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Reisebericht · namibia-forum.ch

Südafrika 2014 "you'll never know"

von lionfight · 39 Teile

Teil 121. Sept. 2014

Teil 221. Sept. 2014

Liebe Afrika-Freunde,
ich möchte gerne, wie versprochen, mit meinem Reisebericht über Südafrika beginnen.
Die route führte uns von St. Lucia, Tembe Elephant Park, Hluhluhwe-Imfolozi, Kruger NP und weiter zum Timbavati- und Balule-Gebiet.
Alle Bilder werden zusätzlich mit google+ verlinkt, um sie in besserer Qualität zu sehen. Dort könnt Ihr sie auch als Diashow sehen.

Viel Spaß!

Euer Joe


Platz für Verlinkung der einzelnen Tage.

Teil 322. Sept. 2014

Bevor ich loslege noch ein paar Hinweise.
Ich bilde Tiere gerne formatfüllend und sehr groß ab. Das ist einfach meine Art Tiere zu fotographieren. Ich hoffe Ihr habt Spaß daran.
Mir macht jedes Tier immer wieder Spaß. Egal ob es das 1.000 Impala oder der 80. Wasserbock ist. Ich erfreue mich an jeder Situation mit Tieren. Wenn es Euch zu viel wird bitte einfach eine kurze Info an mich.
Vögel ist nicht gerade mein Spezialgebiet. Also korrigiert mich bitte, wenn Fehler in der Bestimmung dabei sind.
Ich verspreche Euch einige Bilder und Erlebnisse, die nicht alltäglich sind.

Zwischendurch streue ich einmal Texte in kursiv ein. Da gebe ich Geschichten wieder, die mir erzählt wurden. Ich kann deren Wahrheitsgehalt nicht immer prüfen. Oder ich kennzeichne damit Texte, die mein persönliches Empfinden wiedergeben. Das muss nicht zwangsläufig immer mit der Realität übereinstimmen, da es ja nur eine Momentaufnahme ist.


Gruß!
der Joe

Teil 422. Sept. 2014

Tag 1 und 2
"So muss ein Flug sein, aber so verregnet sollte kein Urlaub beginnen"


Irgendwann Mitte August 2014, an einem Donnerstag.
Arbeit bis 15.00. Heimfahren, duschen, noch einmal alles überprüfen. Papiere, Kamerausrüstung. Gefühlt zum 100x. Wahrscheinlich ist das nur bei uns so - oder? 🙂
1h ausruhen.
Unseren Sharan vollpacken. Meine Frau Marion hat, wie immer, alles perfekt gepackt.
Normalerweise fliegen wir ja ab Nürnberg. Da wir aber ein Supersparangebot in der Business-Class bekommen haben müssen wir ab Frankfurt fliegen. Die A3 ist zwar aktuell eine Katastrophe, aber wir erreichen nach 2,5h ohne zu großen Stau das Parkhaus P2. Das Parken dort ist problemlos. Wir haben vorgebucht. 24 Tage für 100€, das passt schon.

Terminal Z ist schnell gefunden, der "Check in" dank Business Class schnell erledigt. Meine Fotoausrüstung muss seperat überprüft werden. Ich bin höflich und freundlich. Warum auch nicht? Der Sicherheitsmann freut sich. Er ist für unsere Sicherheit da, also sollte man ihn respektvoll und freundlich behandeln. Auch wenn es mal nervt. Sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

In der ruhigen Business Class-Lounge lege ich die Füße hoch. Der Urlaub kann beginnen. Süfafrika wir kommen!

Wir gehen spät zum Flugzeug. Wie immer herrscht dort Chaos pur. Dank Business Class gehts an allen vorbei. Schon irgendwie schön. Das Personal an Bord ist super nett und überaus fröhlich und freundlich. Wir werden gleich mit Namen angesprochen und die Purserin begrüßt uns persönlich "Herzlich Willkommen liebe Familie F.". Meint die wirklich uns? Ja, wir fliegen meist LH, aber so etwas ist uns noch nie passiert.
Die B.-Class ist nur zu 60% ausgebucht. Perfekter Service. Perfekte Freundlichkeit. Das Essen ist ungewöhnlich lecker. Man erfüllt uns jeden Wunsch.
Ich kann sogar gesamt 3-4h Stunden schlafen. Das Frühstück lasse ich weitestgehend ausfallen.
Ach, was für ein herrlicher Flug, auch wenn es zwischendurch ein paarmal ganz schön gewackelt hat. So sollte Fliegen immer sein. Ein perfekter Start.

Die Einreise geht schnell, der Beamte freut sich riesig, das er der den 3. Stempel hintereinander für Südafrika einstempeln kann. Alles geht ganz zügig und freundlich..
Übrigens gibt es auch einen Fieberscanner. Ebola lässt grüßen. Jeder, der eine Schnupfennase hat sieht auf dem Bildschirm, äääh, sehr nach einem berühmeten Rentier aus.

Gepäck ist auch gleich da. Also auf zu Vodacom. Es gibt seit neuestem eine feste Karte von Vodacom. Also nicht prepaid. Man muss 500 Rand als Pfand hinterlegen und bekommt dann einen Sondertarif. Die Karte muss man wieder zurückgeben. Troz surfen am Handy und etlichen beruflichen Gesprächen zahle ich nicht mal ganz 25€. Billiger geht nicht.

Nach etwas Geld holen gehts zu Mango. Der "Check In" geht schnell und um 12.05 geht die neue 737-800 pünktlich nach Durban. Die ca. 1h Flugzeit geht schnell um. Mango ist klasse. Kann ich nur empfehlen.

Wetter Johannesburg: klarer Himmer, 20°
Wetter Durban: tiefe Wolken, Dauerregen, 23° - kurz: gräuslig!

Dafür ist unser Auto schön:
Ein RAV4. Ganz neu mit gerade mal 2.000km. Farbe: schlamm. Eben Tarnfarbe.
Sehr gute Reifen und viel Platz für unseren gesamten Gerempel.

TomTom angeschlossen und 3h später in St. Lucia. Sehr angenehm zu fahren.
Ach so: Es regnet noch immer. Auch in St. Lucia. Kein Vogel, ja nicht einmal ein Hippo lässt sich blicken.
Es regnet nie in Afrika und Tiere gibt es überall. Ach ja. Scheinbar aber nicht in St. Lucia.

Das iGwalagwala Guest House ist gleich gefunden. Die Besitzerin Glynis ist ein lustiger Vogel. Das Haus verschachtelt. Das Zimmer geräumig, etwas abgewohnt, aber einwandfrei sauber. Man schläft dort gut und ruhig. Das PLV passt. Keine Luxusunterkunft, aber alles i.O. (auch das Frühstück). Ich würde wieder hingehen. Zu dritt haben wir ca. 90,- die Nacht bezahlt. Das ist für St. Lucia sehr okay.

Wo geht man zum Essen hin? Ozean Basket.
Vorher aber noch ein paar Hippos suchen. Gefunden: keine.
Achja: Es regnet noch immer.

Ozean Basket ist sehr in Ordnung. Nichts Besonderes, aber das Essen ist gut und nicht überteuert. Der Service freundlich. Und es gibt Hunters gold.

Ich schlaf gut und glücklich.

Und ja, morgen gibt es die ersten Tiere. Und Bilder davon.

Ich wache gegen 02.00 auf. Es regnet noch immer.



Gruß!
der Joe

Teil 522. Sept. 2014

Tag 3 - ein erholsamer Tag in der "little Serengeti"

Früh einmal kurz die Nase rausgestreckt. Kühl wars. Und überall tief hängende Wolken. Aber wenigstens kein Dauerregen mehr.
Was sollte man bei dem Wetter machen?
Die Western Shores des iSmangaliso Wetland Park besuchen. Zufahrt über das neue Dukuduku Gate ganz nahe an St. Lucia.
Ein schöner Park mit viel Feuchtfläche und saftig grünem Gras. So kennen wir die NPs gar nicht.
Am Gate den kleinen Eintritt bezahlt und das sehr schöne Buch mit guten Karten über die Parks in KwaZulu Natal besorgt.

Wasserböcke:


Zebra im hohen Gras mit viel grün:


Zebra


Das Wetter war nicht toll, aber es wurde wenigstens trocken.
Die Straßen waren dafür schön schlammig. Aber der RAV4 machte alles brav mit.
Sonne war keine da, was das fotografieren nicht immer zum Vergnügen machte.

Welche Tiere kann man finden?
Viele Antilopen, aber auch Giraffen.
Elefanten (ein paar) und auch Rhinos, die wir aber beide im Western Shore nicht sahen.
Hippos und reichlich Vögel. Theoretisch auch Leoparden.
Aber keine Löwen, auch wenn das immer wieder mal behauptet wird.



Wasserböcke männlich


Herrlich sind die zahlreichen Tümpel und Feuchtgebiete:











Für mich eine Weltpremiere über die ich mich sehr gefreut habe. Ein Riedbock.




Wunderbar die Vögel:


Schlangenadler:


Aussteigen darf man auch mal zwischendurch. Oder besser auch nicht? 🙂


Premiere für mich:
Liegende Giraffen. Ich wusste zwar, dass sich Giraffen zum ausruhen hinlegen. Gesehen habe ich das bisher aber nicht.








Lohnen sich die Western Shores? Wir meinen ja.
Dieses feuchte Gebiet hat seinen eigenen Reiz. Die Landschaft ist schön und abwechslungsreich, genauso wie die Tierwelt.

Abends gings ins Steakhouse. Lecker und ein super gut aufgelegter Service.

Und das Wetter morgen? Sonnig! Yuuuuhu!!
Gut für die Eastern Shore und das Cap Vidal.

Und gut für das Whale Watching übermorgen. 🤩


Gruß!
der Joe

Hier gibts die Bilder bei Picasa.

Teil 623. Sept. 2014

Tag 4, Meer und Tiere sind eine schöne Kombi

Noch trübten dicke Wolken an diesem Sonntag den Himmel, aber hier und da schaute schon ein blassblauer Himmel hervor. Und soviel darf ich Euch verraten, der blaue Himmel und die Sonne sollten sich durchsetzen.

Die Eastern Section des iSmangaliso sollte unser Ziel sein.

Vorbei an kleinen Seen und Feuchtgebieten war unser erstes Ziel die Mission Rocks.





Auf dem Weg dahin gibt auch die seltene Gelegenheit den scheuen Red Duiker zu fotografieren. Der Red Duiker ist ein Waldbewohner und oft schwer zu entdecken.





Die Mission Rocks bilden eine imposante Kulisse, nicht ideal zum Baden, aber schön zu schauen.



Mein Sohnemann Marc im Trikot der Springboks


Am besten haben wir die zahlreichen Aliens am Stand gefallen.
Eine gefährliche Invasion?





Einer ihrer Landungsroboter:




Kampfroboter


Groß mag man sich die nicht gerne vorstellen ...


Das Cape Vidal ist ein schöner Strand. Hat mir aber nicht soviel gegeben.

Man kann dort aber an einem kleinen Riff bei Ebbe sehr schön schnorcheln.
Auch am Strand gibt es die ein oder andere ungewöhnliche Laune der Natur zu entdecken.





Leider ist der Grasland Loop Loop derzeit (für immer?) gesperrt. Dort soll man wohl fast immer Nashörner gesehen haben.
Leider haben wir Nashörner nur sehr weit entfernt und voll gegen die Sonne entdeckt. Ich bitte die Qualität zu entschuldigen. Ist nur ein Beweisfoto.



Schöne Kudus am Dune Loop:




Buschbock


Ein ganz tolles Erlebnis hatten wir am späten Nachmittag noch am Vlei Loop. Dort gibt es ein großes Wasserloch voller Hippos. Das Licht war miserabel. Voll gegen die Sonne. Aber ein paar Hippo-Bullen lieferten da volle Action. Wir stellten uns einfach hin und fühlten uns in Afrika. Einfach unvergleich!
Ein paar schlechte Aufnahmen, aber die Action war richtig gut.









Noch 3 Wochen lagen vor uns, aber ob es noch einmal Fisch geben würde?
Also auf zum Ocean Basket. Die Tintenfische in Südafrika schmecken einfach so viel besser wie bei uns.

Morgen sollte einer dieser Tage werden, die man nie mehr in seinem leben vergisst. Und ich bin dabei keinen km Auto gefahren. Und wir hatten Action besser wie im Fantasailand.


Bis dann!
Joe


Picasa gibts wieder hier

Teil 725. Sept. 2014

Tag 5, der 4w-Day

Die Sonne scheint. Leichter Wind.
Ein Tag zum Whale Watching.
Whale Watching ist fast so etwas wie eine Leidenschaft von uns geworden.
Hawaii (gut), vor Kalifornien (wenig ergiebig), Maine (richtig gut), St. Lorenz Strom (gut), Orcas bei den St. Juan Islands (klasse) oder Whale Watching (Southern Right Whale) vor ZA (immer gut). Was ich aber noch nie so richtig gut gesehen habe ist ein jumping whale. Und ein tolles Foto dazu, das schön scharf ist.
Unsere Wirtin meinte lapidar dazu: zu windig, zu viel Seegang und wir sollten kotzfest sein.
Prost Mahlzeit.

Los ging es vor dem Advantage Büro unterhalb des Ozean Basket. Wir waren 12 Personen (mehr passen auf den Dampfer nicht). Alle wurden auf einen Anhänger verfrachtet und mit einem Pick Up gezogen, anschließen wurde umgespannt auf einen sehr starken Traktor der uns bis zur Brandung zog. Und da standen wir dann. Unser Luxusliner war nirgends zu sehen.

