Reisebericht

3 Generationen auf großer Namibia-Erstlingstour

von Sasa · begonnen 03. Feb. 2017 · 55 Teile

Teil 103. Feb. 2017
Liebe Fomis,
nachdem in der letzten Zeit so viele Namibia-Neulinge hier ihre Fragen stellen, habe ich mich entschlossen einen Reisebericht über unsere Nambia Erstlingsrundreise im Juli/August 2016 zu schreiben. Ich dachte erst nicht, dass so etwas auf viel Interesse
stoßen könnte, da es hier so viele fantastische Reiseberichte über sehr abgelegene Routen gibt. Aber vielleicht kann so ein Bericht ja dem ein oder anderem Neuling ein paar Fragen beantworten.

Wir waren zu fünft, drei Generationen, im Alter zwischen 10 und 77 Jahren in einem Toyota Fortuner als Lodgehopper auf der großen Einsteigerroute unterwegs.
Wir, das sind meine Eltern (Mitte 70), meine Tochter (10 Jahre)mein Mann und ich (Mitte/Ende 40). Der Anlass für die Reise war die Goldhochzeit meiner Eltern, die im Oktober letzten Jahres in die Herbstferien fielen. Deshalb war die Idee in den Herbstferien zu fliegen.
Schnell war klar, dass die 2 Wochen Herbstferien viel zu kurz sind, und dass wir auch gar nicht sicher waren, ob uns die Temperaturen da noch gefallen. Also wurde die Goldhochzeitsreise etwas vorverlegt in die Sommerferien.

Als erstes buchten wir die Flüge mit Air Namibia. Unser Reisebüro arbeitet mit einem Flugbrooker in Berlin zusammen und wollte ein Auge auf die Preise halten.
Als wir ein paar Tage später einen Anruf vom Reisebüro erhielten, wir könnten AN Flüge von Frankfurt nach Windhoek und zurück für 3200€ bekommen, haben wir zugeschlagen.
Dieses Jahr wäre das kein besonderes Schnäppchen, aber letztes Jahr war das noch ganz anders.
Unsere Tour und das Auto hatten wir über Boomerang Reisen in Kooperation mit TUI gebucht. Leider war das nicht wirklich eine gute Entscheidung. Da schon viele meiner Wunschunterkünfte im November 2015 ausgebucht waren, gab es einiges Hickhack mit alternativen Unterkünften. Es war alles sehr umständlich und die Antwortzeiten überschritten des öfteren meine Geduld.
Irgendwann stand dann die Reise und wurde gebucht. Erst nach der Buchung habe ich dieses tolle Forum gefunden und das hat uns vor großem Schaden bewahrt, denn laut unseres Reiseplans sollten wir eine Nacht in der Hobatere Lodge verbringen und danach 2 Nächte in der Mukoti Lodge. Wir hätten an einem Tag den Etosha Park durchqueren müssen. Hier im Forum wurde mir klar gemacht, dass das Unsinn ist.
Als ich Boomerang darauf hinwies und mich über die schlechte Beratung beschwerte, meinten die nur, dass das kein Problem sei. Das wären doch nur 370km und das schafft man doch in 4 Stunden. Klar, wenn die Höchstgeschwindigkeit 60km/h ist und man ja vielleicht auch mal ein Tier fotografieren möchte.
Das zum Thema Spezialreiseanbieter.......

Nachdem am Andersson Gate alles ausgebucht war, konnte ich dann wenigstens die Mukoti Lodge stornieren und habe dann selber eine Nacht in der Buschberg Gästefarm gebucht. Jedenfalls sah dann unsere Route folgendermaßen aus:

1 Auas Safari Lodge
2 Kalahari Anib Lodge, Kalahari
3 Quivertree Forest Rest Camp, Gariganus Farm
4 Canyon Lodge. Fish River Canyon
5 Klein-Aus Vista - Desert Horse In, Aus
6 Klein-Aus Vista - Desert Horse In, Aus
7 Sossusvlei Lodge, Sesriem
8 Sossusvlei Lodge, Sesriem
9 Protea Lodge Walvis Bay
10 Fischreiher Guesthouse Swakopmund
11 Fischreiher Guesthouse Swakopmund
12 AiAiba The Rock Painting Lodge, Omaruru
13 Dmara Mopane Lodge, Damaraland
14 Damara Mopane Lodge, Damaraland
15 Hobatere Lodge, Etosha West
16 Buschberg Farm, Etosha Süd
17 Mokuti Etosha Lodge, Etosha Ost
18 Waterberg Plateau Lodge, Waterberg
19 Waterberg Plateau Lodge, Waterberg
20 Hotel Thule, Windhoek
21 Fahrzeugrückgabe in Windhoek


Fortsetzung folgt........
Teil 203. Feb. 2017
Am nächsten Kreisverkehr ist es dann fast passiert. Ich will gegen den Uhrzeiger Sinn einfahren. Gerade noch gemerkt.
Beim Ausfahren passiert natürlich das, das (fast) jedem passiert: Ich mache die Scheibenwischer an. Das ist mir noch häufig passiert, wenn ich den Blinker setzten will. Ich bin sehr froh, dass ich nicht in die Stadt fahren muss. Übermüdet, mit dem fremden Auto im Linksverkehr hätte ich wirklich nicht gebraucht. Am Straßenrand sehen wir die ersten Paviane. Alle kreischen voller Verzücken. Leider kann man hier nicht ohne Gefahr anhalten um die Tiere besser sehen zu können. Wir werden mehrfach schnell überholt. Dann ruft mein Mann: "Da Warzenschweine!" Wir sind alle hin und weg. Ist das toll.
Die Fahrt bis zum Abzweig Richtung Auas Game Lodge vergeht mit Staunen und Gucken. Dann müssen wir das erste Farmtor öffnen.

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Wir amüsieren uns köstlich über das Schild am Tor. Meine Mutter als gebürtige Niederländerin freut sich über die heimatlich klingenden Beschilderung.

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Die Beeste begrüßen uns auch schon neugierig hinter dem Tor. Hoffentlich entwischt uns keins bei der Durchfahrt. Doch die Rinder halten gebührenden Abstand zum Auto.

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Am Tor zur Lodge steht ein Wachmann, der uns das Tor öffnet. Wir sind unsicher. Sollen wir ihm ein Trinkgeld geben? Und wenn ja, wie viel ist angemessen? 5N$ kommt einem so wenig vor aber ich meine so etwas im Forum gelesen zu haben. Es stellt sich raus, dass wir kein Kleingeld haben. Ersatzweise biete ich dem Mann einen Lolli an. Er grinst über das ganze Gesicht und nimmt ihn freudestrahlend an und packt ihn auch direkt aus.

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Wir fahren auf das Lodgegelände und sehen auf dem Parkplatz vor der Lodge 3 Strauße stehen. Helle Aufregung macht sich breit. Strauße!!! Drei Stück!! 🤩 🤩 🤩 Nur wenige Meter von uns entfernt. Afrika ist wunderbar. Schnell ein paar Fotos machen.

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Sorry, leider wollen die Bilder nicht. Die Übertragung wird immer unterbrochen. Ich werde die Bilder noch weiter verkleinern, auch wenn da die Qualität extrem leidet.
Teil 303. Feb. 2017
Später wird uns klar, dass wir nicht ein Riesen-Glück haben sondern, dass die 3 eigentlich immer rund um die Lodge aufzufinden sind.

An der Rezeption werden wir freundlich begrüßt. Nicht nur von der Mitarbeiterin, sondern auch von einem netten Jack Russel Terrier. Unsere Tochter ist schon mal begeistert.

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Unsere Zimmer sind schon fertig und wir werden gefragt, ob wir nachher einen Lunch wünschen und ob wir den Nachmittagsgamedrive mitmachen möchten. Wir sind uns alle einig, dass der Gamedrive sein muss, aber Essen lassen wir zugunsten von ein wenig Schlaf gerne aus. Es ist ganz schön kalt hier oben. Unsere Zimmer gefallen uns sehr gut und wir freuen uns über den Kamin mit dem gut gefüllten Holzkorb.

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Das Beste ist aber die Aussicht auf die 3 Strauße und eine Warzenschweinfamilie vor unserem Zimmer.

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Wir sind aber zu müde um das Feuer anzufachen und legen uns alle ins Bett. Es ist jetzt fast 13.00 Uhr und um 15.oo Uhr soll der Gamedrive sein. Wir schlafen alle schnell und glücklich ein. Wir sind in Afrika!!!!!!!!!

Fortsetzung folgt....
Teil 404. Feb. 2017
Falls mir nicht wieder alles abschmiert, kommen jetzt noch ein paar Bilder zur Auas Lodge, bevor es mit dem ersten Gamedrive dann morgen weiter geht und ich kann Euch schon mal eine Sensation garantieren. Die Sichtungsfee hat nämlich direkt am ersten Tag bei uns in die Vollen gegriffen 🤩

Graulärmvogel
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Jack Russel
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weibliche Strauße
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Warzenschweine
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Ich gebe es auf. Das mit den Bildern macht wirklich keinen Spaß.

Gute Nacht zusammen.
Teil 504. Feb. 2017
13.7.2016 ca, 14.20 Uhr
Der Wecker vom Handy klingelt. Ich will gar nicht aufwachen, doch dann fällt es mir wieder ein. Namibia, wir sind in Namibia!
Wir müssen zu unserem ersten Gamedrive.
Auf ins Bad und erst mal kaltes Wasser ins Gesicht. Mein Mann taucht auch verschlafen im Bad auf. Unsere Tochter schläft.
Ich versuche sie zu wecken. Keine Reaktion. Weitere Weckversuche führen zu brummen. Immerhin eine Reaktion. Mittlerweile ist es 14.45 Uhr und es klopft an der Türe. Meine Eltern wollen uns für den Gamedrive abholen. Das Kind schläft!!!!
Oma versucht auch einen Weckversuch. Es folgt Brummen und Knurren. Das Kind schläft!!
Meine Eltern gehen schon mal vor zur Rezeption und werden versuchen dem Guide noch ein paar Warteminuten abzuquatschen.
Langsam wird unsere Tochter wach. Ihr ist kalt. Mit vereinten Kräften zieht sie sich unter der Bettdecke an - inklusive
Mütze 🙂
Kurz nach drei stehen wir am Safariwagen und werden von einem breit grinsenden Guide begrüßt. Meine Eltern sind auch da
und sonst niemand. Wir haben eine private Rundfahrt. Klasse.
Der Guide stellt sich als Frederick vor. Er öffnet die Klappen am Safarifahrzeug und wir klettern rein. Obwohl wir dick eingemummelt sind, bringt Frederick noch Decken.

