← Zurück zum Bericht

Reisebericht · namibia-forum.ch

Alter Südwester geht in Tansania fremd.

von Burschi · Geführt · 33 Teile

Über diesen Reisebericht

Nach 16 Reisen im südlichen Afrika, immer als Selbstfahrer, wagen wir zu zweit erstmals eine geführte Privat-Safari in einem anderen Land: Tansania. Zwei Wochen lang fahren wir mit Guide und Jeep von Arusha aus über den Tarangire-Nationalpark, den Lake Eyasi, die Serengeti und das Ndutu-Gebiet bis zum Ngorongoro-Krater, bevor eine Woche auf Sansibar den Abschluss bildet.

Schon die Strassen sind rauer als im südlichen Afrika gewohnt, und selbst das Weissbartgnu der Serengeti ist eine andere Art als das Streifengnu, das wir aus Namibia kennen. Im Tarangire-Nationalpark ziehen an einem Nachmittag über 200 Elefanten zwischen den Baobabs vorbei, am Lake Eyasi begleiten wir Hadzabe-Jäger mit Pfeil und Bogen auf eine traditionelle Jagd. In der Serengeti und am Ndutu-Gebiet erleben wir den Beginn der grossen Gnuwanderung mit hunderttausenden Tieren, dazu Geparden mit Jungen und mehrere Löwenrudel. Der Ngorongoro-Krater bildet den Schlusspunkt: fünf Nashörner, ein 30-köpfiges Löwenrudel mit rund 40 verfolgenden Hyänen im Schlepptau, und Schwarzmilane, die Sandwiches direkt aus der Hand stehlen.

Auf Sansibar erholen wir uns eine Woche am Strand im Süden der Insel, mit Ausflügen nach Stone Town und zu einer Gewürzplantage. Unser Fazit: Tansania mit seinen Nationalparks gerne wieder – Sansibar muss für uns nicht noch einmal sein.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 103. Feb. 2016

Hallo Fomis,
nach 16 Reisen in Namibia, Südafrika, Botswana und Simbabwe wollte ich mal ganz was anderes machen und erfüllte mir einen Kindheitstraum mit einer Reise nach Tansania und Sansibar. Alle meine Reisen im südlichen Afrika habe ich als Selbstfahrerreisen gemacht, früher als Camper, in den vergangenen Jahren wurde ich bequemer und habe Lodges bevorzugt.
Die erste Reise nach Ostafrika aber habe ich - nach dem Studium einiger Reiseberichte hier im Forum - nicht als Selbstfahrerreise unternommen. ich habe mit Hilfe eines Tour-Operators in Deutschland eine Reise zusammengestellt, die meinen Wünschen und Ansprüchen entsprach. Da ich gerne fotografiere, mich auch für die Vogelwelt interessiere und mit Vorliebe mal an dem einen oder anderen Ort gerne verweile, kam eine Gruppenreise nicht in Frage. Ich habe also tief in den Geldbeutel gergriffen und habe - ich gestehe, es war die teuerste Reise meines Lebens! - eine geführte Jeep-Safari für nur 2 Personen gebucht und bin dabei meinem Vorsatz mindestens 2 Tage an einem Ort zu bleiben treu, geblieben.
Ich muss vorausschicken, ich habe es nicht bereut. ich würde es wieder genauso bei der ersten Reise machen und daher auch hier der Reisebericht, damit ich den einen oder anderen Tipp weiter geben kann.
Selbst in Tansania zu fahren heißt - besonders zu dieser Zeit! - für lange Strecken immer konzentriert am Steuer zu sitzen, denn die Straßenverhältnisse hier sind nicht mit denen im südlichen Afrika zu vergleichen. Die Gravelroads sind um etliches schlechter, die Teerstraßen weisen oft riesige Schlaglöcher auf, in den Ortschaften gibt es unendlioch viele Bumps und Polizeikontrollen und all dies hätte ich als Ersttäter nicht erkannt und das wäre ein wenig entspanntes Fahren gewesen. So aber habe ich viel mehr gesehen und viel mehr erlebt und konnte durch intensive Gespräche mit dem Guide und den Menschen vor Ort Dinge erfahren, die ich sonst nicht zu hören bzw. sehen bekommen hätte. Zudem war es bereits am ersten Tag sehr entspannt, in der Dunkelheit in Arusha anzukommen und begleitet zur ersten Lodge zu fahren, anstatt noch nachts ein Auto zu übernehmen und durch den Straßendschungel einer afrikanischen unbekannten Stadt fahren zu müssen.
Ich hoffe, ich kann diesen Vorteil durch ein paar Bilder belegen, werde mich aber zurückhalten und keine ewig langen Fotostrecken derselben Tiere den Bericht in die Länge ziehen.
Sonntag, 10.1.:
Wir starten mit dem KLM-Flieger in Nürnberg am frühen Morgen, fliegen nach Amsterdam – eigentlich die falsche Richtung! – haben dort zwei Stunden Aufenthalt, können also bequem von einem Gate zum anderen laufen, und starten dann von Amsterdam im Direktflug nach Arisha, Kilimandjaro Airport. Dort landen wir gegen 21.00 Uhr bei völliger Dunkelheit.
Nun kommt das übliche Schalter abklappern an afrikanischen Flughäfen: Kauf der Visa am Visumschalter – die ersten 100 US$ bin ich schon mal los - , Registrierung der biometrischen Daten und aller Fingerabdrücke an Schalter 2 und schließlich der Stempel in den Pass an Schalter 3. Dann geht es zu den Koffern, die inzwischen unbeaufsichtigt in einer Halle herumstehen. Zum Glück ist noch alles da. Dann werden wir vor dem Flughafen gleich zweimal abgeholt: Von unserem Guide für die nächsten zwei Wochen und von der Lodge. Unser Guide Hassan übernimmt uns und bringt uns zur Mt. Meru View Lodge.

h7c19b82.JPG

Diese Lodge haben wir für die nächsten drei Nächte. Wir bekommen ein nettes, kleines Häu-schen, das einfach eingerichtet ist, aber alles enthält, was man braucht. Es ist kein Luxuschalet. Wir haben hier mit Frühstück gebucht, weil ich hoffte, mal am Abend in Arusha in ein Lokal gehen zu können, aber das mussten wir uns aus dem Kopf schlagen. Das ist von hier aus absolut unmöglich. Das Essen in der Lodge ist einfach, aber ordentlich und ausreichend. Mittags bekamen wir immer ein Lunchpaket mit. Ein Schweizer Hotelfachschulenpraktikant hat hier deutliche positive Spuren hinterlassen.
Bereits am nächsten Morgen, nach nur wenigen Stunden Schlaf ging es auf die erste Safari.
Einstweilen:
Liebe Grüße:
Burschi

Teil 203. Feb. 2016

Ich mache gleich mal mit dem ersten Tag weiter:
Montag 11.1.:
Heute steht der Ausflug in den Mt. Meru Nationalpark an. Er wird zum „Affentag“. Wir sehen sowohl Paviane und Grüne Meerkatzen, als auch die erhofften Blue Colobos und selbst die schönen White Colobo Stummelaffen lassen sich sehen.

hf18ca2d.JPG


h73e1962.JPG


he9440d1.JPG


Ein Tierwunsch ging somit am ersten Tag schon in Erfüllung. Daneben beherbergt der relativ kleine Park aber auch viele andere Tierarten (Büffel, Zebras, Wasserbock, Buschbock, War-zenschweine usw.), denen man bei langsamen Fahrten durch den sehr abwechslungsreichen Park immer wieder begegnen kann. Ein schöner Aufenthaltsort ist an den Momella-Seen. Dort kann man auch den einen oder anderen Vogel gut beobachten.

h1112414.JPG

Giant Jingfisher

hf38288c.JPG

Eastern Double-Collared Sunbird

hf9b9440.JPG

Baglafecht Weaver

h85f71cf.JPG

Augurbussard
Keine Angst, der bericht wird jetzt nicht vogellastig! 🙁
Natürlich statteten wir auch der Hatari Lodge, die eins Hardy Krüger gehörte, einen Besuch ab und haben dort eine Tasse Kaffee getrunken. In der John Wayne Bar wurde dann das obligatorische Foto geschossen. Insgesamt ist die Dekoration im Hinblick auf den „Hatari“-Film aber her spärlich. So erscheint mir der Besuch dieser Lodge nicht als unbedingtes Muss, aber wenn man genügend Zeit hat, ist es ganz nett. Der Nationalpark aber hat sich durchaus gelohnt.
So, das war´s für heute, demnächst geht es weiter, wenn ihr wollt.
Viele Grüße:
Burschi

Teil 304. Feb. 2016

@ Maulöwe:
Dann gönnt euch einen eigenen Guide, warum gleich im Anschluss:
Dienstag, 12.1.:
Heute war mal weniger Natur angesagt. Wir starteten mit unserem Führer am frühen Morgen und fuhren nun erstmals durch einige Dörfer und auch größere Orte in der Nähe von Arusha. Schon hier stellten wir fest, dass wir in einem ganz anderen Afrika als bisher gelandet waren. Das gesamte leben spielt sich entlang oder auf der Straße ab. Supermärkte wie im südlichen Afrika fanden wir nirgends, dafür aber „Geschäfte“, die ganz anders gestaltet waren. Oft reichte ein einfaches Holzgestell, um die Waren am Straßenrand anzubieten. Auch die Mobilität ist eine andere. Auffallend war eine ungeheure Zahl von Motorradfahrern: alles Motorrad-Taxis! Zu Hunderten warten sie am Straßenrand auf Kundschaft.

hca3d6e4.JPG


h3d5d70c.JPG


h06fb0cc.JPG

Modeshop und Obstgeschäft
Nach ca. 1 ½ Stunden Fahrt hatten wir dann unser heutiges Tagesziel erreicht. Das Massai-Dorf Olpopongi.