Und dann kam er. 2x 200 PS Suzuki Power trieben das Böötchen durch die Wellen. Schei...benkleister, das sollten wir auch mitmachen? 😮
Stellt Euch 1h Schwimmbadbesuch vor. Voll angezogen mit Hose, wasserdichter Jacke, Schwimmweste (vorgeschrieben und wirklich wichtig) und Ölzeug (gestellt), alles ist naß. Ihr habt keinen trockenen Fleck mehr am Körper. Aber wenn ihr trocken seid überall Salz.
Habt ihr Rückenschmerzen? Einen Bandscheibenvorfall? Nein?
Nach diesem Ritt habt Ihr alles. Euch tun Stellen weh, wo Ihr gar nicht wusstet, dass Ihr Stellen habt.
Es geht über die Wellen. Ihr fliegt (naja eigentlich ist es das Boot). toll. Und dann kommt die Landung. Ist es Wasser oder ist es Beton? Jedenfalls ist es hart. Ganz hart. Und schon wieder fliegt Ihr. aber dann kommt die Landung. Das nimmt kein Ende. Wer das hinter sich hat, der hat für die Achterbahn auf dem Oktoberfest nur ein müdes Lächeln übrig.







Und kaum ist man aus der Brandung herausgeflogen schreit so einer aus dem Forum hier "Wal auf 4 Uhr".
Der Skipper ist skeptisch, aber der geschulte Löwenblick erkennt auch Wale. 😗


Jeder kramt nach seiner Kamera, die man unbedingt wasser- und sandfest verpackt haben sollte, sonst bereichert sie den Müll Südafrikas, auch wenn sie an Bord gut verstaut wird.
Die Motoren werden heruntergefahren
Und jeder denkt Erholung für Körper und Geist. Pustekuchen! Jetzt geht das Geschaukel richtig los. Rauf und runter. Runter und rauf. Fester Halt ist kaum zu finden. Fotografieren wird zum Glücksspiel und erfordert Mut.
Dafür werden einige Gesichter immer weißer. Hoffentlich denken alle an die Windrichtung... 🤢

Nach dieser ersten Sichtung suchen wir weiter.
Und ja, verdammt, wir finden sie die echten Jumper. Die, die sich so richtig herausschrauben. Die wieder aufs Wasser knallen.
Das ist einfach so geil! (sorry, meine Damen)
Es haut mich um. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich bleibe an Bord. Und berausche mich einfach an der Schönheit und der Kraft.

Beweise gefällig?

















Ist das nicht einfach überwältigend?
Ich bin glücklich. Glückshorme durchwandern meinen Körper.
Ich fühle mein einig mit dem Boot und den Wellen. Und irgendwie auch mit den Walen.

Vielleicht spüren sie wie glücklich sie mich (uns) machen und ziehen noch einmal eine richtige Show ab.









Zurück geht es nach 2,5h im Eiltempo. Ich werde immer nässer. Aber es macht unendlich Spaß. Ich genieße es einfach.
Dann nähern wir uns dem Strand. Nach einer kurzen Verschnaufpause der Motoren heulen die auf und es geht mit Full Power Richtung Strand.
Fühlt man sich wie James Bond oder erwartet man seine letztes Sekündchen? Immer schneller, immer lauter, immer rauher.


Die letzten Wellen und dann kracht man auf den Sand. Es ist keine sanfte Landung. Aber doch weniger hart wie gedacht.


Dann haben wie wieder den Sand unter den Füßen.
Ich wäre am liebsten an Bord geblieben.
Ein fantastisches Erlebnis. Wild und ein harter Ritt zu den sanften Riesen.

Ich kann Euch diese Tour nur empfehlen.
Es ist kein Spaziergang. Eher ein wilder Ritt auf einen Mustang.

Ich habe aber auch Leute getroffen, die keine Wale oder nur aus sehr großer Entfernung gesehen haben.

Die Morgentouren um 7.00 und um 10.00 scheinen mir generell besser geeignet.
But remember "you'll never know"!

Und was bedeutet nun der "4w-Day"?
"Wet Windy Whales WOW!"

in diesem Sinne

Joe

Für schönere Bildqualität

Teil 825. Sept. 2014

Tag 5 nachmittags, mit Anthony auf dem See

Zurück in unserer Unterkunft haben wir ein paar (mehr oder weniger) geschmacklose Sandwich von unserer Hausherrin gegessen.
Nach diesem ereignisreichen Vormittag war irgendwie die Luft raus.
Aber wir wollten ja noch mit http://www.shakabarker.co.za/Boat_Cruises aufs Wasser. Ich kann jeden nur empfehlen diesen Tour Operator zu nehmen. Das sind nette kleine Boote und wirklich tolle Touren.
Man wird mit dem offenen Unimog abgeholt. Also nichts mit hinlaufen. Wenn man allerdings sieht, wo die Tour losgeht ist das auch besser so. Zuerst an der Müllkippe von St. Lucia vorbei geht es in ein Ansammlung von alten Schrott, der wohl mal ein Hafen gewesen ist. irgendwo dazwischen liegt ein kleines, angeblich unsinkbares Boot. Unsinkbar ist wichtig, denn es gibt keinen schlimmeren Ort zu kentern wie den St. Lucia Lake. Nein tief ist er nicht. Im Mittel nicht einmal einen Meter. Aber es leben ca. 4.000 Hippos drin (angeblich die größte Population der Welt), 400 Krokodile und dazu noch mehrer Hundert Bullenhaie.
Haie? Brauchen die nicht Salzwasser? Klar doch! Der St. Lucia Lake ist kein Süßwassersee. Er hat ungefähr 30% Salzgehalt des Indischen Ozeans. Das ist auch der Grund warum am Ufer normalerweise keine anderen Säugetiere sieht. Das Wasser ist ungenießbar.
Woher ich das alles weiß? Anthony, unser Skipper und Guide, weiß viel über die St. Lucia Gegend. Und er erzählt charmant und witzig. Und steuert das Boot locker durch Hippos und Krokos. Und zu ihnen hin. Logo!
Dazwischen kann man ein Bierchen trinken oder einen Cider zischen und ein paar Chips knuspern. Und das ganze macht tierischen Spaß und ist sehr erholsam.

Fangen wir mit einem Kroko an. Die größten werden 4-5 m lang.





Gepflegte Fingerchen:


Schöne Tiere - oder?





Und natürlich gibts Hippos, die Faul am Strand liegen. Einen Cuba Libre schlürfen. Sich gegenseitig anmachen. Oder sich gegenseitig als Kopfkissen verwenden. Oder so ähnlich...

(diese 2 Bilder stammen von meinem Sohn. Er verwendet mein Notkamera)






Bin ich nicht süß? So babyrosa?




Diese weiß gekleideten Bedienungen stören meine Ruhe. Oder sind es Krankenschwestern?


Ruhe verdammt. Quatscht wo anders weiter!




Hab ich viel Hirn im Kopf. Alleine kann ich ihn nicht mehr halten.


Ein paar Vögel. Zur Abwechslung.







Ich bin noch klein... Naja kleiner.




Das ist meine Tante. Die meckert andauernd.



Das ist mein Onkel. Der meckert über meine Tante. In Wirklichkeit hat er aber nix zu melden. Naja, wie bei Euch Zweibeinern.


Bin ich nicht hübsch? Schöne Zähne - oder? Okay, ich sabber etwas.


Wisst Ihr eigentlich, dass unsere Hauer aus Elfenbein bestehen? Verratet es aber bitte nicht den Wilderern.


Manchmal tun wir witzige Sachen und rennen alle gleichzeitig ins Wasser. Hinterher weiß nur keiner mehr warum.




Friedfertig. Manchmal.


Und die Sonne geht unter. Und unsere bezaubernde Tour hat ein Ende.
Hat es uns gefallen? Ja. Und wie. Marc und ich beschlossen spontan die 6.15 Morgentour mitumachen. Das sagt mehr als 1.000 Worte. Oder?


Irgendwie hatten wir nochmal Lust auf Fisch. Wir fallen zwar nicht über das Bärenfell. aber fast. Sozusagen. Im übertragenen Sinn.

Hier mal mein erster kursiv-Beitrag:
Ich war schon oft in Asien. Auch dort sind mir oft die ungehobelten Tischmanieren von ... aufgefallen. Ich kann oft nicht sagen, ob Chinese, Koreaner oder was auch immer, da ies mir sehr schwefällt die einzelnen Völker auseinander zuhalten.
Wie kann man riesige Sushi Platten mit dicken cremigen Milkshakes verdrücken?
Wie kann man dabei ganze Heerscharen von Bedienungen zum verzweifeln bringen?
Wie kann man so fressen (was anders fällt mir nicht dazu ein), dass die Tische erstmal minutenlang geputzt werden müssen, der Boden zusammengekehrt und anschließend feucht gewischt werden muss?
Lässt man die gute Kinderstube daheim?

Und bitte, dass ist bestimmt kein Rassismus. Aber muss man sich so benehmen?
Manchmal schämt man sich dafür Homo Sapiens zu sein.



Joe

Picasa-Album gibts auch wieder.

Teil 929. Sept. 2014

Tag 6 am Morgen, "Frühstück auf dem See"

Nach dem die Sunset Cruise mit Anthony so toll war, haben wir gleich noch eine Morgencruise gebucht, da es an Bord ein leckeres Frühstück gibt. Perfekt um einen schönen Tag einzuleiten.

Um 6.15 wurden wir pünktlich, diesmal im geschlossenen Fahrzeug abgeholt und um 6.30 stachen wir in den See.

Ich lass einfach ein paar Bilder sprechen. Der Unterschied zwischen den 2 touren wird dann auch schnell klar.

Ein Kroko am Morgen vertreibt alle Sorgen ...














Gibt es keine anderen Landungsplätze?


















Morgenfahrt: für alle Vogelfans
Nachmittagfahrt für alle Hippofans.

Wir haben es aber nicht bereut alle zwei Fahrten zu machen.
So eine Fahrt auf dem See ist sehr entschleunigend und erholsam.


Der neue Mammut-NP:
Schon was davon gehört. Ich ehrlich gesagt nicht.
Um was geht es?
Zuerst sollen alle Teile des iSmangaliso verbunden werden. Danach soll ein Korridor mit dem Tembe entstehen. Dieser wiederum soll einen langen und breiten Korridor mit dem Hluhluwe/Imfolozi NP kommen. Und das ganze soll mit dem Kruger NP verbunden werden. Und auf der Mocambique Seite Kruger mit dem Tembe.
Klingt wie ein Hirngespinst? Ja, scheinbar.
Allerdings sind die Planungen schon im fortgeschrittenem Stadium. Entstehen sollte dabei der größte NP der Welt.
2020 sollten die ersten Korridore entstehen.
Solche Korridore funktionieren durchaus wie man am Beispiel Hluhluw/Imfolozi sieht. Allerdings reden wir zukünftig von ganz anderen Dimensionen. Die Umsiedlungen und baulichen Maßnahmen wären enorm.

Mir fehlt derzeit der Glaube. Aber in Afrika weiß man ja nie.

Teil 1001. Okt. 2014

Tag 6 nachmittags, erste Pirschfahrt im Tembe Elefant Park

Obwohl wir erst gegen 10.00 in St. Lucia losfuhren, kamen wir schnell am Gate im Tembe Elephant Park an.
Die Strecke führe erst über die "2" und ab Hluhluwe über die R22. Die R22 ist auffallend stark befahren, da links und rechts viele Häuser, Ortschaften und Schulen sind. Deshalb wird man auch oft, meist auch berechtigt, etwas eingebremst. Trotzdem gut zu fahren.

Am Gate muss man einen geringen Parkeintritt bezahlen. Dann sollte man abgeholt werden. Sollte.
Wir sollten, trotz 2WD, eigentlich im Park nicht erlaubt, selbst hinfahren. Die Routenbeschreibung war einfach nur grottig.
Dann kamen uns auch noch zwei Toyota in einem Affenzahn entgegen und fuhren uns fast zusammen. Schrecksekunde! Im 2WD hatte ich im tiefen Sand kaum eine Chance auszuweichen.
An der Lodge selbst war man von unserer Ankunft total überrascht. Ein Liedchen verweigerte man uns. Wir haben sie kalt erwischt. 🙂 Auf das Liedchen konnte ich gut verzichten. Die Frage ist nur, ob es zwei Klassen bei den Gästen gibt.
Unser Zelt war das abgelegendste direkt an der Einfahrt. Schlecht beleuchteter und sandiger Weg. Und im Camp sind viele Tiere, allerdings nichts bedrohliches.

Insgesamt ein Start mit Schwierigkeiten. Aber höchst symptomatisch für diese Lodge.
Meine zerissene Bewertung dann am Schluss.

Das Mittagessen war okay. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Dafür waren unsere Tischnachbarn (auch aus D) ausgesprochen nett. Die deutsche Fahne am Tisch war einfach nur peinlich.
Generell muss ich sagen, dass ich noch nie in Afrika so viele behämmerte Menschen (sorry, aber mir fällt kein passender Ausdruck ein) an einem Platz erlebt habe. Unfreundlich, arrogant, naiv, unkommunikativ, nur auf ihren Vorteil bedacht. Davon auch später mehr.

Wir bekamen den einzigen Landrover der Lodge, der mit 9 Personen auch komplett besetzt war. Und er hatte ein Dach. Ich hasse Dächer auf einem Geländewagen.
Patrick erzählte uns erstmal was wir nicht sehen würden (!) und, dass er uns nur 2 Tage fahren würde, da er danach Urlaub hatte. Aha!

Auffallend und gleich negativ war:
- kein Tracker = keine nächtliche Pirschfahrt.
- kein Fahren abseits der Piste
- kein Funkgerät für Austausch an Bord
- auf Beobachtungen der Gäste wird keinen Wert gelegt.

