend) trotzdem über diese (unverhoffte) Erstsichtung.

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Auf den Floodplains ist noch immer viel los. Viele White-Faced Whistling Ducks halten sich hier auf. Und auch Lechwe und unsere ersten Riedböcke dieser Tour lassen sich sehen.

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Wir steigen aus dem Auto aus und genießen die Ruhe der uns umgebenden Natur, während unsere Kleine einmal mehr einschläft…

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Der große Baobab liegt zu dieser Tageszeit in einem wunderschönen Licht.

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Am nahen Picknickplatz treffen wir auf eine Pavianfamilie und genießen den Blick über den grünen Uferbewuchs. Ist das schön hier! Da sind die Strapazen der vergangenen Stunden bald vergessen.

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Auf dem Rückweg treffen wir auf einige Büffel, die nah an der Pad grasen. So nah sind wir auf dieser Tour diesen Tieren noch nicht gekommen.

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Ein juveniler Gaukler bildet den Abschluss unserer heutigen Vogelschar.

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Und kurz vor der Ausfahrt aus dem Park lassen sich noch Zebras im goldenen Licht des ausklingenden Tages blicken. Schön.

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Insgesamt verleben wir nochmal eine schöne Zeit im Mahango, die uns Lust darauf macht, irgendwann wieder hierher zurückzukehren.

Wir verabschieden uns von der Dame am Gate und steuern Ndhovu an. Einmal mehr genießen wir das Abendessen und ärgern uns mit den Malaria-Tabletten herum.

Dann geht es bald ins Zelt und es heißt: Gute Nacht.

Am nächsten Tag haben wir ein volles Programm: Am Vormittag holen wir den Gamedrive in der Buffalo Core Area nach, um danach gen Kongola zum Mukolo Camp zu fahren. Dort habe ich für 15 Uhr eine Bootstour auf dem Kwando gebucht. Darauf freuen wir uns schon sehr, haben wir doch im Vorfeld viel Gutes über die dort angebotenen Touren gehört.

Teil 2510. Okt. 2019

14. Kapitel: Von Fluss zu Fluss
30.07.2019


Im Morgengrauen wachen wir auf. Es ist einmal mehr bitterkalt, als unsere letzten Stunden auf der Ndhovu Safari Lodge anbrechen. Während sich die Kinder noch in ihre warmen Decken kuscheln und so gar nicht aus dem Bett steigen mögen, setzen sich meine Frau und ich in unsere unverzichtbaren Fleecejacken gehüllt auf die Terrasse und können am gegenüberliegenden Ufer einige Elefanten beobachten. Viel besser kann unserer Ansicht nach ein Morgen in Namibia kaum beginnen. 🙂

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Als die Dickhäuter sich nach kurzer Zeit vom Ufer zurückziehen, nimmt eine Herde Sable-Antilopen ihren Platz ein. Diese Tiere direkt von unserer kleinen Veranda aus zu beobachten, hätten wir uns im Vorfeld nicht erträumt. Ndhovu ist einfach ein wunderbarer Ort – von dem wir aber leider heute Abschied nehmen müssen.

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Als die Sonne aufgegangen ist, nehmen wir ein letztes Mal auf dem schönen Aussichtsdeck unser Frühstück zu uns. Ein kurzes Abschiedsbirding zeigt uns dabei nur einen Black-Collared Barbet, der vor lauter Gefiederpflege nicht für ein Foto stillhalten mag.

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Der heutige Tag wird uns an den Kwando führen und wir haben dafür eine Transferstrecke von ca. 200 Kilometern zu bewältigen. Aber vorher wollen wir noch die Buffalo Core Area im Rahmen einer geführten Tour besuchen – mir ist heute noch nicht nach einer erneuten Tiefsandbegegnung als Fahrer...

Herzlich ist der Abschied von Frank und Ralf. Sollten wir einmal wieder in den Caprivi kommen, so würden wir auf jeden Fall wieder einige Tage auf Ndhovu verbringen. Wir fahren noch einmal kurz zum Mahango-Gate, um uns nochmal in aller Form für die Hilfe am gestrigen Tag zu bedanken und werden auch dort überaus nett verabschiedet.

Da das Gate der Buffalo Core Area auf der anderen Flussseite in Richtung Kongola liegt, fahren wir hinter dem Gamedriveauto der Lodge her und lassen unser Auto am Tor der Core Area stehen. So müssen wir am Ende des Gamedrives nicht mehr zur Lodge zurückfahren und sparen etwas Zeit.
Wir sind die einzigen Gäste auf dem Drive und können uns auf den drei Sitzreihen wunderbar ausbreiten. Voller Vorfreude werden wir durch das Eingangstor gefahren: Es ist mal wieder schön, gefahren zu werden und vor allem in einem offenen Wagen zu sitzen.

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Nach einigen Grünmeerkatzen sehen wir zuerst einen toten Vertreter der Namensgeber dieses Gebiets.

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Alsbald lassen sich jedoch auch lebende Büffel ganz nah im goldenen Ufergras beobachten.

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Überhaupt gibt es auch auf dieser Flussseite sehr malerische Floodplains. Hier garniert mit einem Wasserbock.

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Als wir vom Fluss wieder in den dichteren Wald zurückfahren, begegnet uns eine stattliche Elefantenherde, die jedoch im recht dichten Busch verharrt. Daher fahren wir bald weiter.

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Der erste nenneswerte Vertreter der Avifauna auf dieser Tour ist ein Bradfield’s Hornbill, der sich im schönen Sonnenlicht präsentiert. Wir freuen uns sehr über diese Erstsichtung.

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Wieder geht es zurück an die Floodplains und unseren Blicken eröffnet sich eine weite Ebene, die über und über von Büffeln bevölkert ist. Ein Anblick, dessen Wirkung auf den Fotos leider gar nicht so gut herauskommt, uns aber in der Live-Situation ein ehrfürchtiges „Wow!“ entlockt und Gänsehaut erzeugt. Das ist Afrika, wie wir es lieben. 🙂

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Neugierige Kudus lassen sich blicken und beobachten uns vielleicht sogar noch aufmerksamer, als wir sie.

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Wir genießen die Blicke über die malerische Landschaft und treffen alsbald einen stattlichen Sablebullen beim Trinken an. Diesem wunderschönen Tier einmal mehr so nah sein zu können, ist ein ganz tolles Erlebnis.

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Wenig später kreuzt die Antilope auf ihrem Rückweg in den dichten Busch erneut unseren Weg.

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Wieder auf den offenen Floodplains angekommen, staunen wir über den Tierreichtum der Region. Wasserböcke grasen auf den grünen Ebenen. In weiter Entfernung stehen Büffel, Warzenschweine und Flusspferde.

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Unsere Aufmerksamkeit wird aber vor allem von einer neunköpfigen Herde Pferdeantilopen gefesselt, die aus dem Busch getreten ist, um ihren Durst zu stillen. Über den Anblick dieser wunderbaren Tiere freuen wir uns einmal mehr besonders, sind es doch vor allem Roan und Sable, die wir auf dieser Tour in der Region so gern ausgiebig beobachten wollten. Dieser Wunsch wird uns auf ganzer Linie erfüllt. Darüber sind wir glücklich.

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Bald eilen die Pferdeantilopen zurück in den schützenden Busch. So richtig wohl scheinen sie sich auf den offenen Ebenen nicht zu fühlen.

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Wenig später treffen wir am Saum des Uferwaldes erneut auf einige Rappenantilopen, die wir aus nächster Nähe beobachten können. Das wiegt die fehlenden Raubtiersichtungen im Caprivi für uns völlig auf. 🙂

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Wir verabschieden uns von den Floodplains und den im Wasser fressenden Büffeln und entdecken in einiger Entfernung noch einige Sporngänse – eine Erstsichtung für uns. 🙂

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Vorbei an den Militärruinen und einigen sehr scheuen Roans geht es zurück zum Gate.

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Es ist bereits kurz vor 12 Uhr. Wir verabschieden uns zufrieden von unserem Guide und steigen in unseren Landcruiser um. Jetzt heißt es Strecke machen, denn in drei Stunden wollen wir schon mit dem Boot auf den Kwando sein und hoffentlich eine Vielzahl an Vögeln ablichten. Ob wir uns da nicht verkalkuliert haben?

Haben wir nicht – alles hat geklappt. Wenn es auch zeitlich durchaus ambitioniert war… Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Teil 2614. Okt. 2019

Fortsetzung

Die 200 Kilometer bis Kongola vergehen recht schnell – wir kommen gut voran und die B8 liefert uns keine nennenswerten Ablenkungen. Die Kinder hören ihre Hörbücher, wir unterhalten uns. Der Motor brummt sonor vor sich hin.

Nach einem Tankstopp in Kongola erreichen wir das nicht weit enfernte Mukolo Camp erst kurz vor 15 Uhr. Es ist also bereits höchste Zeit, sich für den Bootsausflug bereit zu machen.

Wir werden von Veronica, der Campbesitzerin und den zwei Camphunden, sehr herzlich empfangen. Für ein Beziehen unserer Hütte bleibt jedoch keine Zeit mehr.
Gemeinsam mit einem weiteren Paar werden wir von ihr und Hennie, ihrem ebenso netten Ehemann, zum Bootsanleger durch den Busch gefahren. Direkt am Camp ist der Seitenarm des Kwando gerade zu seicht, um ihn befahren zu können. Im Auto heißt es zusammenrücken, denn auch die Camphunde begleiten uns zur Freude unserer Kinder.
Nach einigen Minuten Fahrt besteigen wir eines der kleinen Boote des Camps – hier ist alles auf nur wenige Gäste ausgelegt, das gefällt uns.

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Wir fahren durch enge Kanäle, die von hohem Schilf und Papyrus begrenzt sind, und erreichen bald den Hauptarm des Kwando.

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Dieser ist durch die anhaltende Dürre auf ein recht enges Restbett zusammengeschrumpft. Hennie meint, dass in etwa zwei Wochen die Bootsfahren vielleicht gestrichen werden müssen, bis neues Wasser den Fluss erreicht hat. Es ist stellenweise einfach zu seicht.

Der omnipräsente African Darter begrüßt uns auf unserer dreistündigen Fahrt – bis zum Sonnenuntergang werden wir auf dem Fluss bleiben.

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Durch die malerische Landschaft gleiten wir auf dem ruhigen Fluss dahin. Der Unterschied zum Okavango ist enorm. Der Fluss ist viel schmaler, der Uferbewuchs in der Regel höher. Hier geht es in erster Linie um das Beobachten von Vögeln, Großwild steht weit weniger im Fokus. Und das ist gut so. 🙂

Bald entdecken wir einen Pied Kingfisher, der sich ganz nah beobachten lässt, bevor ihm unsere Anwesenheit zu viel wird.

