Liebe Fomis, nachdem in der letzten Zeit so viele Namibia-Neulinge hier ihre Fragen stellen, habe ich mich entschlossen einen Reisebericht über unsere Nambia Erstlingsrundreise im Juli/August 2016 zu schreiben. Ich dachte erst nicht, dass so etwas auf viel Interesse stoßen könnte, da es hier so viele fantastische Reiseberichte über sehr abgelegene Routen gibt. Aber vielleicht kann so ein Bericht ja dem ein oder anderem Neuling ein paar Fragen beantworten.
Wir waren zu fünft, drei Generationen, im Alter zwischen 10 und 77 Jahren in einem Toyota Fortuner als Lodgehopper auf der großen Einsteigerroute unterwegs. Wir, das sind meine Eltern (Mitte 70), meine Tochter (10 Jahre)mein Mann und ich (Mitte/Ende 40). Der Anlass für die Reise war die Goldhochzeit meiner Eltern, die im Oktober letzten Jahres in die Herbstferien fielen. Deshalb war die Idee in den Herbstferien zu fliegen. Schnell war klar, dass die 2 Wochen Herbstferien viel zu kurz sind, und dass wir auch gar nicht sicher waren, ob uns die Temperaturen da noch gefallen. Also wurde die Goldhochzeitsreise etwas vorverlegt in die Sommerferien.
Als erstes buchten wir die Flüge mit Air Namibia. Unser Reisebüro arbeitet mit einem Flugbrooker in Berlin zusammen und wollte ein Auge auf die Preise halten. Als wir ein paar Tage später einen Anruf vom Reisebüro erhielten, wir könnten AN Flüge von Frankfurt nach Windhoek und zurück für 3200€ bekommen, haben wir zugeschlagen. Dieses Jahr wäre das kein besonderes Schnäppchen, aber letztes Jahr war das noch ganz anders. Unsere Tour und das Auto hatten wir über Boomerang Reisen in Kooperation mit TUI gebucht. Leider war das nicht wirklich eine gute Entscheidung. Da schon viele meiner Wunschunterkünfte im November 2015 ausgebucht waren, gab es einiges Hickhack mit alternativen Unterkünften. Es war alles sehr umständlich und die Antwortzeiten überschritten des öfteren meine Geduld. Irgendwann stand dann die Reise und wurde gebucht. Erst nach der Buchung habe ich dieses tolle Forum gefunden und das hat uns vor großem Schaden bewahrt, denn laut unseres Reiseplans sollten wir eine Nacht in der Hobatere Lodge verbringen und danach 2 Nächte in der Mukoti Lodge. Wir hätten an einem Tag den Etosha Park durchqueren müssen. Hier im Forum wurde mir klar gemacht, dass das Unsinn ist. Als ich Boomerang darauf hinwies und mich über die schlechte Beratung beschwerte, meinten die nur, dass das kein Problem sei. Das wären doch nur 370km und das schafft man doch in 4 Stunden. Klar, wenn die Höchstgeschwindigkeit 60km/h ist und man ja vielleicht auch mal ein Tier fotografieren möchte. Das zum Thema Spezialreiseanbieter.......
Nachdem am Andersson Gate alles ausgebucht war, konnte ich dann wenigstens die Mukoti Lodge stornieren und habe dann selber eine Nacht in der Buschberg Gästefarm gebucht. Jedenfalls sah dann unsere Route folgendermaßen aus:
1 Auas Safari Lodge 2 Kalahari Anib Lodge, Kalahari 3 Quivertree Forest Rest Camp, Gariganus Farm 4 Canyon Lodge. Fish River Canyon 5 Klein-Aus Vista - Desert Horse In, Aus 6 Klein-Aus Vista - Desert Horse In, Aus 7 Sossusvlei Lodge, Sesriem 8 Sossusvlei Lodge, Sesriem 9 Protea Lodge Walvis Bay 10 Fischreiher Guesthouse Swakopmund 11 Fischreiher Guesthouse Swakopmund 12 AiAiba The Rock Painting Lodge, Omaruru 13 Dmara Mopane Lodge, Damaraland 14 Damara Mopane Lodge, Damaraland 15 Hobatere Lodge, Etosha West 16 Buschberg Farm, Etosha Süd 17 Mokuti Etosha Lodge, Etosha Ost 18 Waterberg Plateau Lodge, Waterberg 19 Waterberg Plateau Lodge, Waterberg 20 Hotel Thule, Windhoek 21 Fahrzeugrückgabe in Windhoek
Fortsetzung folgt........
Teil 203. Feb. 2017
Am nächsten Kreisverkehr ist es dann fast passiert. Ich will gegen den Uhrzeiger Sinn einfahren. Gerade noch gemerkt. Beim Ausfahren passiert natürlich das, das (fast) jedem passiert: Ich mache die Scheibenwischer an. Das ist mir noch häufig passiert, wenn ich den Blinker setzten will. Ich bin sehr froh, dass ich nicht in die Stadt fahren muss. Übermüdet, mit dem fremden Auto im Linksverkehr hätte ich wirklich nicht gebraucht. Am Straßenrand sehen wir die ersten Paviane. Alle kreischen voller Verzücken. Leider kann man hier nicht ohne Gefahr anhalten um die Tiere besser sehen zu können. Wir werden mehrfach schnell überholt. Dann ruft mein Mann: "Da Warzenschweine!" Wir sind alle hin und weg. Ist das toll. Die Fahrt bis zum Abzweig Richtung Auas Game Lodge vergeht mit Staunen und Gucken. Dann müssen wir das erste Farmtor öffnen.
Wir amüsieren uns köstlich über das Schild am Tor. Meine Mutter als gebürtige Niederländerin freut sich über die heimatlich klingenden Beschilderung.
Die Beeste begrüßen uns auch schon neugierig hinter dem Tor. Hoffentlich entwischt uns keins bei der Durchfahrt. Doch die Rinder halten gebührenden Abstand zum Auto.
Am Tor zur Lodge steht ein Wachmann, der uns das Tor öffnet. Wir sind unsicher. Sollen wir ihm ein Trinkgeld geben? Und wenn ja, wie viel ist angemessen? 5N$ kommt einem so wenig vor aber ich meine so etwas im Forum gelesen zu haben. Es stellt sich raus, dass wir kein Kleingeld haben. Ersatzweise biete ich dem Mann einen Lolli an. Er grinst über das ganze Gesicht und nimmt ihn freudestrahlend an und packt ihn auch direkt aus.
Wir fahren auf das Lodgegelände und sehen auf dem Parkplatz vor der Lodge 3 Strauße stehen. Helle Aufregung macht sich breit. Strauße!!! Drei Stück!! 🤩 🤩 🤩 Nur wenige Meter von uns entfernt. Afrika ist wunderbar. Schnell ein paar Fotos machen.
Sorry, leider wollen die Bilder nicht. Die Übertragung wird immer unterbrochen. Ich werde die Bilder noch weiter verkleinern, auch wenn da die Qualität extrem leidet.
Teil 303. Feb. 2017
Später wird uns klar, dass wir nicht ein Riesen-Glück haben sondern, dass die 3 eigentlich immer rund um die Lodge aufzufinden sind.
An der Rezeption werden wir freundlich begrüßt. Nicht nur von der Mitarbeiterin, sondern auch von einem netten Jack Russel Terrier. Unsere Tochter ist schon mal begeistert.
Unsere Zimmer sind schon fertig und wir werden gefragt, ob wir nachher einen Lunch wünschen und ob wir den Nachmittagsgamedrive mitmachen möchten. Wir sind uns alle einig, dass der Gamedrive sein muss, aber Essen lassen wir zugunsten von ein wenig Schlaf gerne aus. Es ist ganz schön kalt hier oben. Unsere Zimmer gefallen uns sehr gut und wir freuen uns über den Kamin mit dem gut gefüllten Holzkorb.
Das Beste ist aber die Aussicht auf die 3 Strauße und eine Warzenschweinfamilie vor unserem Zimmer.
Wir sind aber zu müde um das Feuer anzufachen und legen uns alle ins Bett. Es ist jetzt fast 13.00 Uhr und um 15.oo Uhr soll der Gamedrive sein. Wir schlafen alle schnell und glücklich ein. Wir sind in Afrika!!!!!!!!!
Fortsetzung folgt....
Teil 404. Feb. 2017
Falls mir nicht wieder alles abschmiert, kommen jetzt noch ein paar Bilder zur Auas Lodge, bevor es mit dem ersten Gamedrive dann morgen weiter geht und ich kann Euch schon mal eine Sensation garantieren. Die Sichtungsfee hat nämlich direkt am ersten Tag bei uns in die Vollen gegriffen 🤩
Graulärmvogel
Jack Russel
weibliche Strauße
Warzenschweine
Ich gebe es auf. Das mit den Bildern macht wirklich keinen Spaß.
Gute Nacht zusammen.
Teil 504. Feb. 2017
13.7.2016 ca, 14.20 Uhr Der Wecker vom Handy klingelt. Ich will gar nicht aufwachen, doch dann fällt es mir wieder ein. Namibia, wir sind in Namibia! Wir müssen zu unserem ersten Gamedrive. Auf ins Bad und erst mal kaltes Wasser ins Gesicht. Mein Mann taucht auch verschlafen im Bad auf. Unsere Tochter schläft. Ich versuche sie zu wecken. Keine Reaktion. Weitere Weckversuche führen zu brummen. Immerhin eine Reaktion. Mittlerweile ist es 14.45 Uhr und es klopft an der Türe. Meine Eltern wollen uns für den Gamedrive abholen. Das Kind schläft!!!! Oma versucht auch einen Weckversuch. Es folgt Brummen und Knurren. Das Kind schläft!! Meine Eltern gehen schon mal vor zur Rezeption und werden versuchen dem Guide noch ein paar Warteminuten abzuquatschen. Langsam wird unsere Tochter wach. Ihr ist kalt. Mit vereinten Kräften zieht sie sich unter der Bettdecke an - inklusive Mütze 🙂 Kurz nach drei stehen wir am Safariwagen und werden von einem breit grinsenden Guide begrüßt. Meine Eltern sind auch da und sonst niemand. Wir haben eine private Rundfahrt. Klasse. Der Guide stellt sich als Frederick vor. Er öffnet die Klappen am Safarifahrzeug und wir klettern rein. Obwohl wir dick eingemummelt sind, bringt Frederick noch Decken.
Und dann geht es los. Wir fahren über Sandpiste. Rings um große Weite, ein paar Sträucher, Hügel und dann dieser blaue Himmel.... und Strommasten 🙁
Die allerdings auch schon fest in die Tierwelt integriert sind. Zumindest bei den Webervögeln. Ganz schön clever, denn dieser Ast wird wohl nicht unter dem Gewicht zusammenbrechen.
Webervögelnest
Nach kurzer Zeit das erste Tier des Gamedrives. Ein Raubvogel auf einem Ast. Ich vermute ein Habicht.
OFF TOPIC: Korrekturen zu den Tierbezeichnungen nehme ich gerne entgegen. Auch bitte ich zu berücksichtigen, dass ich ein Fotoknipser bin. Die Bilder wurden mit einer kleinen Hosentaschenkamera gemacht und nicht weiter bearbeitet. Wir fotografieren für das heimatliche Erinnerungsfotobuch und deshalb können die Bilder natürlich nicht mit den hier im Forum oft zu bestaunenden (Semi)Profibildern mithalten. Aber ich denke, dass sie das darstellen können was uns wichtig erscheint und vor allem unsere Begeisterung für dieses Land rüberbringen.
Frederick erzählte uns über seine Ausbildung als Guide. Seit 6 Jahren ist er auf Auas und man merkt, dass es im Spaß macht. Er hat 2 Kinder und ist stolz, dass beide gut in der Schule sind. Dann bremst er plötzlich und zeigt ins Gebüsch. Ein Kudu. Unser erstes Kudu. Von diesem Tier gibt es ca. 100 Fotos 🙂 Ich erspare Euch 99 und zeige Euch das:
Kudu
Meine Tochter entwickelte sich schnell zum Supertiersucher und -finder. Sie entdeckt als erste diese 3, die uns leider nicht sehen möchten.
Oryxe
Dann sagt Frederick: "There are Wildebeest." Ich finde den Namen soooo viel schöner als Gnu.
Gnus oder black Wildebeest (Danke Laura)
Wir sind alle ganz hin und weg. Es ist einfach so schön. Wir sehen noch einige kleine Herden von weglaufenden Gnus. Alle anderen Tiere sind weniger scheu. Frederick fährt eine kleine Ebene an auf der ein Salzleckstein ausgelegt ist. Dort lassen sich die Kudus nicht wirklich von uns stören. Wer jetzt wen mehr beobachtet ist nicht wirklich rauszukriegen. Wir die Kudus oder die Kudus uns 😉
Kudus
Fortsetzung folgt hoffentlich bald....
Ich wollte Euch ein wirklich tolles Video präsentieren, aber wenn schon die Bilder nicht wollen, dann kann ich mir das sowieso sparen. So müsst ihr mit den qualitativ sehr schlechten Fotos zufrieden sein.
Teil 606. Feb. 2017
Dann zeigt Frederick auf den Hügel vor uns: "Zebra!" Wir gucken alle hin und ich sehe noch gerade ein gestreiftes Hinterteil hinter dem Hügel verschwinden. Soso das war also unser erstes Zebra und soll auch bis zur Rostock Ritz Lodge unser letztes gewesen sein. 🙁 Wir sehen noch ein paar Kudus und Gnus und ein paar Strauße. Frederick erklärt, dass die schwarz-weißen die Männchen und die grauen die Weibchen sind. Wir fahren dann auf einen Hügel zu unserem ersten Sundowner. Unter uns erstreckt sich die große Weite. Wow ist das überwältigend.
Dann sehen wir unsere ersten Giraffen. Sie sind leider sehr weit weg, aber mit dem Fernglas kann man sehr gut beobachten wie sie an den obersten Blättern fressen.
Frederick baut einen Tisch mit Getränken und Knabbereien auf. Unter anderem Game Biltong. Wirklich schmecken tut es keinem von uns. Dafür aber das Savana bzw. das Windhoek Lager um so mehr.
Und dann genießen wir unseren ersten Sonnenuntergang auf der südlichen Hemisphäre.
Auf der Fahrt zurück zur Farm sind wir alle froh über die warme Decke. Da Fredericks Tochter ein wenig jünger ist als unsere Tochter, frage ich ihn, ob er Kindersachen nehmen würde. Gerne, war seine Antwort. Also bringen wir ihm anschließend einige Kindersachen, die ich mitgebracht habe. Er freut sich darüber und natürlich auch über das Trinkgeld. Abends gibt es ein 3 Gang-Menü. Ich bin hin- und her gerissen, ob ich Vegetarisch bestellen soll. Aber entscheide mich dann dagegen. Es gibt zuerst eine sehr leckere Butternutsuppe, danach Oryxsteak mit Süßkartoffeln und Gemüse. Das Steak ist das zarteste Fleisch, dass ich je gegessen habe und es wird sich zeigen, dass wir in ganz Namibia kein besseres Oryxsteak mehr bekommen werden. Im Zimmer angelangt stellen wir fest, dass der Kaminofen angezündet wurde und es im Zimmer schön warm ist. Leider trifft das auf das Wasser in der Dusche nicht zu. Also zur Rezeption. Dort ist die Besitzerin persönlich, die sofort ihren Mann ruft. Beide sind ausgesprochen freundlich. Der Besitzer meint, wir sollen das warme Wasser mal 5 Minuten laufen lassen und er würde dann vorbei kommen und hören, ob es jetzt klappt. Genau das wollten wir eigentlich vermeiden. Wasser verplempern. Wenn man überall von Dürre und Wasserknappheit hört und ließt, dann will man ja so wenig wie möglich dieser wichtigen Ressource verschwenden. Wie dem auch sei. Wir haben dann das warme Wasser aufgedreht und es wurde tatsächlich nach ein paar Minuten warm. Nach der Dusche sind wir direkt ins Bett zu unserer Wärmeflasche, die bereits vorbereitet war, und umgehend eingeschlafen.
ENDE TAG 1
Fortsetzung folgt
Teil 707. Feb. 2017
TAG 2 - 14.7.2014 Als uns morgens der Wecker weckt will keiner aus dem Bett raus. Es ist saukalt. brrrrrrrrr Der Kaminofen ist natürlich ausgebrannt und die Zusatzdecken kann man gut gebrauchen. Es hilft aber alles nichts: Wir müssen raus. Gut, dass wir gestern Abend geduscht haben, denn die Heizung im Bad ist kalt und das Badezimmer dementsprechend auch. Schnell in die Jeans, Pulli an und Fließjacke und vor allem die dicken Socken. So ist schon besser. Dann die Vorhänge aufgezogen und der Blick aus dem Fenster entschädigt für alles Frieren sofort. Die Strauße sind schon wieder da und noch einige andere Tiere. Wie wir später sehen, liegt an der Stelle Brot und die Springböcke fressen der Lodgebesitzerin aus der Hand.
Tiere vor Lodge
Wir gehen zum Frühstück. Das ist nicht überragend, aber mehr als ausreichend. Das Omelett ist leider kalt, als es gebracht wird, aber schmeckt trotzdem. Da wir nur zur Kalahari Anib Lodge müssen, lassen wir uns Zeit und schauen uns noch ein bisschen um und machen natürlich noch eine Menge Fotos. Nicht nur die großen Tiere sind schön anzusehen. Es gibt auch einige Vögel zu bestaunen. Die Farben sind eine Pracht.
In einem Gespräch mit der Lodgebesitzerin erfahren wir, dass sie ursprünglich aus Südafrika kommt. Da meine Mutter gebürtige Niederländerin ist und kein Englisch spricht versucht sie es in ihrer Muttersprache und wir stellen fest, dass die Südafrikanerin uns versteht und wir sie, wenn sie Afrikaans spricht. Wie schön, damit kann sich meine Mutter weiter unterhalten und ich kann weiter knipsen.
Gegen 10.oo Uhr ist das Auto gepackt und wir sind alle der Meinung, dass wir nicht über die B1 fahren wollen. Es wird die C15 sein. Diese Entscheidung erweist sich sehr schnell als richtig, denn nach kurzer Fahrt erscheinen diese netten Gesellen auf der Fahrbahn. Diese Hörnchen sind einfach zu süß, allerdings auch etwas Lebensmüde, denn um ein Haar hätten wir eins überfahren.
Als wir gestern dieses Schild sahen, mussten wir alle lachen.
Jetzt verstehen wir.
Teil 807. Feb. 2017
Dann sehe ich direkt neben der Straße mehrere Giraffen. Eigentlich sehe ich erst eine, beim genaueren Hinschauen sehen wir, dass es mehrere sind. Noch öfters auf unserer Reise stellen wir fest, dass diese riesigen Tiere selbst an einem relativ kleinen Busch ganz gut getarnt sind. Das verwundert immer wieder. Die Giraffen sind vielleicht 10m von uns entfernt. Man sind die groß!!! Leider sind wir durch einen Zaun von ihnen getrennt.
Das ist etwas, dass mich leider oft in Namibia gestört hat. Das ganze Land scheint eingezäunt. Selten hat man wirklich den Ausblick ohne Zäune. In den Nationalparks natürlich, aber ansonsten scheint es wenig nicht eingezäuntes Land zu geben. So hat man immer von der Straße den Blick durch die Zäune. Schade. Allerdings helfen die Zäune scheinbar auch nicht immer 😉 Sonst wären die ja nicht auf der Straße unterwegs.
Immer wieder halten wir an, um zu schauen und um Fotos zu machen. Mittlerweile ist die Sonne auch wieder so stark, dass es selbst mit T-Shirt angenehm ist. Es gibt so viel zu entdecken: Webervögelnester
Termitenhügel
Und auch Landschaft ohne Zaun davor
Oryxe
und noch einige andere exotische Tiere
So vergeht die Fahrt zur Kalahari Anib Lodge sehr schnell, obwohl wir fast 5 Stunden dafür brauchen. Aber der Weg ist das Ziel. Und das stimmt in Namibia auf jeden Fall.
Teil 907. Feb. 2017
TAG 2: Kalahari Anib Lodge Als wir in der Kalahari Anib Lodge ankommen stehen dort schon eine beachtliche Anzahl Hiluxe. Scheinbar ist dies das Mietauto der Wahl in Namibia. Wir vergleichen das Platzangebot eines Dubble Cab der neben uns steht mit dem Fortuner und sind der Meinung, dass der Hilux keine Vorteile bringt. Optisch wirkt der Fortuner auf uns noch komfortabler und wir sind sicher, die richtige Mietwagenentscheidung für uns 5 und unsere Route getroffen zu haben, Wir suchen die Rezeption und stellen dann fest, dass diese im Souvinirshop ist oder der Souvenirshop ist die Rezeption. Nette Idee. Da vor uns eine andere Familie einchecken möchte schauen wir uns um und finden natürlich auch diverse Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.
Dann sind wir dran, wir können direkt in unsere Häuschen. Uns wird der Weg erklärt, wie wir mit dem Auto dahin kommen zum Ausladen.
Wir haben die beiden zuletzt liegenden Bungalows in der Nähe der Swimmingpools erhalten und damit um uns rum viel Platz. Als wir die Türe aufsperren, sind wir alle sehr angetan. Die Bungalows sind wirklich sehr schön ausgestattet und unsere Tochter schreit begeistert auf, als sie feststellt, dass sie ein eigenes riesiges Zimmer mit 2 Betten und einem riesigen Sitzsack hat.
Wir haben statt dem gebuchten Doppelzimmer scheinbar einen Familienbungalow bekommen. Platz ist reichlich. Dusche und WC sind getrennt. Kaffee und Tee mit Wasserkocher ist vorhanden, Und es gibt so viele nette Details. Vor allem was man so mit Kupferrohren alles machen kann, ist wirklich sehenswert.
Das Elternschlafzimmer ist auch nicht zu verachten. Hier kann man es schon aushalten. Klimaanlage mit Heizfunktion, großes Doppelbett mit Moskitonetz, Schreibtisch und viel Platz
Auf der Terrasse hängt ein Sitzkorb, der natürlich auch wieder zu Entzückensschreien veranlasst. Und die Aussicht in die Kalahari ist natürlich das Tüpfelchen auf dem I. Wir bedauern in den ersten 10 Minuten schon, dass wir nur eine Nacht hier sein werden.
Unsere Tochter möchte Schwimmen gehen. Während wir das Auto ausräumen zieht sie schon mal im Bikini Richtung Pool und bittet, dass wir nachkommen. Das tun mein Mann und ich dann auch wenig später, während es sich die Großeltern auf ihrer Terrasse gemütlich machen.
Das Kind steht im Pool. Ein paar Jungs kommen gerade aus dem Wasser. Eine deutsche Familie, die wir auf unserer Runde immer wieder treffen werden, weil sie auch die typische Einsteigertour in 3 Wochen machen und eben auch über einen deutschen Veranstalter gebucht haben, da landet man dann in den großen Unterkünften von Gondwana oder Taleni. Nicht das das hier falsch verstanden wird. Diese Lodges haben uns alle sehr gut gefallen und wir waren damit sehr zufrieden.
Ich stecke meinen dicken Zeh ins Wasser und weiß sofort, dass ich da bestimmt nicht reingehe. Die Zeiten in denen ich Ostern in der Nordsee schwimmen war, sind lange vorbei. Das ist mir einfach zu kalt. Es ist eben Winter. Mein Mann ist tapfer und überwindet sich ins Wasser zu tauchen. Er meint allerdings beim wieder Auftauchen, dass ihm die Luft weggeblieben sei.
Gut, dass wir Bademäntel eingepackt haben. Die nehmen die beiden gerne als ich sie bringe und sie mummeln sich darin ein. Eine heiße Dusche folgt und schützt vor einer Erkältung. Während meine Familie noch unter der Dusche auftaut fotografiere ich die Umgebung und den Mond, der schon hoch am blauen Himmel steht.
Bald dämmert es und ich teste beim Sonnenuntergang die diversen Programme unserer kleinen Kamera.
Es ist unglaublich still. Einfach schön.
Fortsetzung folgt........
Teil 1009. Feb. 2017
Wir haben Halbpension gebucht und gehen alle Fünf zum Essen. Im Restaurant wird uns ein gedeckter Tisch zugewiesen. Nur ca. ein Drittel der Tische ist eingedeckt. Wir würden lieber weiter hinten sitzen um ein wenig mehr „Raum“ zu haben. Unser Tisch steht sehr in der Mitte direkt vor dem Buffet, so dass alle anderen an unserem Tisch vorbei müssen. Das ist nicht wirklich ein Problem, aber wenn ja eigentlich genug Platz da ist, könnte man ja ein bisschen mehr Privatsphäre haben. Andererseits sitzen wir relativ nah am Feuer, was wieder sehr angenehm ist.
Es gibt genug Auswahl und ich kann prima auch ohne Fleisch reichlich schmausen. Vor allem die Auswahl an Gemüse ist sehr gut. Als ich die beiden Köche frage, ob ich sie fotografieren darf, ernte ich breites Grinsen und sofort wird sich in Positur gestellt.
Im ganzen Urlaub habe ich niemanden getroffen, der sich nicht freudig fotografieren lassen wollte. Ganz im Gegenteil, ich hatte immer den Eindruck, dass sich die Menschen darüber sehr freuen und sie gerade zu stolz darüber sind. Ich habe immer gefragt und sei es nur indem ich auf die Kamera und dann auf den zu fotografierenden gezeigt habe, weil es meiner Meinung nach nicht höflich ist, andere Menschen ungefragt zu fotografieren. Mehr zu dem Thema und zu denen die das eben nicht machen kommt später im Bericht über den Besuch des Living Museum der San. Aber zurück zum Abendessen: Der Nachtisch ist für uns alle gewöhnungsbedürftig. Beschrieben ist es mit Pudding. 🤢 🤢 🤢 🤢 🤢 🤢 Naja, die Engländer haben auch für eine komische süße Masse diese Bezeichnung….. Aber es gibt auch leckere Kekse und Obst, was will man mehr. Als wir das Restaurant verlassen, laufen wir förmlich auf dieses Schild zu.
Ein Cocktail wäre doch nett vor dem zu Bett gehen. Es gibt auch Alkoholfreie für unsere Tochter. Die Männer hätten gerne ein Bier. Also rein in die Bar. Die beiden Barmänner scheinen sich zu langweilen. Wir setzen uns an den offenen Kamin und warten. Wir schauen schon mal zu den jungen Männern hinter der Theke, die sich aber nicht rühren. Selbstbedienung, oder was? Mein Mann geht dann zur Theke und bestellt 2 große Bier und bringt die Coktailkarte mit. Ich stolpre über einen Cocktail, der als einen Bestandteil Hakidraht hat. Was ist bitte Hakidraht? Ich frage an der Theke nach. Einer der Barmänner zeigt mir diese Flasche.
Das will ich probieren. Mittlerweile haben die Männer einen Krug mit Bier bekommen mit viel Eis. Mein Vater ist fassungslos. Ein Bier mit Eis!!!!!!!!!!!! 😈 😈 😈 😈 Da ist so viel drin, dass er es nicht trinken kann, weil es soooo kalt ist, ganz davon abgesehen, dass man kein Eis ins Bier macht. Welch Frevel 😉 Mein Vater stellt sein Bier ans Feuer zum Aufwärmen. 😛
Wir Frauen lachen alle sehr herzlich, bis unsere Cocktails kommen. Die Gläser haben die Ausmaße von kleinen Goldfischgläsern und es ist noch viel mehr Eis drin als im Bier 🤨 . Mein Cocktail hat eine gefährliche rote Farbe. Ich probiere einen kleinen Schluck. Brrrrrr ist das kalt und es schmeckt einfach widerlich 🤢 Genauso müssen Klosteine schmecken. Ich bin ganz sicher. Das Zeug schmeckt genauso wie diese Dinger riechen. Als ich das den anderen sage, führt das zu weiterem Gelächter. Mein Mann intoniert auf das Tote Hosen Lied „Eisgekühlter Bommerlunder“ den Text „Eisgekühlter roter Klostein, roter Klostein eisgekühlt“. FAZIT: Die Getränke waren nicht der Hit, aber wir hatten eine Menge Spaß!!!!!!!!! Und das Lied „Eisgekühlter roter Klostein“ ist bis heute ein running Gag bei uns. Mit extrem guter Laune gehen wir zu unseren Bungalows. Der Weg ist nicht besonders gut beleuchtet. Wie gut, dass es Taschenlampenapps gibt. Im Zimmer stelle ich fest, dass ich die Reiseunterlagen in der Bar liegen gelassen habe. Ich ziehe die Jacke an und gehe los. Das Handy bzw. die Taschenlampe lasse ich natürlich im Zimmer. Auf dem Weg vor mir kann ich einen kleinen Hügel erkennen. Ich gehe näher ran und der Hügel bewegt sich. Ich schreie und der „Hügel“ antwortet mit lautem Quieken. Ein Stachelschwein!!!!!!!!!!! Ich habe mich so was von erschrocken – das Schwein auch. 😗 🤩 Bevor ich reagieren kann, macht sich das Stachelschwein davon. Es flitzt zwischen 2 Häuschen durch Richtung Terrasse meiner Eltern. Ich will ihm folgen, aber das Viech ist verdammt schnell mit seinen kurzen Beinen. Und ich lege mich im Dunkeln fast auf die Nase. Dabei bemerke ich das beleuchtete Wasserloch in einiger Entfernung. Es sind ein paar Tiere dort. Ich gehe noch zur Bar die Unterlagen holen und dann zurück zum Haus. Dort setzen sich mein Mann und ich noch auf die Terrasse, um das Wasserloch zu beobachten. Leider ist es ziemlich weit weg, aber ein bisschen was kann man doch erahnen. In der Nacht stehe ich noch mehrfach auf, um zum Wasserloch zu schauen. Und so geht der Zweite Tag in Namibia vorbei. Erst 2 Tage und schon so viel erlebt. All diese Eindrücke zu verarbeiten ist gar nicht einfach. Aber dafür hat man dann auch zu Hause noch lange davon. ENDE TAG 2
Fortsetzung folgt
Teil 1112. Feb. 2017
TAG 3: Von der Kalahari Anib Lodge zum Quivertree Forest Restcamp
Wir gehen gegen 8 Uhr zum Frühstück. Das Buffet ist reichlich ausgestattet. Hier gibt es auch Millipap. Ich hatte im Vorfeld schon mehrfach darüber gelesen und wollte dieses typisch namibische Gericht probieren. Es schmeckte eigentlich nach gar nichts. Ich hatte erwartet, dass der Hirsebrei gesüßt sei oder auch herzhaft gewürzt, aber so gar nicht gewürzt hatte es was von Kleister. 🤢 Es gab verschiedenes frisches Obst und vor allem einige unterschiedliche Brotsorten, vor allem auch dunkle und sogar so eine Art Vollkornbrot. Im Rheinland würden wir Schwarzbrot sagen, nicht zu verwechseln mit Pumpernickel 😉 Da wir heute keine lange Etappe haben, können wir uns noch in Ruhe ein bisschen umsehen. Vor dem Restaurant gibt einen kleinen Teich mit Karpfen und der Außenbereich hat gemütliche Sitzecken und sieht sehr gepflegt aus. Selbst die Toiletten wirken einladend und sind sehr sauber und gepflegt. Auf dieser Lodge kann man sicherlich auch einfach ein paar schöne Urlaubstage verbringen.
Es gibt die Möglichkeit Gamedrives in die Kalahari zu buchen. Für uns war bei der Buchung ja schon klar, dass die Lodge nur ein Zwischenstopp sein wird, damit die Etappen zum Fisch Fluss Canyon nicht zu weit werden. Ich bin aber sicher, dass irgendwann die Kalahari ganz intensiv auf unserer Reiseroute stehen wird. Wir packen das Auto. Langsam haben wir schon ein bisschen so etwas wie ein System.Die Räume werden nochmal gecheckt, ob nicht noch etwas liegen geblieben ist und übersehen dabei leider, wie wir viel später erst bemerken, dass unsere Tochter ihren Strohhut vergessen hat. Sie hatte ihn ans Bettende gelegt und wahrscheinlich ist er beim packen unters Bett gerutscht. Da hatte keiner mehr geguckt. 🙁 Nachdem wir unsere Getränke und die Souvenirs bezahlt haben, fahren wir los.
Zur Info: Eine Flasche Wein kostet ab ca. 8€, eine Flasche Wasser ca. 2€, ein Bier 1€, die Cocktails waren etwas mehr als 2€. Getränke beim Essen sind preiswerter als in Deutschland, das Essen auch.