Ansonsten muss man pünktlich sein. Auf die Minute bitte.
Wer zwei Minuten zu spät kommt, fährt nicht mehr mit (kein Witz).

Der Park ist landschaftlich ein Hammer. Es gibt Grassteppe, Sumpflandschaft, Dornbusch und dichten Busch. Alles ist geboten.
Und es gibt viele Elefanten. Aber noch viel, viel mehr Nyalas.

Auf gehts mit Nyalas:




Elefanten im Busch:




Büffel in der Schilf-Steppe:


Elefanten im Schilf (leider im letzten Büchsenlicht):






Die Fahrt in der Dunkelheit wurde immer zum Highspeed-Event.
Das Abendessen war immer nicht so besonders. Eben essbar.
Der Service verhalten und distanziert.

Dafür haben wir gut geschlafen im Zelt.

Nach dem vielen negativen verspreche ich Euch für die Morgenfahrt ein Highlight.



Gruß!
der Joe

Teil 1102. Okt. 2014

Tag 7, Tembe, die Morgenfahrt

Ich verspreche Euch, dass ich nicht über Tembe schimpfen werde, denn wir hatten ganz einfach eine schöne Morgenpirschfahrt.

Wir starten 5.55, etwas früher wie die anderen. Und 5.55 heißt auch 5.55. Zwei Mitfahrer trafen 5.58 ein, aber das nützte nichts mehr, denn wir waren schon weg.

Zielstrebig ging es in einen entfernten Teil des Parks, der leider vor kurzem abgebrannt war.
Da trafen wir diesen Burschen:


Es stellten sich zwei Fragen:
War er so müde wie ich? Oder musste er sich übergeben wie mein Sohn?
Marc hatte ausgerechnet an diesem Tag einen Wachstumsschub (ungefähr 3-5 cm innerhalb 24h), was für den Körper natürlich Höchstanstrengung ist.

Hier einfach ein paar Bilder der African Wilddogs. Ein schönes kleines Rudel mit zahlreichen Jungtieren, die, wenn man sie denn sieht, natürlich viel Spaß machen.

Das Leittier:


Jungtiere:














Ich bin soooo böse


(Die teils nicht so überragende Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, aber das Licht war einfach noch extrem bescheiden)

Das Rudel Wildhunde ist aktuell das einzige im Park. Es ist erst seit wenigen Wochen der "Öffentlichkeit zugänglich".
Durch ein Sender an einem Tier wird es aktuell rund um die Uhr kontrolliert. Da aber das Fahren außerhalb der Wege strengstens verboten ist (auch für die Wissenschaftler) ist es einfach Glückssache, ob man sie sieht oder nicht.
Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir ja nicht, das wir noch mehr dieser seltenen Tiere zu sehen bekommen würden.

Wunderschöne Landschaft:


Männlicher Wasserbock. wunderschön - oder?


Junges Impala:


Nyala-Parade








Polizeikontrolle:




Was ich sehr schön im Tembe fand war das Frühstück.
Ab 5.30 gab es Früchte und diverse Corn-Flakes, sowie Säfte und warme Getränke.
Nach der Morgensafari warmes Frühstück, Toast und gute Marmeladen. Wenn auch alles Self Service war, so schmeckte es doch gut.


Gruß!
der Joe

Teil 1205. Okt. 2014

Tag 8, Tembe die Abendfahrt und viel Ärger

Bevor ich wieder was zu kritisieren habe, zuerst einige Bilder der Abendfahrt, die nichts spektakuläres zu bieten hatte.
Marc entschied sich aufgrund der vorher geschilderten Probleme im Camp zu bleiben.

Vorab unsere Nachmittagsausbeute:




Unser einziger Elefant:


Selten in diesem Urlaub: Gnu


Aber eine sehr schöne Büffelherde:










Ärger beim Beginn der Pirschfahrt und Mitfahrer. die kein Interesse an der Natur haben.:
Die Fahrzeuge wurden heute neu eingeteilt. Wir saßen nur zu dritt in unserem Landy. Als erstes ging die Fahrt zu einem Hide. Unser Gedanke war, wir nehmen dort zusätzliche Mitfahrer auf. Aber wir stiegen erstmal aus und verbrachten 20 nutzlose Minuten am Hide. Eigentlich sollten wir da Gäste treffen, die zu spät eingetroffen sind. Irgendwann ging es dann doch los. Wir trafen dann die neuen Mitfahrer ausgerechnet an einem Wasserloch mit Elefanten. Allerdings sind umherlaufende Gäste nichts was Elefanten mögen und deshalb schnell das Weite suchten. Tolle Planung. In mir kochte es.
Zugestiegen sind dann eine deutsche Familie mit 3 Kindern, die ständig gegessen und gequatscht haben. Die ganze Familie wollte ständig bespaßt werden. Einen Leopaden da, einen Löwen hier. Nachdem die ersten 45 Minuten nichts zu sehen war machte sich Unruhe breit. Gequatsche und Gefresse. "Warum gibts hier keine Löwen?"
Die Familie war vorher in zwei kleinen privaten Gebieten ohne Zugang zum Krüger und bekamen dort bei jeder Pirschfahrt die Big5 präsentiert. Entsprechend dachten sie das geht hier so weiter. Auf Nachfrage beharrten sie aber darauf im Kruger NP gewesen zu sein. Meine Aufklärungsversuche stießen auf taube Ohren.
Mir wurde klar, warum die Besitzer der Lodges mit offenen Grenzen so ein Problem mit den abgezäunten Schutzgebieten haben. Es wird dem Besucher ein Bild vermittelt, das nichts, aber auch gar nichts mit der Realität zu tun hat. So uninteressierte und naive Afrikafahrer habe ich jedenfalls noch nicht erlebt. Für uns war das echt eine Tortur.

Zum Glück hatten wir abends noch nette Unterhaltungen mit unseren gewohnten Tischnachbarn.
Später kam dann noch der Chor der örtlichen High-School. Das war ganz toll. Wunderbare, mitreißende Musik voller Stimmung und Atmosphäre. Dazu ein Lodge-Personal, das sich vollkommen veränderte. Aus den steifen Angestellten wurden lebhafte Tänzer. Frauen stießen verzückte Laute aus und gingen ganz in der Musik auf. Es war fast magisch. Ein großartiges Erlebnis, das eine ganz andere Seite dieser so verschlossenen Menschen zeigte.
Nur: Warum wurde das nicht vorher angekündigt? Eine Kamera hätte diese wunderbaren Einblicke und Eindrücke unvergesslich festgehalten.

Ein versöhnliche Abschluss, auch wenn uns die Riesengalagos wieder gewaltig geärgert haben. Was ja auch wieder schön ist.


Gruß!
der Joe

Teil 1307. Okt. 2014

Tag 9, die Morgenpirsch oder "sind die Elefanten immer um 8.00 an diesem Wasserloch"

Leider starteten wir zur Morgenpirsch mit der selben Besetzung. Ein paar mal mussten wir für Ruhe sorgen, auch wenn das nicht unsere Art ist. Aber was zu viel ist, ist zu viel.

Der Tag begann sehr dunstig, was man als Fotograf nicht so gerne mag, aber es ist sehr stimmungsvoll.





Ein Red Duiker aus nächster Nähe:


Nach einiger Zeit erfolglosen Suchens erreichten wir einen schönen Aussichtspunkt oberhalb eines Wasserlochs. Wir durften sogar ein bisschen zu Fuß umherstreifen.
Und wir hatten Glück. Eine schöne Herde Elefanten vergnügte sich am Wasserloch.
Zwar war es sehr feucht, was aber für schöne frische Farben sorgt.















Warum hat dieser Elefant so rote Augen? Ist mir mehrfach im Tembe aufgefallen. Ist mir bisher noch nie aufgefallen.




Die wirklich naive Fragerei und das Geplapper unserer Mitreisenden erspare ich Euch lieber. Es sollte bei der Abendfahrt noch schlimmer werden.

Giraffen sind nicht sehr häufig anzutreffen:


Nyalas treiben sich auch innerhalb des Camps rum und beobachten einen auf der Terrasse:


Mal ein unrasiertes Bild von mir:


Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum wirklich wunderbaren Hide. Ein Traum für alle Elefanten-Fans.


Gruß!
der Joe

Teil 1408. Okt. 2014

Tag 9, der Hide und ein unvergessliches Erlebnis

Den Hide im Tembe sollte man unbedingt besuchen. Der Transfer ist schnell und problemlos organisiert (und klappt auch). Der Hide selbst liegt an einem recht großen Wasserloch und man soll sich nicht von den Bildern täuschen lassen. Einige der Aufnahmen sind bei 600 mm + 1,5x Crop entstanden.
Trotzdem unbedingt hingehen.

Es gibt tolle Spinnen zu sehen:


Wasserböcke




Natürlich Nyalas:




Und natürlich Elefanten. Viele Elefanten:

















Die Abendfahrt war eigentlich vollkommen ereignislos. außer, dass in unserem Landy inzwischen 8 Deutsche saßen.
Geplappert wurde über Streichelparks und wie man da hinkommt. Hinkommt. Hinkommt. Ach es war schrecklich.

Nur einmal war Ruhe.
Mucksmäuschenstill.

Ein gewaltiger, uralter Elefant stand an einem Wasserloch:


Un er suchte uns. Er kam 2x zu unserem auto.
Schaute jeden scharf aus seinen roten Augen an und schnüffelte jeden mit seinem Rüssel an.
Er hat fast keine Stoßzähne mehr, aber unglaublich durchdringende Augen mit denen er mit jedem von uns Blickkontakt aufnahm. Ich war in den letzten Jahre nah an Elefanten. Oft sehr nah. Aber das war das erste mal, dass mir klar wurde was er mit uns machen könnte.
Es war eindringlich. Es war so ungeheuer faszinierend. Ich hatte Gänsehaut. Selbst jetzt beim schreiben. Es war intensiv. Es ist unvergesslich.
Kann man sich der Faszination dieses Anblicks entziehen?




Gruß!
der Joe

Teil 1510. Okt. 2014

Tag 10, Abschied von Tembe

Letze Morgenpischfahrt im Tembe.
Noch einmal gaben sich die größten Tiere des Parks die Ehre.

Die Giraffen:




Die Elefanten:


Die wirklich sehr schönen Büffel in dieser wunderbaren Landschaft:




Nach dem Frühstück und den Zahlungsmodalitäten (alles sehr korrekt) machten wir uns ohne große Verabschiedung auf dem Weg. Leider ist es uns nicht gelungen zu irgend jemand eine Beziehung aufzubauen. Schon seltsam für so eine Lodge! Entsprechend neutral bis nicht vorhanden war die Verabschiedung.

Ihr habt schon gemerkt: In all den Tagen "No cats today".
Haben wir auch nicht wirklich erwartet, aber der Hluhluwe und der Imfolozi würden uns bestimmt verwöhnen.


Gruß!
der Joe

Teil 1612. Okt. 2014

Bevor ich zu meinem Fazit komme noch ein paar Bilder vom Camp.

Die Lage der Zelte ist sehr vereinzelt, was für absolute Ruhe sorgte. Teilweise sind dann aber auch die Wege entsprechend weit und sehr sandig.Gute Schuhe sind also fehl am Platze. Außer guten Wanderschuhen.
Das Camp selbst ist umzäunt, trotzdem sind allerlei Tiere innerhalb des Camps, was für entsprechende Geräusche nachts sorgt. Einige scheinen sich auch einen Spaß daraus zu machen über das Zeltdach zu hüpfen.
Die Zelte sind sehr geräumig. Wir hatten eines der alten Zelte, das schon sehr fleckig war. Optisch nicht so schön. Aber innen war alles sehr sauber und ordentlich. Wir haben uns durchaus wohl gefühlt.




Schöne Veranda mit Platz für 3 Personen. Wir blickten direkt auf den Zaun, was aber nicht störend war.


Der Dreh- und Angelpunkt meines Lebens vor Mr. Tembe, nachdem der Park benannt ist.


Das erste Frühstück (Müsli, Früchte, Säfte und Kaffee), das zweite Frühstück (Toast und Eier), der Lunch (Lasagne oder ähnliches), sowie das Dinner (meistens 2 Gerichte + Gemüse + Beilagen) wurden als Buffet serviert. Das klappte gut. Außer dem Dinner war die Qualität i.O..
Man darf nicht vergessen die Anlage ist sehr groß. Störend empfand ich die einzelnen Länder zusammenzusetzen und dann noch eine Flagge zu plazieren. Auch im Auto war das so. Echter Schwachsinn.
Die Tische waren schön und ordentlich eingedeckt.




Insgesamt fand ich die Stimmung im Camp unschön, teilweise sogar unangenehm. Was einerseits an den Besuchern lag, die größtenteils irgendwie unsympathisch waren, wie auch den Angestellten, die nicht wirklich Wärme ausstrahlten und einfach ihren Job machten.
Bei einer kurzen Ansprache des Manger bedankte er sich für die Unterstützung der Einheimischen, da man ihnen einen Job verschaffte. Und man auch den Park vorwärts brachte. Das fand ich sehr schön.

