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Reisebericht · namibia-forum.ch

Vom KTP bis zum Etosha NP 2017 - the lion's share

von H.Badger · Juli – Aug. 2017 · 21 Tage · Selbstfahrer · 39 Teile

Über diesen Reisebericht

Drei Wochen lang sind wir im Juli und August 2017 mit unseren beiden kleinen Töchtern im Kgalagadi Transfrontier Park und im Etosha-Nationalpark unterwegs, in der Trockenzeit und ganz auf uns gestellt im gemieteten Kleinbus. Kaum ein Tag vergeht ohne Löwen: Schon am ersten Nachmittag im Auob-Tal döst einer faul unter einem Baum, und von da an begleiten sie uns fast täglich – ein Rudel mit Jungtieren mitten auf der Piste, ein Paar beim Liebesspiel nahe Halali, zwei ruhende Kater an einem Wasserloch. Im Nossob-Tal beobachten wir eine Gepardenmutter mit vier fast ausgewachsenen Jungtieren beim ausgelassenen Spiel und bei der Jagd auf einen Schakal, später am selben Tag dann beim Trinken nach einem Springbockriss. Zweimal geraten wir dabei im Tiefsand fest und lernen, wie schnell aus einer Wellblechpiste ernste Sorgen werden.

In Etosha wiederholt sich das Muster: An den Wasserlöchern warten wir geduldig, bis sich Löwen, Elefanten und Spitzmaulnashörner begegnen – einmal weicht ein Löwe einem heranrückenden Elefantenbullen, ehe die ganze Herde badet. An einem anderen Nachmittag beobachten wir zwei Spitzmaulnashörner, eine badende Elefantenherde und schließlich unseren einzigen Leoparden der Reise, der gemächlich am Dickicht entlangzieht. Dazu kommen seltene Glücksmomente wie ein Stachelschwein bei Nacht, eine sich putzende Ginsterkatze und die lang ersehnten Erdmännchen im Auob-Tal. Einen Wermutstropfen gibt es auch: Der Besuch einer Lodge mit handzahmen Elefanten und einer Raubkatzenfütterung erschreckt uns mehr, als er begeistert – zu viel Zoo, zu wenig Wildnis.

Diese Übersicht wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 117. Aug. 2017

Liebe Forengemeinde,

mit tonnenweise Fotos und Erinnerungen an wunderschöne Erlebnisse mit Mensch, Tier und Landschaft sind wir kürzlich von unserer nunmehr neunten Reise ins südlich der Sahara gelegene Afrika zurückgekehrt.
Damit der Alltag nicht gleich wieder vollends von uns Besitz ergreift, werden jetzt allabendlich fließig Bilder aussortiert und nach und nach wird an dieser Stelle wieder ein kleiner Bericht über unsere Reise entstehen - als Ort der Erinnerung und des erneuten Nacherlebens für uns. Aber natürlich freuen wir uns auch nicht zu knapp über das Interesse des ein oder anderen aus eurem Kreise... 😉

In diesem Jahr waren wir gute drei Wochen schwerpunktmäßig wieder in Namibia unterwegs, nachdem die letzten Jahre einen klaren Südafrikafokus hatten. Wir, das sind übrigens meine Frau und ich mitsamt unseren zwei Töchtern, die aktuell fünf und zwei Jahre alt sind und schon ein wenig Safarierfahrung mitbringen.
Endlich haben wir einmal wieder den Etosha Nationalpark besucht, der ein Highlight unserer allerersten Afrikareise gewesen ist, dem wir aber zuletzt 2013 einen Besuch abgestattet haben. Erstmals sollte in diesem Jahr auch der Westteil des Parks von uns besucht werden. Der zweite Schwerpunkt der Reise war der KTP, den wir im letzten Frühjahr kennen- und lieben gelernt hatten und den wir nun in einer ganz anderen Jahreszeit und Stimmung erleben wollten.
Als fahrbaren Untersatz hatten wir einmal mehr einen Kleinbus gebucht - dieses Jahr war es ein Toyota Quantum -, um den Kindern bei längeren Sitzzeiten an Wasserlöchern etc. ein wenig Auslauf- und Spielfläche bieten zu können. Auch das hat wieder gut funktioniert - auch wenn der Quantum das ein oder andere Mal an seine Grenzen geführt worden ist... Aber dazu später mehr.

Wie eigentlich immer, wenn wir nach Afrika reisen, so hatte auch dieser Trip wieder einen klaren Fokus auf Wildtierbeobachtung und wir haben, wie oben bereits angedeutet, einen großen Teil der Tage in zwei Nationalparks verbracht.

Der genaue Ablauf gestaltete sich dabei wie folgt:
25.07. Ankunft in Upington
26.07. und 27.07. Kgalagadi Transfrontier Park: Twee Rivieren
28.07. und 29.07. KTP: Nossob
30.07. und 31.07. KTP: Mata Mata
01.08. Mesosaurus Fossil Camp
02.08. Bastion Farmyard B&B Mariental
03.08. Immanuel Wilderness Lodge
04.08. Omaruru Game Lodge
05.08. Oppi Koppi Restcamp Kamanjab
06.08. Etosha: Dolomite
07.08. und 08.08. Etosha: Okaukuejo
09.08. und 10.08. Etosha: Halali
11.08. und 12.08. Etosha: Mushara Bush Camp
13.08. Omatozu Safari Camp

Spätestens morgen geht die Reise dann an dieser Stelle auch mit ersten Fotos los.
Wir freuen uns über viele interessierte MitfahrerInnen!

Liebe Grüße
Sascha und die restlichen drei Badgers

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Teil 218. Aug. 2017

25.07.2017

Die Anreise verläuft zum Glück unspektakulär - lang und anstrengend ist sie trotzdem. Die Kinder fliegen zum Glück nach wie vor gern - das Entertainmentprogramm an Bord tut sein Übriges. Der Service auf dem SAA-Flug nach Johannesburg ist sehr aufmerksam und an Schlaf ist glücklicherweise auch zu denken.
In Johannesburg haben wir einen kurzen Aufenthalt, der uns ein gemütliches Frühstück und ein ruhiges Ankommen auf afrikanischem Boden ermöglicht.
Dann geht es mit Airlink weiter gen Upington. Auch dieser kurze Flug verläuft planmäßig. Mit schönen Blicken über die unter uns liegende Trockenheit gleiten wir dahin und erreichen bald unser Ziel.

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Am Flughafen übernehmen wir unseren Toyota Quantum - nachdem wir im letzten Jahr mit einen VW-Bus unterwegs und damit auch sehr zufrieden waren, erstaunt uns die Größe unseres aktuellen Gefährts dann doch. Mit einem Mittelgang ausgestattet verspricht der Kleinbus maximale Bewegungsfreiheit im hinteren Bereich. Das erscheint uns für die Kinder als ideal. Auch die Sitzhöhe ist so gestaltet, dass die Kinder gut herausschauen werden können. Fahrer und Beifahrer sitzen aber so weit auseinander, dass wir schon jetzt ahnen, dass wir auf dem vor uns liegenden Wellblechpisten wohl nur mit stark erhobener Stimme Unterhaltungen werden führen können.

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Das Auto ist in einem guten Zustand. Wir lassen uns kurz erklären, wo sich das Reserverad befindet und wie man es aus seiner Halterung lösen kann - man lernt schließlich aus Fehlern vergangener Reisen. Leider prüfen wir das Pannenwerkzeug nur oberflächlich...
Dann der erste kleine Schreck: Es wurde nur ein Kindersitz geliefert, bestellt waren natürlich zwei, aber das System hat auf dem Weg von Europa nach Afrika wohl einen unterschlagen. Das passiert anscheinend öfter. Am Standort Upington ist dann leider auch kein zweiter vorhanden. Man verspricht uns mit afrikanischer Gelassenheit aber, dass bis zum nächsten Morgen Abhilfe geschaffen und ein Sitz aus Kimberley herangeschafft sein wird. Der arme Fahrer...
Dann folgt das jedes Jahr wieder lästige Ritual des Einbauens des vorhandenen Sitzes. Wieder kann uns aus versicherungstechnischen Gründen niemand mit Rat und Tat zur Seite stehen und wieder rätseln wir vor uns hin - denn leider ist die auf dem Sitz befindliche Einbauanleitung an entscheidenden Stellen abgerissen... Nach einigem Hin und Her haben wir eine befriedigende Lösung gefunden, die zwar dem europäischen Sicherheitsdenken nur schwerlich genügt, aber ihren Dienst trotzdem tun muss.
Unsere kleine Tochter bezieht den Sitz, unsere Große müssen wir mangels Alternativen einfach so anschnallen - bis nach Upington ist es ja zum Glück nicht sehr weit.

Wir fahren zu unserer Unterkunft, die wir im Rahmen unserer ersten KTP-Reise bereits bewohnt haben: Le Must River Residence. Die direkte Lage am Orange River hat uns schon im letzten Jahr sehr gut gefallen. Außerdem verfügt das Haus über einen sehr schönen Garten direkt am Fluss und geräumige und gepflegte Zimmer. Ein rundum schöner Ort, um anzukommen also.

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Wir machen eine Pause im Garten und lassen den Kindern Zeit, um ihrem Bewegungsdrang nachzugehen, der in den letzten Stunden schließlich arg eingeschränkt wurde.

Anschließend fahren wir zur Kalahari Mall, um uns für die Selbstversorgertage im KTP mit allen nötigen Dingen einzudecken. Nach einem zügigen Großeinkauf im Superspar, erwerben wir noch ein Spotlight zur Wildbeobachtung, das uns auch als leistungsstarke Taschenlampe gute Dienste erweisen wird und essen als Tagesausklang wie im letzten Jahr bei Ocean Basket, während die Kinder auf mechanischen Pferden in der Halle der Mall herumreiten.

Erledigt von der langen Anreise und den Vorbereitungen des heutigen Tages fallen wir nach unserer Rückkehr in unsere Herberge bald in die Betten.

Teil 318. Aug. 2017

26.07.2017

Nach dem Aufstehen stellen wir fest, dass der fehlende Kindersitz bereits geliefert worden ist. Uns fällt ein Stein vom Herzen, denn heute wollen wir schließlich Upington in Richtung KTP verlassen. Und die vor uns liegende lange Transferstrecke sollte unsere Große doch in einem Kindersitz hinter sich bringen...

So früh am Morgen liegt der Oranje malerisch im Nebel.

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Nach einem gemütlichen und sehr guten Frühstück (auch dies ein Grund, aus dem wir wieder hier Quartier bezogen haben), baue ich den neuen Sitz erfreulich zügig ein. Auch unser Gepäck ist durch das große Platzangebot des Quantums schnell verstaut. Es kann also los gehen!

Auf geteerter Straße geht es rund 250 Kilometer gen Norden. Wir kommen gut voran und sehen - ganz anders als im Vorjahr - leider recht regelmäßig überfahrene Tiere am Straßenrand liegen: afrikanische Wildkatzen, Kapfüchse und vor allem Löffelhunde. Das sind traurige Anblicke.

In Askham machen wir einen kurzen Tankstopp und erreichen mittags Twee Rivieren.

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Die Einreiseformalitäten an den verschiedenen Schaltern gehen schnell vor Statten und bald sind wir wieder stolze Wildcard-Besitzer. Denn die Tageseintritte für die Woche, die wir im Park wohnen werden, wären in Summe für unsere Familie höher als der Jahresbeitrag für die Wildcard.

Wir beziehen das Chalet Nr. 25. Es liegt ganz am Rand des Camps und damit sehr ruhig. Das gefällt uns. Außerdem ist es für sechs Personen ausgelegt und bietet uns neben einem Aufenthaltsraum mit voll ausgestatteter Küche und Esstisch noch zwei abgeschlossene Schlafzimmer (mit den obligatorischen Fledermausmitbewohnern...). Richtig viel Platz also zum Herumtollen für die Kleinen.

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Nach einer kurzen Rast beschließen wir, einen Nachmittagsgamedrive zu machen und fahren voller Vorfreude in den Park. Was uns wohl als erstes begegnen wird? Wir tippen auf Springböcke oder Oryx und behalten recht.

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Wir entscheiden uns für eine Tour ins Auob-Tal, da die dortigen Wasserlöcher besser im Nachmittags- und Abendlicht liegen als die Wasserstellen im Nossob-Tal.
Nach der wie gewohnt sichtungsfreien Fahrt über die Dünenstraße erreichen wir das Flusstal und erblicken gleich unter einem der ersten Bäume einen faul vor sich hindösenden Löwenkater. Verschlafen heißt uns seine Majestät in seinem Königreich willkommen. Ein schöner Auftakt!

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Da wir hier in der nächsten Zeit nich viel Aktivität erwarten können, fahren wir weiter und statten den verschiedenen Wasserstellen bis Auchterlonie einen Besuch ab. Es zeigen sich uns viele Springböcke, Oryx und einige Kuhantilopen und Riesentrappen. Das Licht ist erstaunlich harsch, was das Fotographieren nicht gerade erleichtert.

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Dem Blick einer Oryx folgend können wir am gegenüberliegenden Ufer ein Stachelschwein ausmachen, das sich aber schnell zurückzieht. Das ist für uns eine Erstsichtung, über die wir uns sehr freuen. Und dann auch noch bei Tageslicht!

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(Man könnte es leicht für einen Busch halten...)

Im schöner werdenden Licht des späten Nachmittags fahren wir zurück. Unser Löwe liegt noch immer unverändert an Ort und Stelle, der Schatten ist aber gewandert und er ist nun deutlich fotogener.

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Kurz vor Twee Rivieren entdecken wir in einem großen Baum zum Abschluss unserer ersten Ausfahrt noch einen Milchuhu, den wir bis zum Toresschluss beobachten.

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Wir beschließen heute im Restaurant des Camps zu essen. Eine gute Wahl, denn die Kinder verspeisen mit großen Appetit ihre Schnitzel und das von uns georderte Oryxfilet und der Gemüseteller sind sehr schmackhaft.

Unter dem unwahrscheinlich schönen Sternenhimmel Afrikas spazieren wir zurück zu unserer Hütte. Für die Kinder eine abenteuerliche Nachtwanderung mit Stirnlampen.
Während eine Fledermaus traditionell über unseren Köpfen ihre Bahnen zieht, schlafen wir ein.
KTP - wir sind wieder da.

Teil 421. Aug. 2017

27.07.2017

Gemeinsam brechen wir in der Frühe zu einer Ausfahrt ins Nossob-Tal auf. Es ist noch richtig frisch draußen - in unserer Hütte war es dank dicker Decken und Klimaanlage (Twee Rivieren hat als einziges Camp 24h lang Strom) dagegen schön warm.
Mit der bereits weitestgehend aufgegangenen Sonne steigen wir ins Auto. Das Gate öffnet um 7.30 Uhr, erst im August wird die Öffnung auf 7 Uhr vorverlegt. Das hat zur Folge, dass es bereits vollständig hell ist, als wir das Camp verlassen können.
Als erstes statten wir dem Milchuhubaum vom Vorabend einen Besuch ab, der nur wenige Meter hinter der Campausfahrt direkt an der Wasserstelle steht. Der Vogel ist zuhause und blickt uns unter müden rosa Augenlidern an.

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Die weitere Fahrt gen Norden verläuft dann eher ruhig.
Als kleinen (im wahrsten Sinne des Wortes) Höhepunkt entdecken wir eine Elefantenspitzmaus beim morgendlichen Sonnenbad. Es ist für uns das erste Mal, dass wir ein solches Tier entdecken und fotographieren können. Entsprechend ist die Freude groß.

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Die weitere Fahrt führt uns unter anderem vorbei an Borstenhörnchen, Springböcken, Oryx und einigen Schakalen, von denen einer gerade mit seinem Frühstück beschäftigt ist und sichtlich große Mühe hat, das fette Nagetier zu verschlingen, was interessante Beobachtungen ermöglicht.

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(hier sind wir uns unsicher, was wir fotographiert haben)

Am späten Vormittag sind wir zurück in Twee Rivieren und machen eine Mittagsrast.

Teil 521. Aug. 2017

Weil ich lange Pausen in Nationalparkcamps nicht gut aushalten kann, darf ich gegen Mittag zu einer kurzen Fahrt allein aufbrechen. Der Rest der Familie ruht sich noch ein wenig in der Hütte aus und macht dann das Camp unsicher.
Ich fahre nur wenige Kilometer aus dem Camp heraus und entdecke bald auf dem Dünenkamm und damit natürlich in recht weiter Entfernung einen Erdmännchenclan. Ich bleibe stehen und beobachte lange mit dem Fernglas. Erdmännchen zu entdecken, war schließlich einer der zentralen Wünsche für diese Reise, da die Tierchen sich (wegen der großen Hitze) bei unserem letzten Aufenthalt im KTP absolut rar gemacht hatten.

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Bald fahre ich zurück und sammele den Rest der Familie ein.
Nach einer Stippvisite beim noch immer müden Milchuhu versuchen wir die Erdmännchen wiederzufinden, was uns aber leider nicht gelingen will. Am Wasserloch Samevloeiing fotographieren wir noch einen Habicht. Ansonsten herrscht hier Leere.

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Also fahren wir ins Auobtal und versuchen dort unser Glück für diesen Nachmittag.
Und was soll ich sagen - schon bald treffen wir auch dort auf Erdmännchen. Dieses Mal jedoch sogar nah an der Straße und emsig mit der Nahrungssuche beschäftigt. Es freut mich, dass nun auch die anderen Famlienmitglieder in den Genuss der quirligen Gesellen kommen. Lange lassen uns die Tiere an ihrem Alltagsgeschäft teilhaben, bis sie schließlich unter unserem Auto hinweg die Straße queren und im dichten Gebüsch unsichtbar werden. Über diese Sichtung freuen wir uns sehr, deshalb folgen jetzt auch einige Bilder...

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Die weitere Fahrt führt uns vorbei an den typischeren Flussbettbewohnern. Für einige rastende Strauße und später für Artgenossen im schönen Abendlicht wird noch einmal die Kamera gezückt. Auch einen Kudubullen entdecken wir das erste Mal im KTP.

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Den Abend lassen wir wiederum im Restaurant des Camps ausklingen. Die Kinder bleiben beim bewährten Schnitzel und die Erwachsenen lassen sich von Elandsteak und Cordon Bleu verwöhnen. Es ist erstaunlich, wie sehr uns die Küche in diesem staatlichen Restcamp (vor allem auch, wenn man sie mit Etoshas Küchen vergleicht...) überzeugt.

Durch die sternenklare Nacht geht es im Schein der Taschenlampen zurück zu unserer Hütte, wo wir bereits unsere Sachen zusammenpacken, schließlich wollen wir morgen mit Gateöffnung zu der langen und in unserer Erinnerung durchaus beschwerlichen Fahrt nach Nossob aufbrechen.

Teil 622. Aug. 2017

28.07.20117

Es gelingt uns ein recht früher Aufbruch. Bereits bevor die Kinder erwachen, haben wir ein Frühstück für unterwegs bereitet und den Großteil des Gepäcks im Bus verstaut. Und so durchfahren wir um 8 Uhr das Gate und verlassen Twee Rivieren. Als wir im letzten Frühjahr die gleiche Strecke gefahren sind, haben wir sie als durchaus anstrengend empfunden: Sie ist ersteinmal einfach ziemlich lang und dazu noch im weiter nördlichen Nossobtal von bescheidener Straßenqualität (Wellblech!). Die Herausforderung teilweise tiefer Pfützen wird sich in diesem Jahr aber sicher nicht stellen. Tiersichtungen hatten wir damals keine nennenswerten. Daher sind wir gespannt, was uns in diesem Jahr auf dieser Strecke erwarten wird...
Schon wenige Kilometer hinter dem Wasserloch Samevloeiing wird der "keine-Sichtungs-Bann" durchbrochen. Meine Frau erspäht mit Adleraugen Bewegungen im Gras und wir machen zwei Löffelhunde aus, die wir lange im Morgenlicht beobachten, bevor wir die Fahrt fortsetzen. Dabei lässt sich aber nur ein Teil des Pärchens von uns ablichten, der andere ist stets im hohen Gras oder hinter Gebüsch eher zu erahnen.