Wir fahren Richtung Mariental, weil da ein Supermarkt ist und wir dort tanken können. Als wir in Mariental einfahren ist der Supermarkt nicht zu übersehen. Die Tankstelle ist direkt daneben. An der Straße vor dem Supermarkt stehen und sitzen viele Menschen, die meisten sind junge Männer, aber auch Frauen mit kleinen Kindern sind dabei. Sehr viele der Menschen, vor allem aber die Mütter haben leere Flaschen in den Händen. Wir fahren auf den Parkplatz und steigen aus. Einige der Frauen heben die Wasserflaschen. Ich denke, sie möchten Wasser haben. Die Grünanlage des Supermarktes wird gerade von einem Gärtner gewässert. Ich bin vollkommen fassungslos. Mir laufen die Tränen übers Gesicht. Ich kann es einfach nicht glauben, dass hier die Bäume Wasser bekommen, dass den Menschen fehlt. Nachher denke ich, dass es sich wahrscheinlich um Brauchwasser handelt, welches nicht trinkbar ist. Anders kann ich mir das alles nicht erklären, aber wissen tue ich es nicht. Dieser Supermarktparkplatz in Mariental wird mich noch oft in meinen Träumen verfolgen. Nirgendwo sonst ist mir soviel Trostlosigkeit begegnet. Die jungen Männer sind möglicherweise Tagelöhner, die auf Arbeit warten, aber ich konnte das nicht raus bekommen. Meine Mutter, meine Tochter und ich gehen in den Supermarkt, die Männer bleiben beim Auto. Wir kaufen einen Einkaufswagen voll Wasser. Mit dem Einkaufswagen fahren wir zur Straße und verteilen Wasser. Wir sind schnell umringt von vielen Menschen. Alle bedanken sich. Ein Mann spricht mich an. Ich verstehe ihn nicht. Ich versuche auf Englisch mit ihm zu reden. Er versteht mich nicht. Er sagt etwas und meine Mutter meint, dass sie denkt, dass er Afrikaans spricht. Ich spreche ihn auf Niederländisch an und bitte ihn langsam zu sprechen. Ich selber mache das selbe. Er scheint mich zu verstehen. Er fragt, ob er für seine Familie noch einen weiteren Kanister haben darf. Ich gebe ihm noch mehr Wasser. Der Andrang lichtet sich und es bleiben sogar noch 2 5l Kanister im Einkaufswagen übrig. Ich frage nochmal rund, ob noch jemand möchte. 2 Männer suchen in den Mülltonnen nach leeren Wasserflaschen und kommen damit zu mir. Als ich ihnen die 5l-Kanister anbiete, lehnen sie ab. Zu schwer. Ich schütte ihnen das Wasser in ihre Flaschen. Als wir wieder zum Supermarkt zurück gehen, sitzt vor dem Eingang ein schwer behinderter junger Mann. Der Mann, der mich um mehr Wasser gebeten hat, steht daneben und gibt ihm Wasser. Ich gebe dem Behinderten ein kleines Haribotütchen und er strahlt über beide Backen. Der Mann macht ihm das Tütchen auf und gibt ihm ein Gummibärchen. Ich weiß, dass zu dem Geben von Süßigkeiten hier sehr kontroverse Diskussionen geführt werden und kann sehr wohl die Argumente dagegen verstehen, aber wer diese Glückseligkeit im Gesicht des jungen Mannes Erlebt hätte, kann verstehen, warum ich das trotzdem richtig finde. Meine Mutter drückt ihm dann noch einen 50N$ Schein in die Hand und wir werden von vielstimmigen Dankie Rufen begleitet beim Betreten des Supermarktes. Im Markt dann der riesige Kulturschock. Hier gibt es alles was man sich nur vorstellen kann. Kein Supermarkt in Deutschland dürfte besser sortiert sein. Die Preise sind allerdings auch ähnlich. Ich frage mich, wie können sich Namibianer das leisten? Nach dem was sich vor dem Markt abgespielt hat, fühlt man sich richtig schuldig, wenn man hier einkauft. Ich kann bis heute nicht wirklich gut damit umgehen. Anschließend fahren wir noch nebenan tanken. Der Behinderte junge Mann und seine Familie winken uns immer wieder zu und er strahlt. Das werde ich auch nicht vergessen. An der Tankstellen werden uns die Scheiben gereinigt und es wird für uns getankt. Als wir dem Tankwart das Geld geben und sagen, dass er den Rest behalten kann und uns kein Rückgeld geben muss, bekommen wir trotzdem das Wechselgeld. Das gebe ich ihm zurück und er nimmt es und bedankt sich. Das passiert uns später nochmal. "Stimmt so", scheint nicht üblich zu sein. Zukünftig geben wir das Trinkgeld immer nachdem wir das Wechselgeld bekommen haben. Ich habe in Mariental keine Fotos gemacht. Ich wäre mir schäbig vorgekommen, aber ich hoffe, dass meine Schilderung einigermaßen ein realistisches Bild ergibt.
Aus dieser für mich sehr emotionalen und schrecklichen Szene in Mariental habe ich zwei Dinge gelernt: 1. Afrikaans wird eher verstanden als Englisch und mit Niederländisch kann man sich ganz gut behelfen. 2. habe immer Wasser Kanister und kleine Wasserflaschen dabei, um sie zu verschenken. Wir haben auf der weiteren Tour, immer alle Flaschen vom Essen mitgenommen und dann gegebenenfalls auf den Farmen mit Quellwasser gefüllt, um sie weitergeben zu können.
Wir sind dann über die M29 nach Keetmanshoop gefahren, um am frühen Nachmittag am Quivertree Forest Restcamp anzukommen. Dazu aber später mehr.
Fortsetzung folgt.....
Teil 1215. Feb. 2017
Von Mariental fahren wir ein kleines Stück auf der Teerstraße in den Süden.
Auf der Straße finden gerade Ausbesserungsarbeiten statt. „Wenn das mal in Deutschland auch immer so gemacht würde.“ geht mir spontan durch den Kopf. Die Straße ist deutlich besser als die meisten Straßen, die ich so täglich zur Arbeit fahre.
Dann sehen wir auch eine "Autobahnraststätte" alla Namibia 😛
Trotz guter Fahrbahn gefällt uns das Fahren auf der Teerpad nicht besonders. Bei nächster Gelegenheit fahren wir ab und fahren über auf eine C und D Pad Richtung Köcherbaumwald. Auf der Stecke gibt es keine Farmtor zu öffnen. Statt dessen muss man in den Zaunlücken über Spaltgitter fahren. Ich nehme an, dass die Rinder über diese Gitter nicht gehen können, weil sie mit ihren Paarhufen darin festhängen bleiben können oder sie haben schlichtweg Angst davor. Beim ersten mal darüber fahren ist uns schon etwas mulmig. So richtig stabil sieht das gar nicht aus, aber der Furtuner schafft die Überquerung und wir gewöhnen uns im Laufe der Fahrt daran. Im frühen Nachmittag erreichen wir der Quivertree Forest Camp. Schon am Tor werden wir von mehreren Hunden begrüßt.
Wir halten vor dem Farmhaus und sehen uns um. Wir entdecken immer mehr Hunde und ein Warzenschwein. Es liegt fest schlafend in der Sonne im Vorgarten.
Nachdem wir sämtliche Hunde und das Warzenschwein intensiv gekrault, die Hütehunde auch noch bespielt haben, entdeckt meine Tochter das große Trampolin vor der Tür. Wenn das nicht ein Kinderparadies ist.
Im Haus hören wir Stimmen und gehen zur geöffneten Tür. Die Farmersfrau kommt nachdem wir mehrfach laut gerufen haben. Sie sagt uns, dass wir nicht die gebuchten Doppelzimmer bekämen, sondern eines der Selfkatering Häuschen, aber selbstverständlich das Abendessen im Farmhaus einnehmen können. Sie zeigt uns den Bungalow. Er hat 3 Schlafzimmer mit Klimaanlage mit jeweils einem Bad dabei, eine Küche und einen geräumigen Eingangsbereich mit Sitzgelegenheiten. Es ist sehr groß, wirkt aber alles etwas abgenutzt und alt. Wie wir später feststellen, könnte eine intensive Grundreinigung auch nicht schaden.
Zu jedem der Häuschen gehört eine Braaistelle in einem eigenen Grillbereich. Es gibt einen Pool und noch einige Rondavalls. Diese haben allerdings keine Fenster, weil sie zum Teil in den Boden eingegraben sind.
Wir schauen uns um und stellen fest, dass es viele kleine schöne Details zu entdecken gibt.
Fortsetzung folgt
Teil 1316. Feb. 2017
Wir laden das Auto aus und fotografieren den riesen Berg Gepäck, der in so einen Fortuner rein passt 🤩 Kofferraum vorher
Kofferraum nachher
Gepäckberg
Um 16.00 Uhr findet in den Wintermonaten die Gepardenfütterung statt. Da unsere Tochter mit den Hunden spielen und das Trampolin weiter bespringen möchte, halten wir uns schon seit einiger Zeit vor dem Farmhaus auf. Dabei hören wir lautes Schreien und Schimpfen aus dem Haus. Die Köchin versucht das Warzenschwein aus dem Essraum zu vertreiben 😛
Ich beobachte einen Hengst im Paddock. Die Tochter und der Schwiegersohn der Farmer züchten recht erfolgreich Friesen Pferde und nehmen an Zuchtveranstaltungen in Namibia und Südafrika teil. Um das Pferd sehen zu können, stehe ich vor dem Gepardengehege und sehe im Eingang vom Freilaufgehege eine Bewegung. Es ist kein Gepard, aber auch ein Raubtier. Eine Manguste kommt schon mal gucken, ob es schon etwas abzustauben gibt.
Gegen 15.45 Uhr taucht eine Gepardin auf, kurze Zeit später folgt eine zweite Katze. Beide kommen zum Zaun und markieren erst mal ausgiebig, dann laufen sie nervös am Zaun auf und ab. Wo bleibt denn das Futter?
Die erste Dame ist aber bald wieder entspannter:
Mittlerweile ist noch eine weitere Familie vom Campground eingetroffen und es kommen noch 2 weitere Autos angefahren. Die Gruppe ist aber noch überschaubar groß. Als der Farmer mit einem Eimer Fleisch auftaucht, werden die Geparden noch unruhiger. (Die Hunde und das Warzenschwein auch.) Der Farmer öffnet das Tor und bittet alle einzutreten. Auf dem Platz gibt es zwei große flache Steine im Abstand von einigen Metern. Dort legt er das Fleisch ab. Er erklärt, dass es sich um Mutter und Tochter handelt. Die ältere Katze hat Geschwulste am Bauch, wahrscheinlich Krebs, meint er. Sie wird deshalb weiter weg gefüttert, um ihr etwas mehr Ruhe zu gönnen. Alle Erklärungen zu den Geparden macht er bei der jungen Raubkatze, damit wird die Aufmerksamkeit der Touristen von der Mutter abgelenkt.
Allerdings nicht die Aufmerksamkeit des Warzenschweins, das im Gegensatz zu den Hunden mit ins Gehege durfte. Das Schwein scheint auch scharf auf das Fleisch zu sein. Der Gepard faucht, aber das Schwein lässt sich nicht beeindrucken, so dass die Gepardin mit ihrem Fleisch die Flucht ergreift.
Mist nichts mehr da. 😈
In einem Bericht hier im Forum wurde negativ dargestellt, dass das Warzenschwein durch die Hunde gejagt wurden. Wenn dem so war, dann hat das Warzenschwein seit dem auf alle Fälle sehr dazu gelernt. 😗
Der Farmer erzählt noch einige Details zu den Lebensgewohnheiten der frei lebenden Geparden. Die private Zucht von Raubkatzen ist in Namibia seit einigen Jahren verboten. Aus diesem Grund hat er die beiden männlichen und die beiden weiblichen Tiere getrennt. Die Damen leben auf einen riesigen mehrere Hektar großen Grundstück und können dort auch selber jagen, die beiden Kater zu denen wir anschließend gehen haben es leider nicht so gut getroffen. Das Gehege ist sehr klein und entspricht in keiner Weise meiner Vorstellung von artgerechter Tierhaltung. Als wir in das Katergehege eintreten, wird bei der anderen Familie nach dem Alter der Kinder gefragt. Das jüngere Mädchen ist erst 6 Jahre alt und darf nicht mit in das Gehege. Die beiden Geparden bekommen ein deutlich größere Fleischportion, da sie ja keine Jagdmöglichkeit haben. Artgerechte Haltung hin oder her, die beiden sind wunderschön. Aber die Fotos mache ich mit einem schlechten Gefühl in der Magengegend.
Fortsetzung folgt.... mit den Köcherbäumen
Teil 1420. Feb. 2017
Nach der Gepardenfütterung fragen wir nach dem Weg zum Köcherbaumwald und ob man dahin zu Fuß gehen kann. Uns wird erklärt, dass wir durch das hintere Farmtor fahren und uns dann rechts halten sollen. Man könnte auch zu Fuß gehen, aber man würde uns das nicht empfehlen. In der Zwischenzeit ist ein großer Bus mit chinesischen Touristen angekommen. Die Chinesen scheinen die Rondavals zu bewohnen. In unserem Nachbarhäuschen zieht gerade eine südafrikanischen Großfamilie ein. Die Südafrikaner grüßen alle freundlich und wuseln wild über das Grundstück. Sie sind recht laut und man hört sie auch, wenn man bei uns drinnen ist, recht gut. Da es aber langsam Zeit ist, für den Sonnenuntergang, wollen wir zum Köcherbaumwald. Also alle ins Auto und los. Wir fahren durch das Tor, dann rechts und sehen einen großen Parkplatz. Dann stellen wir fest, dass das wohl der Campground ist. Er liegt direkt zu Füssen des Köcherbaumhügels, ist aber ansonsten recht unattraktiv. Warum man uns geraten hat mit dem Auto zu fahren ist allen ein Rätsel. In maximal 5 Minuten wären wir hier gewesen.
Mitten auf dem Campground/Parkpatz ist ein Stück abgezäunt. Wir gehen neugierig dorthin und stellen fest, dass sich dort einige Gräber befinden. Hier wurden (und werden?) die Familienmitglieder beerdigt. Dann geht es den Hügel hinauf zu den Köcherbäumen, die ja eigentlich gar keine Bäume sind. Ich zitiere das Infoblatt, das uns der Farmer gegeben hat: "Der Köcherbaum ist eine endemischer Baumaloe in den heißen und trockenen Gebieten des südlichen Afrikas: Sie tritt vom nördlichen Kapland bis zum Brandberg in Namibia auf. Meist tritt der Köcherbaum als Solitär oder in lockeren Verbänden auf, selten in waldartigen Beständen, die eine Besonderheit sind. Der Köcherbaum wächst sehr langsam, wird aber bis zu 8m hoch, selten größer. Im Durchschnitt ist er 3-8m groß, selten größer und kann bis zu 400 Jahre alt werden. In den ersten Jahren seines Lebens ist der Köcherbaum kaum von einer anderen Aloe zu unterscheiden. Erst nach ca. 20 Jahren wächst er in die Höhe und bildet Äste aus. Der Stamm eines ausgewachsenen Köcherbaumes kann an der Basis einen Umfang von einem Meter und mehr erreichen, verjüngt sich jedoch nach oben. Etwa auf halber Baumhöhe öffnen sich vom Stamm aufstrebende Äste, die sich zunehmend gabelartig verzweigen. Die silbrigfarbenen Äste enden in schopfartigen Blattrosetten aus gelbgrünen bis blau-grünen lanzettlichen, fleischigen Blättern. Sie sind 25 - 35 cm lang, ca. 5 cm breit."
Wir laufen eine ganze Zeit durch den "Köcherbaumwald" und beobachten die süßen Klippschliefer (Dassies), die zuerst sehr scheu wirken, wenn man aber ruhig steht schnell zutraulich werden. Man kann gut erkennen, dass immer ein großer Klippschliefer hoch oben auf den Felsen Wache hält und die anderen Familienmitglieder fressen oder spielen.
Leider ist es bald vorbei mit der Ruhe. Der Bus mit den Chinesen kommt und die chinesischen Touristen fallen mit großem Fotoequipment ein. Es wird fast unmöglich ein Foto ohne einen Chinesen mit mindestens drei Stativen zu machen. Zusätzlich taucht eine große Familie/Gruppe Holländer und die südafrikanische Großfamilie auf, die vor allem durch lautes Rufen und Lachen die Sundowner-Stimmung trüben. Dazu sind natürlich alle Klippschliefer verschwunden. 🙁 Ich bitte die Holländer, die in unserer Nähe rumlärmen doch ein bisschen leiser zu sein, weil wir gerade die Tiere beobachten und fotografieren wollen. Das stößt allerdings auf Unverständnis. Weder der Begriff Dassies ist bekannt, noch scheint eine Beschreibung der Klippschliefer zu einer Erkenntnis zu führen. Wir laufen weiter in den "Wald", aber es ist extrem schwierig ein Foto ohne fremde Menschen zu machen. Die anderen Fotografen denken bestimmt das selbe über uns 😉
Wir ziehen uns letztendlich wieder Richtung Parkplatz zurück und haben dort dann mehr Ruhe, wenn auch nicht ganz so viel Rundblick. Hier kann ich dann noch ein paar schöne Sonnenuntergangsbilder machen. Meine Tochter hat in der Zeit ein Babydassie fast "gezähmt". Es bleibt einen halben Meter vor ihr sitzen, so dass sie es sehr intensiv beobachten kann.
Dann hupt der Bus uns die Chinesen eilen zurück. Die anderen Familien sind auch schon auf dem Rückzug und so kommen wir noch zu ein paar Minuten der Stille zum Genießen im letzten Licht.
Alleine dafür hat es sich gelohnt dahin zu kommen. Als wir zum Farmhaus zurück fahren ist es stockdunkel. Als wir dort ankommen, kommt die Farmerin schon auf uns zu. Sie möchte, dass wir direkt essen kommen, damit wir angefangen haben bevor die Chinesen kommen. Wir wundern uns ein wenig darüber. Bringen unsere Jacken ins Häuschen und gehen sofort ins Farmhaus. Wir möchten gerne schonmal Getränke bestellen, aber die Farmerin meint, sie würde erst das Essen bringen, damit wir uns nehmen können, bevor die Chinesen da sind. Wir sind noch mehr verwundert. Die Schüsseln werden aufgetragen und wir werden nochmal aufgefordert sofort Essen zu nehmen. Es ist irgendwie korios. Wir gehen zum Buffet und sehen den Grund des Drängelns: Es scheint für eine ganze Busladung Touristen doch eher wenig zu sein. Es gibt Salat, Reis und ein Antilopenragout. Es ist ganz ok. Nicht überragend, aber vollkommen in Ordnung. Als wir noch ein wenig nach nehmen wollen, sieht das Buffet aus, als hätte eine Antilopenherde darauf Samba getanzt. Es ist allerdings noch einiges da. Es scheint der Reisegruppe nicht so gut geschmeckt zu haben. So schnell wie die Gruppe eingefallen ist, so schnell sind sie wieder verschwunden und wir können noch in Ruhe ein Bier trinken. Meiner Mutter erzählt die Hausherrin, dass sie schon lange keine Lust mehr an dem Gästebetrieb hat. Wir wären seit sehr langer Zeit die ersten Gäste, die sofort mit den Tieren draußen gespielt haben und sich nicht darüber beschwert haben oder sie sich auch ein wenig nach dem Farmleben erkundigt haben. Ich hatte mich nach den Pferden erkundigt. Als wir gehen wollen, kommt der Farmer und fragt uns, ob wie die Mineraliensammlung sehen möchten. Natürlich möchten wir. Im Nebenraum stehen Vitrinen mit Versteinerungen und Mineralien, die auf dem Grundstück der Gariganus Farm gefunden wurden. Das ist wirklich sehr interessant und verbringen noch ziemlich viel Zeit dort. Leider habe ich den Fotoapparat nicht dabei. Wir wollten ja eigentlich nur schnell zum Essen. Als wir aus dem Farmhaus gehen wird gerade ein Pickup beladen mit Jagdequipment. Uns wird erklärt, dass der Sohn und die kleine Enkeltochter heute versuchen werden einen Luchs zu jagen, der seit einiger Zeit die Schafe bedroht. Sowas wollten wir lieber nicht wissen. Ich nehme an, dass ein Karakal gemeint ist. Allerdings wundert es mich, dass so ein doch relativ kleines Tier einem Schaf gefährlich werden kann. Aber das gehört wohl auch zum Farmleben...... Wir gehen ins Häuschen und sind sehr froh, dass die Klimaanlage auch ganz ordentlich heizt. Wie so oft in diesem Urlaub liegen wir deutlich vor 22.00 Uhr im Bett.
Ende Tag 3 Fortsetzung folgt....
Teil 1522. Feb. 2017
Tag 4 - 16. Juli 2016 - Giantsplayground - Canyon Lodge am Fishriver Canyon
Sehr früh am Morgen werde ich wach, weil vor unserem Schlafzimmerfenster der Reisebus gestartet wird und vor sich hin dieselt. Es ist noch dunkel. Zu früh zum Aufstehe, finde ich. Schlafen geht aber auch nicht mehr so richtig. Ich schaue raus und sehe, dass die Chinesen mit ihren Koffern aus den Rondavals Richtung Bus strömen. Das Einladen der Koffer und das Einsteigen zieht sich hin. Nach ca. einer halben Stunde fährt der Bus ab. Es geht Richtung Sossusvlei. Es dämmert gerade. Ich drehe mich noch mal im Bett um und schlafe noch eine Stunde. Wir haben es nicht eilig und das Frühstück für 8.00 Uhr bestellt. Um die Zeit sitzen wir dann auch alle am Frühstückstisch. Es gibt Müsli, Brot, verschiedene selbstgemachte Marmeladen, Käse und Wurst und gekochte Eier. Vorher waren wir beim Gepardengehege und haben dort aber kein Tier entdecken können. Die meisten Bordercollies sind auch nicht da. Die Farmerin erzählt später, dass die Hunde mit bei den Schafen sind. Nach dem Frühstück schauen wir uns noch ein wenig um. Am Farmhaus gibt es so etwas wie eine riesige Laube. In der Mitte ein Baum, der das Dach bildet. Rundherum liegen große runde Felsbrocken und es gibt einen sehr großen Tisch aus Fels. Dort stehen Tische und Stühle. Im Sommer wird es hier wohl das Essen geben. Dort entdecken wir viele nette Kleinigkeiten als Deko. Mobiles aus alten Küchenuntensilien, bunte Tassen in den Bäumen, viele schöne handgemachte Tierplastiken, ein geschmiedetes Kinderbett steht als Sitzgelegenheit dabei. Einer der Windhunde hat es sich darauf gemütlich gemacht. Unsere Tochter findet immer mehr entdeckenswerten Tinnef. Leider habe ich das Fotografieren vergessen 🙁 Meine Mutter unterhält sich (auf Niederländisch) mit der Farmersfrau, die seit unserer Ankunft sichtlich aufgetaut ist. Sie erzählt von den Enkelkindern und der Mühe in Namibia eine Farm zu betreiben. Die Dürre macht allen immer mehr zu schaffen. Da die Rondavals offen stehen, betrete ich einen. Es handelt sich dabei um kuppelförmige Kunststoffcontainer. Diese sind zur Hälfte in den Boden eingegraben. Vielleicht wegen der Hitze im Sommer. Ob es so kühler bleibt? Es gibt keine Fenster. Das Sonnenlicht sickert gelblich durch die Wände. Man geht eine Treppe nach unten, dort gibt es eine kleine Küchenecke und ein Doppelbett. Die Luft ist wie zu erwarten eher stickig. Hier hätte ich nicht schlafen wollen. Da hätte ich eher einen Liegestuhl am Pool genommen. Trotz der kalten Nacht. Wir werden im Laufe der Reise diesen Kunststoffwohncontainern noch des Öfteren in verschiedenen Ausführungen begegnen. In der Rostock Ritz Lodge gibt es die auch, aber mit großen Fenstern und in einigen schwarzen Wohnvierteln haben wir sie auch als Wohnhäuser gesehen. Ich bin froh als ich wieder an der frischen Luft bin. Diese Dinger sind nichts für Klaustrophobiker oder Frischluftliebhaber. Wir packen das Auto. Wir haben schon immer mehr Übung mit der Reihenfolge. Es ist wie Tetris spielen. Wir bezahlen unsere Rechnung. Getränke und Eintritt für Giantsplayground. Darüber bin ich etwas erstaunt. Ich hatte es bisher immer so verstanden, dass man dieses Permit nicht bezahlen muss, wenn man im Camp übernachtet. Unsere Tochter möchte nicht fahren. Sie fängt bitterlich an zu weinen. Es hat ihr hier so gut gefallen, dass sie auf keinen Fall weiter fahren möchte. Es ist mehr als schwierig das Kind zu beruhigen. Nur mit vereinten Kräften und dem Versprechen irgendwann wieder hierher zu kommen, können wir dann endlich los. Dann lassen wir uns noch den Weg zum Spielplatz der Giganten erklären. Es ist einfach: Zurück zur Straße und dort links. Nach ca. 2 km kommt rechts ein Tor, dort sollen wir durchfahren (wieder Schließen bitte nicht vergessen) und dann bis zum Parkplatz fahren. Der Weg sei dann markiert. Gesagt getan. Am Parkplatz angekommen sehen wir das:
Wir laufen in den Giants Playground rein. Es sieht tatsächlich so aus, als ob Riesen mit Steinklötzen gespielt hätten. Wir folgen der Beschilderung und stellen fest, dass die gar nicht so unsinnig ist, wie sie zuerst erscheint. Sobald man zwischen den riesigen Felsbrocken läuft, kann man den Weg nicht immer erkennen und die Orientierung wird schwierig.
Es macht wirklich Spaß auf die Felsen zu klettern. Unsere Tochter klettert hoch und runter und findet das natürlich klasse. Für den Rundweg brauchen wir mit viel klettern, gucken und fotografieren ca. eine Stunde. Dann sind wir wieder am Parkplatz. Da steht jetzt auch ein zweites Auto. Die Familie, die gestern auch bei der Gepardenfütterung war, ist mit ihrem Hilux mit zwei Dachzelten eingetroffen. Sie sind ein wenig unsicher wo es hingeht. Wir zeigen ihnen die Markierungsschilder und sie ziehen ab. Als wir am Tor ankommen, stehen davor zwei Autos. Die scheinbar osteuropäischen Insassen fragen uns nach dem Giantsplayground. Wir erklären. Dass sie nur weiter fahren müssen. Scheinbar hatten sie sich aber nicht getraut durch das Tor zu fahren. Wir sagen ihnen noch, dass sie ein Permit benötigen und erklären wo es das gibt. Um die Mittagszeit starten wir Richtung Fishriver Canyon. Bei der Route gibt es heute nicht allzu viele Alternativen. Wir fahren über die B4 auf die C12, kürzen allerdings über die D545 schon vor Seeheim ab. Die knapp 170km bringen wir in gemütlichen 3 Stunden hinter uns.
Dabei sehen wir den einzigen "Löwen" in unserem Namibiaurlaub:
Und machen unsere erste und einzige Wasserdurchfahrt:
Auf der D545 irgendwo im Nirgendwo sehen wir etwas knallorange leuchten. Als wir näher kommen steht dort dieser Wagen:
Wir halten an, um ein paar Orangen zu kaufen. Leider gibt es die nur in Großgebinden. Das ist uns dann doch zu viel. Stattdessen bestellen wir vier Kaffee und einen Kakao, damit der junge Mann wenigstens an uns ein bisschen verdient. Dadurch kommen wir zu einer längeren Pause. Sicherlich kann man Wasser für vier Nescaffee und einen Kakao zusammen heiß machen, aber man kann das auch für jeden einzeln. Und drei Löffel löslichen Kaffee in einen Pappbecher einfüllen und mit Wasser auffüllen und dann noch umrühren, kann halt auch dauern 😉 That´s Africa!!!!!! Wir nehmen es mit Humor und sehen uns ein bisschen um. Viel gibt es nicht zu sehen, viel Sand, eine Bahnlinie und diese Berge im Hintergrund.
Fortsetzung folgt….
Teil 1623. Feb. 2017
Weiter geht es auf der C12 Richtung Fishriver Canyon. Die Landschaft ist nicht sehr abwechslungsreich.
Es bilden sich teilweise kleine Windhosen und es sieht aus wie im Karl May Film
Wir kommen zum Canyon Roadhouse und wollen natürlich die Autowracks anschauen:
Nicht nur draußen auch drinnen gibt es viel zu sehen:
Nicht nur die Autos sind sehenswert:
Dann geht es weiter zur Canyon Lodge
Teil 1723. Feb. 2017
Bis zur Canyon Lodge sind es nur noch wenige Kilometer. Auf dem Weg sehen wir noch einige Strauße:
Dann erreichen wir die Canyon Lodge. Die Anlage gefällt uns auf den ersten Blick. Auf dem Parkplatz stehen nur wenige Autos.
An der Rezeption bekommen wir 2 Schlüssel mit aufeinanderfolgenden Nummern Wir gehen davon aus, dass die Zimmer nebeneinander liegen. Ich glaube fast, dass die Angestellt das auch annimmt. Leider ist das eine Fehlannahme. Wie sich herausstellt sind die beiden Häuser einige hundert Meter voneinander entfernt. In der Nähe der Rezeption gibt es kostenlos Kaffee und Plätzchen. Wir gehen damit auf die Terrasse und genießen die Sonne.
Fortsetzung folgt... Gute Nacht
Teil 1825. Feb. 2017
An der Rezeption wurde uns Hilfe für den Transport des Gepäcks angeboten, da die Häuschen in dem großen Lodgegelände weit ab vom Parkplatz liegen und nicht angefahren werden können. Wir warten auf der Terasse auf die Hilfe. Einige Zeit später kommen zwei Lodgemitarbeiterinnen und wir gehen zum Auto. Wir öffnen den Kofferraum und laden das Gepäck aus. Jede der beiden nimmt sich eine kleine Reisetasche und dann gehen die beiden los. Wir schauen ihnen ein wenig verständnislos hinterher. Ich hatte einen Rollwagen oder etwas ähnliches erwartet und wenn schon zwei zur Hilfe kommen, dann hätten es ja zumindest der Koffer oder die Trollies sein können oder zumindest 2 Gepäckstücke. Aber bevor wir uns so richtig beschweren können, sehen wir die beiden schon fast nicht mehr und wir beeilen uns hinter her zu kommen. Mein Mann und ich haben zumindest deutlich mehr zu puckeln als die Damen. Wir gehen durch eine sehr gepflegte Gartenanlage. Rechts und links vom Weg stehen kleine Steinhäuser, die teilweise in den Feld hineingebaut sind. So ist jedes Haus ein Unikat.
An einer Wegkreuzung warten die beiden auf uns und zeigen dann auf ein Schild. Jetzt sehen wir, dass unsere Häuser in unterschiedliche Richtung ausgeschildert sind. Was soll das denn jetzt? Wir teilen uns auf und folgen jeweils einer der Dame und erreichen unser Häuschen. Beim Eintreten stellen wir fest, dass es sehr schön eingerichtet, aber auch sehr dunkel ist. Im namibischen Sommer sicherlich vorteilhaft. Die Vorhänge sind zugezogen. Das scheint sowieso in Namibia üblich zu sein. In fast allen Unterkünften waren die Vorhänge, sofern vorhanden, zugezogen. Dabei wäre es ja im Winter eher angenehm, wenn ein wenig Sonne die Zimmer etwas aufwärmt. Auch hier gibt es wieder einen Wasserkocher mit Kaffee und Tee Auswahl. Die drei Betten haben Moskitonetze und das Bad ist klein, aber zweckmäßig.
Mein Mann, meine Tochter und ich ziehen los, um das Haus meiner Eltern zu suchen. Wir müssen eine wenig Suchen und fragen uns warum unser Häuschen folgende Nummern haben. Das Nummerierungssystem ist nicht nachvollziehbar. Alle zusammen gehen wir auf Entdeckungstour. Von unserem Haus aus, führt ein Weg weiter vom Lodegelände weg. Wir folgen dem Weg und landen beim Pool. Am Pool baden treffen wir zwei uns bereits bekannte Jungs. Es sind die selben, die schon in der Kalahari Anib Lodge gegen die Kälte immun schienen. Wir werden uns immer mal wieder über den Weg laufen. Der Pool liegt sehr einsam zwischen den Felsen. Sehr schön.
Bald ist es auch Zeit für den Sundowner. Von der Terrasse aus führt ein Weg den Felsen hinauf. Wir klettern dort hoch und müssen immer wieder stoppen, um Fotos in alle Richtungen zu machen.
Oben angekommen entdecken wir eine in den Felsen eingebaute Bar. Wir besorgen uns alle ein Getränk und schauen uns weiter um. Die Aussicht ist wirklich sehenswert. Man hat einen tollen Rundumblick.
Nach dem Sonnenuntergang klettern wir wieder den Fels hinunter. Dabei finden wir einen Abzweig, der uns fast in Höhe des Häuschens meiner Eltern aus den Felsen heraus kommen lässt. Vor uns steht ein Oryx, der sich an dem schönen grünen Gras gütlich tut, das gerade bewässert wird. Wir schauen ihm ein bisschen zu und gehen dann zu unserem Chalet, um uns fürs Abendessen fertig zu machen.
Das Abendessen wird in Buffetform angeboten und hat wie in allen Gondwana Lodges eine gute Auswahl. Nach dem Essen können wir uns neben der Rezeption eine Wärmeflasche füllen lassen. Trotz der Klimaanlage mit Heizfunktion, nehmen wir das Angebot gerne an.
Am Häuschen angekommen, setzen wir uns noch einmal auf die Terrasse, um den fantastischen Sternenhimmel zu betrachten. Dach bald legen wir uns zu den Wärmeflaschen in die Betten.
ENDE TAG 4
Fortsetzung folgt.....
