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Reisebericht · namibia-forum.ch

Simbabwe - neugierig hin.... begeistert zurück!

von Sanne · 30 Teile

Teil 103. Dez. 2012

Liebe FoMis,

seit Anfang November sind wir aus Simbabwe zurück und im Rahmen dieses Berichts wollen wir unsere Eindrücke an eine unvergleichlich schöne Reise festhalten und Euch möglichst viele Infos und Argumente für eine Simbabwe-Reise liefern.

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit will ich dieses Mal meinen Reisebericht nicht streng chronologisch, sondern möglichst mit thematischen Schwerpunkten aufbauen, weil ich denke, dass sich Interessierte dann vielleicht nur den für sie relevanten Teil raussuchen können. Ob das stringent klappt, werde ich wohl erst im Verlauf des Berichts lernen. Zunächst aber die wichtigsten Infos vorab:

Fact Sheet
Reiseverlauf: Frankfurt – Johannesburg/Südafrika – Beitbridge – Masvingo/Great Zimbabwe – Eastern Highlands – Mana Pools NP – Matusadona – Hwange NP – Matopos NP – Beitbridge – Sun City/ Südafrika – Johannesburg/Südafrika – Frankfurt

Fahrzeug: Toyota Hilux mit 2 Dachzelten von Bushlore http://www.bushlore.com/ – am Ende einen Totalschaden am Reifen, einen Teilschaden am Reifen, eine rausgebrochene Schraube an der Klappe des Aufbaus, ein verlorenes Nummernschild

Vorbereitungen: Wir hatten im Vorfeld nur den Flug (Lufthansa mit A380 ab Frankfurt für unter Euro 800) und den Mietwagen über Buslore (rd. Rand 1.000 pro Tag) gebucht. Die Route hatten wir schon genauer geplant und grob überlegt, wie lange wir an welchem Ort verbringen wollten. Unsere Idee war, die meiste Zeit mit dem Dachzelt zu campen und gelegentlich eine feste Unterkunft zu nehmen. Für die, die sich fragen, wieso es zu dieser Kombination von festen Unterkünften und Campsites kommen sollte, erkläre ich gern, dass ich bislang eine überzeugte Lodge-Hopperin war und die beiden Herren eher der Camping-Liga zugeordnet werden können. Ob ich knapp vier Wochen auf Campingplätzen und ohne „hübsche“ Badezimmer schön finden würde, habe ich anfangs bezweifelt.

Wir: Meine Begleitung Volker und Roland sind begeisterte Camper-und überzeugt, „dass ich das kann“, Bislang hatte ich Zelten nicht mit Afrika in Verbindung gebracht, aber ich wollte es gern versuchen, so viel Vertrauen in mich muss ja belohnt werden. Aufs Zelten habe ich mich durchaus gefreut, mit den sanitären Einrichtungen fürchtete ich schon im Vorfeld auf Kriegsfuß zu sein, nachdem uns ein lieber Freund „sehr gute und schöne“ Einrichtungen per Foto zeigte und ich spontan nach eine Solardusche im Internet Ausschau hielt und mich fragte, ob im Namibia-Forum wirklich zu Recht Forumsmitglieder mit portablen Toiletten belächelt wurden. Auf Toilettenbilder verzichte ich daher… 😗

Anreise über Südafrika
Die Übernahme des Fahrzeugs bei Bushlore in Randburg erfolgte problemlos. Wir wurden am Flughafen abgeholt und erhielten eine ausführliche Einweisung bei Bushlore. Gemeinsam wurden die Dachzelte aufgebaut, wir inspizierten das Fahrzeug gründlich. Soweit schien alles okay, die Schlafsäcke waren frisch gereinigt, es gab neben Kopfkissen sogar Bettlaken und Handtücher. Letztere hätte ich also nicht mitschleppen müssen. Das aufgebaute Zelt mit Kissen, Laken und Schlafsack war sehr einladend – die Idee mit dem Dachzelt war offensichtlich doch gut gewesen. Es konnte also losgehen!