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Die Wasserstellen an der Straße sind meist verwaist. Einzig einen Lannerfalken können wir ein wenig bei erfolglosen Jagdversuchen beobachten.

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Dafür sehen wir aber zwischendurch immer wieder verschiedene Tiere in der Nähe unserer Fahrbahn.
Den Anfang machen einige Erdmännchen, die in einiger Distanz ihrer Nahrungssuche nachgehen. Kurz darauf erfreuen wir uns an zwei Schakalen, die sich recht fotogen in Szene setzen.

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Als nächster kleiner Höhepunkt dieser bisher sehr schönen Fahrt begegnen wir einer Oryxherde, was an sich nicht wirklich spektakulär ist. Zwei Bullen jedoch liefern sich einen beeindruckenden Kampf: Sie schieben sich mit ihrer ganzen Kraft durch ihre Arena, verkeilen sich mit ihren langen Hörnern ineinander und wirbeln dabei viel Staub auf. Ihr heftiges Schnauben und das Knallen der Hörner beim Aufprall sorgt für eine passende akustische Untermalung dieses beeindruckenden Kräftemessens.

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Etwas weiter nördlich stehen zwei Autos am Straßenrand, was im KTP bereits auf eine "besondere" Sichtung hindeuten kann. Und tatsächlich liegt direkt neben der Pad ein vollgefressener Löwenkater im Schatten eines Baumes. Im Gebüsch ist noch die vordere Hälfte einer Oryx zur erkennen. Zuerst präsentiert er uns nur seine flache Rückseite. Da wir einige Geduld mitbringen, haben wir Glück und seine Majestät lässt sich dazu herab, uns einiger Blicke zu würdigen.

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Am Wasserloch Kij Kij ist dann eine Menge los. Ein Treffen verschiedener Antilopenarten findet statt. Besonders freuen wir uns über den anwesenden imposanten Elandbullen.

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Teil 722. Aug. 2017

Am Picknickplatz Dikbaardskolk machen wir eine kleine Rast und beobachten die dort ansässige Mäusegesellschaft.

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Dann ist erst einmal Schluss mit Tierbeobachtung. Das Gras wird deutlich höher, die Straße enger und hohlwegartiger. Trotz unserer durch den Quantum bedingten Höhe, haben wir nicht mehr ständig freie Sicht. Außerdem wird der Zustand der Straße deutlich schlechter. Fieses Wellblech wechselt sich mit Tiefsandpassagen ab, über die wir eher gleiten als fahren und auf denen wir keinesfalls zum Stehen kommen möchten... Daher bindet hier das Fahren einen großen Teil unserer Kraft und Aufmerksamkeit und wir beginnen außerhalb der Wasserstellen (die jedoch auch wegen der herrschenden Mittagszeit recht einsam sind) erst wieder mit der Suche nach Tieren, als wir uns dem Nossob Camp nähern.
Kurz vor dem Camp entdecken wir dann auch im hier sehr breiten und offenen Flussbett insgesamt sieben (!) Löffelhunde, die auf Nahrungssuche ihrer Wege ziehen.

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Zufrieden und erschöpft erreichen wir das Camp, das uns im letzten Jahr durch die Hitze und die fehlende Möglichkeit der Klimatisierung einiges abverlangt hatte.

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Wir beziehen das Häuschen 10A, das direkt am Wasserloch liegt und viel großzügiger ist, als der Reihenhausteil aus dem letzten Jahr. Es gibt eine große Küche und zwei abgeschlossene Schlafzimmer und (Trommelwirbel!) eine Klimaanlage. Das ist allein psychisch schon sehr entspannend.

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Wir werfen einen kurzen Blick auf das verwaiste Wasserloch und beobachten vom Campzaun aus zwei weitere Löffelhunde, die aber recht fotoscheu sind und ihr Gesicht gern hinter Gras verstecken...

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Die neuen Riverfrontchalets sind fast fertig. Sie werden die Unterkunftskapazität des Camps stark erhöhen und den verschlafenen Charakter Nossobs bestimmt etwas verändern. Obwohl die Häuser sehr schön sind, finden wir das schade.

Nach einer längeren Spiel- und Camperkundungspause mit Rotbauchwürgerbeobachtung fahren wir auf eine kurze Nachmittagsausfahrt nach Norden.
Dabei sehen wir als erneuten Höhepunkt einige weitere Löffelhunde. Erstaunlich, wie viele dieser Kerle heute hier unterwegs sind...

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(Bestimmungshilfe ist willkommen...)
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Nach unserer Rückkehr lassen wir den Tag am Wasserloch des Camps ausklingen und beobachten dabei Schakale, einen Gaukler und einen jungen Kudubullen.

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Danach machen wir ein Lagerfeuer an unserem Häuschen und essen zu Abend. Als die Kinder im Bett sind, gehen wir abwechselnd zur nun beleuteten Wasserstelle. Es zeigen sich erneut Schabrackenschakale und später (und leider allesamt nicht im Lichtkegel der Wasserlochbeleuchtung) eine Wildkatze, ein Springhase und zwei Löwen, die immer wieder brüllend durch das Flusstal ziehen, aber leider wohl keinen Durst haben.

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Kaum sind auch wir Erwachsenen im Bett und freuen uns darüber, dass wir vor der Abschaltung des Stroms unser Schlafzimmer dank der Klimaanlage etwas aufheizen konnten, wird unsere kleine Tochter unruhig und übergibt sich. Wir versorgen sie und sind besorgt. Trotz unserer gut ausgestatteten Reiseapotheke können wir in der Abgeschiedenheit des KTP gut und gerne auf eine Erkrankung unserer Kinder verzichten... Wir hoffen, dass sie nur das Abendessen nicht vertragen hat und verbringen eine unruhige Nacht...

Teil 824. Aug. 2017

29.07.2017

Die Nacht ist nach dem anfänglichen Aufreger zwar etwas kurz, verläuft aber zum Glück ruhig. Wir sind noch einmal mit dem Schrecken davongekommen - es handelt sich um keinen Infekt.
Morgens ist die Kleine aber doch noch sehr matschig - meine Frau entscheidet sich daher, mit ihr im Camp zu bleiben und gemeinsam mit unserer Großen breche ich zu einer kurzen Runde am frühen Morgen auf.
Nach einem Blick auf das verlassene Wasserloch des Camps steigen wir in unseren Bus und verlassen Nossob gen Süden - wir wollen einfach nur die Runde um das Wasserloch Marie se draii fahren.
Bis dahin kommen wir aber gar nicht, denn nur wenige Kilometer vom Camp entfernt, sehen wir bereits drei Autos stehen. Was die wohl beobachten?
Als wir näherkommen, können wir im hohen Gras in einiger Entfernung vier Geparden ausmachen, die wild miteinander spielen. Wir beobachten ganz gespannt. Aus fotografischer Sicht findet das Ganze in absolutem Gegenlicht statt - die Bedingungen könnten kaum schwieriger sein. Daher entstehen auch keine wirklich überzeugenden Bilder, die die Stimmung dieser Szenerie treffend einfangen. Erst als die Sonne etwas höher steigt, sind mehr als verschwommene Schattenrisse zu erkennen.
Die Katzen sind total übermütig. Immer wieder jagen sie einander und springen sich gegenseitig auf den Rücken. Es ist ein Gewühl von schlagenden Tatzen und peitschenden Schwänzen. Interessiert beobachtet ein Schakal das Geschehen. Als die Brüder ihn bemerken, kommt es zu einer kurzen Jadgszene: Einer der Geparden nimmt den Schakal ins Visier und stürmt los.
Der Schakal seinerseits prescht los und es kommt zu einer kurzen intensiven Verfolgungsjagd, die der Gepard nach einigen hundert Metern aber abbricht.

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Nach langer Beobachtungszeit ziehen sich die vier endgültig ins hohe Gras des Flussbetts zurück und werden nach kurzer Zeit unsichtbar. Wir fahren zufrieden zurück und erzählen von unseren Erlebnissen. Ich bin ganz froh, als wir dabei von einem quietschfidelen kleinen Mädchen empfangen werden, das die Strapazen der letzten Nacht hinter sich gelassen hat.

Nach einem kurzen und einfachen Frühstück in der Hütte - meist belassen wir es bei ein wenig Toastbrot und Cornflakes - versuchen wir, die Geparden gemeinsam erneut zu entdecken.
Am alten Ort werden wir nicht fündig, aber kurz nach der Abzweigung nach Marie se draii sehen wir die Katzen tatsächlich wieder. Insgesamt sind es fünf Geparde - eine Mutter mit vier schon ziemlich großen Jungtieren. Sie ziehen gemeinsam zielstrebig weit entfernt im Flusstal umher und wir begleiten sie für eine ganze Weile, bis sie sich schließlich gemeinsam um einen abgestorbenen Baum im Schatten gruppieren und kaum mehr zu sehen sind. Wir glauben, dass die Gepardenfamilie so erst einmal verbleiben wird und beschließen, am Nachmittag noch einmal wiederzukommen.

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Wir rasten und spielen dann für einige Zeit im Camp. Die Kinder genießen es, sich auszutoben und im Sand des Camps großflächige Zeichnungen anzulegen. Solche Ruhepausen sind elementar. Im Shop versorgen wir uns mit dem Nötigsten, mehr gibt das Sortiment auch nicht her.

Nach einem Blick auf das Sichtungsbrett entscheiden wir uns für den früheren Nachmittag einen Abstecher nach Norden zu machen.

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Diese Fahrt wird uns lange in Erinnerung bleiben, auch wenn wir gar nicht weit kommen werden.
Bereits einige Kilometer hinter dem Tor des Camps kommt uns mit hoher Geschwindigkeit ein Auto mit schlingerndem Trailer auf der sehr engen Fahrbahn entgegen. Dummerweise befinden wir uns gerade auf einem tiefsandigen Straßenabschnitt, auf dem ich eigentlich nicht zu langsam fahren möchte. Es bleiben jetzt aber nur Sekunden, um eine Wahl zu treffen. Entweder ich bleibe stehen und lasse den Entgegenkommenden vorbei, oder wir fahren auf ihn zu und riskieren, dass uns der immer wieder ausbrechende Anhänger erwischt. Ich entscheide mich für ersteres und bringe unser Auto in sicherem Abstand zum Stehen. Der Andere reduziert seine Geschwindigkeit nicht und fährt Dank winkend flott an uns vorbei.
Als ich weiterfahren will, passiert genau das, was wir befürchtet haben. Trotz reduzierten Reifendrucks mag sich unser heckangetriebener Quantum nicht mehr vom Fleck bewegen. Einige aus fehlender Erfahrung geborene Lenk- und Rangierversuche verschlimmern die Ausgangslage noch weiter. Wir stecken als fest.
Schnell beruhigen wir uns damit, dass wir genug zu essen und zu trinken für uns vier an Bord haben und versuchen, auch für die Kinder, ganz ruhig zu bleiben. Diese jedoch finden nichts Schlimmes an der Situation und beschäftigen sich mit Tiptoi und Co.
Nach einiger Zeit des Wartens kommt ein Auto an uns vorbei. Nach kurzem Austausch versprechen die Insassen uns, im Camp Bescheid zu sagen, damit jemand kommt, der uns aus unserer Lage befreien kann.
Dann ist wieder warten angesagt. Zum Glück ist Nossob nur wenige Kilometer entfernt.
Nach einiger Zeit kommt unser Helferauto zurück und teilt uns mit, dass derzeit alle in Frage kommenden Wagen der Ranger im Einsatz seien und wir uns noch gedulden müssten. Schade, aber so ist das nunmal - wir üben uns in Geduld.
Nach weiteren gut dreißig Minuten kommt dann aber doch schon die Erlösung. Zwei Campmitarbeiter kommen in einem Wagen vorbei und graben uns mit den Händen aus. Wir lassen fast die gesamte Luft aus den Reifen und schieben das Auto mit vereinter Kraft aus seinem Sandgefängnis. Nachdem wir uns ausgiebig für die wunderbare Hilfe bedankt haben, kehren wir um und fahren zurück ins Camp, um uns von dem Schrecken zu erholen, neue Kraft zu tanken und das Auto wieder fit zu machen.
Den Tiefsand in der Trockenzeit hatten wir wirklich unterschätzt - hier wäre ein Allradfahrzeug wirklich die bessere Wahl, denn mit diesem Erlebnis ist erstmal die gefühlte Sicherheit weg und ich habe immer wieder Sorge, auf offener Strecke zum Stehen zu kommen...
Wir sind aber total froh, dass das Erlebnis zu glimpflich und auch so zügig abgelaufen ist.

Nach einiger Erholungszeit beschließen wir dann aber doch, noch einmal zu den Geparden zu fahren, um nachzusehen, ob sie noch an Ort und Stelle sind. Wir fahren bis zur Wasserstelle Marie se draii und sehen dort schon einige Autos stehen - ein gutes Zeichen für die Anwesenheit der fünf Geparden.
Tatsächlich sind sie da und haben in der Zwischenzeit einen Springbock gerissen, den sie weit ab von der Straße im Schatten eines Baumes verzehren. Zu weit weg für gute Aufnahmen...

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Aber so ein Springbockriss macht durstig und so treten die Geparden nach einiger Zeit nach und nach aus dem Schatten des Baums und kommen zur Wasserstelle, wo wir schon auf sie warten. Ab jetzt lasse ich einfach unsere Bilder sprechen. 🙂

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Nach langer Zeit des Trinkens queren die fünf die Straße und verschwinden im hohen Gras. Wir sind ganz euphorisiert und der Schrecken des frühen Nachmittags ist ersteinmal vergangen.

Teil 924. Aug. 2017

Glücklich fahren wir zurück ins Camp.

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Dort lassen wir den Abend erneut nach einem gemeinsamen Essen abwechselnd am beleuchteten Wasserloch ausklingen.

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Was für ein toller Gepardentag! Gute Nacht!
Morgen geht es quer durch den Park nach Mata Mata.

Teil 1025. Aug. 2017

30.07.2017

Heute verlassen wir Nossob in Richtung Mata Mata. Entsprechend lang ist die Tagesetappe.
Wir versuchen, möglichst früh loszukommen und begnügen uns mit einem kargen Frühstück.

Unsere erste Sichtung des Tages ist ein Grader, der langsam und sorgfältig die Wellblechpisten glättet. Den Traktor zu überholen, ist bei der Enge der Straße gar nicht so einfach.

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Kurz hinter Cheleka kommt uns mitten im Flussbett dann ein junger Löwenkater entgegen. Durch das hohe Gras ist es gar nicht so leicht, ihn im Blick zu behalten. Wir tippen darauf, dass er auf dem Weg zur Wasserstelle ist und beschließen umzudrehen und unser Glück zu versuchen.
Am Wasserloch warten wir auf das Eintreffen des Löwens und beobachten dabei einige Kudus und Oryx. Und es dauert und dauert... Gerade weil wir heute noch so viel Strecke schaffen müssen, ist das Warten nicht gänzlich entspannt. Aber verpassen wollen wir den Löwen auch nicht. Aber was ist, wenn er gar nicht kommt?
Nach einiger Zeit schält er sich jedoch aus den Büschen und wir können ihn dabei beobachten, wie er zum Bohrloch schreitet, seinen Durst stillt und danach entspannt das Weite sucht.

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Zufrieden mit dieser morgendlichen Löwensichtung fahren wir weiter.
Nur wenige Kilometer weiter südlich entdecken wir zwei Geparde, die bereits den Schutz des Schattens in der Mitte des Flussbetts aufgesucht haben. Hier länger zu verweilen und auf eine günstige Verlagerung der Katzen zu hoffen, wagen wir nicht und so fahren wir bald weiter gen Dikbaardskolk, wo wir eine kleine Rast einlegen und erneut auf Vogel- und Mäusepirsch gehen.

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Die Dünenstraße, die das Nossobbett mit dem Auobbett verbindet, ist in diesem Jahr noch stark von Gras umgegeben. Landschaftlich schön ist die Strecke absolut, Tiersichtungen betreffend ist genausowenig für uns zu holen wie im vergangenen Jahr. An den Wasserstellen lassen sich nur einige Oryx blicken. Schön ist aber, dass wir einen Schwarzkopfreiher entdecken, der uns in unserer Fotosammlung noch fehlt.

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Für 60 Kilometer geht es auf und ab über die Kalaharidünen, dann weitet sich das Tal des Auob vor unseren Augen.
Wir fahren nach Norden in Richtung Mata Mata und begegnen bald am Straßenrand zwei Schlankmangusten, die uns drollig betrachten und über deren extreme Rotfärbung wir uns wundern.
An den Wasserlöchern der Gegend herrscht wenig Betrieb - es ist Mittagszeit. Einzig einige Springböcke und Oryx lassen sich sehen und ein wunderschöner Bienenfresser.

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Dann geschieht wieder ein Zwischenfall: Vor uns auf der Straße ist ein Wagen mit Anhänger liegengeblieben. Wir halten hinter ihm an und nutzen nicht die alternative Umfahrung, die es an dieser Stelle der Straße gegeben hätte. Das stellt sich als Fehler heraus, denn das Gespann vor uns steckt im Sand fest und da wir angehalten haben, tun wir es ihm nun gleich... Ärgerlich. Dass der vor uns Festsitzende in einigen hundert Metern Entfernung Löwen auf dem Dünenkamm beobachtet hat, entspannt die Lage nicht gerade.
Glücklicherweise ist gerade recht viel Betrieb auf der Straße und so halten diverse andere Autos an und versuchen zu helfen. Zwei junge Männer aus SA haben ein gutes Schleppseil dabei und so können sie uns an unserer Anhängekupplung rückwärts aus dem Schlamassel ziehen. Wir sind wieder sehr dankbar.

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Nach diesem Intermezzo geht es dann störungs- und sichtungsfrei weiter bis ins Camp, wo wir unser geräumiges Riverfrontchalet beziehen und uns erst einmal ausbreiten. Die Kinder tollen auf den Betten herum und wir genießen den wunderbaren Blick von der Terrasse auf das Auobbett. Dann gehen wir im Shop des Camps einkaufen, erstaunlicherweise gibt es hier mehr Souvenierartikel als Lebensmittel.

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Erst am späten Nachmittag brechen wir noch einmal zu einer kurzen gemeinsamen Ausfahrt auf. Die Sanderlebnisse haben unsere Fahrmotivation etwas getrübt. Wir hoffen darauf, nur Tiere zu sichten, wenn wir festen Boden unter den Reifen haben... Bei einer schönen Sichtung nicht halten zu können, fänden wir schade. Neben einem Löwen zu halten und dann nicht mehr losfahren zu können, wäre jedoch die sicherlich noch unattraktivere Variante...

Die Wasserstellen sind noch immer unbesetzt und so fahren wir in die Nähe unserer zweiten Sandbegegnung und suchen die Dünenkämme ab. Tatsächlich sind die angekündigten Löwen noch dort. Im dichten Gebüsch können wir mindestens zwei Löwinnen ausmachen.

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Den Sonnenuntergang und Abend verbringen wir gemeinsam auf der Terrasse und grillen über dem offenen Feuer. Die Stille, der Sternenhimmel, die kühle Luft - all das ist auch heute Abend wieder verzaubernd.

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Teil 1127. Aug. 2017

31.07.2017 - Teil 1

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht im bequemen und großzügigen Chalet fahren wir zur Toröffnung um 7.30 Uhr in den Park. Die recht späte Öffnungszeit lässt uns zwar nicht den Sonnenaufgang auf der Piste erleben, sorgt aber dafür, dass wir recht entspannt pünktlich gemeinsam loskommen.