h25175a1.JPG

Begrüßung vor dem Dorf mit Tanz und gesang von Frauen und Kriegern

Teil 404. Feb. 2016

Ich habe ja schon etliche „Historical Living Villages“ im südlichen Afrika besucht und fand es auch hier angenehm, nicht in einer größeren Gruppe diese zu besuchen. Auch hier hatten wir diesen Vorteil. Wir waren zum einem früher dran als andere Gruppen, bekamen mit „Fredy“ einen eigenen Führer und Dolmetscher, konnten im Löcher in den bauch fragen und hatten nicht ständig einen anderen Touri vor der Fotolinse. Am meisten aber freute mich der Besuch in der Hütte der ältesten Frau (97 Jahre), mit der wir in der Hütte eine Stunde lang zusammen saßen, Tee tranken und viele Fragen beantwortet bekamen. Auch so intime Fragen wie: Was macht ein Massai, wenn er sich in ein Mädchen verliebt, dem er nicht von den Eltern versprochen ist? Wie kann eine als Frau versprochene Massai Lehrerin in einer Schule werden? Sind uneheliche Kinder ein Problem?
Andererseits zeigte die Frau auch Interesse an unserem Leben. Es war eine tolle und schöne Erfahrung, mit ihr mittels unseres Dolmetschers zu plaudern.

h06f8dcd.JPG


hf664acc.JPG

Natürlich bekamen wir auch die traditionellen Springtänze vorgeführt.

hfc45431.JPG

Die Kinder müssen bereits das Jungvieh auf den Weiden hüten.

h307a63f.JPG

Nach einem ausführlichen Vortrag unseres Führers über die Massai-Kultur und einem Mittagessen, das wir dort in einer offenen Hütte einnahmen, war der Besuch aber noch nicht zu En-de. Unter Begleitung zweier junger Krieger unternahmen wir einen Bush-Walk. Hier wurden uns die Pflanzten der Massai-Savanne näher gebracht, das eine oder andere Zaubermittelchen erklärt, aber auch wieder Einblicke in das Leben der Massai geboten. Ich hatte z.B. nicht ge-wusst, dass es tatsächlich noch staatenloses Volk gibt. Die Massai haben keinen Pass, können von einem Land in das andere wandern, sind von der Schulpflicht befreit, dürfen aber an den verschiedensten Universitäten in Tansania oder auch Kenia studieren. Begleitet wurden wir auf diesem Walk von zwei Kriegern (Moran), von denen einer die traditionelle Haartracht der Jungkrieger trug, der andere ohne Haarschmuck war. Darauf angesprochen erklärte er, dass er als Student an der Uni in Nairobi diese Haartracht nicht tragen dürfe. In den Semesterferien arbeitet er in seinem Dorf als Guide.
Traditioneller Jung-Moran:

h0b35ba8.JPG

Natürlich könnte ich hier noch viele Portraits von interessanten Massai einfügen, das würde aber den bericht zu sehr in die Länge ziehen.
Erst am Nachmittag – erschöpft von den vielen neuen Informationen – kamen wir wieder in unserer Unterkunft in Arusha an. Normalerweise wird bei einer fest organisierten Gruppenreise der Besuch des Arusha Nationalparks und des Massaidorfes an einem Tag durchgeführt. Da bleibt dann natürlich viel Interessantes auf der Strecke. Eine solche Gruppe, bestehend aus ca. 20 Personen befand sich auch während unseres Dorfbesuches da, verließ das Dorf aber lange vor uns wieder.
Wieder ein Argument, keine fertige Gruppenreise zu buchen. Natürlioch kostet das ein paar Dollar mehr, aber dafür haben wir bei den Unterkünften etwas gespart. Man muss halt Prioritäten setzen.
Bis demnächst:
Burschi

Teil 504. Feb. 2016

Nun geht es weiter:
Mittwoch, 13.1.
Heute verlassen wir die Mt Meru View Lodge am Morgen und fahren zunächst einmal durch Arusha. Vorher haben wir einen schönen Blick auf dem Mt Meru, der ausnahmsweise mal nicht völlig im Dunst liegt.

hc77cffd.JPG

Die Gegend um den Mt. Meru ist sehr fruchtbar. Angebaut wird Kaffee, Mais, Bananen Mango und alles in vielen Sorten.
Nicht so viel Glück hatten wir mit dem Kilimandjaro, den wir nur einmal im Dunst gesehen habe, ansonsten war er aber immer komplett verhüllt, was daran lag, dass zu dieser zeit die Luftfeuchtigkeit relativ hoch war und es auch deswegen immer wieder mal geregnet hat.
Bei der Fahrt durch Arusha zeigte sich am Morgen die volle Hektik einer afrikanischen Stadt. Mit einem Affenzahn düsten die meist voll besetzten Kleinbusse durch die Straßen, oft noch schneller die bunten größeren Überlandbusse. Passend dazu die Aufschrift auf einem davon:
„We trust in God!“ Das wird bei so manchem Gefährt auch bitter notwendig sein!

h6d6d829.JPG


h78eaca8.JPG

Mich haben aber auch immer die LKWs fasziniert. Unwahrscheinlich, was da in Afrika im-mer draufpasst! 
Wir fahren durch interessante Landschaften zum Tarangire Nationalpark. Heute sollen mal wieder Tiere an der Reihe sein.
Während unser Guide die Eintrittsformalitäten erledigt und wir unser Lunchpaket verzehren, bekommen wir schon Besuch von einigen gefiederten Freunden. Zum Glück ist die Kamera griffbereit und ich komme kaum zum Essen.

h6eae28d.JPG

White Bellied Turako in blühender Akazie

h1433b56.JPG

Rotschnabeltokos, beim gegenseitigen Füttern

h9fd7642.JPG

Mohrenkopfpapagei

h3214278.JPG

Weißkopfbüffelweber
So, das war wieder mal was für die Vogelfreunde. Da ja hauptsächlich Leser in den Forum mit Interesse für das südliche Afrika hier sind, beschränke ich mich auf Arten, die es dort nicht gibt.

Teil 604. Feb. 2016

Beim nächsten Kollegen bin ich mir nicht ganz sicher. Ich vermute mal, dass es sich um einen jungen Kampfadlerhandelt. Aber mit den Jungen Greifen bin ich etwas auf Kriegsfuß. Unser Guide meinte jedenfalls es sei einer.

hff90a59.JPG


O.K. ich hatte geschrieben, dass ich keine ASrten zeigen wollte, die in SWA vokommen. Da hat sich doch glatt die Gabelracke beschwert und meinte, dass sie doch auch gesehen werden will. Also, wenn sie den Schnabel so weit aufreißt, dann mache ich mal eine Ausnahme! 🙂 🙂

h986de87.JPG


Natürlich stehen noch etliche Vögel mehr auf meiner Beobachtungsliste, aber die kann ich hier nicht alle einfügen. Auch auf viele weitere Beobachtungen von Antilopen, Löwen und anderen Säugetieren will ich hier verzichten, nur eines noch herausheben: Es war der erhoffte „Elefantentag“! Dieser Park ist ja berühmt für seine Elefanten und hat die Erwartungen übertroffen. An dem Nachmittag waren es über 200 Eles, die wir beobachten konnten. Die Landschaft passte aber auch ideal dazu, viele Fotos habe ich zusammen mit den häufigen riesigen Baobab-Bäumen und an verschiedenen Wasserlöchern geschossen. Oft marschierten die riesigen Eles nur wenige Meter am Auto vorbei. Logisch, dass ich da an ein paar Fotos nicht vorbei komme:

h9a6e7e1.JPG


haec0eca.JPG


h4b3bfbc.JPG

Das Bild ist deswegen dabei, um auch mal einen der vielen hundert Baobabs in dem Park zu zeigen. Habe noch nie so viele Baobabs auf so engem Raum gesehen.

h55938ca.JPG


hc9e7ce9.JPG

Und diese kleinen Wasserplanscher sind einfach zu süß, um sie wegzulassen. Aber jetzt ist Schluss damit. 😉

Teil 704. Feb. 2016

Jetzt hätte ich fast vergessen, dass wir an diesem Tag ja noch das Quartier gewechselt haben:
Ich hätte den badenden Eles noch ewig zuschauen können, doch es ging schon auf Abend zu und wir mussten ja noch ein kleines Stückchen zur nächsten Unterkunft fahren.
Es ist übrigens eine Lodge, die zu dem Unternehmen gehört, bei dem wir auch den Guide mit Auto gebucht hatten: Kibo-Tours.
Es war das Maramboi Tented Camp, das sich viel einfacher anhört, als es sich in Wirklichkeit darstellte, denn die „Tents“ waren keine einfachen Zelte, sondern sehr großzügige und geschmackvoll eingerichtete Zelthäuser in einem weitläufigen Gelände.
Im zentralen Gebäude war das Restaurant mit einer großen Terrasse, einem überdachten Teil für den Fall, dass es regnen würde, was es am zweiten Abend auch tat, und einem sehr großen, etwas abseits gelegenen Swimmingpool.

h54e4de3.JPG


h2e0d237.JPG

Das Essen war ausgezeichnet. Ich kann diese Lodge nur empfehlen, auch der Service und die Hilfsbereitschaft des Personals waren vorbildlich. Zu einer besonders gelungenen Speise er-hielt ich auf meine Bitte hin sogar das Rezept aus der Küche.
Von den Zeltcamps der ersten Reihe, kann man die vorbeiziehenden Herden der Gnus und Zebras beobachten. Hier könnte man es schon ein paar Tage aushalten. Und da des Nachts auch gelegentlich mal Hyänen herumschleichen, wird man vom Abendessen von Angestellten zu den Tents geleitet.
Beim Frühstück gab es immer wieder mal Besuch.

haf2b1f2.JPG

Man sollte schon darauf achten, dass man den Teller leer gegessen hat, bevor man sich was Neues vom Büfett holt. Könnte ja sein, dass inzwischen jemand anderes daran Geschmack gefunden hat. 🙂 😉
So, das war´s dann für heute, hoffe, dass ich mit den vielen Bildern nicht zu lästig war.
Viele Grüße:
Burschi