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Kurz darauf folgt ein Höhepunkt der Ausfahrt, der jedoch nichts mit der Avifauna der Region zu tun hat. Im dichten Schilf können wir tatsächlich einen Sitatungabock ausmachen, der sich eine ganze Weile beobachten lässt, bevor er im dichten Uferbewuchs unsichtbar wird. 🙂 Es entstehen zwar keine überwältigenden Fotos, aber hey: Wir haben eine Sitatunga gesehen. Das war einer meiner großen Wünsche für die Tage im Caprivi. Bisher haben wir nur das Bellen der Antilopen einmal in Uganda hören können. Gegenseitigen Sichtkontakt gab es noch nie.

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Auf der weiteren Fahrt lassen sich recht viele unterschiedliche Wasser- und Watvögel beobachten und teilweise sogar scharf ablichten: Den Anfang macht ein Little Egret.

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Auch Krokodilnachwuchs lässt sich am Ufer sehen.

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Ein juveniler Reed Cormorant.

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White-Fronted Bee-Eater gibt es hier in großer Zahl.

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Viele kleine Vögel nehmen Reißaus, bevor wir sie fotografieren können. Dieser African Stonechat hält etwas länger still.

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Wir sehen Little Bee-Eater und African Jacana.

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Dann lässt sich in schönem Licht ein Malachite Kingfisher sehen. Jetzt klickt die Kamera fleißig und wir freuen uns sehr.

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Als wir weiterfahren, sehen wir einen Nilwaran und einen Klaffschnabel, der aber schnell das Weite sucht, als unser Boot sich nähert.

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Nach der Sichtung eines Giant Kingfisher und eines weiteren Krokodils kommen wir bei einer Gruppe Flusspferde an, die wir im schönen Licht des späten Nachmittags lange beobachten.

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Auf der Rückfahrt entdecken wir im goldenen Licht des endenden Tages einen weiteren Malachite Kingfisher. Toll!

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Als das Licht bereits fast verloschen ist, lässt sich eine African Swamphen blicken und hält sogar für ein Foto still.

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Im dichten Schilf lassen sich Lechwe sehen. Außerdem zeigen sich uns ein Goliath Heron und ein weiteres Krokodilbaby.

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Als die Sonne schließlich ganz untergeht, sind wir mit der Fahrt mehr als zufrieden. Wir hatten eine ruhige und entspannte Zeit, einen sehr fähigen und interessierten Guide, nette und fokussierte Mitfahrende und eine ordentliche Ausbeute an verschiedenen Flussbewohnern.

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Im Dunkeln werden wir von Hennie mit seinem Auto aufgelesen und zurück ins Camp gefahren. Es geht über enge Wege durch den dunklen Busch. Gut, dass ich nicht selbst den Weg suchen muss.
Im Camp beziehen wir schließlich unsere sehr einfache Hütte, die uns im ersten Moment schon ziemlich erschreckt. Die Möblierung ist überaus rustikal/schmucklos und die Giebelwände bestehen aus Schilfrohren, zwischen denen immer wieder recht große Lücken klaffen. So können wir zum Beispiel durch die Badezimmerwand unser Auto erblicken… Wir sehen also einmal mehr einer sehr (!) kalten Nacht entgegen und tierischem Besuch ist auch Tür und Tor geöffnet…
Wir richten uns zähneknirschend ein und gehen dann – ausgehungert wie wir nach diesem erlebnisreichen Tag sind – zum Abendessen, das wir extra dazugebucht haben, denn eigentlich ist das Mukolo Camp vor allem auf Selbstversorger eingestellt.

Das Essen in der Lapa, das wir gemeinsam mit einigen anderen Gästen einnehmen, ist bodenständig und dabei sehr schmackhaft. Hier wird viel Wert auf abwechslungsreiches Gemüse gelegt – das gefällt uns sehr und ist eine schöne Abwechslung zu anderen Unterkünften. Mit Hennie kann man sich außerdem gut unterhalten – er ist ein echt netter Kerl.

Zurück in der Hütte breiten wir die vorhandenen Moskitonetze sorgfältig aus, schließen bestehende Risse mit Klebeband und machen uns ein möglichst warmes und moskito- und spinnenfreies Lager.
Die Nacht wird trotzdem nicht die beste unseres Lebens werden…

Morgen geht es um 9 Uhr wieder auf den Fluss – und diese Tour soll mindestens (!) ebenso schön werden. 🙂

Teil 2717. Okt. 2019

15. Kapitel: Sag mir Kwando, sag mir, wann ich dich wiedersehen kann…
31.07.2019


Die Nacht war einmal mehr fürchterlich kalt – man kennt das jetzt zwar schon, möchte sich aber nicht so recht daran gewöhnen. 😉
Die Sonne bringt ein wenig Wärme in die kalten Glieder – aber hier am Fluss ist es auch in den ersten hellen Stunden des Tages noch empfindlich kalt.
So nehmen wir das Frühstück dick eingepackt in Fleece und Mützen in der Lapa ein – alles ist schmackhaft, aber eigentlich ist es zu kalt zum Essen…
Vom Camp aus können wir in einiger Entfernung eine Herde Lechwe beobachten. So ein Tagesbeginn gefällt uns wiederum sehr gut.

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Wegen der niedrigen Temperaturen beginnt unser Bootsausflug heute erst um neun Uhr, dann ist es warm genug, dass man mit nennenswerter Aktivität am Fluss rechnen kann.
Wieder werden wir von Hennie in seinem Wagen zum Bootsanleger gefahren. Heute sind wir die einzigen Gäste auf dem kleinen Boot und freuen uns umso mehr auf ein Wiedersehen mit dem Kwando – die Fahrt gestern hat uns ja schon ganz wunderbar gefallen. Die heutige ist nur die Kür, wir sind ganz entspannt und harren der Dinge, die da kommen.

Bereits am Anleger haben wir zwei schöne Vogelsichtungen. Aus nächster Nähe können wir eine Lesser Striped Swallow und einen Little Bee-Eater beobachten.

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Wir gehen an Bord und haben freie Platzwahl. Die Kinder richten sich mit ihren Kuscheltieren häuslich zwischen den Stühlen ein. Und los geht die Fahrt.

Bereits kurz nach dem Ablegen taucht ein erstes Flusspferd auf und begrüßt uns in seinem Reich.

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Dann durchfahren wir erneut den engen Kanal durch den dichten Schilfwald, um zum Hauptarm des Kwando zu gelangen.

Wir sind nur eine kurze Zeit auf dem Fluss unterwegs und erleben den ersten Höhepunkt der Fahrt. Wie bereits am Vortag können wir eine Sitatunga entdecken. Dieses Mal handelt es sich um ein weibliches Tier, das am Rande des Uferdickichts sehr gut sichtbar äst. Der Motor wird ausgestellt und wir treiben langsam auf das Tier zu, das sich lange beobachten lässt. Safariglückshormone schießen ein und wir beobachten fasziniert diese scheue Antilope. 🙂 Jetzt entstehen Fotos, mit denen wir ziemlich glücklich sind. Unser Guide meint plötzlich, dass im dichten Schilf noch ein Jungtier zu sehen sei. Als ich mich vorbeuge, um es zu entdecken, ergreifen die Antilopen aber leider die Flucht. Schade.

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Der Motor wird wieder angeschmissen und weiter geht die Fahrt.
Sie führt uns zunächst vorbei an einem Goliathreiher und einem Pied Kingfisher – beide gehören zur Stammbesetzung des Flusses.

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Dann entdecken wir am Ufer zwei Cape Turtle Doves, die ihren morgendlichen Durst löschen.

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Ein Little Egret lässt sich sehen.

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Und dann flüstere ich erneut: Sitatunga! 🤩 Tief im Schilf verborgen streicht ein Sitatungabock herum. Zumeist kann man ihn nur erahnen. Daher entstehen hier auch keine überzeugenden Bilder. Wir freuen uns trotzdem total über unsere insgesamt dritte Sitatungasichtung.

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Wir gleiten weiter über den seichten Fluss. Die Kinder haben ihre kleinen Kameras im Anschlag und sind fasziniert dabei – irgendwann wird die Spannung aber abnehmen und sie werden sich aus mitgebrachten Decken und ein paar Stühlen eine kleine Bude bauen. Schön, dass wir die einzigen Gäste sind… 😉

Wir entdecken bald einen Coppery Tailed Coucal (Danke Maddy und Matte!).

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Außerdem lässt sich ein Purple Heron im dichten Schilf sehen.

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Dies ist wohl eine Banded Martin (Danke Maddy!).

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Und die Vogelparade geht weiter mit einem African Jacana und einem Hamerkop.

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Wir fahren an einem Swamp Boubou vorbei und können einen Yellow-Billed Stork in einem der Uferbäume beobachten.

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Für den nun folgenden Teil der Tour legen die Vögel eine kleine Pause ein und die Antilopen betreten die Bühne des Kwandoufers.

In relativ kurzer Zeit treffen wir immer wieder auf Lechwe, die sich ganz nah am Ufer beobachten lassen.

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Und auch Riedböcke lassen sich sehen. Das freut uns ganz besonders, denn aus dieser Nähe haben wir die Tiere bisher noch nicht so oft beobachten können.

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Damit die Abwechslung auf der Ausfahrt nicht zu kurz kommt, steuern wir als nächstes Zwischenziel eine Kolonie von White-Fronted Bee-Eatern an. Es macht Spaß, das ständige Kommen und Gehen der kleinen Vögel zu beobachten. So viele dieser bunten Gesellen haben wir bisher noch nie auf einem Fleck gesehen.

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Auch einigen African Openbill kommen wir am heutigen Tag sehr nahe.

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Heute geht es Schlag auf Schlag: Ein stattlicher Lechwe-Bock steht malerisch am Ufer. Meine bisherigen Lieblings-Lechwe-Fotos entstehen hier.

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Auch ein Reed Cormorant zeigt sich recht fotogen.

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Dann ist es wieder Zeit für eine Flusspferdsichtung. In diesem Fall garniert mit zweierlei Oxpeckern: Red-Billed und Yellow-Billed.

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Es folgen ein weiterer Coucal, ein Klaffschnabel und eine African Swamphen – dieses Mal im schönen Sonnenlicht, so dass ihre Farben schön schillern.

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Am Ufer trinken Paviane und Kudus blicken von oben auf uns herab. Ach, was ist das herrlich hier.

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Plötzlich raschelt und platscht es lautstark an der Einmündung eines Seitenarms. Eine große Gruppe Hippos beeilt sich ins Wasser zu kommen. Das sorgt für einen ordentlichen Wellenschlag.

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Es folgen noch weitere fotogene Lechwe-Antilopen und auch ein Nilwaran und weitere Flusspferde lassen sich sehen.

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Kurz vor dem Ende der Tour folgt dann noch ein letzter Höhepunkt. Die Sitatunga ist wieder an Ort und Stelle zu sehen, versteckt ihren Kopf aber beharrlich im dichten Schilf. Viel interessanter ist daher das, was sich einige Meter von ihr entfernt in der üppigen Vegetation verborgen hält. Wir können tatsächlich einige Blicke auf das Jungtier der Sitatunga werfen, das uns seinerseits neugierig beäugt. 🙂 Es entsteht zwar nur ein etwas besseres Suchbild, aber wir sind mit dieser Sichtung vollauf glücklich. Mit so vielen Sitatunga-Sichtungen hätten wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet.