Teil 1928. Feb. 2017
TAG 5: 17.Juli 2016 Fishriver Canyon - Aus, Dersert Horse In
Wir gehen wieder gegen 8.oo Uhr gemütlich zum Frühstück (unser Kind ist mit mal wieder nur mit Mühe und Not wach zu bekommen), nachdem wir schon ein bisschen die frische Morgenluft geschnuppert haben und uns noch ein wenig auf dem Lodgegelände umgeschaut haben. Meine Eltern sind schon beim Frühstück und haben ein sehr lecker aussehendes Omelett geordert. Das Frühstücksbuffet macht einem die Auswahl wieder einmal sehr schwer, weil man alles probieren möchte, aber natürlich nicht kann. Vor allem die vielen dunklen Brotsorten möchte ich hier erwähnen. Sehr lecker. Nach dem Frühstück gehen wir zu unseren Chalets und packen. Wir hatten im Koffer noch 2 faltbare Reisetaschen eingepackt, in diese packe ich jetzt alles das, was wir für die nächste Unterkunft benötigen, damit wir nicht alles immer ein- und auspacken müssen. Die warmen Kleidungsstücke, wie Fließjacken, Anorak, Mützen, Schals und Handschuhe, packe ich separat zusammen, weil man die ja gar nicht unbedingt überall braucht und dann ja immer noch aus dem Auto holen kann. Diese Tasche bleibt von jetzt an im Auto. Dann muss der ganze Plunder wieder ins Auto geschleppt werden. Auf den Natursteinwegen machen die Trolleyrollen einen Heidenlärm und wir tragen die Taschen lieber. Diesen Lärm hatten wir heute morgen schon vor Sonnenaufgang zur Genüge, da nicht jeder bereit ist seine Tasche zu tragen. Dann noch zur Rezeption und die Getränke bezahlt, einen Tipp in die Box und gegen 9.30 Uhr geht es los. Wir hatten uns gestern beim Abendessen bereits gegen die landschaftlich sehr reizvolle Strecke am Oranje vorbei entschieden. Unsere Tochter war sehr gegen eine noch längere Autofahrt als nötig. Wir fahren am Canyon Village vorbei Richtung Canyon. Diese Lodge liegt nur unweit der Canyon Lodge vor einem Feldmassiv. Im Vorbeifahren kann sie uns von der Lage und von der Anlage nicht überzeugen und wir sind froh, dass wir die Canyon Lodge gebucht hatten. Bis zur Einfahrt zum Canyon View Point sind es nur wenige Kilometer. Es gibt ein Büro wo man den Permit bezahlt und sich in die obligatorische Liste einträgt. Das Autokennzeichen sollte man in Namibia immer kennen, wenn nicht, dann weiß man es bestimmt nach dem Urlaub auswendig. 😉 Vor dem Office steht ein Baum in voller Blüte, mitten im Winter. Die Blüten leuchten wunderschön in der sonst kargen und von Steinen und Sand geprägten Landschaft.
Wir fahren weiter zum Viewpoint. Dort stehen ca. 10 Autos. Wir sehen uns die Plakate an und schauen dann wir die anderen hier auch in den Canyon.
Dann Laufen wir am Canyon Rand vorbei und bauen einige Steintürmchen. In Norwegen hat uns das schon viel Spaß gemacht. Leider ist der Wind so stark, dass die Türmchen meistens wieder umkippen. Aber ein Erfolgserlebnis ist uns dann doch vergönnt 🙂
Als wir sehen, dass ein Reisebus von rechts kommt, obwohl dort keine Straße mehr zu erkennen ist, fahren wir auch mit dem Auto in diese Richtung. Dort steigen wir immer mal wieder aus, um in den Canyon zu schauen.
Am Canyonrand gegenüber kann man im Dunst die Fishriver Lodge erahnen.
Dabei entdecken wir im Felden eine Gesicht. Suchspiel: Wer findet das Gesicht?
Anschließend fahren wir zurück zum Viewpoint und von da die Straße zu den weiteren südlich gelegenen Viewpoints. Der Weg ist sehr schlecht zu fahren. Teilweise nur im Schrittempo. Damit bräuchenten wir für die 18 km bis zum südlichen Viewpoint und zurück bestimmt Stunden. Da wir noch nach Aus müssen, ist uns das zu lang, aber selbst wenn nicht, würden wir wahrscheinlich nicht noch weit fahren. Die Strecke ist einfach zu schlecht. Dicke spitze Steine, ausgefahrene Fahrspuren, das Risiko eines Platten dürfte hier sehr hoch sein. Außerdem ist keiner von uns 5 so begeistert vom Canyon, dass er oder sie weiter möchte.
Ich habe schonmal hier im Forum geschrieben, dass ich beim Blick in den Canyon immer die Schaufelradbagger vermisst habe. Wenn man in den Braunkohletagebau Garzweiler reinschaut, dann sieht das ganz ähnlich aus wie hier am Canyon, nur eben mit vielen riesigen Schaufelradbaggern. Ich kann mir vorstellen, dass eine Wanderung durch den Canyon ein wirklich tolles und lohnendes Erlebnis ist, aber nur eine Besichtigung von oben war für uns alle kein besonderes High Light.
Wir fahren zurück Richtung Aus und überqueren auf der Fahrt wieder den "Löwen". Diesmal fahren wir durch Seeheim und dann nach Westen.
Fortsetzung folgt.....
Teil 2001. März 2017
Die Strecke nach Aus ist weitestgehend unspektakulär und lässt sich gut fahren. In Aus angekommen befragen wir den Garmin nach einer Tankstelle. Wir werden in die Siedlung geleitet, hier sieht es allerdings ganz bestimmt nicht nach einer Tankstelle aus. Es laufen Kinder und Hunde über sie Sandpiste zwischen den Häuschen und Hütten. Frauen hängen Wäsche auf. Es wird gewunken und gegrüßt. Wir halten an und fragen eine Frau mit drei Kindern nach der Tankstelle. Da kommen drei Halbstarke auf uns zu und sagen etwas, dass ich im Auto nicht verstehe. Die Frau an meinem Fenster wird laut und vertreibt die drei jungen Männer. Sie erklärt uns den Weg zur einzigen Tankstelle im Ort. Wir geben ihr ein paar kleine Haribo Tütchen und meine Tochter gibt dem kleinen Mädchen auf dem Arm der Mutter eine rosa Haarspange. Sie hatte extra zu Hause aussortiert, um Sachen für die Kinder in Namibia mitzunehmen. Die Mutter bedankt sich und wir fahren winkend weg. Im Rückspiegel kann ich sehen, dass sie den drei jungen Männern von eben nochmal etwas nachruft.
Wir fahren wieder zurück zur Teerpad und fahren an der gegenüber liegenden Seite wieder ab. Hier sieht Aus anders aus. Hier gibt es Steinhäuser. Als erstes kommen wir an einem sehr großen pompös wirkenden vergitterten Gebäude vorbei. Es ist die Polizeistation. Dann fahren wir an einem Hotel vorbei, ein Stück weiter finden wir die Tankstelle bzw. den Supermarkt. Auf der Front des Hauses ist eine Namibiakarte gemalt.
Während mein Mann den Wagen betanken lässt, sehen wir uns im Laden um. Es ist sehr dunkel drinnen, aber es scheint so ziemlich alles zu geben, was man so brauchen könnte. Sowohl Lebensmittel als auch Korbwaren finden sich in dem kleinen Laden. Eine Kühltruhe mit Eis lockt uns alle und wir suchen uns ein leckeres Eis am Stiel aus. Wir bezahlen Eis und Diesel und verlassen den Laden. Draußen wird gerade der Staub von den Scheiben gewaschen, das gibt natürlich ein Trinkgeld. Dann fahren wir die letzten 5 km zum Desert Horse In. An der Rezeption geht alles schnell und wir bekommen die Schlüssel für ein Doppelhäuschen. Da wir nur mit Frühstück gebucht haben, werden wir gefragt, ob wir Abendessen möchten. Wir beschließen das Abendbuffet zu nehmen, was sich auch später als gute Entscheidung herausstellt. Man kann mit dem Auto direkt an die Häuschen ranfahren. Da wir ja diesmal nicht alles auspacken müssen, sind wir schnell fertig und können uns einen Kaffee mit Plätzchen auf der Terrasse gönnen. Die Häuser sind sehr geräumig mit Sitzecke und komplett abgetrenntem Bad. Die Fenster haben alle Moskitonetze. An der Decke befindet sich ein Ventilator. Eine Klimaanlage oder eine andere Heizmöglichkeit gibt es nicht.
Auf der Terrasse haben wir bereits Besuch:
Wir machen noch eine kleine Runde, um die Lodge. Die Sonne wird bald unter gehen. Vor der Lodge gibt es eine Gehege mit einem Kälbchen. Ein Stück weiter sieht man einen Roundpen in dem zwei Stuten mit Fohlen stehen. Eine Frau und zwei Jungen sind bei den Pferden. Ich frage, ob wir uns die Pferde anschauen dürfen. Das wird bejat. Kurz darauf werden wir von mehreren Hunden begrüßt.
Es stellt sich raus, dass hier die Besitzer der Lodge wohnen. Sie züchten Distanzpferde und haben auch schon Verpaarungen mit Desertwildpferden versucht. Die Frau spricht deutsch und erzählt, dass ihr Eltern aus Deutschland und Österreich stammen und sie freut sich mit uns Deutsch zu sprechen. Mit den Kindern spricht sie Afrikaans. Die Zucht mit den Wildpferden hat aber nicht den Erfolg gebracht, den sie sich versprochen haben. Die Pferde sind tatsächlich härter im Nehmen, aber leider auch sehr viel eigensinniger als die Araber-Berber, die sie sonst züchten. Die Wildpferde lassen sich schlichtweg nicht so treiben im Rennen. Sie haben eben gelernt ihre Kraft gut einzuteilen und nicht zu verschwenden. Rennen ist nicht ihr Ding. Schlaue Pferde 😉 Sie fragt, ob wir mit zum Kalb kämen, dass bekäme jetzt die Flasche.
Der jüngste Sohn präsentiert uns stolz "sein" Kalb. Es wurde auf der Farm gefunden und war in sehr schlechtem Zustand nach der Geburt. Da die Wege so weit sind, konnte die Mutter nicht mit zur Farm, aber das Kalb kam hier her. Die Frau erzählt uns, dass sie im Jahr davor fünf Kälber mit der Flasche groß gezogen haben. Die Rinderzucht wird immer schwieriger. Bisher lebten sie vom Export nach Südafrika, aber die Auflagen in Südafrika bezüglich Impfungen und Veterinärchecks sind mittlerweile so hoch, dass sich das wohl nicht mehr lohnt. Dazu kommt die allgegenwärtige Dürre. Wir unterhalten uns noch eine Weile. Die Kinder machen Home-School. Sie unterrichtet die Kinder nach vorgegebenen Unterlagen. Sie erzählt, dass sie Glück haben in der Nachbarschaft mehrere Kinder im gleichen Alter zu haben. So kann man schonmal auch zusammen lernen. Die Nachbarschaft ist im Umkreis von 150km!!!!!!!! Als es dunkel wird, verabschieden wir uns und gehen zurück zum Zimmer.
Wir gehen noch zum Essen ins Haupthaus. Es gibt eine reiche Auswahl auch an vegetarischen Speisen und der Wein, den wir bestellen schmeckt uns sehr gut. Auf der Terrasse trinken wir noch einen Schlummertrunk und gehen schlafen.
ENDE TAG 5 Fortsetzung folgt...
Teil 2104. März 2017
TAG 6: 18. Juli 2017 Aus - Lüderitz
Heute wollen wir zuerst zum Vieuwpoint nach Garup die Wildpferde beobachten und zur deutschsprachigen Führung nach Kolmannskuppe. Die Führungen finden um 9.oo oder um 11.oo Uhr statt. Da es ca. eine Stunde Fahrt bis Kolmannskuppe sind, wird es wohl auf die 11.oo Uhr Führung herauslaufen. Am Swimmingpool des Desert Horse In hängen Plakate zur Geschichte der Desert Horses. Sie sind genauso wie die amerikanischen Mustangs keine wirklichen Wildpferde, sondern verwilderte Hauspferde, die vor allem durch das deutsche Militär nach Afrika gebracht wurden.
Über die B1 kommt man nach nur wenigen Minuten zum Abzweig zum Wildpferdebeobachtungspunkt. Wir sind noch nicht weit in die Zufahrt reingefahren, da steht links neben dem Weg schon das erste Pferd. Ein dunkel brauner Hengst knabbert dort an sehr dornigem Gestrüpp und guckt uns interessiert entgegen. Wir halten nur wenige Meter neben dem Pferd. Das lässt sich nicht stören.
Nach ein paar Fotos und ein bisschen Beobachten fahren wir weiter zum View Point. Dort ist ein Unterstand mit Sitzmöglichkeit, um die Pferde an der Tränke zu beobachten. Einige hundert Meter entfernt sind vereinzelt ein paar Pferde zu sehen. Wir warten, ob sie näher kommen, aber sie entfernen sich eher vom Viewpoint.
Ein paar Strauße sind auch zu sehen
Da wir ja nach Lüderitz wollen fahren wir zurück zur Straße. Die Strecke zieht sich trotz (oder vielleicht auch wegen) der Teerpad.
Die einzigen Abwechslungen auf der Fahrt entlang der Bahnlinie, ist ein entgegenkommender Zug (ja, es gibt tatsächlich nicht nur Bahnlinien, nein, es fahren auch Züge. Ich habe leider versäumt ein Beweisfoto zu machen.) und eine Baustelle.
Die ehemalige Diamantengräber Stadt sieht man schon von der Straße aus.
Kurz vor der Einfahrt nach Kolmannskuppe steht diese Schild.
Am Tor bezahlen wir den Eintritt und fahren bis vor das renovierte frühere Freizeitheim. Wir sind noch früh dran und schauen uns schon ein bisschen um.
Der Parkplatz füllt sich allmählich mit überwiegend Geländewagen. Wir betreten das große Gebäude über die Freitreppe. In der Türe werden wir von einer Frau empfangen, die uns geradeaus weiter schickt in die Turnhalle. Dort soll die Deutsche Führung losgehen. In dem großen Saal sind schon ca. 20 Leute. Kurze Zeit später kommt ein Schwarzer, der uns in Deutsch herzlich begrüßt. Er erzählt über das Gebäude und seine Funktion. Dann geht es nach draußen. Uns wird das restaurierte Gebäude gezeigt indem jetzt die Verwaltung untergebracht ist, dann geht es zur ehemaligen Metzgerei und zur Bäckerei. Die Erklärungen zum Leben vor hundert Jahren in der Wüste sind sehr interessant, allerdings ist die Lobhuddelei auf die Errungenschaften der Deutschen teilweise doch etwas dick aufgetragen und ich hätte mir mehr kritische Anmerkungen zum Umgang mit den einheimischen Arbeitern gewünscht. Zum Abschluss der Führung werden wir in die Kegelbahn geführt.
Anschließend können wir uns noch selber umsehen. Da es mittlerweile sehr warm geworden ist, besucht nur mein Mann das ehemalige Schwimmbad und das Krankenhaus.
Meine Mutter, meine Tochter und ich gehen in der Zwischenzeit ins Caffee und bestellen Apfelkuchen mit Kaffee und Kakao. Als meine Tochter das Smartphone zückt zeige ich auf das Schild hier:
Dieses Schild werden wir noch öfters sehen in Nambia.
Anschließend sehen wir uns noch im Souvenirshop um und kaufen eine Tüte voll Halbedelsteinen. Dann fahren wir Richtung Lüderitz weiter.
Fortsetzung folgt....
Teil 2204. März 2017
Aus dem Auto sehen wir die sogenannte "Geisterstadt" am Horizont verschwinden.
Kurze Zeit später erreichen wir Lüderitz. Genau wie in Hollywood hat man hier den Namen in großen Lettern in den Berg gesetzt, damit auch jeder weiß wo er jetzt ist.
Wir fahren in die Stadt, wo jetzt um die Mittagszeit nicht viel los ist. Der Funke will bei uns aber nicht so richtig überspringen und wir entscheiden uns nach Bitten unserer Tochter an den "Strand" zu fahren. Wir biegen auf die Straße mit der Beschilderung "Große Bucht" ein und folgen ihr ein Stück.
Es dauert nicht lange, da können wir das Meer sehen. Es glitzert in der Mittagssonne und man kann dabei schnell vergessen, dass das Wasser selbst im namibischen Sommer nicht wirklich warm sein soll und jetzt im Winter wahrscheinlich saukalt sein dürfte.
Als wir in eine Bucht reinfahren, sehen wir hunderte Flamingos. Es ist Ebbe und die Bucht ist nur von kleinen Wasserläufen durchzogen. Der größte Teil liegt trocken. Die Wasserpflanzen leuchten in grün, rot und lila Tönen.
Es ist menschenleer. Wir halten an und laufen zum Wasser. Meine Tochter findet ein paar Muscheln. Schnell die Schuhe und Strümpfe ausgezogen und ab zum Wasser. Es ist wärmer als erwartet. Nordsee zu Pfingsten fühlt sich auch so an. Da die Rinnsale nicht sehr tief sind kann die Sonne das bisschen Wasser schon ganz ordentlich erwärmen. Die Flamingos scheinen überwiegend Siesta zu halten. Ich wate durch das Wasser in ihre Richtung, um sie besser fotografieren zu können. Es scheint die Vögel nicht besonders zu stören. Die Wasserpflanzen sehen wie Heidekraut aus und fühlen sich unter den Füßen auch so ähnlich an.
Nachdem wir einige Fotos gemacht haben, suchen alle Muscheln. Unsere Tochter findet sogar 2 Schwämme. Die Sonne ist angenehm warm, das Wasser nicht zu kalt und die einzigen Geräusche sind die Schreie der Möwen. Wir haben die ganze Bucht für uns alleine. So fühlt sich Urlaub an. Nach all der vielen Fahrerei tut es gut einfach mal hier im Sand zu sitzen und sich von der Sonne wärmen zu lassen. Das Kind hat mittlerweile eine Tüte voll Muscheln gesammelt, die in den nächsten Tagen noch zu unangenehmen Gerüchen im Fortuner führen werden. 🤢 Wir verbringen 2 schöne Stunden am Strand und unsere Tochter ist wieder mehr bereit dazu Auto zu fahren. Wir folgen der Sandpad weiter um die Bucht herum, dabei sehen wir in den Felsen diese Springböckchen stehen.
Es ist immer wieder erstaunlich in welch karger Gegend Tiere überleben. Einige Kilometer weiter ist die Pad sehr nass, ein Stück weiter gibt es die Erklärung: Ein großes Tankfahrzeug wässert die Sandpad.
Wenn sich das Salzwasser mit dem Sand vermischt und dann das Wasser verdunstet wir die Fahrbahn fest wie Beton. Es folgen einige große Straßenbaumaschinen. Es scheint eine neue sehr breite Straße runter zur Bucht gebaut zu werden. Wir schlängeln uns an Radlader und LKW vorbei, um nach wenigen Kilometern festzustellen, dass wir in eine Sackgasse gefahren sind. Immerhin bietet uns das die Gelegenheit Lüderitz vom gegenüber liegenden Ufer zu fotografieren.
Der kleine Stopp dauert nicht lange und schon bald versuchen wir wieder an den Straßenbaumaschinen vorbei zu kommen. Die Bauarbeiten, die beim ersten mal noch freundlich winkten, sehen jetzt doch eher genervt aus. Die denken bestimmt auch: "Die blöden Touris."
Was mir wieder mal besonders auffällt ist, dass die Bauarbeiter alle immer vermummt sind. Sie tragen Mützen und haben die Schals hoch ins Gesicht gewickelt oder tragen so eine Art Skimütze, wo nur die Augen rausschauen. Das ist mir auch bei allen anderen Baustellen aufgefallen. Falls jemand eine Erklärung dafür hat, der möge das doch bitte einmal schreiben.
Da es jetzt doch schon später Nachmittag ist, fahren wir zurück. Wir fahren nach Lüderitz rein und fahren ein bisschen herum und fotografieren aus dem Auto einige der deutschen Straßennamen und ein paar Gebäude aus der deutschen Vergangenheit der Stadt.
Auch diesmal ist der Drang länger zu bleiben nicht wirklich groß und in Anbetracht der Zeit fahren wir zurück Richtung Aus. Auf der Strecke zurück sehen wir einige Oryxe, ansonsten ist die Fahrt genauso wie die Hinfahrt eher langweilig.
Der wartet wohl auf den Zug 😛 Kann ja länger dauern......
Teil 2304. März 2017
Am Viewpoin machen wir noch einmal halt, um die Pferde zu sehen. Diesmal ist weit und breit kein Tier zu sehen.
Ein deutsches Paar hat es sich mit einer beeindruckenden Fotoausrüstung auf der Motorhaube ihres Hilux bequem gemacht. Selbst wenn wir wollten, so ein Equipment hätten wir nirgendwo unterbringen können. Ganz zu schweigen, dass keiner Lust hätte ein Teleobjektiv zu schleppen, dass wahrscheinlich mehrere Kilos wiegt. Und da keine Pferde da sind, hilft auch die beste Kamaraausstattung nicht weiter. Dafür werden wir mit einem riesigen Mond über den Bergen belohnt. Toll so eine optische Täuschung.
Da aber die Pferde noch auf Futtersuche sind, fahren wir wieder. Gerade auf der B1 angekommen, sehen wir mehrere Geländewagen am Straßenrand stehen und auf der anderen Straßenseite drei Wildpferde. Wir fahren natürlich auch an den Strassenrand. Die beiden Hilux vor uns fahren weiter. Um so besser.
Zuerst machen wir natürlich ein paar Fotos aus dem Auto heraus, als das alles die drei Pferde nicht stört, steige ich aus. Dabei stellt sich heraus, dass die Pferde gar nicht so wild sind. Ein Junghengst scheint ziemlich neugierig und kommt auf mich zu. Was bei Hauspferden an natürlicher körpersprachlicher Kommunikation (Neudeutsch Natural Horsemanship) funktioniert, funktioniert hier genauso. Als ich mich etwas seitlich mit der Schulter in Richtung des Pferdes drehe, es nicht direkt anschaue und meine Hand zum beriechen hinhalte, nimmt der neugierige kleine Kerl meine Einladung an und kommt näher, um meine Hand zu beschnüffeln.
Währenddessen sehen wir, dass eins der Pferde ein fieses Dornengestrüpp in der Mähne hängen hat. Wir versuchen das gleiche. Dieses Pferd ist vorsichtiger. Der ältere Hengst zeigt deutlich was er von uns hält, nämlich gar nichts. Er geht einige Meter weiter, um dort an einem Dornbusch zu fressen.
Ich bin ja schon immer sehr erstaunt, dass meine Pferde auch Brombeersträucher fressen oder Disteln, aber das ist ja nichts im Vergleich zu diesen ca. 5 cm langen sehr spitzen Dornen, die diese Pferde hier vor sich haben.
Mit ein bisschen Geduld, gelingt es meiner Mutter die Stute von ihrem piksenden Ballast zu befreien. Als ein LKW naht beobachten wir, dass die Pferde nicht besonders ängstlich darauf reagieren. Leider. Wie ich nachlesen konnte, werden wohl immer wieder Pferde angefahren, was meistens weder für die Pferde, noch für die Fahrer gut ausgeht und wohl öfters den Tod der Tiere bedeutet.
Nach dem wir noch diverse Fotos und Filme gemacht haben, fahren wir zur Lodge zurück. Dort angekommen machen wir noch einen kleinen Rundgang und besuchen die beiden Oryxe. Eines ist weiß.
Nach ein paar Bildern von der Lodge treffen wir an der Rezeption den zweiten Besitzer der Lodge.
Er ist der Schwager der Pferdezüchterin. Wir unterhalten uns einige Zeit. Er erzählt, dass seine Eltern oberhalb der Lodge wohnen, aber derzeit in Swakopmund Freunde besuchen. Die rote Katze ist von ihnen und sucht, wenn sie nicht da sind Anschluss bei den Gästen. Wir unterhalten uns über unseren Tagesausflug, vor allem über Kolmannskuppe und die Kolonialzeit. Er erzählt uns viel neues zu dem Thema. Er hat sich sehr intensiv mit der Geschichte der Region beschäftigt und zeig uns noch Broschüren und Bücher zu dem Thema, die an der Rezeption zum Lesen ausliegen. Sehr spannend. Leider wird es schon Zeit für das Abendessen. Wir auch gestern Abend, wird die Menüfolge mündlich vorgetragen. Die Auswahl am Buffet ist wieder gut und es schmeckt uns allen sehr gut. Wir lassen dies dem Koch ausrichten, der später selber kommt, um sich zu bedanken. Dann wird das Licht ausgemacht und das ganze Personal kommt singend mit einer Torte zum Nachbartisch. Da hat wohl jemand Geburtstag. Es klingt besser als viele Chöre, die wöchentlich üben. Ich denke nicht, dass das Personal Zeit hat Geburtstagsständchen zu üben. Von mir aus, dürfen sie gerne noch weiter singen, aber leider ist es schon bald zu Ende 🙁 Die Gesangseinlage wird mit lautem Applaus der Gäste belohnt. Nach dem Essen gehen wir in die unterhalb liegende Bar. Unsere Tochter hat dort ein Schachspiel entdeckt und fordert ihren Papa zu einer Partie heraus. Es wird allerdings eine trockene Veranstaltung, da an der Bar trotz Betätigung der Klingel lange niemand erscheint. Gegen 21.00 Uhr gehen wir zu unserem Häuschen und liegen wie immer früh im Bett.
ENDE Tag 6 Fortsetzung folgt........
Teil 2406. März 2017
TAG 7 Von Aus über die D707 nach Sesriem
Nach einem reichlichen Frühstück packen wir das Auto und fahren los. In Aus an der und jetzt ja schon bekannten Tankstellen lassen wir voll tanken, da es wahrscheinlich bis Sesriem keine Möglichkeit mehr gibt. Wir wollen die Strecke über die C13, die brühmte D707 und C27 nehmen. Laut Karte ca. 350 km und ca. 5-6 Stunden Fahrzeit. Aber diese Route kam uns spannender vor als die Strecke über Helmeringshausen. Schon nach wenigen Metern auf der C13 ist uns klar, dass die Strecke volle Aufmerksamkeit beim Fahren brauchen wird. Der Grader war wohl schon länger nicht mehr hier gewesen und die Strecke ist teilweise sehr tiefsandig. An Straßenrand stehen Rinder. Allerdings vor dem Zaun und nicht dahinter. Wir sind etwas irritiert. Nach einigen hundert Metern sehen wir, dass der Zaun umgefallen ist. Wir beschließen im Dersert Horse In anzurufen, um da Bescheid zu sagen. Die werden ja vielleicht wissen wem das Farmland hier gehört. Mein Mann ruft an und erklärt wo wir jetzt genau sind und wo die Rinder stehen. Man bedankt sich. Wir hoffen, dass die Nachricht beim richtigen ankommt, aber mehr können wir jetzt wohl nicht tun. Hier kann man die viel beschriebene große Weite wirklich erleben.
Ich kann mich überhaupt nicht satt sehen an dieser Landschaft. Obwohl wir nicht das magische Sonnenauf- oder untergangslicht haben, sind die Farben beeindruckend. Meine Eltern sind nicht so hingerissen. Sie sagen wer einmal im Himalaja war, der kennt das größte Farbenspiel von Felsen überhaupt. Trotz der spärlich vorhandenen Vegetation sehen wir immer wieder Springböcke oder Oryxe.
Wir biegen auf die D707 ein und entdecken nach ein paar Kilometern dieses riesige Webervogelnest.
Immer wieder halten wir an, um einfach nur die Landschaft zu bestaunen. Mein Mann und ich wechseln uns ab beim Fahren, weil die Streck tatsächlich anstrengend zu fahren ist. Zeitweise benutzen wir den Allradantrieb. An einer Stelle ist der Sand so tief und die Spurrinnen so tief eingefahren, dass das Auto fast nicht mehr lenkbar ist. Das Auto fährt wie ferngesteuert. Bei Tempo 80 muss ich ein bisschen gegen aufkommende Panik ankämpfen. Jetzt nicht bremsen und zu stark lenken. Fuß vom Gas und das Auto langsamer werden lassen, aber nicht stehen bleiben. Ich bin nicht sicher, ob wir dann noch rauskommen. Zumindest nicht ohne Luft abzulassen. Da wir keinen Kompressor oder auch nur eine Fußpumpe dabei haben, möchten wir das vermeiden. Irgendwie fühlt sich die Zeit viel länger an, als das tatsächlich für dieses kleine Stück gedauert haben kann. Blöd, dass der Sand ausgerechnet in einer Kurve am tiefsten ist. Ich halte danach erst einmal an und schaue mir die Straße nochmal genauer an. So schlimm sieht das jetzt gar nicht mehr aus. Es war wohl eher das Überraschungsmoment, das mich aus dem Konzept gebracht hat.
In Betta soll eine Tankstelle sein, wir müssen nicht tanken, aber evtl. gibt es dort ein kaltes Getränk oder sogar ein Eis. Betta einen Ort zu nennen, ist schon fast zu viel. Eine Ansammlung von Hütten im Nirgendwo. Die Tankstelle ist geschlossen. Aber auch wenn sie geöffnet wäre, glaube ich nicht, dass wir hier etwas hätten kaufen können. Ca. 50 Kilometer vor Sesriem durchfahren wir auf der C27 im Namibrand Naturreservat dieses Hochplateau.
Das ist einfach wunderschön. Ich könnte stundenlang hier stehen und gucken. Dann sehen wir auf dieser großen Ebene ein Flugzeug stehen und nicht weit davon entfernt im Berg Häuser. Es dürfte sich um eine Lodge handeln. Traumhaft gelegen. Es müsste die Sossusvlei Desert Lodge sein. Die Internetbilder sehen noch viel traumhafte aus. Fully inclusiv schlappe 10.000N$ p.P. die Nacht. Aber dafür wird man auch kostenlos am Airstrip abgeholt. Und Ausflüge sind auch im Preis enthalten. Wenn ich mal groß bin, dann machen wir da auch mal Urlaub 😉 Überhaupt hat mir die Strecke C27 viel besser gefallen als die D707. Ich denke, diese hochgelobte Pad macht nur richtig Sinn, wenn man dort übernachtet. Sollten wir nochmal dort fahren, würde ich die Strecke über Helmeringhausen und evtl. den Abstecher zum Schloß Duwisib machen oder aber D707 extrem und da eine ganze Woche verbringen in den unterschiedlichen Unterkünften entlang der Pad. Dann wir es auf die letzten Kilometer nochmal spannend. Wir suchen die Sossuvlei Lodge. Sollte doch eigentlich gar nicht so schwer sein, aber in der T4A ist die Lodge falsch eingetragen und da unser vom Reiseveranstalter programmierter Garmin schon des Öfteren daneben lag mit seinen Angaben, glauben wir ihm nicht, dass wir auf der C27 bleiben müssen, sondern folgen der D845/C19. Da liegen diverse Lodges, nur nicht unsere. Nach einigem Suchen schauen wir auch in der Karte, die im Iwanowski Reiseführer beiliegt nach und stellen fast, dass der Garmin und der Iwanowski sich einig sind. Also weiter bis zur D826 und von dort Richtung Westen. Gegen 16.00 Uhr sind wir dann endlich an der Lodge.
Fortsetzug Folgt...
Teil 2509. März 2017
Wir parken direkt vor der Lodge. Es stehen viele Autos davor, aber wir finden einen überdachten Stellplatz ziemlich nah am Eingang. Das Gebäude und der Garten sehen sehr gut gepflegt aus.
Zugang zur Rezeption
Direkt neben der Rezeption steht Kaffee, Tee und Kekse. Ein Kaffee kommt nach der langen staubigen Fahrt sehr gut. Auf den Sesseln im vorderen Bereich des Raums sitzen viele Jugendliche mit ihren Smartphones. Aha, hier gibt es wohl free WiFi 😉 Wärend mein Mann in der Schlange an der Rezeption ansteht, gehe ich mit meinem Kaffee auf die Terrasse. Mir gefällt diese Lodge von Anfang an, obwohl sehr groß, wirklich gut.
Fantastische Aussicht von der Terrasse
Dann entdecke ich ein Stück entfernt einige Hühner und Webervögel, die emsig picken. Später sehen wir, dass dort auch ein Wasserloch ist und der Koch Brotkrümel dort ausschüttet.
Vögel am Wasserloch
Mein Mann hat die Schlüssel und ein Mitarbeiter begleitet uns zu unseren Zeltchalets. Schon im Vorbeigehen finde ich diese Unterkünfte klasse. Da bekommt man direkt ein Safari Gefühl. Die Zelte haben zwei Dächer. Ich sehe zwischen den Zeltplanen immer wieder etwas huschen. Katzen!!!!!! Einige davon werden uns heute Nacht noch wecken. Die Tiere sind allerdings extrem scheu. Ich schaffe es weder jetzt noch später Fotos von den Untermietern oder besser gesagt Obermietern zu machen. Leider sehen die meisten auch nicht wirklich gut genährt oder gepflegt aus. Eine Kastrationsaktion von Seiten der Lodge wäre hier eine sehr sinnvolle Maßnahme. Meine Eltern haben das Zelt direkt hinter unserem. Wir betreten unser zu Hause für die nächsten 2 Nächte. Das Bad und der Flur sind gemauert. Zum Zeltteil gibt es noch eine abschließbare Zwischentür. Das ist wirklich sinnvoll, weil man seine Sachen so im fest gemauerten Teil einschließen kann, wenn es denn einen Schlüssel gäbe auf der Zwischentüre. Der Haustürschlüssel paßt auch nicht. 🙁
Unser Zeltchalet von hinten
Unser Zeltchalet von vorne
Flur
Bad
Schlafraum
Da wir ja mittlerweile immer schon in der vorherigen Unterkunft für die nächste eine kleine Tasche packen, gibt es gar nicht so viel zu schleppen und einzuräumen und wir können noch die letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse bei einem Windhoek Lager, einem Savana und einem Appletiser genießen. Hier ist es selbst bei untergehender Sonne nicht sofort kalt. Mit Pulli oder Fließjacke lässt es sich gut aushalten.
Da wir alle den Tag über nichts vernünftiges gegessen haben, wollen wir früh zum Abendessen. Wir gehen durch den Garten zur Restaurantterrasse. Auf den Tischen stehen Laternen und auch sonst gibt es keine künstliche Beleuchtung. Im Grillbereich gibt es in der Mitte eine Feuerstelle. Das wirkt alles sehr romantisch und gemütlich. Wir sehen uns nach einem Tisch um. Direkt vor uns ist ein Tisch für 5 Personen eingedeckt, allerdings zieht es hier sehr, da der Tisch im Randbereich und nicht so gut geschützt liegt. Wir steuern auf einen anderen Tisch zu als wir feststellen, dass es wohl soetwas wie eine "Anmeldung" gibt, wenn man vom Haupthaus auf die Terrasse kommt. Da wir von der anderen Seite kamen, haben wir das nicht gesehen. Ein weißer Mann mit Glatze hat eine großes Buch in der Hand und verteilt die Plätze. Als wir an der Reihe sind und einen Tisch für 5 wollen, führt er uns (ziemlich arrogant wirkend) zu dem zugigen Fünfer-Tisch. Als wir ihn um einen anderen Tisch bitten, da es hier so zieht, sieht er keine Möglichkeit, weil er keinen anderen Tisch für 5 hat. Als wir auf ein paar nicht eingedeckte Tische weisen, nuschelt er etwas und dreht sich einfach um und geht. Da ist man ja doch in Versuchung nochmal hinzugehen und zu fragen, ob er sie noch............... Außerdem denke ich: Arrogantes A...........! Naja, aber wie war der schöne Spruch: Man kann sich den ganzen Tag ärgern, man ist aber nicht dazu verpflichtet. Also, noch einmal zurück zum Zelt und ein Paar Tücher geholt. Damit im Nacken macht der Zug auch nichts mehr. Im Laufe des Essen legt sich der Wind dann auch noch, wie schön.