Nur wenige Kilometer hinter der Abzweigung zum KTC stehen unsere Tiefsandretter von gestern am Straßenrand. Sie haben weit entfernt auf dem gegenüberliegenden Dünenkamm einen Löwen ausgemacht. Er ist wirklich nur schwer zu erkennen - wir wären mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbeigefahren.

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Nach einem kurzen Plausch fahren wir weiter.
Direkt am Straßenrand sitzt bald ein junger Gaukler, der sich in der Morgensonne aufplustert und sein Federkleid pflegt. Dabei überschätzt er seinen Gleichgewichtssinn etwas, kommt ins Straucheln und plumpst von seinem Ast. Kurz vor dem Aufprall kann er sich zum Glück fangen und macht sich als Tiefflieger aus dem Staub.

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Kurz darauf kommt uns im Flussbett als Höhepunkt dieser frühen Ausfahrt schließlich ein kleines Löwenrudel entgegen. Ein prächtiger schwarzmähniger Kater, zwei Löwinnen und zwei schon etwas ältere Jungtiere. Wir freuen uns total. Es ist immer wieder ein ganz tolles Erlebnis, Löwen aktiv zu erleben. Meistens ist einem ja eher das Gegenteil vergönnt...

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Ganz entspannt ziehen sie ihres Weges und kommen schließlich der Straße ganz nah. Sie queren und sind dann glücklicherweise auf der richtigen "Lichtseite" unterwegs.

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Wir beobachten und begleiten die Gruppe für eine längere Zeit, teilweise sind sie so nah am Auto, dass man nur die Hand herausstrecken müsste, um sie zu streicheln...
Das ist auch für die Kinder beeindruckend, die sich vor allem über die beiden Kleinen freuen.
Schön ist auch, dass zu keiner Zeit wirklich viele andere Autos anwesend sind, so ist läuft diese Sichtung ganz entspannt für alle Beteiligten ab.

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Nachdem die Löwen direkt vor uns wieder die Straße gequert haben und sich wieder in die Mitte des Flusstals bewegen, verabschieden wir uns von ihnen und setzen unsere Morgenausfahrt gen Süden weiter fort.

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Teil 1229. Aug. 2017

Fortsetzung 31.07.2017

Nachdem wir das Löwenrudel verlassen haben und weiter gen Süden fahren, treffen wir zuerst auf eine schöne Gabelracke. Wir mögen diese Vögel mit ihrer Farbenpracht sehr und so freuen wir uns über dieses Exemplar, das dankenswerterweise für einige Fotos stillhält.

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Am Wasserloch Dalkeith steht eine Springbockherde. Wir schalten die Motor aus und genießen die friedliche Stimmung.

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Am vierzehnten Bohrloch treffen wir dann endlich auf Giraffen. Das sind die Lieblingstiere unserer Großen und entsprechend wurden sie gestern vermisst, denn mit ihnen hatten wir in dieser Gegend sicher gerechnet.
Jetzt freuen sich beide Mädchen total und beobachten die Tiere begeistert beim Fressen und in der Sonne rumstehen.
Wenig später können wir noch zwei Schwarzkopfreiher entdecken.

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Ansonsten verläuft die Fahrt ruhig, die Löwen haben sich endgültig verzogen, so dass wir sie auf der Rückfahrt nach Mata Mata nicht mehr entdecken können. Dafür stoppen wir kurz zum Abschied bei einigen Gnus.

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Es folgt dann eine lange Mittagspause, in der wir im Camp spielen und uns ausruhen. Unsere Mädchen erklären eines der Schlafzimmer zum Spielzimmer und verwandeln das Doppelbett in eine Bühne für Theater- und Zirkusvorstellungen. Nachdem fleißig geprobt wurde, dürfen die Eltern als Premierenpublikum die Vorstellung genießen.

Eine kurze gemeinsame Nachmittagsausfahrt bleibt dann leider weitgehend sichtungsfrei.
Wir müssen aber auch bereits um kurz vor 17 Uhr wieder im Camp sein, denn ich habe heute einen Sunsetdrive bei der Parkverwaltung gebucht. 🙂
Meine Frau und die Kinder erforschen in meiner Abwesenheit den Campingplatz und lassen sich von einigen Südafrikanern ihre ausgeklügelten Campingsysteme vorführen.
Ich gehe zum Camp-Büro und treffe dort den heutigen Guide, der uns sehr nett und kenntnisreich durch den frühen Abend leiten wird. Außer mir fährt noch ein älteres Ehepaar aus SA mit, das wir im KTC abholen. Ich habe also eine ganze Reihe im offenen Wagen für mich allein und richte mich gemütlich ein.
Die Ausfahrt wird ganz wunderbar und übertrifft meine Erwartungen weit.
Im Licht des späten Nachmittags fängt es mit einigen Vögeln, darunter Gabelracke, black-shouldered kite und zwei Sekretäre (im Baum!) an.

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Unser Guide hält an einem riesigen Siedelwebernest und erklärt die Bauweise und -dauer, sowie die WG mit dem Zwergfalken und Bedrohungen durch Kapkobras und Honigdachse.
Danach biegen wir von der offziellen Straße ab und fahren eine Schleife direkt durch das Flussbett, beäugt von Gnus und Oryx.

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Inzwischen herrscht Zwielicht und wir kommen direkt an einem Erdmännchenbau vorbei. Ein Bewohner mustert uns neugierig und posiert bereitswillig für einige Fotos, bevor er unter die Erde verschwindet. Ich freue mich total über diese sehr nahe Begegnung.

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Weiter geht die Fahrt vorbei an zwei Löffelhunden auf Nahrungssuche.

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Wir fahren bis auf die Höhe der Wasserstelle Craig Lockhart. Dort sehen wir uns den Sonnenuntergang an und treffen auf eine Wildkatze.

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Nachdem es jetzt stockdunkel ist, erwacht das Flussbett plötzlich in erstaunlicher Weise zum Leben.
Den Anfang macht eine Weißgesichtohreule (für mich eine Erstsichtung!).

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Danach entdecken wir noch einige Löffelhunde (ohne Foto) und schließlich einen jagenden Kapfuchs ganz nah an der Straße. Von diesem kleinen agilen Kerl bin ich total begeistert.

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Die weitere Fahrt lässt uns noch vier weitere Wildkatzen erahnen - allesamt jedoch gut getarnt oder weit weg von der Fahrbahn.

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Teil 1329. Aug. 2017

Bald darauf erkennen wir in einem Baum große Augen. Ein Fleckenuhupaar sitzt direkt an der Straße und lässt seine dumpfen Rufe vernehmen. Diese Vögel sind einfach wunderschön!

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Nicht weit entfernt in einem weiteren Baum leuchten erneut Augen. Eine Kleinfleckenginsterkatze! Sie klettert umher und beginnt dann, sich zu putzen. Wow! Ich bin hin und weg. Bisher haben sich meine Sichtungen dieser kleinen Katzen immer auf Sekundenbruchteile beschränkt, nie war auch nur an ein gelingendes Foto zu denken. Dieses Exemplar lässt sich aber von unserer Anwesenheit überhaupt nicht stören und so können wir sie einige Minuten in ihrem Leben begleiten und sie auf der Speicherkarte verewigen. Ich bin sehr glücklich!

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Zum Abschluss der Fahrt treffen wir noch einmal auf einen Kapfuchs.

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Nach der Rückkehr ins Camp unterhalte ich mich noch einige Zeit mit dem Guide und danke ihm herzlich für diese kenntnisreiche und sehr umsichtige Fahrt. Ich hätte nie damit gerechnet auf einer einzigen Tour so viele verschiedene Tiere beobachten zu können, entsprechend froh kehre ich zu meiner Familie zurück.

In der Hütte wird gerade vorgelesen: "Matilda" von Roald Dahl und "Bobo Siebenschläfer". Ich geselle mich dazu und wir verbringen einen schönen letzten Abend im KTP, beäugt von einem Gecko als Hausgenossen.

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Kaum zu glauben, morgen werden wir uns vom KTP verabschieden müssen und nach Namibia einreisen. Wir beschließen, den frühen Morgen auf jeden Fall noch im Park zu verbringen, denn der KTP hat sein volles Sucht- und Sehnsuchtpotential auch in diesem Jahr wieder entfalten können.

Teil 1430. Aug. 2017

01.08.2017

Heute beginnt ein neuer Monat und so werden auch die Toröffnungszeiten des KTP angepasst. Wir können also bereits um 7.00 Uhr das Camp verlassen und zu unserer letzten und kurzen ( 🙁 ) Ausfahrt in den Park aufbrechen.
Weit müssen wir aber nicht fahren: Im Zwielicht entdecken wir ein recht großes Löwenrudel, das aus drei Löwinnen, einem Kater, zwei etwas älteren und drei noch ziemlich kleinen Löwenkindern besteht. Zuerst trinken sie und dann ziehen sie weiter das Flusstal hinauf. Wir stellen den Motor ab und beobachten die Tiere lange und glücklich. Mit so vielen Löwen hatten wir zu dieser Jahreszeit wirklich nicht gerechnet.

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Langsam sammeln sich immer mehr Fahrzeuge an und wir beschließen noch etwas weiter nach Süden zu fahren.
Ganz entspannt genießen wir den Sonnenaufgang bei Dalkeith, wir sind nun weit und breit die einzigen Menschen.

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Bis zum vierzehnten Bohrloch wollen wir noch fahren und dann nach Mata Mata zurückkehren, wir haben schließlich noch eine ganze Strecke vor uns, bis wir unser neues Quartier erreicht haben werden.
Auf dem Weg beobachten wir einen Braunkopfliest (?) und den uns schon bekannten juvenilen Gaukler.

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Auf der Rückfahrt zum Camp geraten wir dann in einen Stau, der den Vergleich mit einer Teerstraßenverstopfung im Kruger nicht zu scheuen braucht. Die Löwin mit dem kleinen Nachwuchs ist auf der Pad unterwegs und es herrscht reges Drängeln und Rangieren. Die nächsten Minuten werden einfach nur anstrengend und nervig - vor allem für mich als Fahrer, der auf keinen Fall erneut steckenbleiben möchte... Und so können wir diese Sichtung nicht wirklich genießen und sind ganz froh, als die Löwin ins Flusstal abbiegt und verschwindet.

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Wir rechnen uns aus, dass die Löwen bald das Flusstal nahe Mata Mata kreuzen werden, stellen uns in die Senke und warten. Bald sehen wir das Rudel dann auch. In einiger Entfernung ziehen sie durch das Flusstal in Richtung der Dünen.

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Kurz vor dem Camp sehen wir bereits einige Vertreter des Rudels auf dem Dünenkamm liegen. Wehmütig richten sich unsere Abschiedsblicke auf die weit entfernt lagernden Katzen.

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Zurück in Mata Mata vertreten wir uns die Beine auf dem Campingplatz, verabschieden uns von den ansässigen Borstenhörnchen und Tokos und rüsten unsere Fotoausrüstung um.

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Schlussendlich tanken wir und erhöhen den Reifendruck, bevor wir den KTP in Richtung Namibia endgültig verlassen.

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Der Grenzübertritt verläuft recht schnell. Wir füllen die nötigen Papiere aus und zahlen die Straßennutzungsgebühr. Derweil toben die Kinder durch die Bürostube und werden von den Beamten amüsiert belächelt oder ignoriert. Nach vielleicht 20 Minuten sind wir wieder im Auto und setzen unseren Weg in Richtung Mesosaurus Fossil Camp fort.

Schon mit dem Blick in den Rückspiegel stellen sich erste Gefühle der Sehnsucht ein. Der KTP hat uns auch in diesem Jahr, zu dieser völlig anderen Jahreszeit, wieder verzaubert. Die weitgehende Einsamkeit, die Stille, die wunderbaren Tierbegegnungen, all das hat uns erneut fasziniert und wir sind uns sicher, dass wir dieses Fleckchen Erde nicht das letzte Mal besucht haben wollen. (Ich nehme mir insgeheim vor, meinen nächsten runden Geburtstag hier zu verbringen... 😉 )

Jetzt aber den Blick nach vorn gerichtet: Namibia, wir kommen!
Ich lade euch weiterhin ein, uns zu begleiten...

Teil 1531. Aug. 2017

Fortsetzung 01.08.2017

Endlich wieder namibischer Boden unter den Füßen respektive Reifen...
Unser heutiges Etappenziel ist das Mesosaurus Fossil Camp nahe Keetmanshoop, das wir schon seit langer Zeit einmal kennen lernen wollen. Irgendwie hat sich das aber nie ergeben. Deshalb freuen wir uns umso mehr über unseren diesjährigen Aufenthalt bei den Steenkamps.

Auf den ersten Kilometern genießen wir die schöne Kalaharilandschaft, sind aber schon hier etwas überracht, dass die Straße viel rauer und wellblechiger ist, als wir sie in Erinnerung hatten. Alles gut machbar, aber auf die Dauer doch anstrengend. Und das bleibt auch über weite Teile so.
Wir kommen an der Stelle vorbei, wo sich vor knapp zwei Wochen ein schlimmer Unfall ereignet hat - die Scherben liegen noch immer als stumme Zeugen auf der Straße. Dies gemahnt uns einmal mehr daran, umsichtig und vor allem nicht so schnell zu fahren. Vor besonders uneinsehbaren Kuppen, von denen es auf dem Weg eine große Zahl gibt, benutze ich lieber die Hupe, um uns potentiell entgegenkommenden Fahrzeugen anzukündigen...

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Als wir schließlich am Mesosaurus Camp ankommen, sind wir alle ganz schön geschafft.
Herzlich werden wir von Seniorchef Giel empfangen. Zwischen ihm und unseren Töchtern springt gleich ein Funke über - man erkennt den erfahrenen Großvater.
Voller Elan führt er uns zu unserer Hütte und erläutert uns alle Annehmlichkeiten der liebevoll in Eigenarbeit gestalteten Unterkunft.
Die urige Hütte und ihre Einrichtung gefallen uns auf den ersten Blick. Schön ist auch, dass das Camp so klein ist - es gibt nur etwa fünf feste Unterkünfte und der Campground ist weit entfernt. Etwas schade ist einzig, dass die Hütten recht nah an der Durchgangsstraße liegen, da aber fast kein Verkehr herrscht, ist dies leicht zu verschmerzen.

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Wir verabreden, dass wir heute Nachmittag noch an der Fossilientour teilnehmen möchten und verabschieden uns erstmal, um uns einzurichten und den Kindern ihren Auslauf zu gewähren, die mit allerlei Küchenutensilien bewaffnet sogleich die Hütte unsicher machen.

Gemeinsam mit einem südafrikanischen und einem deutschen Paar brechen wir mit Giel zu den Fossilien des Mesosaurus auf, die sein Sohn vor knapp dreißig Jahren zufällig auf dem Farmgelände entdeckt hat.
Die Tour wird von Giel äußerst kurzweilig und kenntnisreich gestaltet, sodass auch unsere Kleinen ganz fasziniert von den Urzeitzeugnissen sind. Die Qualität der Fossilienfunde trägt natürlich ihren Teil dazu bei. Wir erfahren viele interessante Details über die vermutete Lebensweise des Mesosaurus und die Gestalt seines Biotops, das ganz anders als die heutige Landschaft es vermuten lassen würde, ein weitläufiges Sumpfgebiet war.

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Nachdem wir verschiedene Fossilienfundstellen besucht haben, fahren wir gemeinsam zu einer Ansammlung von Köcherbäumen, die sich malerisch inmitten von Doleritgestein verteilt.
Giel trommelt eindrucksvoll auf einem der Steintürme und unsere Töchtern eifern ihm fröhlich nach.
Anschließend verabschiedet er sich von uns und wir bleiben bis zum Sonnenuntergang in dieser wunderschönen Umgebung, wandern zwischen den Köcherbäumen umher und erklettern den ein oder anderen Felsen. Die Stimmung ist ganz wunderbar und wir genießen das Farbenspiel in der untergehenden Sonne.

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Als es noch nicht ganz dunkel ist, brechen wir auf, damit wir den Weg über das Farmgelände noch sicher finden und nicht Opfer der ganz schön tiefen Schlaglöcher werden.
Vor uns flitzen immer wieder Klippschliefer durch die Gegend und ein Löffelhund verabschiedet uns in die Nacht und beugt damit KTP-Entzugserscheinungen vor. 🙂

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In der Hütte angekommen, machen wir uns zum Abendessen bereit, das in einem Essraum am Rand des Camps gereicht wird.
Vom Schein eines großen Feuers werden wir schon aus der Ferne begrüßt, wir gruppieren uns um die Feuerstelle und genießen die Wärme der Flammen in der klaren Nacht. Wir scheinen die einzigen Gäste zu sein.
Nach einiger Zeit kommen der Juniorchef Hendrik mitsamt Sohn in ihrem Pickup gefahren und bringen uns das im Farmhaus bereitete Abendessen vorbei. Auf dem Feuer werden dazu verschiedene Lammteile frisch gegrillt - alles von der eigenen Farm und wahnsinnig lecker. Gut, dass wir Mesosaurus mitsamt Abendessen und Frühstück gebucht haben - hier hätten wir sonst etwas verpasst.
Wir gönnen uns eine Flasche Rotwein und lassen den Abend bei interessanten Gesprächen über die aktuellen Entwicklungen in Namibia und die Bildungsbiographien von Farmsprösslingen ausklingen.
Dann geht es zurück in die gemütliche Hütte und es wird sich in die Decken gekuschelt, gespannt darauf, wie sich die nächtlichen Temperaturen in dieser doch recht luftig gestalteten Unterkunft auswirken werden...

Teil 1601. Sept. 2017

02.08.2017

Die Nacht wird kalt - sehr kalt.
Jeder von uns ist fest in sein Bett gekuschelt, die Vielzahl von Decken tut ihren Dienst, aber im Gesicht spürt man die Kälte immer noch sehr gut...
Trotzdem schlafen die Kinder erfreulich gut und es fällt uns allen leicht, heute etwas länger in den Betten zu bleiben.
Sobald die wärmende Sonne aufgegangen ist, treten wir aus der Hütte und lassen unseren Blick über die Weite der Landschaft schweifen - bemerken dabei aber sogleich einen merkwürdigen Schiefstand unseres Quantums...
Ein Gang um das Fahrzeug zeigt dann schnell, dass alle Luft aus dem fahrerseitigen Vorderreifen entwichen ist, die holperige Farmfahrt am gestrigen Nachmittag oder auch die schlechte Piste, die uns vom KTP hierher geführt hat, fordert ihren Tribut.
Einen so entspannten Platten hatten wir in Namibia jedoch noch nie - wir haben keine Eile und stecken nicht mitten im Nirgendwo fest. Guter Dinge sehe ich also dem Reifenwechsel entgegen. Schnell ist das Reserverad von der Unterseite des Busses abgeschraubt und ich will mich daran machen, den Wagenheber anzusetzen. Dabei fällt jedoch schnell auf, dass dieser nicht komplett ist. Beim Zusammenstecken der Teile wird die das Gestänge abschließende Kurbel vermisst... So wird das Aufbocken nicht funktionieren... 😣
Jetzt ist es erst recht gut, dass die Luft auf dem Campgelände entwichen ist, auf offener Straße hätten wir jetzt ein Problem.
Beim wirklich guten Frühstück sagen wir Hendrik bescheid und er holt sogleich einen Wagenheber von der Farm. Gemeinsam wechseln wir in Windeseile das Rad. Zu zweit geht das Ganze wirklich zügig.
Merke: Auch den Wagenheber bei Übernahme des Mietwagens genau kontrollieren... 😈

Weil wir nicht zu weit ohne Ersatzreifen fahren wollen, beschließen wir, einen Stopp in Keetmanshoop einzulegen.
Wir finden schnell eine Reifenwerkstatt, wo uns schnell und überraschend kostengünstig geholfen und der kaputte Reifen geflickt wird. Unsere Kinder finden den Halt überaus spannend und erklären die Werkstatt zum Spielplatz.