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Zufrieden genießen wir die letzten Meter auf dem Kwando, bevor wir am Anleger von Hennie aufgesammelt und zum Camp gefahren werden.
„Sag mir Kwando, sag mir, wann ich dich wiedersehen kann…“ Der Fluss ist durch die zwei wunderbaren Ausfahrten zu einem echten Sehnsuchtsort für uns geworden. 🙂

Nach einer ausgiebigen Pause im Camp wollen wir heute Nachmittag einen Abstecher in den Mudumu Nationalpark machen.

[wird fortgesetzt]

Teil 2822. Okt. 2019

Fortsetzung

Nach der wunderbaren Bootstour am Morgen spannen wir im Mukolo Camp erstmal ausgiebig aus. Die Kinder spielen in der Hütte und auf dem weitläufigen Gelände – auch der Landcruiser dient erneut als Klettergerüst. So wird der Bewegungsdrang gestillt.
Hier zwei Impressionen des Camps und unserer Cottage.

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Ich stromere derweil immer wieder über die Wiesen am Flussufer und halte nach Vögeln Ausschau.
Weit entfernt stehen einige Marabus. Weit fotogener ist aber ein Schreiseeadler, der in einem der Campbäume sitzt.

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Sehr ergiebig ist die Futterstelle in der Nähe der Lapa. Hier herrscht ein stetiges Kommen und Gehen. Vor allem Blue Waxbill, Red Billed Firefinch und Brown Firefinch lassen sich hier aus geringer Distanz beobachten. Das macht Spaß.

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Netterweise wird uns in der Küche außer der Reihe eine kleine Mittagsmahlzeit aus leckeren Sandwiches bereitet, die die Kinder nur so verschlingen. Auch uns schmeckt es sehr gut und wir sind dankbar, denn auf ein Selbstversorger-Mittagessen waren wir gar nicht vorbereitet…

Von Hennie lassen wir uns die Tracks im nahen Mudumu Nationalpark erklären. Auf einer kleinen Karte zeichnet er uns die relevanten Tiefsandstellen ein und meint nur trocken: „Don’t go there.“ Leider sind viele der Pads des Nationalparks nach kurzer Zeit von Hennie als No-Go-Area gekennzeichnet. Durch die anhaltende Trockenheit ist der Sand eben auch besonders fluffig… 😵

So starten wir am Nachmittag mit gemischten Gefühlen in Richtung Mudumu und hoffen, dass ich das Auto nicht ein weiteres Mal versenke… 🙄

Bevor man in den Nationalpark einfährt, muss man nach rechts abbiegen, um zum Rangerhauptquartier zu gelangen und dort ein Permit zu bekommen. Als wir ankommen, ist das Tor zum Hof verschlossen und wird uns erst nach einiger Zeit geöffnet. Auch die Büroangestelle lässt sich erst nach längerer Wartezeit sehen. Wir werden dann aber freundlich begrüßt und sind laut Liste die zweiten, die heute in den Park einfahren. Die junge Dame gibt uns ihre Mobilnummer – für den Fall, dass wir im Tiefsand stecken bleiben sollten. Na das kann ja heiter werden… 😗

Nach der Registrierung geht es dann schließlich los. Wir passieren den Eingang zum Park und biegen bald rechts von der Transitstrecke in den Busch ein.

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Die Wege sind recht gut beschildert und so können wir uns mit der kleinen Nationalparkkarte ganz gut orientieren. Tatsächlich sind die Straßen aber immer wieder sehr sandig und teilweise wahnsinnig eng. Teilweise befährt man offene Grasebenen und kommt bis an den Fluss heran.

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Dann führen die engen Pfade jedoch auch immer wieder durch dichten Busch und noch dichteren Wald. Hier sieht man kaum zwei Meter nach rechts oder links.
Tiersichtungen lassen nicht lange auf sich warten. Vor allem sehen wir Zebras.

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Und bald auch einige Büffel im dichteren Busch.

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Und Elefanten – in sehr großer Zahl. Immer wieder Elefanten. Fotos machen wir aber nur ganz wenige, denn wir konzentrieren uns vor allem auf die Wege und deren Zustand. Über weiter entfernte Sichtungen freuen wir uns, aber immer wieder sind die Dickhäuter ganz nah an der Pad und queren sie plötzlich in direkter Nähe. Vor allem in den dichter bebuschten Teilen macht uns das sehr nervös und wir drehen irgendwann an einer der wenigen geeigneten Stellen um. Hier wollen wir nicht unplanmäßig halten müssen… Das Steckenbleiben im Mahango wirkt durchaus noch nach.

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Schön ist aber die Einsamkeit im Park – insgesamt begegnen wir in den zwei Stunden, die wir dort verbringen, nur einem Rangerfahrzeug. Jedoch können wir diese durch den überall anzutreffenden Tiefsand am Ende nicht richtig genießen. 😕
Im schönen Spätnachmittagslicht begegnen uns noch einige Kudus und dann stoßen wir wieder auf die geteerte Transitstraße.

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Später hätten wir auch nicht zurückfahren können – denn erst mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Mukolo Camp.

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Das Abendessen ist wieder sehr schmackhaft, die Nacht wieder extrem kalt.

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Morgen geht es nach Botswana zum letzten Teil der Reise. Gute Nacht.

Teil 2925. Okt. 2019

16. Kapitel: Auf nach Botswana!
01.08.2019


Tja, über den heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten. Auch sind nur sehr wenige Bilder entstanden. Der Vollständigkeit halber sei er jedoch nicht ganz ausgespart.

Also los.

Nach einer bitterkalten Nacht lassen wir es heute sehr ruhig angehen. Wir frühstücken gemütlich gemeinsam in der Lapa und genießen die wärmenden Strahlen der Morgensonne. Die Kinder spielen auf dem Gelände des Mukolo Camps und toben sich vor der anstehenden Transferfahrt noch einmal gehörig aus. Ich packe derweil gemeinsam mit meiner Frau zum letzten Mal unser Gepäck in den treuen Landcruiser – heute Nachmittag werden wir uns von unserem Begleiter leider verabschieden müssen.

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Vor dem Aufbruch besichtigen wir den zum Reisevehikel umgebauten LKW einer deutschen Familie, die wir in den letzten Tagen im Caprivi immer wieder getroffen und bei den Mahlzeiten im Camp kennengelernt haben. Von der Finesse des Umbaus und der Detailverliebtheit der Innenausstattung sind wir beeindruckt – wenn ich einmal pensioniert bin, möchte ich auch so ein Spielzeug haben. 🙂

Dann fahren wir schließlich die B8 stracks gen Osten. Wir passieren Katima Mulilo und beschließen, wegen der Grenzüberquerung besser nicht hier einzukaufen, sondern dies auf Kasane zu verschieben.
So erreichen wir bald den Grenzübergang Ngoma Bridge. Ab dem ersten August 2019 – also heute (!) – kann man die anfallenden Gebühren nur noch in Pula bezahlen. Die haben wir leider nicht. Zum Glück wird auch die Kreditkarte akzeptiert.
Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, unsere Schuhe desinfiziert und unser Auto kontrolliert. Der Wasserstand des Chobe ist auf Höhe der Brücke extrem niedrig. Weite Teile des Flussbetts liegen trocken. In der Ferne lassen sich grasende Zebras erkennen.

Wenig später durchqueren wir auf der Transitstraße den Chobe Nationalpark in Richtung Kasane. Wir sehen eine Roan am Straßenrand und natürlich auch einige Elefanten, die dicht an der Fahrbahn äsen oder die Straße queren. Sobald wir anhalten, werden die Tiere aber erstaunlich nervös, sodass wir keine sinnvollen Fotostopps einlegen und ich die Bilder, die an der Straße entstanden sind, euch gern vorenthalten möchte. 😉

Bald erreichen wir Kasane und fahren zuerst in die „Innenstadt“ am Flussufer. Dort suchen wir den Choppies auf und kaufen für unsere folgenden Selbstversorgertage (zu) viel ein. Beladen mit Milch, Käse, Brot, Nudeln, Cereals, Obst etc. geht es dann schließlich zu unserer Unterkunft, die auf dem Hügel abseits des Flusses liegt.

Als wir die Reise gebucht haben, waren bereits die meisten Unterkünfte in Kasane belegt und so war ich froh, über eine Buchungsplattform das Bophirimo African Sunsets Guesthouse gefunden zu haben, das uns für vier Nächte am Stück ein bezahlbares und trotzdem ansprechendes Dach über dem Kopf bieten kann.
Die kleine Anlage besteht aus nur zwei Chalets, die im Garten der Besitzer stehen, und wird mit sehr viel Herzblut betrieben. Vor allem hatten wir mit dem erwachsenen Sohn der Familie – Lele – zu tun, der ein ganz wunderbarer und zugewandter Gastgeber ist.

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Unser Haus ist riesig. Es besteht aus einer wirklich großen Wohnküche und drei Schlafzimmern mit je zwei Betten. Außerdem finden sich je zwei Duschräume und zwei Toiletten. Die Küche ist voll ausgestattet, die Möblierung insgesamt etwas einfach, aber immer zweckmäßig und funktionsfähig. Hier können wir uns auf unserer letzten Station der Reise fernab vom Schick (und den Preisen…) der Lodges am Flussufer wohlfühlen.

Um 15 Uhr kommt unser Kontakt von Namvic vorbei, um das Auto abzuholen. Nach einem kurzen Kontrollgang unterschreiben wir die nötigen Papiere und machen wehmütig einige Abschiedsfotos. Die große Kiste ist uns in den vergangenen Tagen durchaus ans Herz gewachsen. Der arme Namvic-Mitarbeiter muss unseren treuen Landcruiser jetzt nonstop bis nach Windhoek fahren. Wir geben ihm Chips und Cola mit und wünschen ihm viel Glück und Durchhaltevermögen für diesen Parforceritt.

Die Kinder fühlen sich in unserem Haus pudelwohl und okkupieren eines der Zimmer. Den Nachmittag über wird ganz viel mit dem mitgebrachten Playmobil gespielt und gelesen. Solche Tage sind auf ihre Art wertvoll – auch wenn mir das im südlichen Afrika immer etwas schwerfallen will.

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Am späteren Nachmittag schaut dann noch Douglas von der Agentur Nkwe bei uns vorbei – auch ein sehr freundlicher Mann. Bei Nkwe haben wir die Aktivitäten für die folgenden Tage gebucht und wir besprechen nun abschließend die Reihenfolge der Durchführung.

Morgen werden wir früh am Tag einen geführten Gamedrive an die Chobe-Riverfront unternehmen. Am Nachtmittag steht dann eine Bootstour auf dem Chobe auf dem Programm.
Am Tag danach werden wir einen Ausflug zu den Victoria Fällen nach Simbabwe unternehmen und freuen uns darauf, die Wasserfälle den Kindern zu zeigen. Meine Frau wird dort außerdem ihr Weihnachtsgeschenk einlösen, wenn sie sich denn traut: Einen Helikopterflug über die Fälle.
Am dritten Tag werden wir erneut morgens mit dem Auto in den Park und nachmittags mit dem Boot auf den Fluss fahren.
So hoffen wir, dass ein abwechslungsreiches Paket für die kommenden Tage geschnürt ist, das in der Mittagszeit noch genug Raum für Spiel und Spaß mit den Kindern übriglässt.
Am Abflugtag ist dann gegebenenfalls noch Platz für einen weiteren Gamedrive am frühen Morgen, da unser Flug von Kasane aus erst am frühen Nachmittag starten wird. Mal sehen, ob wir diese Option nutzen.