Abendessen (endlich warm genug, um draußen zu essen, herrlich!!!)
Im Restaurant gibt es eine sehr reichhaltiges Vorspeisen und Nachtischbüffet. Alleine die Vorspeisen alle durchzuprobieren dürfte schon schwierig werden. Und dann die Grillzone. Es gibt einen Bereich mit einer großen Auswahl an Fisch, dann einen mit 9!!!! verschiedenen Fleischsorten und eine "Chinaecke" Dort wird am Wok frisch zubereitet. Lekker. Die Männer testen sich durch (fast) alle Fleischsorten durch, die Frauen durch den Fisch und alle finden das Wokgemüse super. Nach dem Essen rollen wir in unsere Zelte. Wir genießen wir fast jeden Abend den traumhaft schönen Sternenhimmel noch einige Zeit und gehen schlafen.
ENDE Tag 7
Teil 2612. März 2017
TAG 8: 20.Juli 2017
In der Nacht hören wir die Katzen auf dem Zeltdach rumoren und streiten. Ab ca. fünf Uhr wird es allgemein recht laut. Sei es, weil man lautstark redend zum Auto läuft oder wieder mal die Trolleys raternd über die Wege gezogen werden.Ich drehe mich nochmal um, weil wir Vortags beschlossen haben den run zum Vlei in aller Frühe nicht mitzumachen und wenn man nicht zum Sonnenaufgang da ist, dann ist es ja auch egal, wann man rein fährt. Kurz vor 9 Uhr sind wir auf der Terrasse. Wir suchen uns einen Tisch in der Sonne. Außer uns sind noch zwei Familien an einem anderen Tisch da zum Frühstück. Drinnen sitzen auch noch einige wenige Menschen. Vor den Bergen hat sich eine Nebelbank gebildet, die in der trockenen und dürren Landschaft unwirklich aussieht.
Das Frühstücksbuffet ist wiedermal reichlich. Vor allem die Auswahl an unterschiedlichem frischen Obst ist die beste der ganzen Reise. Allerdings gibt es keine Kaffeeselbstbedienung. Den Kaffee muss man beim Kellner bestellen und da wird es dann schwierig. Erstens einen Kellner zu finden und zweitens den richtigen dafür zuständigen 🙁 That´s Africa
Da die Rezeption nur 50 m entfernt ist, gehe ich nach drei erfolglosen Bestellungen und einer erfolgreichen, bei der zweiten Tasse Kaffee das Risiko nicht noch einmal ein und fülle meine Tasse in der Rezeption. Während wir die Sonne beim Kaffee genießen, sehen wir wie die Kinder vom Nachbartisch Richtung Wasserloch marschieren. Dort wird mit Steinen geschmissen und Stöcken geschlagen. Ich schaue immer wieder zu den beiden Elternpaaren herrüber, aber die sehen nicht eine Sekunde nach ihren vier Kindern. Als dann zwei Jungs anfangen wollen mit den Stöcken im Webervogelnest rumzustochern, reicht es uns. Doch bevor wir den Eltern die Meinung sagen können, sind die wohl mit dem Frühstück fertig und stehen auf. Sie rufen die Kinder und ziehen dann alle von dannen. Wir machen uns auf ins Vlei. Wir tanken an der Tankstelle, die zwischen Lodge und Gate liegt noch einmal voll und fahren zum Gate. Wie zu erwarten, ist am dort niemand anders und wir können nach den bekannten Formalitäten einfahren. Die Straße ist gut und wir schalten den Tempomat ein, damit wir nicht schneller als 60km/h fahren, weil wir gelesen haben, dass hier sehr oft Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. Das erste Stück ist eher langweilig, aber bald werden die Farben intensiver und die Dünen höher.
Einige Tiere wie Oryxe oder Springböcke stehen am Wegesrand.
Vor der Düne 42 stehen zwei Busse und mehrere Autos. Wir beschließen nicht anzuhalten und weiter zu fahren.
Als wir am 2x4 Parkplatz ankommen, ist dieser recht voll geparkt. Einige lassen gerade Luft aus den Reifen, andere füllen gerade wieder auf. Mitten auf dem Parkplatz im Schatten steht ein großes Gruppenrundreisefahrzeug. Die Guide bereitet gerade das Essen für die Reisegruppe, die gerade im Dead Vlei ist, vor.
Wir sehen uns noch ein wenig um. Es ist sehr viel los und auch auf dem Weg Richtung 4x4 Parkplatz sind viele Autos und Shuttles unterwegs. Wir beschließen ein Shuttle zu nehmen und uns dem Stress im Tiefsand nicht auszusetzen.
Fortsetzung folgt......
Teil 2717. März 2017
Sossuvlei - Dead Vlei - Sesreim Canyon
Wir starten mit dem Shuttle Richtung Dead Vlei. Man sieht eine Menge Spurrinnen im tiefen Sand. Wir sind noch nicht weit gekommen, da hat sich ein Tourist mit Fortuner festgefahren. Unser Shuttlefahrer fragt, ob Hilfe notwendig sei. Der Fahrer des Fortuner hält es nicht für notwendig zu antworten. Der Fahrer fragt noch einmal. Er erhält jetzt eine genuschelte Antwort, die aber eher durch die Gestik erkennen lässt, dass die Hilfe nicht erwünscht ist. Wir fahren weiter und unser Fahrer nimmt sein Funkgerät. Er erzählt seinem Kollegen wo der blöde Touri mit dem Fortuner sich festgefahren hat, und dass der auch keine Hilfe haben will. Sein Kollege soll doch da mal nachschauen. Beide lachen herzlich und ich denke, dass sie heute noch mehrfach an dem Fortuner vorbei fahren werden und sicher jedesmal herzhaft lachen.
Nach kurzer Fahrt halten wir an. Unser Fahrer zeigt in eine Richtung und meint, dass dort das Dead Vlei sei. Wir müssen ca. 10 Minuten laufen dahin. Bevor er fährt, sagt er, dass er uns in einer Stunde abholen wird. Uns ist zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass eine Stunde viel zu wenig Zeit ist.
Da wir nicht die einzigen sind, die in diese Richtung laufen, ist der Weg nicht wirklich schwierig zu finden. Es kommen uns zudem eine Menge Menschen entgegen. Es ist mittlerweile ganz schön warm geworden. Meinem Vater ist schon den ganzen Morgen nicht wohl, deshalb bricht die Wanderung ab. Er will zurück in den Schatten. Unter einer großen, ausladenden Akazie stehen Picknick-Bänke. Dort will er auf uns warten.
Zu viert gehen wir weiter. Viele Leute halten sich jetzt nach links und wollen wohl die Düne besteigen. Eine lange Reihe Menschen schlängelt sich den Dünenkamm hoch. Das gehen im Sand ist anstrengend und die Sonne brennt jetzt ganz ordentlich. Es kommen uns immer wieder Menschen mit knallrotem Gesicht, Nacken, Glatze oder Schultern entgegen. Sonnencreme und/oder Kopfbedeckungen scheinen nicht hoch im Kurs zu stehen. Warum auch? Wir haben ja Winter. Ich bin immer wieder über solchen Leichtsinn erstaunt. Ein paar dieser Krebse fragen uns, ob wir ein Foto von ihnen machen könnten. Klar, können wir. Als Gegenleistung bitte ich auch um ein Gruppenfoto von uns.
Meine Mutter und unsere Tochter beschließen auch zurückzugehen. Von wegen in 10 Minuten ist man im Vlei. Mein Mann und ich gehen weiter. Wir klettern eine kleine Sandwelle (Düne wäre zu viel gesagt) hoch und sehen das Dead Vlei unter uns liegen. Wir machen erst mal viele, viele Fotos. Es sind erstaunlich wenige Menschen im Vlei und man kann sogar einige Fotos ohne lebende Wesen drauf knipsen.
Als wir weiter wollen, fällt uns auf, dass es zeitlich sehr knapp werden wird. So eine Stunde ist verdammt schnell um, zu allem Überfluss trabt auch noch eine größere Menschengruppe gerade an uns vorbei. Wir beschließen lieber noch ein paar Meter rechter Hand zu laufen, wo keine Leute sind und uns die leeren Dünen in dieser Richtung anzuschauen.
Dann laufen wir die kleine Düne hinunter, wobei wir mehr rutschen als laufen. Das macht Spaß und durstig. Nach einem kleinen Trinkstopp und letzten Fotos laufen wir zurück zum Rest der Familie.
Als wir an den Bänken ankommen, ist die Stunde gerade rum. Es stehen und sitzen sehr viele Leute hier, die auf ihr Rückfahrt Shuttle warten. Als unser Fahrer auftaucht und wir einsteigen wollen, winkt er ab und zeigt auf eine Gruppe, die wohl schon länger wartet. Na toll, dann hätten wir uns ja nicht so beeilen müssen.
Meine Tochter zeigt auf ein paar Flaschenverschlüsse im Sand. In einem ist Wasser an dem mehrere Vögel trinken wollen. Sie zanken sich darum, dabei fällt der Verschluss um und das Wasser fließt raus. Unsere Tochter schüttet etwas Wasser aus ihrer Trinkflasche in die Verschlüsse. Sofort kommen Vögel, um zu trinken. Leider kippen die kleinen Behälter immer wieder um. Wir schneiden deshalb einer Flasche den Boden ab und füllen diesen mit Wasser. Die Vögel stürzen sich geradezu auf das Wasser. Einer fängt an zu baden. Es ist einfach schön, dabei zuzusehen. Da kommt das nächste Shuttle. Der Fahrer springt aus dem Auto und brüllt los, wer das Wasser dahingestellt habe? Alle schauen ihn entsetzt an und keiner sagt etwas. Ich bin auf Grund des unglaublichen Gebrülls so perplex, dass ich nicht antworte. Da der Mann weiter brüllt, kommt auch keiner dazu ihm zu antworten. Er geht zu den Plastikbehältern und tritt diese alle um. Dabei brüllt er, dass dies ein Naturschutzgebiet sei und sich so etwas nicht gehört. Ich denke, dass er den Plastikmüll in der Wüste meint und jetzt sauer ist, dass er den Müll einsammeln muss. Selbstverständlich, wollten wir unseren Flaschenboden wieder einpacken, sobald unser Shuttle kommt. Aber weit gefehlt, der Müll wird nicht aufgesammelt, sondern nur noch tiefer in den Sand getreten. Dabei brüllt der Shuttlefahrer, dass es nicht erlaubt ist, die Tiere zu füttern oder zu tränken und das wir das wissen müssen. Das wäre Natur und man dürfe da nicht eingreifen. Naja, dann sollte man aber auch keine Touristen hier her karren und hunderte Autos durch den Sand flügen lassen. Der Brüllaffe steigt wieder in sein Shuttle. Sobald er um die Ecke gefahren ist, stehen mehrere Leute auf und graben die Verschlüsse aus, um sie mit Wasser zu füllen. Ich muss lachen. Der pädagogische Nutzen des gebrüllten Vortrags war ja überragend. Als unser Shuttle kommt, nehme ich unsere Flaschenhälfte und packe sie in den Rucksack. Mittlerweile stehen unter dem Baum diverse Becher und Tassen aus denen die Vögel immer noch in Scharen trinken. Unser Fahrer scheint sich daran nicht zu stören. Meinem Vater geht es nicht wirklich gut. Ihm ist schwindelig und auch trinken hat diesen Zustand nicht deutlich verbessert. Es wird immer heißer. Ich wäre gerne noch ins Hidden Vlei gelaufen, aber unter diesen Umständen fahren wir lieber zurück. Auf dem Rückweg hat keiner mehr Lust auf die Düne 45 zu klettern. Es ist uns einfach zu warm.
Zuletzt machen wir noch einen Abstecher zum Sesriem Canyon. Wir klettern dort ein wenig rum und laufen ein Stück in den Canyon rein.
Dann fahren wir die wenigen hundert Meter zur Lodge zurück. Den Rest des Nachmittags verbringen wir am und teilweise im Pool. Nach dem Schwimmen klettern wir noch auf den Aussichtsturm und schauen den Sonnenuntergang an.
Das Abendessen ist wieder sehr gut und heute sind auch ein paar Tiere am Wasserloch zu sehen. Ich setze mich nach dem Essen auf die Mauer hinter der Lodge und beobachte die die Tiere beim Trinken und schaue mir den Sternenhimmel an. Einfach schön.....
ENDE Tag 8
Fortsetzung folgt
Teil 2823. März 2017
TAG 9: Sesriem - Walvis Bay
Heute steht ein langer Fahrtag an. Wir frühstücken wieder auf der Terrasse in der Sonne. Heute holen wir unseren Kaffee direkt an der Rezeption. Anfänglich ist die Fleecejacke noch angebracht, aber die Sonne hat Kraft und es wird bald wärmer. Nach dem Frühstück packen wir das Auto und bezahlen die Rechnung an der Rezeption. An der Tankstelle wird vollgetankt und noch Getränke und ein paar Kekse nachgekauft. Dann fahren wir los. Die Strecke ist nicht sehr spannend und teilweise schlimmes Wellblech. Es zieht sich. Als wir an der Rostock Ritz Lodge vorbei kommen, sind alle für eine Rast. Wir biegen in die Einfahrt mit den beiden riesigen Rs als Tor ein. In der Ferne sind Tiere zu sehen. Wir nehmen an, dass es wieder einmal Oryxe sind, aber das Fernglas sagt etwas anderes. Zebras!!!!!! Wir sehen unsere ersten Zebras (mir Ausnahme des Zebra Hinterteils auf der Auas Lodge). Leider führt der Weg von den Zebras weg, so dass wir sie nur aus der Entfernung bewundern können.
Als wir vor der Lodge anhalten sehen wir uns etwas um. Der Ausblick vom Pool über die Ebene ist unbeschreiblich. Da könnte man es ein paar Tage aushalten.
Wir betreten die Lodge. Wir werden von einer Frau auf Deutsch begrüßt.
Sie erklärt uns, vor allem unserer Tochter, wo wir die Erdmännchen finden und dass wir auf der Terrasse gerne etwas zu Essen bestellen können. Es scheinen viele Touristen nur wegen der Erdmännchen hier her zu kommen. Es tauchen zwei Hunde auf. Einer hat keine Augen. Soviel wir sehen, kommt er gut damit zurecht. Obwohl in der Lodge Dinge im Weg stehen, läuft er nirgendwo gegen.
Auch die Treppe draußen, von der Terrasse hinunter, nimmt er ohne Schwierigkeiten.
Wir gehen zu den Erdmännchen. Sie sind wirklich so niedlich. Eins der Tiere steht auf einem Felsen und hält Wache. Das Gehege ist mit Elektrozaun gesichert. Es stehen überall Schilder, die vor bissigen Erdmännchen warnen. Wir machen jede Menge Fotos und gehen dann wieder zur Terrasse zurück. Dazu blüht es rund um die Lodge wunderschön.
Als wir Eis auf der Speisekarte entdecken, ist für meine Tochter klar, dass es ein Eisbecher sein muss 🙂 Der Rest entscheidet sich für verschiedene kalte Getränke, da es mittlerweile recht warm geworden ist. Auf Essen hat niemand wirklich Lust und da noch eine gute Strecke vor uns liegt, wollen wir auch nicht mehr zu lange rasten. Eigentlich hat keiner Lust weiter zu fahren und wir sind uns einig, dass wir gerne hier bleiben möchten. Die Aussicht ist einfach phantastisch. Sollten wir nochmal diese Strecke fahren, dann werden wir bestimmt dort übernachten. Der Eisbecher entpuppt sich als prima Mittagessenersatz und somit können wir unsere wieder besser gelaunte Tochter überreden ins Auto zu steigen. Die langen Fahrten machen ihr trotz Büchern und Tabletts zu schaffen. Zu allem Übel hat sie gerade den fünften Teil von Greg´s Tagebuch zu Ende gelesen und natürlich kein weiteres Buch dabei. Meinen Kindle mit diversen Büchern lehnt sie kategorisch ab. Es muss der nächste Teil von Greg´s Tagebuch sein. Ich hoffe darauf, dass Swakopmund wirklich so deutsch ist, wie behauptet und es dort auch aktuelle deutsche Jugendbücher zu kaufen gibt.
Der nun folgende Teil der Strecke wir landschaftlich wieder sehr interessant. Wir folgen der C14 durch das Komas Hochland zum Kuiseb Pass. Ich fotografiere aus dem Auto heraus die beeindruckende Landschaft. Hier gibt es tatsächlich auch richtige Kurven.
Bisher haben wir uns immer über die Schilder "Vorsicht Kurve" amüsiert, da normalerweise anschließend eine kleine Biegung der Straße kam, aber nirgendwo eine wirkliche Kurve. Hier sieht das anders aus. Die Autowracks in den Tälern erzählen dazu auch einige Geschichten. Im Nachmittag erreichen wir Walvis Bay. Wir haben das Protea Hotel gebucht. Unser Garmin schickt uns quer durch die Stadt und wir landen an einem großen Gebäude mit einer großen Rasenfläche davor. Auf dem Rasen liegen einige Menschen und scheinen zu schlafen. Das Gebäude entpuppt sich als Stadtbibliothek. Kein Hotel weit und breit. Also nochmal eine Runde um den Park gedreht. Hier in der Stadt macht sich der Linksverkehr schon sehr bemerkbar. Gerade beim Suchen und Abbiegen geraten wir schon mal auf die rechte Straßenseite. Der Verkehr ist zum Glück nicht mit einer deutschen Großstadt vergleichbar, aber trotzdem erfordert er volle Konzentration vom Fahrzeugführer. Nach weiteren vergeblichen Versuchen das Hotel auf Grund der Beschilderung zu finden, fragen wir einen Passanten. Der nette Mann erklärt sehr ausführlich und verstehen nur die Hälfte bzw. können uns nur die Hälfte merken 😉 Wir fahren in die angegebenen Richtung und finden nach einiger Zeit wieder Beschilderungen, die uns dann tatsächlich zum Hotel bringen. Es handelt sich um ein Stadthotel, dass wohl überwiegend von Geschäftsleuten genutzt wird.
Wir bekommen Zimmer im Nebengebäude. Dazu können wir mit dem Auto in den bewachten Hinterhof fahren. Dort wird uns mit dem Gepäck geholfen. Die Zimmer sind groß. Wir haben sogar zwei große Zimmer mit einem sauberen und praktisch eingerichteten Bad. Es gibt einen großen Kühlschrank. In unmittelbarer Nähe gibt es einen Sparmarkt. Dorthin laufen wir, um ein paar Getränke einzukaufen. Auf dem Weg liegt ein Hamburger Schnellimbiss. Unsere Tochter fragt, ob wir dort heute essen gehen. Naja, in Anbetracht der lagen Fahrt und dass sie immer noch recht gut alles mitmacht, versprechen wir einen Besuch beim Schnellrestaurant. Wir schauen uns noch ein bisschen um. Es ist eine typische Hafenindustriestadt. Große Kräne und Container sind zu sehen. Ein Großteil der Bevölkerung dürfte wohl hier vom Hafen abhängen. Man könnte auch in Rotterdam oder Bergen op Zoom sein. Nach dem Duschen Laufen wir die kurze Strecke zur Hamburgerbraterei. Dort gibt es auch einen Schalter mit Pizza. Das eine oder das andere stellt sich als wenig genießbar heraus. Selbst unser Kind ist nicht wirklich begeistert. Vor dem Schnellimbiss kehrt ein alter Mann den Bürgersteig. Er schaut immer wieder in das Restaurant hinein. Als wir heraus gehen schaut er uns an. Der alte Mann rührt mich mit seinem traurigen Blick sehr an. Ich drücke ihm im Vorbeigehen einen 20 N$ Schein in die Hand. Er schaut auf und strahlt über das ganze Gesicht. Wir werden von vielen Dankie Rufen bis fast zum Hotel begleitet.
Dort gehen wir nach einem Gute Abend Savana ins Bett.
ENDE Tag 9
Teil 2930. März 2017
Tag 10: Walvis Bay – Swakopmund Wir gehen morgens zum Frühstück. Es bestärkt sich der Eindruck, dass hier eher Geschäftsreisende übernachten. Das Frühstück ist ganz in Ordnung. Die Auswahl ist nicht überragend, aber vollkommen ausreichend und Kaffee kann man sich selber nehmen. Damit ist der wichtigste Frühstücksbestanteil gesichert. Wir sollen um 8.15 Uhr vor dem Hotel abgeholt werden, weil wir heute die Robben und Delfintour gebucht haben. Die Tour habe ich schon vor Monaten per Mail zusammen mit der Desert Tour bei Charlies Desert Tours gebucht. Der Kontakt mit Gerald, dem Besitzer, lief in Deutsch und reibungslos. Damit ich nicht mehrfach Kreditkarteninformationen mailen musste. Habe ich beide Touren über einen Veranstalter gebucht. Per Mail kamen dann auch die Unterlagen. Als wir aus dem Hotel hinaustreten winkt uns von der Gegenüberliegenden Straßenseite jemand zu. Dann kommen Dankie Rufe dazu. Es ist der alte Mann dem ich gestern das Geld gegeben habe. Wir winken zurück. Er lacht übers ganze Gesicht und gefällt mir viel besser als den Abend vorher. Er erzählt zwei seiner Straßenfeger Kumpel etwas uns zeigt auf uns. Kurz denke ich, dass das mit dem Geld evtl. ein Fehler war und nun alle erwarten etwas zu bekommen, aber die beiden schauen nur zu uns rüber und winken auch freundlich. Dann machen alle mit ihrer Arbeit weiter. Mittlerweile ist es halb Neun und kein Fahrer zu sehen. Jede Menge Taxis halten an und wollen uns gerne fahren. Wir winken jedes Mal ab. Nach weiteren 5 Minuten rufen wir bei Charlys an. Gerald selber ist nicht zu erreichen, aber eine Mitarbeiterin. Sie sagt, dass Steve, der Fahrer zwischen Swakop und Walvis Bay im Stau steht. Sie fragt aber noch nach wie viele Personen wir denn sind und stutzt als sie hört, dass wir zu fünft sind. Kommt uns seltsam vor. Allerdings werden wir am Nachmittag selber erleben, dass die Küstenstraße gesperrt wird und alle Parkplätze von Polizei bewacht werden, weil ein großer Konvoi mit Staatskarossen dort durch fährt. Wir haben jetzt 8.45 Uhr und werden dann doch unruhig, denn die Bootstour soll um 9 anfangen. Kurz nach 9 kommt dann Steve mit einem kleinen Bus und fährt uns ein paar Straßen weiter zum Hafen. Da wären wir zu Fuß schon 10-mal gewesen. Nach dem Menschenandrang am Hafen zu urteilen sind wir aber auch noch nicht zu spät. Wir sollen uns bei Sun Sail Catamarans melden. Dort werden wir von Carol-Ann begrüßt. Da ihr Mann vor 3 Wochen bei einem Überfall im eigenen Haus erstochen wurde, sind wir überrascht, dass sie die Kraft hat hier zu sein. Ihre Mutter ist bei ihr. Diese erzählt später, dass sie gestern mit Carol-Ann in Windhoek war, um fünf Verhaftete als die Mörder ihres Mannes zu identifizieren. Alle Achtung, hat diese Frau eine Kraft. Jetzt hier zu stehen und die Organisation zumachen. Carol-Anns Mutter wird nach dem Tathergang gefragt. Die fünf Einbrechen haben das Haus durchsucht und wurden durch ihren Schwiegersohn Hans überrascht. Sie haben ihr wohl sofort mit einem Messer niedergestochen. Carol-Ann ist auch wach geworden und wurde mit dem Messer bedroht. Sie sollte den Tresor öffnen. Ihr Mann lebte noch und sie hatte natürlich furchtbare Angst zumal die beiden Kinder auch in ihren Zimmern schliefen. Sie hat den Tresor geöffnet indem in verschiedenen Währungen ca. 800 € lagen. Dann wurde sie gefesselt. Erst nach Stunden konnte sie sich befreien und Hilfe für ihren Mann rufen. Leider verstarb er im Krankenhaus. Man möchte sich diese Situation, die Carol-Ann erlebt hat, nicht ausmalen. Unfassbar und schrecklich. Ich fragte nach den Kindern. Vor allem der jüngste Sohn ist sehr verstört, erzählt die Oma. Wie kann man einem Kind so etwas jemals erklären? Welch sinnlose Tat. Die Offenheit der Frau macht das Ganze noch unbegreiflicher. Vielleicht ist es ihre Art die große Trauer um ihren toten Schwiegersohn, aber auch um ihre Tochter und die Enkelkinder, die dies erleben mussten, zu verarbeiten. Erschüttert und sehr traurig betreten wir eines der Boote. Auf dem Steg sehen wir die ersten Pelikane.
Carol-Ann ist auf unserem Boot mit dabei. Sie gibt Anweisungen an die Mannschaft und bittet die Passagiere sich zu setzen. Überall auf Deck liegen Kissen und Decken. Es ist dicke Nebelpampe. Man kann nur wenige Meter weit schauen. Und es ist kalt. Wir sind sehr froh, dass wir die Skiunterwäsche drunter tragen. Mütze, Schal und Handschuhe sind auch nicht überflüssig. Wir legen ab. Kurze Zeit später kommt ein Mann der Besatzung mit einem Eimer Fischen an den Bug. Wir haben hier vorne unser Basislager aufgeschlagen und sitzen direkt über dem Fangnetz. Da muss man aufpassen, dass die Füße nicht nass werden, wenn die Wellen hochspritzen. Der Matrose hält einen Fisch hoch und sofort kommen Kormorane und Möwen an. In dem dichten Nebel kommen die Vögel quasi aus dem Nichts. Hitchcock hätte seine Freude dran.
Dann landet ein Kormoran an Bord.
Dann auch ein Pelikan. Der große Vogel versucht auf der Brüstung zu landen, balanciert kurz hin und her und fällt dann von der Stange mir genau vor die Füße. Der Pelikan und ich sind beide perflex. Der Vogel rappelt sich aber schnell hoch und bekommt einen Schmerzensfisch. Tja, so Schwimmfüße sind im Wasser wirklich praktisch, aber eben nicht auf schmalen Metallstangen.
Dann pfeift der Matrose und hält seinen Fisch zum Wasser runter. Dort taucht dann auch kurz darauf eine Robbe auf. Sie wird aufs Boot einladen und folgt dem Matrosen bzw. dem Fisch rund ums Schiff. Carol-Ann erklärt dabei, dass es sich um einen Cape Cross Seebären handelt. Das ungewöhnliche an diesen Robben sind die Ohren.
Je weiter wir auf See fahren, um so mehr klart es auf. Die Robben werden mehr im Wasser. Ein weitere Pelikan kommt an Bord.
Wir halten auf die Robbenbänke zu. Der Matrose kommt mit einem Funkgerät nach vorne und sucht den Horizont ab. Er zeigt auf 2 Boote in zweiter Entfernung und sagt, da sei ein Wal. Ich kann es nicht glauben und frage nach. Ja, ein Wal, bestätigt er. Ich bin wie elektrisiert. Ich werde einen Wal sehen. Er zeigt mir, dass man zwischen den beiden Booten eine rollende Bewegung im Wasser sehen kann.
Das Boot hält darauf zu. Dann sehe ich es auch. Da ist etwas im Wasser. Ich werde immer aufgeregter. Ich zeige meiner Familie die Entdeckung. Mein Mann nimmt die Videokamera, ich den Fotoapparat. Andere um uns rumhaben auch gehört, dass ich von einem Wal gesprochen habe. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht. Am Bug wird es voll. Alle wollen den Wal sehen. Als wir sehr nah dran sind, drehen die beiden andern Boote ab. Ich nehme an, dass unser Boot von denen die Info bekommen hat, und dass man uns jetzt den Platz überlässt, um das Tier nicht zu sehr zu stressen. Carol-Ann kommt mit einem Plakat und zeigt uns die hier vorkommenden Wale. „Unser“ Wal ist ca. 18 m lang. Auf dem Boot ist es mucksmäuschen still. Dann taucht er wenige Meter neben uns auf. Es ist unbeschreiblich. Mir laufen die Tränen das Gesicht runter vor lauter Ergriffenheit. Mein Gott ist dieses Tier schön. Ich mache ein paar Fotos und begnüge mich dann mit Sehen und Staunen. Vor mich drängeln sich immer mehr Menschen mit meterlangen Objektiven, die auf die Finne warten. Der Wal tut ihnen den Gefallen aber nicht und taucht immer nur kurz mit dem Kopf aus dem Wasser auf. Mir ist das vollkommen egal. Ich stehe 5 Meter entfernt von einem Wal. Am liebsten würde ich ins Wasser springen. Ist natürlich viel zu kalt und außerdem dürfte der Wal meine Begeisterung nicht teilen. Dieser Moment ist unglaublich emotional.
Dann kommen andere Boote und wir drehen ab, um ihnen Platz zu machen. Vor lauter Begeisterung hat sich meine Blase gemeldet und ich gehe unter Deck. Dort treffe ich Carol-Ann, die mich nach meinem Walerlebnis fragt. Sie hat wohl meine Ergriffenheit gesehen. Wir sprechen noch kurz und ich wünsche ihr und den Kinder alles erdenklich Liebe und Gute für die Zukunft. Als ich wieder an Deck komme ist dort wieder Tumult. Vor dem Boot tummeln sich 5 Delfine. Leider sind sie kurze Zeit später verschwunden. Ich bin ein bisschen traurig, weil ich sie verpasst habe. Aber der Wal entschädigt für alles. Wir halten auf die Sandbank mit Robben und Kormoranen zu. Mit dem Leuchtturm sieht es hier wie an der Nordseeküste aus. Zwischen den Robben sind Kajakfahrer unterwegs. Das ist bestimmt auch ein klasse Erlebnis. Aber ich bin froh, dass wir uns gegen die Paddeltour entschieden haben, denn dann hätten wir den Buckelwal nicht gesehen.
Carol-Ann bittet zum obligatorischen Austern Essen. Sie erzählt einiges über die Zucht und die gute Qualität der Namibischen Austern. Ich kann mich nicht überwinden diese glibberigen Dinger zu essen. Mein Mann und mein Kind sind da mutiger. Beide sind sich einige, dass dies die erste und letzte Auster ihres Lebens sei. Salzig und glibberig ist die Meinung. Der Rest der Snack ist dafür sehr lecker und auch reichlich vorhanden. Dazu gibt es Sekt.
Dann geht es auch zurück. Die Sonne ist jetzt hoch am Himmel und der Nebel komplett verzogen. Zufrieden, satt und glücklich geht es zurück zum Hafen.
Fortsetzung folgt……
Teil 3011. Apr. 2017
Walvis Bay - Swakopmund Wir schauen uns noch ein bisschen am Hafen um und werden dann von Steve wieder zu unserem Hotel gebracht. Dort hatten wir morgens schon ausgecheckt und das Auto gepackt. Den Fortuner durften wir noch im bewachten Hinterhof stehen lassen. Wir beschließen nochmal zum Meer zu fahren. Wir wollen gerne die Flamingokolonie sehen. Die Flamingos sind nicht schwierig zu finden, denn sie befinden sich direkt an der Uferpromenade.
Anschließend fahren wir noch ein wenig an der Küste vorbei bis zu den Salzgewinnungsanlagen. Die riesigen Salzberge sehen aus wie Schneeberge. Dann fahren wir nach Swakopmund, weil wir dort die nächsten beiden Nächte gebucht haben. Als wir auf der Küstenstraße zwischen Walvis Bay und Swakopmund sind, fällt uns aus, dass an allen Straßeneinfahrten von Park- oder Rastplätzen uniformierte stehen. Es scheinen Polizisten und Soldaten zu sein. Wir sind irritiert. Da wir ans Meer wollen, sind wir unsicher, ob wir auf einen der Parkplätze auffahren dürfen. Wir probieren es einfach und können ohne Problem dort parken. Als wir aussteigen werden wir beobachtet, aber als wir zum Meer gehen, entspannen die Uniformierten sich.
Als wir wieder zum Auto zurück kommen und auf die Straße zurück fahren wollen, ist auch dies kein Problem. Wir sind noch nicht weit gekommen, da kommt uns ein Konvoi aus Polizei-und Militärautos und dunklen Limousinen entgegen gerast. Wir müssen äußerst Links fahren, damit es nicht zu einem Unfall kommt. Das ist wohl der Grund für die Wachen.
In Swakopmund steuern wir das Fischreiher Guesthouse in der Fischreiherstr. an.
Dort werden wir von Constantia, genannt Consti, freundlich begrüßt. Sie zeigt uns unsere Zimmer. Diese sind recht groß und nett eingerichtet, aber es ist kalt. Es gibt keine Heizung oder ähnliches. Die Fenster sind auch eher klein, so dass da auch keine wärmenden Sonnenstrahlen reinkommen. Meine Eltern haben ein Zimmer mit größerem Fenster, aber warm ist es dort auch nicht. Dazu fühlt sich alles auch ein wenig klamm an. Hier am Meer im Winter ohne Heizung, kann es ja auch nicht wirklich trocknen.
Unsere Tochter möchte gerne an den nahe gelegenen Strand, der Rest gerne in die Stadt. Mein Mann will unsere Tochter zum Strand begleiten. Meine Eltern und ich fahren in die City.