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Bei einen Autoteilehändler erstehen wir außerdem einen neuen Wagenheber, um so im Fall der Fälle handlungsfähig zu sein.

Der Rest des Tages ist dann schnell erzählt, denn heute ist ein lupenreiner Fahrtag, der uns bis nach Mariental führen wird - und zwar über die geteerte B1, die landschaftlich in diesen Breiten recht wenig zu bieten hat. Und so entstehen auch keine nennenswerten Fotos. Dafür kommen wir schnell voran, was für die Kinder eine gute Sache ist, wobei anfallende Überholmanöver etc. für mich durchaus anstrengend sind.

Am Nachmittag kommen wir an unserem heutigen Ziel an, dem Bastion Farmyard B&B, das etwas nördlich von Mariental abseits der B1 liegt.
Das Gelände der Unterkunft ist sehr gepflegt und auch die Zimmer sind - auf sehr unafrikanische Weise - recht hübsch und vor allem überaus sauber. Einzig eine Vielzahl von Ge- und Verbotsschildern, die innerhalb und außerhalb des Zimmers hängt, erweckt bei uns den Eindruck, dass man am Ende des Tages doch nicht ganz so herzlich willkommen ist. Hier wird sich unseres Erachtens manchmal ein wenig im Ton vergriffen bzw. übertrieben.

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Die Besitzerin betreibt neben den Gästezimmern einen kleinen Laden mit allerhand Kulinarischem und Kitsch sowie ein Café auf dem Gelände. Wir genießen dort wirklich schmackhafte selbstgebackene Kuchen und entspannen von der Fahrt. Die Kinder toben sich auf den weitläufigen Rasenflächen aus und freuen sich über den gut gepflegten kleinen Spielplatz mit Schaukeln und verschiedenen Klettermöglichkeiten, der sich auf dem Gelände befindet und den Tageshöhepunkt für die beiden darstellt.
So vergeht ein entspannter und unspektakulärer Nachmittag.
Da die Unterkunft kein Abendessen anbietet, kochen wir in der praktisch eingerichteten Gemeinschaftsküche des B&B Nudeln, die wir noch aus unserem KTP-Bestand haben.
Während das Nudelwasser kocht, spielen wir in dem kleinen Raum verstecken und unsere Mädchen haben einen Riesenspaß dabei.

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Zufrieden schlüpfen wir alsbald in unsere sehr bequemen Betten und sehen entspannt der Nacht entgegen.

Teil 1704. Sept. 2017

03.08.2017

Heute ist ein ausgesprochener Fahrtag.
Nach einem gemütlichen Frühstück im schönen Speiseraum des Bastion Farmyard B&B, spielen unsere Töchter noch einmal ausgiebig auf dem Spielplatz, während wir unser Gepäck verladen.
Die heutige Etappe führt uns zur Immanuel Wilderness Lodge, die etwas nördlich von Windhoek gelegen ist und die wir als Zwischenstation sehr schätzen.

Da die Strecke über die geteerte B1 verläuft, gehen wir davon aus, recht zügig voranzukommen und beschließen, den Vormittag am nahen Hardap Dam zu verbringen, der nur sieben Kilometer von unserem B&B entfernt ist.

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Schnell erreichen wir unser Ziel, werfen einen ersten Blick auf den Stausee und bezahlen unsere Eintrittsgebühr.
Wir beschließen eine Ausfahrt in den Wildpark zu machen. Die Einfahrt über die Staumauer ist gesperrt und so müssen wir einen nicht ausgeschilderten Umweg nehmen, der aber dank der Beschreibung des Gatepersonals recht gut zu finden ist.

Die Straßenverhältnisse im Gamepark sind jedoch dergestalt, dass es wenig Freude macht, nach Tieren Ausschau zu halten. Vor allem kurz nach dem Tor führt uns der Weg über steile Auf- und Abfahrten, die mit ziemlich dicken Steinen und tiefen Schlaglöchern übersäht sind. Dafür ist unser Auto nicht ausgelegt und ich gebe im Schritttempo mein bestes...

Die Straße führt durch recht dichtes Buschland und da es keine Karte des Parks gibt und die vorhandenen Ausschilderungen recht kryptisch oder kaum lesbar sind, fahren wir einfach drauf los und vertrauen auf unseren Orientierungssinn.
Immer wieder sehen wir Springböcke und Oryx. Ab und an auch einen Wasserbock. Aber sobald wir uns näher, flüchtet das Wild in schnellem Tempo vor uns. Daher verzichten wir auch auf Fotos und versuchen die Beobachtungen ohne den Blick durch den Sucher zu genießen.
Wir kommen irgendwann zum Seeufer und biegen dort anscheinend falsch ab, denn der Weg wird immer enger und sandiger. Nach kurzer Zeit werden wir - zu unserem Glück, denn der Weg wird immer schlechter - von zwei Rangern angehalten, die uns freundlich darauf hinweisen, dass wir auf den offiziellen Wegen bleiben müssen. Uns ist gar nicht aufgefallen, dass dies keiner ist... Hier hätten ein Schild oder ein paar Steine oder Äste als Wegblockade sicher für mehr Klarheit sorgen können. Zum Glück gelingt es uns ohne festzufahren wieder auf steinigeres Terrain zu gelangen.
Nach diesem Erlebnis beschließen wir zurück zum Ausgang zu fahren. Zu schlecht ist die Straßenqualität und die Beschilderung - wir haben keine Lust, uns hier zu verfahren oder gar steckenzubleiben. Dafür sind wir heute auch einfach zu schlecht vorbereitet. Für einen kleinen entspannten Abstecher eignet sich der Hardap-Gamepark unserer Ansicht daher nur sehr eingeschränkt und wir sind ganz froh, als wir ihn wieder verlassen haben und unseren Weg gen Windhoek fortsetzen.

Nach einer längeren Tank- und Eispause in Rehoboth wird die Landschaft, die die B1 durchschneidet sehenswerter. Immer mehr kleine Berge kommen in unseren Blick und kündigen das Khomas Hochland an.
Windhoek passieren wir schnell treffen dann bald auf die Endlosbaustelle nördlich der Stadt, in deren Nähe die Immanul Wilderness Lodge liegt, die wir am frühen Nachmittag erreichen.
Es gibt sicherlich malerischere Lagen, aber die Herberge überzeugt durch schöne Zimmer, einen wunderbaren Garten mit Pool und allerlei Getier und vor allem durch die Kochkünste des Chefs, auf die wir uns schon richtig freuen.

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Wir werden freundlich begrüßt und beziehen unser Zimmer, das die Kinder vor allem wegen der kleinen Galerie sofort großartig finden.
Den Nachmittag verbringen wir geruhsam im Garten der Lodge, die Kinder planschen im Pool und beobachten die kleine Springbockherde und die niedliche Pantherschildkrötennachzucht.

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So vergehen gemütliche Stunden, bis die Sonne untergeht und wir zum Abendessen ins Restaurant gehen.

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Dies überzeugt uns einmal mehr mit seiner schönen Stimmung - alles ist in gedämpftes Licht getaucht. Zuvorkommend werden wir von der Chefin Sabine bedient, die sich auch wunderbar die Bedürfnisse unserer Töchter kümmert.
Vor allem aber das Menü ist wieder ganz ausgezeichnet und wird sich - erwartungsgemäß - als das beste Essen auf dieser Reise herausstellen.

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Mit gut gefülltem Bauch geht es dann zufrieden und entspannt in die Betten.

Morgen fahren wir zur Omaruru-Gamelodge - dann gibt es auch wieder mehr Fotos und auch mehr (und durchaus Ambivalentes) zu erzählen in diesem Reisebericht.

Teil 1805. Sept. 2017

04.08.2017

Nach einem ausgiebigen und guten Frühstück mit Wurstplatte vom lokalen Wild und namibischem Käse packen wir unsere Sachen zusammen und lassen die Kinder noch einmal intensiv die Schaukel und das Trampolin der Lodge bespielen.
Dann geht es erneut in die Sitze unseres Busses und wir verlassen die Immanuel Wilderness Lodge, die wir sicher nicht zum letzten Mal besucht haben werden. Hier ist es einfach zu lecker.

Die Fahrt nach Omaruru verläuft recht zügig. Im beschaulichen Ort selbst tanken wir und kaufen neuen Proviant ein. Dann geht es in die etwas südlich gelegene Lodge, die wir bereits am späten Vormittag erreichen. Wir haben im Vorfeld einiges über diese Unterkunft gelesen, die wir vor allem für unsere Kinder ausgewählt hatten, und sind gespannt, wie unser Urteil am Ende ausfallen wird.

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Bereits auf dem Parkplatz kommt uns eine halbwüchsige Giraffe entgegen. Wie wir erfahren, handelt es sich um eine Handaufzucht, die auf dem Lodgegelände lebt und sehr an Menschen gewöhnt ist. Die Kinder sind von dieser nahen Begegnung ganz begeistert.

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Die Häuschen der Lodge gruppieren sich innerhalb eines sehr gepflegten und grünen Gartens um eine große Wasserstelle, die ziemlich künstlich wirkt, da sie vollständig entbuscht ist und von verschiedenen Futterstellen und -podesten umgeben ist. Insgesamt vermittelt die Anlage einen freundlichen und sauberen, aber auch artifiziellen Eindruck.
Den Kindern gefällt es auf Anhieb gut - sie erkunden die Anlage mit großem Interesse und rücken den ansässigen Katzen auf den Pelz und beobachten fasziniert die Flaschenfütterung eines Springbockkitzes.

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Als wir unsere Hütte bezogen haben - auch diese ist nett eingerichtet und hat einen schönen Außenbereich mit Blick auf die Wasserstelle, an der sich einige Elenantilopen eigefunden haben - steht plötzlich eine Dame in unserer Tür.
Was für eine Überraschung! Es ist Eva von der Agentur, über die wir die Unterkünfte in Namibia haben buchen lassen. Sie ist extra aus Swakopmund nach Omaruru gereist, um uns kennenzulernen und den Tag mit uns zu verbringen. Nach dem netten Mailkontakt, den wir im Vorfeld hatten, freuen wir uns über die gemeinsame Zeit. Auch die Kinder haben sofort einen guten Draht zu ihr, was Entspannung für die Eltern verspricht... 😉

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Eva, unsere Große und ich nehmen als einzige Teilnehmer am Gamedrive der Lodge teil. Meine Frau und die Kleine bleiben im Garten der Lodge, da die Ausfahrt zu lange dauern wird und wir vor allem wegen der Begegnung mit den Elefanten skeptisch sind, ob das für unsere Kleine das Richtige ist. Im Nachhinein war dies die absolut richtige Entscheidung.

Das Gelände der Lodge ist in zwei verschieden große Teile unterteilt. Im kleineren Gebiet liegt die Lodge selbst und es wird von diversen Antilopenarten und zwei Breitmaulnashörnern bewohnt.
Das größere Gebiet liegt davon abgetrennt auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße und beherbergt unter anderem auch eine Elefantenherde, deren Sichtung garantiert ist, da sie angefüttert wird... Ob das eine gute Idee ist, wagen wir zu bezweifeln.

Die Fahrt führt zuerst in das Elefantengebiet und vorbei an Giraffen und Warzenschweinen.
Dann brechen auch bald die Elefanten aus dem Busch, haben sie doch das herankommende Fahrzeug gehört und erwarten ihr tägliches Futter.
Der Guide wirft Heuballen auf den Boden in der Nähe des Fahrzeugs und die Elefanten beginnen in nächster Nähe zu fressen. So nah wollten wir Elefanten eigentlich nicht unbedingt kommen. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit - wir vertrauen aber auf die Erfahrung des Guides.

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Bald wird es dann aber wirklich kritisch: Die Elefanten scheinen daran gewöhnt zu sein, auch direkt aus dem Auto gefüttert zu werden und so strecken sie bald ihre Rüssel hinein und beginnen rabiat mit der Futtersuche. Dabei bekommen wir ihre harten, feuchten und wahnsinnig kräftigen Rüssel zu spüren - vor allem für unsere Große ist das schockierend und sie beginnt zu schreien und will nur noch weg. Auch ich fühle mich in dieser Situation völlig überfordert.
Zum Glück zögert der Guide nicht allzu lange und bricht die Fütterung ab. Als wir die Elefanten hinter uns gelassen haben, beruhigt sich unsere Große zum Glück schnell wieder...
Ein solches Erlebnis brauchen wir bestimmt nicht noch einmal und hätten wir vorher gewusst, wie sich die Elefantenbegegnung abspielen wird, hätten wir auf die Ausfahrt sicher verzichtet.

Die weitere Fahrt auf dem kleinen Lodgegelände versöhnt dann etwas, weil sie ruhig vor sich geht und uns an diversen heimischen und weniger heimischen Tieren vorbeiführt. Neben Springböcken, Giraffen, Impalas, Kudus und Zebras gibt es hier z.B. auch Weißschwanzgnus und Blessböcke zu sehen. Die Tiere leben hier zwar "frei", jedoch lässt sich ein gewisser Zoocharakter auch auf dem Drive nicht verleugnen
Während der Fahrt treffen wir auch auf die zwei Breitmaulnashörner der Lodge, die sich friedlich von uns beobachten lassen. Die Tiere werden regelmäßig enthornt, um Wilderrei vorzubeugen, leider hat sich bei dem Bullen das Horn dabei entzündet und scheint nun nicht mehr nachzuwachsen.

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Eine absolute Zooerfahrung ist dann der die Fahrt abschließende Besuch bei den zwei Flusspferden, die hier so gar nicht hinpassen wollen. Dass die Tiere in einem kleinen Gehege nebst Aussichtsplattform leben, ist das I-Tüpfelchen des Artifiziellen. Wobei gesagt werden muss, dass der Guide uns erzählte, dass die Tiere zu ihrem eigenen Schutz in diesem Gehege untergebracht sind, da in der Vergangenheit wohl Flusspferde von den Breitmaulnashörner im Zuge der Revierverteidigung getötet worden sind...

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Bis auf das Elefantenerlebnis hat die Fahrt unserer Tochter gut gefallen. Wenn man ansonsten keine Gelegenheit hat, die afrikanische Tierwelt im Rahmen einer Reise zu erleben, mag es auch für Erwachsene eine sinnvolle Aktivität sein. Ich habe die Begegnung mit den Breitmaulnashörnern natürlich auch genossen, konnte aber selten vergessen, wie wenig das Erlebte mit dem "echten" Busch zu tun hat.

Am späten Nachmittag bietet die Lodge schließlich noch eine Raubkatzenfütterung an - ja, es gibt hier auch einen Geparden und einen Leoparden.
Ursprünglich waren es mehrere Geparden, die in einem mittelgroßen Gehege gehalten werden, aber vor kurzer Zeit sind wohl zwei verstorben, bei einem der beiden war wohl ein Schlangenbiss die Ursache.
Über das Gatter wird Fleisch geworfen und nach einiger Zeit kommt die verbliebene Katze angelaufen, schnappt sich ein Stück und verzieht sich in den dichten Busch. Drum herum stehen Touristen mit Cocktails in der Hand, die launige Kommentare von sich geben... 😵

Dann geht es im Gänsemarsch zu Leopardengehege. Dieses besteht aus einem umzäunten Freibereich, dessen Größe ich nicht abschätzen kann, und einem kleinen Schaugehege, in dem die Fütterung stattfindet.

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Gemeinsam mit einem Freiwilligen lockt / treibt der Guide den Leoparden in das Schaugehege, indem immer wieder laut "Leo" gerufen wird. 🙄 Ist die Katze ersteinmal drin, wird schnell eine Falltür heruntergelassen, damit sich der Leopard nicht mehr zurückziehen kann. Das gefällt dem Tier gar nicht und so wird es aggressiv und springt immer wieder gegen die Gitter des Käfigs. Einen Leoparden derart verängstigt und aufgewühlt zu sehen, ist kein schönes Erlebnis und wir fragen uns, was das hier soll und warum man ein Tier so vorführen muss.
Als der Guide dann den Zugang zu einer kleinen Höhle innerhalb des Schaugeheges öffnet, ist der Leopard sofort darin verschwunden. Das Tier tut uns einfach nur leid. Kopfschüttelnd gehen wir in unsere Hütte und erklären unseren Töchtern Sinn und Unsinn solcher Haltungen. 😵

Das Abendessen wiederum ist von wirklich guter Qualität und man sitzt in dem Restaurant direkt am Wasserloch sehr nett.
Kaum ist Dinnerzeit, wird auch rund um das (beleuchtete) Wasserloch ausgiebig Heu verteilt, um das Wild anzulocken, das dann auch in großer Zahl erscheint. Teilweise kommen die Tiere bis an die Absperrung des Restaurants (da auch dort angefüttert wird) und lassen sich sogar berühren. Das ist auf seine ganz eigene Art eindrucksvoll, hat mit Wildtierbeobachtung aber nicht mehr viel zu tun.


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Den Abend lassen wir gemeinsam mit einer Flasche Wein auf der Terrasse unserer Hütte bei netten Gesprächen ausklingen.

Die Lodge ist als gepflegte Anlage mit sehr nettem Service und gutem Essen und einigen recht authentischen Tier-Naherfahrungen ein schöner Ort. Auch die gemeinsamen Stunden mit Eva lassen uns den Tag in guter Erinnerung behalten und den Kindern haben die Begegnungen mit den Handaufzuchten und die Blicke auf das Wasserloch mit der Vielzahl von Tieren wirklich gut gefallen.
Der übertriebene (und auch unnötige) Zoocharakter und die damit einhergehende Künstlichkeit, die ausufernden (und auch nicht immer vernünftigen) Anfütterungen und vor allem die wirklich unschöne Leopardenfütterung werfen jedoch einen Schatten auf diesen Aufenthalt. Hier ist das Wildtier zu sehr ungeschminkter Marketingfaktor - das haben wir so noch nirgends in dieser Deutlichkeit bei unseren Reisen in der Region erlebt.

Teil 1907. Sept. 2017

05.08.2017

Früh am Morgen wohne ich mit unseren Töchtern noch einmal der Flaschenfütterung des kleinen Springbocks bei.

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Danach treffen wir uns alle mit Eva zum Frühstück - es gibt riesige Omelettes, die uns noch als Wegzehrung für unsere Tagesetappe dienen werden, da es unmöglich scheint, sie in Gänze an Ort und Stelle zu verzehren.
Dann heißt es Abschied nehmen von Eva. Für sie geht es zurück gen Swakopmund und unsere heutige Fahrt führt uns nach Kamanjab. Nach unserem eigentlich ja recht kurzem Zusammensein kommt es uns so vor, als ob wir uns schon viel länger kennen würden...

Unser Weg führt uns vor allem über Teer und ist entsprechend entspannt (in der Region ist recht wenig Verkehr) und unspektakulär.
In Outjo machen wir eine kurze Rast und erreichen am frühen Nachmittag unser Ziel: das Oppi Koppi Restcamp, das am Ortsrand von Kamanjab liegt.

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Wir steuern die große Bar an, deren Eingang von einem ausgestopften Pavian bewacht wird. Drinnen empfängt uns eine urige Atmosphäre, wobei die Anzahl der an der Wand hängenden Trophäen für unseren Geschmack wohl etwas zu hoch ist (beinahe jede Antilopenspezies der Region findet sich hier) und ein Elefantenrüssel, der auch darunter ist, schon ein wenig irritiert. Leider haben wir es versäumt, hier Fotos zu machen.
Hinter der Bar erstreckt sich ein recht schöner Innenhof mit Pool und einer Reihe von Essplätzen, wo auch wir heute zu Abend essen möchten.