Nachdem Douglas sich verabschiedet hat, spielen wir weiter, kochen und essen irgendwann gemeinsam, laden die Akkus der Kameras auf und freuen uns auf die Dinge, die da kommen werden. Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren am Chobeufer getan? Wird die Zeit in Botswana ein abschließender Höhepunkt werden? Wir sind gespannt. (Und wir haben ja noch den Sichtungsfee-Bestechungsschnaps von Konni und Silke in der Hinterhand… 😗 )

Teil 3027. Okt. 2019

17. Kapitel: Mehr Touristen als Tiere
02.08.2019


Heute soll es auf unseren ersten geführten Gamedrive an die Chobe-Riverfront gehen. Meine Erwartungen an diese Ausfahrt sind hoch – den Grund dafür kann ich selbst nicht wirklich nennen. Vielleicht weil wir – anders als gewöhnlich – geführt unterwegs sein werden, vielleicht auch, weil sich die Reise so langsam ihrem Ende entgegen neigt.

Bereits um 5.45 Uhr werden wir an unserer Unterkunft abgeholt. Draußen ist noch pechschwarze Nacht – die Kinder zu dieser frühen Stunde zu wecken löst durchaus ein schlechtes Gewissen aus.
Das Prozedere des Fertigmachens verläuft dann aber besser und zügiger als befürchtet und so sind wir tatsächlich pünktlich bereit für unser erstes Familiensafari-Abenteuer in Botswana.

Wir werden mit einem Kleinbus abgeholt und zu einem Treffpunkt an der Transitstraße gefahren, wo wir einige Minuten auf das Gamedrive-Fahrzeug warten müssen. Dabei braust bereits eine ganze Anzahl von offenen Landcruisern an uns vorbei in Richtung Sedudu-Gate. Ein Menetekel… 😈

Als unser Fahrzeug ankommt, ist es bis auf vier unzusammenhängende Plätze besetzt. Wir müssen für Verständnis werben, dass unsere Kinder nicht allein sitzen können und finden dann auch eine Lösung, bei der wir jeweils zu zweit zusammensitzen können.
Wenige Minuten später erreichen wir kurz nach sechs Uhr das Sedudu-Gate. Und der erste Eindruck, den wir hier gewinnen, ist schon krass. Es steht eine wirklich große Anzahl an Gamedrive-Autos herum – so etwas haben wir in Afrika noch nie zuvor erlebt. Das grenzt schon an die Eindrücke, die wir am Gate des Yala NP in Sri Lanka sammeln mussten. Hier ist es uns definitiv zu voll. 😵

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Als wir die Registrierung abgeschlossen haben, reihen wir uns in den Konvoi ein, der zur Riverfront rumpelt. Immer werden wir auf diesem Gamedrive in mehr oder weniger großem Abstand Fahrzeuge vor und hinter uns haben. Teilweise fährt man als veritable Fahrzeugkette durch den Busch und am Ufer des Chobe entlang. Das erinnert uns mehr an eine Fahrattraktion in einem Freizeitpark, in der eine Kette von Gondeln aneinander befestigt ist, als an eine Pirschfahrt in einem afrikanischen Nationalpark. Widerwillig kalibriert sich die Erwartungshaltung… 😵

Immer wieder hält der Guide und gibt uns Erklärungen zum Grenzverlauf zwischen Botswana und Namibia und dem Konflikt um Sedudu-Island. Tiere sehen wir im Zwielicht eher wenige, nur einige Kudus lassen sich sehen. Für Fotos ist das Licht jedoch noch zu schlecht.
Als die Sonne langsam aufgeht, kommen wir auf dem Weg ans Flussufer an großen Bäumen vorbei, auf denen zahlreiche Marabus die Nacht verbracht haben. Ein eindrucksvoller Anblick.

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Auch der Sonnenaufgang über der Flusslandschaft ist schön.

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Auf der River-Front-Road setzt sich dann unsere Konvoifahrt fort. Wir halten an einem Flusspferd, das an der Böschung über uns steht und sich wegen der großen Anzahl an Fahrzeugen nicht zum Fluss zu trauen scheint. Lange bleiben wir hier stehen, wir finden das eher schade.

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Auf der Weiterfahrt haben wir einige schöne Vogelsichtungen im Licht der aufgehenden Sonne. Der obligatorische Schreiseeadler sitzt in einem Uferbaum. In und an flachen Tümpeln waten und warten Nimmersatte und Löffler.

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Immer wieder beäugt der Guide die Sandstraße und sucht nach interessanten (Katzen-)Spuren. Ich frage mich, was das im Angesicht der aktuellen Situation bringen soll, denn wir fahren sowieso einen mehr oder weniger festgelegten Loop ab und sind dazu noch hoffnungslos in der Blechkaravane eingereiht. Hmmm… 😗

Eine unserer Mitfahrerinnen stellt sich zu allem Überfluss als amerikanische Influencerin mit eigenem You-Tube-Channel heraus, die ständig ihre Mitfahrer abfilmt und interviewt. In solchen Momenten komme ich mir so alt und fremd in der Welt vor. Das Gebaren der jungen Dame hilft nicht, die Laune zu heben. 😣

Überragende Sichtungen haben wir am heutigen Morgen nicht. Immer wieder halten wir für eine längere Zeit bei Impalas oder Pavianrotten. Letztere ermöglichen uns netterweise einige schöne Aufnahmen. Vor allem ein im Licht der Morgensonne meditierender Pavian hat es uns angetan.

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Aber auch die Jungtiere lassen interessante Beobachtungen zu.

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Bald darauf lassen sich einige Zebramangusten im schönen Licht blicken.

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Ohne weitere nennenswerte Sichtungen erreichen wir nach gut zwei Stunden die Serondela Picknick Site. Auch hier herrscht Hochbetrieb und wir rasten mit gut zehn weiteren Fahrzeugen hier. Mit diesem Massenandrang hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet. Wir wussten zwar, dass die Region gut besucht ist, aber so gut… Ich muss zugeben, dass ich ein wenig frustriert bin. 🙁

Als wir nach der Pause weiterfahren, geraten wir nach wenigen hundert Metern in einen Stau. Da wir rund fünf Fahrzeuge vor uns haben, können wir natürlich nicht auf Anhieb erkennen, was gesichtet wurde. Und hier ist wirklich alles möglich, denn auch bei der Sichtung von Pavianen ergibt sich in den frühen Morgenstunden an der Riverfront durchaus ein kleiner Stau… 😉

Irgendwann können wir mit verrenkten Hälsen aber tatsächlich einen Honigdachs nah an der Straße ausmachen. An Fotos ist wegen des Verkehrsaufkommens aber nicht zu denken. Alsbald verabschiedet sich der Dachs und trabt zielstrebig durch das hohe Gras von der Straße weg. Wir können noch einige Blicke auf eines unserer Lieblingstiere erhaschen. 🙂 Fotos wiederum werden durch das Tempo des Tieres und die recht dichte Vegetation verhindert. Aber immerhin: Eine Honigdachssichtung! Die anderen Fahrzeuginsassen finden das eher weniger spektakulär. 😉

Bald löst sich der Stau auf und der Safarikonvoi zieht weiter- begleitet von den Kommentaren der You-Tuberin.
Wir fahren auf einer Anhöhe zurück in Richtung des Gates und haben immer wieder schöne Blicke auf den Chobe mit seinen Bewohnern.

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Irgendwann dann wieder ein Stau. Lange warten wir, bis wir an der Reihe sind, um dann ein im Busch schlafenden Flusspferd abzulichten. Ein unverbuschter Blick ist nur aus einem bestimmten Winkel möglich und so dauert es, bis das Auto sich immer wieder so platziert hat, dass jeder mal einen guten Blick auf das müde Tier werfen kann. Ich muss zugeben, dass meine Geduld hier durchaus strapaziert wurde… So unterschiedlich sind eben die Bedürfnisse der verschiedenen Mitfahrenden. 😣

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Vorbei an tief im hohen Gras stehenden Elefanten nähern wir uns einem kleinen Höhepunkt der Fahrt. Wir treffen auf eine Herde Rappenantilopen, über die wir uns sehr freuen, die jedoch für die anderen Insassen eher uninteressant zu sein scheinen.
Das Licht ist nicht mehr außerordentlich gut, aber trotzdem machen wir hier viele Fotos – wohl auch als Kompensation für die ansonsten eher unspektakuläre Tour.

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Ein Marabu lässt sich noch kurz vor Erreichen des Gates blicken und dann ist Schluss für den heutigen Morgen.

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Um kurz vor zehn Uhr sind wir zurück in der Unterkunft und ich muss zugeben: Ich bin enttäuscht. Es waren zu hohe Erwartungen im Spiel – es war eben auch „nur“ ein normaler Gamedrive und da ist immer Glück ein entscheidender Faktor. Das ist mir hinlänglich bekannt.
Und zu allem Überfluss haben wir auch vergessen, den Bestechungs-Schnaps zu trinken. Dies jedenfalls wird nicht noch einmal passieren. 😉
Aber dass über weite Strecken im Konvoi mit vielen anderen Gamedrive-Fahrzeugen gefahren wird und man zumeist mehr Autos als Tiere im Blick hat, ist schon extrem desillusionierend. Und auch die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse der Insassen und das damit verbundene Gefühl von Fremdbestimmtheit haben die Fahrt nicht entspannter werden lassen. 😵

Uns ist zu diesem Zeitpunkt klar, dass wir diese Situation nicht wiederholen wollen und so organisieren wir für den übermorgigen Gamedrive um: Wir zahlen ein Upgrade für eine Privatfahrt, um selbst mehr Einfluss auf den Rhythmus haben zu können und wünschen uns, dass wir früher am Gate sein können, um wenigstens als eines der ersten Autos in den Park fahren zu können.

Jetzt heißt es aber erstmal entspannen und spielen, denn am Nachmittag steht unsere erste Bootstour auf dem Chobe an. Meine Erwartungshaltung hat sich zum Glück schon kalibriert. Ich versuche mich trotzdem uneingeschränkt auf die anstehende Fahrt zu freuen…

Teil 3130. Okt. 2019

Fortsetzung

Nach einer langen Pause nehmen wir uns um 13 Uhr ein Taxi und lassen uns zum Jetty fahren, der sich in der Nähe des Spar befindet. Bevor es aufs Boot geht, gehen wir Mittagessen. Dafür bietet sich das Hunter’s Restaurant ganz in der Nähe an. Dort kann man u.a. recht gut landestypisch essen.