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Und dann geht es los. Wir fahren über Sandpiste. Rings um große Weite, ein paar Sträucher, Hügel und dann dieser blaue Himmel....
und Strommasten 🙁

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Die allerdings auch schon fest in die Tierwelt integriert sind. Zumindest bei den Webervögeln. Ganz schön clever, denn dieser Ast wird wohl nicht unter dem Gewicht zusammenbrechen.

Webervögelnest
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Nach kurzer Zeit das erste Tier des Gamedrives. Ein Raubvogel auf einem Ast. Ich vermute ein Habicht.

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OFF TOPIC: Korrekturen zu den Tierbezeichnungen nehme ich gerne entgegen. Auch bitte ich zu berücksichtigen, dass ich ein
Fotoknipser bin. Die Bilder wurden mit einer kleinen Hosentaschenkamera gemacht und nicht weiter bearbeitet. Wir fotografieren für das heimatliche Erinnerungsfotobuch und deshalb können die Bilder natürlich nicht mit den hier im Forum oft zu bestaunenden (Semi)Profibildern mithalten. Aber ich denke, dass sie das darstellen können was uns wichtig erscheint und vor allem unsere Begeisterung für dieses Land rüberbringen.

Frederick erzählte uns über seine Ausbildung als Guide. Seit 6 Jahren ist er auf Auas und man merkt, dass es im Spaß macht. Er hat 2 Kinder und ist stolz, dass beide gut in der Schule sind.
Dann bremst er plötzlich und zeigt ins Gebüsch. Ein Kudu. Unser erstes Kudu. Von diesem Tier gibt es ca. 100 Fotos 🙂
Ich erspare Euch 99 und zeige Euch das:

Kudu
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Meine Tochter entwickelte sich schnell zum Supertiersucher und -finder. Sie entdeckt als erste diese 3, die uns leider nicht sehen möchten.

Oryxe
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Dann sagt Frederick: "There are Wildebeest." Ich finde den Namen soooo viel schöner als Gnu.

Gnus oder black Wildebeest (Danke Laura)
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Wir sind alle ganz hin und weg. Es ist einfach so schön. Wir sehen noch einige kleine Herden von weglaufenden Gnus.
Alle anderen Tiere sind weniger scheu.
Frederick fährt eine kleine Ebene an auf der ein Salzleckstein ausgelegt ist. Dort lassen sich die Kudus nicht wirklich von uns stören. Wer jetzt wen mehr beobachtet ist nicht wirklich rauszukriegen. Wir die Kudus oder die Kudus uns 😉

Kudus
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Fortsetzung folgt hoffentlich bald....

Ich wollte Euch ein wirklich tolles Video präsentieren, aber wenn schon die Bilder nicht wollen, dann kann ich mir das sowieso sparen. So müsst ihr mit den qualitativ sehr schlechten Fotos zufrieden sein.
Teil 606. Feb. 2017
Dann zeigt Frederick auf den Hügel vor uns: "Zebra!" Wir gucken alle hin und ich sehe noch gerade ein gestreiftes Hinterteil hinter dem Hügel verschwinden. Soso das war also unser erstes Zebra und soll auch bis zur Rostock Ritz Lodge unser letztes gewesen sein. 🙁
Wir sehen noch ein paar Kudus und Gnus und ein paar Strauße. Frederick erklärt, dass die schwarz-weißen die Männchen und die grauen die Weibchen sind. Wir fahren dann auf einen Hügel zu unserem ersten Sundowner. Unter uns erstreckt sich die große Weite. Wow ist das überwältigend.

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Dann sehen wir unsere ersten Giraffen. Sie sind leider sehr weit weg, aber mit dem Fernglas kann man sehr gut beobachten wie sie an den obersten Blättern fressen.

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Frederick baut einen Tisch mit Getränken und Knabbereien auf. Unter anderem Game Biltong. Wirklich schmecken tut es keinem von uns. Dafür aber das Savana bzw. das Windhoek Lager um so mehr.

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Und dann genießen wir unseren ersten Sonnenuntergang auf der südlichen Hemisphäre.

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Auf der Fahrt zurück zur Farm sind wir alle froh über die warme Decke. Da Fredericks Tochter ein wenig jünger ist als unsere Tochter, frage ich ihn, ob er Kindersachen nehmen würde. Gerne, war seine Antwort. Also bringen wir ihm anschließend einige Kindersachen, die ich mitgebracht habe. Er freut sich darüber und natürlich auch über das Trinkgeld.
Abends gibt es ein 3 Gang-Menü. Ich bin hin- und her gerissen, ob ich Vegetarisch bestellen soll. Aber entscheide mich dann dagegen. Es gibt zuerst eine sehr leckere Butternutsuppe, danach Oryxsteak mit Süßkartoffeln und Gemüse. Das Steak ist das zarteste Fleisch, dass ich je gegessen habe und es wird sich zeigen, dass wir in ganz Namibia kein besseres Oryxsteak mehr bekommen werden.
Im Zimmer angelangt stellen wir fest, dass der Kaminofen angezündet wurde und es im Zimmer schön warm ist. Leider trifft das auf das Wasser in der Dusche nicht zu. Also zur Rezeption. Dort ist die Besitzerin persönlich, die sofort ihren Mann ruft. Beide sind ausgesprochen freundlich. Der Besitzer meint, wir sollen das warme Wasser mal 5 Minuten laufen lassen und er würde dann vorbei kommen und hören, ob es jetzt klappt.
Genau das wollten wir eigentlich vermeiden. Wasser verplempern. Wenn man überall von Dürre und Wasserknappheit hört und ließt, dann will man ja so wenig wie möglich dieser wichtigen Ressource verschwenden.
Wie dem auch sei. Wir haben dann das warme Wasser aufgedreht und es wurde tatsächlich nach ein paar Minuten warm. Nach der Dusche sind wir direkt ins Bett zu unserer Wärmeflasche, die bereits vorbereitet war, und umgehend eingeschlafen.

ENDE TAG 1

Fortsetzung folgt
Teil 707. Feb. 2017
TAG 2 - 14.7.2014
Als uns morgens der Wecker weckt will keiner aus dem Bett raus. Es ist saukalt. brrrrrrrrr Der Kaminofen ist natürlich ausgebrannt und die Zusatzdecken kann man gut gebrauchen. Es hilft aber alles nichts: Wir müssen raus. Gut, dass wir gestern Abend geduscht haben, denn die Heizung im Bad ist kalt und das Badezimmer dementsprechend auch. Schnell in die Jeans, Pulli an und Fließjacke und vor allem die dicken Socken. So ist schon besser. Dann die Vorhänge aufgezogen und der Blick aus dem Fenster entschädigt für alles Frieren sofort. Die Strauße sind schon wieder da und noch einige andere Tiere.
Wie wir später sehen, liegt an der Stelle Brot und die Springböcke fressen der Lodgebesitzerin aus der Hand.

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Tiere vor Lodge

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Wir gehen zum Frühstück. Das ist nicht überragend, aber mehr als ausreichend. Das Omelett ist leider kalt, als es gebracht wird, aber schmeckt trotzdem. Da wir nur zur Kalahari Anib Lodge müssen, lassen wir uns Zeit und schauen uns noch ein bisschen um und machen natürlich noch eine Menge Fotos. Nicht nur die großen Tiere sind schön anzusehen. Es gibt auch einige Vögel zu bestaunen. Die Farben sind eine Pracht.

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In einem Gespräch mit der Lodgebesitzerin erfahren wir, dass sie ursprünglich aus Südafrika kommt. Da meine Mutter gebürtige Niederländerin ist und kein Englisch spricht versucht sie es in ihrer Muttersprache und wir stellen fest, dass die Südafrikanerin uns versteht und wir sie, wenn sie Afrikaans spricht. Wie schön, damit kann sich meine Mutter weiter unterhalten und ich kann weiter knipsen.

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Gegen 10.oo Uhr ist das Auto gepackt und wir sind alle der Meinung, dass wir nicht über die B1 fahren wollen. Es wird die C15 sein. Diese Entscheidung erweist sich sehr schnell als richtig, denn nach kurzer Fahrt erscheinen diese netten Gesellen auf der Fahrbahn. Diese Hörnchen sind einfach zu süß, allerdings auch etwas Lebensmüde, denn um ein Haar hätten wir eins überfahren.

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Als wir gestern dieses Schild sahen, mussten wir alle lachen.

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Jetzt verstehen wir.

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Teil 807. Feb. 2017
Dann sehe ich direkt neben der Straße mehrere Giraffen. Eigentlich sehe ich erst eine, beim genaueren Hinschauen sehen wir, dass es mehrere sind. Noch öfters auf unserer Reise stellen wir fest, dass diese riesigen Tiere selbst an einem relativ kleinen
Busch ganz gut getarnt sind. Das verwundert immer wieder. Die Giraffen sind vielleicht 10m von uns entfernt. Man sind die groß!!!
Leider sind wir durch einen Zaun von ihnen getrennt.

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Das ist etwas, dass mich leider oft in Namibia gestört hat. Das ganze Land scheint eingezäunt. Selten hat man wirklich den Ausblick ohne Zäune. In den Nationalparks natürlich, aber ansonsten scheint es wenig nicht eingezäuntes Land zu geben. So hat man immer von der Straße den Blick durch die Zäune. Schade.
Allerdings helfen die Zäune scheinbar auch nicht immer 😉 Sonst wären die ja nicht auf der Straße unterwegs.