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Wir werden nett begrüßt und alsbald zu unserem Zimmer geleitet - gut, dass wir im Vorfeld reserviert haben, denn das ganze Camp ist restlos ausgebucht.
Wir bewohnen ein Familienzimmer ganz am Ende des Geländes, das im Vergleich zu den meisten Häuschen des Camps, die neueren Datums zu sein scheinen, schon ziemlich in die Jahre gekommen ist. Es ist zwar alles vorhanden: Tisch, Stühle und vier Betten. Aber eben in höchst einfacher Ausführung. Schön ist anders, aber wir können mit der Zweckmäßigkeit, die wir hier vorfinden, gut leben.
Das Camp bietet dabei sehr viel Auslauf, so dass sich unsere Kinder den Nachmittag über wunderbar amüsieren.
Später machen wir noch einen kleinen Spaziergang ins höchst überschaubare Zentrum von Kamanjab. Außer in einer Bar, in der das samstägliche Leben tobt, sind die Straßen wie ausgestorben...

Den Abend verbringen wir im Hof des Restaurant- bzw. Barbereichs. Das angebotene Essen ist wirklich lecker und landestypisch fleischlastig und ohne viel Brimborium bereitet. Wir genießen es sehr.

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Eine Besonderheit des Camps ist, dass am Rande des Hofs, oberhalb der Begrenzungsmauer, eine kleine Futterstelle angelegt ist, die nach Einbruch der Dunkelheit mit Gemüse- und Obstresten gefüllt wird und nachtaktives Wild anlocken soll.
Oppi Koppi ist bekannt dafür, dass man hier recht gut und sicher Stachelschweine und Ginsterkatzen nach Einbruch der Nacht beobachten kann. Das war auch einer der Gründe dafür, dass wir uns für diese Unterkunft entschieden hatten, denn noch nie war uns bisher die Sichtung eines Stachelschweins vergönnt gewesen (und von der Tagessichtung im KTP konnten wir ja zur Zeit der Reiseplanung noch nichts wissen...).
Etwas enttäuscht sind wir dann schon, als uns erzählt wird, dass am Vorabend nur Klippschliefer gesichtet worden sind.
Wir haben heute aber mehr Glück: Recht bald zeigt sich eine Ginsterkatze im Schein der Beleuchtung.

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Einige Zeit später nähert sich dann auch noch ein Stachelschwein! Es benötigt viele Anläufe, bis es seine Scheu überwunden hat und wirklich gut zu sehen ist. Immer wieder zieht es sich schnell in den Schatten der Felsen zurück.
Ganz gespannt beobachten wir das Tier und freuen uns, es aus relativ naher Distanz zu erleben und auf unseren Speicherkarten verewigen zu können. Dass auch hier angefüttert wird, stört uns nicht so sehr, da es in weit weniger großem und professionellem Rahmen geschieht und die angelockten Tiere - anders als viele in Omaruru - ihre natürliche Scheu nicht gänzlich abgelegt haben.

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Zufrieden gehen wir in die Betten - auch unsere Kinder sind ganz hin und weg von dem Stachelschwein und seinen enormen Ausmaßen. Beide werden noch lange von dieser Tierbegegnung erzählen.

Morgen geht es dann die rund 70 Kilometer nach Norden zum Galton Gate.
Etosha - wir freuen uns auf dich!

Teil 2010. Sept. 2017

06.08.2017

Nach einer guten Nacht geht es für uns zum Frühstück in die Bar des Oppi Koppi Camps. Hier herrscht bereits eine ganze Menge Trubel - man merkt, dass das Camp voll besetzt ist. Das Frühstück selbst ist nichts Besonderes, aber man wird satt.
Schön ist der Blick in den Hof, in dem am heutigen Morgen eine ganze Reihe Vögel in den Bäumen sitzen - vor allem über die große Schar von Rosenköpfchen freuen wir uns sehr, da sie uns noch nie zuvor so nah vor die Linse gekommen sind.

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Gut gesättigt packen wir unsere Sachen und begeben uns auf den Weg zum Galton Gate.
Endlich geht es für uns wieder in den Etosha Nationalpark. Es ist unser nunmehr vierter Besuch. Gleich beim ersten Mal haben wir uns in den Park, seine Weite und natürlich seine Bewohner verliebt, haben es genossen, den Blick über die flirrende Weite der Pfanne schweifen zu lassen und die Abende an den beleuchteten Wasserlöchern ausklingen zu lassen. Nun wollen wir unserem Nachwuchs das erste Mal Etosha zeigen und sind natürlich total gespannt, wie der Park auf unsere Töchter wirken wird und darauf, wie der Westen des Parks auch uns gefallen wird, denn dieser Teil gehört zu dem wenigen echten Neuland dieser Reise.

In Kamanjab tanken wir noch einmal auf, denn unsere nächste Tankmöglichkeit wird erst wieder in Okaukuejo sein und daher müssen wir auch die Pirschfahrten im Westteil des Parks benzintechnisch gut planen.
Die Fahrt gen Galton Gate zieht sich ein wenig, zuerst führt die Straße eine ganze Weile an Farmland vorbei, dann schließlich verdoppelt sich die Höhe der Zäune am Straßenrand und wir fahren an Nationalparkgebiet vorbei. Nur selten treffen wir auf der Straße auf ein anderes Fahrzeug. Am späten Vormittag sind wir dann endlich angekommen.

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Am Gate wird unser Bus von zwei Polizisten unter die Lupe genommen und wir werden gefragt, ob wir Waffen oder eine Drohne dabeihaben würden. Danach betreten wir das Turmzimmer, um uns zu registrieren. Die anwesende Dame stellt uns unser Permit aus. Unsere Reisepässe will sie jedoch weder sehen, noch will sie sie gar einscannen.
Wir werden ins Verwaltungsgebäude geschickt, um die Parkgebühren zu zahlen. Die dort wartende Dame erklärt uns, dass das Kartenlesegerät defekt sei und wir den Betrag für die sechs Tage, die vor uns liegen, nur bar zahlen könnten. Soviel Geld haben wir aber nicht dabei... Zum Glück meint sie dann aber, dass wir in diesem Fall auch erst in Okaukuejo zahlen könnten und so verlassen wir unverrichteter Dinge das Gebäude und besteigen unser Gefährt.

Voller Vorfreude folgen wir der sich windenden Dirtroad in den Busch.
Dieser ist weit trockener und wesentlich lichter, als wir erwartet hatten, denn wir sind nach der guten Regenzeit dieses Jahres davon ausgegangen, dass das Gras auch Anfang August noch viel höher stünde. Dies ist aber nicht der Fall - im Gegenteil: In weiten Teilen wirkt die Landschaft extrem ausgedörrt und entsprechend wenig Gras- und Blattfresser sind zu sehen. Es dauert eine ganze Weile, bis wir unsere erste Sichtung haben: Ein einsamer Springbock sitzt etwas weiter entfernt im Busch. Fotografiert wird er dabei nicht.
Überhaupt sehen wir in dieser Region kaum Tiere abseits der Wasserlöcher. In ihrer Nähe jedoch dann umso mehr... Wir sind zwar von unseren letzten Besuchen im Etosha große Tieransammlungen am Wasser gewohnt, aber was sich unseren Augen hier zeigt, beeindruckt uns zutiefst. Hunderte Zebras, dazwischen Giraffen und anderes Wild bevölkern die kargen Ebenen um das begehrte Nass. Und so freuen wir uns bei Renostervlei vor allem über die unzähligen Hartmanns Bergzebras, die wir noch nie zuvor so aus der Nähe beobachten konnten.

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Nachdem wir ausgiebig beobachtet haben, setzen wir unsere Fahrt gen Norden fort, immer stärker wird die Landschaft östlich der Straße jetzt von kleinen Dolomitbergen geprägt.
Auf der Zufahrtsstraße zum Wasserloch Rateldraf kommen uns zwei Autos entgegen - ein sicheres Zeichen dafür, dass hier wahrscheinlich nicht viel zu sehen sein wird. Wir erleben jedoch ein Lehrstück des Safarigrundgesetzes "right time - right place", denn kaum erreichen wir die Wasserstelle, tritt ein prächtiger Löwe aus dem dichten Busch auf die Lichtung. Zur Mittagszeit hätten wir mit einer solchen Sichtung überhaupt nicht gerechnet. Wir freuen uns natürlich total - auf dem ersten Gamedrive in Etosha gleich einen aktiven Löwen zu sehen, übertrifft unsere Erwartungen.
Der Kater schreitet an seiner potentiellen Beute langsam vorbei und wird dabei aufmerksam von Zebra, Oryx und uns beäugt. Er interessiert sich jedoch nur vage für die anwesenden Herbivoren und natürlich noch weniger für die Omnivoren in der Blechkiste.

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Langsam spaziert er zur ummauerten Pumpstation des Wasserlochs und setzt zum Sprung an. Die Kraft des Tieres verblüfft uns.

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Für kurze Zeit verschwindet er hinter dem Mauerring, kommt aber bald wieder hervor und setzt seinen Weg fort. Weit entfernt legt er sich dann unter einen Baum im Schatten zur Ruhe. Wir nehmen uns vor, am Nachmittag noch einmal hier vorbeizuschauen.

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Weil wir jetzt wieder vollständig im Gamedrivemodus sind, beschließen wir noch einen Abstecher zum Wasserloch Klippan zu machen, bevor wir zum Dolomite Camp fahren und dort einchecken und eine ausgedehnte Mittagsrast einlegen wollen.
Die Straße nach Klippan führt schnell heraus aus dem stark bebuschten Land und auf eine schöne offene Grasebene, auf der sich jedoch leider kein Tier blicken lässt. Erst nahe der Wasserstelle treffen wir auf ein immenses Wildgewimmel: Wieder stehen hier hunderte Zebras. Auch lassen sich viele Oryx, Giraffen und einige Kuhantilopen sehen. Und wir treffen hier auf die ersten wilden Elefanten dieser Reise und erfreuen uns an dem immer wieder beeindruckenden Schauspiel, wenn ein Dickhäuter sich seinen Weg durch die Massen anderer Savannentiere bahnt.

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Wir verbringen einige Zeit am Wasserloch und machen uns dann auf den Weg zum Dolomite Camp.

Fortsetzung folgt.

Teil 2111. Sept. 2017

Fortsetzung 06.08.2017

Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich das Dolomite Camp.
Das Auto lässt man hier auf einem (nicht eingezäunten) Parkplatz am Fuß des Dolomitberges stehen, auf dem das Camp erbaut ist. Nach einigen Minuten des Wartens sehen wir ein Golfcart den Weg vom Camp zu uns herabfahren.
Der Fahrer hilft uns dabei, unser Gepäck zu verstauen (bloß nichts vergessen, denn der Weg zurück ist recht weit...) und los geht die holprige Fahrt den Berg hinauf - unsere Töchter lieben es jetzt schon und werden jede weitere Fahrt genießen.

Die Dame am Empfang überschlägt sich nicht vor Freundlichkeit, sondern teilt uns nur knapp mit, dass unser Zeltchalet trotz bereits erreichter Check-In Zeit noch nicht bezugsfertig sei. Wir sollten doch bitte auf unbestimmte Zeit im Barbereich warten... Das ist blöd für uns, wollten wir doch unserer Kleinen einen gemütlichen Mittagsschlaf ermöglichen. Als wir nicht so schnell locker lassen, wird uns widerwillig ein anderes Zelt zur temporären Nutzung überlassen, bis unser Zimmer fertig ist - oder aber die eigentlichen Bewohner des Zelts erscheinen...

Wir werden also ersteinmal zu Zelt 4 gefahren und wir können dort für einige Minuten ausruhen, bis dann tatsächlich bald wieder das Brummen des Golfcarts zu hören ist und die Bewohner des Häuschens erscheinen. Es wird uns aber schnell versichert, dass unsere Hütte so gut wie fertig ist...

Wir gehen also nachschauen und finden in unserer Hütte Nr. 18 eine ziemlich wüste Baustelle vor. Überall stehen Baugeräte herum, alles ist total staubig und zu allem Überfluss fehlt eine ganze Außenwand! So gut wie fertig hätten wir uns anders vorgestellt.

Genervt machen wir einen Rundgang durch das wirklich wunderschön gelegene und auch toll angelegte Camp, das rein optisch wenig mit den älteren NWR-Einrichtungen im Etosha gemein hat. Etwas seltsam finden wir, dass man das am Fuße des Berges gelegene Wasserloch nur von einer sehr zugebuschten Ecke des Hauptweges einsehen kann, wenn man nicht das Glück hat, eines von zwei Häuschen zu bewohnen, die direkt auf das Wasserloch ausgerichtet sind. Eine echte Aussichtsplattform gibt es nicht.

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Wir beschließen, die Kinder etwas im Pool planschen zu lassen. Unser Gepäck bleibt auf der Baustelle und wir harren der Dinge, die da kommen werden... Der Pool ist schön angelegt, der Blick in die weiten Etoshas wirklich wunderbar. Und die Kinder haben ihren Spaß. Leider ist der Holzboden rund um den Pool extrem (!!!) rutschig und so kommt es, dass ich von einer Stufe herab ausgleite und unsanft etwas tiefer mit voller Wucht auf dem unteren Rücken aufschlage. Glück im Unglück: Mein Genick hat die Stufenkante knapp verfehlt und außer einer leichten Prellung nehme ich kein Andenken an diesen Zwischenfall mit. Hier wären Warnschilder sicherlich hilfreich gewesen...

Da unser Heim wenig überraschend noch immer nicht fertig werden will und wir den restlichen Tag nicht im Camp verbringen wollen, beschließen wir, zu einem (wenn auch durch das hinter uns liegende Hin und Her recht kurzen...) Nachmittagsdrive aufzubrechen.
Unsere Geduld ist etwas strapaziert und daher gehen wir zu Fuß mit Kindern, Sack und Pack den Berg hinab zum Parkplatz - ein Abstieg, der sich durchaus zieht...

Wir fahren zuerst nach Rateldraf, um nach dem Löwen vom Mittag zu schauen. Tatsächlich liegt er noch an Ort und Stelle weit weg im Schatten, so dass er kaum zu sehen ist. Während unserer Abwesenheit hat sich eine Löwin zu ihm gesellt, die aber auch keine Anstalten macht, sich nur einen Zentimeter weit zu bewegen.

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Wir beschließen zu bleiben und beobachten das rege Treiben um das Wasserloch. Bergzebras und Oryx in unterschiedlichen Altersklassen, Strauße, Springböcke und Giraffen lassen sich sehen. Besonders freuen wir uns über einen Elandbullen, der aber - scheu, wie Elands eben sind - sich nicht wirklich nah heranwagt.

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Auf Seiten der Löwen tut sich die ganze Zeit über nichts. Und so signalisiert uns die Sonne irgendwann, dass es Zeit wird, zum Camp zurückzufahren.

Den kurzen Schlenker über Dolomietpunt erlauben wir uns aber doch noch und werden mit einer Löwin belohnt, die gerade vom Wasserloch kommt, bald aber im tiefen Busch verschwindet.

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Zurück im Camp ist unser Zimmer endlich fertig. Wir genießen den Sonnenuntergang von unserem kleinen Balkon aus und beobachten dabei Felsenratten, die wir zum ersten Mal überhaupt zu Gesicht bekommen.

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In völliger Finsternis machen wir uns auf den Weg zum Dinner. Am Hauptweg werden wir von einem Cart abgeholt, da wir nicht mit den Kindern durch die uneingezäunte Dunkelheit wandern wollen.
Das Abendessen selbst ist insgesamt unspektakulär. Man wird zwar zu Beginn gefragt, wie man sein Elandsteak am liebsten gegrillt hätte, ungeachtet der gegebenen Antwort bekommt man aber eine absolut durchgebratene Schuhsohle serviert... Das ist etwas schade. Auch zieht sich die Gangfolge etwas in die Länge, was Speisende ohne Kleinkinder kaum stören wird, für uns aber immer wieder eine gewisse Herausforderung darstellt.

Als wir am Ende des Tages in unserer Hütte ankommen, sind wir alle sehr müde. Kaum ist das Licht gelöscht, beginnt es laut zu knistern und zu knacken. Wir schalten das Licht wieder an - die Geräusche verstummen. Dieses Spiel wiederholt sich einige Male, bis wir die Urheber endlich lokalisieren können: Im Gehäuse des Kühlschranks lebt eine Mäusefamilie, die uns mit ihren regen nächtlichen Aktivitäten eine recht unruhige Nacht beschert. Letztendlich sind wir aber froh, dass es sich nur um Mäuse gehandelt hat...

Teil 2213. Sept. 2017

07.08.2017

Die Nacht war durch die Mäusebeschallung recht unruhig und so beschließen wir, die Kinder noch etwas schlafen zu lassen und dass nur ich allein auf eine kurze Morgenausfahrt zu Sonnenaufgang aufbreche.
Als ich durch das Camp gehe, ist noch kein Mensch unterwegs und alles ist herrlich still. Ich spaziere allein zum Parkplatz hinab und fahre zuerst das Wasserloch Rateldraf an, um nachzusehen, ob die Löwen von gestern noch an Ort und Stelle sind. Leider haben sich die Katzen jedoch über Nacht verzogen und so genieße ich den Aufgang der Sonne und das wunderschön warme Licht des frühen Morgens in Gesellschaft von Oryx und Bergzebras.

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(eines meiner Lieblingsfotos dieser Reise)

Nach einer Weile friedlichen Beobachtens fahre ich zurück zum Camp, mache aber vorher noch einen kleinen Schlenker zum Wasserloch Dolomietpunt. Hier herrscht gähnende Leere, was oftmals ein guter Indikator für die Nähe einer Raubkatze ist. Und so ist es auch in diesem Fall: Ein prächtiger Löwe lagert nicht weit von der Wasserstelle entfernt und schenkt mir ab und an einen müden Blick.

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Nach einiger Zeit kommen noch drei Schakale dazu und sorgen für Abwechslung.

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Irgendwann steht der Löwe auf und verzieht sich in den Busch. Ich fahre zurück zum Camp, um meine Familie zum Frühstück zu treffen. Zum Glück steht am Parkplatz der Shuttlewagen bereit, denn der Löwe bewegte sich grob in Richtung des Parkareals. Und so werde ich hinauf auf den Berg geschaukelt. Oben angekommen, genieße ich die Ausblicke auf die Weite der Savanne und sehe seine Majestät einsam seines Weges ziehen.

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An Klippschliefern vorbei geht es zurück zur Hütte, wo wir gemeinsam noch einmal den schönen Ausblick genießen, um dann zum Frühstück zu gehen und bald auf die lange Fahrt gen Osten aufzubrechen.

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Da wir erst am späteren Vormittag aufbrechen, erwarten wir von der Fahrt nicht allzu viel. Und diese Erwartung wird durchaus auch erfüllt. An den Wasserstellen, die in schöner Regelmäßgikeit an der Straße liegen, zeigt sich zwar immer Wild in Form von Springböcken, Oryx und Zebras oder Schakalen, aber alles ist schon recht träge. Zwischen den Wasserstellen lässt sich wenig blicken, einmal treffen wir auf ein Steinböckchen, ein anderes Mal auf eine kleine Elefantenherde. Das war es aber auch schon. Dazu kommt, dass das Licht bereits sehr grell ist und so entstehen auf der Fahrt nur wenige Fotos.

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Kurz vor Okaukuejo stehen dann einige Autos am Straßenrand, deren Insassen konzentriert in den Busch blicken.
Hier liegt ein kleines Löwenrudel bestehend aus vier Tieren, die jedoch tageszeittypisch keine Aktivität zeigen und diesen Zustand erfahrungsgemäß auch noch einige Zeit beibehalten werden. Nach einem kurzem Stopp und ein paar verbuschten Erinnerungsfotos fahren wir daher auch recht bald weiter zum Camp.