Am Strand gibt es hohe Wellen und mein Mann fotografiert das Kind, das riesigen Spaß dabei hat, den Wellen auszuweichen.
Wir machen einen Stadtbummel und kaufen unter anderem Souvenirs. Ich finde einen Buchladen, der deutsche Bücher führt. Dort frage ich nach Gregs Tagebuch. Es ist vorrätig, aber nur als Hardcover und es hat einen recht gepfefferten Preis. Aber was acht man nicht alles, damit das Kind glücklich ist? Das Buch wird gekauft. Im Safariladen gibt es noch ein schönes T-Shirt mit Afrika-Silhouette aus afrikanischen Tieren dargestellt. So sollte doch die Laune wieder gebessert werden.
Als meine Mutter und ich in einem Laden rumstöbern, macht mein Vater die Bekanntschaft mit einem Nüsseschnitzer. Er ist leider unvorsichtig genug seinen und den Namen meiner Mutter Preis zu geben. Ein verhängnisvoller Fehler. Als wir aus dem Laden raus kommen, sehen wir meinen Vater in wilder Diskussion mit dem Schnitzer. Dieser möchte 300N$ für die Nüsse. Als er kapiert, dass wir dazu gehören, fängt er an auf meine Mutter einzureden und zeigt ihr die Nuss mit ihrem Namen. Die Schnitzerei ist wirklich schön, aber 150N$ dafür ist schon ein stolzer Preis. Der junge Mann riecht stark nach Alkohol und es ist erstaunlich, dass er sich in dem Zustand nicht die Finger abschneidet mit dem scharfen Messer. Meine Mutter ist sichtlich angewidert und gibt ihm zu verstehen, dass wir nicht kaufen werden. Schon gar nicht bei solchen Preisen. Er versucht sie weiter zu überzeugen, erzählt von seinen armen Kindern, die Essen brauchen und geht ein wenig im Preis runter. Meine Mutter ist sauer und zeigt das sehr deutlich.Er soll weniger saufen und dafür arbeiten gehen. Langsam scheint der Schnitzer zu merken, dass er bei ihr auf Granit beißt. Er belabert meinen Vater und setzt ihn unter Druck, dass er ihm ja die Namen genannt hätte und er deshalb die Nüsse ja nicht mehr anders verkaufen kann. Meine Mutter zieht meinen Vater weg und sagt wieder "Nein!". Die Situation scheint zu eskalieren. Der Schnitzer will meine Mutter festhalten und fängt an sie zu beschimpfen. Ich gehe auf ihn zu und sage ihm deutlich, dass es jetzt reicht und er verschwinden soll. Da ich fast einen Kopf größer bin, als er, scheint er ein wenig beeindruckt. Wir verschwinden so schnell es geht von dort und steuern zügig einen anderen Laden an.
Zwischenkommentar: Das war übrigens die einzige Situation im ganzen Urlaub, wo mir mulmig war. Der Typ wurde sehr aggressiv und auf Grund des Alkohols auch unberechenbar. Die Nüsse haben wir später für 20 bis 50N$ angeboten bekommen, je nach Güte der Schnitzarbeit.
Als wir zum Gästehaus zurück kehren, sind mein Mann und meine Tochter auch schon zurück. Wir bitten Consti uns ein Restaurant zu empfehlen. Sie bietet sofort an, einen Tisch für uns zu reservieren. Da es Samstag ist, scheint das gar nicht so einfach. Nach ein paar Telefonaten, hat sie einen Tisch im Kucki´s für uns bestellt. Wir wollten gerne gegen 19.00 Uhr essen gehen, das geht aber nicht, da es entweder um 18.oo Uhr oder um 20.oo Uhr eine Reservierungszeit gibt. Wir nehmen die spätere, damit wir noch kurz duschen können. Das Wasser ist einigermaßen warm, aber da das Badezimmer und auch das Schlafzimmer sehr kalt sind, macht es nur wenig Spaß.
In der Stadt finden wir fast genau vor dem Restaurant einen Parkplatz. Wir geben dem Wachmann 5N$ und sagen ihm, dass er das Selbe nochmal bekommt, wenn er gut auf das Auto aufpasst. Da wir noch ein wenig Zeit haben, schlendern wir noch runter zur Jetti. Die Wellen schlagen hart gegen die Brücke und die Gicht spritzt sehr weit hoch.
Dann gehen wir zu Kucki´s. Wir bekommen unseren Tisch zugewiesen. Der Laden ist brechend voll und sehr laut. Die Karte typisch namibisch sehr fleischlastig. Große Steaks von vielen unterschiedlichen Tierarten. Wir werden alle fündig. Es dauert ziemlich lange bis da Essen kommt und leider wird auch etwas vergessen. Die Bedienung will das nachreichen, doch in Anbetracht der späten Stunde , verzichten wir darauf. Für morgen früh ist die Desert Tour gebucht. Ich bin gespannt, ob Gerald sich vom Schreibtisch loseisen kann und selber kommt, so wie er bei der Buchung evtl. in Aussicht gestellt hat.
Trotz weiterer Decke will mir heute Abend im Bett überhaupt nicht warm werden. Mir ist fürchterlich kalt und ich schlafe dementsprechend schlecht ein.
ENDE Tag 10
Teil 3112. Apr. 2017
Tag 11 Swakopmund Morgens werden wir von Consti freundlich begrüßt. Sie ist mit Schürze und Kopftuch bekleidet und fragt nach unseren Wünschen. Kaffee und Tee gibt es am Buffet. Eier werden nach Wunsch frisch gekocht oder gebraten. Unser Tisch ist nett gedeckt und die Auswahl ist voll in Ordnung. Wir erzählen Konsti, dass wir die Desert Tour gebucht haben und abgeholt werden. Um halb 9 stehen wir vor dem Gartentor und schon bald kommt ein weißer Van vorgefahren. Der Fahrer stellt sich als Gerald vor. Also hat er es tatsächlich geschafft selber zu kommen. Gerald erzählt, dass wir mit einer zweiten deutschen Familie zusammen die Tour machen werden. Wir fahren aus Swakopmund raus und Gerald erzählt einige interessante Dinge zur Stadtgeschichte und zum Swakopfluß.
Unter der Brücke treffen wir Geralds Mitarbeiter mit dem zweiten Auto. Zusammen geht es in die Wüste weiter. Leider ist es heute sehr kalt und feucht, so dass Gerald befürchtet, dass wir evtl. keine Schlangen sehen werden. Kurze Zeit später halten wir an. Gerald fängt an im Sand zu graben, während sein Mitarbeiter die wenigen Pflanzen in der Nähe inspiziert auf der Suche nach einer Schlange.
Gerald befördert diesen kleinen Kerl ans Tageslicht.
An einer anderen Stelle wird wieder sehr vorsichtig gegraben. Aus einem kleinen Loch im Sand oder einer kleinen Röhre kommt diese kleine Kämpferin uns entgegen geschossen. Die Weiße Dame ist ganz schön sauer und in Kampflaune:
Anmerkung: Die White Lady ist eine wirklich schöne Spinne und es war sehr interessant sie zu sehen. Mittlerweile habe ich aber auch schon des Öfteren gehört bzw. gelesen, dass das Ausgraben der Spinne wahrscheinlich ihren Tod bedeutet. Sie braucht ca. 2 Wochen um ihre Röhre im Sand zu bauen und ist Nachtaktiv. Wenn sie jetzt morgens ausgegraben wird, hat sie keine Möglichkeit sich vor der Sonne zu schützen, denn ihr Bau ist zerstört und schnell kann sie keinen neuen bauen. Ich hoffe, dass „unsere“ White Lady überlebt hat, weil es an dem Tag kalt und bedeckt war.
Gerald erzählt vieles über die Ökologie der Wüste und wie empfindlich und schützenswert dieses Ökosystem ist. Kurze Zeit später treffen wir auf eine Tour von Tommy. Gerald und Tommy wechseln ein paar Worte und bestätigen sich gegenseitig keinerlei Schlangensichtungen. Tommy ist mit 6 Autos unterwegs. Wir sind froh, dass wir nur 9 Personen sind bei unserer Tour. Als nächstes halten wir an einem kleinen Sukulentenbusch. Gerald erklärt, dass hier seid zwei Wochen ein Babychamäleon sitzt und sie hoffen, dass es noch dort ist. Es ist noch dort und bekommt einen Käfer zum Frühstück. Kein Wunder, dass es nicht mehr anders wohin will, wenn es hier jeden Tag Essen auf Rädern gibt 😉 Wir erfahren, dass die Farbe des Chamäleons von seinem Gemütszustand abhängt.
In der Zeit in der wir das Chamäleon von allen Seiten ungefähr hundert Mal fotografieren, hat Geralds Mitarbeiter diesen Wüstenbewohner gefunden:
Natürlich darf der Hängetrick nicht fehlen. Gerald nimmt aber lieber seinen Finger und nicht das Ohrläppchen.
Während wir dort noch die Tiere beobachten wird es ziemlich laut eine große Gruppe Quads rast ein Stück von uns entfernt durch die Wüste. Der Lärm ist furchtbar. Gerald erzählt, dass die Fahrzeuge nur ganz bestimmt Strecken fahren dürfen, leider halten sich einige Touristen nicht immer an die Vorgaben ihrer Guides und scheren dann aus der Kolonne aus und fahren abseits, was natürlich zu mehr Zerstörung führt als nötig. Anschließend fahren wir noch ein Stück weiter in die Dünen hinein und machen eine Pause. Gerald erzählt, dass er schon länger eine Möglichkeit sucht, seinen Gästen Getränke anzubieten ohne das Müllproblem. In Namibia gibt es keine Mehrwegflaschen für Wasser. Er überlegt die Plastikflaschen zu spülen und wieder zu befüllen, fürchtet aber, dass das gerade von deutschen Touristen nicht akzeptiert wird, weil die Flasche dann ja schon geöffnet ist und nicht klickt beim Öffnen. Das Müllproblem ist gerade hier in der Wüste gut zu erkenne. Wir haben bei unserer Tour mehrfach angehalten, damit Gerald oder sein Mitarbeiter Müll einsammeln konnten, den sie mitnehmen. Sie erzählen, dass das eigentlich alle Tourguides, auch von den anderen Veranstaltern, machen. Eines der Kinder fragt nach den schwarzen Streifen in den Dünen. Gerald nimmt etwas aus dem Auto und streift damit durch den Sand. An dem Ding hängt schwarzer Staub. Die Kinder werden gefragt, was es damit auf sich hat. Nach ein paar weiteren Fragen kommen sie auf die Antwort. Das Ding ist ein Magnet und der schwarze Staub ist ferromagnetisch. Es ist Eisenpulver.
Wir genießen noch ein wenig die Dünenlandschaft und fahren dann zurück.
Fortsetzung folgt……
Teil 3219. Apr. 2017
TAG 11 - Swakopmund Wieder zurück im Fischreiher Guesthouse unterhalten wir uns mit Consti. Wir fragen nach dem Waschservice. Ob das wohl bis morgen früh noch geht. Wenn wir die zu waschenden Sachen direkt abgeben, dürfte das noch möglich sein. Sie gibt uns einen Wäschekorb und wir alle suchen schnell die Klamotten zusammen, die wir gerne gewaschen hätten. Socken, Unterwäsche, ein paar T-Shirts und Hosen wandern in die Wäschewanne. Als wir diese bei Consti abgeben möchten, steht dort schon eine junge schwarze Frau und erklärt uns, dass sie unsere Wäsche gerne mit nimmt und diese spätestens morgen vor 8.00 Uhr wieder zurück bringt. Ich frage Consti, ob sie die Besitzerin vom Gästehaus sein. Sie schaut mich vollkommen verständnislos an und fängt dann an zu lachen. Sie glaubt, dass ich einen Witz mache. Ich erkläre ihr, dass die Frage tatsächlich ernst gemeint sein. Schließlich war sie gestern Abend als wir vom Essen zurück kamen och hier an der "Rezeption" beschäftigt und heute morgen schon sehr früh zu hören gewesen. Da nehme ich an, dass sie hier wohnt und warum sollte sie nicht die Besitzerin sein. Sie erzählt uns, dass die weißen Besitzer in Urlaub seien und sie die Managerin des Gästehauses sei. Sie wohne mit ihrem Mann und ihren 2 Kinder in der Nähe von Swakopmund in einer schwarzen Siedlung. Hier wohnen nur Weiße. Ihr Mann uns sie arbeiten viel, um den Mädchen eine gute Ausbildung zu ermöglichen und damit sie sich vielleicht ein kleines Häuschen in einem anderen Teil von Swakop irgendwann leisten können. Von so einem Haus wie diesem könnten sie nur träumen. Ich finde es erschreckend, dass es für Consti nicht vorstellbar scheint, dass sie mit ihrer Familie in diesem Viertel wohnt. Sie erzählt auch, dass die Junge Frau, die unsere Wäsche geholt hat eine Nachbarin und Freundin ist, die damit ihre Familie unterhält, da ihr Mann nur selten Arbeit findet. Ich bereue schon, dass ich nicht alle Dreckwäsche mitgegeben habe. Die Preise für den Wäscheservice liegen umgerechnet zwischen 15 und 50 Cent, je nachdem was gewaschen werden soll. Consti erzählt stolz von ihren beiden Mädchen, die ungefähr im Alter unserer Tochter sind. Wenn Mama arbeitet und wie heute über Nacht wegbleibt, dann machen sie den Haushalt. Sie sind beide gut in der Schule und sollen genauso erfolgreich werden, wie die Mama. Man hört sehr gut heraus, dass Consti auch stolz auf ihren Job ist. Managerin eines Gästehauses ist eine erfolgreiche Kariere. Man sollte denken, dass man sich damit dann doch ein Häuschen leisten könnten, aber erfolgreich und gut verdienen scheint nicht unbedingt das gleiche zu sein - zumindest nicht für eine schwarze Frau. Nachdem wir uns noch eine ganze Zeit über Verschiedenes unterhalten haben, wobei Consti betont, dass es nicht so oft vorkommt, dass sich Gäste für sie und ihr Leben interessieren, bitten wir Consti für uns einen Tisch für das Abendessen zu reservieren. Gerne etwas in der Nähe, so dass wir nicht mehr in die Innenstadt fahren müssen. Sie schlägt eine Pizzeria ein paar Straßen weiter vor - die "Wurstbude". Consti sagt: Wurrrschtbude. Wir müssen uns das Lachen sehr verkneifen und fragen nochmal nach, ob das wirklich Wurstbude heißt. Ja, bestätigt und Consti. Das wäre auch früher mal eine Wurstbude gewesen, aber die neuen Besitzer haben daraus eine Pizzeria gemacht. Das klingt so kurios, da müssen wir einfach hin. Das jetzt folgende Telefonat von Consti mit der Wurstbude ist aber noch viel kurioser. Wir lachen jetzt noch oft Tränen, ob dieses von uns nur einseitig zu verfolgenden Dialogs. Jeder Geheimdienst dieser Welt, wird schier verzweifeln über diesen schlichtweg nicht zu knackenden Code. Es spielte sich ungefähr so ab: Consti nimmt ihr Notizbuch und sucht die Nummer der Pizzaria raus. Dann nimmt sie das Telefon. Consti: "Wurrrrschtbude? Wurrrschtbude, here Consti from Fischreiher, I want to book 5 at 8. Okay." Dann legt sie das Telefon zur Seite. Mein Mann und ich gucken uns an und grinsen einmal rundum. Kurze Zeit später lachen wir uns in unserem Zimmer scheckig und wir spekulieren darüber, was man aus diesem Telefonat als Geheimagent so raus hören könnte. Wer ist dieser ominöse Wurrrschtbude und wer ist Consti und was hat er oder sie mit diesem Vogel zu tun und warum will er 5 buchen und welche 5? Fragen über Fragen. 🙂 Handelt es sich um illegale Wettgeschäfte oder Artenschmuggel, man weiß es nicht..... Anschließend fahren wir noch einmal in die Stadt. Da es Sonntag ist, sind die Läden dicht, aber auch so ist Swakopmund einen Bummel wert.
Das ist übrigens die Buchhandlung:
Wir gehen runter zur Jetti. Es weht eine steife Brise und die Wellen schlagen hoch bis über den Steg.
Als mein Mann den vorderen Teil, der in der Mitte offen ist überschreitet, schlägt von unten eine Welle so hoch, dass er klatschnass geduscht ist. Wer den Schaden hat, spottet keiner Beschreibung oder so ähnlich. Jedenfalls wird er obendrein auch noch herzhaft ausgelacht von uns vier. Wir beschließen im Restaurant zu fragen, ob wir dort einen Kaffee trinken können. Der nette junge Kellner, der uns an der Türe empfängt, sagt uns, dass sie "fully booked" sind. Wir erklären, dass wir gar nicht zu Abend essen wollen, sondern nur einen Kaffee oder oder etwas anderes trinken möchten und in spätestens einer Stunde wieder weg sein werden. Er fragt seinen Chef und dieser meint, dass wir entweder gerne draußen sitzen können oder höchstens eine dreiviertel Stunde bleiben können. Weil ab 18.00 Uhr alles gebucht sei. Es ist jetzt 17.oo Uhr und mein Mann sehr froh im Warmen zu sein, um ein wenig zu trocknen.
Wir bestellen Tee, Kaffee oder warmen Kakao. Der überaus freundliche Kellner sagt: Hot Chocolate und er hat Recht damit. Der Kakao ist in heißer Milch geschmolzene Schokostücke oder eben noch nicht ganz geschmolzen und deshalb zu erkennen. Die Schokolade ist extrem lecker und der Kakao erst Recht. Allerdings reicht die Schokoportion auch ohne Problem für 2 oder 3 Glaser heiße Milch. Alle Getränke sind sehr schön angerichtet und die Bedienung ist wirklich sehr professionell. Zu den Getränken genießen wir den Sonnenuntergang über dem Meer. Was will man noch mehr? Das nennt man Urlaub, oder? Wir sind uns einige, dass es eine hervorragende Idee war am Nachmittag hierher zu kommen. Zu Abendessen hätten wir nur noch in die schwarze Nacht geschaut. Das Meer ist dann nicht mehr zu sehen. Im Sommer ist das natürlich was ganz anderes, da muss es traumhaft schön sein hier zu sitzen, ein gutes Abendessen und einen guten Wein mit Blick auf der Meer zu genießen.
Mein Mann ist mittlerweile auch wieder etwas trockener und wir machen uns auf Richtung Auto. Dabei fallen uns die hohen Mauern mit Natodraht oben drauf und die Videoüberwachung und die großen Hunde an den Wohnhäusern auf. Scheusslich. Da überkommen einen Schauer. Ob das wirklich nötig ist? Uns kommt die Stadt sehr friedlich und sicher vor, auch jetzt in der Dunkelheit. Der Eindruck ändert sich auch nicht bei uns. Wir fahren zum Gästehaus urück, stellen fast dass Constis Nachbarin schon die Wäsche gebracht hat. Alle Achtung, das ging schnell. Ich habe noch nie in meinem Leben so akribisch und fest zusammengefaltetet Unterhosen gesehen. Die T-Shirts und Hosen sind nicht nur gewaschen, sondern auch gebügelt und akurat zusammengelegt. Ich bereue noch einmal nicht alle Wäsche abgegeben zu haben. Wir müssen für uns alle keine 5 Euro bezahlen und haben die Hälfte unserer Kleidung gewaschen und auch noch gebügelt bekommen. Ich nehme mir fest vor, bei der letten Unterkunft alles waschen zu lassen und mit einem Koffer sauberer Kleidung nach Hause kommen. Nachdem mein Mann sich trocken angezogen hat, brechen wir zur Wurstbude auf. Der Laden ist nur ein paar Strassen weiter und macht von draussen schon einen sehr gemütlichen Eindruck. Draussen gibt es einen Pizza to go Schalter an dem einen lange Schlange Menschen, weisse und schwarze, steht. Drinnen gibt es nur drei Tische, wovon zwei bereits besetzt sind. Die Wurstbude ist auch drinnen gemütlich und urig. Fünf schwarze junge Frauen sieht man hinter der Theke springen und hantieren. Wir bestellen bei einer Pizza für uns alle und Salat. Als die Speisen kommen, sind wir alle begeistert die Pizzen sehen toll aus und schmecken auch noch richtig gut und sehr preiswert ist das auch noch hier. Wir können die Wurrrschtbude nur wärmstens empfehlen.
Ende TAG 10
Teil 3328. Apr. 2017
TAG 12: Swakopmund - Erongo/AiAiba Rock Painting Lodge
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Consti und fahren über die B2 Richtung Erongo Gebirge. Je näher wir dem Gebirge kommen, umso schöner wird die Landschaft.
Auf den D Straßen wird der Verkehr wieder sehr dünn. Allerdings treffen wir den ein oder anderen Fußgänger. Es wird gewunken und man möchte mitgenommen werden. Wir signalisieren dann immer, dass das Auto voll ist, aber reichen dafür dann eine Flasche Wasser aus dem Fenster, die auch immer gerne angenommen
Ich habe mir aus dem Forum den Lageplan zu Christinas Café ausgedruckt. Da es mehr oder weniger vor den Toren der AiAiba Rock Painting Lodge liegt, zu der wir wollen, bietet sich das natürlich an. Direkt vor dem Gate zum Nationalpark, soll Christina ihr Café betreiben. Als wir dort ankommen suchen wir erst einmal eine ganze Zeit die Zufahrt und fragen dann den Wachmann am Gate. Der kann uns auch nicht weiterhelfen. Zufällig entdecken wir dann doch das Hinweisschild, das links neben dem Tor steht. Warum der Wachmann das nicht weiß, ist uns rätselhaft. Wir folgen dem Schild und schon ca. 150 m später stehen wir vor Christinas Café oder vor dem was noch übrig ist davon.
Schade, wir hätten gerne Christina kennengelernt und etwas getrunken, um sie zu unterstützen. Wir schauen uns ein wenig um. Es stehen in der Nähe ein paar Hütten und es laufen Ziegen herum, aber kein Mensch ist zu sehen den wir nach dem Verbleib von Christina fragen könnten. Auf dem „Tresen“ liegen Zettel und Kleingeld. Auf den Zetteln haben einige deutschsprachige Touristen Nachrichten für Christina hinterlassen. Die Zettel sehen nicht mehr ganz neu aus. Wir fragen uns, ob Christina etwas zugestoßen ist. Das Café sieht sehr nett aus oder sah zumindest einmal sehr nett aus. Wirklich schade, dass niemands da ist. Anmerkung: Im Forum habe ich gelesen, dass es Christina gut geht, sie aber das Café wieder aufgegeben hat, weil sie kein Geld für neue Getränke hatte. Wir machen noch ein paar Fotos unter anderem von diesem Felsen, der aussieht als würde dort jemand sitzen.
Aber auch andere Felsformationen beeindrucken.
Wir fahren die wenigen Kilometer bis zur AiAiba Lodge. Kurz vor dem Tor sehen wir das Schild zum Living Museum der San. Am Tor werden wir von einer freundlichen Frau empfangen, die per Funkgerät unsere Ankunft in der Lodge meldet. An der Lapa werden wir mit Tee und feuchten Handtüchern begrüßt. Herrlich. So nett wurden wir noch nirgendwo empfangen.
Vor der Lodge auf dem Rasen grasen auf ihre Ellenbogen gestützt Warzenschweine. Das sieht sehr witzig aus. Die Lapa der Lodge ist sehr tief gezogen und mit Glas verkleidet, so dass sie bei Kälte ganz geschlossen werden kann.
Innen finden sich viele wunderschöne Holzschnitzereien. Die meisten haben ein Preisschild und können käuflich erworben werden. Einer der schönen Elefanten wird auch noch in unseren Kofferraum wandern 😁 .
An der Rezeption werden wir auf Deutsch durch den Manager begrüßt. Er fragt, ob wir später einen Lunch wünschen. Er könnte einen Salat oder Toast anbieten. Wir entscheiden uns für den Salat und fragen nach dem Living Museum. Er meint, dass dies jederzeit besucht werden kann und es nur 5 Minuten Fahrzeit entfernt sei. Da wir erst kurz nach 11 haben, entscheiden wir uns für einen sofortigen Besuch nach dem Gepäckausladen und bitten um einen späten Lunch gegen 2. Wir bekommen die Schlüssel für unsere Zimmer und bekommen den Weg erklärt. Man kann mit dem Auto bis dorthin fahren. Leider wird uns nicht gesagt, dass der Weg sehr eng ist. An einer Stelle steht ein Fels so weit vor an einem Chalet, dass man nur mit Einweiser dort unbeschadet das Auto vorbei fahren kann. Am Chalet angekommen sind wir restlos begeistert. Immer 2 Zimmer sind unter einem Dach zusammengefasst und haben eine gemeinsame Terrasse. Die Vorliebe für schönes Holz dominiert auch in den Zimmern.
Von der Terrasse können wir weitere Warenschweine beobachten.
Und diesen Besuch bekommen wir auch noch.
Fortsetzung folgt.....
Teil 3410. Mai 2017
AiAiba Rock Painting Lodge und Living Museum der San
Nachdem wir ausgeladen haben, setzen wir uns kurz noch auf die Terrasse und beobachten ein paar Warzenschweine und einige Flughühner.
Dann steigen wir wieder ins Auto und fahren die kurze Strecke zum Living Museum der San.
Es stehen ein paar Autos und ein kleiner Bus auf dem Parkplatz. Am Eingang zum Living Museum liegt ein Buch aus in dem man die Verschiedenen Aktivitäten, die hier angeboten werden nachlesen kann. Es gibt Bilder dazu und die Preise stehen auch dabei. Da wir ja nicht all zu viel Zeit haben, fallen die Bush Walks leider aus. 2-3 Stunden werden dafür veranschlagt. Wir stehen eine ganze Zeit hier rum, aber kein San kommt zu uns. Da eine größere Gruppe im Museumsdorf rumstromert, sind wohl alle San beschäftigt. Wir gehen rein und gehen dabei an dem handgefertigten Schmuck vorbei. An einem Holzgestell hängen Ketten und Armbänder. Jedes Schmuckstück hat einen Anhänger auf dem der Preis und der Name des Herstellers steht. Wenn man ein Schmuckstück kauft, dann wird der Preis und der Name in das dicke Buch am Eingang eingetragen. So ist sichergestellt, das jeder San das Geld für seinen Schmuck erhält, wenn dieser verkauft wird.
Auf dem Boden sitzen Frauen und Kinder und behauen Steine. Aus denen werden Perlen gehauen und dann werden diese gelocht. Eine sehr zeitaufwendige Arbeit. Dazu gehen natürlich immer wieder Perlen kaputt. Wie viele Stunden Arbeit wohl in so einer Kette stecken? Um die San steht eine große Touristengruppe. Wahrscheinlich die mit dem Bus. Alle im perfekten Safarilook, mit beigem Baumwollhemd und Kakihose und natürlich mit Hut. Wir werden etwas gemustert. Ja, so in Jeans und farbigen T-Shirts sind wir ja eindeutig als nicht Safariprofis zu erkennen. 😉 Einige der Touristen knien vor spielenden Kindern und machen mit riesigen Teleobjektiven Nahaufnahmen. Wie das geht ist mir schleierhaft. Was das soll noch viel mehr. Die Mütter schauen immer wieder dorthin. Ich habe den Eindruck, dass sie nicht wirklich gut finden was da passiert. Mein Empfinden ist auch, dass die Fotografen einfach zu nah sind. Ich kann es nicht beschreiben, aber ich finde die Art und Weise respektlos. Die Touristen sind sprechen deutsch. Ich schäme mich wegen meiner Landsleute. Zwei der San Frauen ziehen Felle, die sie umhängen haben, über die die nackten Brüste. Es mag Zufall sein, aber ich denke, dass sie sich nicht wohl fühlen. Als ein kleines Mädchen zu seiner Mutter auf den Schoss klettert und gestillt werden möchte, wird die Frau von 3 Fotografen umringt. Die Mutter drückt ihr Kind immer wieder von sich. Als die Kleine nicht aufgibt, nimmt die Mutter sie an die Hand und verlässt mit dem Kind das Museum. Auch hier habe ich wieder den Eindruck, dass die Mutter nicht so bedrängt werden möchte und ihre Privatsphäre verletzt wird. Sie will augenscheinlich nicht beim Stillen fotografiert werden oder zumindest nicht in dieser Art. Der Guide der Gruppe sitzt am Rand und raucht Selbstgedrehte. Er scheint kein Problem mit dem Verhalten der Fotografen zu haben oder zumindest äußert er sich nicht dazu. Er wirkt sowieso mehr als gelangweilt und desinteressiert. Die Touristengruppe zieht weiter zu einem alten San, der erklärt wie man Feuer macht. Ich bleibe noch bei den Schmuckherstellerinnen. Ein kleines Stück daneben sitze ein paar kleinen Jungs und spielen. Mit ein paar Steinen und Holzstücken schieben sie durch den Sand und machen bekannte Geräusche: "Brumm, brumm, brrrrummm." Kleine Jungs sind wohl überall auf der Welt gleich, sogar bei den Bushleuten ist die Autoaffnität schon angeboren 😄 Ich muss wirklich lachen und die San-Frauen schauen was ich da tue. Ich setzte mich neben die Jungs und versuche per Augenkontakt mit den Frauen abzuschätzen, ob das in Ordnung ist. Nach ein paar Sekunden setzen die ihre Arbeit fort. Ich schaue den Kindern beim Spielen zu. Wie schön es ist, zu sehen, dass ein paar Steine und ein bisschen Holz alles sein können, was die Fantasie zulässt. Ich schaue, was meine Tochter so macht und frage mich, ob sie auch mit ein paar Steinen und ein paar Holzstücken stundenlang spielen könnte. 😗 Ich möchte das gerne fotografieren und hebe meine Kamera in Richtung der Frauen und zeige dann auf die Jungs. Die Frauen verstehen und nicken freundlich. Ich mache ein paar Fotos von ihnen und den spielenden Kindern.
Anmerkung: Auch wenn es sich um ein lebendes Museum handelt, bei dem das fotografiert werden mit zum Konzept gehört, kann man das Einverständnis der fotografierten Menschen auf diese Weise erfragen. Kurz die Kamera erheben und fragend gucken, das wird eigentlich überall auf der Welt verstanden. Ich finde das sollte aus Respekt und Höflichkeit selbstverständlich sein. Außerdem kann man ja auch ein wenig sein Gegenüber beobachten und sollte sehen, wenn man eine persönliche Grenze überschreitet. Die Touristengruppe vor uns hat sich in meinen Augen benommen, wie die meisten Zoobesucher und selbst dort ist es für mein Empfinden manchmal nicht angebracht, weil die Tiere regelrecht bedrängt werden.
Die Busgruppe ist mittlerweile (ohne ihren Guide) zum Bushwalk unterwegs und wir sind mit einer weiteren Familie alleine im Dorf. Die junge San, die eben mit ihrem Kind weggegangen ist, kommt auch zurück und setzt sich wieder zu den anderen Frauen. Der Rest meiner Familie ist mittlerweile auch beim Feuer machen. Ein alter San erklärt in seiner Sprache mit den vielen Klicks (ich glaube sie haben 8 verschiedene Klicklaute) einem jungen San genau was er macht. Der junge San wartet immer bis der ältere eine Pause macht, dann übersetzt er für uns ins Englische. Nachdem der ältere alles erklärt hat, setzt sich der jüngere daneben und macht auch Feuer mit einem Holzstock und Zunder. Ich bin sicher, dass er die Geschichte des alten Mannes schon oft gehört hat, aber er hört aufmerksam zu, sobald dieser ihm etwas sagt. Hier sieht man wie respektvoller Umgang aussieht.
Anschließend wird beim Fallen stellen genauso verfahren. Der alte Mann zeigt und erklärt, der Junge Mann übersetzt und macht es dann selber. Wir erfahren welche unterschiedlichen Fallen für die verschiedenen Tierarten verwendet werden. Einige Beispiele sind im Museumsdorf aufgebaut. Dann werden Pfeil und Bogen gezeigt und erklärt wie diese hergestellt werden. Die Jagd damit wird demonstriert. Die Pfeilspitzen werden in ein sehr starkes Gift getaucht. Das Gift muss erst in den Blutkreislauf der Jagdbeute eindringen, bevor das Tier daran stirbt. Es konnte sein, dass die San ihre Beute über 20 oder 30 Kilometer verfolgen mussten, bevor das Tier verendetet. Die Bushleute haben die Tiere förmlich gehetzt. Um nicht selber vergiftet zu werden, musste das Tier, nachdem es vom vergifteten Pfeil getroffen wurde, möglichst bald erlegt werden und der Pfeil entfernt werden.
Die beiden San zeigen ihr Können als Bogenschützen. Meine Tochter und mein Vater versuchen auch ihr Glück und schießen nur wenige Meter am Ziel vorbei. 😉 Zum Abschluss unserer Führung bekommen wir einen Tanz vorgeführt, den die San tanzen zum Dank für Regen. Dabei wird gesungen und geklatscht. An den Füßen tragen die Männer Schellenketten aus Schalen, die bei jedem Schritt rasseln. Das hört sich wirklich klasse an. Ich könnte da stundenlang zuhören. Leider ist nach drei Tänzen Schluss.
Der junge San, der vorher die Übersetzung gemacht hat, begleitet uns zum Ausgang, nachdem wir ihn gefragt haben, wo wir denn den Eintritt bezahlen können. Während mein Mann die Eintrittsgelder bezahlt, suchen meine Tochter und ich noch ein paar schöne Schmuckstücke aus. Diese bezahlen wir dann auch bei dem jungen San. Wir bedanken uns für die interessante Führung und verabschieden uns. Wir fahren zurück zur Lodge. Dort wartet man schon auf uns, weil der Besuch bei den San, dann doch länger gedauert hat, als beabsichtigt. Wir bekommen unseren Salat serviert und genießen dazu, da ja keine mehr Fahren muss, wahlweise ein kaltes Windhoek Lager oder ein Savanna, das Kind eine Limo. Beim Essen können wir wieder die Warzenschweine beobachten, die ohne scheu direkt vor der Glasscheibe grasen.