Kurz vor 15 Uhr finden wir uns schließlich am Jetty ein. Dieser liegt auf dem Hinterhofgelände des Einkaufskomplexes versteckt hinter parkenden Autos und Gestrüpp nah an den Müllcontainern. Kein sehr einladender Ort.
Wir suchen uns einen Schattenplatz, bis Douglas von Nkwe erscheint und uns erklärt, auf welchem Boot wir mitfahren sollen.
Es handelt sich um ein kleineres Exemplar, das vielleicht 10 Passagiere fasst. Damit sind wir sehr glücklich. Auch die zwei mitfahrenden Bootsführer erweisen sich als aufmerksam, freundlich und kompetent im Hinblick auf die sonnenbezogene Ausrichtung des Bootes.
Recht pünktlich beginnt die Ausfahrt und natürlich ist man bei Weitem nicht allein auf dem Chobe unterwegs. Im Vergleich zu 2009 sieht man weit mehr Boote. Jedoch verteilt sich der Auflauf bald recht gut auf dem Fluss, so dass uns die Menge zu keinem Zeitpunkt so sehr auffällt oder gar stört wie bei dem Gamedrive am Morgen. 🙂

Bald lässt sich recht malerisch ein Schlangenhalsvogel ablichten.

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Überhaupt spielen zu Beginn der Fahrt die Vögel eine herausgehobene Rolle. Aus geringer Distanz können wir Sporngänse beobachten und auch ein White-Crowned Lapwing lässt sich sehen. Über allem thront der omnipräsente Schreiseeadler.

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An vielen Stellen des Ufers sieht man Tiere ruhen. Dabei sind die Reptilien durch den Nilwaran und Krokodile in allen möglichen Größen zahlreich vertreten. Teilweise kommt man den Tieren dabei erstaunlich nah, ohne dass diese sich stören ließen.

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Besonders beeindruckt uns aber ein riesiges Wildbienennest hoch oben in einem der Uferbäume.

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Wieder lässt sich ein Darter blicken. Dieses Mal mit Beute.

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Die Büffel auf Sedudu Island liegen noch in bestem Gegenlicht. So können nur Scherenschnitte entstehen. Ist ja auch mal ganz nett.

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Immer wieder sehen wir Krokodile, aber bald natürlich auch Elefanten, wobei deren Anzahl im Vergleich zu unseren Erinnerungen unseres letzten Aufenthalts am heutigen Tag deutlich geringer ausfällt.

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Spannend zu beobachten ist eine Situation, in der ein junger Elefant neugierig einem Krokodil sehr nahekommt, das dann aus seiner Versteinerung erwacht und schnell das Weite sucht.

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Auf Sedudu Island grasen viele Büffel. Auch Lechwe und Wasserböcke lassen sich im schönen Spätnachmittagslicht beobachten.

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Während wir den Tieren fasziniert zuschauen, löst sich bei unserer Großen ein Wackelzahn und ganz stolz präsentiert sie uns die neue Lücke und den „Afrika-Zahn“.

In weiterer Entfernung können wir ein Puku ausmachen. Diese Sichtung hatte ich mir gewünscht und so freue ich mich, unsere diesjährige Antilopenliste um eine neue Spezies erweitern zu können.

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Wir umrunden Sedudu Island und fahren langsam in Richtung Kasane zurück. Die Sonne nähert sich dem Horizont und taucht die Insel, die die meiste Zeit der Fahrt in unschönem Gegenlicht gelegen hat, in ein wunderbar warmes Licht, in dem sich uns ein weiteres Krokodil und vor allem einige Flusspferde von ihrer Schokoladenseite zeigen. Die Fotos von Hippokuh und Kalb mag ich dabei besonders gern.

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Den Sonnenuntergang warten wir mitten auf dem Fluss ab. Ganz malerisch versinkt die Sonne und wir sind nach dieser Tour mit dem Tag versöhnt.

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Am Jetty werden wir von Douglas erwartet und zu unserer Unterkunft gefahren.
Unsere Mädels lernen den Nachwuchs einer Schweizer Familie kennen, die das andere Chalet bewohnt und so ist für das Programm der nächsten Stunde gesorgt. Vergnügt wird miteinander gespielt, während die Eltern ein einfaches Abendessen zubereiten: Heute gibt es Spaghetti. Die Kinder rufen: Juhu! 🙂

Morgen haben wir mehr oder weniger tierfrei. Im nächsten Kapitel geht es nach Simbabwe zu den Victoriafällen – zu Land und in der Luft. Wenn wir denn erstmal die Grenze passiert haben sollten… 😵

Teil 3204. Nov. 2019

18. Kapitel: Das Wasser – zu Lande und aus der Luft
03.08.2019


Um 7.30 Uhr werden wir von Douglas mit einem Kleinbus abgeholt. Er wird von einem Freund begleitet, mit dem er sich die Zeit in Victoria Falls vertreiben will. Wir sind die einzigen Gäste auf der heutigen Tour. Schön.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Grenzübergang nach Simbabwe. Die Ausreise aus Botswana verläuft zügig und problemlos.

Die Einreise nach Simbabwe stellt sich am heutigen Morgen leider als genaues Gegenteil dar. Als wir ankommen, ist schon eine stolze Schlange vor den Schaltern der Immigration zu sehen. Es sind zwar drei Schalter geöffnet, trotzdem geht es nur extrem langsam voran. Jetzt ist Geduld gefragt, denn wir werden uns auf diesem staubigen Fleckchen Erde rund drei Stunden ohne jeglichen Schatten die Beine in den Bauch stehen. Die Kinder schlagen sich dabei ganz wunderbar, was mich bis heute sehr erstaunt. Gut, dass wir eine Tasche mit Lebensmitteln dabeihaben, so können sie immer wieder etwas essen und trinken. Ansonsten nutzen sie die Zeit, um im Staub Bilder zu malen. Überall ist ein Spielplatz. 😉
Wir unterhalten uns mit einigen US-Amerikanern und vertreiben uns so die Zeit. Immer mal wieder drängeln sich rücksichtslose Zeitgenossen in die Schlange, da sie Teil einer Tour sind, deren übrige Teilnehmer schon lange anstehen. Ein Ärgernis, da die Abfertigung jedes Passinhabers gute zehn Minuten zu dauern scheint. Auch kommt es vor, dass Männer gezielt von einem Grenzhelfer an der Schlange vorbei nach vorn zu den Schaltern bugsiert werden – hier ist wohl Geld geflossen… 😵 Meine Frau muss mich regelmäßig beruhigen, denn ich habe nicht wenig Lust einfach umzukehren und die Fälle Fälle sein zu lassen. 😗
Nach einer Ewigkeit erreichen wir endlich die Schalter. An jedem steht ein Computer, der jedoch keine Verwendung findet. Stattdessen werden von den Grenzbeamten mit einer Engelsgeduld Listen mit zig Durchschlägen ausgefüllt und weitergereicht. 😏
Als wir unsere US-Dollar für das Visum dem Schalterbeamten überreichen, bekommen wir nach Prüfung derselben bald die Rückmeldung, dass die Scheine nicht neu genug, zu verknickt und nicht sauber seien: „They are not beautyful enough.“ Solche Geldnoten akzeptiere die Bank Simbabwes nicht. Basta. 😣
Jetzt sind wir etwas verzweifelt, denn wir haben keine anderen Dollarscheine bei uns. Unser Glück, dass wir uns mit den US-Amerikanern in der Schlange ein wenig angefreundet haben, denn diese können uns aus unserer Misere befreien und mit druckfrischen Scheinen aushelfen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn keiner hätte helfen können. Dann wären drei Stunden Schlange stehen wohl für die Katz gewesen… 😈
Als wir die neuen Scheine in den Händen halten, wird uns unser Schalter plötzlich vor der Nase zugemacht. Wir stehen in einer Menschentraube und können die verbleibenden Schalter nicht wirklich erreichen. Jetzt unterstützt uns ein Grenzhelfer: Über viele Hände werden unsere Pässe und das Geld weitergereicht, bis sie einen geöffneten Schalter erreichen. Eine absurde Situation, die zum Glück gut geht und zu dem lange ersehnten Visum führt.

Als die Grenzangelegenheiten endlich abgeschlossen sind, steigen wir erschöpft, erleichtert und gleichzeitig genervt in Douglas‘ Bus ein. Das klimatisierte Fahrzeug fühlt sich plötzlich an wie das Paradies auf Erden… 😛
Allein durch die Verzögerung an der Grenze ist unsere Halbtagestour zu einer Ganztagestour angewachsen, denn es ist bereits nach elf, als wir die fünfundvierzigminütige Fahrt nach Victoria Falls antreten und unterwegs im Vorbeibrausen einige Elefanten sehen.

Bevor wir zu den Fällen fahren, um sie aus der Nähe zu betrachten, steuern wir die Zentrale der Zambezi Helicopters außerhalb von Victoria Falls an, denn zu Weihnachten habe ich meiner Frau einen Gutschein über einen Hubschrauberflug über die Fälle geschenkt, den sie nun einlösen möchte.
Das Unternehmen ist hochprofessionell organisiert, es herrscht ein stetiges Kommen und Gehen von insgesamt drei Hubschraubern. Schnell ist der durchaus üppige Betrag von 165 US-Dollar für die knappe Viertelstunde in der Luft bezahlt und nach einer nur kleinen Wartezeit und Einweisung auf der Veranda des Flugplatzgebäudes kann es auch schon losgehen.
Die Kinder geben der Mutter Mutküsschen, denn diese hat durchaus Muffensausen… 😉

Während ich dann mit den Mädchen am Boden zurückbleibe und der Entfliegenden frenetisch hinterhergewunken wird, besteigt diese mit sehr gemischten Gefühlen den Sitz neben dem Helikopterpiloten, da der Rest des Hubschraubers von einer vierköpfigen Familie besetzt ist.

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Der Pilot auf dem Sitz neben ihr strahlt eine so große Souveränität und Herzlichkeit aus, dass meine Frau sich gleich sicherer fühlt. Die anfängliche Angst weicht einem positiveren Gefühl der Aufregung.

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Die Unmittelbarkeit des Startvorgangs ist bemerkenswert. Gerade noch auf dem Boden, bewegt sich der Hubschrauber jetzt schnell nach oben und die Erdoberfläche mitsamt der winkenden Familie, die man durch den Glasboden des Helikopters sieht, rückt rasch in immer größere Ferne.

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Der Flug beschreibt eine Acht über die Fälle hinweg und ist trotz der recht geringen Wassermenge, die der Sambezi gegenwärtig führt, sehr beeindruckend.

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Immer wieder ergeben sich großartige Ausblicke. Verblüffend, wie eng die Schlucht ist, in die das Wasser herabstürzt. Für das Fotografieren ist der Platz neben dem Piloten jedoch weniger gut geeignet, da man durch eine recht kleine Scheibe blickt, die zusätzlich durch eine Strebe getrennt ist. Der hintere Bereich des Hubschraubers verfügt über größere Fenster. Durch Glas muss man jedoch auch dort fotografieren.