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Immer wieder halten wir an, um zu schauen und um Fotos zu machen. Mittlerweile ist die Sonne auch wieder so stark, dass es selbst mit T-Shirt angenehm ist. Es gibt so viel zu entdecken:
Webervögelnester

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Termitenhügel

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Und auch Landschaft ohne Zaun davor

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Oryxe

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und noch einige andere exotische Tiere

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So vergeht die Fahrt zur Kalahari Anib Lodge sehr schnell, obwohl wir fast 5 Stunden dafür brauchen. Aber der Weg ist das Ziel.
Und das stimmt in Namibia auf jeden Fall.
Teil 907. Feb. 2017
TAG 2: Kalahari Anib Lodge
Als wir in der Kalahari Anib Lodge ankommen stehen dort schon eine beachtliche Anzahl Hiluxe. Scheinbar ist dies das Mietauto der Wahl in Namibia. Wir vergleichen das Platzangebot eines Dubble Cab der neben uns steht mit dem Fortuner und sind der Meinung, dass der Hilux keine Vorteile bringt. Optisch wirkt der Fortuner auf uns noch komfortabler und wir sind sicher, die richtige Mietwagenentscheidung für uns 5 und unsere Route getroffen zu haben, Wir suchen die Rezeption und stellen dann fest, dass diese im Souvinirshop ist oder der Souvenirshop ist die Rezeption. Nette Idee. Da vor uns eine andere Familie einchecken möchte schauen wir uns um und finden natürlich auch diverse Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

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Dann sind wir dran, wir können direkt in unsere Häuschen. Uns wird der Weg erklärt, wie wir mit dem Auto dahin kommen zum Ausladen.

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Wir haben die beiden zuletzt liegenden Bungalows in der Nähe der Swimmingpools erhalten und damit um uns rum viel Platz. Als wir die Türe aufsperren, sind wir alle sehr angetan. Die Bungalows sind wirklich sehr schön ausgestattet und unsere Tochter schreit begeistert auf, als sie feststellt, dass sie ein eigenes riesiges Zimmer mit 2 Betten und einem riesigen Sitzsack hat.

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Wir haben statt dem gebuchten Doppelzimmer scheinbar einen Familienbungalow bekommen. Platz ist reichlich. Dusche und WC sind getrennt. Kaffee und Tee mit Wasserkocher ist vorhanden, Und es gibt so viele nette Details. Vor allem was man so mit Kupferrohren alles machen kann, ist wirklich sehenswert.

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Das Elternschlafzimmer ist auch nicht zu verachten. Hier kann man es schon aushalten. Klimaanlage mit Heizfunktion, großes Doppelbett mit Moskitonetz, Schreibtisch und viel Platz

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Auf der Terrasse hängt ein Sitzkorb, der natürlich auch wieder zu Entzückensschreien veranlasst. Und die Aussicht in die Kalahari ist natürlich das Tüpfelchen auf dem I. Wir bedauern in den ersten 10 Minuten schon, dass wir nur eine Nacht hier sein werden.

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Unsere Tochter möchte Schwimmen gehen. Während wir das Auto ausräumen zieht sie schon mal im Bikini Richtung Pool und bittet, dass wir nachkommen. Das tun mein Mann und ich dann auch wenig später, während es sich die Großeltern auf ihrer Terrasse gemütlich machen.

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Das Kind steht im Pool. Ein paar Jungs kommen gerade aus dem Wasser. Eine deutsche Familie, die wir auf unserer Runde immer wieder treffen werden, weil sie auch die typische Einsteigertour in 3 Wochen machen und eben auch über einen deutschen Veranstalter gebucht haben, da landet man dann in den großen Unterkünften von Gondwana oder Taleni. Nicht das das hier falsch verstanden wird. Diese Lodges haben uns alle sehr gut gefallen und wir waren damit sehr zufrieden.

Ich stecke meinen dicken Zeh ins Wasser und weiß sofort, dass ich da bestimmt nicht reingehe. Die Zeiten in denen ich Ostern in der Nordsee schwimmen war, sind lange vorbei. Das ist mir einfach zu kalt. Es ist eben Winter. Mein Mann ist tapfer und überwindet sich ins Wasser zu tauchen. Er meint allerdings beim wieder Auftauchen, dass ihm die Luft weggeblieben sei.

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Gut, dass wir Bademäntel eingepackt haben. Die nehmen die beiden gerne als ich sie bringe und sie mummeln sich darin ein. Eine heiße Dusche folgt und schützt vor einer Erkältung. Während meine Familie noch unter der Dusche auftaut fotografiere ich die Umgebung und den Mond, der schon hoch am blauen Himmel steht.

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Bald dämmert es und ich teste beim Sonnenuntergang die diversen Programme unserer kleinen Kamera.

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Es ist unglaublich still.
Einfach schön.

Fortsetzung folgt........
Teil 1009. Feb. 2017
Wir haben Halbpension gebucht und gehen alle Fünf zum Essen. Im Restaurant wird uns ein gedeckter Tisch zugewiesen. Nur ca. ein Drittel der Tische ist eingedeckt. Wir würden lieber weiter hinten sitzen um ein wenig mehr „Raum“ zu haben. Unser Tisch steht sehr in der Mitte direkt vor dem Buffet, so dass alle anderen an unserem Tisch vorbei müssen. Das ist nicht wirklich ein Problem, aber wenn ja eigentlich genug Platz da ist, könnte man ja ein bisschen mehr Privatsphäre haben. Andererseits sitzen wir relativ nah am Feuer, was wieder sehr angenehm ist.

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Es gibt genug Auswahl und ich kann prima auch ohne Fleisch reichlich schmausen. Vor allem die Auswahl an Gemüse ist sehr gut. Als ich die beiden Köche frage, ob ich sie fotografieren darf, ernte ich breites Grinsen und sofort wird sich in Positur gestellt.

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Im ganzen Urlaub habe ich niemanden getroffen, der sich nicht freudig fotografieren lassen wollte. Ganz im Gegenteil, ich hatte immer den Eindruck, dass sich die Menschen darüber sehr freuen und sie gerade zu stolz darüber sind. Ich habe immer gefragt und sei es nur indem ich auf die Kamera und dann auf den zu fotografierenden gezeigt habe, weil es meiner Meinung nach nicht höflich ist, andere Menschen ungefragt zu fotografieren. Mehr zu dem Thema und zu denen die das eben nicht machen kommt später im Bericht über den Besuch des Living Museum der San.
Aber zurück zum Abendessen: Der Nachtisch ist für uns alle gewöhnungsbedürftig. Beschrieben ist es mit Pudding. 🤢 🤢 🤢 🤢 🤢 🤢 Naja, die Engländer haben auch für eine komische süße Masse diese Bezeichnung….. Aber es gibt auch leckere Kekse und Obst, was will man mehr.
Als wir das Restaurant verlassen, laufen wir förmlich auf dieses Schild zu.

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Ein Cocktail wäre doch nett vor dem zu Bett gehen. Es gibt auch Alkoholfreie für unsere Tochter. Die Männer hätten gerne ein Bier. Also rein in die Bar. Die beiden Barmänner scheinen sich zu langweilen. Wir setzen uns an den offenen Kamin und warten. Wir schauen schon mal zu den jungen Männern hinter der Theke, die sich aber nicht rühren. Selbstbedienung, oder was? Mein Mann geht dann zur Theke und bestellt 2 große Bier und bringt die Coktailkarte mit. Ich stolpre über einen Cocktail, der als einen Bestandteil Hakidraht hat. Was ist bitte Hakidraht? Ich frage an der Theke nach. Einer der Barmänner zeigt mir diese Flasche.

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Das will ich probieren.
Mittlerweile haben die Männer einen Krug mit Bier bekommen mit viel Eis. Mein Vater ist fassungslos. Ein Bier mit Eis!!!!!!!!!!!! 😈 😈 😈 😈 Da ist so viel drin, dass er es nicht trinken kann, weil es soooo kalt ist, ganz davon abgesehen, dass man kein Eis ins Bier macht. Welch Frevel 😉 Mein Vater stellt sein Bier ans Feuer zum Aufwärmen. 😛

Wir Frauen lachen alle sehr herzlich, bis unsere Cocktails kommen. Die Gläser haben die Ausmaße von kleinen Goldfischgläsern und es ist noch viel mehr Eis drin als im Bier 🤨 . Mein Cocktail hat eine gefährliche rote Farbe. Ich probiere einen kleinen Schluck. Brrrrrr ist das kalt und es schmeckt einfach widerlich 🤢 Genauso müssen Klosteine schmecken. Ich bin ganz sicher. Das Zeug schmeckt genauso wie diese Dinger riechen. Als ich das den anderen sage, führt das zu weiterem Gelächter. Mein Mann intoniert auf das Tote Hosen Lied „Eisgekühlter Bommerlunder“ den Text „Eisgekühlter roter Klostein, roter Klostein eisgekühlt“.
FAZIT: Die Getränke waren nicht der Hit, aber wir hatten eine Menge Spaß!!!!!!!!! Und das Lied „Eisgekühlter roter Klostein“ ist bis heute ein running Gag bei uns.
Mit extrem guter Laune gehen wir zu unseren Bungalows. Der Weg ist nicht besonders gut beleuchtet. Wie gut, dass es Taschenlampenapps gibt. Im Zimmer stelle ich fest, dass ich die Reiseunterlagen in der Bar liegen gelassen habe. Ich ziehe die Jacke an und gehe los. Das Handy bzw. die Taschenlampe lasse ich natürlich im Zimmer. Auf dem Weg vor mir kann ich einen kleinen Hügel erkennen. Ich gehe näher ran und der Hügel bewegt sich. Ich schreie und der „Hügel“ antwortet mit lautem Quieken. Ein Stachelschwein!!!!!!!!!!! Ich habe mich so was von erschrocken – das Schwein auch. 😗 🤩
Bevor ich reagieren kann, macht sich das Stachelschwein davon. Es flitzt zwischen 2 Häuschen durch Richtung Terrasse meiner Eltern. Ich will ihm folgen, aber das Viech ist verdammt schnell mit seinen kurzen Beinen. Und ich lege mich im Dunkeln fast auf die Nase. Dabei bemerke ich das beleuchtete Wasserloch in einiger Entfernung. Es sind ein paar Tiere dort.
Ich gehe noch zur Bar die Unterlagen holen und dann zurück zum Haus. Dort setzen sich mein Mann und ich noch auf die Terrasse, um das Wasserloch zu beobachten. Leider ist es ziemlich weit weg, aber ein bisschen was kann man doch erahnen. In der Nacht stehe ich noch mehrfach auf, um zum Wasserloch zu schauen. Und so geht der Zweite Tag in Namibia vorbei. Erst 2 Tage und schon so viel erlebt. All diese Eindrücke zu verarbeiten ist gar nicht einfach. Aber dafür hat man dann auch zu Hause noch lange davon.
ENDE TAG 2