Noch etwas zum Park im allgemeinen.
Tembe ist in erster Linie Park für Elefanten und Nyalas. Tatsächlich ist es der letzte Platz auf Erden in dem die Elefanten ihre alten traditionellen Wanderungen machen. Sie legen dabei riesige Strecken zurück. Es gibt wirklich zahlreiche sehr alte und große Elefantenbullen. Das ist sehr beeindruckend. Während des Bürgerkriegs in Mozambique haben die Südafrikaner einen mächtigen Zaun quer durch den Park getrieben, um zumindest einen Teil der Tiere zu retten. Insgesamt ist der Park eine Erfolgsstory. Zahlreiche Tiere wie die Wildhunde wurden wieder angesiedelt. Auch die Löwen vermehren sich stark im Park, da genügend Nahrung vorhanden ist. Derzeit läuft im Park ein Bluterneuerungsprogramm, sodass ein großer Teil der Löwen nicht da ist. Insgesamt sollen es 40 Löwen sein mit stark steigender Tendenz. Rhinos scheinen stark von Wilderei bedroht zu sein.

Man darf einfach keine falschen Vorstellungen haben. Auch wenn der Park ein Big5 Gebiet ist, darf man nicht erwarten, diese zu sehen.
Die Fahrzeuge dürfen die Straßen nicht verlassen. Und sie haben keinen Kontakt zueinander, was ich nicht nachvollziehen kann.
Wichtig ist noch, dass der Park offiziell als frei von Malaria gilt!

Würde ich nochmal hinfahren? Zuerst dachte ich, sicher nicht. Wenn ich aber die Bilder so sehe, kommt das doch ins Schwanken. Die Lodge selber hat sicher viel Potential nach oben.
Würde ich jemanden empfehlen dahin zu fahren? Ja, durchaus. Man muss nur realistisch an die Sache ran gehen.
Insgesamt war es schöner wie im folgenden Hluhluwe, der für mich wirklich eine einzige Enttäuschung war.


Gruß!
der Joe

Teil 1713. Okt. 2014

Tag 10 Hluhluwe oder enttäuscht

Mit großen Erwartungen fuhren wir Richtung Hluhluwe NP. Im gleichnamigen Ort, der jetzt nicht gerade mein Lieblingsort werden wir, bekamen wir das nötigste. Sprit für unseren Rowdie, Geld für unseren Geldbeutel und was zu essen für unseren Magen. Zwar waren die Supermärkte nicht großartig bestückt, aber das wichtigste konnte man kaufen.

Die Einfahrt ging schnell. Wildcard vorgezeigt und das übliche ausgefüllt.
Entspannt machten wir uns auf dem Weg Richtung Hilltop.
So eine Straße habe ich selbst in Südafrika noch nicht erlebt. Schlagloch reihte sich an Schlagloch. meist war der erste Gang gefragt und trotzdem hatte man ständig Angst in einem Pothole zu verschwinden. An einige Schlaglöcher tasteten wir uns ganz vorsichtig heran, da sich kleine Elefanten locker darin verstecken konnte.
Ja und dann dies Landschaft. Schön hügelig. Aber alles komplett abgebrannt. kein Strauch, kein Stück Wiese das nicht betroffen war. Das sah wirklichst übel aus.
Schnell abgebogen Richtung des schönen Picknickplatzes direkt am Fluss. Aber auch hier nur verbrannte Erde und eine miserable Gravelroad. Der Picknickplatz selbst liegt atemberaubend und ist vollkommen uneingezäunt. Wirklich herrlich.
Tiere? Fehlanzeige. Absolut null.
Halt! Stimmt nicht. Eine Giraffe, aber das Beweisfoto dazu habe ich verbockt.

Also weiter zum Hilltop Camp. Toll gelegen.
Check Inn schnell und effektiv.
Unser Bungalow wirklich toll. Nur eines der zwei Badezimmer war teils überschwemmt. aber man will es kaum glaube, das wurde erstaunlich schnell gerichtet.
Insgesamt ein sympathisches Camp. Bei uns total ruhig. Alles ordentlich und sauber. Das Restaurant mäßig und der Shop noch mäßiger. Wir haben uns ausgesprochen wohl gefühlt.
nachmittags Pirschfahrt zum Seme Lookout. Naja gepirscht hat sich nichts. Tiere waren keine da. Na fast keine.
Ein schönes Rhino mit Nachwuchs wurde ausführlich abbelichtet. Leider haben genau an der Stelle keine Büsche gebrannt. 😈
Beweisfoto:


Wir waren echt enttäuscht. Aber wenigstens haben wir gut geschlafen.
Um 6.15 am Morgen waren wir wieder auf der Pirsch.
Ziel war der Magangni Loop.
Trotz verbrannter Landschaft Rhinos ohne Ende:




Wahlbergs Adler







Scheußlich diese verbrannte Landschaft:






Kuckucksweih? (ich weiß nicht wirklich was das ist)






Bevor wir zu einer Mittagssiesta zu unserem Bungalow fuhren macht wir noch einen Abstecher über den Nzmani-Loop. tolle Strecke mit 2 Wasserquerungen. Leider auch in miserablem Zustand. Einmal hatte ich wirklich Angst hängen zu bleiben. Jedenfalls aktuell nicht mit einem PKW zu fahren.

Im Camp wenigstens ein paar Affen.






Nachmittag ging es dann erst zum bereits vertrauten Picknickplatz.

Auf dem Weg dahin ein tolles Rhino, das uns aber nicht mochte.


Überraschung dann am Platz. Wunderbar Elefanten zu Fuß beobachten zu können.
Leider geben die Bilder nicht wieder wie schön es war sich frei zu bewegen und dabei immer die Elefanten zu beobachten.
Die Bilder entstanden leider alle direkt gegen die Sonne, aber es war ein tolles Erlebnis.







Später lief uns noch eine schöne große Büffelherde über den Weg.








Ein traumhafter Sonnenuntergang versüßte uns dann doch noch die 1,5 Tage mit denen wir insgesamt nicht so richtig glücklich waren. Was wohl auch an der verbrannten Landschaft lag.
Aber das Hilltop-Camp hat uns wirklich gut gefallen.

No cats today. 🙁


Gruß!
der Joe

Teil 1815. Okt. 2014

Tag 11 Imfolzi oder wer braucht schon Katzen

Heute sollte es in den Imfolzi gehen. Der NP ist ja seit vielen Jahren über eine Art Korridor mit dem Hluhluwe verbunden. Es gibt zwar getrennte Eingänge, aber muss kein 2. Tor passieren. die zwischen den NP führende Straße unterquert man mit einem Tunnel.

Wir fuhren schon um 6.00 los um viel vom Tag zu haben.
Der Imfolozi ist bekannt für seine Geparden und Löwen. Wir hofften sehr darauf.

Gleich am Anfang begegneten wir schönen Giraffen:




Zügig erreichten wir das Mpila Camp. Leider konnten wir unseren Bungalow noch nicht beziehen. Hinter dem Camp wurde die Straße zur gepflegten Gravel-Road. Weit besser zu fahren wie der miserable Asphalt.

Unser erstes Ziel war die Bekapanzi Pan, da hatten Leute am Tag vorher Geparden gesehen.
Ihr könnt es euch denken: Keine Geparden für uns.

Aber ein schönes Rhino:


Am Sontuli Picnic Spot fragten uns Leute, ob wir die zwei Geparden gesehen haben. Wo?
An der Bekapanzi Pan vor ca. 30 Minuten. Ja klasse, die mussten wir um 17 Sekunden verpasst haben.

Am schönen Sontuli Loop gab es aber doch einiges zu sehen.




Am Aussichtspunkt durfte man das Auto verlassen. Das lohnte sich:


Habt ihr die Löwen gesehen? Wir: "Äääh - welche Löwen?" "die am Picknickplatz!" Vermutlich um 32 Sekunden verpasst.

Wir fuhren weiter über den Nghotsa Loop. Tiere? Fehlanzeige.
Aber der gleichnamige Hide ist sehr schön:












Ich mag ja Italiener. Zumindest in ihrem Land. Und bin oft im Urlaub dort.
Aber Italiener im Hide?
Das geht ja gar nicht.
Könnt ihr Euch vorstellen wie Italiener im Hide Karotten essen? *knack*knack*raschel*knack*zzzzh*raschel*knack*knack*ziiiiiiiiiisch (das war die Dose Grapetiser)*dudeldudeldudel (das war die kleine Nachtmusik vom Handy)
Es war nicht auszuhalten.
Ne Leute. Italiener im Hide das geht gar nicht. Mahlzeit!


Irgendwelche Leute erzählten uns ständig was von Katzen, das fanden wir gar nicht schön. Habe ich schon gesagt, das Katzen in Afrika total überbewertet sind? 😈

Dann geben wir uns mit dem Rest und der schönen Landschaft zufrieden:


Das Bild mag ich irgendwie. So ein Impala ist ja auch viel reizvoller wie ein Gepard. 😉


Rhino zum Abschluss


Das Camp selber fanden wir auch sehr schön.
Schön geräumiger Bungalow. Sehr, sehr ruhig.
Auch wenn die Hyänen nachts durchs Camp laufen. Was meinen Sohn irgendwie doch schockte.


Gruß!
der Joe

Teil 1921. Okt. 2014

Tag 12, eine lange Fahrt, ein schrecklicher Moment, ein schönes B&B und ein Zusammenbruch

Obwohl heute unser einziger wirklich langer Fahrtag war beschlossen wir noch einmal bis zur Bekapanzi Pan zu fahren. Aber wie gehabt "no cats today".
Zügig verliesen wir den Park und fuhren über die bestens ausgebaute R618 nördlich (wir haben noch reichlich Elefanten und Zebras gesehen), bevor wir auf die R66 wechselten. Diese erwies sich als eine große Baustelle. Zahlreiche Teilstücke waren in schlechtem Zustand, andere nagelneu und glänzend ausgebaut. Zwischendurch passierten wir einen wirklich furchtbaren Unfall. Zum Glück konnte ich Marion und Marc noch sagen, dass sie sich wegdrehen sollten. Es lagen zahlreiche Decken auf der Straße unter denen man deutlich die Körper wahrnahm. So ein Unfall versetzt einem schon immer einen Stich. Kann es einen doch auch jederzeit selbst treffen. Durch eigene Unachtsamkeit oder durch die der anderen.
In Pongola ging es dann auf die N2.
Insgesamt fiel mir in KwaZulu Natal die dichte Besiedlung entlang der Straßen auf. Man musste wirklich immer auf Menschen achten. Allerdings gab es öfters eine Art Weg entlang der Straßen speziell für Menschen. Das ist ja eher untypisch für Afrika.

Insgesamt kamen wir sehr zügig und problemlos voran. In Piet Retief machten wir deshalb eine längere Pause und gönnten uns im "Spurs" einen frühen Lunch und unserem Rowdie einen guten Schluck "Total".

Auf der glänzend ausgebauten R541 standen überall große Schilder "High Crime Zone - Strictly no stopping". Irgendwie nicht angenehm auf so einer Straße zu fahren.

Über Barberton ging es dann zügig nach Malelane.
Insgesamt ein gut zu bewältigender Fahrtag.

In Malelane hatten wir das http://www.mhlati.co.za/ gebucht. ein wunderschönes B&B direkt am Kruger Park. Eine tolle Anlage direkt am Kruger Park. Auch wenn wir einen furchtbar scheißenden Gecko im tollen Zimmer hatten. Schönes Frühstück und nette Gastgeber. Was will man mehr? Ein bisschen Ruhe! Nachts hörte man die nahe Zuckerfabrik, die großen LKW zur Fabrik und nach Maputo. Außerdem noch die Eisenbahn nach Maputo.










Abends ging es ins nahe "Hamilton's". Ein schönes Restaurant, man kann innen und außen sitzen, mit sehr leckerem Essen. Sehr empfehlenswert!

Ich freute mich schon auf das bequeme Bett. Aber irgendwie hat es mich dann komplett zerlegt. Mir ging es total schlecht und an schlafen war nicht zu denken. Erst gegen 3.00 fiel ich in einen unruhigen Schlaf. Zuerst dachte ich, dass es wohl daran lag, dass dieser Tag doch anstrengender war wie gedacht. Ich muss ein bestimmtes Medikament einnehmen um erhöhten Stress entgegenzuwirken. Vermutlich habe ich zu wenig davon genommen. Oder es waren die Vorboten meines Zeckenbisses. Wer weiß?


Gruß!
der Joe

Teil 2022. Okt. 2014

Tag 13, Relax und ein Kruger (fast) ohne Tiere

Ein schnell erzählter Tag.
Nach der schlechten Nacht und einem leckeren Frühstück sind wir zum Pick'n Pay gefahren um ein bisschen einzukaufen und Geld zu tauschen. Nach einem bescheidenen Mittagessen und einem kleinen Nickerchen ging es nachmittag zur ersten Visite in den Kruger.
Aber irgendwie war das gar nichts. Ich kann mich nicht erinnern, jemals im Kruger so wenig Tiere gesehen zu haben. Eigentlich eine top Zeit und ein Gebiet, das nicht das schlechteste ist. Nur den Tieren hat das scheinbar keiner erzählt. 😈

Meine Ausbeute:
ein schöner Impalabock


ein Kudubock, der schöne Aussichten liebt


und ein schöner Sonnenuntergang


Nach der Ausfahrt waren wir gleich bei Hamilton's um dann bald ins Bett zu gehen.
Mit der Hoffnung, dass morgen ein besserer Tag wird.


Gruß!
der Joe

Teil 2123. Okt. 2014

Tag 14 oder wer Elefanten sieht, der sieht keine Katzen

Heute gibts wieder ein paar Tierchen mehr.
Punkt 8 verließen wir unser B&B und machten uns auf den Weg nach Satara.
Am Malelane Gate dauerte es ein paar Minuten bis der ganze Papierkram erledigt war.
Über S25 und die S108 ging es Richtung Lower Sabie und über eine kurze Schleife S29 nach Satara.
Es war eigentlich sehr wenig los. Kein Stau und ganz wenige Autos. Ich war verblüfft wie wenig los war.
Statt viel Geschreibsel einfach ein paar Tierchen. Auch viele Vögel, da bin ich dankbar für Ergänzungen und Korrekturen.