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Gegen Ende der Tour führt der Flug noch kurz über den Sambezi Nationalpark und meine Frau freut sich darüber, weit unter ihr einige Elefanten erblicken zu können. Aus dieser Entfernung definitiv ihre Lieblingstiere. 😛

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Schnell sind die fünfzehn Minuten vorüber und der Hubschrauber nähert sich wieder seinem Landeplatz.

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Von weit her sieht sie die Kinder hüpfen und winken. Sie freuen sich auf ihre Mama und die Mutter freut sich auf den Nachwuchs.
Der Helikopter setzt auf, eine glückliche und sichtlich gelöste Frau steigt aus. Die Familie ist wieder vereint und umarmt sich. Ein schöner Moment. 🙂

Bald hebt der Helikopter mit neuen Passagieren erneut ab. Die Kasse klingelt. 😉

Die drei Bodenbleiber lassen sich gespannt alles berichten – auf den Videomitschnitt des Fluges, der 50 US-Dollar kosten soll, verzichten wir jedoch dankend.

Jetzt geht es zurück in den Kleinbus und wir fahren in den Ortskern der kleinen Touristenstadt. Nach einer Mittagspause wollen wir am Nachmittag die Fälle vom Boden aus betrachten.

Teil 3307. Nov. 2019

Fortsetzung

Wir werden zum Shearwater Café gefahren und verbringen dort unsere Mittagsrast. Der Laden ist ziemlich schick und könnte auch irgendwo in einer amerikanischen oder europäischen Großstadt zu finden sein. Der Service ist aufmerksam und freundlich, das Essen wirklich gut. Man befindet sich jedoch absolut in einer (vorwiegend weißen) Touristenblase. Dazu passt, dass man hier in US-Dollar bezahlen kann und der Preis der Gerichte auch in dieser Währung in der Karte ausgewiesen ist. Wir zahlen für uns vier insgesamt etwa so viel, wie wir auch in Europa für eine Restaurantmahlzeit ausgegeben hätten. Die Reste lassen wir uns als Picknickverpflegung an den Fällen einpacken, kommen aber mit dem Päckchen nicht einmal bis zum Auto, bevor wir es in bedürftigere Hände abgeben.

Wir fahren den kurzen Weg bis zum Eingang des Victoria Falls Nationalpark. Hier berappen die Erwachsenen 30 US-Dollar pro Person. Die Kinder haben noch freien Zutritt. Trotzdem ist dieser Tag mit den Transferkosten, den Visagebühren, dem Hubschrauberflug, dem Lunch und dem Eintritt bei weitem der teuerste der Reise. Aber wenn wir schon in der Gegend sind, wollten wir die Fälle den Kindern natürlich nicht vorenthalten.

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Zwei Stunden verbringen wir auf den Wegen durch den Regenwald und klappern die diversen Aussichtspunkte ab. Unsere Töchter sind sehr beeindruckt von den Wasserfällen und genießen überdies die Möglichkeit, sich ausgiebig zu bewegen. Als sie schließlich nicht mehr mögen, bestechen wir sie pädagogisch sinnvoll mit Süßigkeiten – so werden auch die letzten dreihundert Meter geschafft. 😗
Immer wieder werden wir auf unserem Spaziergang von unerschrockenen Grünmeerkatzen beäugt, die den Kindern nicht ganz geheuer sind. Zu tief sitzen noch Erinnerungen an einen Pavianüberfall im Kruger, bei dem unser Picknicktisch nur wenige Zentimeter von unserer Großen entfernt von einem riesigen Baboonmännchen abgeräumt wurde… 🤢

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Wie bereits durch unsere Luftaufklärerin berichtet, führt der Sambezi derzeit nur sehr wenig Wasser und große Teile der Felswand sind trocken. Als wir im Juli des Jahres 2009 hier waren, lag eine sehr ergiebige Regenzeit hinter der Region und die Fälle waren weitaus üppiger. Dafür konnte man durch den omnipräsenten Sprühnebel aber viel schlechter sehen und war zudem nach kurzer Zeit pitschnass – zum Glück hatten wir damals Regencapes dabei.

Hier einige Fotos aus dem Jahr 2009.

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All dies ist bei unserem heutigen Besuch anders. Im vorderen Bereich der Schlucht fällt noch recht viel Wasser, je näher man jedoch der samibischen Seite der Fälle kommt, desto weniger Wasser gelangt in die Schlucht. Immer wieder schön sind die im leichten Sprühnebel entstehenden Regenbögen.

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Am Danger Point, den wir als sehr glitschig in Erinnerung hatten (s.o.), kann man heute recht sorglos über trockene Felsen steigen und tief in die Schlucht hinunterblicken, ohne dabei auch nur einen Tropfen Wasser abzubekommen.

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Gesättigt von den vielen neuen Eindrücken verlassen wir den kleinen Nationalpark und statten zum Abschluss unseres Besuchs noch dem Holzschnitzermarkt einen Besuch ab, denn die Kinder möchten gern ein Holztier als Souvenir mit nach Hause nehmen. Solche Besuche sind ja immer eher von der anstrengenden Art und so versuchen wir es kurz zu machen. Bald halten die Kinder zwei Holzgiraffen in ihren Händen und sind glücklich.

Die Fahrt zurück nach Kasane verbringen wir im Dämmerzustand. Die Grenzformalitäten bei der Aus- und Einreise laufen dieses Mal glücklicherweise sehr zügig ab. Und trotzdem erreichen wir unsere Unterkunft erst bei Einbruch der Dunkelheit. Wir verabschieden uns von Douglas und seinem Kumpel und besprechen kurz den morgigen Tag. Es steht eine frühe Privatfahrt an die Riverfront an und am Nachmittag geht’s noch einmal auf den Fluss.

In unserem Chalet kochen wir – weil es schnell gehen muss – Käsenudeln und verziehen uns bald in die Betten, denn der morgige Tag wird wieder vor Sonnenaufgang für uns alle beginnen.
Ich stelle noch schnell Konnis und Silkes Sichtungsfee-Bestechungswilli bereit – wir wollen ja am Ende der Reise nichts mehr dem Zufall überlassen... 😗

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Teil 3408. Nov. 2019

19. Kapitel: „Today is your lucky day!“ – Rückkehr an die Chobe-Riverfront
04.08.2019


Erneut klingelt der Wecker lange vor dem Aufgang der Sonne und läutet unseren letzten vollen Tag in Afrika in diesem Jahr ein. Ich schleiche mich in die Küche und bereite alles für ein kleines Frühstück und ein Picknick für unterwegs vor. Dann wecke ich so behutsam wie möglich den Rest der Familie.

Heute wiederholen wir programmtechnisch mehr oder weniger den vorgestrigen Tag und wollen den Morgen auf einem Gamedrive und den Nachmittag auf einer Bootstour verbringen. Vor allem dem ersten Programmpunkt blicken wir auf Grund unserer Erfahrungen mit gemischten Gefühlen entgegen. 😐

Als unser Fahrzeug uns um 5.45 Uhr abholt, genehmigen meine Frau und ich uns einen guten Schluck Sichtungsfee-Bestechungs-Willi. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? 😉

Da wir heute eine Privattour gebucht haben, können wir uns auf den drei Reihen des Landcruisers so richtig ausbreiten. Unseren Guide kennen wir bereits vom letzten Gamedrive.
Da wir auf keine weiteren Personen warten müssen, erreichen wir das Sedudu-Gate noch bequem vor Toresöffnung und können den nötigen Papierkram schnell im Schein unserer Taschenlampen erledigen.

Bald rollen wir wieder in den Nationalpark ein – dieses Mal als eines der ersten Autos, sodass wir die Konvoierfahrung von vorgestern nicht gleich wiederholen müssen. Der große Pulk hat sich noch nicht in Bewegung gesetzt. 🙂

Wieder sehen wir viele Marabus in den Bäumen auf dem Weg zum Flussufer sitzen. Ein absolut malerischer Anblick – auch wenn der einzelne Vogel dieses Attribut kaum für sich beanspruchen kann.

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Als wir das Flussufer im Zwielicht des anbrechenden Tages schließlich erreichen, erblicken wir rechts von der Pad tatsächlich einen Leoparden, wie er seines Weges zieht! 🤩 „Today is your lucky day!“ freut sich auch unser Guide, der wahrscheinlich auch sehr erleichtert ist, dass der heutige Gamedrive eine andere Wendung zu nehmen scheint. Wir sagen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Sichtungsfee-Bestechungstrunk – ein wahrlich unglaubliches Getränk! 😁

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Ganz allein sind wir für einige Zeit mit der schönen Raubkatze, die unbeeindruckt ihren Morgenspaziergang fortsetzt und immer wieder kurz innehält, um die Umgebung zu inspizieren.

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Unser Guide antizipiert die Laufrichtung des Leoparden richtig und bringt uns bald schleunigst in eine Position, in der der Leopard auf uns zukommt.

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Diese Momente genießen wir alle vier in vollen Zügen. So unverstellt und nah sind wir einem Leoparden noch nicht alle Tage gekommen. Das ist immer wieder etwas ganz Besonderes für uns. 🙂
Der Leopard läuft direkt an unserem Auto vorbei – es trennt uns vielleicht ein guter Meter von der schönen Katze. Das beeindruckt die Kinder tief. Beide machen mit ihren kleinen Kameras viele Fotos und sind ganz stolz darauf, einen Leoparden formatfüllend abgelichtet zu haben.
Als sich schließlich immer mehr Fahrzeuge nähern – wir sind schließlich noch immer an der Chobe Riverfront am frühen Morgen – und der Leopard in Richtung Inland zieht, setzen wir unseren Weg fort.

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Die später dazugekommenen Safarifahrzeuge folgen uns nicht, sondern versuchen am Leoparden dranzubleiben. Das verschafft uns wiederum etwas Ruhe.

Wir fahren also gut gelaunt an der Riverfront weiter (so eine Leopardensichtung am Morgen hat schon durchaus entspannende Wirkung, das muss ich zugeben 😉 ) und haben dabei noch immer nicht das Konvoi-Gefühl von vorgestern. Immer wieder legen wir kleinere Stopps ein und fotografieren Büffel, Nimmersatte und Rallenreiher.

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Als wir schließlich vom direkten Uferweg abbiegen, sehen wir einige Autos am Wegesrand stehen und können alsbald zwei Löwen ausmachen, die sich langsam der Pad nähern. 😁 Für gute Fotos ist es hier leider zu verbuscht und auch die Sonne steht nicht günstig. Aber immer wieder lassen sich die beiden Raubkatzen kurz in lichteren Bereichen blicken, so dass der Auslöser trotzdem fleißig klickt. (Und wieder: Danke Bestechungswilli! 🤩 )

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Bald sind die Löwen ganz dicht am Weg angekommen und kreuzen ihn direkt neben unserem Auto. Wieder sind wir nur einen Meter von einer Raubkatze entfernt. Nur ist dies im offenen Safarifahrzeug im Fall von zwei stattlichen Löwen doch etwas respekteinflößender.
Meine Frau kümmert sich daher um das Wohlergehen der Kinder, während ich noch versuche einige Fotos zu machen, die jedoch nur improvisierte Portraits werden können, denn für wirklich schöne Aufnahmen habe ich die falsche Brennweite montiert.