Fortsetzung folgt
Teil 1112. Feb. 2017
TAG 3: Von der Kalahari Anib Lodge zum Quivertree Forest Restcamp

Wir gehen gegen 8 Uhr zum Frühstück. Das Buffet ist reichlich ausgestattet. Hier gibt es auch Millipap. Ich hatte im Vorfeld schon mehrfach darüber gelesen und wollte dieses typisch namibische Gericht probieren. Es schmeckte eigentlich nach gar nichts. Ich hatte erwartet, dass der Hirsebrei gesüßt sei oder auch herzhaft gewürzt, aber so gar nicht gewürzt hatte es was von Kleister. 🤢
Es gab verschiedenes frisches Obst und vor allem einige unterschiedliche Brotsorten, vor allem auch dunkle und sogar so eine
Art Vollkornbrot. Im Rheinland würden wir Schwarzbrot sagen, nicht zu verwechseln mit Pumpernickel 😉
Da wir heute keine lange Etappe haben, können wir uns noch in Ruhe ein bisschen umsehen. Vor dem Restaurant gibt einen kleinen Teich mit Karpfen und der Außenbereich hat gemütliche Sitzecken und sieht sehr gepflegt aus. Selbst die Toiletten wirken einladend und sind sehr sauber und gepflegt. Auf dieser Lodge kann man sicherlich auch einfach ein paar schöne Urlaubstage verbringen.

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Es gibt die Möglichkeit Gamedrives in die Kalahari zu buchen. Für uns war bei der Buchung ja schon klar, dass die Lodge nur
ein Zwischenstopp sein wird, damit die Etappen zum Fisch Fluss Canyon nicht zu weit werden. Ich bin aber sicher, dass irgendwann die Kalahari ganz intensiv auf unserer Reiseroute stehen wird.
Wir packen das Auto. Langsam haben wir schon ein bisschen so etwas wie ein System.Die Räume werden nochmal gecheckt, ob nicht noch etwas liegen geblieben ist und übersehen dabei leider, wie wir viel später erst bemerken, dass unsere Tochter ihren Strohhut vergessen hat.
Sie hatte ihn ans Bettende gelegt und wahrscheinlich ist er beim packen unters Bett gerutscht. Da hatte keiner mehr geguckt. 🙁
Nachdem wir unsere Getränke und die Souvenirs bezahlt haben, fahren wir los.

Zur Info: Eine Flasche Wein kostet ab ca. 8€, eine Flasche Wasser ca. 2€, ein Bier 1€, die Cocktails waren etwas mehr als 2€. Getränke beim Essen sind preiswerter als in Deutschland, das Essen auch.

Wir fahren Richtung Mariental, weil da ein Supermarkt ist und wir dort tanken können. Als wir in Mariental einfahren ist der Supermarkt nicht zu übersehen. Die Tankstelle ist direkt daneben. An der Straße vor dem Supermarkt stehen und sitzen viele Menschen, die meisten sind junge Männer, aber auch Frauen mit kleinen Kindern sind dabei. Sehr viele der Menschen, vor allem aber die Mütter haben leere Flaschen in den Händen. Wir fahren auf den Parkplatz und steigen aus. Einige der Frauen heben die Wasserflaschen. Ich denke, sie möchten Wasser haben. Die Grünanlage des Supermarktes wird gerade von einem Gärtner gewässert. Ich bin vollkommen fassungslos. Mir laufen die Tränen übers Gesicht. Ich kann es einfach nicht glauben, dass hier die Bäume Wasser bekommen, dass den Menschen fehlt.
Nachher denke ich, dass es sich wahrscheinlich um Brauchwasser handelt, welches nicht trinkbar ist. Anders kann ich mir das alles nicht erklären, aber wissen tue ich es nicht. Dieser Supermarktparkplatz in Mariental wird mich noch oft in meinen Träumen verfolgen. Nirgendwo sonst ist mir soviel Trostlosigkeit begegnet. Die jungen Männer sind möglicherweise Tagelöhner, die auf Arbeit warten, aber ich konnte das nicht raus bekommen.
Meine Mutter, meine Tochter und ich gehen in den Supermarkt, die Männer bleiben beim Auto. Wir kaufen einen Einkaufswagen voll Wasser.
Mit dem Einkaufswagen fahren wir zur Straße und verteilen Wasser. Wir sind schnell umringt von vielen Menschen. Alle bedanken sich. Ein Mann spricht mich an. Ich verstehe ihn nicht. Ich versuche auf Englisch mit ihm zu reden. Er versteht mich nicht. Er sagt etwas und meine Mutter meint, dass sie denkt, dass er Afrikaans spricht. Ich spreche ihn auf Niederländisch an und bitte ihn langsam zu sprechen. Ich selber mache das selbe. Er scheint mich zu verstehen. Er fragt, ob er für seine Familie noch einen weiteren Kanister haben darf. Ich gebe ihm noch mehr Wasser. Der Andrang lichtet sich und es bleiben sogar noch 2 5l Kanister im Einkaufswagen übrig.
Ich frage nochmal rund, ob noch jemand möchte. 2 Männer suchen in den Mülltonnen nach leeren Wasserflaschen und kommen damit zu mir. Als ich ihnen die 5l-Kanister anbiete, lehnen sie ab. Zu schwer. Ich schütte ihnen das Wasser in ihre Flaschen.
Als wir wieder zum Supermarkt zurück gehen, sitzt vor dem Eingang ein schwer behinderter junger Mann. Der Mann, der mich um mehr Wasser gebeten hat, steht daneben und gibt ihm Wasser. Ich gebe dem Behinderten ein kleines Haribotütchen und er strahlt über beide Backen. Der Mann macht ihm das Tütchen auf und gibt ihm ein Gummibärchen. Ich weiß, dass zu dem Geben von Süßigkeiten hier sehr kontroverse Diskussionen geführt werden und kann sehr wohl die Argumente dagegen verstehen, aber wer diese Glückseligkeit im Gesicht des jungen Mannes Erlebt hätte, kann verstehen, warum ich das trotzdem richtig finde.
Meine Mutter drückt ihm dann noch einen 50N$ Schein in die Hand und wir werden von vielstimmigen Dankie Rufen begleitet beim Betreten des Supermarktes.
Im Markt dann der riesige Kulturschock. Hier gibt es alles was man sich nur vorstellen kann. Kein Supermarkt in Deutschland dürfte besser sortiert sein. Die Preise sind allerdings auch ähnlich. Ich frage mich, wie können sich Namibianer das leisten? Nach dem was sich vor dem Markt abgespielt hat, fühlt man sich richtig schuldig, wenn man hier einkauft. Ich kann bis heute nicht wirklich gut damit umgehen.
Anschließend fahren wir noch nebenan tanken. Der Behinderte junge Mann und seine Familie winken uns immer wieder zu und er strahlt. Das werde ich auch nicht vergessen.
An der Tankstellen werden uns die Scheiben gereinigt und es wird für uns getankt. Als wir dem Tankwart das Geld geben und sagen, dass er den Rest behalten kann und uns kein Rückgeld geben muss, bekommen wir trotzdem das Wechselgeld. Das gebe ich ihm zurück und er nimmt es und bedankt sich.
Das passiert uns später nochmal. "Stimmt so", scheint nicht üblich zu sein. Zukünftig geben wir das Trinkgeld immer nachdem wir das Wechselgeld bekommen haben.
Ich habe in Mariental keine Fotos gemacht. Ich wäre mir schäbig vorgekommen, aber ich hoffe, dass meine Schilderung
einigermaßen ein realistisches Bild ergibt.

Aus dieser für mich sehr emotionalen und schrecklichen Szene in Mariental habe ich zwei Dinge gelernt:
1. Afrikaans wird eher verstanden als Englisch und mit Niederländisch kann man sich ganz gut behelfen.
2. habe immer Wasser Kanister und kleine Wasserflaschen dabei, um sie zu verschenken.
Wir haben auf der weiteren Tour, immer alle Flaschen vom Essen mitgenommen und dann
gegebenenfalls auf den Farmen mit Quellwasser gefüllt, um sie weitergeben zu können.

Wir sind dann über die M29 nach Keetmanshoop gefahren, um am frühen Nachmittag am Quivertree Forest Restcamp anzukommen. Dazu aber später mehr.

Fortsetzung folgt.....
Teil 1215. Feb. 2017
Von Mariental fahren wir ein kleines Stück auf der Teerstraße in den Süden.

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Auf der Straße finden gerade Ausbesserungsarbeiten statt. „Wenn das mal in Deutschland auch immer so gemacht würde.“ geht mir spontan durch den Kopf. Die Straße ist deutlich besser als die meisten Straßen, die ich so täglich zur Arbeit fahre.