Starten wir mit einem kopflosen Rhino. Es würdigte uns keines Blickes.


Steinböckchen


Kampfadler?




Kampfadler


Rotschuterglanzstar?








Seltener Klippspringer


Vermoderte Krokos


Blatthuhn und Nimmersatt






Dieser Elefant hat nicht etwa Rinde abgeschält, sondern sich angelehnt und tief und fest geschlafen. Hab ich so das erste mal gesehen.


Angekommen in Satara machten wir einen schnellen Check In.
Schließlich wollten wir nachmittags auf die berühmte S100, die Katzenstraße, die bei uns nur noch Elefantenstraße heißt.














Familie Wasserbock ließ sich auch blicken:




Weißrückengeier?




Graufischer




Elefanten bis zum Gate


Und dann hatten wir doch noch unsere Katze. Auf dem Weg zum Restaurant kreischte es ganz fürchterlich im Unterholz und dann ein gefährliches Fauchen. Ich erschrak ganz furchtbar. Löwen im abgezäunten Camp?
Ich gesteh, dass ich furchtbar erschrocken bin.
Es war eine Wildaktze, die vor unseren Augen einen Vogel jagte und erwischte.
Katze? jaaaaaaaa! Katze!


Gruß!
der Joe

Teil 2225. Okt. 2014

Tag 15 oder wo sind denn all die Katzen hin?

Vorab ein paar Worte zum Satara Camp.
Das Camp ist groß, aber auch sehr weiträumig. Die 2-4 Betten Bungalow nicht die neuesten, aber durchaus ordentlich. Unser Zimmer wurde sehr anständig sauber gemacht. Frische Handtücher und alles was man braucht. Die kleine "Küche" mit großem Kühlschrank befindet sich außerhalb. Der Abfalleimer ist hoch angebracht, denn es sind zahlreiche kleine Diebe unterwegs, auch die oft bösen Honeybadger. Generell lassen sich im Camp und drumherum zahlreiche Tiere entdecken. Affen, Honeybadger, African Wildcats, zahlreiche Vögel und nachts viele Eulen. Bei uns war ein Ranger in der Nähe des Restaurants, der Kinder auf eine spannende Entdeckungstour durch das Camp mitnahm. Da die anderen Kinder keine Lust hatten nahm er nur unseren Sohn mit. er kam extra zu unserem Tisch um sich kurz vorzustellen und darauf hinwies, dass er offizieller Parkranger ist. Und ob es okay sei, dass er mit Marc auf "Tour" geht. Das fanden wir sehr schön und es gab dafür auch ein kleines Trinkgeld (für ihn vermutlich viel, für uns nicht). ausgerüstet mit einer sehr starken Taschenlampe zogen die beiden los. Marc war jedenfalls total begeistert. Eine schöne Sache!
Die Restaurant-Situation im Camp ist sehr gut. Es gibt inzwischen einen Mugg and Bean nebst diversen Ablegern und eine Pizzeria. Das ist alles ehr okay! Die Pizzas hatten zwar nichts mit dem zu tun, was ich mir unter eine Pizza vorstelle, schmeckten aber trotzdem gut.
Nur eins darf man nicht erwarten: lang schlafen zu können.
Gefühlt um 5.00 lassen die ersten ihre Motoren heiß laufen.

So fuhren wir auch kurz nach 6.00 durchs Gate auf Tour.
Unsere grobe Route:
S100-S41-S90-H1-4-H6-N'Wanetsi-S41-S100
Eigentlich eine Katzenroute. Eigentlich. 😈

Ich lass mal Bilder sprechen:









Zwei Bilder, die ich sehr gerne mag.






























Gegen 11.30 waren wir zurück im Camp, aßen auf unserer Veranda etwas Pizza und ich machte dann ein kleines Nickerchen.
Eine schöne Morgenfahrt, but no cats this morning!


Gruß!
der Joe

Teil 2328. Okt. 2014

Tag 15 oder sind Hyänen auch Katzen?

Gegen 14.30 ging es auf die 2. Pirschfahrt des Tages.
Über die H7 ging es zur S36 (alles verbrannt) und dann auf die S126. Insgesamt war die Ausbeute eher bescheiden.

Schlangenadler






Wenigstens einmal ein Fleischfresser:




Den Abschluss des Tages sollte es ein Stück auf die H6 gehen, was sich als Glücksfall herausstellen sollte.
Schnell trafen wir auf ein älteres Ehepaar, das ganz gespannt auf eine Seite schaute. Da sollte ein Hyänenbau sein, da wir nichts sahen, ging es erst mal weiter um diese
nette, kleine Giraffe zu bewundern:


Eine Giraffe ohne Hörner habe ich noch nie gesehen:


Kurz darauf trafen wir auf diese Hyäne, die uns ganz entspannt zu ihrem Bau führte.
Das war das zweite mal in meinem Leben, das ich mir richtig Zeit für Hyänen nahm. Eigentlich sind das wunderschöne Tiere mit strengen Erziehungsmethoden.
Außer uns nahm sich nur das ältere Ehepaar Zeit. Schade? Nein, ein Glücksfall für uns.



Streichelenfernung:














die strengsten Eltern der Welt ...(die nicht ganz optimale Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, aber die Sonne war schon längst untergegangen)




Gleichzeitig muss sich auf der H7 ein Verkehrsdrama ereignet haben. Ein Rudel Wildhunde hatte dort die Straße gekreuzt und an die 80 Autos müssen in einer Endlosreihe rangiert sein, incl. diverser Blechschäden. Na, da waren mir unsere Hyänen lieber.
Die Schlange an Autos die sich ins Camp bewegte war schon übel. Alle waren wir etwas spät dran.

Trotzdem habe ich mich geärgert. Beim Abendessen lief eine Frau herum, die Löwenbilder zeigte. Aufgenommen an der S100.
Und was war auf den grottenschlechten Bildern drauf? Ein Löwenrudel mit zwei schneeweißen kleinen Löwen.
Schei..., die müssten wir um Minuten verpasst haben.

Dafür versüßte uns ein vorwitziger, frecher Honeybadger den Abend, der sämtlich Mülltonnen umwarf, die er nur finden konnte.
Und ein nettes Bildchen ist meinem Sohn auch gelungen:


Morgen mussten wir von unseren Rowdie Abschied nehmen. 😵


Gruß!
der Joe

Teil 2429. Okt. 2014

Tag 16 oder raus aus dem Kruger und rein in den Kruger

Heute hieß es Abschied nehmen von Satara. Uns hat es trotz seiner Größe gefallen. Auch wenn das ganz große Katzenhighlight fehlte, hat es Spaß gemacht. Trotzdem muss ich zugeben, dass wir zwischendurch frustig waren. Wir hatten so viel Glück die letzten Jahre, speziell mit Löwen, aber diesmal 😠 ? Aber wir hatten ja noch volle 9 Nächte!

Gegen 6.30 fuhren wir aus dem Camp um mit einigen kleinen Umwegen den Park über das Orpen Gate zu verlassen.
Was war das erste was wir am heutigen Morgen sahen? Na, das selbe was wir gestern Abend sahen!






Ein schöner Kerl, aber was genau?


Bobbejaanskrans, ein herrlicher Blick


Tiere, die man jeden Tag sieht und die eigentlich doch faszinierend schön sind.








"Hast du schon gehört der Joe und seine Family verlassen uns heute"


"Ne, ne, die fahren raus und gleich wieder rein"


"Ehrlich gesagt geht mir das am Ar...., äääh am Allerwertesten vorbei"




Ein paar Elefanten sagen auch leise "Servus"


Und der lacht uns aus. "Kein Kätzchen gesehen. ÄtscheBätsch"


Gegen 10.30 ging es raus aus dem Park. Wir wollten noch kurz nach Hoedspruit um unsere Kiste vollzutanken und uns dann um 12.00 am Avis Schalter für einen Transfer ins Umlani Bushcamp zu treffen.
Eigentlich kein Problem.
Aber wir gerieten in eine riesige Polizeikontrolle. Sage und schreibe bestimmt 15 Polizeiautos.
Grund: Wilderei an zwei Rhinos.
Wir gerieten an eine, ääääh, pummelige und sehr resolute Polizistin, die uns erkläre, das wir ja ein tolles Auto hätten (fanden wir ja auch), aber so dreckig dürften wir in Südafrika nicht rumfahren. Dabei hatte ich gestern Abend noch geduscht. Sie meinte aber unser Auto. Ach so. Ich hatte schon meinen Sohn in Verdacht. Ich setzte mein freundlichstes Lächeln auf und erklärte ihr, dass wir auf dem Weg nach Hoedspruit seien, um das Auto abzugeben. Das sei uns zu dreckig, deshalb wollten wir es gegen ein neues tauschen. Ihre Züge engleisten kurz und ich dachte schon jetzt gehts ab in den Knast. Zuerst fing der Busen an zu vibrieren. Und Leute, der war verdammt groß. Und dann die Backen im Gleichklang. Aber nicht die im Gesicht, sondern die hinten. Und die stellten den Busen in den Schatten. (5 € gehen in die Macho-Kasse.) Und zum Schluss stieg der Mund mit einem herzhaften Lachen mit ein. Jedenfalls hatten wir noch einen lockeren Plausch und sie wünschte uns ohne weitere Kontrolle "have a good day".
In Hoedspruit besuchten wir die nagelneue Total mit dem zukünftig wichtigsten Gebäude von Hoedspruit, das noch im Rohbau war. Frage:
Was wird das?


Die Autoabgabe verlief problemlos. Die drei Jungs an der Total, die sich rührend um unseren Rowdie kümmerten hatten gute Arbeit geleistet.
Der Transfer war pünktlich und super freundlich. Und dann gings ab nach Timbavati.
Und das war dann doch überraschend. Irgendwie.

Gruß!
der Joe

Teil 2530. Okt. 2014

Tag 16, Umlani, die erste Pirschfahrt

Angekommen in Umlani wurden wir erstmal liebevoll umsorgt. Koffer wurden uns abgenommen, ein Willkommenstrunk angeboten und dann, ja dann, saßen wir erst einmal da.
Umlani ist ein echtes Wilderness-Camp.
Es gibt keinen Zaun, kein Internet, kein Telefon, keinen Strom. Büffel sind fast immer nahe zu sehen, Warzenschweine und Affen tummeln sich auf dem Gelände. Und die Affen pinkeln am liebsten von den Bäumen in den Pool 😄 . Aus dem Pool trinken auch mal die Elefanten, auch wenn Leute im Pool sitzen (wir haben die Bilder gesehen).
Alle Hütten stehen weit auseinander. Und es gibt keine einzige Glasscheibe im Camp. Und keine Türen, außer den dünnen Türen, die in die Bungalows führen. Die Hütten sind geräumig mit 2 oder 4 sehr schönen Betten ausgestattet. Alles ist makellos sauber.
Die Dusche ist outdoor und mit einer altertümlichen Gasheizung versehen. Bei unseren Temperaturen hat man sich nur mittags geduscht. Eine Tür gibt es nicht in das Bad. Auf der anderen Seite gibt es eine getrennte Toilette, so halb im freien.
Es ist also innen in etwa so kalt oder warm wie außen. Es gibt ja keine Heizung. Unsere erste Nacht glänzte mit 4°. Sch... war das kalt. Licht ist romantisch über so eine Art Petroleumlampen. Für den Notfall gibt es eine große Taschenlampe im Zimmer mit einem Gewicht, dass man sie auch als Waffe benutzen könnte.
Alles romantisch und super gepflegt.
Natürlich bekommt man zahlreiche Sicherheitsregeln mit auf den Weg, in der Dunkelheit muss man eine Begleitung anfordern.
Ein traumhaftes Camp voller Romantik und netter Menschen.

Als Fahrer bekamen wir "Elvis" zugeteilt. Ein Typ mit viel trockenem Humor, unglaublichem Wissen und manchmal auch etwas schwierig. Aber ein genialer Fahrer voller Liebe und Gespür für die Tierwelt.

Mit uns im Landy eine sehr nette Familie mit 2 Kindern aus Deutschland und ein sehr verklemmtes französisches Ehepaar mit miserablen Englischkenntnissen.

Heute noch etwas verhalten. Auf gehts:
Unsere Hausbüffel. Waren ständig am Wasserloch des Camps oder ganz in der Nähe. Nachts auch einmal im Camp.




My home is my castle:


Gnus hatten wir wenige dieses Jahr:




Eine Eule im Sonnenlicht schaut schwer verschlafen aus.


Mama und Kind, naja eher Ragazzi








Durst, Mami!


Ich bin der Größte!


Büffel haben manchmal ihre ganz eigene Meinung von uns Menschen



Die Macht verlief für mich sehr bescheiden.
Mich hats gefroren, ich hatte brutalen Schüttelfrost. Ich fühlte mich einfach furchtbar.
Wars die Kälte?
Nein, es war der Zeck.
Ob ich morgen mit auf Pirschfahrt gehe?
Löwen, Wildhunde und Leoparden. Davon habe ich geträumt in meinem unruhigen Schlaf.


Gruß!
der Joe

Teil 2631. Okt. 2014

Tag 17 oder ein Traum von einer Morgensafari

keine sorge, bei der Fahrt bin ich dabei. Noch wusste ich ja gar nichts von einer Zecke.
Ich hatte so ziemlich alles an was der Koffer vorgab. Trotzdem bibberte ich was das Zeug hielt.
Der Start am Morgen ist wunderschön in Umlani. Der sanft durch Fackeln beleuchtete Weg durch die klare Morgenluft führte uns zu einem großen Feuer. Am Rande stehen Kannen von heißem Wasser für Kaffee und Tee. die Fahrer bedienen uns. Und es ist Zeit für einen schönen Plausch.
Um 6.30 ging es los.