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Als sich die Löwen in Richtung Flussufer weiterbewegen und sich unseren Blicken entziehen, setzen wir den Weg zum Picknickplatz fort, um dort eine kleine Pause einzulegen. Auch hier ist heute gefühlt deutlich weniger los – vielleicht haben wir aber auch einfach bessere Laune und einen gnädigeren Blick wegen der schönen Sichtungen, die hinter uns liegen. 😉

Als die Fahrt weitergeht, sehen wir bald einige Elefanten im hohen Gras stehen. Für wirklich gute Elefantensichtungen scheinen der späte Vormittag und besonders der Nachmittag aber weitaus bessere Zeiten zu sein. Morgens sind die Elefanten noch eher versteckt unterwegs.

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Auch ein Schopffrankolin lässt sich am Wegesrand ablichten. Schön.

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Und kurze Zeit später treffen wir dann erneut auf Löwen. 😁 Dieses Mal ist es ein kleines Rudel von fünf Tieren, das unweit des Weges im Schatten der Büsche rastet und sich nur sporadisch bewegen will. Eine ganze Weile sehen wir den Katzen beim Faulenzen zu und fahren dann zufrieden weiter.


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Nur wenige hundert Meter bringe ich den Wagen erneut zum Stehen, denn ich habe tief im Busch einen weiteren Löwenkater erspähen können, der uns müde Blicke zuwirft.

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Auf dem Rückweg zum Sedudu-Gate eröffnen sich dann immer wieder hübsche Blicke über den Fluss.

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Außerdem lassen sich noch einige Giraffen und als Abschiedsgruß ein Elefant direkt neben der Pad sehen.

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Mit diesem raubkatzenreichen Vormittag sind wir total glücklich. Außerdem haben wir den Park heute an den meisten Stellen lange nicht so überlaufen erlebt. Natürlich waren wir bei den Löwensichtungen nicht allein, aber der Auflauf hielt sich in Grenzen. Und dass wir die Sitzreihen nicht mit einer kamerawütigen Youtuberin teilen mussten, hat sicherlich auch zu unserer Zufriedenheit beigetragen. Da kommt man schon ins Grübeln, ob man am kommenden Morgen nicht noch einen weiteren Gamedrive unternehmen sollte, denn unser Flug wird schließlich erst am frühen Nachmittag gehen… 😗

Gut gelaunt steigen wir am späten Vormittag an unserer Unterkunft aus und machen erstmal eine gemütliche Pause mit Mittagessen und ausgiebigem Playmobilspiel.

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Heute Nachmittag steht die letzte Bootstour an. Auf diese freuen wir uns nun uneingeschränkt. 🙂

Teil 3511. Nov. 2019

Fortsetzung

Nach einer ausführlichen und entspannten Mittagspause, die sich nach dem hinter uns liegenden Gamedrive wesentlich besser anfühlt als am vorgestrigen Tag, lassen wir uns mit einem Taxi zur Anlegestelle hinter dem Sparmarkt fahren. Die Kinder nehmen wir kurzerhand auf den Schoß.

Um 15 Uhr beginnt unsere zweite Boatcruise auf dem Chobe. Zuvor genehmigen wir uns selbstredend einen erneuten Schluck aus der Zauberflasche… 😉

Wieder besteigen wir ein recht kleines Boot und haben nur eine Handvoll Mitreisende. Auch der Guide stellt sich erneut als kenntnisreich und zugewandt heraus. Er interessiert sich primär für die Vogelwelt der Region. Das finden wir prima – auch wenn auf der Fahrt dann die Säugetiere mal wieder im Mittelpunkt stehen werden.

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Gemeinsam mit einer großen Anzahl anderer Boote beginnt die Fahrt. Die kleinen und größeren Schiffe verlieren sich aber bald auf dem Fluss, so dass sie uns auch bei der heutigen Ausfahrt nur selten stören. Absurd erscheint uns ein großer doppelstöckiger Luxus-Katamaran, der nur mit zwei Personen besetzt ist. Ein junger Mann am Steuer und seine Freundin fleißig braaiend auf dem Aussichtsdeck. Hätten wir zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass dieses Gefährt noch eine große Bedeutung für uns haben sollte, den ein oder anderen hämischen Gedanken hätte man sich verkniffen… 😗

Bevor es in das Gebiet des Nationalparks geht, legen wir kurz an, um die Permits zu besorgen. Warzenschweine versüßen uns die Wartezeit.

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Nach einigen Minuten geht es los. Beäugt von Schreiseeadlern setzen wir unsere Fahrt fort und treffen bald auf erste Elefanten am Ufer. Auch ein erstes Krokodil lässt nicht lange auf sich warten.

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Und schon wieder Elefanten. Die vier Tiere trinken zuerst und setzen dann zu einer Flussquerung an. Was für ein Glück! Eine solches Crossing hatten wir vor zehn Jahren nicht erleben dürfen und jetzt sehen wir eines in den ersten Minuten der Ausfahrt. Wir sind begeistert. Wegen der großen Nähe zum Anleger sind zwar viele Boote anwesend – aber man will ja nicht meckern.

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Als wir die Fahrt zufrieden fortsetzen, erreichen bald einen Höhepunkt der Tour. Am Ufer sitzt ein Schlangenhalsvogel mit einem sehr ambitionierten Tigerfisch-Fang, den es nun zu verspeisen gilt. Unser Guide kann das Boot ganz in die Nähe des Vogels bringen und so beobachten wir das Schauspiel begeistert und dokumentieren es minutiös fotografisch. 🙂

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Vorbei an Babykrokodilen und einem weiteren Schreiseeadler geht es zu weiteren Elefanten, die am Flussufer ein Schlammbad nehmen. Irgendwie mag ich die Aufnahmen der beiden besonders gern.

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Den nächsten Stopp legen wir bei einem Nilwaren ein, der misstrauisch von einer Gruppe Zebramangusten beäugt und bald auch bedrängt wird. Augenscheinlich missmutig verzieht sich das Reptil alsbald.

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Es folgen Löffler, erste Büffel im Gegenlicht und ein juveniles Jacana.

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Am Ufer zeigen sich immer wieder Elefanten.

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Und auf Sedudu-Island grasen Wasserböcke und Büffel. Hier entsteht eines meiner bisherigen Lieblings-Büffelbilder.

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Als die Sonne sich dem Horizont zuneigt treffen wir auf eine große Elefantenherde auf Sedudu-Island. Wir beobachten sie beim Herumlaufen und unser Guide antizipiert genau den Punkt, an dem die Tiere den Fluss durchqueren werden. Im guten Winkel zur Sonne bringt er uns in Position. Und tatsächlich: Bald nähern sich die Elefanten der vermuteten Stelle.

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Zuerst wird getrunken. (Im Hintergrund übrigens der Doppelstock-Katamaran.)

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Und dann gequert.

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Wir sind tief beeindruckt und genießen das Schauspiel, das sich unseren Augen hier bietet. Es sind nur wenige Boote da und das Licht ist wunderschön. Was für ein Glück. Ein echter Höhepunkt am Schluss dieses schönen Tages. 🙂

Aber was ist das? Als wir schließlich den Rückweg antreten wollen, gehorcht das Boot nicht mehr so richtig. Wir können nur noch im Kreis fahren, was wir dann auch einige Male tun. 😵
Ein kurzer Check bringt die Erkenntnis, dass der Steuerriemen gerissen ist. Das kann nicht ohne weiteres repariert werden. Zum Glück sieht das auch unser Guide so und winkt, solange noch die wenigen Boote in der Nähe sind, Hilfe heran.

Es naht der große Doppelstock-Katamaran. Wir machen mit einem Seil fest und heben zuerst die Kinder an Bord unseres luxuriösen Rettungsboots. Dann folgen wir über die wacklige Reling. Der Bootsführer stellt sich als der Sohn eines Lodgebesitzers aus Kasane heraus und hilft uns gern aus der Notlage. Wir nehmen auf den bequemen Sofas Platz und fahren – unser kleines Boot im Schlepptau – nach Kasane zurück. In unserer staubigen Safarimontur kommen wir uns seltsam deplatziert vor.

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Zum Glück hat sich dieses Abenteuer auf dem Fluss schnell geklärt, denn die Aussicht mit den Kindern eine ganze Zeit im Dunklen auf dem kleinen Boot ausharren zu müssen, ist nicht gerade attraktiv…

Den Sonnenuntergang gibt’s in Anbetracht der Umstände nur im Vorbeifahren. Und einmal mit Elefant.

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Als es bereits dunkel ist, kommen wir am Anleger an und brauchen eine ganze Weile, bis für das große Boot Platz gemacht werden kann.
Begleitet von Mückenschwärmen verlassen wir schließlich den Fluss und treffen auf dem dunklen Parkplatz auf Douglas, der uns zu unserer Cottage zurückfährt.

So endet auch dieser letzte volle Tag im südlichen Afrika mit einem kleinen Abenteuer, das jedoch die schöne Bootstour nicht trüben kann.

Und wieder kann ich es nicht lassen: Auf der Fahrt zurück zur Unterkunft frage ich (natürlich nach vorheriger Absprache mit dem Rest der Familie), ob es möglich wäre, für morgen früh noch einen weiteren Gamedrive zu buchen. Der heutige war schließlich so ergiebig… 😉
Douglas kann glücklicherweise einen Drive organisieren und so heißt es noch nicht ganz Abschied nehmen vom Chobe. Ob das eine weise Entscheidung war und sich die durchaus positiven Eindrücke des heutigen Morgens wiederholen werden? Oder wird eine Rückkehr des Konvoi-Fiaskos drohen? Der nächste (und letzte) Tag der Reise wird die Antwort bringen. 😗

Teil 3615. Nov. 2019

20. Kapitel: Abschiedsgrüße
05.08.2019


Heute heißt es Abschied nehmen vom südlichen Afrika. Diese Nacht werden wir bereits hoch über den Wolken auf dem Rückflug gen Deutschland verbringen – eine befremdliche Vorstellung. 😕
Als Abschiedsgeschenk darf ich heute auf einen letzten Gamedrive gehen, meine Frau bleibt mit den Kindern in der Unterkunft, damit die Kleinen am Reisetag nicht so früh aus den Federn müssen.
Einmal mehr sage ich Danke dafür, dass du mir so Vieles ermöglichst. 😘

Ich mache mich ausgehfertig und genehmige mir einen Schluck, um die Sichtungsfee milde zu stimmen. 😉 Und dann setze ich mich vor die Hütte und harre der Dinge, die da kommen werden.