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Dann sehen wir auch eine "Autobahnraststätte" alla Namibia 😛

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Trotz guter Fahrbahn gefällt uns das Fahren auf der Teerpad nicht besonders. Bei nächster Gelegenheit fahren wir ab und fahren über auf eine C und D Pad Richtung Köcherbaumwald. Auf der Stecke gibt es keine Farmtor zu öffnen. Statt dessen muss man in den Zaunlücken über Spaltgitter fahren. Ich nehme an, dass die Rinder über diese Gitter nicht gehen können, weil sie mit ihren Paarhufen darin festhängen bleiben können oder sie haben schlichtweg Angst davor. Beim ersten mal darüber fahren ist uns schon etwas mulmig. So richtig stabil sieht das gar nicht aus, aber der Furtuner schafft die Überquerung und wir gewöhnen uns im Laufe der Fahrt daran.
Im frühen Nachmittag erreichen wir der Quivertree Forest Camp. Schon am Tor werden wir von mehreren Hunden begrüßt.

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Wir halten vor dem Farmhaus und sehen uns um. Wir entdecken immer mehr Hunde und ein Warzenschwein. Es liegt fest schlafend in der Sonne im Vorgarten.

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Nachdem wir sämtliche Hunde und das Warzenschwein intensiv gekrault, die Hütehunde auch noch bespielt haben, entdeckt meine Tochter das große Trampolin vor der Tür. Wenn das nicht ein Kinderparadies ist.

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Im Haus hören wir Stimmen und gehen zur geöffneten Tür. Die Farmersfrau kommt nachdem wir mehrfach laut gerufen haben. Sie sagt uns, dass wir nicht die gebuchten Doppelzimmer bekämen, sondern eines der Selfkatering Häuschen, aber selbstverständlich das Abendessen im Farmhaus einnehmen können.
Sie zeigt uns den Bungalow. Er hat 3 Schlafzimmer mit Klimaanlage mit jeweils einem Bad dabei, eine Küche und einen geräumigen Eingangsbereich mit Sitzgelegenheiten. Es ist sehr groß, wirkt aber alles etwas abgenutzt und alt. Wie wir später feststellen, könnte eine intensive Grundreinigung auch nicht schaden.

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Zu jedem der Häuschen gehört eine Braaistelle in einem eigenen Grillbereich. Es gibt einen Pool und noch einige Rondavalls. Diese haben allerdings keine Fenster, weil sie zum Teil in den Boden eingegraben sind.

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Wir schauen uns um und stellen fest, dass es viele kleine schöne Details zu entdecken gibt.

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Fortsetzung folgt
Teil 1316. Feb. 2017
Wir laden das Auto aus und fotografieren den riesen Berg Gepäck, der in so einen Fortuner rein passt 🤩
Kofferraum vorher
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Kofferraum nachher
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Gepäckberg

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Um 16.00 Uhr findet in den Wintermonaten die Gepardenfütterung statt. Da unsere Tochter mit den Hunden spielen und das Trampolin weiter bespringen möchte, halten wir uns schon seit einiger Zeit vor dem Farmhaus auf.
Dabei hören wir lautes Schreien und Schimpfen aus dem Haus. Die Köchin versucht das Warzenschwein aus dem Essraum zu vertreiben 😛

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Ich beobachte einen Hengst im Paddock. Die Tochter und der Schwiegersohn der Farmer züchten recht erfolgreich Friesen Pferde und nehmen an Zuchtveranstaltungen in Namibia und Südafrika teil. Um das Pferd sehen zu können, stehe ich vor dem Gepardengehege und sehe im Eingang vom Freilaufgehege eine Bewegung.
Es ist kein Gepard, aber auch ein Raubtier. Eine Manguste kommt schon mal gucken, ob es schon etwas abzustauben gibt.

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Gegen 15.45 Uhr taucht eine Gepardin auf, kurze Zeit später folgt eine zweite Katze. Beide kommen zum Zaun und markieren erst mal ausgiebig, dann laufen sie nervös am Zaun auf und ab. Wo bleibt denn das Futter?

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Die erste Dame ist aber bald wieder entspannter:

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Mittlerweile ist noch eine weitere Familie vom Campground eingetroffen und es kommen noch 2 weitere Autos angefahren. Die Gruppe ist aber noch überschaubar groß.
Als der Farmer mit einem Eimer Fleisch auftaucht, werden die Geparden noch unruhiger. (Die Hunde und das Warzenschwein auch.) Der Farmer öffnet das Tor und bittet alle einzutreten. Auf dem Platz gibt es zwei große flache Steine im Abstand von einigen Metern. Dort legt er das Fleisch ab. Er erklärt, dass es sich um Mutter und Tochter handelt. Die ältere Katze hat Geschwulste am Bauch, wahrscheinlich Krebs, meint er. Sie wird deshalb weiter weg gefüttert, um ihr etwas mehr Ruhe zu gönnen. Alle Erklärungen zu den Geparden macht er bei der jungen Raubkatze, damit wird die Aufmerksamkeit der Touristen von der Mutter abgelenkt.

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Allerdings nicht die Aufmerksamkeit des Warzenschweins, das im Gegensatz zu den Hunden mit ins Gehege durfte. Das Schwein scheint auch scharf auf das Fleisch zu sein. Der Gepard faucht, aber das Schwein lässt sich nicht beeindrucken, so dass die Gepardin mit ihrem Fleisch die Flucht ergreift.

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Mist nichts mehr da. 😈

In einem Bericht hier im Forum wurde negativ dargestellt, dass das Warzenschwein durch die Hunde gejagt wurden. Wenn dem so war, dann hat das Warzenschwein seit dem auf alle Fälle sehr dazu gelernt. 😗

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Der Farmer erzählt noch einige Details zu den Lebensgewohnheiten der frei lebenden Geparden. Die private Zucht von Raubkatzen ist in Namibia seit einigen Jahren verboten. Aus diesem Grund hat er die beiden männlichen und die beiden weiblichen Tiere getrennt. Die Damen leben auf einen riesigen mehrere Hektar großen Grundstück und können dort auch selber jagen, die beiden Kater zu denen wir anschließend gehen haben es leider nicht so gut getroffen. Das Gehege ist sehr klein und entspricht in keiner Weise meiner Vorstellung von artgerechter Tierhaltung.
Als wir in das Katergehege eintreten, wird bei der anderen Familie nach dem Alter der Kinder gefragt. Das jüngere Mädchen ist erst 6 Jahre alt und darf nicht mit in das Gehege. Die beiden Geparden bekommen ein deutlich größere Fleischportion, da sie ja keine Jagdmöglichkeit haben.
Artgerechte Haltung hin oder her, die beiden sind wunderschön. Aber die Fotos mache ich mit einem schlechten Gefühl in der Magengegend.

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Fortsetzung folgt.... mit den Köcherbäumen
Teil 1420. Feb. 2017
Nach der Gepardenfütterung fragen wir nach dem Weg zum Köcherbaumwald und ob man dahin zu Fuß gehen kann. Uns wird erklärt, dass wir durch das hintere Farmtor fahren und uns dann rechts halten sollen. Man könnte auch zu Fuß gehen, aber man würde uns das nicht empfehlen.
In der Zwischenzeit ist ein großer Bus mit chinesischen Touristen angekommen. Die Chinesen scheinen die Rondavals zu bewohnen. In unserem Nachbarhäuschen zieht gerade eine südafrikanischen Großfamilie ein. Die Südafrikaner grüßen alle freundlich und wuseln wild über das Grundstück. Sie sind recht laut und man hört sie auch, wenn man bei uns drinnen ist, recht gut.
Da es aber langsam Zeit ist, für den Sonnenuntergang, wollen wir zum Köcherbaumwald. Also alle ins Auto und los.
Wir fahren durch das Tor, dann rechts und sehen einen großen Parkplatz. Dann stellen wir fest, dass das wohl der Campground ist. Er liegt direkt zu Füssen des Köcherbaumhügels, ist aber ansonsten recht unattraktiv. Warum man uns geraten hat mit dem Auto zu fahren ist allen ein Rätsel. In maximal 5 Minuten wären wir hier gewesen.

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Mitten auf dem Campground/Parkpatz ist ein Stück abgezäunt. Wir gehen neugierig dorthin und stellen fest, dass sich dort einige Gräber befinden. Hier wurden (und werden?) die Familienmitglieder beerdigt.
Dann geht es den Hügel hinauf zu den Köcherbäumen, die ja eigentlich gar keine Bäume sind.
Ich zitiere das Infoblatt, das uns der Farmer gegeben hat:
"Der Köcherbaum ist eine endemischer Baumaloe in den heißen und trockenen Gebieten des südlichen Afrikas:
Sie tritt vom nördlichen Kapland bis zum Brandberg in Namibia auf. Meist tritt der Köcherbaum als Solitär oder in lockeren Verbänden auf, selten in waldartigen Beständen, die eine Besonderheit sind.
Der Köcherbaum wächst sehr langsam, wird aber bis zu 8m hoch, selten größer. Im Durchschnitt ist er 3-8m groß, selten größer und kann bis zu 400 Jahre alt werden. In den ersten Jahren seines Lebens ist der Köcherbaum kaum von einer anderen Aloe zu unterscheiden. Erst nach ca. 20 Jahren wächst er in die Höhe und bildet Äste aus.
Der Stamm eines ausgewachsenen Köcherbaumes kann an der Basis einen Umfang von einem Meter und mehr erreichen, verjüngt sich jedoch nach oben. Etwa auf halber Baumhöhe öffnen sich vom Stamm aufstrebende Äste, die sich zunehmend gabelartig verzweigen. Die silbrigfarbenen Äste enden in schopfartigen Blattrosetten aus gelbgrünen bis blau-grünen lanzettlichen, fleischigen Blättern. Sie sind 25 - 35 cm lang, ca. 5 cm breit."

Wir laufen eine ganze Zeit durch den "Köcherbaumwald" und beobachten die süßen Klippschliefer (Dassies), die zuerst sehr scheu wirken, wenn man aber ruhig steht schnell zutraulich werden. Man kann gut erkennen, dass immer ein großer Klippschliefer hoch oben auf den Felsen Wache hält und die anderen Familienmitglieder fressen oder spielen.