Ich schreibe jetzt nicht mehr viel und lass Bilder sprechen.
Elefanten, Büffel, Katzen groß und klein, Hunde groß und klein, Vögel bunt und braun. Es war ein Traum.

Starten wir mit einer Hyäne, die wohl um ihr Morgenmahl gekämpft hat.



















African Wilddogs. Eine sehr intensive Begegnung.






Leider hielt sich der Nachwuchs sehr im Hintergrund auf.


Um so fotogener die Alten:


Kann ein Vogel bunter sein?










Auch der König gibt sich die Ehre. Ein Bruderpaar, das seit vielen Jahren in Timbavati sein Revier hat.










Und dann war Zeit für die morgendliche Kaffeepause. eigentlich.
Leider fiel die aus. Ich war ganz schön sauer auf Elvis.
Wegen so einer blöden Katze keine Morgenpause. Frechheit!

Das schönste aller Tiere:






Dann ließ sich auch noch das Kleine blicken. Wunderbar!
Leider ständig in Bewegung und ständig im Gebüsch.
Ursprünglich war es ein Geschwisterpaar. Was mit dem anderen kleinen Leoparden passiert ist wusste niemand.




Zu viel versprochen? Noch wussten wir ja nicht, dass es noch besser kommen würde.

Beim gemütlichen Frühstück drehte sich natürlich alles um Leoparden, Löwen, Hunde und Elefanten.

Selbst eine ganz heiße Dusche brachte mich nicht auf Vordermann. Schaum mer mal wie es weitergeht.


Gruß!
der Joe

Teil 2702. Nov. 2014

Tag 17, eine gemütliche Nachmittagsfahrt

Nach der heißen Dusche der Schreckmoment.
In meiner Kniekehle war eine 5-7cm große Entzündung, in der Mitte eine große Stelle von abgestorbenem Fleisch. Das sah sehr übel aus, auch wenn es kaum weh tat. Ich zeigte es Marco, dem Inhaber von Umlani, der sofort auf einen Zecknbiss tippte.
Natürlich war es Samstag und der Arztesuch musste bis Montag warten.

Die Abendfahrt war eher gemütlich, auch wenn es ein paar tolle Sichtungen gab.

Unsere Hausbüffel


Elefanten gab es fast immer




Wild Dogs satt - ein Traum!






Bin ich böse oder müde?


Müde


Aber wenn ihr mich stört, dann ...


... dann werde ich sehr böse


Manchmal gibts auch was nettes kleines zu entdecken ...




Rhinos haben wir auch noch gefunden




Kommt mir nicht zu nahe ...


Zwei Aufnahmen, die ich sehr mag:




Schon in absoluter Dunkelheit fand Elvis diese Löwin. Sie ist eine Legende, das sie sehr vielen Jungtieren das Leben geschenkt hat. Unter anderem auch den Löwenbrüdern. Sie ist sehr alt und eine Einzelgängerin. Manchmal schließt sie sich auch ihren 2 Söhnen an, die ihr bereitwillig einen Teil eines Kill überlassen.


Zum Schluss dieser Pirschfahrt mit den "Big 4" noch ein miserables, aber ganz besonderes Bild.
Das ist eine Zibetkatze.
Auch wenn sie als Raubtier gilt, so ist sie kein Jäger. Sie ist überwiegend Früchte und auch einmal Insekten. Sie hört fantastisch und ist nachtaktiv. Auch wenn man sie sehr, sehr selten sieht, ist sie keine bedrohte Tierart.



Gruß!
der Joe

Teil 2803. Nov. 2014

Tag 19 oder das ultimative Tiererlebnis

Gut geschlafen heute Nacht. Wenig gefroren und nicht ständig Schüttelfrost.
Der neue Tag konnte kommen!

Es gibt die besonderen Erlebnisse im Leben, die man nie vergisst. Die einen für immer prägen.
Hochzeit, Geburt eines Kindes, Besonderes in der Familie. Das ist prägend und kann uns bei jeder Erinnerung glücklich machen.

Und es gibt die Erlebnisse, die durch äußeres bestimmt werden. Erlebnisse mit der Familie, mit Freunden im Urlaub, in der Natur oder alles zusammen. An vieles erinnern wir uns immer gerne. Es kann uns auch über schwerere Zeiten hinweghelfen
So wie das Erlebnis, das ich zusammen mit meinem Sohn in einem Hindutempel hatte oder den Kampf zwischen zwei männlichen Löwen, den wir zwei Jahre vorher hatten.
So ein Erlebnis sollte auch dieser Tag bringen. Ein Gänsehautmoment, den ich noch jetzt spüre.

Der Tag begann wunderschön, aber geruhsam.






Danach blieb es erstmal seltsam ereignislos. Wie als wollte uns dieser Morgen auf etwas außergewöhnliches einstimmen.




Über Funk kam die Info, dass die Leopardin von gestern wieder gesichtet wurde. Allerdings soll sie sich im Busch versteckt haben. Da eh nur 2 Fahrzeuge an einer Katze erlaubt sind fuhren wir ganz gemütlich hin.
Das erste was wir sahen war der Kill von vorletzter Nacht, den sie ganz nach oben in einem Baum gebracht hatte.


Da war sie. Extra für uns ließ sie sich blicken.


Ein Blick nach oben in den Baum


Ein kurzer Satz. Einfach fantastisch wie sich das schwere Tier traumwandlerisch sicher einen Baum erklettern kann.
Ich habe so etwas zuvor noch nicht gesehen.




Unglaublich diese Sicherheit viele Meter über dem Boden






Das Impala mit den Zähnen gepackt und zwischen die mächtigen Kieferknochen geklemmt








Wir saßen einfach nur gebannt von diesem Erlebnis im Auto und wussten oft nicht, ob wir nicht besser den ganzen Fotokram über Bord schmeißen sollten und alles mit allen Sinnen zu erfassen. Elvis, unser Fahrer, saß hinterm Lenkrad und murmelte lauter unverständliches Zeug vor sich hin.







Ja, die Beute musste natürlich nach unten. Der Nachwuchs wartete schon.
Gewicht der Leopardin ca. 55 kg
Gewicht des Impala Bock ca 40kg
Wie konnte sie das bewerkstelligen ohne selbst abzustürzen?










Und nun sollte etwas passieren womit wohl niemand gerechnet hat. Am wenigsten die Leopardin selbst.
Es sollte erst richtig spektakulär werden. Sicher etwas was man nur einmal im Leben sieht.

Demnächst mehr in diesem Theater.


Gruß!
der Joe

Teil 2904. Nov. 2014

Bringen wir es zu Ende.
Vor allem die Leopardin musste das. Unten wartete ja der Nachwuchs auf sein Frühstück.
Und genau da lag das Problem. Der Impala-Bock bewegte sich keinen mm mehr.

Nicht links, nicht rechts und nach unten erst recht nicht. Der Kill hatte sich komplett in einen Ast verhakt.Und was macht man, wenn man etwas lösen will= Genau!
Man fängt das hin und her schaukeln an.
Der Leo machte genau das.

Kräftig abstoßen ...

... und ab gehts


Und das ganze nur mit dem gewaltigen Biss in den Kadaver


Und nochmal kräftig abstoßen ...


Wer hat schon einmal eine fliegende Katze gesehen?









Dann kräftig zerren und drehen


Dann das ganze ein bisschen zurecht rücken.


Und dann fiel das Impala. Und mit ihm der Leopard. Bestimmt 4-5 m nach unten.
Der Leopard sah es gelassen.
Wir nicht, weil ja drunter das Kleine saß. Aber es ging alles gut.


Wir haben die Pirschfahrt danach abgebrochen
Uns irgendwo hingestellt und erstmal gesammelt.
Elvis der Fahrer war noch mehr fertig wie wir. "Ich fahre seit über 20 Jahren hier, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen."

Es war einfach atemberaubend und unvergesslich.

Wir hatten noch einmal ein intensives Erlebnis in diesem Urlaub, eins von der Sorte, die man auch nur selten sieht. aber "unser Leopard" wird immer unvergesslich sein.


Gruß!
der Joe

Teil 3012. Nov. 2014

Tag 19, zu Fuß unterwegs und eine entspannende Abendfahrt

Nach so einem Erlebnis, das könnt Ihr Euch sicher vorstellen, war irgendwie erstmal die Luft raus. Und beim leckeren Frühstück gabs nur ein Thema. Leopard! Jeder wollte die Bilder bzw. Filme sehen.

1h nach dem Frühstück ging es auf einen Bushwalk. 1,5h waren wir mit Elvis unterwegs.
Ich finde diese Walks ganz entspannend und man bewegt sich mal anständig. Auch wenn man meist nicht viele Tiere sieht, erfährt man doch viel über Pflanzen Spuren der Tiere und Losungen. Wusstet ihr, dass frische Leopradenlosung nach frisch gebranntem Karamellpopcorn richt. Übrigens wirklich deutlich riechbar.

Das ist ca. der Blick den man gleich nach Verlassen das Lunch-Pavillion hat. An dem Wasserloch ist eigentlich fast ständig a bisserl was los.


Ein gehörnter Ehemann!


Blick zurück in die Lodge


Büffel zu Fuß sind immer etwas abenteuerlich


Misstrauisch beäugt. Seid versichert Büffel, ich habe Euch noch viel misstrauischer beäugt. 🙂


Elvis, Marion, Marc und ich


Meinem Bein mit dem Zeckenbiss sollte dieser kleine Spaziergang gar nicht gut tun

Blick von der sicheren Lodge. Büffel und Elefant an einem Wasserloch ist ja auch nicht die Regel.




Während wir zu Mittag essen werden wir sehr misstrauisch beäugt.


Ab jetzt sind wir auf Abendpirsch:





Guck.Guck - wo bin ich?


So schöne Tiere ...


Auch eine Schönheit:


Zu später Stunde:






Sie schnüffelte nach unserem Biltong, dass es zum Sundowner gab.


Gute Nacht!


Gruß!
der Joe

Teil 3115. Nov. 2014

Tag 20, eine wenig ereignisreiche Morgenpirsch und ein Besuch bei Dr. Rogers

Nach wie vor quälten mich in den Nächten ein starker Schüttelfrost. Insgesamt schlief ich zwar besser, aber einfach wenig erholsam.
Mein erster Blick galt heute morgen meinem Biss in der Kniekehle. 😮 Inzwischen war die Entzündung bestimmt 10 cm im Durchmesser und in der Mitte war eine große Stelle graues, abgestorbenes Gewebe. Nach allen Seiten liefen rote Streifen wie ein Finger über die Haut. Blutvergiftung war meine erste Selbstdiagnose. Trotz inzwischen gut gebräunter haut wurde ich irgendwie weiß.
Aber was solls jetzt gehen wir erstmal auf Safari. Früh um 6.00 hat eh noch kein Doktor offen.

Zuerst lief uns dieser kleine vorwitzige Elefant über die Straße.






Nyalas sind wirklich außergewöhnliche Tiere. Natürlich nur die Männchen. (5€ in die Machokasse)


Gemütliche Pause im Flussbett. Und die Nyalas schauen zu.
Auf meine Frage hin, warum Landy und nicht Toyota gefahren werden antwortete Marc: In Afrika fährt man Landys, auch wenn die teurer im Unterhalt sind wie die Toyotas.


Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die begeistern können. Wie man so etwas während der Fahrt sehen kann ist mir ein Rätsel. Thanks Elvis!




Impalas hatten wir länger keine mehr.


Unsere Hausbüffel, die sich immer zwischen Camp und Wasserloch bewegten.




Trotz meiner Sorgen schmeckte das Frühstück.
Nach dem Frühstück duschte ich erstmal warm und gründlich. Wie man das eben vor einem Arztbesuch so macht.
Um 11.00 hatte Mark, der Inhaber der Lodge, einen Termin bei Dr. Rogers vereinbart. Marion konnte leider nicht mit, da gleichzeitig ein Personaltausch stattfand.
Der neue Landcruiser V8 brachte uns sehr, sehr zügig nach Hoedspruit. Dabei mussten diverse Kontrollen passiert werden.
Ich war viel zu früh beim Arzt. Marco ging kurz mit rein um alles zu besprechen. An dieser Stelle thanks very much for the help!

Ich musste nur wenige Minuten warten, die Behandlung war absolut zuvorkommend. Nach dem runterlassen meiner Hose 🙂 sah ich erstmal einen Doktor, der mit den Augen rollte. Mir schwante schon schlimmes.
Vermutlich ein stark entzündeter Zeckenbiss. Im Gegensatz zu europäischen Zecken verlassen afrikanische Zecken den Körper wieder. Was zurückbleibt kann stark zerstörtes Gewebe sein, das sich bei mir, durch die ungünstige Stelle direkt in der Kniekehle, auch noch stak entzündete. Dr. Rogers erklärte mir noch, dass es in Südafrika ein Insekt gibt, das Eier im menschlichen Körper plaziert 😮 . Allerdings sei dieses Insekt nur zwischen November und Januar aktiv. Das könne er praktisch ausschließen. Er verschrieb mir ein Antibiotika. Da ich auf Antibiotika manchmal empfindlich im Magen-Darm-Bereich reagierte hatte ich etwas angst. Durchfall im Safari Jeep ist jetzt nicht so prickelnd. Deshalb bekam ich gleich noch so eine Art Milchsäure-Bakterien verschrieben. Der Arztbesuch kostet ca. 60€, die ich mit Kreditkarte bezahlte.
Zur Apotheke schräg gegenüber ging ich zu Fuß, was mir einige seltsame Blicke einbrachte. Ich fand das aber nicht irgendwie gefährlich. Mit Marco hatte ich vereinbart, dass ich ihn anrufen würde, wenn ich fertig wäre. Aber wen traf ich in der Apotheke? Marco!