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Dort angekommen, müssen wir die immer wieder schöne Prozedur des Eincheckens hinter uns bringen. Es herrscht viel Betrieb und nur ein Schalter ist geöffnet. Entsprechend lang zieht sich der Vorgang in die Länge und wird leider auch nicht von nennenswerter Freundlichkeit begleitet. Bisher hatten wir eigentlich stets gute Erfahrungen mit den Damen hinter der Schaltern gemacht und konnten kritische Töne bezüglich ihres Verhaltens aus eigener Erfahrung nie bestätigen, aber heute wird uns gezeigt, dass man es mit einer staatlichen Institution zu tun hat...

Wir haben nur ein Doppelzimmer B in Okaukuejo bekommen, das gemeinsam mit vielen anderen seiner Art in nicht gerade schönen Reihenhausriegeln liegt. Der Innenraum überrascht uns aber sehr positiv. Das Zimmer ist gepflegt eingerichtet und bietet für uns vier genug Platz. Hier können wir gut die nächsten zwei Nächte verbringen. Leider haben wir es aber irgendwie versäumt, ein Foto der Unterkunft zu machen.

Wir spazieren schließlich gemeinsam zum Wasserloch und verbringen dort einige Zeit, ohne dass sich aber viele Tiere zeigen. Dann stromern wir durchs Camp und lassen dem Nachwuchs seinen Auslauf.

Erst am späteren Nachmittag brechen wir zu einer kurzen Fahrt in den Park auf. Wir wollen die Wege in Richtung Gemsbokflakte befahren und wissen zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht, dass wir heute noch eine der schönsten Sichtungen unserer Reise werden erleben dürfen...

Teil 2314. Sept. 2017

Fortsetzung 07.08.2017

Am Spätnachmittag brechen wir also noch einmal zu einer kurzen Ausfahrt auf.
Über die Dirtroad fahren wir von Okaukuejo zur Wasserstelle Gemsbokflakte, unterwegs ist bis auf einen einsamen Elefantenbullen im tiefen Busch wenig zu entdecken.
Auf dem Parkareal vor dem Wasserloch stehen bereits eine ganze Anzahl von Fahrzeugen. Was das wohl zu bedeuten hat? Gespannt und erwartungsfroh nähern wir uns.
Als wir ankommen, ist dann die Freude groß. Direkt am Wasser lagern zwei Löwinnen, ein Kater und ein niedliches Löwenbaby.
Am besten lassen sich die Ereignisse der nächsten Stunde mit Fotos nacherleben.

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Nachdem zu Beginn löwentypische Passivität zu beobachten war, sorgt bald der Nachwuchs für etwas Abwechslung. Tapsig nähert er sich dem Wasser, inspiziert kurz das Umfeld und beginnt dann seinen Durst zu stillen. Voller Freude beobachten wir jeden seiner Schlucke.

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Irgendwann sind im weit entfernten Busch Bewegungen auszumachen - eine Elefantenherde erscheint. Auch die Löwen bemerken die sich nahenden Dickhäuter und beenden ihre Siesta.

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Die Löwinnen beschließen noch einmal schnell ihren Durst zu stillen, solange sich die potentielle Wasserlochkonkurrenz noch in sicherem Abstand befindet. Danach ziehen sie sich ins Gras zurück.

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Und die Elefanten kommen näher.

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Das sorgt dafür, dass auch in den trägen Kater Leben kommt und auch er noch einmal zum Trinken ans Wasser schreitet. Fasziniert beobachten wir ihn dabei. So prächtig und so nah...

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Teil 2414. Sept. 2017

Währenddessen kommen die Elefanten immer näher. Vor allem ein riesiger Bulle setzt sich ab und wird misstrauisch vom Löwen beäugt.

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Als der Bulle am Wasser ankommt, wird kurz ausgetestet, wer der wahre König an diesem Ort ist...

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Und nach kurzem Sträuben erkennt der Löwe die Übermacht des Elefanten an und zieht sich zurück.

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Das nimmt auch das Baby zum Anlass, um endlich Fersengeld zu geben. Schnell läuft es zu seiner Famlie ins etwas entfernte Gras.

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Und so übernehmen die Dickhäuter das Wasserloch, trinken und baden ausgelassen.

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Die Löwen beobachten das Geschehen derweil aus sicherer Distanz.

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Irgendwann nähern sich die Elefanten dann immer mehr den parkenden Autos und beginnen dabei miteinander zu rangeln. Dies nehmen wir zum Anlass, uns von dieser faszinierenden Szenerie zu verabschieden und zurück zum Camp zu fahren - die Sonne steht auch bereits bedenklich tief...

Auf dem Rückweg halten wir nur noch kurz bei zwei im schönen Abendlicht stehenden Giraffen und kehren dann kurz vor knapp nach Okaukuejo zurück.

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Vor uns liegt ein Abend am beleuchteten Wasserloch, auf den wir uns schon lange freuen...

Fortsetzung folgt...

Teil 2518. Sept. 2017

Fortsetzung 07.08.2017

Kaum sind wir in Okaukuejo angekommen, führt unser Weg als erstes zum Wasserloch. Hier sind zwar viele Menschen anwesend, jenseits der Mauer herrscht jedoch ersteinmal Leere.
Also werden die nichtmenschlichen Lebewesen diesseits der Mauer beobachtet.

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Irgendwann - die Sonne ist längst untergegangen und am Wasserloch sind weniger Menschen anwesend - schälen sich einige Elefanten aus der Dunkelheit und treten ans Wasserloch, um ihren Durst zu stillen.

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Nach dem Abgang der grauen Riesen folgt der ersehnte Auftritt der Spitzmaulnashörner, der Hauptgrund dafür, dass wir diesen Ort so gern besuchen, auch wenn man ihn mit so vielen Menschen teilen muss, die sich auch nicht immer vorbildlich leise verhalten (indem sie beispielsweise Rollkoffer über den Schotter in ihre Häuschen zerren... 😵 ).
Vor allem eine Nashornkuh mit Kalb verbringt den heutigen Abend ausdauernd am Wasserloch. Immer wieder kommen andere Nashörner dazu, trinken und ziehen sich in die Dunkelheit zurück.

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Als die Kinder müde und unruhig werden, gehe ich mit ihnen den langen Weg zurück über den Campground zu unserem Zimmer, das in unmittelbarer Nähe des Restaurants gelegen ist. Meine Frau bleibt bei den Nashörnern und beobachtet - während ich mit den Kindern Fertignudeln löffele, sie bettfertig mache und ihnen vorlese - das Kalb dabei, wie es sich mit einem ausgewachsenen Bullen misst, die Mutter das Schauspiel aufmerksam betrachtet und sich schließlich einmischt und den Bullen zurückdrängt.

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Als die Kinder schlafen, wechseln wir uns noch einmal ab und ich kehre ans Wasserloch zurück.
Nashörner sind nach wie vor anwesend - besonders schön ist es, als zum Abschluss noch eine Tüpfelhyäne zum Trinken kommt.

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Froh gehe ich zurück zum Zimmer und alle vier verbringen wir eine ruhige Nacht und freuen uns auf den morgigen Tag, an dem wir uns mit Forumsmitglied Sasa und ihrer Familie in Okaukuejo treffen wollen. 🙂

Teil 2620. Sept. 2017

08.08.2017

Heute stehen wir vor dem Morgengrauen gemeinsam auf - das ist mit den Kindern durchaus eine Herausforderung. Während die Kleinen langsam zu Bewusstsein gelangen, gehe ich schnell ins nahe unseres Zimmers gelegene Restaurant und packe für den Nachwuchs ein Frühstückspäckchen zusammen. Denn bei Toresöffnung wollen wir gen Okondeka fahren - ein Wasserloch, an dem wir bei unseren vergangenen Besuchen im Etosha immer viel Glück mit Löwensichtungen hatten.
Mit der aufgehenden Sonne brechen wir auf und fahren gen Norden durch die bereits arg ausgetrocknete Landschaft.
Wie immer, so wird auch auf dieser Reise der einsame Baum vor der Pfanne zum ersten Fotomotiv des anbrechenden Tages.

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Am Straßenrand und auch in weitrer Ferne zeigt sich leider für lange Zeit kein nichtpflanzliches Leben. Auch als wir schließlich an der Wasserstelle angelangt sind, ändert sich die Situation nicht maßgeblich. Weit entfernt lassen sich zwar einige Zebras und Antilopen sehen, da sie aber in direktem Gegenlicht stehen, verzichten wir auf Fotos. Von den erhofften Löwen fehlt heute leider jede Spur. Das finden wir natürlich etwas schade, aber im Spiegel dessen, was wir in den letzten Tagen löwentechnisch erleben durften, nicht wirklich tragisch.
Und so kehren wir unverrichteter Dinge zurück nach Okaukuejo. An solchen Gamedrives wird einmal wieder deutlich, dass man sich eben nicht in einem Zoo befindet - und das ist ja auch wieder ganz gut so. 🙂
Da der Morgen noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, beschließen wir, noch die Schleife nach Olifantsbad zu fahren und dabei auch Gemsbokflakte einen erneuten Besuch abzustatten.

An letztgenanntem Wasserloch angekommen, werden wir für die Löwenabsenz bei Okondeka ein wenig entschädigt. Auf der Mauer der Pumpstation döst ein halbwüchsiger Löwenkater vor sich hin, rekelt sich dann und wann und betrachtet müde die nahen Zebras. Ein zweiter ist gleich bei unserer Ankunft in den Mauerring gesprungen und lässt sich nicht mehr blicken.

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Wir nehmen uns vor, heute Nachmittag noch einmal zurückzukehren und nachzuschauen, ob die Löwen noch vor Ort sind.
Unser Weg führt uns jetzt aber erstmal durch bewaldeteres Gebiet nach Olifantsbad. Von den namensgebenden Elefanten sehen wir hier heute keine Spur. Einzig einige Kudus und Kuhantilopen flankieren das Wasserloch.
Und dann kommt es zu einem ganz beeindruckenden Erlebnis, das unsere Fotos nicht wirklich einfangen können: Ein enorm großer Vogelschwarm fällt zum Trinken ein. Eine schwarze Wolke aus unzähligen Vogelleibern verdunkelt Landschaft und Himmel und verändert zackig immer wieder Dichte, Richtung und Form. Begleitet wird dieses visuelle Spektakel von dem lauten Rauschen der vielen Tausend Flügel. Die Antilopen ziehen sich im Angesicht dieses Wirbels vom Wasser zurück und wir beobachten mit offenstehenden Mündern für eine lange Zeit.

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Nach diesem Erlebnis fahren wir nach Okaukuejo zurück und ich breche noch allein zu einem kurzen Abstecher nach Ombika auf, sehe dort - es ist ja auch schon Mittag - jedoch nur einige Zebras, Gnus und Springböcke. Auf dem Rückweg komme ich dann noch an einer enorm großen Straußenkinderschar vorbei. Ich zähle knapp zwanzig Küken und sehe nur drei adulte Tiere. So viele Straußenkinder habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Durch den dichten Busch gelingen aber leider nicht wirklich gute Fotos.

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Zurück in Okaukuejo treffe ich meine Familie wieder und gemeinsam spazieren wir zum Wasserloch, wo wir uns heute mit Forumsfreundin Sasa und ihren Mitreisenden verabredet haben.
Am Wasserloch herrscht entspannte Mittagsruhe und so verbringen wir die Wartezeit damit, den fleißig ein- und ausfliegenden Siedelwebern und einigen badenden Oryx zuzusehen.

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Fortsetzung folgt...

Teil 2722. Sept. 2017

08.08.2017 (Fortsetzung)

Nach einiger Zeit nähern sich uns am Wasserloch von Okaukuejo bekannte Gesichter. Sasa mitsamt Familie und mitreisenden Freunden stößt zu uns. Wir freuen uns sehr, sie wiederzusehen, war doch das kleine (West-)Forentreffen in der Eifel eine ausgesprochen nette Sache, die nach einer baldigen Wiederholung verlangt... 😉
Unsere Töchter umschwärmen sofort Sasas Tochter und wir nutzen die Zeit, um uns mit Blick auf trinkende und badende Antilopen mit gedämpfter Stimme zu unterhalten.
Da Hunger aufkommt, beschließen wir, gemeinsam die Snackbar des Rastlagers aufzusuchen. Im Außenbereich des Restaurants kann man recht nett sitzen. Wir stellen eine große Tafel zusammen und studieren konzentriert die ausgelegten Karten. Nachdem alle entschieden haben, was sie essen und trinken wollen und meine Frau gesammelt die Bestellung aufgibt, wird nach und nach deutlich, dass die Karte zwar umfangreich, das tatsächliche Angebot aber viel überschaubarer ist... So heißt es umdisponieren.
Als dann alle erneut entschieden sind, wird das Essen in aller Gemütlichkeit bereitet - und zwar dergestalt, dass, wenn der Vordermann in der Schlange bereits Pommes bestellt hat, seine Portion frisch frittiert wurde und dann erst die nächste Bestellung aufgenommen wird, um dann erneut Pommes in Portionsgröße zu frittieren... So zieht sich das Ganze hin.
Das macht aber nichts, denn wir haben eine gemütliche und anregende gemeinsame Zeit, in der wir uns über unsere bisherigen Reiseerlebnisse austauschen und bei der ein oder anderen Erzählung wegen der Abenteuerlichkeit einzelner Streckenabschnitte (Twyfelfontein!) ganz große Augen machen.
Nachdem wir uns noch ein gemeinsames Eis gegönnt haben, beschließen wir, auf einen Gamedrive gen Gemsbokflakte aufzubrechen.

Am Wasserloch Nebrownii stehen einige Giraffen, die wir kurz beobachten.

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In der Hoffnung auf die Löwen, die wir alle heute Vormittag bei Gemsbokflakte gesehen haben, fahren wir aber bald weiter.
Und tatsächlich: Kurz nachdem wir das Wasserloch erreicht haben, spaziert eine Löwin - aufmerksam beäugt von potentieller Beute - in Richtung des kühlen Nass.

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Plötzlich kommt noch mehr Bewegung in die Szenerie, als drei halbwüchsige Löwen über die Mauer der Pumpstation springen und der Löwin - augenscheinlich ihrer Mutter - entgegenrennen, um sie zu begrüßen.

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Gemeinsam machen sich die vier Katzen auf den Weg zum Wasser und kommen dabei genau auf uns zu. 🙂

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Nachdem ausgiebig getrunken und ein wenig geschmust wurde, machen sich die Löwen auf den Weg in Richtung Straße und wir verändern unsere Postion, um in ihrer Nähe zu bleiben.

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Wir können uns so positionieren, dass die Löwen auf uns zu laufen und warten gespannt und begeistert darauf, dass sie sich noch weiter nähern.

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Als die Löwen schließlich die Straße queren, verabschieden wir uns von ihnen und auch von Sasas Truppe, die die Nacht außerhalb der Parkgrenzen verbringen wird. Für uns wird es nach diesem wieder einmal wunderbaren Löwennachmittag Zeit, nach Okaukuejo zurückzukehren.

Auf dem Heimweg begegnen wir noch Herrn Gackeltrappe, einem Schakal und einigen Zebras in schönem Abendlicht.

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Kurz vor Toresschluss erreichen wir das Rastlager und begeben uns nach einer kurzen Verschnaufpause im Zimmer zum Wasserloch, um auch heute wieder das Treiben nach Einbruch der Dunkelheit zu genießen.

Fortsetzung folgt.

Teil 2825. Sept. 2017

Der Rest des Tages ist dann recht schnell erzählt.
Wir gehen wieder mit den Kindern zum Wasserloch und verbringen einige Zeit gemeinsam mit Elefanten- und Nashornbeobachtungen.
Als die Kleinen hungrig werden, teilen wir uns wie am Vorabend auf. Und so verbringen wir den Abend abwechselnd in unserem Zimmer und am Wasserloch - neben den Dickhäutern lassen sich einige Zeit später erneut Tüpfelhyänen sehen.
Etwas schade ist, dass wir immer so weit hin und her laufen müssen, aber da die Häuschen in Nähe des Wasserlochs schon ein knappes Jahr im Voraus nicht mehr für uns verfügbar waren, sind wir ganz froh, überhaupt ein Bett in Okaukuejo bekommen zu haben, denn das Wasserloch ist bei Nacht (bei allem zeitweisen Massenbetrieb) immer noch ein sehr zauberhafter Ort, dessen Besuch wir nicht missen möchten.

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Nach kurzweiligen Stunden der Beobachtung abwechselnd mit gemütlichen Intermezzi bei der nächtlichen Betreuung der Kinder gehen wir schließlich kurz vor Mitternacht ins Bett und schlafen schnell ein.
Wir freuen uns: Morgen geht es in Richtung Halali...

Teil 2925. Sept. 2017

09.08.2017

Nach einem ganz frühen gemeinsamen Frühstück im Außenbereich des Camprestaurants beladen wir unser Auto und besteigen zum Abschied und zur Freude der Kinder den Turm von Okaukuejo, der einen netten Ausblick auf die das Camp umgebende Savannenlandschaft ermöglicht.
Um sieben Uhr geht es dann schließlich wieder auf Tour. Wir entscheiden uns für die Teerstraße in Richtung Süden, um dem Wasserloch Ombika einen Besuch abzustatten, das uns bei vergangenen Besuchen stets gute Sichtungen geboten hat. 2009 haben wir hier unsere erste und bisher einzige ernsthafte Löwenjagd erleben dürfen. Trotz der frühen Morgenstunde finden wir das Wasserloch in diesem Jahr aber verwaist vor und auch einige Zeit des Wartens ändert daran nichts. Schade.
Wir beschließen in Richtung Osten zu fahren und wählen die Dirtroad, die uns direkt nach Gemsbokflakte führt.
Unterwegs begenet uns neben einem Schabrackenschakal und einigen Elefanten im tiefen Busch als erster Höhepunkt des Tages ein Kampfadler, der direkt neben der Pad auf einem kleinen Baum sitzt und sich ausdauernd beobachten lässt.
Außerdem treffen wir noch auf einen Steppenfalken.

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Gemsbokflakte bleibt sich treu. Auch am heutigen Morgen sind Löwen anwesend. Einer der drei Halbwüchsigen, mit denen wir den gestrigen Nachmittag verbracht haben, döst wieder auf der Mauer der Pumpstation. Wir bleiben eine kurze Weile bei ihm, verabschieden uns dann endgültig von ihm und seinem Rudel und setzen unseren Weg gen Halali fort.

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Auf der Hauptpad am Rand der Pfanne, deren Ränder mit hohem Gras bestanden sind, kommen wir zügig voran. Zwischen den Wasserstellen zeigt sich aber auch hier wenig Wild.
Dann erreichen wir am späten Vormittag das Wasserloch Rietfontein. Hier stehen einige aufmerksame Kudus und Oryx am Wasser.

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Der Grund ihrer Anspannung ist bald ausgemacht. Im hohen Gras in Ufernähe lagern drei Löwinnen, die sich wegen der spätvormittäglichen Wärme kaum bewegen und einzig zum Trinken ihren Popo aus dem Gras in die Luft strecken.
Da die Kinder noch zufrieden mit ihrem Aufenthalt im Bus sind, beschließen wir einige Zeit hier zu bleiben und darauf zu hoffen, dass sich die bisher gut verborgenen Katzen irgendwann einmal nennenswert bewegen - derzeit lagern sie nämlich noch in der prallen Sonne.
Unsere Geduld wird nach längerer Zeit schließlich belohnt. Nach und nach stehen die Löwinnen auf und suchen sich einen Platz im nahen Schatten. Halbherzig werfen sie auf dem Weg dorthin einige Blicke auf nahe grasende Zebras, legen sich aber alsbald unter einen Busch und werden erneut fast unsichtbar. Leider ist das Fotolicht tageszeittypisch suboptimal. Wir freuen uns aber trotzdem über eine weitere Löwensichtung.