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Leider ist es bald vorbei mit der Ruhe. Der Bus mit den Chinesen kommt und die chinesischen Touristen fallen mit großem Fotoequipment ein. Es wird fast unmöglich ein Foto ohne einen Chinesen mit mindestens drei Stativen zu machen. Zusätzlich taucht eine große Familie/Gruppe Holländer und die südafrikanische Großfamilie auf, die vor allem durch lautes Rufen und Lachen die Sundowner-Stimmung trüben. Dazu sind natürlich alle Klippschliefer verschwunden. 🙁
Ich bitte die Holländer, die in unserer Nähe rumlärmen doch ein bisschen leiser zu sein, weil wir gerade die Tiere
beobachten und fotografieren wollen. Das stößt allerdings auf Unverständnis. Weder der Begriff Dassies ist bekannt, noch scheint eine Beschreibung der Klippschliefer zu einer Erkenntnis zu führen.
Wir laufen weiter in den "Wald", aber es ist extrem schwierig ein Foto ohne fremde Menschen zu machen. Die anderen Fotografen denken bestimmt das selbe über uns 😉

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Wir ziehen uns letztendlich wieder Richtung Parkplatz zurück und haben dort dann mehr Ruhe, wenn auch nicht ganz so viel Rundblick. Hier kann ich dann noch ein paar schöne Sonnenuntergangsbilder machen. Meine Tochter hat in der Zeit ein Babydassie fast "gezähmt". Es bleibt einen halben Meter vor ihr sitzen, so dass sie es sehr intensiv beobachten kann.

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Dann hupt der Bus uns die Chinesen eilen zurück. Die anderen Familien sind auch schon auf dem Rückzug und so
kommen wir noch zu ein paar Minuten der Stille zum Genießen im letzten Licht.

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Alleine dafür hat es sich gelohnt dahin zu kommen.
Als wir zum Farmhaus zurück fahren ist es stockdunkel. Als wir dort ankommen, kommt die Farmerin schon auf uns zu.
Sie möchte, dass wir direkt essen kommen, damit wir angefangen haben bevor die Chinesen kommen.
Wir wundern uns ein wenig darüber. Bringen unsere Jacken ins Häuschen und gehen sofort ins Farmhaus.
Wir möchten gerne schonmal Getränke bestellen, aber die Farmerin meint, sie würde erst das Essen bringen,
damit wir uns nehmen können, bevor die Chinesen da sind. Wir sind noch mehr verwundert. Die Schüsseln werden
aufgetragen und wir werden nochmal aufgefordert sofort Essen zu nehmen. Es ist irgendwie korios.
Wir gehen zum Buffet und sehen den Grund des Drängelns:
Es scheint für eine ganze Busladung Touristen doch eher wenig zu sein. Es gibt Salat, Reis und ein Antilopenragout.
Es ist ganz ok. Nicht überragend, aber vollkommen in Ordnung. Als wir noch ein wenig nach nehmen wollen,
sieht das Buffet aus, als hätte eine Antilopenherde darauf Samba getanzt. Es ist allerdings noch einiges da. Es scheint
der Reisegruppe nicht so gut geschmeckt zu haben.
So schnell wie die Gruppe eingefallen ist, so schnell sind sie wieder verschwunden und wir können noch in Ruhe ein Bier trinken.
Meiner Mutter erzählt die Hausherrin, dass sie schon lange keine Lust mehr an dem Gästebetrieb hat.
Wir wären seit sehr langer Zeit die ersten Gäste, die sofort mit den Tieren draußen gespielt haben und sich
nicht darüber beschwert haben oder sie sich auch ein wenig nach dem Farmleben erkundigt haben. Ich hatte mich nach den Pferden
erkundigt. Als wir gehen wollen, kommt der Farmer und fragt uns, ob wie die Mineraliensammlung sehen möchten. Natürlich
möchten wir. Im Nebenraum stehen Vitrinen mit Versteinerungen und Mineralien, die auf dem Grundstück der Gariganus Farm
gefunden wurden. Das ist wirklich sehr interessant und verbringen noch ziemlich viel Zeit dort. Leider habe ich den Fotoapparat
nicht dabei. Wir wollten ja eigentlich nur schnell zum Essen.
Als wir aus dem Farmhaus gehen wird gerade ein Pickup beladen mit Jagdequipment. Uns wird erklärt,
dass der Sohn und die kleine Enkeltochter heute versuchen werden einen Luchs zu jagen, der seit einiger Zeit die Schafe bedroht.
Sowas wollten wir lieber nicht wissen. Ich nehme an, dass ein Karakal gemeint ist. Allerdings wundert es mich,
dass so ein doch relativ kleines Tier einem Schaf gefährlich werden kann. Aber das gehört wohl auch zum Farmleben......
Wir gehen ins Häuschen und sind sehr froh, dass die Klimaanlage auch ganz ordentlich heizt. Wie so oft in diesem Urlaub
liegen wir deutlich vor 22.00 Uhr im Bett.

Ende Tag 3
Fortsetzung folgt....
Teil 1522. Feb. 2017
Tag 4 - 16. Juli 2016 - Giantsplayground - Canyon Lodge am Fishriver Canyon

Sehr früh am Morgen werde ich wach, weil vor unserem Schlafzimmerfenster der Reisebus gestartet wird und vor sich hin dieselt. Es ist noch dunkel. Zu früh zum Aufstehe, finde ich. Schlafen geht aber auch nicht mehr so richtig. Ich schaue raus und sehe, dass die Chinesen mit ihren Koffern aus den Rondavals Richtung Bus strömen. Das Einladen der Koffer und das Einsteigen zieht sich hin. Nach ca. einer halben Stunde fährt der Bus ab. Es geht Richtung Sossusvlei. Es dämmert gerade. Ich drehe mich noch mal im Bett um und schlafe noch eine Stunde.
Wir haben es nicht eilig und das Frühstück für 8.00 Uhr bestellt. Um die Zeit sitzen wir dann auch alle am Frühstückstisch. Es gibt Müsli, Brot, verschiedene selbstgemachte Marmeladen, Käse und Wurst und gekochte Eier. Vorher waren wir beim Gepardengehege und haben dort aber kein Tier entdecken können. Die meisten Bordercollies sind auch nicht da. Die Farmerin erzählt später, dass die Hunde mit bei den Schafen sind.
Nach dem Frühstück schauen wir uns noch ein wenig um. Am Farmhaus gibt es so etwas wie eine riesige Laube. In der Mitte ein Baum, der das Dach bildet.
Rundherum liegen große runde Felsbrocken und es gibt einen sehr großen Tisch aus Fels. Dort stehen Tische und Stühle. Im Sommer wird es hier wohl das Essen geben. Dort entdecken wir viele nette Kleinigkeiten als Deko. Mobiles aus alten Küchenuntensilien, bunte Tassen in den Bäumen, viele schöne handgemachte Tierplastiken, ein geschmiedetes Kinderbett steht als Sitzgelegenheit dabei. Einer der Windhunde hat es sich darauf gemütlich gemacht. Unsere Tochter findet immer mehr entdeckenswerten Tinnef. Leider habe ich das Fotografieren vergessen 🙁
Meine Mutter unterhält sich (auf Niederländisch) mit der Farmersfrau, die seit unserer Ankunft sichtlich aufgetaut ist. Sie erzählt von den Enkelkindern und der Mühe in Namibia eine Farm zu betreiben. Die Dürre macht allen immer mehr zu schaffen.
Da die Rondavals offen stehen, betrete ich einen. Es handelt sich dabei um kuppelförmige Kunststoffcontainer. Diese sind zur Hälfte in den Boden eingegraben. Vielleicht wegen der Hitze im Sommer. Ob es so kühler bleibt? Es gibt keine Fenster. Das Sonnenlicht sickert gelblich durch die Wände. Man geht eine Treppe nach unten, dort gibt es eine kleine Küchenecke und ein Doppelbett. Die Luft ist wie zu erwarten eher stickig. Hier hätte ich nicht schlafen wollen. Da hätte ich eher einen Liegestuhl am Pool genommen. Trotz der kalten Nacht. Wir werden im Laufe der Reise diesen Kunststoffwohncontainern noch des Öfteren in verschiedenen Ausführungen begegnen. In der Rostock Ritz Lodge gibt es die auch, aber mit großen Fenstern und in einigen schwarzen Wohnvierteln haben wir sie auch als Wohnhäuser gesehen. Ich bin froh als ich wieder an der frischen Luft bin. Diese Dinger sind nichts für Klaustrophobiker oder Frischluftliebhaber.
Wir packen das Auto. Wir haben schon immer mehr Übung mit der Reihenfolge. Es ist wie Tetris spielen. Wir bezahlen unsere Rechnung. Getränke und Eintritt für Giantsplayground. Darüber bin ich etwas erstaunt. Ich hatte es bisher immer so verstanden, dass man dieses Permit nicht bezahlen muss, wenn man im Camp übernachtet.
Unsere Tochter möchte nicht fahren. Sie fängt bitterlich an zu weinen. Es hat ihr hier so gut gefallen, dass sie auf keinen Fall
weiter fahren möchte. Es ist mehr als schwierig das Kind zu beruhigen. Nur mit vereinten Kräften und dem Versprechen irgendwann wieder hierher zu kommen, können wir dann endlich los.
Dann lassen wir uns noch den Weg zum Spielplatz der Giganten erklären. Es ist einfach: Zurück zur Straße und dort links. Nach ca. 2 km kommt rechts ein Tor, dort sollen wir durchfahren (wieder Schließen bitte nicht vergessen) und dann bis zum Parkplatz fahren. Der Weg sei dann markiert.
Gesagt getan. Am Parkplatz angekommen sehen wir das:

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Wir laufen in den Giants Playground rein. Es sieht tatsächlich so aus, als ob Riesen mit Steinklötzen gespielt hätten. Wir folgen der Beschilderung und stellen fest, dass die gar nicht so unsinnig ist, wie sie zuerst erscheint. Sobald man zwischen den riesigen Felsbrocken läuft, kann man den Weg nicht immer erkennen und die Orientierung wird schwierig.