Anschließend fuhren wir noch quer durch Hoedspruit um diverse Einkäufe zu tätigen. Von diversen Teilen aus dem Baumarkt bis zu Reifen für die Ländys war alles dabei. Das fand ich ehrlich gesagt sehr interessant und machte mir viel Spaß. Der Kofferraum war zum bersten voll. Anschließend nahmen wir noch 5 neue Angestellte mit, die alle irgendwie auf der Rücksitzbank Platz fanden.

Zügig waren wir zurück im Camp, wo schon das Essen wartete.


Gruß!
der Joe

Teil 3216. Nov. 2014

Vielen Dank an alle "DANKE-Drücker" und alle, die etwas zu schreiben wussten.

Bevor es weitergeht möchte ich gerne etwas über das Umlani-Bushcamp schreiben.http://www.umlani.com/

Umlani ist komplett anders als andere Camps.
Es gibt keinen Strom, kein fließendes Warmwasser, keine Klimaanlage und auch keine Heizung. Und keine Glasscheiben oder abschließbare Türen. Keinen schützenden Zaun. Auch Internet oder Telefon sucht ihr hier vergebens. Muss man auf etwas verzichten? Ich meinen nein.

Die traditionellen Hütten stehen weit auseinander. Entsprechend ruhig ist. Man hört schlichtweg nichts.
Im Camp tummeln sich Warzenschweine, Affen, Nyalas oder auch einmal Büffel. Bei Tageslicht darf man sich frei bewegen. Bei Dunkelheit nicht. Es ist immer eine Begleitung anzufordern. Morgens darf man erst nach Aufforderung die Hütten verlassen.





Das innere der luftigen Hütte. Die Betten sind bequem, alles ist sauber und ordentlich. für Familien gibt es 3- und 4-Bett-Hütten. Es gibt eine ganz normale Toilette und fließendes Wasser, das, bei Bedarf. über einen einfachen Propangas-Erhitzer warm gemacht wird.


Im Sommer kann es warm werden, aber durch die ausgeklügelte, traditionelle Bauweise gibt es immer ein Lüftchen. Im Juni/Juli/August kann es dafür sehr kalt werden. In diesem Teil des Krugers sinkt die Temperatur am Morgen bis nahe an die 0°-Grenze.

Jeden Morgen brennt ein Feuerchen und man kann sich wärmen. Vor oder nach der Fahrt. Morgens steht Kaffee und Tee am Feuer, abends versorgen einen die Fahrer auch mit Alkoholischem.
Angenehm empfand ich den Morgenstart erst gegen 6.30 bzw, bereits um 15.30 am Nachmittag. Das wird immer der Jahreszeit angepasst.


Frühstück gibt es von einem kleinen Buffet, das warme Frühstück wird nach Wunsch serviert. Es gibt keine Tischordnung, man sitzt nach Lust und Laune bzw. Kommunikation.
Mittags gibt es ein kleines Buffet mit Salat und etwa warmem. Lasagne, Fishburger oder ähnl.. Immer lecker und fein.
Trinken ist kostenlos. Es steht auch immer ein leckerer Eistee bereit.
Trommeln heißt auf gehts.


Am Wasserloch gibts meist was zu sehen.




Abends gibt es einen leckeren Rotwein am Feuer (so ganz gesund sehe ich da nicht aus).


Vor dem Abendessen wir ein Liedchen getrommelt.


Und dann wird das Menue erklärt. Ein ganz wichtiger Akt.


Es gibt ein Gericht mit Fleisch und etwas Vegetarisches, dazu reichlich Beilagen.
alles ist lecker und frisch zubereitet, aber kein Gourmetessen. Eher etwas einfacher, aber dicke ausreichend.






Uns hat es sehr gut gefallen.
Umlani ist sicher einer der günstigsten Lodges. Man muss auf nichts verzichten. Es ist urig, freundlich und sauber. Getränke sind incl..
Die Pirschfahrten sind hervorragend. Dazu kommt die hervorragende Zusammenarbeit mit den Nachbarlodges. Es wird lebhaft gefunkt. Wir durften auch einmal in ein Gebiet einfahren für das wir keine Genehmigung hatten, um von uns entdeckten Löwen zu folgen. Elvis klärte das auf kleinem Dienstweg.
Es dürfen max. 2 Fahrzeuge an einem Fahrzeug sein. Außer bei großen Herden wie bei Büffeln oder einer verstreuten Elefantenherde. Auch hier klappt das Zusammenspiel perfekt.
Bei Leoparden mit Nachwuchs oder Beute dürfen keinesfalls Scheinwerfer oder Blitze eingesetzt werden, denn Licht lockt Hyänen an. Das Anstrahlen oder Anblitzen von Tieren ist nur gestattet, wenn es sich um nachtaktive Tiere handelt.

Dicke Empfehlung!


Gruß!
der Joe

Teil 3318. Nov. 2014

Tag 20 oder Tierkinder sind süß

Kennt Ihr das?
Man war beim Arzt und schon geht es einen besser. So ging es mir zumindest.
Und ich freute mich tierisch auf die Nachmittagsfahrt.

Starten wir mit unseren Hausbüffeln. Einmal ganz nah.




Zebras in der klassischen Haltung:


Elefanten auch ganz nah:




Kleine Elefanten. Man kann Ihnen stundenlang zusehen.




Während dieser Zeit kam schon ein Funkspruch, dass eine junge Leopardenmama mit zwei Cubs gesichtet wurde. Sie lägen recht versteckt in einem Busch. Da wir recht weit entfernt waren, bekamen wir die letzt mögliche Beobachtungszeit. Bei Leoparden mit Jungen ist es ja strengstens verboten mit Scheinwerfer zu arbeiten. Ein Fahrer, der das macht verliert beim zweiten Vergehen seine Fahrerlizenz.
Im ersten Moment war ich schon etwas betroffen, dass wir weit nach Sonnenuntergang dort sein sollten. Elvis betrachtete das als Glücksfall. Warum?
Weil dann die Chance größer sei, dass die Leopardin den dichten Busch verlassen könnte. Und Elvis, der alte Stratege erwischte den richtigen Moment. Wie ja schon einmal. Thank you so much, Elvis!

Die Bilder sind vielleicht nicht 100% scharf. Sie erscheinen viel heller als es war. Aber das Erlebnis war einfach wunderbar. Und so übel sind die Bilder ja gar nicht.

Die junge Mama. Es waren ihre ersten Cubs. Und sie hat sie beide bis heute durchgebracht.


Wer wollte ihn nicht knuddeln?


"Mama, warte auf mich"


Wo bin ich? Hilfe!




Oh, mann und frau, bin ich nicht süß?


Ich bin nicht süß! Ich bin so gefährlich!


Mama, lass mich doch ein bisschen spielen.


Für den, den es interessiert:
Kamera NIKON D7100
Objektiv 2.8 120-300 Sigma Sport
Brennweite 220 mm
Belichtung 1/100
Blende f/2.8
ISO 1000
Blitz Nicht verwendet
Belichtungskorrektur -0.67 EV

Vielen Dank Euch allen!
Es ist mir eine Freude den RB und die Bilder mit Euch zu teilen.


Gruß!
der Joe

Teil 3419. Nov. 2014

Tag 21, eine königliche Morgenpirsch und ein Abschied

Nach einer ordentlichen Nacht ging es los auf die letzte Pirsch in Umlani.
Elvis hat uns für unsere letzte Fahrt ein Erlebnis mit dem König der Tiere versprochen. Wenn wir auch etwas skeptisch waren, aber Elvis hielt sein Versprechen.
Wir hatten das Gefühl die zwei Autos von Umlani und die zwei Autos von Kambaku (die besten Fährtenleser, die ich je erlebt habe) suchten alle für uns die Löwen.

Und ja sie wurden belohnt. Und wir damit auch.
Die zwei Brüder auf Wanderschaft. Was gibt es schöneres als zwei große männliche Löwen die Tatze für Tatze vollkommen lautlos setzen?










So ganz geheuer war das einigen nicht im Auto. Da war kuscheln angesagt.
Das gemeine daran war nur, dass über der Straße ein kleiner Teil von Kombaku kam, der nicht für das querfeld einfahren freigegeben war. Und genau da wollten die Löwen hin. 😠


Nun, Elvis wäre nicht Elvis, wenn er nicht all seine Beziehungen spielen ließe und wie will ins Funkgerät quatschte. Auf dem kleinen Dienstweg erreicht man doch manchmal mehr. Great Job, Elvis!
Also nichts wie hinterher.






So liebe Freunde und Afrika-Liebhaber war das nicht ein perfekter Abschluss?

Nach dem Frühstück kam der Shuttle. Alles war perfekt organisiert.
Es war eine wunderbare Zeit. Trotz Zeckenärger.
Wir mussten versprechen bald wieder zu kommen. Damals dachten wir nicht daran, dass dies schon bald sein würde.

Thanks a lot!


Joe

Teil 3520. Nov. 2014

So liebe Freunde, bevor ich weiter mache möchte ich euch gerne unsere nächste Unterkunft vorstellen:
Naledi http://www.naledigamelodge.com/

Es gibt zwei kleine Lodges.
Naledi Bushcamp, das unvergleichlich schön leicht erhöht mitten im Busch liegt. Hier gibt es Platz für max. 9 Personen, was aber eher ein theoretischer Wert ist. Meist ist man zu 5 oder 6 im Landcruiser. Das Bushcamp ist das Orginalcamp von Kjell, dem Inhaber. Es war sein privater Wohnsitz. Kjell ist einfach wunderbar. Ein Perfektionist ohnegleichen. Seine positive Grundhaltung und die Liebe zu den Menschen, den Tieren und der Wildnis prägen beide Lodges.

Das zweite Camp ist Enkoveni, ein sehr altes Camp, das seid einigen Jahren komplett renoviert wurde. Es verbindet Luxus und den Charme direkt am Fluß zu liegen. Aktuell sind hier ca. 8 Zimmer, die auf 2-3 Autos verteilt werden.

Naledi ist für uns immer wieder ein Traum. Es ist winzig, liegt wunderbar und ist einfach von seiner ganz eigenen Intimität.

Kann ein Blick schöner sein?




Das Frühstück.
Buffet, außer ein paar Cornflakes, ist hier ein unbekanntes Wort. Alles ist perfekt zubereitet und liebevoll angerichtet.
Im Hintergrund das offene Feuer an dem man sich vor dem Abendessen trifft (außerhalb jeder Umzäunung).


Jeden Morgen gibt es etwas anderes. Immer erst reichlich Obst.


Das warme Gericht wechselt täglich.


Eine runde schwimmen? Oder einen Hike machen? Oder einen Hide besuchen und Büffel anschauen? Alles ist möglich. Nach dem Frühstück kann jeder der 5 Gäste machen was er mag.


Das Bushcamp hat das beste Personal der Welt. Es ist selbstbewusst und selbstsicher, dabei ziemlich frech. Unterwürfigkeit oder Distanz kennt hier niemand. Es ist in jeder Beziehung perfekt. Freundlich und Hilfsbereit.
Wir haben dort richtige Freundschaften. Es gibt Küsschen zum Willkommen und Tränen beim Abschied. Bushcamp ist einfach anders.
Lukas, der Koch


Kjell ist der größte Arbeitgeber im Balule. Er beschäftigt aktuell 60 Personen (für ca. 35 Gäste verteilt auf zwei Lodges). In Südafrika ernährt ein Arbeitnehmer 12 Familienmitglieder. Das ist auch eine Verantwortung.


Das Mittagessen findet im freien statt, genauso wie das Abendessen. Nur das Frühstück im Lodgegebäude. Was aber an den Affen liegt. Beim Frühstück und beim Abendessen ist immer Kjell oder jemand von der Lodgeleitung anwesend und isst zusammen bei den Gästen.




Blick von unserem Zimmer auf die Terrasse und die Wildnis:


Terrasse und unser privater Whirlpool:


Blick ins Schlafzimmer. Wir hatten zwei davon. Dazwischen Küche und Wohnbereich.
Dahinter der Zugang zu einem der zwei Bäder.


Das Bad:


Auf unsere vollkommen uneinsehbaren, absolut ruhigen Terrasse ist man ganz privat für sich. Man kann im Adams- oder Eva-Kostüm draußen rumlaufen und sich Abtrockenen.
War mir das peinlich, dass es doch auf einmal Zuschauer gab 😊 😵 . Und dann noch eine Familie mit zwei Kindern. Ich weiß nicht mehr wer mehr geschockt war. Die oder ich. 😗
Die Zuschauer an unserem privaten Wasserloch, nur für uns einsehbar:


Warzenschwein sieht man fast den ganzen Tag. Eine Familie betrachtet das kleine Wasserloch als ihr persönliches. Aber auch Impalas und Vögel schauen immer wieder mal vorbei. Es sollen aber auch schon Elefanten dagewesen sein.




Die Warzenschweine treiben sich auch im Camp rum:


Das Camp selbst ist umzäunt. aber nicht mit einem hohen, sondern mit einem flach liegenden Elektrozaun, der die Optik nicht stört. In der Gegend gibt es eine sehr hohe Löwendichte. Beim Bau kam es zu etlichen gefährlichen Situationen, was Kjell dazu bewog diese Sicherheit einzubauen. Trotzdem gibt es etliche Tiere im Camp. Die Warzenschweine bewegen sich einfach über den Zaun, was sie ständig vor Schmerz grunzen lässt (verrückt - oder?). Die Antilopen steigen einfach vorsichtig darüber. Und die Affen, die Schlauberger, wissen genau welche Drähte unter Strom stehen und welche nicht.