Teil 805. Feb. 2016

Am nächsten Tag ist wieder ein "Überbrückungstag".
Freitag, 15.1.:
Es hieß am Morgen wieder Kofferpacken und die nächste Station anzusteuern. Unser Ziel war heute der Lake Eyasi und das Ngeda Kisima Tented Camp. Auf der Fahrt passieren wir wie-der verschiedene interessante Orte, wie z.B. das Moskito-Flussdorf oder „Rote Bananen-Dorf“, das in einer ausgesprochen fruchtbaren Gegend liegt. Immer wieder begeistern mich die Fahrzeuge auf den Straßen. Es ist doch erstaunlich, mit was man alles fahren kann. Man denke sich das mal in Deutschland!
Es hieß am Morgen wieder Kofferpacken und die nächste Station anzusteuern. Unser Ziel war heute der Lake Eyasi und das Ngeda Kisima Tented Camp. Auf der Fahrt passieren wir wie-der verschiedene interessante Orte, wie z.B. das Moskito-Flussdorf oder „Rote Bananen-Dorf“, das in einer ausgesprochen fruchtbaren Gegend liegt. Immer wieder begeistern mich die Fahrzeuge auf den Straßen. Es ist doch erstaunlich, mit was man alles fahren kann. Man denke sich das mal in Deutschland!

h9d3504f.JPG


Manchmal sind die Autos auch abenteuerlich beladen und haben oben drauf noch eine Besatzung.

ha86bfae.JPG

Besonders gefallen haben mir ja die Tuktuks. So eines hätte ich gerne, um bei uns damit zum Einkaufen zu fahren. Aber wie bringt man so ein Fahrzeug ins Reisegepäck? 🙂 🙄

h50af7b8.JPG

. Ohne unseren Guide hätte ich wohl weder nach Olponpongi noch zu diesem Camp am Lake Eyasi gefunden, denn es war praktisch keine Ausschilderung vorhanden und die Gravelroad wurde immer schlechter, sodass ich am Schluss, als wir uns fast durch den Busch zwängten, wohl aufgegeben hätte.
Aber es hat sich gelohnt. Das Camp liegt direkt am Lake Eyasi. Die Zelthäuser sind mit allem ausgestattet, was man braucht, selbst W-lan ist in allen Häuschen vorhanden! Betten und sanitäre Einrichtungen waren blitzsauber und sehr bequem.

hf1bd287.JPG


hf19bdb0.JPG


hc79cae3.JPG

Das Restaurant hatte eine der besten Küchen der Reise vorzuweisen, es war echt lecker! Der Pool war zwar klein, aber frisch und sauber, zudem konnte man sich an einen Tümpel setzen und viele Vögel (Webervogel-Kolonie und etliche Watvögel) beobachten, oder bei Sonnenun-tergang auf einen Holzturm steigen und von hier aus mit einem Sundowner in der Hand die Stille der letzten Sonnenstrahlen genießen. Auch kleinere Wanderungen rund um das Camp oder zum See hin sind möglich. Wir haben uns hier ausgesprochen wohl gefühlt. Unter allen Unterkünften dieser Reise rangiert es auf Platz 2 mit Bestnote 1! Hier wären wir gerne noch einen Tag länger geblieben.

h3e58027.JPG


h77ebe24.JPG

Und da wir hier die einzigen Touristen waren, konnten wir auch die herrliche Ruhe besonders genießen.

Teil 905. Feb. 2016

Wir waren natürlich nicht ganz allein!
Tiere gab es hier auch und zwar welche, die in den Bäumen herumturnten und auch am Boden zu sehen waren:

h9e1dbc5.JPG


h18faafd.JPG

Meerkatzen besuchten schon mal das Restaurant - haben sich wohl auch von der guten Küche angezogen gefühlt - und auch die Baumhörnchen waren immer irgendwie da.
In der Nähe der Fischteiche hinter dem Camp konnte man kleinere Warane finden, die allerdings recht scheu waren. Auch neben dem Pool tauchten suie gerne mal auf. Zu einem gemeinsamen Bad ließen sie sich aber nicht überreden. 🙂

he3b95d2.JPG


Am Abend konnte man vom Aussichtsturm am Rande des Sees mit einem Sundowner in der Hand die Ruhe und Stille eines romantischen Sonnenunterganges genießen.

h50f6981.JPG


haebeca6.JPG

Teil 1005. Feb. 2016

So, nun kommt der nächste Tag, dieses Mal stand kein Gamedrive auf dem Programm, sondern es "menschelte" mal wieder.
Gleich noch ein Hinweis. Etwas "zarter Besaitete" sollten diesen Beitrag vielleicht überspringen, es wird teilweise etwas heftig! 😉
Wir wollten eine Exkursion zu den letzten Buschmännern Tansanias, den Hadzabe, unternehmen. Über eine Stunde Fahrt auf sehr schlechten Wegen lag vor uns und am Morgen mussten wir noch in der Dunkelheit losfahren, denn wir sollten die Hadzabe auf der Jagd begleiten. Ich habe ja auch schon mit den Buschleuten in Namibia „gejagt“ und habe mir eine ähnliche touristische Darbietung wie in den Historical Living Villages dort vorgestellt, doch Dieses Erlebnis sollte doch anders verlaufen.
Genau bei Sonnenaufgang trafen wir in der Siedlung der Hadzabe ein. Wir hatten hier noch einen weiteren Führer bekommen, der die Sprache der Buschleute verstand und übersetzen konnte. Mody hatte uns bereits auf der fahrt auf unser Treffen vorbereitet und uns einiges erzählt. Noch bevor wir auf die Leute trafen, wurden wir von deren Jagdbeute begrüßt.

hddd4788.JPG


h8abf2f0.JPG

In einer Felsspalte waren Pavianschädel aufgereiht und in den Ästen hing ein frisch er- und zerlegtes Impala.

Dann begrüßte uns der Clanchef mit seinen Jägern. Sie saßen eingehüllt in die Kleidung ihrer bevorzugten Jagdbeute (Pavianfelle) in einer Höhle um ein Feuer herum und machten sich fit für die Jagd, will heißen, sie pafften Marihuana aus einem Rohr. Sie inhalierten tief, husteten, dass ich glaubte, sie würden umgehend ersticken, verdrehten auch dementsprechend die Augen, überstanden das aber letztendlich doch schadlos. Auch uns boten sie einen Zug an, was wir aber dankend ablehnten. 🤩 🤢 😈 Ich wollte ja schließlich noch bei Bewusstsein den Tag erleben.

hdc61855.JPG

Der Clanchef

h02361e3.JPG

Dann ging es tatsächlich auf die Jagd. Nur mit Mühe konnten wir den drei Jägern folgen, was für diese wahrscheinlich gut war, denn wir hätten mit unserem Getrampel die Beute wohl doch nur verscheucht. Dann legte einer der Jäger mit dem Bogen an und kurz darauf zappelte eine Taube auf seinem Pfeil. Ich hatte nicht gedacht, dass sie tatsächlich echte Beute machen. Doch es sollte noch besser kommen, denn ein etwas weiter enteilter Jäger kam freudestrahlend mit einem frisch erlegten Dikdik zurück.

hc599ffc.JPG

Die arme Taube zappelte noch als schon der Spieß in ihr steckte. 🙁

h725396e.JPG


h7c456dc.JPG

So, jetzt habt ihr noch die Chance auszusteigen. Die Zubereitung und der Verzehr des Dikdiks folgt sogleich!

Teil 1105. Feb. 2016

Ich weiß, die Belichtung der Bilder ist nicht ideal, aber die Jagd fand am frühen Morgen bei nebeligem Wetter statt.
Nun wurden wir zum Frühstück eingeladen. Die Jäger entfachten unter einem Felsen ein Feuer und legten das Dikdik komplett hinein. Erst wurde also das Fell abgebrannt.

hd2aa626.JPG


h2ed4264.JPG


Dann wurde das Tier aufgebrochen und zerlegt. Stück für Stück wurden die Innereien herausgenommen und ins Feuer gelegt. Na hoffentlich muss ich da nichts davon essen! Musste ich auch nicht, denn die Innereien und auch der Magen waren Delikatessen und enthalten wichtige Vitamine, welche die Jäger selbst verspeisten. Erst als eine Keule gebraten war, durften wir auch ein Stückchen vom Dikdik kosten.

hbd1001d.JPG


h48db2cf.JPG

Hier liegt der Magen des Dikdik im Feuer. Die Galle wurde vorher vorsichtig entfernt und weggeworfen. Der Magen mit gesamten Inhalt - schließlich hatte das Dikdik ja vitaminreiche Grünkost gegessen! - wurde nach dem Anrösten verzehrt.
Alle anderen Innereien stellten besondre Leckerbissen dfar.

h42f6d21.JPG

Das ganze Zeremoniell hatte etwa eine Stunde gedauert. Natürlich war auch das Feuer mit den entsprechenden Holzstöckchen entzündet worden. Gegessen wurde auch nur die Hälfte des Tieres, die andere Hälfte wurde mit zurück ins Dorf genommen. Auch die beiden humpelnden Jagdhunde - sie helfen beim Aufspüren verletzter Beute - bekamen ein paar Brocken ab.
Dann ging es zurück ins Dorf wo wir nun den Frauen, die gerade dabei waren einige Perlenstickereien zu basteln und die Kinder beaufsichtigten, begegneten. Eindeutig dominant war die Erstfrau des Clanchefs. Mit einer Tanzvorführung wurden wir verabschiedet.

h7f180c0.JPG


h761b4a5.JPG

Fast hätte ich es vergessen. Wir sollten auch noch an einem Bogenschießen teilnehmen. Es erfolgte eine kurze Einführung in die Schießtechnik, dann führten uns die Jäger vor, wie man aus ca. 25 Metern auf einen kleinen Baumstumpf schießt. Auch ich sollte mein Geschick be-weisen und siehe da unter einem Aufschrei der Bewunderung der Jäger – der erste Schuss saß!
Tja, da hat es sich eben ausgezahlt, dass ich als kleiner Junge mit Pfeil und Bogen durch die Felsen und Büsche gestreunt bin – allerdings nicht im Affenfell! – und nicht mit dem Smartphone gespielt habe. Ich wurde eingeladen als Jäger hier zu bleiben, doch ich lehnte dankend ab. Schließlich habe ich erst vor kurzem ein Smartphone bekommen! Bin also erst seit kurzem der Steinzeit entronnen. 🙂 😉 😛
Wie ist das Ganze nun zu beurteilen? Gut, es war natürlich eine gemeinsame Jagd mit Touristen und dass die Hadzabe hier an Touristengruppen gewöhnt sind, ist auch klar. Nur, die "normalen" Touris haben ja nicht so lange Zeit, bekommen das Dorf vorgeführt, eine Schießvorführung, die Entfachung des Feuers und das war´s dann. Eine komplette Jagd mit anschließendem Frühstück ist nur sehr selten zu sehen, wie uns unser Führer Mody auch bestätigte. Eine etwas größere Tourigruppe, die nach uns angekommen war, verließ die Hadzabe auch schon wieder vor uns.