Fortsetzung folgt.......
Teil 3512. Mai 2017
AiAiba und die Felsmalereien
Wir erkundigen uns beim Manager nach den Felsmalereien. Er erklärt und, dass wir dazu vor Sonnenaufgang den ausgeschilderten Weg hinter der Lapa gehen müssten. Warum vor Sonnenaufgang?, fragen wir ihn. Wir bekommen erklärt, dass die Zeichnungen im Sonnenlicht nicht zu sehen sind. Wir sind enttäuscht, weil wir eigentlich noch heute dorthin wollten. Der Manager erzählt uns, dass möglicherweise auch nach Sonnenuntergang genug zu sehen sei. Wenn wir gegen 17.15 Uhr los gingen, dann könnte das auch hinhauen. Da bis dahin noch ein wenig Zeit ist, gehen wir an den Pool. Dort liegt ein niederländisches Paar. Sie haben den letzten Tag ihrer Flitterwochen. Meine Mutter erzählt sich mit den beiden, während ich ein wenig um die Lodge rumwandere.
An der Rezeption/Bar sitzt ein kleiner hellblonder Junge. Seine Mutter arbeitet hinter der Theke. Die beiden sprechen deutsch miteinander. Ich nehme fälschlicherweise an, dass es Frau und Kind des Managers sind. Da Missverständnis klärt sich kurze Zeit später auf als ein Safarifahrzeug vor der Lodge anhält und ein großer blonder Mann aussteigt, der die Frau mit Kuss begrüßt. Die beiden sprechen Afrikaans miteinander. Der kleine Junge beobachtet meine Tochter die in der Lapa rumstromert und ihn (heimlich) beobachtet. Wenn sie sich ihre Blicke treffen, dann gucken sie verschämt weg. Ich frage den kleinen Mann ob er hier wohnt. Er sprudelt sofort los und erzählt von seinen drei Brüdern, der Nany und der kleinen Schwester, die noch ein Baby ist. Die Frau hinter der Theke erklärt, dass die "Schwester" das Baby des Kindermädchens sei. Meine Tochter kommt näher und traut sich auch etwas zu sagen. Der Junge ist 5 Jahre alt und deshalb nicht wie die älteren Brüder im Internat. Die Schule ist 45 km entfernt und das ist zu weit, um jeden Tag dorthin zu fahren. Die beiden Kinder tauen auf und fangen an sich zu unterhalten. Der kleine fragt, ob meine Tochter mitkommen darf zum spielen. Seine Mutter und ich bejaen, er wird noch ermahnt nicht in den Felsen zu klettern und schon sind die beiden verschwunden. Wie ich später erfahre, hat der kleine Mann einen eigenen Spielplatz, der nachts des öfteren von Stachelschweinen besucht wird. Deshalb kann man dort Stachelschweinstachel finden. Das ist natürlich super spannend. Als wir unser Kind gegen 5 Uhr suchen, um die Felsmalereien zu besuchen, ist es wenig erfreut, kommt aber dann doch mit. Hinter der Lapa finden wir den Zugang zum ausgeschilderten Weg. Es geht einen kleinen Pfad die Felsen hoch. Man hat eine schöne Aussicht auf den Ebene vor der Lodge.
Der kleine Pfad führt oberhalb der Lodge vorbei. Von hier oben haben wir eine schöne Aussicht über die Ebene. Immer wieder suchen wir die Felsen ab, aber Felszeichnungen sehen wir keine. Hin und wieder hängt ein Schildchen mit Nummer an den Bäumen oder Sträuchern. Im Zimmer liegt ein Heft aus, in dem für jeder Nummer der Name der Pflanze aufgeführt ist. Leider haben wir das Heft nicht mitgenommen.
Unsere Tochter ist mit Feuereifer dabei. Das Kraxeln macht Spaß, aber vor allem die Suche nach den Zeichnungen der Buschleute. Ob die Sonne das Problem ist oder gibt es hier keine? Wir wandern weiter und sehen unten im Tal einen großen Pavian vorbei huschen.
Die Sonne sinkt tiefer und die Felsen beginnen zu leuchten.
Langsam geht es wieder bergab. Wir kommen an eine Felsspalte und unsere Tochter zeigt aufgeregt auf die Felswand. Sie ruft: "Giraffe!" Tatsächlich. Dort ist eindeutig eine Giraffe an der Wand zu sehen.
Wir schauen genauer. Wir erkennen weitere Zeichnungen. Je tiefer die Sonne steht, desto mehr Zeichnungen werden sichtbar. Man erkennt Jäger mit Pfeil und Bogen, Berge und Antilopen. Es ist sehr spannend die Bilder zu deuten. Faszinierend wie die Buschleute vor langer Zeit mit wenigen Strichen ganze Geschichten erzählten. Die Tiere sind exzellent zu erkennen.
In der Felsspalte gibt es viele Zeichnungen, leider sind viele schon sehr verblast oder durch runter laufendes Wasser verwaschen. Wir nehmen an, dass die Buschleute in der Felsspalte wohnten, denn sie bietet guten Schutz gegen die Witterung und man hat trotzdem eine gute Übersicht.
Wir wandern weiter, weil die Sonne mittlerweile unter gegangen ist und wir nicht wissen wie lange wir noch gehen müssen bis zur Lodge. Wir kommen an weiteren Felsmalereien vorbei. Eindeutig wieder Jäger und ein Elefant.
Wir erreichen eine Fahrspur im Sand und folgen dieser. Es ist schon recht dunkel. Auf dem Weg finden wir Tierspuren. Es ist die Spur des Pavians, den wir vom Berg aus gesehen haben. Wenig später finden wir diesen Gliederfüßler. Leider ist er tot. Es soll der einzige unserer Reise bleiben.
Wir beeilen uns jetzt, denn es wird sehr schnell dunkel und auch kalt. Der Weg führt uns zu dem letzten Häuschen und wir sind bald an unserem wieder angekommen.
Bis zum Essen ist noch etwas Zeit und vertreiben uns die Zeit mit dem Schmökern in den Heften und Büchern, die im Zimmer ausliegen. Mit Taschenlampen bewaffnet begeben wir uns zum Abendessen. In der Lapa sind Gaswärmestrahler aufgestellt, so dass wir beim Essen nicht frieren müssen. Es mittlerweile draußen echt kalt geworden. Es schmeckt uns allen sehr gut. Am Nachbartisch sitzt ein Paar, die uns ansprechen, ob wir aus der Nähe von Aachen kämen? Erstaunt bejaen wir. Die beiden sind Aachener und haben uns an der Sprache erkannt. Die Welt ist doch ein Dorf und Aacherner trifft man immer und überall. Nach dem Essen fragt uns der Manager, ob wir bei den Felszeichnungen erfolgreich waren. Wir bestätigen ihm, dass mit Sonnenuntergang die Zeichnungen sehr gut zu sehen sind. Von der Terrasse schauen wir uns den unglaublichen Sternhimmel an. Der Manager zeigt uns das Kreuz des Südens und erklärt noch einiges anderes zum südlichen Nachthimmel. Das Gespräch ist sehr interessant und die Zeit vergeht schnell. Gegen 22.00 Uhr gehen wir alle ins Bett und schlafen sehr gut.
ENDE TAG 11
Teil 3617. Mai 2017
TAG 13: AiAiba Rock Painting Lodge - Brandberg - Damara Mopane Lodge
Da wir heute keine all zu weite Strecke vor uns haben, gehen wir den Tag gemütlich an. In der Lapa ist das Frühstück aufgebaut. Die Auswahl ist nicht besonders groß und das Müsli hat leider einen leicht ranzigen Geschmack. Dafür ist das Rahmenprogramm klasse. Ein keiner Vogel kommt in die Lapa geflogen und landet direkt neben meiner Mutter, die gerade am Buffet steht. (Leider habe ich nur Bilder mit dem Smartphone gemacht ohne Zoom)
Die Mutter des kleinen Mannes von Gestern kommt aus der Küche und füttert den Vogel mit Käse. Sie erzählt uns, dass der Piepmatz jeden morgen kommt und seinen Käse abholt.
Während des Frühstücks kommt der kleine blonde Junge u uns und möchte gerne mit unserer Tochter spielen. Sie will auch gerne und beide ziehen fröhlich ab.
Nach dem Frühstück schaue ich mir die ausgestellten Holzschnitzereien in der Lapa genauer an. Ein Elefant gefällt mir besonders. Den möchte ich gerne kaufen. An der Rezeption bezahlen wir das Abendessen und die Getränke und den Elefanten. Dann gehen wir in unsere Zimmer und packen. Als wir fertig sind suchen wir die spielenden Kinder. Wie zu erwarten, will unsere Tochter nicht weg. Sie handelt noch eine halbe Stunde Spielzeit raus und wir genießen so lange noch die Aussicht vom Pool in die Ebene.
Als wir dann endlich losfahren wollen fließen wieder Tränen. Unsere Tochter möchte hier bleiben und nicht wieder Auto fahren. Dank „Gregs Tagebuch“ ist die Fahrt dann ja doch erträglich. Wir machen uns auf den Weg zur Damara Mopane Lodge, wollen aber vorher noch zum Brandberg. Die Landschaft ist wieder einmal faszinieren.
Hin und wieder sehen wir ein paar Tiere, sowohl domestizierte als auch wilde.
An der Straße immer wieder kleine Stände mit Schmuck. Die Frau an diesem Stand winkt uns mit einer leeren Plastikflasche. Wir halten an und geben ihr eine volle Wasserflasche.
An dem Stand kann man auch sehen, dass man mit Flaschen auch noch anderes machen kann als Flüssigkeiten einzufüllen.
Als wir wieder losfahren wollen kommt ein Pick Up angefahren. Auf der Ladefläche mehrere Frauen. Ein Mann steigt aus und schickt zwei der Frauen an den Stand. Er geht zu der bereits dort anwesenden Frau und spricht sie in rauem Tonfalll an. Sie schüttelt den Kopf, er zeigt auf unser Auto und wird noch lauter, sie schüttelt den Kopf und zeigt die Flasche Wasser, daraufhin wird er noch lauter. Er dreht sich zu uns um und zeigt auf den Schmuck, wir schütteln die Köpfe. Ich denke, dass er Geld von der Frau kassieren wollte und sauer war, dass sie uns keinen Schmuck verkauft hat. Dann raunst er die anderen Frauen an und fährt mit Vollgas los. Der Stand verschwindet in einer Staubwolke. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass die Frauen hier nicht freiwillig stehen und ganz bestimmt nicht auf ihre Rechnung. Mit einem schlechten Gefühl fahren wir weiter. Wir nähern uns dem Brandberg Nationalpark.
In der T4A Karte sind viele braune Wege eingezeichnet, die sehr interessant aussehen, aber wir sind nicht sicher, ob diese noch zu den im Mietvertrag erlaubten gehören und die Zeiten in der Karte lassen vermuten, dass es sich dort wohl schon eher um schwierigere Passagen handelt. Wir entscheiden uns dagegen.
Wir fahren genau auf diese Felsformation zu
und halten dann an einem Parkplatz. Dort ist der Zugang zur White White Lady. Man darf dort nur eine geführte Tour mit einem NP-Guide hin machen. Die Guides erzählen uns, dass der Aufstieg ca. eine Stunde dauert. Unsere Tochter meutert sofort und in Anbetracht der Zeit (es ist bereits nach Mittag) entscheiden wir uns gegen die White Lady.
Dafür machen wir dort in einem der Picknick Unterständen Mittagsrast. Wir kommen mit einem Schweizer Paar ins Gespräch. Sie haben die letzte Nacht mit Dachcamper auf der Spitzkoppe verbracht und erzählen ganz begeistert wie schön es dort sei. Allerdings erzählen sie auch, dass sie wie die Schneider gefroren hätten. Sie sind mit 2 Dachzelten unterwegs, weil sie beide Platz beim Schlafen brauchen, aber haben wohl diese Nacht zusammen in einem Dachzelt verbracht (schlafen ging nicht gut vor lauter Frieren), um sich gemeinsam zu wärmen. Sie zeigen uns anschließend das doch schon sehr abgenutzte Campingequipment und die viel zu dünnen Schlafsäcke. Sie wollen jetzt nach Korixas und dort im Supermarkt Decken kaufen. Wir schauen uns noch ein bisschen um und fahren dann Richtung Damara Mopana Lodge. Auf dem Weg sehen wir in weiter Entfernung eine Giraffe und halten an. Je länger wir schauen, um so mehr entdecken wir. Es ist eine kleine Herde, die dort die Blätter von den Bäumen fressen. Es ist immer wieder erstaunlich wie unsichtbar diese riesigen Tiere sein könne, wenn sie an den Bäumen stehen. Immer wenn wir denken, jetzt haben wir alle entdeckt, ruft einer im Auto: „Da noch eine!“
Nach einiger Zeit fahren wir weiter Richtung Korixas. Ich hätte noch Stunden die Giraffen beobachten können. Die sind so elegant und ruhig und ich weiß jetzt ganz genau woher Spielberg seine Vorlage für die Langhals-Dinos (Brachiosaurier) in Jurassic Park hatte. Die Lodge liegt nah an der Teerpad (M69) in einer großen Ebene. Die Ebene ist erstaunlich grün, weil hier viele Mopanebäume wachsen. Diese Bäume verlieren erst im tiefen Winter (August) ihre Blätter und sind somit für viele Tiere, vor allem die Giraffen, die letzte Futterquelle. Fortsetzung folgt (sobald mein Netz wieder mehr hergibt 😈 )
Teil 3717. Mai 2017
Kleiner Nachtrag:
Auf dem Weg zum Brandberg haben wir auch Giraffen direkt neben der Straße gesehen.
Die kleinen Straßenläden waren aber noch nicht besetzt. Auf dem Rückweg stand an dem Stand ein Schild, daß Fotografieren der Puppen Geld kostet.
Teil 3818. Mai 2017
Tag 13: Damara Mopane Lodge Auf dem Weg zur Lodge sind wir wieder einmal von der Landschaft begeistert und können auch sehen, was passiert, wenn man sich auf Gravel überschätzt.
Auf dem Parkplatz vor der Lodge stehen eine Reihe Hiluxe und ein paar andere PKW, natürlich alle weiß. Wir gehen zur Rezeption und checken ein. Die Lodge macht wie alle Gondwana Lodges einen gepflegten Eindruck. Das Personal an der Rezeption ist höflich, aber es fehlt diese besondere Freundlichkeit und Fröhlichkeit, die wir sonst in Namibia kennengelernt haben. Eine Mitarbeiterin soll uns mit einer Art Bollerwagen begleiten. Wir stapeln alles Gepäck drauf und gehen außen um das Hauptgebäude zu unserem Häuschen. Was uns schon auf der Internetseite so gut gefallen hat, zeigt sich hier jetzt in der Realität. Um alle Häuschen ist innerhalb einer kleinen Mauer ein Gemüsegarten angelegt, so dass keine Tiere ran kommen.
Wir sehen verschiedene Kohlsorten, Salat, Mangold oder auch Küchenkräuter und Obst. Besonders gefallen haben uns die afrikanische Version von Vogelscheuchen.
Die Häuschen sehen alle sehr hübsch aus als wir unseres betreten, sieht es auch innen gepflegt und gemütlich aus und die Handtuchschwäne sind natürlich herzallerliebst.
Nach dem Auspacken schauen wir uns ein wenig um auf dem großen Lodgegelände. Direkt vor unsere Haustür sehen wir dieses Bülbül Pärchen.
Der Pool ist riesig und Liegen sind reichlich vorhanden.
An der Rezeption erfahren wir von der Sundowner Plattform auf dem Hügel vor der Lodge. Wir machen uns im späten Nachmittag auf. Es geht eine Pfad den Hügel hoch zu einer Holzplattform. Dort gibt es eine Theke und wir holen uns alle unseren Sundowner.
Die Aussicht über die Ebene ist nicht wirklich spektakulär. Am Wasserloch gibt es auch nichts zu sehen. Die Lodgeanlage ist wirklich schön, aber die Lage kann mit keiner der von uns sonst besuchten Unterkünften mithalten.
Wir warten auf den Sonnenuntergang und gehen danach den Weg wieder hinunter. An den Mopanebäumen hängen die bekannten Einmachgläsersolarlampen.
Das Abendessen wird in Buffetform angeboten. Die Vorspeise wird allerdings serviert oder auch nicht. Schon Getränke zu bestellen erweist sich als fast unmöglich. Wenn die Kellnerin überhaupt auftaucht, dann scheint sie gewissenhaft jeden zu übersehen, der etwas bestellen möchte. Die zweite Kellnerin kümmert sich um den weiteren Essensraum. Als die für uns zuständige Kellnerin dann doch endlich zu uns kommt, ist sie wirklich unfreundlich. Man hat den Eindruck, dass es unter ihrer Würde ist, uns zu bedienen. Als die Getränke kommen, fehlt die Hälfte. Es kommt auch erstmal kein Getränk mehr, weil ja jetzt die Suppen serviert werden müssen. Als es dann endlich mit der Vorspeise klappt, versuchen wir noch einmal Getränke zu bestellen. Das ist wieder schwierig. Das Essen am Buffet ist leider zum großen Teil kalt. Einge Behälter sind leer. Die Kellnerin vermeidet jeden Blick zum Buffet. Ein anderer Tourist beschwert sich mittlerweile an der Rezeption. Kurze Zeit später kommt der Koch selber nachschauen. Die Kellnerinnen wurden seit geraumer Zeit nicht mehr gesichtet. Als wir das Warten auf Getränke und Essen aufgeben und gehen wollen, kommt tatsächlich neues Essen für das Buffet. Jetzt haben wir aber auch keine Lust mehr und gehen zur Bar, um endlich noch etwas zu Trinken zu bekommen. Nach einem Absacker an der Bar, gehen wir alle schlafen.
ENDE TAG 13
Teil 3924. Mai 2017
TAG 14: Damara Mopane Lodge – versteinerter Wald
Da wir heute keinen Fahrtag haben und zum versteinerten Wald wollen, der in ca. einer Stunde erreichbar sein sollte, gehen wir erst gegen 9 Uhr zum Frühstück. Das Buffet sieht ziemlich geplündert aus. Es gibt noch nicht einmal mehr Brot. Außer uns sind noch ca. 20 andere Menschen beim Frühstück. Es wiederholt sich eigentlich die Situation des Abendessens. Die Bedienung übersieht geflissentlich das leere Buffet und hält es für unter ihrer Würde an den Tischen zu bedienen. Ich gehe zur Rezeption, um mich zu beschweren, da muss ich mich aber hinten anstellen, weil vor mir schon einige andere Frühstückswillige ihre Beschwerde anbringen. Vor allem der Name der mir besonders negativ aufgefallenen Bedienung fällt mehrfach. Dann taucht wie gestern Abend ein Koch auf und kontrolliert das Buffet. Wenige Minuten später werden die leeren Platten geholt und mit und mit aufgefüllt zurückgebracht. Mittlerweile geht es auf 10 zu und die Frühstückzeit vorbei. Doch man lässt uns alle noch in Ruhe zu Ende frühstücken und es wird sogar noch Rührei nachgebracht. Als das Buffet dann endlich gefüllt ist, ist das Frühstück wirklich gut und sehr reichliche Auswahl vorhanden. Auf dem Weg zurück zu unserem Häuschen habe ich die Gelegenheit diesen schönen Rotschnabeltoko Monteiro's Hornbill (Danke Maddy für den Hinweis) auf dem Rasen am Pool zu fotografieren.
Und mal endlich ein einigermaßen erkennbares Bild von einem Rotbauchwürger. Die haben leider die Angewohnheit immer wegzuhüpfen, wenn man sie fotografieren möchte.
Unsere Tochter weigert sich heute Auto zu fahren und ihre Oma mag auch nicht unbedingt. Die beiden wollen sich einen schönen Tag am Pool machen. Wir restlichen drei fahren zum versteinerten Wald. In Khorixas halten wir zum Tanken. Im Supermarkt wollen wir ein paar Getränke einkaufen. Vor dem Supermarkt ist viel los. Es gibt keine ausgewiesenen Parkplatzwächter. Als wir anhalten kommen direkt einige Schwarze auf unser Auto zu. Diesmal gehen wir nicht alle zusammen, sondern ich bleibe im Auto. Ein Mann versucht mir Kristalle und Halbedelsteine zu verkaufen, ein anderer mal wieder geschnitzte Nüsse, beide sind mir zu aufdringlich und ich mache die Fenster zu. Neben unserem Fortuner hält ein selbst für Namibia sehr großer und luxuriöser Geländewagen an. Der weiße Fahrer winkt einen der rumsitzenden Schwarzen zum Auto und drückt ihm einen Geldschein in die Hand. Der Schwarze verschwindet im Laden und kommt recht schnell mit zwei Plastiktüten zurück, die er dem Mann im Auto gibt. Der macht ohne weiteren Kommentar das Fenster hoch und fährt weg. Ich bin etwas verblüfft. Jetzt verstehe ich auch die Reaktion der umstehenden Menschen, als wir angefahren kamen. Vielleicht passiert das hier öfters, dass die Weißen sich auch beim Einkaufen im Supermarkt bedienen lassen. Kurze Zeit später kommen mein Mann und mein Vater aus dem Laden. Mein Vater zündet sich eine Zigarette an und wird direkt von mehreren Männern angeschnorrt. Er hält seine Packung hin und schon hat einer der Schnorrer die Hälfte der Zigaretten aus der Packung genommen. Als noch mehr zugreifen wollen, nimmt mein Vater die Zigaretten weg und sagt, dass sie sich an den Kollegen wenden sollen, der gerade die halbe Packung geplündert hat. Wieder etwas gelernt: Gib Zigaretten immer nur einzeln aus der Hand. Wir fahren weiter Richtung versteinertem Wald. Die Teerstraße geht bald in eine sehr gut zu fahrende Gravelroad über. Die Landschaft ist wenig spektakulär. Schon bald sind wir am Ziel. Dort steht ein Auto auf dem Parkplatz. Als wir aussteigen, fährt dieses weg. Wir sind also die einzigen Besucher zur Zeit. Wir melden uns an bezahlen den Eintritt ein junger Mann stellt sich als David unser Führer vor. David ist anfänglich sehr zurückhaltend. Er zeigt uns einige Welwitschias und erklärt den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen. Die Pflanzen sind mit einem Steinring umgeben. David erklärt uns, dass die Wurzeln der Welwitschias sehr druckempfindlich sind und wir nicht in den Steinring treten sollen. Wir fragen ihn noch einiges zu den Pflanzen. Als er unser Interesse bemerkt, wird er offener. Er erzählt immer mehr. Über die Welwitschias, den versteinerten Wald oder aber auch über sein Volk die Damara.
Ein Guide mit seiner Gruppe überholt uns. Die Gruppe hält noch nicht mal an den Welwitschias an. David erzählt, dass er gerne Reiseführer würde und auch schon ein bisschen deutsch kann. Er spricht englisch mit vielen deutschen Wörtern mit uns und fragt auch immer wieder nach Wörtern, die er nicht kennt. Als wir einen Gelbschnabeltoko sehen, erzählt er uns, dass diese Vögel in der Sprache der Damara „fliegende Banane“ heißt. Leider will der Toko nicht besser auf´s Foto und fliegt weg.
Wir sind noch nicht die halbe Strecke gelaufen, da sehen wir die Gruppe, die uns eben überholt hat, schon wieder wegfahren. Wir sehen uns die versteinerten Baumstämme an und lassen uns von David über sein Leben und seine Zukunftspläne erzählen.
David scheint viel zu lesen und ist an vielen Dingen interessiert. Er fragt uns auch nach Deutschland und wie es dort ist. Wir unterhalten uns sehr angeregt und sind leider viel zu früh wieder am Eingang.
Dort gibt es eine Hütte mit selbstgemachten Damar-Souvenirs. Ich kaufe ein paar Mobiles und natürlich noch einige geschnitzte Nüsse. Die Nüsse kosten ja nachdem wie gut die Schnitzarbeiten sind, zwischen 15 und 40N$. Eine Mitarbeiterin bietet an für jeweils 10N$ Namen einzuschnitzen. Das finde ich im Verhältnis zu teuer und sage ihr das auch. Sie wirkt ein bisschen beleidigt. Wir ziehen mit unserer Beute ab und fahren zurück zur Lodge. Fortsetzung folgt……
Teil 4029. Mai 2017
TAG 14: Damara Mopane Lodge Als wir wieder an der Lodge ankommen, steht dort ein Reisebus aus dem gerade eine große Anzahl chinesischer Touristen aussteigt. Na das kann ja beim Abendessen lustig werden, wenn die es schon mit den paar Leuten nicht geschafft haben gestern Abend, dann kann es heute Abend nur richtig schief gehen. Meine Mutter und meine Tochter finden wir auf der Terrasse am Pool. Meine Tochter lässt sich eine Spaghetti Bolognese schmecken. Die sieht sehr gut aus und dem Kind scheint es zu schmecken. Wir bestellen ein Sandwich und Salat. Das ist ganz ok. Später sehe ich auf der Rechnung, dass das Sandwich genauso viel kostet wie die Nudeln. Das steht in keinem Verhältnis. Es scheint einfach Lunch immer gleich zu kosten, egal ob eine Kleinigkeit oder ein ganze Mahlzeit. Unsere Tochter möchte gerne schwimmen gehen, da es mittlerweile recht warm geworden ist. Sie ist natürlich auch wieder durch das kalte Wasser nicht abzuhalten. Mir reicht eine kleine Abkühlung bis zum Oberschenkel, weiter kann ich mich nicht überwinden.
Statt dessen mache ich es mir auf einem Liegestuhl bequem. Einfach mal chillen ist ja auch mal schön im Urlaub. Und beobachte ein paar Vögel. ( Bin dankbar für die Bestimmung der Piepmätze)
Akaziendrossel (Danke Konni für die Bestimmung.)
Maskenbülbül
Kurzzehenrötel
Dieser Sperling dürfte ein Webervogel sein
Und das sein Nest
Der hat sich ständig versteckt
Als wir uns später in unserem Häuschen umziehen, kommt meine Mutter und ruft wir sollen schnell mitkommen. Sie führt uns zum Außenzaun und dahinter steht eine große Herde Antilopen. Leider habe ich keinen Fotoapparat dabei, aber ich will auch nicht riskierten, dass die Tiere weg sind, wenn ich ihn holen gehe, also bleiben wir einfach am Zaun stehen und beobachten die Herde bei m Fressen. Sie ziehen langsam weiter und verschwinden schließlich zwischen den Mopane Bäumen. Anschließend wandern wir noch ein wenig zwischen den Häuschen herum und suchen weitere Metallfiguren und schauen uns das angebaute Gemüse an.
Auf dem Rückweg können wir die Küchenmannschaft beim Salat ernten beobachten. Den gibt es bestimmt nachher zum Abendessen. Das Abendessen läuft erstaunlicherweise besser ab als gestern. Das Buffet ist besser gefüllt, obwohl (oder vielleicht gerade weil) viel mehr Menschen beim Essen sind. Leider ist vieles kalt. Unsere schlechtgelaunte Bedienung ist, falls es überhaupt noch möglich ist, noch schlechter gelaunt und noch weniger bereit uns zu bedienen. Dafür hat sie jetzt eine wirklich nette und aufmerksame Kollegin dazu bekommen, die allerdings die ganze Arbeit alleine macht und demnach dauert es wieder lange bis die Getränke kommen. Wir bewundern alle die kunstvoll geflochtene Frisur der netten Bedienung und sie ist sichtlich erfreut über unser Lob. Sie erzählt uns, dass ihre Schwester dafür 4 Stunden gebraucht hat und strahlt den Rest des Abends noch mehr als vorher. ENDE TAG 14
Teil 4129. Mai 2017
TAG 15: Damara Mopane Lodge - Hobatere Lodge Das Frühstück ist ähnlich wie gestern und da die nette Bedienung von gestern Abend nicht da ist, gibt auch wieder keine Eier oder auch nur Brot. Erst eine weitere Beschwerde an der Rezeption führt zu einem einigermaßen gefüllten Buffet. Als wir nach dem Frühstück unser Häuschen räumen wollen und mit dem Gepäck auf dem Weg erscheinen, kommt eins der Zimmermädchen, dem wir ein kleines Trinkgeld hingelegt hatten, auf uns zugeschossen und bietet uns an, das Gepäck mit dem Bollerwagen, auf dem sie das abgezogenen Bettzeug und die Handtücher transportiert, zum Auto zu fahren. Wir winken ab und erklären, dass wir das schaffen, aber schon hat sie den Wagen umgekippt und das ganze Zeug liegt auf dem Weg und fängt an unser Gepäck aufzuladen. Sie lässt sich davon nicht abbringen und fährt unsere Koffer und Taschen zum Auto. Dabei erzählt sie, dass sie 3 Kinder hat. Ich frage nach dem Alter und da sie auch 2 Mädchen im Alter unserer Tochter hat, gebe ich ihr eine Jacke und 2 Fließshirts, die schon sehr kurz geworden sind. Sie bedankt sich herzlich und fährt mit dem Bollerwagen wieder zurück. Beim Auschecken und Bezahlen der Rechnung weiderholen wir noch einmal unsere Kritik an der Bedienung, und dass wir in keiner der anderen Gondwana Lodges so etwas erlebt haben. Daraufhin erscheint der Manger und es ist kein unbekannter. Es ist der Mann, der gestern am Supermarkt per „Drive In“ eingekauft hat. Das passt doch irgendwie. Er kann unsere Beschwerde gar nicht verstehen, wir hätten uns doch sofort melden können. Als wir und noch ein paar andere die sich gerade an der Rezeption aufhalten, erklären, dass wir das bei jedem Essen getan haben, sagt er gar nicht mehr. Wir bezahlen und erklären, dass wir hier nicht noch einmal buchen werden. Das scheint aber keinen wirklich zu kümmern, denn es kommt gerade die nächste Busladung angefahren. Wir fahren Richtung Etosha Ost. Wir sind alle riesig gespannt, ob der Etosha Park unsere hohen Erwartungen erfüllen wird. Die Hobatere Lodge liegt vor dem Galton Gate und ist vor ein paar Jahren abgebrannt und wurde jetzt wieder neu aufgebaut und eröffnet. Auf dem Weg dorthin, müssen wir wegen dieser großen und wunderschönen Giraffe anhalten, damit sie die Straße überqueren kann.
Wir fahren am Galton Gate vorbei und sehen, dass gerade der Zaun repariert wird. Einige hundert Meter weiter befindet sich das Tor zum Geländer der Hobatere Lodge. Wir werden hier von niemand empfangen, sondern müssen das Tor selber öffnen und schließen. Dieses Schild empfängt uns.
Die 16km bis zur Lodge holpern ganz schön, aber sind ansonsten gut zu fahren. Wir werden von einigen Tieren auf dem Weg begrüßt.
An der Lodge angekommen sind wir begeistert. Wir werden am Auto durch den Guide der Lodge empfangen. Man was hat der einen Bass. Ich habe selten jemand kennen gelernt, der solch eine fantastische Stimme hat (und ich singe selber und kenne viele Menschen mit schönen Stimmen). Als wir die Lapa betreten, kann man von dort nach draußen auf das Wasserloch sehen. Dort befinden sich mindestens 100 Tiere. Zebras, diverse Antilopen, Giraffen, Paviane und Warzenschweine. Unfassbar. Wir sind alles vollkommen aus dem Häuschen und sind fast enttäuscht, dass wir zu unserem Chalet gebracht werden soll. Uns wir erklärt, dass wir nach gerne zum Hide gefahren werden können, um von dort die Tiere am Wasserloch ganz nach zu beobachten. Unser Chalet ist sehr schön. ES gibt ein Doppelbett und ein Einzelbett. Es ist sehr geräumig mit getrenntem WC und Dusche. Die Terrasse lädt zum gemütlichen Sitzen ein.
Aber wir haben dafür natürlich keine Ruhe. Wir wollen Tiere gucken. Fortsetzung folgt……..
Teil 4207. Juni 2017
TAG 15: Hobatere Lodge Wir gehen zurück in die Lapa und fragen nach den Gamedrives und nach dem Hide am Wasserloch. Der Gamedrive am Nachmittag ist noch buchbar. Wir beschließen daran teilzunehmen. Zum Hide wird man gefahren und dort muss man dann 1,5 Stunden bleiben und wird dann wieder abgeholt, damit die Tiere nicht zu oft gestört werden. Wir möchten gerne dorthin. Da noch andere ihr Interesse für den Hide angemeldet haben, werden wir gebeten noch etwas zu warten, damit wir dann alle zusammen gefahren werden können.
(Sorry, ich habe leider kein anderes Bild der Lodge.)
In der Zwischenzeit schauen wir uns noch ein wenig um. Dabei finden wir die Speisekarte für den Abend. Als Hauptgericht, soll es Lamm geben. Weder meine Mutter, noch meine Tochter und auch ich essen Lamm. Wir fragen ach einer Alternative. Es wird uns Hühnchen oder als vegetarische Alternative eine Polenta angeboten. Ich entscheide mich für das vegetarische Gericht, die beiden anderen nehmen das Huhn. Dann kommt der Mann mit der tollen Stimme. Er stellt sich als Martin vor und will uns zum Hide fahren. Wir steigen in das offenen Safarifahrzeug und fahren die 500m zum Hide. Mit uns 5 waren noch ein Paar im Auto. Am Hide erzählt Martin, dass wir in 1,5 Stunden abgeholt werden und gibt dem anderen Paar ein Walkie Talkie für den Notfall. Er betont noch einmal, dass wir nur im Notfall früher abgeholt werden, wer nicht so lange hier bleiben möchte, soll wieder mit ihm zurück fahren. Im ersten Augenblick kommt mir die Zeit schon lang vor, vor allem für unsere Tochter. Martin betätigt die solarbetriebene Wasserpumpe, die mit viel Lärm anspringt und Frischwasser zum Wasserloch pumpt. Martin erklärt, dass wir mit der Anfahrt die Tiere bereits gestört haben und er deshalb die Pumpe betätigt, damit er später nicht wieder stören muss.