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Zur späten Mittagszeit erreichen wir schließlich Halali, können aber unser Bush-Chalet leider noch nicht beziehen. Wir gehen also zum Moringa Wasserloch, treffen dort aber kein Wild an. Da sich langsam bei allen Familienmitgliedern Hunger einstellt, beschließen wir im Restaurant des Camps ein Sandwich zu essen, das wir auf Nachfrage an der Bar auch bekommen. Das angebotene Mittagsbuffet ist uns zu teuer und uns ist auch nicht nach mittäglicher Völlerei zumute.

Als das Bush-Chalet schließlich bezugsfertig ist, laden wir unsere Siebensachen dort ab und sind erfreut, ein zwar sehr zweckmäßig eingerichtetes, aber sehr großzügig bemessenes Gebäude vorzufinden. Neben einem großen Essraum mit Couch besteht die Hütte aus zwei geräumigen Schlafzimmern mit Doppelbetten und zwei kleinen Bädern. Hier haben die Kinder abermals richtig viel Platz, um sich auszutoben.
Dann führt unser Weg als nächstes zum Pool des Camps, an dem gegenwärtig recht viel Betrieb herrscht. Mit unserer Großen wird schwimmen geübt, mit unserer Kleinen vergnügt geplanscht. So vergeht der frühe Nachmittag und es wird 15.30 Uhr, bis wir uns auf eine kleine Nachmittagsausfahrt begeben, die uns erneut nach Rietfontein führen soll. Ob die Löwinnen noch an Ort und Stelle sind? Wir drücken die Daumen.

(Fortsetzung folgt)

Teil 3027. Sept. 2017

09.08.2017 (Fortsetzung)

Um 15.30 Uhr geht es endlich wieder hinaus in den Busch! 🙂
Recht zügig bringen wir die Verbindungsstraße von Halali zur Hauptstraße hinter uns und biegen nach links ab - wir wollen bei Rietfontein nach dem Verbleib der Löwinnen von heute Mittag schauen.
Tatsächlich liegen sie noch immer an Ort und Stelle und damit leider recht weit entfernt und wenig sichtbar. Aber immerhin: Sie sind noch da.
Mit unserer Geduld ist es gerade nicht so weit her und so entschließen wir uns, den nahen Loop bis zur Pfanne zu fahren. Diese kleine Straße führt zwar zu keiner Wasserstelle, dafür aber durch wunderschöne Grassavanne - und laut unserem Fotoguidebook ist hier mit vielfältigen Sichtungen zu rechnen, da beispielsweise Reviergrenzen von Breit- und Spitzmaulnashörnern in dieser Gegend verliefen.
Wir genießen die Landschaft im sanfter werdenden Licht des Spätnachmittags, haben mit Sichtungen aber dieses Mal kein Glück.
Einzig ein Strauß stolziert malerisch vor der Kulisse der Pfanne herum und wird dankbar von uns fotografiert.

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Nach der Detour kehren wir noch einmal nach Rietfontein zurück und können uns freuen: Die drei Löwinnen haben ihren Platz unter den Büschen verlassen und bewegen sich in Richtung Wasserloch. Sie bleiben dabei zwar im hohen Gras, aber man kann sie trotzdem im schönen Licht der sich langsam dem Horizont nähernden Sonne beobachten und verewigen, bis sie sich wieder hinlegen, mit dem goldenen Gras verschmelzen und dadurch quasi unsichtbar werden.

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Außer uns sind nur noch zwei weitere Fahrzeuge anwesend - das ist etwas, was wir an der Region um Halali so sehr schätzen. Zu den Randzeiten des Tages wird es hier wirklich ruhig, da nur die Gäste des Camps so früh bzw. spät an den Wasserstellen anwesend sein können.
Das heißt natürlich noch lange nicht, dass sich die Halali-Gäste immer einwandfrei benehmen würden... Überhaupt mussten wir dieses Jahr im Etosha Zeuge vielfältigen Fehlverhaltens werden. 😵
Es folgt ein Fall für die "Wall of Shame", wie es sie in den Kgalagadi-Camps zu "bewundern" gibt.
Man kann einfach nur den Kopf schütteln.
Ab von der Tatsache, dass die Löwinnen vielleicht hundert Meter entfernt liegen... 😣

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Als die Sonne schon bedrohlich tief steht, brechen wir in Richtung Halali auf.
Weit kommen wir aber nicht, denn kurz nachdem wir auf die Hauptpad eingebogen sind, können wir bereits etwas abseits der Straße inmitten des wunderschön von der untergehenden Sonne ausgeleuchteten Grasmeeres ein Spitzmaulnashorn ausmachen.
Ich freue mich total! Spitzmaulnashörner zu sehen ist immer wieder einer der Hauptgründe, um in die Etosha zurückzukehren. Und wenn die Begegnung dann noch bei Tageslicht stattfindet, ist es gleich noch viel schöner und immer wieder etwas Besonderes.
Dieses Individuum hat anscheinend schon einiges erlebt und dabei eines seiner Hörner eingebüßt. Unsere Töchter treffen also auf ihr erstes echtes Einhorn. 😉
(@ Laura: Ich meine mich zu erinnern, dass euch das gleiche Tier im Juni über den Weg gelaufen ist, oder?)

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Nach diesem ungeplanten Stopp müssen wir uns beeilen, um noch rechtzeitig das Camp zu erreichen.
Wenige Minuten vor Toresschluss passieren wir zum Glück das Tor und steuern direkt das Wasserloch an, um dort die letzten Minuten des Zwielichts zu verbringen, bevor das Wasser in künstliches Licht getaucht wird.

(Fortsetzung folgt)

Teil 3129. Sept. 2017

09.08.2017 (Fortsetzung)

Genau zur rechten Zeit erreichen wir das Moringa-Wasserloch: Ein Spitzmaulnashorn stillt gerade seinen Durst.
Nach dem "Einhorn" im schönen Abendlicht nun bereits ein weiteres Nashorn im (zugegeben schlechten) natürlichen Licht. Wir freuen uns total darüber.

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Als die Sonne vollständig untergegangen ist und das Wasserloch ins Licht der Scheinwerfer getaucht ist, kehren wir ins Camp zurück, um zu Abend zu essen.

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Wir entscheiden uns heute, das Abendbuffet des Restaurants auszuprobieren. Da alle Plätze im eng bestuhlten Außenbereich bereits besetzt sind, müssen wir als einzige Gäste im Innenraum sitzen - das ist nicht gerade gemütlich, ermöglicht den Kindern aber viel Auslauf.
Wir werden überraschend nett bedient und das Essen ist absolut okay, aber schon recht teuer. Nett ist, dass die Kinder nicht berechnet werden.

Nach dem Essen kehren wir noch einmal gemeinsam ans Wasserloch zurück - wieder genau zur rechten Zeit, denn gerade ist ein Löwenkater anwesend und stillt seinen Durst. Löwen meinen es dieses Mal wirklich gut mit uns! 🙂

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Bald darauf nähern sich Spitzmaulnashörner und bleiben in wechselnder Besetzung den ganzen Abend anwesend.
Immer wieder zeigen sich auch Schabrackenschakale und ab und an kommen Tüpfelhyänen zum Trinken.

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Wie schon an den Abenden in Okaukuejo teilen wir uns irgendwann auf: Einer von uns kehrt mit den Kindern in die Hütte zurück, der andere hält am Wasserloch die Stellung. Diese Taktik ist in Halali wegen des weiten Weges zur Wasserstelle natürlich etwas ungemütlicher als in Okaukuejo, aber das nehmen wir gern in Kauf. Auf diese Weise kommen die Kinder zu ihrem verdienten Schlaf und wir Großen können zumindest abwechselnd die schöne Stimmung am Wasserloch genießen.

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Vor allem beobachten wir dabei Nashörner. Kurz vorm Zubettgehen hoppelt schließlich noch ein Buschhase als Gutenachtgruß heran.

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Kurz vor Mitternacht wird dann das Licht in unserer Hütte endgültig gelöscht. Mit Vorfreude auf den neuen Tag rund um Halali schlafen wir ein. Was uns wohl erwarten wird?

Teil 3201. Okt. 2017

10.08.2017

Nach einer erholsamen Nacht erwache ich voller Elan schon früh am Morgen. Meine Familie schläft noch und so nutze ich die Zeit, um das Auto zu bepacken und Frühstück aus dem Restaurant zu besorgen, das wir unterwegs essen wollen.
Bald wachen auch die anderen drei auf und wir brechen zu einer neuen Morgenpirsch auf.
Zuerst zieht es uns heute auf die Grasebenen am Rand der Pfanne, wir wollen den Wasserlöchern Salvadora, Chartisaub und Sueda einen Besuch abstatten und vorher natürlich noch bei Rietfontein vorbeischauen.
Wir fahren Wasserstelle um Wasserstelle an - überall erwartet uns in schönstem Morgenlicht mehr oder weniger Leere... Es ist heute wie verhext: Auf den Straßen, die die Grasebene durchschneiden, sieht man immer wieder hoffnungsvolle Gamedriver herumfahren, leider findet anscheinend an diesem Morgen aber niemand in der Gegend ein wirklich spannendes Ziel... Und so machen wir einige Fotos von Gnus und Kuhantilopen, freuen uns an der unbestreitbar wunderschönen Landschaft und einer Gabelracke und erinnern uns an bessere Gamedrivetage aus der nahen Vergangenheit...

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Zu einem späten Frühstück sind wir zurück im Camp und ich breche danach mit unserer Großen auf eine weitere kleine Ausfahrt auf. Nachdem wir auf den Grasebenen heute kein Glück hatten, machen wir noch einen Abstecher in das bewaldete Gebiet um Goas.
Hier können wir viele Kudus, Zebras und Impalas beobachten, was uns ein wenig mit dem Morgen versöhnt.

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Gegen Mittag sind auch wir wieder zurück im Rastlager und machen Siesta, spielen in und um die Hütte, besuchen das verwaiste Wasserloch und schließlich den Pool, was für die Kinder immer wieder ein Höhepunkt ist. So vergehen einige Stunden und wir brechen erst gegen 15.30 Uhr zu unserem Nachmittagsdrive auf.
Und Achtung, jetzt folgt ein Cliffhanger 😉 : So kilometerreich und sichtungsarm der Morgen war, so ganz anders sollte der heutige Spätnachmittag werden... 😁

Teil 3302. Okt. 2017

10.08.2017 (Fortsetzung)

Gegen 15.30 Uhr verlassen wir nach langer Mittagspause Halali und brechen zu unserem zweiten Gamedrive des Tages auf. Wir wollen heute Nachmittag noch einmal unser Glück auf den Grasebenen am Rand der Etoshapfanne versuchen, also fahren wir die Verbindungsstraße zur Hauptpad und biegen links ab in Richtung Rietfontein.
Als wir uns dem Wasserloch nähern, sehen wir bereits aus der Ferne, dass zwei Spitzmaulnashörner anwesend sind! 🤩

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Wir steuern die Wasserstelle an, stellen den Motor ab und beobachten gespannt. So viel sei schon jetzt gesagt - Erstens: Wir werden heute nicht mehr weiter als Rietfontein kommen. Zweitens: Wir werden den anbrechenden Spätnachmittag in vollen Zügen genießen.

Für die nächste halbe Stunde sind die zwei Spitzmaulnashörner die unangefochtenen Stars der Szenerie. Sie würdigen sich gegenseitig keines Blickes, trinken immer wieder und stapfen durch das seichte Uferwasser Rietfonteins.

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Nachdem wir vorgestern ja ein einhorniges Nashorn entdeckt hatten, bemerken wir, dass das zweite anwesende Nashorn ein "Dreihorn" ist, eine nicht so häufige anatomische Varietät.

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Ganz nah kommen uns die Tiere, die Atmosphäre ist dabei aber immer ganz entspannt und wir beobachten fasziniert die beiden Kolosse bei ihrem Alltagsgeschäft. Ach, was sind das für fantastische Tiere! 😁

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Nach einiger Zeit verabschiedet sich das Dreihorn und macht sich in Richtung des Dickichts auf, in dem es nach einiger Zeit verschwindet. Seinem Abgang folgt alsbald ein weiterer Auftritt: Eine Elefantenherde mit einigen niedlichen Jungtieren betritt die Bühne Rietfonteins.

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Zuerst stillen die Dickhäuter ihren Durst.

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Dann wird ausgiebig gebadet. Wir sind erstaunt, wie tief das Wasser doch ist!

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Zum Abschluss folgt noch ein Staubbad.

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Dann: Was ist das? Hinter den Elefanten bewegt sich etwas am Rande des Dickichts...
Ein Leopard! 🤩 Der Kater geht entspannt seines Weges und bleibt uns dabei recht fern, aber egal: Hier läuft unser erster (und einziger) Leopard dieser Reise! Schnell klickt der Auslöser der Kamera, fasziniert folgen wir ihm mit unseren Blicken...

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Als der Leopard alsbald wieder verschwunden ist, richten wir unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Dickhäuter. Inzwischen ist das verbliebene Spitzmaulnashorn, das anfangs einen großen Abstand zu den Elefanten gehalten hat, wieder in die Nähe des Wassers zurückgekehrt.

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Bei ihm bleiben wir, bis sich die Sonne langsam dem Horizont zu nähern beginnt und wir schleunigst gen Halali aufbrechen müssen.
Aber ein Spitzmaulnashorn im schönsten Abendlicht wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. 😁

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Auf der Rückfahrt sind wir ganz begeistert: Gestern die drei Löwinnen an Rietfontein, heute Elefanten, zwei Nashörner und ein Leopard. Die Wasserstelle ist unser unangefochtener Favorit auf dieser Reise! (Nachdem wir bei unseren letzten Etoshabesuchen hier eigentlich nie etwas Interessantes gesehen haben - aber so ist das Spiel nun einmal...)
Glücklich kommen wir in Halali an und machen uns sogleich auf den Weg zum Moringa-Wasserloch.

(Fortsetzung folgt)

Teil 3403. Okt. 2017

10.08.2017 (Fortsetzung)

Am Wasserloch angekommen, finden wir erst einmal Leere vor. Da die Kinder schnell müde und unruhig werden und beginnen, über die Felsen zu klettern, beschließen wir uns erneut zu trennen und den Abend ein letztes Mal abwechselnd am Wasserloch und mit den Kindern in der Hütte zu verbringen. In solchen Momenten freuen wir uns doch schon auf die Jahre, in denen unser Nachwuchs alt genug sein wird, um gemeinsam mit uns den Abend an den Wasserlöchern zu verbringen.

In der Hütte wird also noch etwas gegessen, gespielt und vorgelesen, bevor die Kinder sich ins Land der Träume verabschieden und am Wasserloch wird in die vom Licht der Scheinwerfer unterbrochene Dunkelheit gestarrt.
Heute geht es an der Wasserstelle viel ruhiger zu als am Vortag.
Natürlich lassen sich auch wieder einige Nashörner sehen.

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Aber insgesamt blicken wir heute immer wieder für eine längere Zeit auf ein tierloses Stück Landschaft.
Schön ist es, als wieder einige Tüpfelhyänen zum Trinken kommen.

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Und auch ein Buschhase hoppelt erneut heran, um seinen Durst zu stillen.

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Der Höhepunkt des Abends ist dann aber sicherlich der Auftritt einer Falbkatze, die schnell ans Wasserloch schleicht, sich vorsichtig umsieht und dann ausgiebig trinkt, um sich alsbald in die Schatten der Nacht zurückzuziehen. Für solche nächtlichen Sichtungen schätzen wir das Wasserloch des Camps sehr - begünstigt durch die dicht bewaldete Umgebung zeigen sich hier immer wieder interessante kleinere Vertreter der nachtaktiven Fauna.

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Nachdem wir beide zu müde sind, um noch einmal den weiten Weg zum Wasserloch auf uns zu nehmen, schreiben wir noch etwas Tagebuch und lassen den Abend alsbald gemütlich bei einem Savanna ausklingen.
Unglaublich, dass dies tatsächlich unser erster löwenfreier Tag im Etosha war.
Aber dieser skandalöse Umstand sollte sich dann glücklicherweise auch nicht mehr wiederholen... 😉

Teil 3504. Okt. 2017

11.08.2017

Heute heißt es Abschied nehmen von Halali und den Nächten innerhalb des Etosha Nationalparks. 🙁
Wir sind allesamt früh wach und so schaffen wir es, zur Öffnung der Tore in den Park aufzubrechen.
Unser Weg führt uns schnurstracks nach Rietfontein (wohin auch sonst? 😉 ), um zu schauen, was das Wasserloch am heutigen Morgen für uns bereit hält.
Und wir werden wieder nicht enttäuscht! 🙂
Zwar etwas weiter entfernt, aber immer noch in guter Beobachtungsdistanz, tummelt sich ein Tüpfelhyänenclan umringt von zahlreichen Schakalen. Wir zählen insgesamt acht Hyänen unterschiedlichen Alters, die sich lebhaft mit den Überresten eines Zebras beschäftigen.

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Lange sind wir die einzigen Beobachter der Szenerie und genießen die Zeit mit den Hyänen sehr. Ankommende Fahrzeuge fahren stets wieder recht schnell weiter - anscheinend ist ihnen die Sichtung nicht spektakulär genug. Wir sind da anderer Meinung.
Nachdem sich der Clan immer weiter ins hohe Gras zurückzieht, beschließen aber auch wir weiterzufahren und unser Glück auf den Grasebenen um Salvadora und Chartisaub zu versuchen.

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Direkt am Wasserloch Salvadora, das allein schon wegen seiner wunderschönen Lage direkt am Pfannenrand und einem malerischen Postkartenbaum einen Besuch wert ist, entdecken wir unser morgendliches Highlight. 😁

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Ein stattlicher Löwenkater und eine Löwin haben sich von ihrem Rudel absentiert, um sich ungestört der Sicherung des Nachwuchses widmen zu können.
Direkt neben der Straße lassen sie sich dabei netterweise von uns beobachten. 🙂

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Das raue und unbändig kräftige Ende des Geschlechtsakts ist dabei immer wieder ein wirklich zutiefst faszinierender Anblick. 🤩

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Das Pärchen zieht langsam in Richtung Pfanne und legt dabei immer wieder längere Verschnaufpausen ein.

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Ab und an kommt es zu erneuten Paarungen.

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Als sich die beiden hinter dichten Büschen niederlassen, nehmen wir dies zum Anlass, um uns zu verabschieden und nach Halali zurückzukehren, das wir kurz nach neun Uhr und hochzufrieden erreichen.
Netterweise dürfen wir noch ins Restaurant, um zu frühstücken, obschon die Frühstückszeit eigentlich vorbei ist. Das freut vor allem die Kinder ungemein.
Mit gut gefüllten Mägen packen wir unsere Sachen und beladen den Bus.
Nach einer kurzen Visite am Moringa-Wasserloch, an dem sich gerade zwei Habichtsadler (Danke Bele!) zum Trinken niedergealssen haben, verabschieden wir uns endgültig von Halali. Wir werden sicher wiederkommen!

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Die weitere Fahrt gen Osten verläuft recht unspektakulär. Immer wieder halten wir kurz für Zebras und Impalas und genießen einfach die sich langsam dem Ende zuneigende Zeit im Park.

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An der Wasserstelle Klein Namutoni treffen wir gegen Mittag schließlich noch auf einen einsamen Elefantenbullen, der uns zum Abschied alsbald sein Hinterteil zuwendet.

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Bald darauf verlassen wir den Nationalpark und steuern das etwa acht Kilometer entfernte Mushara Bush Camp an.
Wie ungewohnt es doch ist, nach einer knappen Woche mit einer höheren Geschwindigkeit als 30 oder 40 km/h unterwegs zu sein...

(Fortsetzung folgt)

Teil 3606. Okt. 2017

11.08.2017 (Fortsetzung)

Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Tor zum Mushara Bush Camp.
Bereits zwei Mal haben wir in den vergangenen Jahren in der Mushara Lodge übernachtet und unseren Aufenthalt dort immer sehr genossen. Umso gespannter sind wir, ob das Bush Camp da mithalten kann.