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Es macht wirklich Spaß auf die Felsen zu klettern. Unsere Tochter klettert hoch und runter und findet das natürlich klasse. Für den Rundweg brauchen wir mit viel klettern, gucken und fotografieren ca. eine Stunde. Dann sind wir wieder am Parkplatz. Da steht jetzt auch ein zweites Auto. Die Familie, die gestern auch bei der Gepardenfütterung war, ist mit ihrem Hilux mit zwei Dachzelten eingetroffen. Sie sind ein wenig unsicher wo es hingeht. Wir zeigen ihnen die Markierungsschilder und sie ziehen ab.
Als wir am Tor ankommen, stehen davor zwei Autos. Die scheinbar osteuropäischen Insassen fragen uns nach dem Giantsplayground. Wir erklären. Dass sie nur weiter fahren müssen. Scheinbar hatten sie sich aber nicht getraut durch das Tor zu fahren. Wir sagen ihnen noch, dass sie ein Permit benötigen und erklären wo es das gibt.
Um die Mittagszeit starten wir Richtung Fishriver Canyon. Bei der Route gibt es heute nicht allzu viele Alternativen. Wir fahren über die B4 auf die C12, kürzen allerdings über die D545 schon vor Seeheim ab.
Die knapp 170km bringen wir in gemütlichen 3 Stunden hinter uns.

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Dabei sehen wir den einzigen "Löwen" in unserem Namibiaurlaub:

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Und machen unsere erste und einzige Wasserdurchfahrt:

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Auf der D545 irgendwo im Nirgendwo sehen wir etwas knallorange leuchten. Als wir näher kommen steht dort dieser Wagen:

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Wir halten an, um ein paar Orangen zu kaufen. Leider gibt es die nur in Großgebinden. Das ist uns dann doch zu viel. Stattdessen bestellen wir vier Kaffee und einen Kakao, damit der junge Mann wenigstens an uns ein bisschen verdient. Dadurch kommen wir zu einer längeren Pause. Sicherlich kann man Wasser für vier Nescaffee und einen Kakao zusammen heiß machen, aber man kann das auch für jeden einzeln. Und drei Löffel löslichen Kaffee in einen Pappbecher einfüllen und mit Wasser auffüllen und dann noch umrühren, kann halt auch dauern 😉 That´s Africa!!!!!!
Wir nehmen es mit Humor und sehen uns ein bisschen um. Viel gibt es nicht zu sehen, viel Sand, eine Bahnlinie und diese Berge im Hintergrund.

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Fortsetzung folgt….
Teil 1623. Feb. 2017
Weiter geht es auf der C12 Richtung Fishriver Canyon. Die Landschaft ist nicht sehr abwechslungsreich.

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Es bilden sich teilweise kleine Windhosen und es sieht aus wie im Karl May Film

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Wir kommen zum Canyon Roadhouse und wollen natürlich die Autowracks anschauen:

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Nicht nur draußen auch drinnen gibt es viel zu sehen:

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Nicht nur die Autos sind sehenswert:

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Dann geht es weiter zur Canyon Lodge
Teil 1723. Feb. 2017
Bis zur Canyon Lodge sind es nur noch wenige Kilometer. Auf dem Weg sehen wir noch einige Strauße:


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Dann erreichen wir die Canyon Lodge. Die Anlage gefällt uns auf den ersten Blick. Auf dem Parkplatz stehen nur wenige Autos.

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An der Rezeption bekommen wir 2 Schlüssel mit aufeinanderfolgenden Nummern Wir gehen davon aus, dass die Zimmer nebeneinander liegen. Ich glaube fast, dass die Angestellt das auch annimmt. Leider ist das eine Fehlannahme. Wie sich herausstellt sind die beiden Häuser einige hundert Meter voneinander entfernt.
In der Nähe der Rezeption gibt es kostenlos Kaffee und Plätzchen. Wir gehen damit auf die Terrasse und genießen die Sonne.

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Fortsetzung folgt...
Gute Nacht
Teil 1825. Feb. 2017
An der Rezeption wurde uns Hilfe für den Transport des Gepäcks angeboten, da die Häuschen in dem großen Lodgegelände weit ab vom Parkplatz liegen und nicht angefahren werden können. Wir warten auf der Terasse auf die Hilfe. Einige Zeit später kommen zwei Lodgemitarbeiterinnen und wir gehen zum Auto. Wir öffnen den Kofferraum und laden das Gepäck aus. Jede der beiden nimmt sich eine kleine Reisetasche und dann gehen die beiden los. Wir schauen ihnen ein wenig verständnislos hinterher. Ich hatte einen Rollwagen oder etwas ähnliches erwartet und wenn schon zwei zur Hilfe kommen, dann hätten es ja zumindest der Koffer oder die Trollies sein können oder zumindest 2 Gepäckstücke. Aber bevor wir uns so richtig beschweren können, sehen wir die beiden schon fast nicht mehr und wir beeilen uns hinter her zu kommen. Mein Mann und ich haben zumindest deutlich mehr zu puckeln als die Damen. Wir gehen durch eine sehr gepflegte Gartenanlage. Rechts und links vom Weg stehen kleine Steinhäuser, die teilweise in den Feld hineingebaut sind. So ist jedes Haus ein Unikat.

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An einer Wegkreuzung warten die beiden auf uns und zeigen dann auf ein Schild. Jetzt sehen wir, dass unsere Häuser in unterschiedliche Richtung ausgeschildert sind. Was soll das denn jetzt?
Wir teilen uns auf und folgen jeweils einer der Dame und erreichen unser Häuschen. Beim Eintreten stellen wir fest, dass es sehr schön eingerichtet, aber auch sehr dunkel ist. Im namibischen Sommer sicherlich vorteilhaft. Die Vorhänge sind zugezogen. Das scheint sowieso in Namibia üblich zu sein. In fast allen Unterkünften waren die Vorhänge, sofern vorhanden, zugezogen. Dabei wäre es ja im Winter eher angenehm, wenn ein wenig Sonne die Zimmer etwas aufwärmt. Auch hier gibt es wieder einen Wasserkocher mit Kaffee und Tee Auswahl. Die drei Betten haben Moskitonetze und das Bad ist klein, aber zweckmäßig.

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Mein Mann, meine Tochter und ich ziehen los, um das Haus meiner Eltern zu suchen. Wir müssen eine wenig Suchen und fragen uns warum unser Häuschen folgende Nummern haben. Das Nummerierungssystem ist nicht nachvollziehbar. Alle zusammen gehen wir auf Entdeckungstour. Von unserem Haus aus, führt ein Weg weiter vom Lodegelände weg. Wir folgen dem Weg und landen beim Pool. Am Pool baden treffen wir zwei uns bereits bekannte Jungs. Es sind die selben, die schon in der Kalahari Anib Lodge gegen die Kälte immun schienen. Wir werden uns immer mal wieder über den Weg laufen. Der Pool liegt sehr einsam zwischen den Felsen. Sehr schön.

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Bald ist es auch Zeit für den Sundowner. Von der Terrasse aus führt ein Weg den Felsen hinauf. Wir klettern dort hoch und müssen immer wieder stoppen, um Fotos in alle Richtungen zu machen.

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Oben angekommen entdecken wir eine in den Felsen eingebaute Bar. Wir besorgen uns alle ein Getränk und schauen uns weiter um. Die Aussicht ist wirklich sehenswert. Man hat einen tollen Rundumblick.

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Nach dem Sonnenuntergang klettern wir wieder den Fels hinunter. Dabei finden wir einen Abzweig, der uns fast in Höhe des
Häuschens meiner Eltern aus den Felsen heraus kommen lässt. Vor uns steht ein Oryx, der sich an dem schönen grünen Gras gütlich tut, das gerade bewässert wird. Wir schauen ihm ein bisschen zu und gehen dann zu unserem Chalet, um uns fürs Abendessen fertig zu machen.

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Das Abendessen wird in Buffetform angeboten und hat wie in allen Gondwana Lodges eine gute Auswahl. Nach dem Essen können wir uns neben der Rezeption eine Wärmeflasche füllen lassen. Trotz der Klimaanlage mit Heizfunktion, nehmen wir das Angebot gerne an.

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Am Häuschen angekommen, setzen wir uns noch einmal auf die Terrasse, um den fantastischen Sternenhimmel zu betrachten. Dach bald legen wir uns zu den Wärmeflaschen in die Betten.

ENDE TAG 4

Fortsetzung folgt.....
Teil 1928. Feb. 2017
TAG 5: 17.Juli 2016 Fishriver Canyon - Aus, Dersert Horse In

Wir gehen wieder gegen 8.oo Uhr gemütlich zum Frühstück (unser Kind ist mit mal wieder nur mit Mühe und Not wach zu bekommen), nachdem wir schon ein bisschen die frische Morgenluft geschnuppert haben und uns noch ein wenig auf dem Lodgegelände umgeschaut haben.
Meine Eltern sind schon beim Frühstück und haben ein sehr lecker aussehendes Omelett geordert. Das Frühstücksbuffet macht einem die Auswahl wieder einmal sehr schwer, weil man alles probieren möchte, aber natürlich nicht kann. Vor allem die vielen dunklen Brotsorten möchte ich hier erwähnen. Sehr lecker.
Nach dem Frühstück gehen wir zu unseren Chalets und packen. Wir hatten im Koffer noch 2 faltbare Reisetaschen eingepackt, in diese packe ich jetzt alles das, was wir für die nächste Unterkunft benötigen, damit wir nicht alles immer ein- und auspacken müssen. Die warmen Kleidungsstücke, wie Fließjacken, Anorak, Mützen, Schals und Handschuhe, packe ich separat zusammen, weil man die ja gar nicht unbedingt überall braucht und dann ja immer noch aus dem Auto holen kann. Diese Tasche bleibt von jetzt an im Auto.
Dann muss der ganze Plunder wieder ins Auto geschleppt werden. Auf den Natursteinwegen machen die Trolleyrollen einen Heidenlärm und wir tragen die Taschen lieber. Diesen Lärm hatten wir heute morgen schon vor Sonnenaufgang zur Genüge, da nicht jeder bereit ist seine Tasche zu tragen.
Dann noch zur Rezeption und die Getränke bezahlt, einen Tipp in die Box und gegen 9.30 Uhr geht es los. Wir hatten uns gestern beim Abendessen bereits gegen die landschaftlich sehr reizvolle Strecke am Oranje vorbei entschieden. Unsere Tochter war sehr gegen eine noch längere Autofahrt als nötig.
Wir fahren am Canyon Village vorbei Richtung Canyon. Diese Lodge liegt nur unweit der Canyon Lodge vor einem Feldmassiv. Im Vorbeifahren kann sie uns von der Lage und von der Anlage nicht überzeugen und wir sind froh, dass wir die Canyon Lodge gebucht hatten.
Bis zur Einfahrt zum Canyon View Point sind es nur wenige Kilometer. Es gibt ein Büro wo man den Permit bezahlt und sich in die obligatorische Liste einträgt. Das Autokennzeichen sollte man in Namibia immer kennen, wenn nicht, dann weiß man es bestimmt nach dem Urlaub auswendig. 😉
Vor dem Office steht ein Baum in voller Blüte, mitten im Winter. Die Blüten leuchten wunderschön in der sonst kargen und von Steinen und Sand geprägten Landschaft.