Teil 1205. Feb. 2016

Der Rest des Tages fehlt noch:
Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Abstecher bei einem anderen Stamm, den Datoga. Die Frauen zeigten uns die Hütte, die im Prinzip genau gleich denen der Massai gebaut war. Meine Frau durfte sich dann auch mal betätigen und Mais zwischen zwei großen Steinen zermahlen. Sie stellte sich gar nicht so dumm an. Könnte man vielleicht für zu Hause beibehalten!? 😉 😉 Dann führte uns der Dorfschmied vor, wie er Pfeilspitzen für die Hadzabe herstellte. Wir sollten sie kaufen, damit die Hadzabe dann mit diesen auf die Jagd gehen konnten. Ziemlich cleveres Geschäftsmodell, allerdings zu weit überhöhten Preisen, aber die Touris kann man ja abzocken. Das hatte einen etwas unschönen beigeschmack für uns und wir hatten dann am Abend auch eine längere Diskussion mit dsen beiden Guides. Ob es was geholfen hat, weiß ich nicht.

h0a2d133.JPG


hca11222.JPG

Und damit der Tag auch mit etwas Schönem endet, hier noch ein "Blumenbild" Aus dem Auto heraus habe ich diese Blüte eines "Kaktus" (es wird wohl aber eine Euphorbie gewesen sein) entdeckt und unseren Guide zum Halten veranlasst. Ich habe sie auf der ganzen Fahrt nur das eine Mal gesehen. Vielleicht weiß ja ein Fomi, was das für eine Pflanze ist.

hb57bd77.JPG


Ich wünsche dann noch schönen Abend!
Burschi

Teil 1306. Feb. 2016

Sonntag, 17.1.:
Heute war ja Sonntag, also sollte man sich da auch ausruhen. Am Vormittag wollten wir noch ein wenig die Umgebung des Lake Eyasi genießen, aber es kam leider anders, denn es hatte in der Nacht zu regnen begonnen und schüttete noch am Vormittag wie aus Kübeln. Erst kurz vor unserer Abreise schloss der Himmel seine Pforten. So hatte ich leider nur noch wenig Zeit, den Männchen der Webervogelkolonie am Teich beim Nestbau und bei der Balz zuzusehen.

h2bbd107.JPG

Wohl ein Golden Backed Weaver
Die Fahrt ging heute nach Karatu in die Country Lodge. Die Wege waren durch dem heftigen Regen teils matschig, teils stark unterspült, so kamen wir nur langsam voran.

hc7c5691.JPG

Zeit genug war ja, so konnte ich dann auch die krassen Gegensätze, auf die man in Afrika stößt, bewundern: Ärmliche Hütte, aber riesige Satellitenschüssel vor dem Haus!

hc9d0c88.JPG


Die Country Lodge liegt direkt in Karatu, etwa 200 Meter von der Hauptstraße entfern. Man bekommt aber vom Lärm und dam Geschehen auf der Straße nichts mit. Eigentlich gäbe es an der Lodge nichts auszusetzen: Schöne geräumige Chalets, sauberer Pool, ordentliches Essen, gepflegte Atmosphäre in der schönen Gartenanlage.
Nur: Diese Lodge könnte auch irgendwo anders in Afrika stehen. Ihr fehlt irgendwie die Individualität. Beim Frühstück und beim Abendessen – beides recht ordentlich – herrschte aber trotzdem Beherbergungsbetriebsatmoshäre, was wohl auch an der höheren Gästezahl lag.
Darunter waren leider auch zwei größere Gruppen, deren Benehmen beim Essen mich fast auf die Palme vor dem Haus gebracht hätte, schuld. Der gesamte Tisch kann zum Abendessen in Shorts, Achselshirts, Kaugummi kauend, alle mit dem Wischkästla in der Hand (für Nichtfranken: Smartphone!), das sie auch während des Essens nicht aus der Hand legten, sondern dieses einhändig in sich hineinschaufelten. Dabei verbreiteten sie aber noch ein Geschrei, das einem kaum das eigene Wort verstehen ließ. Das verdirbt mir leider die Stimmung, da bin ich halt altmodisch.
Dann lieber noch ein Blick auf die Lodge:

h6339ea3.JPG


h9daff23.JPG

Das war unser Büffel- Chalet mit Inneneinrichtung.

hdc440a6.JPG

Gartenanlage mit Pool.

Teil 1406. Feb. 2016

Wenn dann am Tag die beiden Großgruppen nicht in der Lodge waren, dann konnte man auch gut im Garten entspannen, denn es ließen sich an den Blumen und Sträuchern immer wieder nette gefiederte Gesellen entdecken.
Hier nur eine kleine Auswahl davon:

hbfc4f48.JPG

Spotted Morning-Thrush

hb393865.JPG

Während es die Speckled Mousebirds vor allem auf die Früchte des Granatapfels abgesehen hatten, ernteten die Fishers Lovebirds den Pfeffer von den Stäuchern.

h6506739.JPG


ha5daa6a.JPG

Aber das Feuerfinkenpärchen war dann doch mein Lieblingspärchen.

hcfe9da5.JPG

Und schließlich lagen auch ständig zwei Weberarten im Clinch und nahmen sich gegenseitig die besten Fäden wegn ich denke mal es waren Weyn´s Weaver und Dark Backed Weaver, bin da aber nicht so sicher.

h9a8c4d7.JPG


h25e4bbc.JPG

Ihr seht also, auch wenn man keinen Großtieren an einem Tag begegnet, es gibt genug zu sehen. Inzwischen hat meine Frau in einem schattigen Plätzchen im Garten einen Afrika-Roman gelesen und sich entspannt, während ich auf Vogeljagd war. Jedem das Seine! 🙂 😉 😛

Teil 1506. Feb. 2016

Dienstag, 19.1.:
Heute verlassen wir die Country Lodge und es geht in einen Kindheitstraum, die Serengeti. Sie ist wohl auch das Zauberwort für viele andere Touristen. Man merkt das schon, wenn man an dem Eingangstor zur Ngorongoro Naturpark, den man auf dem Weg in die Serengeti pas-sieren muss, ankommt. Unzählige Touristenfahrzeuge stauen sich hier, weil die Guides die Gebühren bezahlen müssen und die Papiere auszufüllen haben. Eine Horde Paviane sorgt für Unterhaltung, damit den Touris nicht langweilig beim Warten wird. Ich glaube, die wurden extra dafür engagiert.
Dann aber geht es endlich weiter. Auf enger roter Straße geht es stetig bergauf, links und rechts tropischer Bergwald, immer wieder enge Kurven in denen man stets mit schnellem Gegenverkehr rechnen muss.

h0b2817c.JPG


h2bc6ebc.JPG

Auf dem Höhepunkt des Kraternordrandes angekommen, macht wohl jeder Halt und wirft einen Blick in den Ngorongoro-Krater, das Naturparadies. Das machen auch wir, doch mit dem Blick wird es nichts, denn der Krater ist fast vollständig in Nebel eingehüllt.
. Nur wenige Kilometer weiter halten wir dann erneut am Grab von Michael und Bernhard Grzimek, den beiden Männern, die mit ihrem Wirken wesentlich für die Gründung der Nationalparks beigetragen haben.

hc0241aa.JPG


Ich bekomme tatsächlich feuchte Augen, denn ich muss an meine Kindheit mit „Ein Platz für Tiere“ und „Serengeti darf nicht sterben“, sowie daran denken, dass hier zwei Männer für die damalige Zeit Unglaubliches geleistet haben und heute viele Touristenautos einfach an diesem Ort ohne anzuhalten vorbeirasen. Für ein stilles Gedenken in ein paar Minuten ist ja auch keine Zeit im engen Pauschaltouristenprogramm!
Dann geht es weiter durch Massailand, der Wald ist plötzlich verschwunden und auf den Hügeln grasen unendlich viele große Herden von Kühen, Schafen und Ziegen der Massai. Am Straßenrand stehen immer wieder Kinder in abenteuerlichen Kostümierungen und wollen – natürlich gegen Entgelt – fotografiert werden. Davon gibt es in meiner Fotosammlung kein Bild. Dafür aber von einer alten Bekannten. Vielleicht ist es ja unsere Bekannte aus dem Nachbarort? Eine von den vielen Störchen, die hier ihre Winterruhe verbringen!

h7c963e5.JPG

Wie bei uns auch staken die Störche hier in durchnässten Wiesen herum und suchen nach Fröschen und Insekten.
Weiter geht die Fahrt dann in die eigentliche Serengeti und zwar in das Ndutu-Gebiet. Hier sollen sich zu dieser zeit die Gnus und Zebras der großen Migration aufhalten. Kurz bevor wir in die große Ebene kommen, machen wir eine kurze Pause an einem kleinen Weiher, um den Marabuts herumstaken.