Wir klettern eine Leiter hoch auf den Aussichtsturm. Von hier hat man eine guten Rundumblick auf die Lodge, die Felsen und natürlich das Wasserloch. Hier tummeln sich eine Menge Tiere. Direkt am Wasser sind vor allem Zebras. Unter den Zebrahengsten gibt es ständig Streit um die beste Position am Wasser. Da geht es ganz schön hart zur Sache. Durch die Streitereien ist viel Bewegung in der Tierherde und dadurch wird auch viel Staub aufgewirbelt. Es hängt die ganze Zeit ein heller Dunst in der Luft.
Je länger wir die Tiere Beobachten, desto mehr andere Tierarten sehen wir. Es gibt Oryxe, Elandantilopen, Warzenschweine und Paviane. Wir können uns nicht satt sehen. Es ist einfach unglaublich spannend die Tiere zu beobachten. DIe Elandantilopen z.B. haben kein Problem an den Zebras vorbei ans Wasser zu gelangen, die anderen Tierarten haben da weniger Erfolg.
Nach ca. einer Stunde sehen wir in der Ferne 3 Giraffen zum Wasserloch kommen. Leider bleiben sie in größerer Entfernung und fressen dort an einem Baum.
Als die Tiere etwas unruhig werden, hören wir das Safariauto. Wir sind sehr erstaunt. Ist die Zeit denn schon um? Tatsächlich sind 1,5 Stunden bereits vergangen. Die Zeit verging wie im Flug. Selbst unsere Tochter hat nicht einmal über Langeweile geklagt. Martin fährt uns zurück zur Lodge und wir sind alle ganz begeistert von dem, was wir gerade gesehen haben. Ob der Gamedrive später das noch toppen kann?
Fortsetzung folgt...........
Teil 4308. Juni 2017
TAG 14: Hobatere Lodge (noch immer) Als wir wieder an der Lodge sind, unterhalten wir uns noch ein paar Minuten mit Martin. Ich könnte ihm stundenlang zuhören 🙂 Eine nette Mitarbeiterin, deren Namen ich leider vergessen habe, (wobei in dieser Lodge gibt es nur äußerst nette MitarbeiterInnen) schließt sich der Unterhaltung an und fragt, ob wir uns wohlfühlen, ob das Zimmer in Ordnung ist und wie es uns gefällt. Unsere Begeisterung scheint sie sichtlich zu freuen. Sie fragt, wo wir schon in Namibia waren und wir erzählen von unserer Tour. Martin erzählt, dass er auf der Auas Lodge gearbeitet hat. Wir erfahren von dem Brand der Hobatere Lodge und dass das kleine Wasserloch neben der Terrasse, früher das Beobachtungswasserloch einiges entfernt von der Lodge war. Die Lodge wurde also nicht an derselben Stelle wiederaufgebaut. Als wir von unserem Besuch bei den San erzählen, erklärt die nette Mitarbeiterin, dass die San-Sprache noch mehr unterschiedliche Klicklaute hat als die der Damara. Die Damara haben 4 unterschiedliche und sie demonstriert sie uns, da ihre Mutter eine Damara ist. Ihr Vater ist Nama. Sie erzählt, dass ihre Eltern Englisch miteinander sprechen, weil sie ihre Muttersprachen gegenseitig nicht verstehen. Himba und Herero können sich verständigen, die meisten anderen Sprachen sind nicht verwandt. Wir erfahren noch einiges über die unterschiedlichen Kulturen. Martin stammt ursprünglich aus dem Nordosten des Landes und meint, dass dort die meisten Menschen sehr groß sind. Die Zeit geht wieder wie im Flug und schon ist es Zeit für unseren Game Drive. Mit uns fährt noch eine niederländische Familie mit 2 Teeniekindern, die nur ihr Smartphone im Blick haben. Wir fahren am Wasserloch vorbei und können noch ein Foto von der Lodge machen, dann geht es in den Bush.
Martin fährt an den Felsen sehr langsam und beobachtet sehr genau. Dabei eindeckt er diesen süßen Klippspringer, der in den Felsen sehr gut getarnt ist.
Martin erzählt, dass in den Felsen oft Leoparden zu finden sind. Er sucht weiter. Es geht weiter in den Bush. Das Lodgegelände ist erstaunlich grün und es gibt recht viele große Bäume.
Hier muss Martin stoppen:
Diese Giraffe ist von uns genauso fasziniert wie wir von ihr und bleibt deshalb mitten auf dem Weg stehen. Dann zeigt Martin auf einen Berg und sagt: „Mountaingiraffe!“ Wir fragen, ob es tatsächlich Berggiraffen gibt. Er sagt ja, aber seine Mundwinkel verraten ihn. Er veräppelt uns.
Und dann macht er eine Vollbremsung und fährt ein Stück rückwärts. Er zeigt auf die naheliegenden Felsen und meint dort seien Elefanten. Elefanten? Wo? Ich kann ein Hinterteil erkennen im Staub, aber mehrere. Und dann taucht noch einer auf. Wie können so große Tiere so schlecht zu sehen sein? Leider sind die beiden bald wieder verschwunden. Unsere ersten Elefanten!!!!!!!! 😄 🤪
Wir sind alle glücklich. Fast alle. Mein Mann ist stinksauer. Der Holländer hat die Angewohnheit immer aufzustehen zum Filmen und sich aus dem Wagen rauszulehnen, als ob der halbe Meter näher helfen würde. Dabei steht er dann genau vor meinem Mann, der das Pech hatte nur noch den Platz in der letzten Reihe bekommen zu haben. 😠 😈 Die Teenies, die natürlich vorne sitzen, wären da viel besser aufgehoben, denn die schauen nicht einmal bei den Elefanten von ihren Handys auf. 🙄 Mein Mann hat schon mehrfach gebeten nicht vor ihm zu stehen. 😠 Ohne Erfolg. Ihm reist der Geduldsfaden und greift dem Holländer beherzt von hinten in den Gürtel und zieht. Es macht plumps und der Holländer sitz auf seinem Sitz. Er ist total verwundert und sagt nichts und bleibt den Rest der Fahrt auch sitzen. 😉 Die Elefanten sind gerade verschwunden, da bewegt sich links von uns etwas. Martin dreht den Wagen und fährt ca. 100 m in diese Richtung und dann dürfen wir diese Schakalfamilie im Abendlich beim Spielen beobachten.
Während wir genauso von Papa-Schakal genau beobachtet werden. Leider haben die drei schnell von uns die Nase voll und verdrücken sich.
Wir fahren noch ein ganzes Stück und Martin beobachtet erfolglos die Felsen. Dann fahren wir an einer Herde Zebras vorbei, die in einer Staubwolke fast nicht zu erkennen sind und halten auf eine große Freifläche zu.
Dort dürfen wir aussteigen und unseren Sundowner genießen.
Die Zebras beruhigen sich wieder und wir können ihnen zuschauen, sofern sie nicht zu veil Staub aufwirbeln. Oben auf dem Bergkamm sind ein paar Kudus als Scherenschnitt gegen den Sonnenuntergang zu sehen.
Wie immer in Namibia wird es schnell dunkler und Martin packt zusammen. Auf dem Weg zur Lodge sehen wir noch ein paar Springböcke und Kudus und immer wieder Hühner.
Als wir an der Lodge zurück sind ist es stockdunkel. Wir werden von Lodgemitarbeitern in Empfang genommen, die uns mit der Taschenlampe zu unserem Zimmer bringen. Nach einer schnellen Dusche geht es schon wieder zum Essen. Als wir die Türe aufmachen, kommt sofort jemand mit Taschenlampe (obwohl wir selber eine haben) von der Lapa auf uns zugelaufen und bringt uns zur Terrasse.
Dort können wir es mit Fließjacke oder -pullover gut aushalten und bekommen alle ein sehr schmackhaftes Menü serviert. Vor allem auf die Polenta war ich sehr gespannt. Ich kann nur sagen:“Lekker!!!!“ Schade, dass wir nicht länger bleiben können. Hier könnte man auch gut einige Tage verbringen. Nach dem Essen möchte ich im Zimmer etwas holen. Sobald ich aus der Lapa trete, steht schon wieder ein Mitarbeiter neben mir. Wo kommt der denn so plötzlich wieder her? Ich zeige meine Taschenlampe und sage, dass ich die 20 m alleine gehen kann und auch sofort wieder komme. Er schüttelt den Kopf und erzählt, dass seit ein paar Tagen Löwen in der Nähe der Lodge sind. Da es keine Zäune gibt, werden die Gäste ständig begleitet. Der Mann wartet vor unserem Zimmer und begleitet mich wieder zur Lapa zurück. Wir lassen den Abend noch bei einem Savanna ausklingen und schwärmen uns gegenseitig von unserem Glück hier zu sein vor. Anmerkung: Hobatere war auf unserer Tour meine absolute Lieblingslodge. Hier stimmt in meinen Augen einfach alles. Leider haben wir auch in diesem Jahr wieder nur eine Nacht dort buchen können, weil das wohl auch viele andere Menschen so sehen.
Fortsetzung folgt…….
Teil 4419. Juni 2017
TAG 16: Habatere Lodge – Etosha – Buschberg Gästefarm Als wir morgens zum Frühstücke gehen, werden wir sofort mit der Frage begrüßt, ob wir die Löwen gehört haben? Löwen? Wann? Wo? Dann wird uns erzählt, dass noch vor ca. 1 Stunde eine Löwenfamilie am Wasserloch direkt neben der Terrasse gewesen sei. Die Löwen waren einige Stunde rund um die Lodge unterwegs und hätten teilweise sehr laut gebrüllt. Der Morgengamedrive hat sie noch gesehen. Ich ärger mich. Ich schlafe in letzter Zeit extrem schlecht und werde ständig wache und ausgerechnet heute Nacht habe ich geschlafen wie ein Baby und natürlich nichts gehört. Auf jeden Fall wissen wir jetzt, warum wir gestern Abend ständig eskortiert wurden. Was uns da noch etwas übertrieben vorkam, macht jetzt absolut Sinn. Wirklich schade, wir hätten so gerne Löwen gehört oder sogar gesehen. Hätten wir doch den Morgendrive mitgemacht. Hätte, könnte, sollte…. Nutzt ja alles nichts. Wir haben uns anders entschieden und wollen uns jetzt wenigstens das Frühstück schmecken lassen. Wir haben heute einen langen Tag vor uns, da wir vom Galton Gate durch den Etosha Westteil zum Andersson Gate rausfahren werden, um auf der Buschberg Farm bei Anita und Hannes de Haast zu übernachten. Wir machen uns über das gute Frühstücksbuffet her. Eine strahlende Köchin bereitet uns Omelettes mit diversen Zutaten auf Wunsch zu.
Wir wollen heute nicht zu spät los, damit wir Zeit für die Wasserlöcher auf dem Weg im Etosha Park haben. Wir sind gerade fertig und wollen zum Zimmer und das Auto packen, als eine Mitarbeiterin der Lodge ruft. „The elefants are comming!!!!“ Sie steht auf der Terrasse und zeigt in den Bush. Wir und die andren Gäste, die noch beim Frühstück sind, laufen auf die Terrasse und dann sehen wir den ersten Elefant aus dem Bush Richtung Wasserloch gehen. Es folgen weitere. Insgesamt kommen vier Elefanten im Gänsemarsch hintereinander aufgereiht zum Wasserloch. Alle Pläne zum frühen Aufbruch sind vergessen und wir beobachten die Elis. Mein Vater geht mit der Videokamera von der Terrasse runter, um einen besseren Blickwinkel zu bekommen, wird aber sehr schnell von den Mitarbeitern zurückgeholt. Sobald man sich Richtung der Büsche und Bäume bewegt, werden alle Mitarbeiter sehr nervös, da man dort keinen guten Überblick über die Landschaft hat. Wir schauen den vier beim Trinken zu. Das dauert ganz schön lange bis so ein Elefant genug Wasser zu sich genommen hat. Dabei wird auch ein wenig geplantscht und mit dem Wassergespritzt. Herrlich. Wir können uns gar nicht losreißen, aber die Zeit wird uns sonst zu knapp. Wir müssen los.
Also Gepäck geholt und ins Auto gepackt. Dann noch die Rechnung an der Rezeption beglichen, ein dem super engagierten Personal hoffentlich angemessenes Trinkgeld in die Tipbox und nochmal bei allen verabschiedet mit dem Versprechen bestimmt wieder zu kommen und los geht’s in den Etosha.
Kurz hinter der Lodge werden wir von dieser Giraffenfamilie noch verabschiedet. Das Giraffenkind drückt sich immer schutzsuchend an die Mutter. Das ist einfach zu schön. Noch ein paar Fotos und weiter geht es.
Teil 4519. Juni 2017
Vom Lodgetor an der Straße sind es nur wenige hundert Meter zum Galton Gate. Dort steigen wir aus und gehen in das Büro, um unseren Permit zu bezahlen. Wir bezahlen direkt für zwei Tage, da wir morgen durch den Ostteil zur Mukoti Lodge fahren werden. Ich möchte eine Etosha Karte kaufen und mir wird gesagt, dass die zur Zeit ausverkauft ist und auch nirgendwo anders zu bekommen sein. Na toll, dann muss es wohl mit der T4A gehen, aber die Tierzeichnungen und -bezeichnungen haben wir jetzt nicht. Und dann geht es endlich los. Wir sind im Etosha Park und freuen uns auf den Höhepunkt unserer Namibiareise. In Ermangelung der Etosha Karte, kann ich leider die Wasserlöcher nicht benennen, aber auch ohne sprechen die Bilder hoffentlich für sich.
In der Nähe vom Dolomite Camp steht ein Safariauto am Straßenrand. Da muß doch etwas sein, wenn die da stehen. Die Touristen stehen im Wagen und beobachten mit Ferngläsern etwas im Busch. Wir fahren vorbei und halten vor dem Safariauto. Wir sehen jede Menge Gestrüpp. Das Safariauto fährt und wir sind davon überzeugt, dass wir zu spät sind, aber dann sehen wir eine Bewegung im Dickicht. Ein Nashorn!!!!!! Als es näher kommt, sehen wir, dass es ein Spitzmaulnashorn ist. Leider bleibt es so im Gebüsch, dass man auf den Fotos nicht viel erkennen kann. Aber wir haben es gesehen! Unser erstes Nashorn. Meine Eltern stellen fest, dass das Nashorn größer ist als die Panzernashörner, die sie in Nepal/Indien gesehen haben und dabei sind dies ja die kleineren in Afrika. Die Breitmaulnashörner sind noch größer. Ein paar Autos halten bei uns fahren aber immer schnell wieder weg. Scheinbar sind nur wir von dieser Sichtung so begeistert. Wir sind es auf alle Fälle und warten bis das Nashorn sich wieder ins tiefe Gestrüpp verkrümelt. Bei Olifantrus machen wir eine Pause und schauen uns die Schädel der Elefanten an, die dort ausgestellt sind. Der Campingplatz ist fast leer. Auf dem ganzen Gelände gibt es so gut wie keinen Schatten. Über die lange Holzbrücke laufen wir zum Hide. Am Wasserloch ist nicht viel los. Ein paar Kuhantilopen und eine Gruppe im Sand dösende Gnus. Am Fenster beobachtet uns ein Vogel, der sich von uns auch nicht stören lässt.
Nach der Pause geht es wieder auf die Pad. Das Wellblech schüttelt uns gut durch und es staubt ordentlich.
Dann sehen wir diesen Elefanten direkt neben der Fahrbahn:
Beim Pipistop an der öffentlichen Toilette, können wir diese Echse fotografieren:
Eins meiner Lieblingsfotos. Wie bei Loriot: Ja, wo laufen sie denn?
Teil 4619. Juni 2017
Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir endlich an der Buschberg Farm an. Als wir auf das Farmhaus zu fahren, kommen uns Anita und Hannes schon entgegen. Sie haben sich schon Sorgen um uns gemacht, weil es so spät ist. Mit Anita hatte ich im Vorfeld einen sehr freundlichen und netten Mailkontakt. Da uns Boomerang von Hobatere direkt nach Mukoti schicken wollte und man mir im Forum zum Glück noch vor unserer Reise die Unsinnigkeit des Unterfangens erklärt hat, hatte ich, nachdem uns Boomerang nicht vernünftiges am Andersson Gate anbieten konnte oder wollte, schlussendlich Mukoti für eine Nacht storniert und mich selber an die Buchung begeben. Dabei hatte ich auch bei der Vreugde Farm angefragt. Die war leider auch ausgebucht, aber man gab mir die Adresse der Nachbarn auf Buschberg und so waren wir hier gelandet. Wie sich jetzt herausstellte ein wirklicher Glücksgriff. Nette Gastgeber, ein freundlicher Jackrussel, ein wunderschöner Garten, super saubere große Zimmer und leckeres Essen. Überzeugt Euch selber:
Nachdem unsere Tochter sofort zum Pool läuft, deckt Hannes dieses wieder auf, obwohl er ihn wohl erst kurz vorher mit einer Plane abgedeckt hat. Allerdings geht sie dann doch nicht mehr rein, weil es schon dunkel wird und somit auch kühl. Wir gehen alle schnell duschen und werden dann schon im Farmhaus am Esstisch begrüßt. Wir haben sofort einen guten Draht zu den beiden de Haast. Es wird ein wildes Durcheinander von deutsch, englisch, niederländisch und afrikaans gesprochen und alle verstehen sich prima. Die beiden erzählen über die Trockenheit und die Schwierigkeiten der Rinderzucht. Dabei erzählen sie auch, dass Hanelore Kraft schon mehrfach Gast bei ihnen war. Nach dem Essen geht es noch in die gemütliche Kaminecke und mit dem frühen zu Bett gehen wird es gar nichts. Aber dafür ein schöner Abend mit sehr interessanten Gesprächen. Anmerkung: Ich freue mich sehr, dass wir in wenigen Wochen mehr Zeit auf der Buschberg Farm verbringen werden und dann mit Hannes eine Farmrundfahrt machen können.
Ende TAG 16 Fortsetzung folgt.....
Teil 4721. Juni 2017
TAG 17: Buschberg Farm – Etoscha Ost – Mukoti Lodge Leider müssen wir uns nach dem Frühstück schon wieder von Anita und Hannes verabschieden. Wir fahren zum Andersson Gate. Vor uns stehen drei andere Autos. Vor dem Gate haben zwei Himba Frauen einen Verkaufsstand aufgebaut. Da wir schon in der Schlange stehen, können wir uns diesen nicht genauer anschauen. Es reicht gerade für einen kurzen Schnappschuss aus dem Autofenster.
Wir zeigen unser Permit von gestern vor und dürfen einfahren. Wir steuern erst einmal Okaukuejo an und wollen tanken. Es gibt Diesel und machen den Tank voll. Anschließend gehen wir zum Wasserloch. Dort ist einiges los und das bezieht sich nicht nur auf die Tiere. Ein Elefant steht direkt am Wasserauslass und trinkt genüsslich das frische Wasser.
Am und im Wasserloch tummelt sich allerhand anderes Getier.
Rund um das Wasserloch ist eine Menge Trubel und Geschrei. Es wird gerannt, gerufen und laut gelacht. Die Tiere scheint es weniger zu stören als mich. Ich bin total angenervt und auch meinem Mann und meinen Eltern gefällt es hier nicht besonders. Ich bin in diesem Augenblich ganz froh, dass wir hier kein Chalet mehr bekommen haben und auf der Buschberg Farm waren. Wir machen noch ein paar Fotos und gehen zurück zum Auto.
Auf dieser Grasfläche kurz vor der Salzpfanne stehen verschiedene Tierherden und fressen.
Diesen Baum hat wahrscheinlich jeder Etoshabesucher auf einem Foto:
Dann stolziert dieser Sekretär durchs Gras:
Als wir dieses Wasserloch anfahren, kommen uns mehrere Autos entgegen. Uns wird auch schnell klar warum. Es gibt kein einziges Tier hier. Wir warten einige Zeit, ob etwas passiert und wollen gerade wieder fahren, als am Horizont eine Bewegung zu erkennen ist. Mit dem Fernglas können wir dann sehen, dass eine riesige Zebraherde im Gänsemarsch auf uns zukommt. Die Tiere kommen ans Wasser, stellen sich nebeneinander und trinken und verlassen dann das Wasserloch zur anderen Seite und geben das Wasser für die Nachfolgenden frei. Das sieht wie eine einstudierte Choreografie aus. Die Prozession nimmt kein Ende. Auf den Bildern kann man das leider gar nicht erkennen. Ein wirklich einprägsames Erlebnis. Trotzdem fahren wir irgendwann weiter, denn wir haben noch einiges an Weg vor uns.
Danach werden wir mal wieder Zeuge der Tarnfähigkeit von großen Tieren. Am Straßenrand, nicht weit von Halali entfernt, sehen wir diesen Elefantenbullen genüsslich Blätter fressen.
Es dauert einige Zeit bis wir diesen Eli sehen und noch ein bisschen später erkennen wir erst, dass es sogar zwei Elefanten sind.
Dann entdecken wir diese Elefantendame, deren Baby sich erst einmal hinter der Mama versteckt. Wir sind ganz aus dem Häuschen. Ein Elefantenbaby!!!!!
Als die Familie sich wieder entfernt, fahren wir weiter. Einige Zeit später entdecken wir im Gebüsch nah an der Pad dieses Rhino.
Und dann auf einem Baumwipfel einen Adler.
Eine einsame Giraffe.
Und immer wieder Zebras. Ich kann mich an diesen Streifentieren nie sattsehen, egal wie vielen wir begegnen.
Plötzlich bremst mein Mann sehr heftig. Der Grund dafür ist dieser kleine Aufpasser auf der Straße.
Als er sicher ist, dass wir nicht weiterfahren, kommt die restliche Steifenmangustenfamilie über die Straße. Immer wieder bleibt einer wie ein Schülerlotse auf der Pad stehen und wartet bis die anderen vorbei laufen. Diese Rasselbande ist unheimlich süß und wir können uns Entzückensrufe nicht verkneifen.
Wenige Kilometer vor Namutoni stehen vor uns mehrere Autos am Straßenrand. Da muss was sein. Wir halten mit ein wenig Abstand und schauen was sich tut. Kurze Zeit später taucht eine Herde Elefanten aus dem Busch aus. Zwei Jungspunde rennen und toben mit erhobenen Rüsseln um die großen herum. Die beiden tollen und spielen. In der Zwischenzeit ist ein großer Eli mit wedelnden Ohren auf die Autos vor uns zugegangen. Als er anfängt mit dem Fuß zu scharren starten die ihre Motoren und fahren weg. Gut. Dass wir weiter weg gehalten haben. Da wäre ich auch nicht geblieben. Die Drohgebärde braucht keinen Elefantenflüsterer, um sie zu interpretieren. Das macht schon Eindruck, wenn sich so ein Riese nur wenige Meter vor deinem Auto aufbaut und klar sagt: Meine Familie und ich pass auf sie auf.
Wir haben das Glück die spielenden Elis noch etwas beobachten zu können. Leider steht die Sonne schon sehr tief und wir müssen uns beeilen noch rechtzeitig den Park zu verlassen. Auch wenn wir gerne noch weiter dem lustigen Treiben zugeschaut hätten. Vor uns sind eine Menge Staubwolken zu erkennen. Nicht nur wir sind auf dem letzten Drücker unterwegs. Trotz des Zeitdrucks wollen wir uns an die Geschwindigkeitsregel von 60 km/h im Park halten. Bei dem Wellblech eigentlich auch kein Problem, denn das rappelt ganz schön. Am Abzweig zu Namutoni sagt mein Mann, dass ich anhalten soll. Er öffnet die Tür und flucht: „Schei….. ein Platter.“ Was soll man machen, wir müssen aussteigen und sehen uns das Desaster an. Das ist kein Platter. Das ist die totale Zerstörung. So ein super gefederter und bequemer Fortuner ist ja grundsätzlich super, aber hier hat der Komfort wohl dafür gesorgt, dass wir den Platten nicht bemerkt haben und auf der Felge weitergefahren sind, was dann zu diesem Ergebnis führte.
Also Gepäck ausladen, damit wir ans Reserverad kommen und Wagenheber suchen.
Ein Auto hält an. Ein junges Paar, das wir schon vorher auf unserer Runde gesehen haben, fragt, ob sie helfen können. Ich frage wo sie hinfahren. Sie wollen noch zu einer Lodge außerhalb. Da unsere gebuchte Lodge direkt hinter dem Gate liegt, bitte ich die beiden meine Mutter und meine Tochter mitzunehmen und am Gate zu sagen, dass wir hier liegen geblieben sind. Die beiden machen das und ich bin sehr froh, dass wenigstens das Kind nicht mit hier warten muss. Anmerkung: Falls die beiden hier mitlesen, dann an dieser Stelle ein riesengroßes, herzliches Dankeschön. Vielleicht kennt jemand die beiden? Ich weiß leider nur, dass sie aus Köln sind und die junge Frau Kathrin heißt und Lehrerin ist. Meine Mutter hatte eine Handynummer von ihr bekommen, aber die ist leider verloren gegangen. Kurze Zeit später hält ein Pick-Up an. Wie ich später feststelle, sitzen und liegen in dem Auto 6 Männer, mindestens 5 Frauen und noch ein paar Kinder. Unglaublich. Alle sind im Ausgehdress. Es ist Freitagabend und man hat wohl noch etwas vor. Dabei muss ich mal wieder über das Styling der Afrikaner grinsen. Immer wieder herrlich anzusehen. Das wird der Satinanzug mit knallbunten Turnschuhen kombiniert oder der die Strickmütze zum Kostüm getragen. Halt die besten Stücke, die man im Kleiderschrank hat. Einer der Männer fragt, was denn los sei. Wir zeigen auf den Reifen. Sofort steigt er aus und schaut sich das an. Dann ruft er seine Kumpels und zwei weitere steigen aus. Kurze Zeit später liegen die drei unter dem Auto, um den Wagenheber anzusetzen. Da ich mir die genaue Stelle bei Britz habe zeigen lassen, versuche ich diese zu zeigen. Aber ohne Erfolg. Man hört mir nicht zu. Meine Mann und mein Vater sind auch zur Tatenlosigkeit verdonnert. Nein, nein, sie schaffen das schon. Ich lege 2 Handtücher auf den Boden, damit sie sich darauf legen können.
Ein weiterer Mann steigt aus und dann noch ein wesentlich älterer. Mittlerweile sehen die drei ersten Helfer gar nicht mehr ausgehfein aus. Der helle Staub der Straße hat sie komplett paniert. Da haben die Handtücher nicht geholfen. Ich schaue ins Canopy und entdecke die Frauen und Kinder. Ich gehe zum Auto zurück und hole ein paar Getränkedosen, die wir noch haben und einen Beutel mit Haribo und reiche es auf die Ladefläche. Ich ernte jede Menge Danki und alle (und nicht unbedingt die Kinder zuerst) greifen sofort zu den Süßigkeiten. Ganz besonders amüsiert mich das selig genüssliche Gesicht einer alten Frau ganz hinten im Canopy. Da ich nichts anderes zu tun habe, nutze ich die Zeit den Sonnenuntergang im Etosha zu fotografieren. Naja, ein Vorteil hat die Panne dann doch. Zu meiner Freude stolzieren 2 Giraffen über die große Ebene und lassen mein Herz hüpfen. Gut dass hier weit und breit kein Gebüsch ist, so habe ich einen guten Überblick rundum. Man weiß ja nicht, ob nicht doch noch eine Katze Interesse an uns hat.
Dann kommt ein Auto in hohem Tempo auf uns zugefahren und hält bei uns. Es ist ein Ranger, der uns sucht, nachdem ihm am Gate unsere Lage erklärt wurde. Er steigt aus und spricht mit den Helfern. Dann stellt er sich mit der Hand an der Waffe ein Stück entfernt und beobachtet abwechselnd den Radwechsel und die Umgebung. Mit Hilfe von weiterem Werkzeug aus dem Pick-Up und vielen Diskussionen, wird das Rad gewechselt. Mein Vater gibt den Männern die letzten Scheine aus seinem Portemonnaie (dürften ca. 300 N$) gewesen sein. Das Geld wird erst gar nicht angenommen und erst mit deutlichem Hinweis, dass sie sich das wirklich verdient haben, nehmen sie das Geld dankend an. Mittlerweile ist es schon deutlich dunkler geworden. Der Ranger erklärt uns, dass wir ihm folgen sollen. Er wird uns zum Gate bringen. Er fährt los oder besser gesagt, rast los. Soviel zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Es können bestimmt nicht viele von sich behaupten, dass sie ganz legal mit mehr als 80 Sachen durch Etosha gekracht sind. Mir geht die ganze Zeit durch den Kopf, was wir machen, wenn noch ein Reifen platzt. Wir haben kein zweites Reserverad und ein Reparaturkit hilft bei so einem kaputten Reifen wie eben gar nichts. Auf der großen Fläche vor Namutoni können wir in der Dämmerung eine braune Hyäne sehen. Wir trauen uns aber nicht anzuhalten, um sie zu fotografieren. Selbst für so eine Sichtung legt man sich besser nicht mit einem Ranger an. An der Einfahrt zu Namutoni hält der Wagen vor uns und der Ranger kommt ans Fenster. Er erklärt, er müssen im Fort etwas klären und bringt uns dann zum Gate. Es dauert eine ganze Zeit. Es ist jetzt stockdunkel. Wir fahren wieder hinter dem Geländewagen her. Diesmal ist er nicht mehr ganz so schnell. Dann wird er langsamer und macht die Warnblinkanlage an. Wir sehen am Straßenrand eine Giraffe an den Bäumen fressen. Bald sind wir am Gate. Das ist natürlich geschlossen. Der Ranger steigt aus und geht auf ein paar Häuser in der Nähe zu. Nach ca. 10 Minuten kommt er mit einem Man in Uniform oder besser in einem Teil seiner Uniform an, denn er zieht sich auf dem Weg noch weiter an. Dabei ist eine junge Frau im Jogginganzug, die dem Wachmann die noch anzuziehenden Sachen inklusive Gürtel mit Dienstwaffe hinterher trägt. Der Ranger verabschiedet sich von und verschwindet. Der junge Wachmann macht einen unsicheren Eindruck. Er möchte unseren Kofferraum sehen. Als er das Gepäck- und Werkzeugchaos darin sieht wird er noch unsicherer. Er fragt uns: „Do you have a babylion in your bags?“ Wir lachen und verneinen. Ich überlege noch, ob ich ihm sagen soll, dass wir aber einen Babyelefanten dabei haben, lass es aber lieber. Der junge Mann wird etwas lockerer und fragt wohin wir denn im Dunkeln noch fahren müssen. Als wir ihm die Mukoti Lodge nennen, meint er das wäre direkt die nächste Lodge und wir sollen ganz langsam fahren. Wir bedanken uns und fahren durch das jetzt geöffnete Seitentor. Fortsetzung folgt….
Teil 4822. Juni 2017
TAG 17: Mukoti Lodge Wir fahren vorsichtig durch die Dunkelheit. Aber in wenigen Minuten sind wir schon an der Einfahrt zur Mukoti Lodge. Der Pförtner ist sehr skeptisch. Das noch Gäste im Dunkeln kommen ist wohl sehr ungewöhnlich. Da aber meine Mutter uns schon angekündigt hat, wird er schnell freundlich und nachdem er uns in seiner Liste gefunden hat wird uns das Tor geöffnet. An der Rezeption wird uns gesagt, dass man schon auf uns wartet und dass, alle froh sind, dass wir jetzt angekommen sind. Dann sagt man uns, dass meine Mutter schon die Zimmerschlüssel habe und es würde jemand für das Gepäck mitkommen. Das Gepäck wird mit einer Art Golfwagen mit Laderampe gefahren. Da wir Chalets am untersten Ende des Lodgegeländes haben, sind wir darüber ganz dankbar. Es waren bei der Buchung nur noch die großen Luxuschalets zu bekommen und die scheinen weit ab vom Schuss zu liegen. Als wir dort ankommen bleibt nur Zeit für ein paar Fotos vom Zimmer (leider nur mit dem Handy) und einer sehr schnellen Dusche, denn es ist schon lange Zeit fürs Abendessen.
Nach den heutigen Abenteuern schmeckt das Savanna beim Abendessen natürlich doppelt gut. Das Abendessen sowieso. Das Büffet hat eine sehr gute Auswahl und draußen wird frisch gegrillt. Zu meiner Freude nicht nur Fleisch, sondern auch Fisch und Gemüse.
Als wir nach dem Essen an der Rezeption nach der nächsten Möglichkeit einen Reifen zu kaufen fragen, erklärt man uns, dass man sich da Morgen gerne drum kümmert. Wir sollen vor dem Frühstück noch einmal vorbei kommen und dann mit der Mietwagenfirma alles besprechen. Da unsere Tochter sichtlich todmüde ist, wird uns ein „Shuttleservice“ zum Zimmer angeboten. Wirklich witzig diese Fahrt. Der Fahrer erzählt uns, dass er die deutschen Gäste am liebsten mag, weil sie immer sehr nett und freundlich seien. Naja, in Spanien würde man da anderes erzählen, aber es ist ja schön, wenn unsere Landsleute gut gelitten sind hier.
Bald sind wir im Zimmer und fallen müde ins Bett und schlafen direkt ein.