Ein paar Worte zu Balule.
Balule ist er seit gut 20 Jahren offen zum Krügerpark. Vorher war es privates Gelände auf dem viel geschossen wurde.
Bis heute gibt es viele Privathäuser, auch von ANC-Ministern im Gebiet. Einige Menschen haben das Privileg dort ihr Leben zu verbringen.
Es gibt vergleichsweise wenige, aber dafür sehr kleine Lodges. Entsprechend sind viel weniger Fahrzeuge unterwegs wie im Timbavati oder gar in Sabie Sand. Balule ist viel weniger touristisch.
Das hat Vor- und Nachteile. Es werden weniger Tiere entdeckt, dafür kann man oft so lange stehen bleiben wie man will. Was einfach eine besondere Atmosphäre schafft.
Balule ist natürlich Big 5 Country.
Es gibt sehr, sehr viele Löwen. Mit dem York Pride angeblich einer der größten Löwen überhaupt. Elefanten und Büffel sind reichlich. Breitmaulnashörner werden häufig gesehen (wir hatten dieses Jahr keine). Balule hat sich einen Namen gemacht für seine Spitzmaulnashörner, die hier oft Junge gebären.
Leoparden sind eigentlich reichlich da, aber im Gegensatz zu Sabie Sands noch viel scheuer. Man sieht sie vergleichsweise selten, aber immer öfter.
Balule ist einfach ein bisschen anders.

Ich liebe Naledi und Balule und bin deshalb parteiisch.
Nächstes Jahr werden wir das 4.x dort sein.


Gruß!
der Joe

Teil 3621. Nov. 2014

Tag 21, die Abendpirsch oder so etwas habe ich noch nicht erlebt

Ganz ehrlich:
In Naledi angekommen habe ich erst einmal eine halbe Stunde geduscht. Irgendwie ist so eine richtig super gut funktionierende Dusche schon was schönes. Und das bequeme große Bett mit der schönen Bettwäsche hatte auch Anziehungskraft.
Als Kjell uns begrüßen wollte (er war bei unserem Ankommen unterwegs) konnte sich meine Frau nur ein Handtuch umbinden und ich grinste verlegen aus dem Bett. Er war aber noch viel mehr verlegen. 😄

Bis Oktober letzten Jahres ist Kjell jede der zwei Pirschfahrten am Tag selber gefahren. Er liebt die Natur über alles. Er und sein Trecker Preem waren ein fast legendäres Gespann.
Aber zwei Lodges zu verwalten mit so vielen Angestellten ist ja schon eine tagesfüllende Aufgabe.
Also stellte er einen zusätzlichen Fahrer ein, der zusammen mit Preem die Gäste glücklich machen sollte. Was auch hervorragend klappt.
Aber wer Kjell kennt weiß, dass das nicht gut gehen konnte. Kjell hört 24h am Tag den Funkverkehr zwischen den Lodges und den Fahrzeugen ab. Er will immer informiert sein.
Und Kjell ohne sein tägliches Safarierlebnis ist ja kaum vorstellbar. "Es war immer mein Traum mitten im Busch zu leben und täglich ein Teil dieses Busches zu sein". Und dann nur noch administrative Aufgaben?
Inzwischen fährt es wieder mindesten 2-4 Pirschfahrten pro Woche selber.
Und unsere fünf Tage? Er ließ es sich nicht nehmen uns selbst zu fahren. Zusammen mit Tracker Jimmy, den wir sofort ins Herz schlossen.

Und könnt Ihr Euch vorstellen, was bei unserer ersten Pirschfahrt passierte?
Wir sahen nichts. Nothing. Rien. Njente.
Nicht mal ein Impala. 3,5h Pirsch und kein Tier. Zumindest nichts, das irgendwie nah am Auto war.
So etwas hatte ich noch nie erlebt. Kjell war am Boden zerstört.

Und soll ich euch noch eine Story erzählen?
5 Tage war im Gebiet ein Gepard, der früh und abends gesehen wurde. Vor diesem Abend verschwand er. Liebe Geparden, eigentlich mag ich euch sehr, aber inzwischen kann ich euch nicht mehr leiden.

Wie immer wurden wir mit heißen Tüchern und einem Getränk begrüßt. Überall im Camp brannten offene Feuer. Ach, das ist so kitschig schön in Naledi zu sein.

Ach übrigens wir hatten einen schönen Sonnenuntergang. 😈





Zu diesem Zeitpunkt konnten wir nicht ahnen was morgen früh auf der Pirsch passieren sollte. Wir hätten wohl nicht geschlafen.
Und ich hab verdammt gut geschlafen. Hätte ich vermutlich nicht, wenn ich gewusst hätte was die Zecke noch mit mir machen sollte.


Gruß!
der Joe

Teil 3722. Nov. 2014

Tag 22, diese Morgenpirsch bleibt unvergessen

Leider gibt es in Naledi keinen gemeinsamen Morgen-Kaffee.
Aber Punkt 6.00 saßen wir zusammen mit einem amerikanischen Päärchen im Landcruiser.
Es konnte ja nur besser werden wie gestern.

Nach ein paar Minuten trafen wir auf einen frischen Kill. Eindeutig von einem Leoparden, denn nur die fressen konequent von hinten nach vorne. Leider lies sich der Leo nicht blicken. Er bewachte den Kill nicht. Das tote Impala war nur unter einen Baum gezogen, sodass sich die Geier nicht darüber hermachen konnten.

Dieser wunderschöne Bursche war aber zügig auf dem Weg.


Graubürzel-Singhabicht


Kudus weiblich




Dann begann auf einmal das Große Gefunke.
Das York-Rudel wurde gesichtet. Die Laufrichtung der Tiere wurde abgeglichen und Pläne aufgestellt.
Kjell beschloss die Tiere großräumig zu umfahren um dann auf Sie zuzufahren. Das war genau die richtige Entscheidung wie sich herausstellen sollte.

Nun - was ist das York-Rudel?
Dabei handelt es sich aktuell um 3 sehr große weibliche Löwen und einen ganz mächtigen männlichen Löwen. Die 4 Tiere haben meist Nachwuchs dabei. Haben aber aktuell keine Cubs. Das besondere am York-Rudel ist, dass diese als einer der letzten Löwen im Kruger, als TBC frei gelten und auch nicht von der Immunschwäche betroffen sind. Ihr werdet es gleich an den Bildern sehen wie ein vollkommen gesunder Löwe aussieht. Dazu kommt noch, dass die vier zusammen bei der Jagd perfekt zusammenarbeiten. Es wird kaum Kraft auf der Jagd vergeudet.

Der York-Pride. Angeblich einer der größten Löwen, die es überhaupt gibt.


Ein wunderschöner Bursche - oder?


Dem Bauch nach war die nächtliche Jagd erfolgreich.




Und jetzt begann etwas was wir als Laien erstmal nicht verstanden.
Der männliche Löwe setze sich unübersehbar mitten in die Landschaft. Die drei Weibchen schwärmten aus. Liefen ganz entspannt, aber doch aufmerksam umher.


Kjell:"They are hunting".
Hunting? Auf was denn bitte schön? Weit und breit war kein anderes Tier zu erahnen.
Eine Löwin tauchte auf einmal hinter unserem auto auf. Sie verwendet den Toyota als Deckung.
Schlagartig rannte die Löwin los. Von null auf 60km/h in weniger als einer Sekunde.
Gleichzeit kamen die zwei anderen Weibchen angerannt. Das Männchen sprang auf und bewegte sich wieselflinlk.
Alle 4 sprinteten (anders kann man das nicht ausdrücken) auf einen Busch zu, der in einem kleinen Loch wuchs.
Das ganze dauerte höchstens einen Wimpernschlag.
Wir waren irgendwie total baff. Alles ging so schnell.
Kurz war es vollkommen ruhig.
Und dann begann es.
Ein Gequitsche, ein Gequicke. Herzerreissend. Das Brechen von Knochen. Das kurze Gebrüll der Löwen. Das ganze dauerte vielleicht 20-30 Sekunden. Es war faszinierend. Und doch fürchterlich. Es war der verzweifelte, aber kurze Todeskampf eines Warzenschweins.
Es lief uns eiskalt über den Rücken.
Es erschütterte uns und zog uns doch in seinen Bann.

Vermutlich haben viele von euch schon Raubtiere und ihre Beute gesehen. Raubtieren beim Fressen zugeschaut. Das hatten wir auch schon mehrfach.
Irgendwie wünscht man sich immer so einen Angriff einmal direkt mitzuerleben. Wenn man aber so hautnah dabei ist wie wir, dann ist alles auf einmal ganz anders. Das schlimme war der Todeskampf des Schweins. Das Gequicke. Der Wille dem sicheren Tod zu entgehen.
Auf einmal war das keine abstrakte Vorstellung mehr. Es war die direkte Begegnung mit dem Tod eines Lebewesens.
Aber auch Bewunderung für die ausgeklügelte Strategie der Löwen. Vermutlich haben die Löwen den Warzenschweinbau schon lange im Blick gehabt. Der männliche Löwe setze sich deutlich sichtbar in die Nähe des Baus. Das durchaus große Warzenschwein beobachtet wohl nur den Löwen. Die Löwinnen streiften gelangweilt durch die Gegend. Den Löwen fest fixierend, vergaß das Warthog die eigentliche Gefahr. Wie auf Verabredung gingen alle drei Löwinnen gleichzeitig auf ihr Opfer los und ließen ihm nicht den Hauch einer Chance. Keiner der Löwen wurde dabei verletzt.
Während ich diese Zeilen schreibe höre ich das Warzenschwein quicken. Dieses Geräusch hat sich für alle Zeit eingebrannt.

2-3 Sekunden nach dem Todesbiss:




Ich mache hier mal einen Cut.
Die nachfolgenden Bilder sind vielleicht nicht Jedermanns Sache. Jeder dürfte das anders empfinden.
Für kleine Kinder oder während des Essen sicher nicht Ideal.
Da wir nur 2-3m entfernt waren ist das sozusagen der Tod Macro.



Gruß!
der Joe

Teil 3822. Nov. 2014

Achtung blutige Bilder!





















Vermutlich war das der zweite Kill dieser Löwen innerhalb 12h. Es war zwar eine gemeinsame und ausgeklügelte Jagdtechnik und zuerst fraßen auch alle vier gemeinsam. Aber nach wenigen Minuten zog sich der Männliche Löwe mit seiner Lieblingslöwin (?) zurück und die anderen zwei fraßen gemütlich weiter. Vermutlich bekamen die zwei Führungslöwen beim ersten Kill den Löwenanteil (passt hier 🙂 )und die anderen zwei hatten jetzt genug Zeit ihren Bauch vollzufressen.









Irgendwie waren wir alle ganz gebannt von diesem blutigen Schauspiel. Wir waren ja so nah dran. Und dieses Erlebnis war schon sehr intensiv. Gar nicht glücklich blickte Marc drein, der auch nicht fotografierte. Marion und ich saßen in der ersten Reihe und Marc ganz hinten. Zwischen uns die Amerikaner. Marcs Lieblingstier in Südafrika ist das Warzenschwein. Schon seit unserem ersten Besuch in Südafrika liebt er dieses Tier. Die seelische Belastung für einen sonst so coolen 15-jährigen war schon hoch.





Tut mir leid, dass ein paar Zweige im Weg sind. Ich bat den Tracker diese umzuknicken, aber er wollte nicht von seinem Sitz runter. Feigling! 🙂















Das war ein sehr intensives auseinandersetzen mit fressen und gefressen werden.

Den Weg zurück ins Camp legten wir schweigend zurück.
Marc hielt sich tapfer, aber zurück im Camp flossen dann doch auch Tränen. Für ihn war das quieken des Schweins einfach das schlimmste. Marc war wütend auf die Löwen und beschimpfte sie. Es war für uns alle sehr emotional. Marc wollte die anderen nicht sehen und ließ das Frühstück ausfallen. Auch beim Frühstück diskutierten wir alle noch das Gesehene.

Ich hoffe die Bilder sind okay für Euch.

Gruß!
der Joe

Teil 3924. Nov. 2014

Tag 22, die Abendpirsch oder Löwen sind schön

Pünktlich um 16.00 ging es los.
Erstes Ziel war Rosies. Das ist das Wasserloch bei Africam. Da ist auch ein großer Hide. Auf der Webcam konnte man Büffel sehen. Also nichts wie hin.







Kudus beobachten uns neugierig. Neugierig = weibliche Kudus.








Dank Jimmy unserem Tracker fanden wir auch die Löwen von heute morgen.




Kann man näher dran sein? Faszination pur.





Was machen Löwen am liebsten.


Aaaah - ich werde fotografiert. Da muss ich mich zeigen.


Ich schlaf doch lieber noch eine Runde.


Ich bin ein Star und stehe im Rampenlicht.


Naledi liegt leicht erhöht über dem Busch.

Sodass die überall brennenden Fackeln und offene Feuer vschon von weitem zu sehen sind.
Ein Traum, wenn man "nach Hause" kommt. Der Apero wartet, nette Gespräche, ein wunderbares Essen, ein warmes Zimmer mit einem kuscheligen Bett. Ein Alptraum wenn man Fieber bekommt. Und das mitten im Busch.
Gute Nacht!

der Joe

Südafrika 2014 "you'll never know" von lionfight

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/284038-suedafrika-2014-you-ll-never-know

Stand: letzter Berichtsteil vom 24. Nov. 2014

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.