h0bf459c.JPG


h40f0a9a.JPG

Sie sind ja nun wirklich nicht die schönsten Vögel, erfüllen als Gesundheitspolizei aber eine wichtige Funktion.
Und dann sind wir plötzlich mitten drin! Überall, wo wir hinschauen Gnus, Gnus, Gnus! 100tausende dieser Tiere. Wir sind mitten in dem Beginn der großen Wanderung. Schier endlose langgezogene Gruppen kreuzen immer wieder unsere Straße.

hca33a9d.JPG


Auch viele Jungtiere sind dabei und zwischen den Gnus auch immer wieder Zebras, und auch bei denen viele Junge, die erst wenige Tage alt sind.
Kurz vor dem Zentraltor zur Serengeti, wo wir uns erneut registrieren müssen, warten dann auch andere auf die Herden mit den Jungtieren. In einer Entfernung von ca. 400 Metern (daher Fotoqualität bitte entschuldigen!) sitzt eine Gepardin mit ihren fast schon erwachsenen drei Jungen. Sie haben die Mahlzeit gerade hinter sich.

ha97e550.JPG

Sie schlecken sich noch gegenseitig die roten Mäuler ab und dann sind sie verschwunden, liegen unsichtbar im hohen Gras.
Das war doch schon mal ein guter Auftakt in der Serengeti!

Teil 1606. Feb. 2016

An der Registrierungsstelle ist ein größeres Kopie und während unser Guide die Formalitäten erledigt, klettern wir hinauf und begegnen ganz anderen Bewohnern der Serengeti: Felsena-gamen, die Männchen schön bunt, die Weibchen kaum auf den Felsen zu entdecken.

h02f88f7.JPG


h40b5cdd.JPG

Am Wegesrand jedoch überrascht mich noch eine Blume, die ich nicht gedacht hätte, sie ein-mal in freier Natur zu finden: Die Gloriosa!

h5b7946f.JPG

Kaum habe ich das Foto gemacht, legt es los, wie aus heiterem Himmel schüttet es plötzlich wie aus kübeln. Bis wir wieder am Parkplatz sind, sind wir auch schon klitschnass. Naja, macht ja nichts, wir haben ja nur noch die Fahrt zum Camp heute vor.
Der Regen hat die Fahrspur ziemlich aufgeweicht und das gibt es doch tatsächlich welche, die sich über die schlammige Strecke freuen! Eine Gruppe von sieben Hyänen hat sich in die Fahrspuren in den Schlamm gelegt und döst vor sich hin. Wellness auf Hyänenart!

h6254592.JPG


h3a84672.JPG


h6a7ed59.JPG

So, die Ankunft im nächsten Camp, dem Lagarja Camp in der Serengeti, gibt es morgen.
Bis dahin
viele Grüße:
Burschi

Teil 1707. Feb. 2016

Nun sind wir also in der Serengeti angekommen.
Mittwoch, 20.1.:
Am Abend zuvor waren wir in unserer nächsten Unterkunft, dem Lagarja Flycatcher Camp eingetroffen. Es ist eines der mobilen Wildernes Camps, die dann während der Regenzeit abgebaut werden und praktisch mit den großen Herden auf Wanderung gehen. Ich mag solche Camps, weil man hier noch intensiveren Kontakt zur Natur hat. So hört man am Abend den Perlkauz und am Morgen wird man vom Gesang der Bülbüls geweckt.

h7ffdffe.JPG

Das Zelt bestand aus einem Schlafraum und einem Duschraum mit Toilette. Mit warmem Wasser wurde man immer nach Ankunft und am Morgen ausreichend versorgt. Jeden Tag wurde das Zelt gereinigt. Das essen fand in einem Restaurationszelt statt und es war einfach, aber recht ordentlich. Die Männermannschaft gab sich alle Mühe, uns den Aufenthalt ange-nehm zu machen.
Das Interessante ist auch an solchen Camps, dass hier auch die Tiere selbst vorbeischauen. Zwei Marabuts waren fast ständiger Gast, in den Bäumen hockten immer wieder Schwarzkopfreiher, unmittelbar in der Nähe zogen Giraffen, Impalas und auch mal ein einzelner Elefant vorbei. Ganz abgesehen davon, dass man in den Fahrtpausen hier auch die verschiedensten Kleintiere beobachten konnte. Nur zwei Beispiele davon:

h0356db0.JPG

Silberschnäpper

h90b77c6.JPG

Auch die fand ich ein Foto wert!
Am nächsten Morgen starteten wir bei Tagesanbruch von hier aus zu unserem Gamedrive.
Nur wenige Hundert Meter vom Camp entfernt lag eine Löwenfamilie, bestehend aus einem älteren Männchen, seiner Frau und drei Kindern. Leider war zu diesem sehr frühen Zeitpunkt das Licht noch so schlecht und die Tiere lagen im hohen dichten Gebüsch, dass nur wenige gute Aufnahmen möglich waren. Der arme Kleine musste an einem Stöckchen knabbern, weil die Mama wahrscheinlich noch nichts Essbares gefangen hatte.

haa916f0.JPG

Wir setzten unsere Tour fort und fuhren Richtung Lake Ndutu. Ich hatte mir ehrlich gesagt nicht vorgestellt, dass es in der Serengeti doch so vielfältige Landschaften gibt.
Direkt am See konnte ich im Morgenlicht viele interessante Wasservögel beobachten. Ich ließ unseren Guide immer wieder stoppen, denn die Vielzahl von Arten faszinierte mich. Er war dagegen mehr auf die Großtiere fixiert, folgte aber brav meinen Bitten.

hd99e6d2.JPG


ha2c0cef.JPG

Hier soll es zunächst nur bei ein paar Vögeln (Kapenten bei der Morgentoilette) bleiben, an anderer Stelle werde ich noch ein paar zeigen. Ein totes schon skelettiertes Gnu fand das Interesse von Schakalen und einer Geierschar, bestehend vor allem aus Weißrückengeiern, einigen Ohrengeiern und einem Sperbergeier, den ich zuvor noch nicht gesehen hatte.

h0f05270.JPG


h6fb7488.JPG

Auch ein Schopfadler hielt sich in der Nähe auf.

Teil 1807. Feb. 2016

In der Nähe des Wassers aber stießen wir immer wieder auf riesige Gnu- und Zebraherden und auch auf Sterngiraffen, welche sich an den Schirmakazien gütlich taten.

ha1d5041.JPG


hc67dad4.JPG


ha01c457.JPG

Nur einmal trafen wir auch auf eine größere Gruppe von Kuhantilopen. Es ist eine ganz andere Art als in Namibia. Sie sind viel heller und haben ein anders geformtes Gehörn. Nebenbei, es sind ja auch nicht dieselben Gnus. Hier trifft man das Weißbartgnu an, während man im südlichen Afrika das Streifengnu sieht.

ha49b0ad.JPG


h901e29d.JPG

Dazwischen begegneten wir auch wieder einer Löwengruppe, einige Weibchen mit halb er-wachsenen Jungen. Und was machen die so am Tag? Richtig, Schlafen! Da kann man noch so lange stehen bleiben, viel Action ist da nicht zu erwarten.

hb50c993.JPG

So entschlossen wir uns für die Mittagszeit in das Camp zurückzukehren, ein wenig auszuruhen und dann am späteren Nachmittag noch einmal hinaus zu fahren. Diese Strategie zahlte sich letztendlich dann auch aus. Allerdings gab es vorher noch eine weitere interessante Begegnung. Im relativ dichten Gesträuch lag eine Gepardin und döste vor sich hin. Sie war allerdings nicht allein, denn hinter ihr raschelte es immer wieder mal und für wenige Sekunden spitzte dann auch ein kleineres Köpfchen mal durch die Zweige. Doch leider konnte ich das Kleine nicht auf den Foto bannen, nur die schläfrige Mama, die gut auf den Nachwuchs aufpasste, ihn aber nicht präsentierte.

h659a4fe.JPG


h9e151eb.JPG

Teil 1907. Feb. 2016

Ich probier es nochmal mit kleineren Sequenzen.
Zurück im Camp war dann doch nach einem kleinen Snack Mittagsruhe auch für uns angesagt. Mich aber hielt es nur eine halbe Stunde im Zelt, dann schaute ich mich schon wieder nach Vögeln um. Diederik Cukoo, Graukopffischer, Elfennektarvogel und natürlich noch etliche weitere, z.B. konnte ich Webervögeln beim Nestbau zuschauen und musste feststellen, dass auch Weibchen mitarbeiten beim Nestbau.

hfa98c3f.JPG


hb7b5e23.JPG


h9d5fad8.JPG


Braucht im Moment ewig zum Laden, werde also heute Nacht weiter machen. Bis dann! 🙁

Teil 2007. Feb. 2016

So, ich probier nochmal die Löwengeschichte zu schicken:
Am Nachmittag fahren wir dann erneut los. Wir kommen noch einmal bei der Löwenfamilie vorbei, die sich am Morgen noch im Gebüsch versteckt hatte. Nun liegen Sie frei auf einer Lichtung und wir schauen ihnen länger zu, wobei sich folgende Geschichte abspielt:
Zuerst schlafen alle. Papa in gewissem Abstand, dass er seine Ruhe vor den drei Bälgern hat, mit denen die Mama etwas abseits am Rande der Büsche liegt.

h12e903b.JPG


h0d08e9e.JPG

Das sind also Papa und Mama.
Mama steht auf. Sie muss mal Pipi! Nicht sehr weit verrichtet sie ihr Geschäft und geht dann hinter die Büsche, was sie dort macht, entzieht sich unseren Augen. Papa hebt den Kopf, gähnt herzhaft, steht auf und schaut, was die Mama da so hingeschrieben hat. Er saugt den Duft durch die Nase, flemt, gähnt und entscheidet sich dann sich wieder hinzulegen. Seinen Nachwuchs, der zu ihm gekommen ist, ignoriert er einfach und gähnt nochmals kräftig.