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Der Weg zur Lodge ist nach dem Passieren des Tores nicht sehr weit. Das finden wir schonmal gut, denn es verkürzt die Anfahrt zum Etosha, die wir ja noch einige Male hinter uns bringen möchten.

Auf einem kleinen Parkplatz lassen wir unser Auto stehen und betreten das eigentliche Lodgegelände, das von einer großen Lapa dominiert wird, die in einem schönen Garten mit Pool und Spielplatz liegt. Hier gibt es keinen Mangel an Platz und alles ist sehr gepflegt. Der erste Eindruck überzeugt also schon.

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Ganz herzlich werden wir mit hausgemachter Limonade empfangen und nehmen auf den bequemen Sofas der Lapa Platz - für die Kinder gibt es kleine Liegestühle, die sie sofort begeistert in Besitz nehmen.
Man begrüßt uns als Wiederholungstäter und wir sind wieder verblüfft darüber, dass die Datenbank der Lodge so gut gepflegt wird - unser letzter Besuch in der Mushara Lodge war schließlich im Jahr 2013.
Nach dem zügigen Erledigen der Formalitäten begleitet uns ein Angestellter mit Gepäckkarren zu unserem Bus und verlädt die Koffer. Auch die Kinder dürfen auf dem Gefährt Platz nehmen und sind entsprechend zufrieden.
Über die schmalen Wege der Anlage geht es an der Lapa vorbei zu den Zelten des Camps.
Diese liegen in einigem (nicht sehr großem) Abstand voneinander im Busch verstreut.

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Die Innenausstattung ist - wie wir es von Mushara gewohnt sind - sehr stilvoll und gepflegt. Ein großes Doppelbett unter Moskitonetzhimmel, für die Kinder eine ausgezogene Schlafcouch und ein offener Badezimmerbereich.
Auch heißt uns ein Obstkorb und eine kleine personalisierte Karte als Rückkehrer willkommen - über solche Details freue ich mich sehr.

Den frühen Nachmittag verbringen wir auf dem Gelände des Camps und erkunden den Spielplatz und den Pool.
Wir sind zufrieden, dass wir mit dem Bushcamp eine wirklich auf unsere Bedürfnisse ausgerichtete Unterkunft gefunden haben. Auch die Frage, ob die Kinder ein spezielles Kindermenü am Abend bevorzugen würden, spricht Bände über die bewusste Ausrichtung des Camps.

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Gegen 15.30 Uhr wollen wir noch zu einer kurze Rundfahrt in den Park aufbrechen und können die Kinder nur schwer dazu motivieren - zu gut gefällt es ihnen im Camp. So fällt der Nachmittagsausflug heute etwas kürzer aus.

Als erstes Wasserloch fahren wir Klein Namutoni an und werden von einigen Giraffen begrüßt.

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Dann geht es nach Chudop - unserer Lieblingswasserstelle in dieser Gegend, haben wir doch hier schon zahlreiche Tiere gesehen, darunter einen badenden Hyänenclan und einige Elenantilopen.
Heute Nachmittag ist hier aber eher wenig los.
Einzig ein Schabrackenschakal lässt sich beim Trinken beobachten.

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Das Licht des Spätnachmittags wird immer besser, als wir durch das Grasland zurück gen Namutoni fahren.
In dieser Stimmung können wir nicht widerstehen und verewigen noch einmal die "üblichen Verdächtigen".

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Als letzte Station der heutigen Runde steuern wir noch einmal Klein Namutoni an und erleben dort einen wunderbaren Tagesausklang, denn dieses Wasserloch hat bestes Abendlicht. Und so freuen wir uns sehr, als sich eine kleine Elefantenherde nähert und von Giraffen und Kudus aufmerksam beäugt wird.

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Wie sehr ich dieses Licht doch mag... 😁 Diese Stimmung kurz vor Sonnenuntergang ist für mich immer wieder einer der Höhepunkte auf einer Afrikareise. Und die Erinnerung daran weckt Sehnsucht.

Bald brechen wir in Richtung Gate auf und erreichen es kurz vor Toresschluss.
Im Dämmerlicht geht es flugs zurück ins Bush Camp. Dort erwartet uns nach einer kurzen Verschnaufpause auch schon das köstliche Abendessen, das in einem Teil der Lapa eingenommen wird, der nun mit Zeltwänden von der Kälte abgeschirmt ist. Es brennen draußen und drinnen offene Feuer, auf den Tischen stehen Kerzen - eine wirklich schöne Stimmung, die von gutem Essen und aufmerksamem Service noch komplettiert wird. Das Bush-Camp gefällt uns wirklich gut.

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Nach dem Essen geht es zurück ins Zelt und nach der üblichen Abendprozedur dann auch schon in die Betten.
Gute Nacht!

Teil 3709. Okt. 2017

12.08.2017

Im Morgengrauen stehen wir auf und begeben uns zum Frühstück, das - ähnlich wie das Abendessen - von ganz ausgezeichneter Qualität ist. Neben frischen Eier in allen möglichen Variationen gbit es beispielsweise hausgemachte Müslimischungen, die ganz wunderbar schmecken.
Trotzdem mischt sich etwas Wehmut in die Frühstücksidylle - heute bricht unser letzter voller Tag im Etosha an... 🙁
Aber immerhin: Noch ist es nicht vorbei!

Frisch gestärkt brechen wir dann auch bald in Richtung Nationalpark auf. Am Gate ist wenig los und so können wir recht zügig passieren. Trotzdem nerven die acht Kilometer bis zum Gate und auch die geteerte Straße bis Namutoni etwas, da sie durch tiefen Busch führt und sich ziemlich hinzieht. Wir überlegen, ob wir beim nächsten Besuch dem Fort als Übernachtungsort mal eine Chance geben sollten...

Als erstes Ziel steuern wir Klein Namutoni an. Da dort aber Leere herrscht, fahren wir bald weiter gen Chudop. Diese Entscheidung stellt sich als genau richtig heraus und so ist unsere erste nennens- und fotografierenswerte Sichtung am heutigen Tage einmal mehr ein stattlicher Löwenkater. 🤩
Liegt er zu Anfang noch müde am Wasserloch herum, steht er bald auf, streckt sich, gähnt und schreitet majestätisch in Richtung des Dickichts. Dann hält er noch inne, um ausdauernd zu brüllen.
Was für eine schöne Begrüßung! Wir sind schon wieder hin und weg. Und auch die Kinder können es gar nicht glauben, dass schon wieder ein Löwe vor unserem Auto herumläuft. 😄

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Als der Löwe sich schließlich verzogen hat, verbringen wir noch einige Zeit bei Chudop, aber es nähern sich keine weiteren Tiere. Und so brechen wir auf, um die Wasserlöcher Klein und Groß Okevi zu besuchen.

Die Gegend scheint heute Morgen recht einsam zu sein. Wir sehen zeitweise mehr Autos als Tiere.
Am Wasserloch Koinachas trinken dann einige Zebras, was wir zum Anlass für einen längeren Beobachtungsstopp nehmen.

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Bevor wir den Park endgültig verlassen, wollen wir auch diese in den letzten Tagen viel gesehenen Tiere noch einmal ganz bewusst genießen - die Bilder, Geräusche und Gerüche.

Bei Klein Okevi treffen wir dann auf zwei Sekretäre. So nah und fotogen hatten wir diese Vögel im Rahmen dieser Reise noch nicht erleben dürfen und so freuen wir uns sehr über die Begegnung.

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Langsam rückt die Mittagszeit näher und wir entscheiden uns dafür, zurück ins Bush Camp zu fahren und dort eine lange Pause zu machen.
Vorher fahren wir noch Fort Namutoni an, um das Gebäude unseren Kindern zu zeigen und ihnen ein Eis zu kaufen, das es zur Enttäuschung unserer Kleinen aber leider nicht gibt. Zwar ist der (für uns) neue Laden des Camps sehr großzügig in seinen Abmessungen, aber die meisten Regale sind leer. So kaufen wir zwei kleine Chipstüten als Trostpflaster...

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Kurz schauen wir noch beim noch immer verwaisten Klein Namutoni vorbei und fahren leider sichtungsfrei den Dik Dik Drive ab.
Am Ende lichten wir mangels Alternativen noch einen Graumlärmvogel ab.

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Auf der Teerstraße gen Gate winkt uns ein Elefantenbulle zum Abschied.

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Dann verlassen wir den Park mit leichter Wehmut, denn dies sollte unser vorletzter gemeinsamer Gamedrive gewesen sein.

Im Bushcamp wird dann ausdauernd Ball auf der Wiese gespielt, der Spielplatz beklettert und der Pool unsicher gemacht.
Die Kinder genießen diesen Teil des Tages in vollen Zügen. Von ihrer Seite aus könnten wir den restlichen Tag locker im Camp verbringen - aber das schaffe ich dann doch nicht.

(Fortsetzung folgt)

Teil 3810. Okt. 2017

12.08.2017 (Fortsetzung)

Und so stehen wir gegen 15.30 Uhr erneut am Gate zum Etosha und beginnen unseren letzten gemeinsamen Gamedrive dieser Reise - wie immer gespannt, was uns heute wieder alles begegnen wird.

Kurz vor Klein Namutoni begegnet uns ein Dik Dik. 🙂 Erst versteckt es sich tief im Busch. Langsam kommt es aber an den Straßenrand und lässt sich von uns in seiner ganzen filigranen Schönheit bewundern.

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Am Wasserloch selbst ist derzeit wenig los und so fahren wir bald weiter gen Chudop, wo wir aber heute auch kein Glück haben.
Wir setzen die Runde in Richtung Koinachas fort und treffen in der Nähe der Wasserstelle ein Spitzmaulnashorn an, das gerade gebadet hat und nun wieder seines Weges zieht. Leider lässt es sich nicht dazu herab, aus dem totalen Gegenlicht der Spätnachmittagssonne zu treten und so entstehen an dieser Stelle nur reine Beweisfotos dieses enthornten Genossen. Eines davon sei trotzdem an dieser Stelle gezeigt.

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An einem malerisch platzierten Singhabicht vorbei geht die Reise erneut nach Klein Namutoni. Dort ist gerade ein richtiger Dik Dik Auflauf und so sehen wir in kurzen Abständen fünf Exemplare der kleinen Antilopen.

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Am Wasserloch selbst haben sich einige Giraffen zum Trinken eingefunden.

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Nach einer kurzen Pause im Fort Namutoni zieht es uns noch einmal zum Tagesabschluss nach Chudop. Dort herrscht leider noch immer wenig Betrieb und so beschließen wir zu warten.
Die Geduld wird mit dem Erscheinen eines alten Elefantenbullen belohnt, der sich lautlos dem Wasser nähert.
Auge in Auge mit diesem wunderschönen Giganten genießen wir die letzten Augenblicke im Etosha.

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Auf dem Rückweg zum Gate können wir uns einen kleinen Abstecher zu Klein Namutoni natürlich nicht verkneifen.

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Voller schöner Eindrücke und einer guten Portion Wehmut erreichen wir das Tor und reihen uns in die Schlange der Wartenden ein. Nach der obligatorischen Frage nach mitgeführten Drohnen dürfen wir den Park verlassen und das Mushara Bush Camp ansteuern, das wir mit dem Untergang der Sonne erreichen.
Hier genießen wir wieder ein sehr leckeres Abendessen in schöner Atmosphäre und ziehen uns dann in unser Zelt zurück, in dem nun ausdauernd Geschichten vorgelesen werden.
Und so bricht unsere vorletzte Nacht auf afrikanischem Boden an: Solche Momente sind immer höchst ambivalent - einerseits erinnert man sich voller Dankbarkeit und Glück an das, was hinter einem liegt, andererseits ist die Endlichkeit der Reise langsam eine kaum mehr zu verdrängende Tatsache.

Teil 3911. Okt. 2017

13..08.2017

Im Laufe des vergangenen Abends macht mir meine Frau noch ein schönes Geschenk: Ich darf noch einmal zu einer frühen Morgenpirsch in den Etosha aufbrechen, während sie mit den Kindern im Camp bleiben möchte.
Dieses liebe Angebot nehme ich natürlich nur allzu gern an und so geht es für mich zum Sonnenaufgang des 13.08. noch einmal allein zurück zum Tor, während meine Frau und die Mädchen noch etwas schlafen und sich für die lange gemeinsame Fahrstrecke wappnen, die heute noch auf uns zukommen wird. Nach dem Aufstehen spielt meine Familie also im Camp, frühstückt gemütlich und packt liebenswürdigerweise auch bereits unsere Sachen zusammen. Und ich darf heute noch einmal Etosha genießen. Wie ist die Freude groß! 🙂

Auf der langen Strecke zwischen Tor und Namutoni entdecke ich in den Baumwipfeln plötzlich einige Pelikane.
Diese Vögel hätte ich zu dieser Jahreszeit hier nicht erwartet und so bin ich von der Sichtung sehr überrascht. Wovon sich die Tiere derzeit ernähren, bleibt mir schleierhaft. Ob irgendwo in den Pfannen noch Wasser steht?

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Ein kurzer Stopp an Klein Namutoni bleibt leider sichtungslos und so versuche ich bei Chudop noch einmal mein Glück.
Und tatsächlich: Auch heute bleibt der Park mir die beinahe tägliche Dosis Löwen nicht schuldig. 🙂
Zwei Kater liegen unweit des Parkareals und werfen sich und ihrem Umfeld müde Blicke zu - mehr Aktivität ist leider nicht zu vermelden. Mehr Bewegung zeigt ein Waffenkiebitz, der nah am Auto seine Runden dreht.

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Lange bleibe ich bei den beiden Katern und genieße ihre Nähe - es werden schließlich für einige Zeit die letzten freilebenden Löwen sein, die mein Auge erblicken wird.
Irgendwann reiße ich mich los - ich will schließlich nicht zu spät zurück ins Camp kommen und muss auch noch meinen Tageseintritt in Namutoni bezahlen.

Auf dem Weg dorthin begegnet mir eine Abschieds-Gabelracke.

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Außerdem beobachte ich ein Rangerteam dabei, wie es eine Enthornungsaktion eines Spitzmaulnashorns durchführt. Die Tiere werden im Busch von einem Helikopter aus lokalisiert und betäubt. Schließlich fahren Jeeps zum Ort des Geschehens und das Enthornen beginnt. Schade, dass so etwas in der heutigen Zeit nötig zu sein scheint.

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Bald darauf verlasse ich Etosha endgültig und bin bei allem Abschiedsweh sehr glücklich. Was für tolle Tage durften wir hier doch erleben! 😁

Ich fahre zurück zum Bushcamp und treffe meine Famlie an der Lapa. Sie haben mir etwas vom Frühstück abgezwackt und so kann ich auch noch schnell meinen Hunger stillen.
Nachdem wir noch etwas mit dem Ball herumgetobt sind, machen wir uns ans Bepacken des Busses und verabschieden uns wenig später vom Mushara Bushcamp, das wir als eine der schönsten Unterkünfte der Reise empfunden haben. Für uns heißt es wahrscheinlich: Einmal Mushara - immer Mushara.

Die heutige Nacht verbringen wir im Omatozu Safari Camp. Bis dorthin gilt es rund 400 Kilometer auf der Teerstraße hinter uns zu bringen. Die Fahrt verläuft - gesäumt von einigen Warzenschweinen, Pavianen und Geschwindigkeitskontrollstellen - ereignislos und so erreichen wir am späteren Nachmittag schließlich Omatozu.

Kurz vor dem Tor sehen wir dann unseren ersten Karakal - eine Sichtung, die uns traurig stimmt.

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Das Omatozu Camp liegt inmitten der typischen Buschlandschaft, weit ab von der Straße.

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Es besteht nur aus vier Safarizelten - die rustikal eingerichtet sind und über eine gut ausgestattetes Bad verfügen - und einem kleinen Campground.

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Die Besitzer und die Angestellten sind allesamt total nett und heißen uns herzlich willkommen.
Wir genießen die Intimität dieser kleinen Herberge sehr. Man kann auf dem Farmgelände gegen Gebühr eine Rundfahrt im eigenen Auto machen (worauf wir heute verzichten - wir saßen lange genug im Wagen...) oder auf ausgeschilderten Wanderwegen das Areal erkunden.
Wir beschließen einen kleineren Abschnitt eines der Wege gemeinsam mit den Kindern zu laufen und genießen die Stille und die schöne Abendsonne. Unsere Töchter suchen nach Tierspuren und sind begeistert von der Größe eines Giraffenhufs. Auch entdecken sie einen Termitenhügel und sammeln einige Stachelschweinstacheln ein - ein schönes Souvenir.
Ein wirklich schöner Spaziergang und ruhiger Ausklang einer ereignisreichen Reise.

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Das Abendessen wird in einem kleinen halboffenen Speisezimmer eingenommen. Auch hier finden wir die Übersichtlichkeit der Herberge sehr wohltuend. Das Essen ist sehr schmackhaft - sowohl das servierte Rindersteak als auch die Vor- und Nachspeisen wissen zu überzeugen.
Nachdem wir uns ins Zelt zurückgezogen haben, bringen wir die Kinder ins Bett und sortieren im Anschluss unsere Sachen für die am nächsten Tag anstehende Rückreise. Die Fotoausrüstung wird verstaut - ein sicheres Indiz dafür, dass Afrika 2017 für uns bald ein Ende haben wird.


14.08.2017

Nach einem guten Frühstück geht es auch schon wieder auf die Straße. Am frühen Nachmittag hebt unser SAA-Flug gen Johannesburg ab und es sind noch ein paar Kilometer zu absolvieren.
Einen kleinen Zwischenhalt machen wir in Okahandja und besuchen dort erstmals den Holzschnitzermarkt, der uns aber mit seiner Basaratmosphäre völlig überfordert. Es wird wohl auch unser letzter Besuch gewesen sein...

Danach geht es schnurstracks zum Flughafen. Dort wird unser treuer Wagen abgegeben und das Gepäck nach ewigem Schlangestehen (irgendwann werden wir als Familie nach vorne gebeten) abgegeben.

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Die Flüge und der kurze Zwischenstopp in Johannesburg verlaufen glücklicherweise ereignislos und so landen wir am Morgen des 14.08. gesund und munter in Frankfurt und treten die Heimreise an - ziemlich erschöpft und richtig glücklich mit der hinter uns liegenden Tour. Auch nach dem neunten Mal hat uns das Virus nicht losgelassen - im Gegenteil, die Entzugserscheinungen sind schon jetzt - bei Beendigung dieses Berichts - wieder sehr spürbar.
Und auch die Kinder gucken immer wieder gern die Fotos an und spielen mit Schleich-Oryx und Co Safari.

Und so werden wir - wenn alles gut geht - das südliche Afrika auch in absehbarer Zeit wiedersehen: Nachdem wir den nächsten Sommerurlaub zwar afrikafremdgehen wollen und Sri Lanka bereisen, planen wir bereits unser zehntes Afrika-Reisejubiläum im Herbst 2018 im Kruger zu verbringen - zwei Wochen ganz gemütlich und intensiv. Mal sehen, was draus wird.

Ich bedanke mich an dieser Stelle schon einmal für euer Interesse an meinen Schilderungen und Bebilderungen. Auch und vor allem für die vielen schönen Kommentare und natürlich auch das Drücken des Buttons. Ich habe mich immer darüber gefreut, ein Feedback zu erhalten.
Und jetzt freue ich mich aber auch darauf, das Lager zu wechseln und selbst wieder vermehrt euren Berichten folgen zu können.

Lieber Gruß
Sascha und die drei Badger-Damen

Vom KTP bis zum Etosha NP 2017 - the lion's share von H.Badger

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/293269-vom-ktp-bis-zum-etosha-np-2017-the-lion-s-share

Stand: letzter Berichtsteil vom 11. Okt. 2017

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