Der bestellte Gamedrive-Wagen verspätet sich etwas und holt mich erst um kurz vor sechs Uhr ab. Ich bin der erste Gast, der heute das Auto besteigt. Wir fahren dann aber noch zu einer weiteren Unterkunft, die nur einige Straßen entfernt liegt, um eine vierköpfige indische Familie, die in Botswana wohnt, abzuholen. Leider hat diese verschlafen und wir warten bestimmt eine Viertelstunde, bis die vier endlich zugestiegen sind. Meine Laune war schonmal besser… Private Touren haben definitiv ihre Vorteile… 😈

Erst um 6:20 Uhr erreichen wir schließlich das Sedudu-Gate. Positiv betrachtet hat das den Effekt, dass die meisten geführten Touren bereits im Park unterwegs sind und wir nicht im gefürchteten Konvoi an die Riverfront fahren. 😎

Dort zeigt sich recht wenig Wild. Ein erster Stopp erfolgt an einem Büffel, der in der letzten Nacht verstorben sein muss. Einzig ein Schabrackenschakal hat das Festmahl bereits ausgemacht und kann sein Glück wohl kaum fassen. Immer wieder sichert er die Umgebung, um dann fleißig kleine Stücke aus dem toten Tier herauszureißen.

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An und in den Tümpeln am Flussufer zeigen sich (juvenile) Waffenkiebitze, Nimmersatte, Jacanas und Rotschnabelenten.

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Ansonsten lässt sich direkt am Ufer am heutigen Morgen nichts Nennenswertes sehen. 🙁

Als wir uns vom Ufer verabschieden, treffen wir bald auf eine kleine Ansammlung von Fahrzeugen. Tief in den Büschen kann man ein Löwenpärchen ausmachen, das aber, kaum sind wir an Ort und Stelle, sich weiter zurückzieht und unsichtbar wird. Es entstehen nur unscharfe und total verbuschte Bilder, die bereits ihren Weg ins digitale Nirvana gefunden haben… 😛

Wir setzen die Fahrt fort und kommen bald an die Stelle, an der wir gestern das Löwenrudel gesehen haben. Nachdem wir die Umgebung abgesucht haben und gerade wieder abfahren wollen, schreitet plötzlich eine Löwin über die Hügelkuppe und aus dem dichten Busch stürzen drei Halbwüchsige hervor, die ihre Mutter ungestüm begrüßen. All das findet in recht großer Distanz statt, lässt sich aber durch die Offenheit der Landschaft zu meinem Glück gut beobachten. 🙂

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Die Löwen machen es sich an einem alten Termitenhügel gemütlich. Die Halbwüchsigen tollen dabei immer wieder wild herum und spielen miteinander. Das zu beobachten macht großen Spaß. Auf diese Distanz scharfe Fotos von dem Geschehen zu machen, gestaltet sich aber eher schwierig.

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Nach einer ganzen Weile erhebt sich die Mutter und zieht in den dichten Busch davon. Nach und nach folgen die Jungtiere und bald ist nichts mehr von den vier Löwen zu sehen.

Als nächstes begegnen wir einer Pavianrotte direkt an der Pad. Vor allem ein Jungtier beäugt uns neugierig aus Mutters schützendem Schoß.

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Wir setzen den Weg zum unvermeidlichen Picknickplatz fort, den wir einmal mehr mit recht vielen Fahrzeugen teilen müssen. Man ist ja schon daran gewöhnt. Ich freue mich darüber, hier einen Bradfield’s Toko aus geringer Distanz ablichten zu können. Ansonsten verläuft die Pause – wie sollte es auch anders sein – unspektakulär.

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Als wir wieder im Auto sitzen, fange ich an, Abschied vom Chobe zu nehmen. Unaufhaltsam nähern wir uns dem Sedudu-Gate. 🙁
Dabei kommen wir an den letzten Elefanten dieser Reise vorbei und ich sage leise Adieu.

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Auch Büffel lassen sich nochmal direkt neben der Pad sehen.

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Als ich gerade damit beschäftigt bin, trotz des hier vorherrschenden dichten Bewuchses einige Portraits der Tiere zu machen, ruft unser Fahrer plötzlich, dass sich weiter vorne ein Leopard befinde! 🤩
Hastig lassen wir also die Büffel zurück und kommen nach vielleicht zweihundert Metern zu einer Stelle, an der die Pad ganz schmal ist und durch dichtes Buschwerk führt. Weiterfahren könnten wir hier sowieso nicht, denn die Straße ist durch einige Fahrzeuge blockiert, deren Insassen den Leoparden wohl bereits gesehen haben. Wir können das Tier nicht ausmachen. Vielleicht ist es von einem der Autos vor uns gut zu sehen… 😵
Nach kurzen Momenten des emsigen Suchens und angespannten Wartens setzt sich der Leopard – für uns unsichtbar – in Bewegung und verzieht sich in ein Gebüsch, das direkt neben unserem Fahrzeug ist. Durch das dichte Laubwerk können wir die schöne Raubkatze jetzt gut erkennen. Sie befindet sich vielleicht zwei bis drei Meter von uns entfernt und lässt sich trotz der üppigen Vegetation portraitieren.

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Nach einigen Minuten setzt der Leopard sich wieder in Bewegung und macht sich auf, die Straße hinter unserem Fahrzeug zu queren. Dabei kann ich ihn für kurze Momente völlig unverbuscht sehen. Er ist jedoch nach wenigen Augenblicken so nah, dass meine gewählte Brennweite keine Gesamtaufnahmen mehr zulässt.

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Schnell ist der Leopard auf der gegenüberliegenden Seite verschwunden. Ich bin glücklich – was für ein Höhepunkt kurz vor Ende der Safari! Ein schöneres Abschiedsgeschenk könnte ich mir kaum vorstellen. 🙂

Bald durchfahren wir das Sedudu-Gate und ich werde nach dem kurzen Transfer bei unserer Unterkunft abgesetzt.

Es folgt noch ein allerletztes Kapitel - und dann ist Schluss. 🙂 🙁

Teil 3718. Nov. 2019

die allerletzte Fortsetzung

Zurück in der Unterkunft geht es ans Zusammenpacken. Am gestrigen Abend haben wir bereits alles systematisiert und während meines Gamedrives wurde auch schon fleißig gewerkelt. So geht die weitere Arbeit zügig voran und bald sitzen wir auf gepackten Koffern. Vor allem das Verpacken der Kameraausrüstung sorgt im Packprozess immer wieder für melancholische Zwischentöne, denn es markiert unmissverständlich das Ende der Tour... 😵

Gegen Mittag holt uns schließlich Douglas ab und fährt uns zum nur wenige Kilometer entfernten kleinen Flughafen Kasanes. Uns überrascht das moderne Gebäude – hier hat man viel in die Infrastruktur investiert.

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Nachdem das Gepäck abgeladen ist, verabschieden wir uns von Douglas. Die Tage in Kasane waren durch seine verlässliche Organisation für uns sehr entspannt. Wir würden auf jeden Fall wieder bei Nkwe buchen – auch wenn wir versuchen würden die Tageszeiten der Fahrten ggf. anzupassen, um in den Genuss des Antizyklischen zu gelangen.

Wie immer, wenn wir mit einem Zwischenstopp in Afrika fliegen, lassen wir das Gepäck wrappen. Eine leidvolle Erfahrung in Kapstadt hat uns dazu gebracht: 2013 wurde einer unserer Koffer beim Umladen geöffnet und es wurden Gegenstände gestohlen.
Das Bezahlen dieser Dienstleistung ist wiederum gar nicht so einfach, denn die US-Dollar, die wir dabeihaben, sind auch den Angestellten am Flughafen nicht schön genug… 😗

Gegen 14 Uhr hebt unser Airlink-Flug gen Johannesburg schließlich ab und die zwei Stunden vergehen wie im Fluge.
Am O.R. Tambo ist es dann wie immer wuselig. Aber wir verbringen immer wieder gern Zeit in der Ladenzeile des Transferbereichs – u.a. ein Gnukuscheltier findet als Neuzugang unserer Familie seinen Weg ins Handgepäck.

Der Nachtflug gen Frankfurt verläuft zum Glück auch ereignis- und störungslos. Die Kinder fliegen sowieso gern, da sie bei diesem Anlass Filme schauen dürfen – etwas, mit dem wir zuhause extrem sparsam umgehen. Sie freuen sich außerdem erstaunlicherweise immer wieder auf das Essen an Bord. Für sie ist all das ein großes Abenteuer, was für uns Erwachsene lästige Notwendigkeit ist. Hoffentlich können sie sich diesen Blick auf die Welt noch lange erhalten. Irgendwann schlafen sie ein und wir auch, wie meistens aber eher schlecht als recht.

Müde kommen wir am 06.08. in den frühen Morgenstunden in Frankfurt an. Müde legen wir die letzten Reiseabschnitte zurück und dann ist sie schließlich endgültig vorbei, unsere diesjährige Reise ins südliche Afrika, die trotz der Dürre sehr viele schöne Erlebnisse und Begegnungen für uns bereitgehalten hat. Highlights für uns waren dabei sicherlich u.a. die erstaunlich vielen S.N. und die Bushbabies im Etosha, der Mahango mit seinen vielen Pferde- und Rappenantilopen, die Flussfahrten im Caprivi mit den zahlreichen Vogelsichtungen und den Sitatungas und die doch recht zahlreichen Raubkatzensichtungen in den großen Schutzgebieten. Trotz der Dürre hat uns der Caprivi landschaftlich wieder sehr gut gefallen, Etosha war dagegen vor allem im mittleren Westen nicht wirklich leicht zu ertragen. Insgesamt sind wir mit der Reise wieder rundum glücklich. Als ich den Bericht gerade in Gänze nochmal überflogen habe, musste ich oft in schönen Erinnerungen schwelgend lächeln. 🙂

Und wie geht es nun weiter mit dem südlichen Afrika und uns?

Lange müssen wir uns dieses Mal nicht gedulden. 🙂 Über einen guten Teil der Wartezeit hat dieser Bericht bereits gut hinweggeholfen, denn bereits im nächsten Frühjahr geht es zurück in die Region. Wir vier werden rund zwei Wochen im Kgalagadi Transfrontier Park verbringen und ich werde dort meinen vierzigsten Geburtstag in aller Ruhe und Abgeschiedenheit im Kreise meiner Lieben und hoffentlich diverser Karnivoren begehen.
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Und im Herbst geht es auf Drei-Generationen-Tour gemeinsam mit meinen Eltern für rund zwei Wochen in den südlichen Kruger. Dieser wunderbare Trip scheint sich so langsam als alle zwei Jahre stattfindende Familientradition zu etablieren. Alles ist bereits gebucht und so bleibt nur noch das Vorfreuen.
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Wir werden berichten.

Jetzt danke ich aber erstmal euch allen für das enorme Interesse an:
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Es hat mir großen Spaß gemacht, die Reise mit euch gemeinsam noch einmal zu durchleben. Vielen Dank vor allem für eure zahlreichen Kommentare zu den einzelnen Teilkapiteln – ich habe mich über jeden einzelnen von ihnen sehr gefreut. Es ist schön, eine solche Gemeinschaft von ähnlich interessierten Menschen zu haben. 🙂

Alles Gute hier und überall in Afrika wünschen euch von Herzen
die drei Badger-Damen und Sascha

Savanna - extra dry: Etosha, Caprivi, Chobe 2019 von H.Badger

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/298015-savanna-extra-dry-etosha-caprivi-chobe-2019

Stand: letzter Berichtsteil vom 18. Nov. 2019

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