hd6b1c78.JPG

Mama kommt zurück, geht auf Papa zu. Sie schmust ihn an. Er: „ Nee heut will ich nicht!“ Sie: „Dann eben nicht und außerdem hast du Mundgeruch!“

h12f8a9b.JPG


hedc0110.JPG


Dann machen wir mal kurz Pause zum Durchschnaufen. 🙂

Teil 2107. Feb. 2016

Na, geht doch. Also weiter:
Sie geht wieder zu den Kleinen, die inzwischen aufgewacht sind. Der Erste: „Hey, Papa ist wach, vielleicht hat er Zeit zum Spielen?“ Papa hat aber keine Lust. „Hau ab du alter Quälgeist! Lass mich in Ruhe! „ Der Kleine geht dann weiter, er hat einen Schwarm Geier entdeckt mit dem er nun mit seinem Bruder spielen will. Die wollen aber nicht! Und außer-dem können die fliegen! Die kleinen Löwen aber nicht.

hdf8e7fb.JPG


h6be4181.JPG

Da ist das Spiel dann schnell langweilig, Also vorbei am Papa, der sie nochmals anraunzt, zu Mama, die hat eigentlich immer Zeit zum Spielen und wenn nicht beißt man sie eben mal ins Ohr. Mama ist geduldig und lässt das über sich ergehen, dann aber wird sie doch etwas grimmig und die Kleinen werden zur Strafe gründlich gewaschen. Das haben sie jetzt von ihrem Übermut!

h7e549fc.JPG


ha773324.JPG


h280baf1.JPG


h5114dbc.JPG

Ca. 50 Fotos dokumentieren diese Geschichte bis ins Detail. Dann fahren wir weiter.

Teil 2207. Feb. 2016

So, genug der Katzenwäsche!
Eigentlich war das schon genug für diesen Tag, aber wir sehen noch eine Menge anderer Tiere, u.a. etliche Hippos am Lake Masek, Raubadlern und Dikdiks begegnen wir noch des öfteren und kehren abends müde aber glücklich ins Camp zurück.

h751f2ed.JPG


hfe011f7.JPG


Das war der Abschluss dieses Tages.
ich muss jetzt mal ne Pause machen und melde mich in ein paar Tagen wieder.
Wenn´s recht ist???
Liebe Grüße und noch schönen Karneval / Fasching:
Burschi

Teil 2311. Feb. 2016

So, da bin ich wieder. Hat etwas länger gedauert, aber als Faschingshöhepunkt ist uns der keller mit Wasser voll gelaufen. Welch ein Spaß!! 🙁 🤩 😈

Donnerstag, 21.1.:
Wie schnell doch die Zeit vergeht! Heute ist schon wieder der letzte Gamedrive in der Seren-geti. In der Nacht hat es so heftig geregnet, dass wir eine andere als vorgesehene Route fahren müssen. So fahren wir nochmals am Lake Ndutu entlang, was sich erneut aber als tolle Tour herausstellt. Wir haben ganz tolles Fotolicht und zunächst haben es mir die vielen unter-schiedlichen Watvögel am See angetan. Vor allem auch, weil sich ihre Silhouetten im Wasser spiegeln.

h3687968.JPG


h8c51798.JPG


hb321305.JPG


hbd15b8b.JPG

Dann kommen auch noch einige Flamingos angeflogen, die sich grazil im seichten Gewässer niederlassen und zusammen mit dem blauen Morgenlicht ergibt ihre Spiegelung im Wasser schon fast ein kunstvolles Bild. Auch Weißflügelseeschwalben sind dabei.
Dann aber haben wir noch ein besonders Erlebnis mit den Gnus. Zwei große Gnuherden queren den See auf ihrer Wanderung. Es sieht schon fast so aus wie die Flussquerung am Mara. Was will man mehr, noch dazu bei gutem Fotolicht. 🙂
h578545c.JPG


h7864ffb.JPG


h27e5465.JPG

Teil 2411. Feb. 2016

Es ist aber keineswegs so, dass wir außer Vögeln und Gnus nichts gesehen hätten. „Natürlich“ War auch wieder eine Löwengruppe dabei und viele andere Tiere, z.B. endlich mal in einem schönen Bild, die von mir ersehnten Madenhacker am hals einer Giraffe.
Vergessen will ich aber natürlich auch nicht die Gazellen. Aber die vielen Bilder würden den Rahmen hier sprengen, daher nur ein Bild einer schönen Grant-Gazelle.

h44ea736.JPG


hda4400d.JPG


Wir passierten auf dem Weg zurück nach Karatu noch hunderttausende von Zebras und Gnus, die sich zu dieser Zeit gerade am Beginn ihrer Wanderschaft in der südlichen Serengeti befinden. Ein derartiges „Meer“ von Tieren habe ich noch nie gesehen.
Auf gleichem Weg, durch das Massai-Land und vorbei am Krater des Ngorongoro fuhren wir wieder zurück nach Karatu, wo wir am Abend in der Tloma-Lodge übernachten sollten.
Im Ort zweigt man von der Hauptstraße ab. Unser Guide wusste eine "Abkürzung". Allerdings musste er dabei eine überflutete Passage passieren und … fuhr sich fest. Auch mit Hilfe von Anwohnern und einem zweiten Jeep kamen wir nicht mehr aus dem Schlick.
So schickte man uns aus der Lodge ein Fahrzeug entgegen und unser Guide musste selbst sehen, wie er aus der misslichen Lage wieder heraus kam.
Während der Fahrt zur Lodge bekamen wir einen Anruf, dass die Lodge wegen Renovierung geschlossen sei und wir auf die Kitela Lodge umquartiert würden. Das allerdings erwies sich als ausgesprochener Glücksgriff, denn die Kitela Lodge ist eine Fünf-Sterne-Lodge, die jeglichen Komfort bietet: Empfang mit Sekt und Saft. Große Chalets mit Terrasse, Badezimmer mit Dusche und Wanne, Bademänteln, Badeschlappen in Massai-Muster, ein riesiges Bett, in dem vier Personen Platz gehabt hätten und einem offenen Kamin, der am Abend auf Wunsch beheizt wird.
Im Garten ein riesiger sauberer Pool, daneben jeden Nachmittag Gratis-Happy-Hour mit Drinks und Snacks. Abendessen und Frühstück vom Feinsten und sogar für das Lunchpaket gibt es ein eigenes Büfett, aus dem man sich sein individuelles Paket zusammenstellen kann.

hdc7e61e.JPG

Unser Chalet

h031e03b.JPG

die "Spielwiese" 😉 🙂

h3b7d471.JPG

Pool und Haupthaus
Naja, einmal muss der Mensch auch Glück haben. Besser hätte die letzte Unterkunft in Tansania nicht sein können. Hier hätten wir es locker eine Woche statt nur zwei Tage aushalten können.
Morgen der Letzte Höhepunkt mit dem Ngorongoro-Krater.
Viele Grüße:
Burschi

Teil 2512. Feb. 2016

Nun kommen wir zum letzten Tag in Tansania:
Freitag, 22.1.:
Heute sollte also der große Höhepunkt sein – der Besuch im Ngorongoro-Krater! Kurz nach Sonnenaufgang wollten wir schon los. Und das war gar nicht so einfach, denn ich hatte schon lange nicht mehr so gut geschlafen und dann bei dem leckeren Frühstücksbüfett mit frisch gepressten Säften, Sekt und, und …
Trotzdem schafften wir es relativ früh ans Tor des Naturparks und waren auch eines der ersten Autos im Krater. Leider meinte es zunächst der Wettergott nicht allzu gut mit uns. Schon in der Nacht hatte es heftigst geregnet und die Wege waren teilweise stark überspült.

hf5272a0.JPG


Doch heute blieben wir nirgends stecken. Zu unserer Überraschung waren dann auch die ersten Tiere mal wieder Watvögel: Grünschenkel (neben Heiligen Ibissen, Abdimstörchen, Reihern usw.)

hc61a817.JPG

Auch um die Mittagszeit regnete es nochmals heftig, aber trotz allem zog die Natur alle Register und stimmte an unserem letzten Tag nochmals viele Akkorde an.
Am frühen Morgen schliefen die Hyänen noch und auch einige Nashörner - wir haben 5 von den angeblich 12 vorhandenen gesehen - dösten weit entfernt (Bildqualität daher schlecht!) vom Weg vor sich hin.

h02e020a.JPG


h8757047.JPG

Einer war allerdings schon wach: Ein Hahn der Riesentrappe balzte und blies sich auf, als würde er bald platzen.

h88459b0.JPG

Für mich schon ein schöner Auftakt am frühen Morgen.

Teil 2612. Feb. 2016

Alle, denen die Katzen schon zum Hals raushängen, sollen einfach den nächsten Abschnitt überspringen. 😉
Und dann auch noch einmal ein Löwenschauspiel: Ein Pärchen beim Liebesspiel!
Als wir sie entdeckten, schliefen sie friedlich nebeneinander. Ich sagte: „Wir bleiben, da läuft noch was!!“

h84d0b02.JPG

Nach einer Weile hebt er den Kopf – er erinnert sich an seine ehelichen Pflichten!
„Mal schauen, was so geht und ob es Sinn macht,“ meint er.

h97dfa56.JPG


hba448ee.JPG

„Passt! Dann mach mer mal!“

h7c5c554.JPG

Sie: „Jetzt reicht´s aber!“

h1394f31.JPG

Er: „Dann hau ich mich wieder hin!“

h2b6567e.JPG

Er hebt nochmals den Kopf: "Ich war doch gar nicht so schlecht, oder?" Dreht sich um und schläft tief. The lion sleeps!

h445df82.JPG

Etwa zwei Stunden später haben wir die beiden wieder getroffen. Sie hatten sich getrennt und jeder ging seiner Wege. Er lag völlig erschöpft neben der Straße und hechelte. So ein Löwenmännchen hat es eben auch nicht leicht!