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Wir fahren weiter zum Viewpoint. Dort stehen ca. 10 Autos. Wir sehen uns die Plakate an und schauen dann wir die anderen hier auch in den Canyon.

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Dann Laufen wir am Canyon Rand vorbei und bauen einige Steintürmchen. In Norwegen hat uns das schon viel Spaß gemacht. Leider ist der Wind so stark, dass die Türmchen meistens wieder umkippen. Aber ein Erfolgserlebnis ist uns dann doch vergönnt 🙂

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Als wir sehen, dass ein Reisebus von rechts kommt, obwohl dort keine Straße mehr zu erkennen ist, fahren wir auch mit dem Auto in diese Richtung. Dort steigen wir immer mal wieder aus, um in den Canyon zu schauen.

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Am Canyonrand gegenüber kann man im Dunst die Fishriver Lodge erahnen.

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Dabei entdecken wir im Felden eine Gesicht.
Suchspiel: Wer findet das Gesicht?

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Anschließend fahren wir zurück zum Viewpoint und von da die Straße zu den weiteren südlich gelegenen Viewpoints. Der Weg ist sehr schlecht zu fahren. Teilweise nur im Schrittempo. Damit bräuchenten wir für die 18 km bis zum südlichen Viewpoint und zurück bestimmt Stunden. Da wir noch nach Aus müssen, ist uns das zu lang, aber selbst wenn nicht, würden wir wahrscheinlich nicht noch weit fahren. Die Strecke ist einfach zu schlecht. Dicke spitze Steine, ausgefahrene Fahrspuren, das Risiko eines Platten dürfte hier sehr hoch sein. Außerdem ist keiner von uns 5 so begeistert vom Canyon, dass er oder sie weiter möchte.

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Ich habe schonmal hier im Forum geschrieben, dass ich beim Blick in den Canyon immer die Schaufelradbagger vermisst habe.
Wenn man in den Braunkohletagebau Garzweiler reinschaut, dann sieht das ganz ähnlich aus wie hier am Canyon, nur eben mit vielen riesigen Schaufelradbaggern. Ich kann mir vorstellen, dass eine Wanderung durch den Canyon ein wirklich tolles und lohnendes Erlebnis ist, aber nur eine Besichtigung von oben war für uns alle kein besonderes High Light.

Wir fahren zurück Richtung Aus und überqueren auf der Fahrt wieder den "Löwen". Diesmal fahren wir durch Seeheim und dann nach Westen.

Fortsetzung folgt.....
Teil 2001. März 2017
Die Strecke nach Aus ist weitestgehend unspektakulär und lässt sich gut fahren. In Aus angekommen befragen wir den Garmin nach einer Tankstelle. Wir werden in die Siedlung geleitet, hier sieht es allerdings ganz bestimmt nicht nach einer Tankstelle aus. Es laufen Kinder und Hunde über sie Sandpiste zwischen den Häuschen und Hütten. Frauen hängen Wäsche auf. Es wird gewunken und gegrüßt. Wir halten an und fragen eine Frau mit drei Kindern nach der Tankstelle. Da kommen drei Halbstarke auf uns zu und sagen etwas, dass ich im Auto nicht verstehe. Die Frau an meinem Fenster wird laut und vertreibt die drei jungen Männer. Sie erklärt uns den Weg zur einzigen Tankstelle im Ort. Wir geben ihr ein paar kleine Haribo Tütchen und meine Tochter gibt dem kleinen Mädchen auf dem Arm der Mutter eine rosa Haarspange. Sie hatte extra zu Hause aussortiert, um Sachen für die Kinder in Namibia mitzunehmen.
Die Mutter bedankt sich und wir fahren winkend weg. Im Rückspiegel kann ich sehen, dass sie den drei jungen Männern von eben nochmal etwas nachruft.

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Wir fahren wieder zurück zur Teerpad und fahren an der gegenüber liegenden Seite wieder ab. Hier sieht Aus anders aus. Hier gibt es Steinhäuser. Als erstes kommen wir an einem sehr großen pompös wirkenden vergitterten Gebäude vorbei. Es ist die Polizeistation. Dann fahren wir an einem Hotel vorbei, ein Stück weiter finden wir die Tankstelle bzw. den Supermarkt. Auf der Front des Hauses ist eine Namibiakarte gemalt.

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Während mein Mann den Wagen betanken lässt, sehen wir uns im Laden um. Es ist sehr dunkel drinnen, aber es scheint so ziemlich alles zu geben, was man so brauchen könnte. Sowohl Lebensmittel als auch Korbwaren finden sich in dem kleinen Laden. Eine Kühltruhe mit Eis lockt uns alle und wir suchen uns ein leckeres Eis am Stiel aus. Wir bezahlen Eis und Diesel und verlassen den Laden. Draußen wird gerade der Staub von den Scheiben gewaschen, das gibt natürlich ein Trinkgeld. Dann fahren wir die letzten 5 km zum Desert Horse In.
An der Rezeption geht alles schnell und wir bekommen die Schlüssel für ein Doppelhäuschen. Da wir nur mit Frühstück gebucht haben, werden wir gefragt, ob wir Abendessen möchten. Wir beschließen das Abendbuffet zu nehmen, was sich auch später als gute Entscheidung herausstellt.
Man kann mit dem Auto direkt an die Häuschen ranfahren. Da wir ja diesmal nicht alles auspacken müssen, sind wir schnell fertig und können uns einen Kaffee mit Plätzchen auf der Terrasse gönnen.
Die Häuser sind sehr geräumig mit Sitzecke und komplett abgetrenntem Bad. Die Fenster haben alle Moskitonetze. An der Decke befindet sich ein Ventilator. Eine Klimaanlage oder eine andere Heizmöglichkeit gibt es nicht.

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Auf der Terrasse haben wir bereits Besuch:

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Wir machen noch eine kleine Runde, um die Lodge. Die Sonne wird bald unter gehen. Vor der Lodge gibt es eine Gehege mit einem Kälbchen. Ein Stück weiter sieht man einen Roundpen in dem zwei Stuten mit Fohlen stehen. Eine Frau und zwei Jungen sind bei den Pferden. Ich frage, ob wir uns die Pferde anschauen dürfen. Das wird bejat. Kurz darauf werden wir von mehreren Hunden begrüßt.

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Es stellt sich raus, dass hier die Besitzer der Lodge wohnen. Sie züchten Distanzpferde und haben auch schon Verpaarungen mit Desertwildpferden versucht. Die Frau spricht deutsch und erzählt, dass ihr Eltern aus Deutschland und Österreich stammen und sie freut sich mit uns Deutsch zu sprechen. Mit den Kindern spricht sie Afrikaans. Die Zucht mit den Wildpferden hat aber nicht den Erfolg gebracht, den sie sich versprochen haben. Die Pferde sind tatsächlich härter im Nehmen, aber leider auch sehr viel eigensinniger als die Araber-Berber, die sie sonst züchten. Die Wildpferde lassen sich schlichtweg nicht so treiben im Rennen. Sie haben eben gelernt ihre Kraft gut einzuteilen und nicht zu verschwenden. Rennen ist nicht ihr Ding. Schlaue Pferde 😉
Sie fragt, ob wir mit zum Kalb kämen, dass bekäme jetzt die Flasche.

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Der jüngste Sohn präsentiert uns stolz "sein" Kalb. Es wurde auf der Farm gefunden und war in sehr schlechtem Zustand nach der Geburt. Da die Wege so weit sind, konnte die Mutter nicht mit zur Farm, aber das Kalb kam hier her. Die Frau erzählt uns, dass sie im Jahr davor fünf Kälber mit der Flasche groß gezogen haben.
Die Rinderzucht wird immer schwieriger. Bisher lebten sie vom Export nach Südafrika, aber die Auflagen in Südafrika bezüglich Impfungen und Veterinärchecks sind mittlerweile so hoch, dass sich das wohl nicht mehr lohnt. Dazu kommt die allgegenwärtige Dürre.
Wir unterhalten uns noch eine Weile. Die Kinder machen Home-School. Sie unterrichtet die Kinder nach vorgegebenen Unterlagen. Sie erzählt, dass sie Glück haben in der Nachbarschaft mehrere Kinder im gleichen Alter zu haben. So kann man schonmal auch zusammen lernen. Die Nachbarschaft ist im Umkreis von 150km!!!!!!!!
Als es dunkel wird, verabschieden wir uns und gehen zurück zum Zimmer.

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Wir gehen noch zum Essen ins Haupthaus. Es gibt eine reiche Auswahl auch an vegetarischen Speisen und der Wein, den wir bestellen schmeckt uns sehr gut. Auf der Terrasse trinken wir noch einen Schlummertrunk und gehen schlafen.

ENDE TAG 5
Fortsetzung folgt...
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