Ende Tag 17
Teil 4926. Juni 2017
TAG 18: Mokoti Lodge – Tsuneb – Hoba Meteorit – Waterberg Am nächsten Morgen gehen wir vor dem Frühstück zur Rezeption und erklären, dass wir für den Fortuner einen Ersatzreifen benötigen. Man erklärt uns, dass das bestimmt nur in Tsuneb geht. Wir telefonieren mit Britz um den Ablauf zu besprechen, da wir ja eine Reifenversicherung abgeschlossen haben. Sie wollen uns zurück rufen, um uns eine Adresse von einem Reifenhändler zu geben. Wir gehen zum Frühstück. Das Buffet hat wieder sehr große Auswahl und es schmeckt uns gut. Da wir aber auf den Anruf warten. Sind wir nicht ganz so relaxt. Es ist Samstag und wir wissen nicht bis wann der Reifenhändler auf hat. Bis Tsuneb ist ja auch nochmal eine gute Stunde Fahrt. Als wir nach dem Frühstück zu unserem Zimmer gehen sehen wir diese putzigen und kein bisschen schüchternen Baumhörnchen. Sie kommen bis auf die Hand geklettert, wenn man die Hand auf den Boden legt. Es wimmelt rund um den Pool, wo gerade die Bar renoviert wird, nur so von diesen netten Nagern.
Kurz vor unserem Chalet laufen uns diese Antilopen vor die Füße. Auch diese Tiere haben wenig Scheu und queren direkt vor uns den Weg.
Wir packen unsere Sachen und sind doch etwas traurig, dass wir so wenig von der Lodge genießen konnten. Wir bringen das Gepäck zum Auto und versuchen Britz zu erreichen. Unsere Tochter möchte in den Reptilien Park. Meine Eltern wollen sie begleiten und wir wollen uns weiter um den Reifen kümmern. Von Britz bekommen wir schließlich die Antwort, dass wir den Reifen in Tsuneb ersetzen lassen und die Rechnung mitbringen sollen. Bei den Unterlagen von Britz sind zwei Reifenhändler aufgeführt in Tsuneb. Wir rufen beim ersten an und bekommen gesagt, dass wir vor 12.00 Uhr da sein müssen. Also Kind mit seinen Großeltern angerufen und an zum Auto. Unsere Tochter erzählt uns ganz begeistert von den Schlangen, den Krokodilen und den Schildkröten im Reptilien Park. Da die 3 wohl die einzigen Besucher waren, hat ein Mitarbeiter ihnen eine Privatführung gegeben. Schade, dass wir nicht dabei waren.
Wir fahren Richtung Tsuneb. Zum Glück eine Teerpad. Normalerweise fahre ich die gar nicht so gerne, weil so viele LKW und Raser dort nerven, aber jetzt bin ich doch ganz froh. Denn ich frage mich die ganze Zeit, wie stabil die restlichen Reifen sind. Das Reserverad sah jetzt nicht so toll aus. In Tsuneb tanken wir erst mal an der ersten Tankstelle undfragen nach dem Reifenhändler und einem Geldautomat, weil wir ja nicht wissen, ob wie Bargeld für den Reifen brauchen. Einen ATM soll es in der Mall ein paar hundert Meter weiter geben, einen Reifenhändler auf der selben Straße. Also los. Das Einkaufszentrum ist unübersehbar. Wir fahren auf den Parkplatz und beschließen nicht alle auszusteigen. Zu zweit gehen wir rein und sehen 2 lange Schlangen an den Geldautomaten. Hier fallen wir als Weiße auf. Ein Wachmann der die Geldautomaten beobachtet, winkt uns ran und fragt, ob er helfen kann. Wir erklären unser Anliegen und er ruft etwas in die Schlangen. Vorne treten Leute zurück und der Wachmann sagt uns, wir könnten jetzt sofort vorne unser Geld abheben. Mir ist das peinlich. Aber alle schauen uns an und warten darauf, dass wir nach vorne gehen. Keiner scheint genervt oder sauer. Ich bedanke mich bei allen an denen ich vorbei gehe und bin ganz froh, dass ich sofort dran komme, denn es ist mittlerweile halb 12. Als wir zum Auto zurück kommen, hat mein Mann nochmal mit dem Reifenhändler telefoniert, weil unser Garmin die Adresse nicht findet. Der hat mittlerweile festgestellt, dass er unseren Reifen gar nicht vorrätig hat. So ein Mist. Was nun? Da der Tankmann von einem Reifenhändler in der Straße gesprochen hat, beschließen wir diesen zu suchen. Wir fahren ein kleines Stück weiter an bunten Markständen mit Obst, Gemüse und Stoffe vorbei. Nur ein kleines Stück weiter sehen wir die Schilder Goodyear, Continental oder Michelin. Es ist jetzt kurz vor 12 Uhr und wir hoffen sehr, dass wir noch bedient werden und vor allem, dass wir hier überhaupt den passend en reifen bekommen. Wir rollen auf den Hof und erklären unsere Wünsche. Ja, das geht noch und es gibt einen passenden Reifen. Puuuhh, Glück gehabt. So langsam ging mir doch die Muffe, ob wir schlussendlich ohne Ersatzrad zum Waterberg fahren müssten. Die Männer bleiben bim Auto, wir 3 Frauen beschließen uns das lustige Markttreiben anzuschauen. An einem Stand werden bunte Kleider genäht. Diese Art Kleider habe ich immer mit Afrika in Verbindung gebracht und war enttäuscht, dass man hier in Namibia keinen Frauen in diesen farbenfrohen Kleidern sieht. Wir waren einfach zu weit im Süden unterwegs, fürchte ich. Wir sprechen ein wenig mit den Näherinnen und loben ihre schönen Kleider. Sie freuen sich darüber und zeigen uns die gesamte Kollektion. Ich ärgere mich, dass ich die Kamera im Auto gelassen habe, habe aber auch keine Lust zurück zu laufen. Ein Stück weiter gibt es einen kleinen Haushaltswarenladen. Dort gehen wir stöbern. Dabei entdecken wir einen ATM ganz ohne Schlange. Direkt an dem Laden gibt es ein Frisörgeschäft. Meine Tochter hätte gerne Flechtzöpfe und wir wollen dort fragen, ob das möglich ist. Als wir den Laden betreten, sitz eine Kundin im Sessel (und es ist wirklich ein Polstersessel , eine hübsche junge Frau flechtet ihr die Haare und eine bildschöne zweite junge Frau sitzt vor ihr und macht ihr die Fußnägel. Man das ist doch mal ein Service. Die am Boden sitzende Frau fragt schaut uns etwas irritiert an und frage sie, ob meine Tochter Zöpfe geflochten bekommen kann. Sie sagt, dass sie noch ein paar Stunden beschäftigt seien und nicht weiß, ob das danach noch geht. Ich erkläre, dass es sich damit schon erledigt habe, da wir noch weiter fahren müssen. Sie scheint noch mehr irritiert. Wo wir denn her kämen? Aus Deutschland. Ob man denn da so zum Frisör gehen kann? Ich erkläre, dass das auf den Frisör ankäme. Aber das ich das wirklich klasse finde, mit der Rundumbetreuung. Sie fragt, ob wir das in Deutschland nicht haben. Ich erkläre ihr, dass man normalerweise beim Frisör die Haare geschnitten und evtl. Geföhnt bekommt und das wars. Ich bin da normalerweise nach einer halbe Stunde wieder draußen. Alle drei schauen mich vollkommen entgeistert an. In einer halben Stunde? Wie soll man denn in der Zeit eine Maniküre und eine Pediküre hinbekommen? Bekommt man nicht, weil das der Frisör nicht macht. Ich ernte Kopfschütteln und lautes Lachen. Das können die drei sich nicht vorstellen. Wir unterhalten uns noch ein bisschen. Ich muss viele Fragen zu Beautyanwendungen in Deutschland, von denen ich absolut keine Ahnung habe, beantworten und dann werden wir winkend verabschiedet. Wir wollen gerade weiter zu den nächsten Marktständen als mein Mann anruft und uns mitteilt, dass der Reifen gewechselt ist und wir weiter fahren können. Wir laufen zurück zum Reifenhändler und schon geht es weiter Richtung Waterberg. Fortsetzung folgt……..
Teil 5028. Juni 2017
TAG 18: Tsuneb – Hoba Meteorit - Waterberg Plateau Lodge Wir fahren die C42 Richtung Grootfontein und biegen dort auf die D2859 ab, um den Hoba Meteoriten zu bestaunen. Die Strecke zieht sich ein wenig und es gibt nicht so viel zu sehen, als wir am Meteoriten ankommen wir das mit dem Eintritt zahlen schwierig, weil es kein Wechselgeld gibt. Es sind nur wenige N$ und wir möchten auf das Rückgeld verzichten. Der Vorschlag wird aber kategorisch abgelehnt. Hier geht alles ganz korrekt zu. Wir erklären, dass wir vielleicht beim Rausgehen das Rückgeld bekommen können, wenn auch andere den Eintritt bezahlt haben. Auch der Vorschlag kostet ein bisschen Überzeugungsarbeit, wird dann aber akzeptiert. Wir lesen die Infotafeln und erfahren, dass der Hoba Meteorit der größte bisher gefundene ist. Er soll ca. 60 t schwer sein und er besteht zu mehr als 80% aus Eisen. Als wir am Eingang vorbei sind, müssen wir herzhaft über dieses Schild lachen.
Nach ein paar Fotos geht es einen kleinen Pfad lang weiter zum Meteoriten. Am Ende des Pfades kommt man auf eine Freifläche in deren Mitte so eine Art kleines Amphitheater in den Boden eingelassen ist. In der Mitte befindet sich der Meteorit. Rund um den Meteoriten gibt es mehrere Grillstellen. Wie wir später erfahren, ist der Meteorit ein beliebtes Familienausflugziel. Man fährt hier mit Sack und Pack, Kind und Kegel hin, macht hundert Fotos von allen Familienmitgliedern auf dem Hoba, brait und macht sich einen schönen Tag. Wir sind noch nicht lange da, da erscheint eine große Gruppe Afrikaner. Alle im Feiertagsoutfit. Was bedeutet, dass eine Dame zum altrosa Pailletten Kostüm ein paar Latschen trägt, die man oft in Hotels im Zimmer hat oder dass die Oma der Sippe einen Adidas Trainingsanzug mit Strickmütze voller Stolz trägt. Die Damen sind laut, vergnügt, lachen und schwatzen. Die drei zugehörigen Herren halten sich im Hintergrund. Wir werden gefragt wo wir denn herkommen, als wir : „Germany.“ Antworten, zücken alle ihre Handys und wollen ein Selfi mit „the german friends.“ Ich kann mich gar nicht retten vor lauter netter schwarzer Ladys, die mit mir aufs Foto wollen. Dabei wird wieder laut gelacht und geschwätzt. Herrlich!!!!!! Es ist einfach köstlich. Zuletzt schaffen wir dann noch ein Gruppenfoto, wobei die Herren auch hier im Hintergrund bleiben.
Diese schöne junge Frau auf dem Foto ist unglaublich Stolz auf ihre Zöpfe, die sie selber angeflechtet hat.
Ich finde, dass sie es überhaupt nicht nötig hätte, diese Kunststoffhaare zu tragen. Aber man will ja immer das haben, was man nicht hat. Eine andere junge Frau aus der Gruppe, trägt als einzige ihre sehr kurzen natürlichen Krausen ohne Kunsthaarverlängerung und sie sieht einfach toll aus. Leider habe ich kein Porträtfoto von ihr. Nachdem der große Fotorun vorbei ist, kommen die Herren und bitten meinen Mann und meinen Vater mit ihnen zusammen ein Foto am Meteoriten zu machen. Als ich mit der Kamera mitgehe, um auch ein Foto zu machen, wird das so gedeutet, dass ich aufs Foto mit möchte. Es wird mir klar gemacht, dass das ein „Männerbild“ wird. Ich weiß nicht genau, ob ich beleidigt oder amüsiert sein soll. Meine Tochter schummelt sich trotz „Frauenverbot“ aufs Foto.
Anschließend erzählen die Herren meinem Mann und meinem Vater, dass sie Gestern aus Südafrika mit drei Autos zu einer Hochzeit hierher gefahren sind. Der alte Mann ist gebürtig aus der Gegend und wollte unbedingt zum Hoba, den er als Kind das letzte Mal gesehen hat. Er meint, dass der Meteorit damals noch nicht so tief gelegen hätte. Als ich eine Frage zu ihrer 2400km langen Fahr gestern stelle, werde ich sehr merkwürdig angeschaut. Die Frage wir dann von einem der Männer zwar beantwortet, aber mein Mann und mein Vater dabei angeguckt. Es ist ziemlich klar, dass ich als Frau nicht als akzeptable Gesprächspartnerin gelte. Es juckt mich ein wenig, noch weiter zu fragen, aber ich lasse es dann doch. Die ganze Situation ist so witzig und hinreißend, da muss man sich jetzt nicht den Spaß verderben lassen. Ich werde die Kulturen hier nicht in 5 Minuten ändern, aber es ist eine interessante Erfahrung. Die Mädels haben weiterhin eine Menge Spaß und das Fotoshooting geht weiter. Die Bilder werden selbstverständlich sofort getwittert oder zu Facebook gepostet. Zumindest kann ich ab jetzt nicht mehr mit der vollen Wahrheit behaupten: „Ich bin nicht auf Facebook.“ 😉
Als die Hochzeitsgesellschaft die Bühne verlässt, kommt ein junger Mann zu uns zum Meteoriten und möchte auch ein Foto mit uns machen. Und er ist nicht der letzte. Es scheint irgendwie wohl was besonders tolles zu sein mit deutschen Touris fotografiert zu werden. Warum auch immer.
Rund um den Hoba füllen sich mittlerweile die Braiplätze. Es ist wirklich spannend das Gewusel zu beobachten. Leider müssen wir dann doch mal los. Wir müssen ja noch zum Waterberg. Noch ein letztes Bild vom Parkplatz.
Über die D2860 fahren wir Richtung Rietfontein und fahren dann weiter auf der D2512 zum Waterberg. Auf dem Weg sind einige Gästefarmen und wir müssen einige Viehgatter öffnen und natürlich auch schließen, wie auf dem Schild gebeten.
Am Nachmittag erreichen wir dann den Waterberg
Anmerkung: Den Meteorit muss man nicht gesehen haben, aber wer am Wochenende in der Nähe ist, der sollte auf alle Fälle dahin, um sich das Spektakel anzuschauen. Diese Begegnung war ein wirkliches High Light unserer Reise und wir werden davon bestimmt noch oft sprechen. Fortsetzung folgt………….
Teil 5104. Juli 2017
TAG 18: Waterberg Plateau Lodge Als wir in die Einfahrt zum Wilderness Gelände einbiegen sind wir verwundert, weil es hier sehr grün ist. Es gibt viel Gebüsch, hohe Bäume und grünes Gras. Nach fast 3 Wochen rote Steine und Sand und brauner Vegetation kommt man sich vor wie im Garten Eden.
Wir fahren zur Rezeption und können einchecken. Uns wird der Weg erklärt. Eigentlich müssen wir halt immer berghoch fahren. Wir steigen wieder alle ein und nehmen den beschriebenen Weg. Dabei sehen wir Schilder zu den verschiedenen Wanderrouten, die zwischen 4 und 18 km lang sind. Der Weg macht an einer Stelle eine scharfe Rechtskurve. Dort steht ein Felsen weit in den Weg hinein und wir befürchten dort nicht vorbei zu kommen, aber sehr langsam und vorsichtig umschiffen wir die Klippe. Als wir wieder eine ebene Fläche erreichen sehen wir bald den Pool und die fast runden Chalets. Wir suchen unsere Chalets und bleiben erst einmal auf der Terrasse unseres Chalet stehen und bewundern die fantastische Aussicht.
Auf der Terrasse gibt es ein kleines Tauchbecken, dass im Sommer bestimmt eine tolle Attraktion ist, jetzt müsste schon noch eine Sauna dazu geboten werden, damit ich dort hinein klettere. Der Dicke Zeh reicht völlig. Aber als Kühlschrank hat uns das Becken gute Dienste geleistet.
Wir betreten unser Reich für die nächsten 2 Nächte und sind sehr entzückt. Alles großzügig und sauber und dann noch diese Aussicht.....
Alleine die bestickte Bettwäsche gefällt uns allen ausnehmend gut.
Oder die „Alarmanlage“, falls wir Hilfe rufen müssen.
Auch das Bad ist großzügig und sauber.
Als wir uns noch alles genau ansehen, kommt ein Mitarbeiter den Donkey anfeuern. Wir können also bald warm duschen.
Wir packen aus und finden in der Wand die Zimmerbar.
Mit diesem Rotwein setzen wir uns an das Tauchbecken und sehen den Klippschliefern, die hier zu hunderten leben, beim spielen oder auch Streiten zu. Diese süßen, netten Tierchen, können sehr laut werden und werden uns noch ein wenig den Schlaf kosten.
Dann geht die Sonne unter und wir genießen einfach den Augenblick mit unserem leckeren Wein.
Wir testen die Wirksamkeit des Donkeys und stellen fest, dass das kleine Feuer große Wirkung erzielt. Nach dem Duschen machen wir uns für das Abendessen fertig. Das Essen gibt es in einem Gebäude hoch auf den Felsen vorne beim Pool. Man muss einige Treppenstufen erklimmen, um dort hinzugelangen. In dem großen runden Raum brennt in der Mitte ein heimeliges Feuer. Unser Tisch steht direkt davor. Sehr schön, denn es ist empfindlich kalt geworden. Trotz dicker Fließjacke fror ich auf dem Weg hierher.
Er sind noch 3 weitere Tische besetzt. Wir haben also eine sehr exklusive Gruppe. Das Essen wird von zwei Köchinnen direkt hier oben vor Ort zubereitet und wir werden von einem Kellner mit Sacko, Hemd und Fliege bedient. Die Atmosphäre ist sehr schön, der Tisch nett gedeckt und am Feuer ist es kuschelig warm.
Wie fast in allen Lodges wird uns die Speisenfolge am Tisch erklärt. Kurz darauf wird eine Kürbissuppe serviert. Leider ist diese mir viel zu scharf. Meine Tochter spuckt sie fast wieder aus. Die anderen essen die Suppe zumindest zum Teil. Als der Kellner abräumen möchte und die Suppen sieht fragt, ob es nicht geschmeckt hat. Ich erkläre im, dass die Suppe für unseren Geschmack zu scharf war und bitte darum bei den nachfolgenden Gängen möglichst keine scharfen Gewürze zu verwenden. Als der Hauptgang kommt, bin ich wirklich sehr hungrig, leider ist auch dieser sehr stark gewürzt und für meinen Geschmack zu scharf. Unsere Tochter weigert sich zu essen und ist motzig, weil sie Hunger hat. Ich kann sie verstehen. Ich rufe den Kellner und frage, ob es möglich ist noch Brot zu bekommen. Er bringt sofort einen Korb mit geschnittenem Brot. Mit dem Brot zusammen, kann ich ein wenig des Hauptgangs essen, unsere Tochter bleibt beim trocken Brot. Der Nachtisch ist dafür sehr lecker und entschädigt das Kind. Wir bitten zum Abschied darum, dass am nächsten Abend das Essen bitte ganz wenig gewürzt wird. An unserem Chalet legen wir uns noch in die Liegestühle und schauen in den Sternenhimmel, nachdem das Kind schläft. Einfach himmlisch, im wahrsten Sinne des Wortes.
ENDE TAG 18
Teil 5206. Juli 2017
TAG 19: Waterberg Plataeaulodge Die Nacht ist unruhig. Draußen streiten die Dassies in unglaublicher Lautstärke. Wie können so kleine possierliche Tierchen solch einen Radau veranstalten? Vor allem in der Dämmerung geht es richtig los. Wasa der rund für den Lärm ist, können wir nicht feststellen. Aber dafür können wir vom Bett aus die fantastische Aussicht genießen. Die Farben ändern sich in jeder Sekunde und es ist einfach wunderschön. Ja, so sollte Urlaub sein. Ein bisschen bin ich traurig, weil unsere Tour bald zu Ende sein wird, aber ich verdränge den Gedanken und genieße weiter. Ich beobachte einige Vögel und ein paar Klippschliefer, die an unserem Tauchbecken trinken kommen und das alles im Bett liegend durch das große Panoramafenster. Als die Sonne schon einige Zeit am Himmel steht können wird und endlich von dem Anblick trennen und machen uns fertig fürs Frühstück. Vorher muss ich natürlich noch ein paar Schnappschüsse rund ums Chalet machen:
Von unserer Terrasse kann man den Wasserkanal nach Windhoek sehen. Da er offen ist, verdunstet ca. 60% des Wassers auf dem Weg dahin. Außerdem wird er immer wieder zur Todesfalle für Wildtiere. Der Kanal soll in den nächsten Jahren aus Wasserspargründen abgedeckt werden.
Als wir zum Restaurant heraufklettern stellen wir fest, dass wir die einzigen beim Frühstück sind. Das ist wirklich Luxus. Wir haben den ganzen Turm für uns alleine. Das Frühstück schmeckt uns gut. Wir sind wirklich froh, dass man sich um die Gesundheit der Nashörner sorgt und sie nicht rauchen dürfen 😉
Nach dem Frühstück schauen wir uns auf der Aussichtterrasse um. Und wieder sind wir vollkommen begeistert von der Aussicht.
Wir fragen noch den Gamedrives und den Wandermöglichkeiten. Der Nette Servicemann erklärt uns, dass wir das unten im Tal bei der Rezeption buchen können. Der Rhinodrive findet um 15.oo Uhr statt, die Plateauwanderung um 8.oo Uhr morgens, die sind schon unterwegs. Im Tal gibt es ausgewiesenen Wanderwege, die wir alleine gehen können. Also, gut, ab ins Tal. Wir überlegen, ob wir laufen oder fahren sollen. Da wir nicht wissen wir lang die Wanderungen sind, nehmen wir das Auto. Ander Rezeption buchen wir den Rhinodrive für drei. Meine Eltern meinen sie hätten vor allem in Indien so viele (Panzer)nashörner gesehen und sie würden lieber einfach auf der Lodgeterrasse die Natur genießen und den Klippschliefern zuschauen. An der Rezeption erhalten wir einen kleinen Plan mit den Wanderwegen. Es handelt sich um Rundwanderwege. Wir entscheiden uns zur Quelle zu spazieren. Der Weg ist gut ausgeschildert und wirklich schön. Wieder sind wir von dem ganzen Grün begeistert. Der Name Waterberg kommt nicht von ungefähr. Auf unserem Weg begegnen uns einige Tiere, wenn auch manchmal nur im Gebüsch zu erahnen.
An der Wilderness Lodge stellen wir fest, dass diese mit unendlich hohem Bambus umwachsen ist.
Eine nette Mitarbeiterin kommt auf uns zu und fragt, ob sie uns helfen kann. Wir erklären, dass wir auf dem Weg zur Quelle sind. Sie erklärt uns den weiteren Weg. In der Nähe der Lodge sehen wir eine große Gruppe Paviane, die aber, wie bisher immer, sehr scheu sind.
Der Weg führt ein bisschen die Felsen hoch, ist aber bequem zu gehen. Immer wieder müssen wir stehenbleiben, um die schöne Landschaft unter uns zu bewundern. Es sieht aus, wie in einer schönen grünen Parkanlage.
Der Weg führt ins Tal und wir spazieren über saftig grünen Wiesen. Kein Wunder, das in der Mitte ein kleines Bächlein läuft.
An der Quelle erfrischen wir uns alle an dem kalten klaren Wasser. Es ist mittlerweile ganz schön warm geworden. Die Sonne hat auch im Winter viel Kraft. Aber wir sind ja im Schatten der Bäume. Hier kann man es aushalten.
Der Weg zurück führt durch das Tal über die Wiesen. Wenn wir direkt nach unserer Ankunft hier in Namibia hierhergekommen wären, hätten wir das alles wahrscheinlich gar nicht für so besonders gehalten, denn zu Hause kennt man ja nun mal Wald und Wiesen, aber nach fast 3 Wochen in Namibia, ist das ein besonderes Erlebnis.
Fortsetzung folgt…….
Teil 5320. Juli 2017
TAG 19: Waterberg Plataeaulodge Kurz vor 15.oo Uhr werden mein Mann, meine Tochter und ich von unserem Guide mit einem Safarifahrzeug abgeholt. Ich bewundere seine Fahrkünste. Diesen Berg hinunter mit dem riesigen Fahrzeug ist schon eine Kunst.
Wir fahren zur Campside in der Nähe der Rezeption. Dort steigt eine große Gruppe dazu. Es handelt sich um 2 Familien die mit ihren Teenager Kindern, die mit Dachzelten unterwegs sind. Dann geht es los. Wir fahren aus dem Wilderness Lodgegelände raus und queren die Straße. Nach einiger Zeit sehen wir diese Giraffe. Die Mitfahrer sind begeistert, da sie erst gerade mit ihrer Rundreise begonnen haben. Wir freuen uns natürlich auch über diese Sichtung, aber es ist eben nicht die erste Giraffe. Das ist nun mal ein ganz besonderes Ereignis für jeden.
Man kommt ins Gespräch. Die netten Mitfahrer erzählen, dass sie alle in der letzte Nacht bitterlich gefroren haben. Wir bieten ihnen unsere Fleeceschlafsäcke an, die wir sowieso hier lassen wollten. Ich bitte, dass sie die Schlafsäcke nach ihrer Tour auch bitte weitergeben. Das wird versprochen. Wir fahren eine ganze Zeit ohne weitere Sichtungen weiter. Der Guide ist per Funk mit einem Kollegen verbunden. Er erzählt uns, dass die Rhinos ständig unter Bewachung stehen, wegen der Wilderer. Das Gelände ist Videoüberwacht und über Tag sind die Guide ständig hier unterwegs.
Der andere Guide scheint die Nashörner gefunden zu haben und wir fahren in Kreisen um das Gebiert, dass er genannt hat. Dann halten wir an und sollen aussteigen. Der zweite Guide kommt aus dem Busch und erzählt, dass wir jetzt zu Fuß die drei Nashörner aus dem Busch auf eine große Lichtung locken werden.
Er erklärt, dass Rhinos sehr schlecht sehen (sie sind kurzsichtig), aber sehr gut hören. Die drei sind heute guter Laune und relaxt, deshalb dürfen wir zu Fuß an sie ran. An anderen Tagen ist das nicht erlaubt. Er bittet uns darum leise zu sein und auf keinen Fall zu rennen. Wir sollen nicht laut sprechen und darauf achten welche Anweisungen wir erhalten. Die Nashörner sind neugierig und werden uns hören und um uns besser zu sehen, werden sie in unsere Richtung kommen. Wir sollen dann langsam Rückwärts aus dem Busch heraus gehen und die drei Dicken werden uns folgen. Dann verschwindet er in den Busch und winkt uns zu sich. Wir schlagen uns durch die Dornenbüsche und holen uns alle ein paar dicke Schrammen. Dann zeigt der Guide an, dass wir stehen bleiben sollen und macht Zeichen leise zu sein. Wir sehen nichts. Doch dann können wir einen großen grauen Körper im Dickicht erahnen. Der Guide zeigt per Handzeichen an, dass wir zurück gehen sollen. Wir ziehen uns zurück und weichen langsam rückwärts. Das Nashorn folgt tatsächlich. Es dauert einige Minuten bis wir wieder auf einem Weg sind.
Wir sammeln uns an einer breiten Stelle und dann tritt das erste Nashorn aus dem Busch. Es ist eine Kuh, der die Spitze des Horns fehlt. Der Guide erzählt, dass sie die Nashornkuh von einem privaten Gamereserve gekauft haben, die den Nashornbabys die Hörner kürzen, um Wilderei zu verhindern. Der Guide meint, dass das aber so ähnlich ist, als wenn man uns eine Hand abnimmt. Man kann damit leben, aber es ist besser zwei zu haben. Aus diesem Grund enthornen sie die Rhinos nicht, sondern setzten auf Überwachung.
Die zweite Kuh folgt.
Wir sollen ein wenig zurückweichen. Die Damen gehen einen zügigen Schritt und einige in der Gruppe werden schneller. Der Guide zeigt an, dass wir nicht so schnell gehen sollen. Zügig aber ruhig. Er ermahnt wieder zum leise sein und nicht zu rennen.
Dann kommt das dritte Nashorn aus dem Busch. Der Bulle. Er hat ein riesiges Horn und dürfte sicher ein lohnendes Ziel für die skrupellosen Wilderer sein. Ich finde ihn wunderschön. Ein Muskel- und Kraftpaket.
Wir ziehen uns weiter zurück bis wir die große Lichtung erreichen. Dort steht ein weiteres Safarifahrzeug. Die drei Rhinos fangen an zu grasen und scheinen sich nicht um uns zu scheren. Man merkt ihnen an, dass sie das nicht zum ersten Mal erleben.
Wir dürfen noch fleißig fotografieren und erfahren, dass die Damen und der Herr seit 8 Jahren zusammen leben und, dass man nun langsam auf Nachwuchs hofft. Dann werden wir gebeten wieder ins Fahrzeug zu steigen. Wir fahren noch ein Stück weiter und halten auf einer großen offenen Fläche. Dort gibt es den obligatorischen Sundowner.
Anschließend bitten unsere Mitfahrer den Guide sie noch mit zu uns hoch auf den Berg und anschießend wieder mit runter zu nehmen, damit sie die Schlafsäcke holen können. Das ist kein Problem und so fahren wir alle zuerst zur Campground, damit die Teenis schon mal Feuer machen können fürs Essen und dann fahren die Eltern mit uns zur Plateau Lodge. Wir holen die drei Fleeceschläfsäcke, die wir dabei haben und geben sie weiter. Meine Eltern erzählen anschießend, dass sie einen wunderschönen Nachmittag mit traumhafter Aussicht bei Kaffee und Kuchen im Restaurant hatten. Sie waren die einzigen Gäste und wurden wohl sehr verwöhnt. Nachmittagskaffee ist bei Halbpension in der Plateau Lodge wie in vielen anderen Lodges inklusive. Der Donkey ist natürlich bereits angeheizt und wir können warm duschen und machen uns dann für das Abendessen fertig. Heute sind wir noch weniger Menschen im Restaurant als gestern. Wir haben wieder den Tisch direkt am Feuer. Schön!!!!!!!!! Leider ist trotz nochmaliger Bitte, das Essen nicht so scharf zu machen, die Suppe für mich wieder zu scharf, aber es gibt ja Brot. Die weiteren Gänge sind sehr lecker. Nach dem Essen genießen wir ein letztes Mal den fantastischen Sternenhimmel im Liegestuhl. Ein wenig Wehmut kommt dabei auf. Bald ist dieser Traum zu Ende. Leider.
ENDE TAG 19 Fortsetzung folgt……..
Teil 5425. Juli 2017
Tag 20: Waterberg - Windhoek Wir genießen beim Wachwerden ein letztes Mal die fantastische Ausicht aus dem Bett.
Heute Morgen haben sich Klippschliefer wieder einmal lautstark gestritten. Als wir auf die Terrasse treten sehen wir eine große Gruppe von Ihnen auf den Felsen.
Meine Tochter setzt sich an den Terrassenrand und beobachtet die possierlichen Tiere, die sich von uns überhaupt nicht stören lassen.
Sie warten darauf, dass die Sonne wärmer wird. Ein sehr kleiner Dassie klettert auf den Mopane Baum vor uns, um an die letzten Blätter zu gelangen. Ein größerer versucht das auch und muß dann feststellen, dass er zu schwer für den dünnen Ast ist und stürzt ab.
Im Gegensatz zu uns findet er das wahrscheinlich gar nicht lustig. 😗 Dann geht es zum Frühstück. Auf dem Weg dahin treffen wir noch diesen Rotbauchwürger. Anschließend heißt es Abschied nehmen. Das Auto wird gepackt und los gehts. Von der Pad aus machen wir noch ein paar Fotos von den Chalets der Waterberg Plateau Lodge.
Auf nach Windhoek.
Fortsetzung folgt......
Teil 5521. Sept. 2017
Die Fahrt nach Windhoek ist unspektakulär. An der Teerpad sieht man des Öfteren Affen und vor allem Warzenschweine. Ansonsten passiert nicht wirklich erzählenswertes. In Windhoek fahren wir direkt zum Thule Hotel, das auf einem Hügel liegt. Die Aussicht über die Stadt ist recht nett.
Unser Zimmer ist riesig, aber nicht wirklich gemütlich. Dafür haben wir eine wirklich Attraktion direkt vor unserem Fenster. Dort steht ein Baum indem die Webervögel schon fleißig Nester bauen und da wir in der ersten Etage wohnen, können den Vögeln sehr schön zuschauen.
Obwohl unscharf liebe ich dieses Foto ungemein:
Da es vom Hotel einen Fahrdienst gibt, bitten wir den Rezeptionisten einen Tische bei Joe´s zu bestellen und den Fahrer zu rufen. Damit entfällt das Parkproblem in der Stadt und alle (die einen Führerschein besitzen) können später bei Joe´s ein Bier oder ein Savanna trinken. Wir lassen uns zur Christuskirche fahren und schauen uns die einschlägigen Attraktionen an.
Danach wandern wir in die Stadt. Hier sieht es aus wie in jeder Stadt irgendwo auf der Welt. Kaufhausketten, die jeder kennt, Menschen mit Tüten bepackt und auf ihr Smartphone starrend.
Unser Tisch bei Jos´s ist für 19.00 Uhr bestellt. Der Navi sagt, wir hätten ca. 4 km Fußweg, also beschließen wir nach Sonnenuntergang zu Joe´s Beerhouse zu laufen. Dazu laufen wir quer durch den Busbahnhof. Dabei nehme ich meine Handtasche fester unter den Arm und mein Kind an die Hand. Das Gedränge ist groß und alles etwas unübersichtlich, aber ich muss sagen, dass ich mich am Bushof in Aachen in der Dunkelheit ganz bestimmt viel unsicherer fühle.
Der Weg zieht sich dann doch, aber schließlich kommen wir an und sind begeistert von der Deko. Die Speisekarte ist umfangreich und natürlich namibisch Fleischlastig. Wir gönnen uns alle am letzten Abend noch einmal ein Gamesteak und bereuen es nicht.
Nach dem Essen stöbern wir noch ausgiebig in der Deko und rufen dann den Fahrdienst im Hotel an. Dieser Service des Hotels ist wirklich klasse.