Teil 2712. Feb. 2016

An einem kleinen See mit schnaubenden Hippos darin machten wir Mittagspause. Hier hatten wir wieder ein Schlüsselerlebnis: Spezialisierte Schwarze Milane!
Erst hielten wir die Bemerkung unseres Guides, wir sollten aufpassen, dass uns die Milane nicht die Sandwiches klauen, für einen Scherz. Doch als meine Frau aus dem Auto stieg und mit dem Sandwich in der Hand ein paar Schritte machte, wurde sie doch tatsächlich von hinten von dem Milan angeflogen, er entriss ein Stückchen Brot und verletzte sie leicht an der Hand. Das selbe Verhalten konnten wir dann mehrfach noch beobachten. Sie greifen nur von hinten an und drehen allerdings sofort ab, wenn man ihnen in die Augen schaut. So ne feige Bande!

h94ca9a4.JPG

Es ist unmöglich, alle Tiere, die wir gesehen haben, hier abzulichten. Daher nur noch wenige Beispiele aus dem Paradies der Tiere mit seiner unglaublichen Artenvielfalt.

h2ae8405.JPG


h2120717.JPG

Ein Waffenkiebitz verteidigt sein Gelege und ein Rufous Tailed Weaver hat auf einem Büffel-schädel Platz genommen und suchte ihn nach Insekten ab.
Und immer wieder gab es an den vielen Wasserstellen für mich interessante Vögel (z.B. Dreibandregenpfeifer) zu beobachten und auch wegen mancher süßen kleinen Gazelle (hier eine wenige Tage alte Thomson-Gazelle) legten wir einen Fotostopp ein.

h80a1fad.JPG


h70a4e29.JPG

Und noch eine Geschichte an diesem ereignisreichen Tag. Mir fällt neben dem Weg ein Buschbock auf, der ununterbrochen versucht, einen Madenhacker loszuwerden. Warum wehrt der sich gegen den nützlichen Vogel? Das Teleobjektiv löst das Problem auf: der Vogel sucht keine Insekten, sondern reißt dem Buschbock die Haare aus, um damit sein Nest zu polstern!

ha743017.JPG


hbe24638.JPG

Es sind eben auch die Kleinigkeiten am Rande, die Freude bereiten. Es müssen nicht immer die Big Five sein.

Teil 2812. Feb. 2016

Ich muss zum Schluss aber doch noch einmal auf eine Löwenszene zurück kommen. Drei Löwinnen und ein junger männlicher Löwe lagen lauernd im Gras und um sie herum in gehörigem Abstand Zebras und Gnus, welche die Löwen beobachteten.

h1bf3984.JPG


Plötzlich steuerte ein einzelnes Zebra genau auf die Löwengruppe zu. Das junge Männchen duckte sich flach ins Gras und sprintete kurz darauf auf das erschrockene Zebra zu, doch dieses war schneller und der Löwe wahrscheinlich zu ungeschickt, denn auch in der offenen Verfolgung hatte er dann keine Chance mehr, auch nicht, als ihm die Damen zu Hilfe kamen.

h8e9e6d2.JPG

Als wir dann weiter fuhren, mussten wir nochmals anhalten, denn auf der Straße rückte die Verstärkung an: 30 Löwen aller Alterstufen, meist Weibchen und junge Männchen, kamen uns entgegen und liefen in wenigen Metern an uns vorbei. Und hinter ihnen schon die Verfolger: ca. 40 Hyänen! Leider konnten wir den Ausgang der Geschichte nicht mehr beobachten, denn es war bereits Spätnachmittag und wir mussten langsam den Krater verlassen.

h598bfb9.JPG


h005c326.JPG

Und noch einmal eine Löwenüberraschung kurz vor der Ausfahrt: Eine Löwin liegt mitten auf dem Weg und blockiert die Safariautos. Links neben ihr im hohen Gras tummeln sich drei noch sehr kleine Junge. Nur ganz kurz sind sie zu sehen, dann verschwinden sie wieder im Versteck.

hb7db51e.JPG


h51f0c87.JPG

Damit ist dieser Tag zu Ende. Ein echter Höhepunkt der Reise. Schon bin ich wehmütig ge-stimmt. Wir haben ja noch eine Erholungswoche auf Sansibar vor uns. Aber was wir bis jetzt erlebt haben, kann wohl kaum übertroffen werden.
Ich werde in den nächsten Tagen noch eine kurze Zusammenfassung über die Sansibar-Woche anhängen, mich aber nur auf das Wesentliche beschränken. Das Chillen am Strand lasse ich weg. 😛 😉
Viele Grüße:
Burschi

Teil 2913. Feb. 2016

Nun geht es auf den Schluss zu:
Samstag, 23.1. bis Samstag 30.1. auf Sansibar:
Diese Woche will ich nicht Tag für Tag beschreiben, denn beim Ausspannen am Strand kann man nicht immer viel Neues berichten.
Der Flug von Arusha – Regionalflughafen nach Sansibar war schon etwas speziell. Die Abfertigung in Arusha war mehr als genau, die Lokalität in dem offenen Wartesaal mit Blick auf die am Rollfeld herumstehenden Koffer „erleichterte“ uns dis Orientierung, in welches Flugzeug wir steigen mussten, denn irgendwelche Durchsagen waren absolut unverständlich.
Beim Aussteigen in Sansibar nach einer Stunde Flug dachte man, es trifft einen der Dampfhammer. 33 °C und extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Die Fahrt vom Flughafen in den Süden der Insel war in gewisser Weise ein Schock. Von wegen Trauminsel! Alptrauminsel – war der erste Eindruck. Wir durchfuhren eine Neubaustrecke, an deren Straßen rändern nur Ruinen standen. Hat da ein Krieg stattgefunden? Der Fahrer wusste die Erklärung: Die Straße sollte vierspurig ausgebaut werden, die Anwohner bekamen Geld für den Wegzug, haben sich aber nicht bewegt. So kamen vor einigen Wochen große Raupenschieber und haben die Häuser links und rechts der Straße einfach weggeschoben. Oft blieben den Anwohnern nur noch zwei Zimmer, aber verlassen haben sie die Häuser trotzdem nicht.

h5b6306e.JPG


h904a648.JPG

Diese Bilder boten sich auf vier Kilometer Länge. Schlechter hätte der erste Eindruck von Sansibar nicht sein können. Die Straße im Stadtgebiet war ein einziges Chaos. Alles was Räder hatte oder Beine, befand sich in völligem Durcheinander auf der Straße. Unendlich viele Fahrräder, die oft turmhoch beladen waren, Fußgänger aller Altersstufen, viele Kinder in Schuluniformen, dabei bei den Mädchen auch schon die Kleinsten mit Kopftüchern, Frauen in bunten wallenden Gewändern, Männer in zerschlissener Kleidung, unzählige Motorroller – meist Vespas aus Italien – gigantisch hoch beladene LKWs, oft noch mit Besatzung oben drauf, Kühe und Ochsenkarren und dazwischen immer wieder Daladalas, Sammeltaxis für 15 Personen, doch oft auch mit der doppelten Anzahl besetzt und mit massenhafter Gepäckzuladung auf dem Dach. Und trotz des Chaos lief der Verkehr in den dichten Staubwolken flott dahin.

h8787078.JPG



he18dc44.JPG



h05c4c6e.JPG

Auch hier war ich natürlich froh, nicht fahren zu müssen. 5 Polizeikontrollen auf der einstündigen Fahrt und unzählige Bumps auf der Straße. Andererseits war es natürlich mal eine interessante Erfajrung in eine solche Welt eintauchen zu können.

Teil 3013. Feb. 2016

Mit solchen Eindrücken gelangen wir dann zur Bahari View Lodge im Süden Sansibars.
Die Lodge liegt direkt am Strand, wo mehrere kleinere Lodges nebeneinander liegen, sich aber nicht stören. Es ist kein Massenauflauf mit großen Hotels und genau das hatten wir eigentlich zum Ausspannen nach der doch etwas anstrengenden Safari gesucht und wollten nebenbei die „Traum- und Gewürzinsel“ ein wenig kennenlernen.
Gleich nach Ankunft wurden wir vom Hotelmanager in unser Chalet und die Anlage der Lodge eingewiesen: Restaurant, Strandbar, Pool (wichtig, da oftmals längere Zeit Ebbe ohne Meer herrscht!) W-Lan-Bereich usw.

ha1c980f.JPG

Rezeption mit W-Lan-Bereich

h5373800.JPG

Zimmereinrichtung

h45e9930.JPG

Bettdekoration

h9d0844f.JPG

Strandbereich

h944fd97.JPG

Poolbereich

hf4eb0bf.JPG

Strandbar

h19a8dd3.JPG

Blick von der Gartenanlage zum Meer

Das Ganze wirkt doch unheimlich romantisch, oder?
Beosnders wenn man am frühen Morgen aus dem Bett kommt, den Sonnenaufgang genießt und schon mal ins Meer steigt - wenn nicht gerade Ebbe ist! 😉 😄

h1e3a063.JPG

Teil 3113. Feb. 2016

Vom ersten Anblick her schien alles wie im Prospekt, besonders die schöne Gartenanlage hatte es uns angetan und wir freuten uns auf eine erholsame Woche.
Leider hielt die Euphorie nur bis zum ersten Abend an. Die Einrichtung des ersten Chalets war zwar schön anzusehen, das gesamte Zimmer mit dem Nassbereich erwies sich aber als derart desaströs, dass wir schon am nächsten Morgen in ein anderes größeres Chalet umzogen.
Ich will hier nicht alle Mängel aufzählen, sondern nur positiv erwähnen, dass der Manager Jabier sich viel Mühe gab, alles zu verbessern und auf alle Wünsche und Reklamationen einging. Bei genauerem Hinsehen war nämlich eigentlich alles mit der Holzhacke gezimmert und die drei Sterne bröckelten schon sehr. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass jeden Tag das Zimmer aufs Beste gesäubert wurde und der Service nicht zu beanstanden war. Auch bei den Ausflügen war uns Jabier sehr behilflich.
Größter Mangel – der erwies sich bereits beim ersten Abend – aber war die Küche. Einseitig, einfallslos, geschmacklos, dürftig – leider das Schlechteste, was wir auf der ganzen Reise bekommen haben. Ich möchte gar nicht ins Detail gehen, sonst ärgere ich mich nur wieder. Und dabei gab es nicht einmal die Möglichkeit auf ein anderes Restaurant auszuweichen und Einkaufsmöglichkeiten gab es auch nicht in erreichbarer Nähe.
Trotz allem fand ich immer etwas, was sich lohnte, mit der Kamera aufzusuchen. Besonders zu Ebbezeiten durchstreifte ich das Watt, unterhielt mich mit Einheimischen am Strand, suchte nach Kleintieren und Vögeln und wurde auch fündig. Ich bin eben nicht der „Am-Strand-Herumliege-Typ“.

h34793e9.JPG

ein schön gefärbter kleiner Gecko

h248d2b3.JPG

eine Strandkrabbe, der ich lange hinterherjagte, weil diese immer blitzschnell in den Lochern im SDand verschwanden

h77ab7f6.JPG

eine Eidechse ohne Schwanz

und natürlich noch ein paar Watvögel - extra für die Vogelfreunde 😉

h2ade160.JPG

Meerreiher

h35c3f07.JPG

Zwergstrandläufer

h9ef5cac.JPG

Sandregenpfeifer

h25165d2.JPG

Reiherläufer
Natürlich badeten wir auch gelegentlich im Meer oder liefen am Strand entlang um ein paar Muscheln zu sammeln.
Und über zwei Ausflüge berichte ich noch.
Viele Grüße:
Burschi

Teil 3213. Feb. 2016

Komme jetzt endlich zum Schluss der Reise
Abwechslung boten auch die beiden Ausflüge.
Die erste war eine Tour nach Stonetown, dem UNESCO-Weltkulturerbe.
Am frühen Morgen – zum Glück noch vor dem allgemeinen Touristenansturm - fuhren wir los, wieder durch das Verkehrschaos auf den schon beschriebenen Straßen, entdeckten sogar ein Verkehrsschild und eine Ampel, die hier irgendwie fehl am Platz wirkte. Vorbei ging es an den Plattenbauten der DDR in der „Neustadt“ – das ist keine Ironie, die wurden wirklich in der Zeit des Sozialismus von der DDR hier errichtet, nur sind sie noch in einem viel katastro-phalerem Zustand als in der DDR selbst – nach Stonetown. Wie besichtigten zuerst die anglikanische Kirche, das Sklavendenkmal und einen noch erhaltenen Sklavenkeller, in dem die Menschen auf engstem Raum vor dem Verkauf zusammengepfercht wurden. Man bekommt hier zwar nur einen winzigen Eindruck vom Elend der Sklaverei, doch auch der schlägt schon auf den Magen. Mit so einem flauen Gefühl in der Magengegend ging es dann auf den Markt. Erste Station war der Fischmarkt. Ich habe ja schon viele lokale Märkte und auch Fischmärkte in Afrika gesehen, aber einen solchen Gestank wie hier noch nicht erlebt.

hdf15d7d.JPG


h71feafe.JPG

Meine Frau kippte fast aus den Latschen und schob mich schnellstens weiter in den extrem engen Obst- und Gemüsemarkt. Hier war die Enge sehr bedrückend, denn ich kann mir vorstellen, dass dies ein gefundenes Terrain für Taschendiebe ist. Trotzdem ist die unglaubliche Fülle von Obstsorten sehr beeindruckend. 80 verschiedene Mangoarten soll es geben und auch viele Bananen, die in Europa nie auf den Markt kommen.

hf289914.JPG


h4974acd.JPG

Von den Gewürzen war ich ein wenig enttäuscht, dann alles war eingepackt in Plastiktütchen und fast jeder Stand hatte die gleichen Mischungen. Extra für Touristen gestaltete Päckchenmischungen waren überall zu sehen. Da hätte ich mir viel mehr Individualität gewünscht, hoffte aber noch auf unsere Gewürzetour. Den Fleischmarkt – getrennt nach Rindfleisch, Lammfleisch und Hühnern – lasse ich in der Beschreibung mal aus – eben typisch afrikanisch! 
Weiter ging es durch die engen Gassen, vorbei an den berühmten geschnitzten Türen, vorbei auch an einigen Fünfsternehotels, wie dem Hilton, die sich in der Nähe der Altstadt niedergelassen haben, zu einigen historischen Gebäuden. Natürlich schlenderten wir durch das alte portugiesische Fort und auch zum Sultanspalast (Haus der Wunder), doch war ich vom Zustand des UNESCO-Weltkulturerbes schon recht enttäuscht.

hca44f9f.JPG


h83cdde9.JPG

Der Sultanspalast; wenn man genau hinsieht, sieht man rechts oben die Stelle, wo das Dach eingebrochen ist.
Das Museum im Sultanspalast war geschlossen, weil erst vor kurzem ein Teil des Daches eingestürzt ist und der Palast baufällig ist. Und das war beileibe nicht das einzige, was bröckelte. Als ich unseren Führer auf den desolaten Zustand einiger historischer Gebäude ansprach, meinte er nur, dass man nichts verändern dürfe, weil es ja Weltkulturerbe sei. 🤩 🤩
Andererseits hatte ich das Gefühl, dass man nur auf den Verfall so manchen Gebäudes wartet, um dann an dieser Stelle ein mondänes Hotel aufbauen zu können.

h96e882b.JPG

So waren die schönen Gebäude leider oft die neuesten.
Zurück in der Lodge überwog die Enttäuschung an diesem Tag.

Teil 3313. Feb. 2016

Nach einem Tag Erholung unternahmen wir die „Gewürztour“. Wir wurden wieder am Morgen von der Lodge abgeholt und schon auf der Fahrt in den Westen der Insel, wo sich die Gewürzplantagen befinden, stellte ich fest, dass hier ein wesentlicher Unterschied besteht. Der Osten ist durch die Korallenfelsen weitgehend unfruchtbar und demzufolge eine eher ärmliche Region, während der Westen mit fruchtbaren Böden, auf denen alle möglichen Früchte angebaut werden können, gesegnet ist. Schon an der Bauweise der Wohnhäuser konnte man den Unterschied im Einkommen der Bevölkerung erkennen. Auf einer Plantage stiegen wir aus und während einer Wanderung durch verschiedene Gärten wurden uns alle möglichen Frucht- und Gewürzpflanzen gezeigt und erklärt. Der dortige Führer machte seine Sache recht gut.

hf4ba228.JPG

Oben Muskatnuss, unten "Lippenstiftfrucht"
h9c0eb8b.JPG

Neben der berühmten Muskatnuss, der rote Kern einer aprikosenähnlichen Frucht, wurden uns Lippenstiftfrucht, Pfeffer, Chili, Kardamon, Curcuma, Zitronengras, Ingwer, Zuckerrohr, Nelkenbäume, Kokosnüsse, Kaffeebäume, Maniok, Mangobäume, Ananasstauden, Henna-Baum, Jodbaum, Dorianbaum, Vanille (Orchidee!), Maracujafrüchte und natürlich auch die große Jackfrucht (bis 50 cm Größe!) und etliches mehr gezeigt.

h89a5b5d.JPG

Jackfrucht schmeckt wie eine Mischung aus Ananas und Banane.
Wir durften auch schmecken, riechen und verschiedene Früchte und Tees verkosten.
Man muss der Vollständigkeit halber erwähnen, dass es sich hier um eine Schauplantage handelte, denn eine derartige Vielzahl von Pflanzen findet man natürlich nicht auf engstem Raum sonst im wirtschaftlichen Anbau.
In der Plantage streunten auch noch etliche andere größere und kleinere Touristengruppen umher. Zum Schluss bekamen wir noch aus Palmblättern geflochtene Gegenstände (Krawatte, Handtasche, Hut für den Mann und Blütenkrone für die Frau) geschenkt. Sicher im Preis für eine Zwei-Personentour inbegriffen. Es war auf jeden Fall eine angenehme Halbtagestour und natürlich nahm ich auch einige Gewürze mit.
Andere Touren haben wir nicht mehr gemacht, denn andere Gäste hatten uns z.B. wenig Er-freuliches von einer „Delfin-Tour“ berichtet.
Der Rest war dann wirklich Entspannung pur. Wenn nur das Essen ein wenig besser gewesen wäre. 🙁 Am letzten Tag wurden wir abends von der Lodge abgeholt, zum Flughafen gebracht, flogen nach Dar es Salaam und von dort weiter über Amsterdam nach Nürnberg, wo wir am nächsten Tag mittags ankamen. Eine erlebnisreiche, unvergessliche Reise war zu Ende.
Resümee: Tansania mit den Naturparks gerne wieder – Sansibar muss nicht noch mal sein.
Ich hoffe, dass ich euch mit den vielen Bildern nicht zu sehr gelangweilt habe und dass der Bericht vielleicht hilft, sich für eine solche Reise mal zu entscheiden. Auch wollte ich mich mit dem Bericht für die vielen nützlichen Infos, die ich schon aus dem Forum gezogen habe, bedanken.
Bei mir ist die nächste Reise schon gebucht, Ziel? Natürlich Namibia! 🙂
Liebe Grüße:
Euer Burschi

Alter Südwester geht in Tansania fremd. von Burschi

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/288531-alter-suedwester-geht-in-tansania-fremd

Stand: letzter Berichtsteil vom 13. Feb. 2016

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.