Von Randburg sind wir zunächst nach Polokwane gefahren. Wir sind erst gegen 14 Uhr losgefahren, einkaufen wollten wir ja auch noch, schon jetzt war klar, einen Sundowner außerhalb des Fahrzeugs würden wir wohl nicht schaffen. Vorab hatte ich über das Internet unsere erste Unterkunft gebucht. Zunächst wollten wir nicht campen, um in Ruhe unsere Einkäufe verstauen zu können.
Erst gegen 19 Uhr erreichten wir die Wildthingz Lodge und unsere Gastgeber hatten sich schon Sorgen gemacht, ob wir überhaupt noch erscheinen würden. Die Website ist wohl noch in Arbeit, daher hier der Link über eine SA Venues http://www.sa-venues.com/visit/wildthingzlodge/ .
Die einzelnen Häuser waren riesig, komfortabel eingerichtet und sehr sauber. Als Zwischenstopp sehr schön. Nach der Anreise waren wir ganz schön platt und entschieden, die Packerei am nächsten Morgen ausgeruht und im Hellen zu erledigen.

Unser Toyota war ein echtes Raumwunder, was es aber bei der Menge an Lebensmitteln, Getränke und Campingequipment auch sein musste. Unzählige Wasserkanister, Weinflaschen, Bier- und Coladosen verschwanden auf der Ladefläche und auch der Engel wurde randvoll. Auf der Rückbank verstauten wir die preiswert erworbene Kühlbox und gefühlte 10 Kubikmeter Fotoausrüstung.

Von Polokwane aus wollten wir am zweiten Tag in Südafrika nah an die Grenze zu Simbabwe, da wir den Rat bekommen hatten, den Grenzübergang Beitbridge möglichst in der Früh zu passieren. Beitbridge soll organisatorisch eine Katastrophe sein und ist vor allem durch LKWs sehr stark frequentiert. Allerdings kam uns der Streik der LKW-Fahrer zugute, auch wenn es insgesamt aus unterschiedlichen Gründen dann vor Ort doch noch recht lange gedauert hat. Aber dazu im Kapitel „Beitbridge“ später mehr.

Nach einem weiteren Einkauf der „paar noch fehlenden Dinge“, die spielend den Platz von drei riesigen Einkaufswagen benötigten, räumten wir im strömenden Regen den Wagen voll – nun war allerdings nicht mehr sehr viel Platz! Es war es dann doch wieder dunkel, als wir die Dongola Ranch erreichten. Am Gate hatte man bereits Feierabend, ließ uns dann aber freundlicherweise noch rein. http://www.dongolaranch.co.za/
Wir haben uns für ein Double Safari Tent entschieden. Diese verfügen über eine separate Dusche, Toilette und Küche. Grillmöglichkeiten gibt es natürlich auch, Holz kann man im Shop erwerben. Ein Restaurant gibt es ebenfalls, das haben wir aber nicht probiert. Den ersten Abend waren wir nicht zum Grillen gekommen, das musste jetzt nachgeholt werden. Afrika ohne zu Grillen ist für mich halt eben nicht das wahre.

Die Anlage ist sehr hübsch und gepflegt angelegt. Die Zelte sind zweckmäßig und geräumig. Auf der Dongola Ranch kann man es sicher auch ein paar Tage gut aushalten. Aber wir wollten ja weiter nach Simbabwe und sprangen daher am nächsten Morgen früh aus den Betten und waren viertel vor acht an der Grenze und unser Erlebnis „Grenzübertritt in Beitbridge“ konnte beginnen.

Anbei noch ein paar Bilder von Dongola:









Dieser erste Teil hat noch etwas wenig Bilder - ich fürchte aber, Ihr werdet im Verlauf der Reise über die viel zu vielen Bilder noch den Kopf schütteln... 😊

Teil 2 zu Beitbridge und Great Zimbabwe liefere ich morgen - jetzt wartet Beethoven mit seiner Neunten auf mich. 😛

Liebe Grüße
Sanne

Teil 204. Dez. 2012

Grenzübergang Beitbridge

Wir fahren an einigen LKWs vorbei, um zu den Gebäuden der südafrikanischen Grenzkontrolle zu gelangen. Durch den Streik ist die Schlange aber nicht übermäßig lang. Direkt vor der Immigration finden wir einen Parkplatz und suchen kurz die Informationsunterlagen zum Grenzübertritt Südafrika/Simbabwe, die wir aus dem Internet gezogen hatten. Die Lektüre zeigt, Südafrika zu verlassen, wird einfacher und weniger aufwändig werden als in Simbabwe einzureisen – naja, wir werden sehen.

Den Link zur 4x4 Community und dem „Ablaufplan“ für den Grenzübertritt hatte Volker bereits zusammen mit unseren Erfahrungen an der Grenze im Forum gepostet – das verlinke ich hierhin.
http://www.namibia-forum.ch/forum/151-diverses/260693-grenzuebergang-beitbridge.html

Ergänzend dazu kann ich berichten, dass man für die Ausreise aus Südafrika mitnichten das langgestreckte Gebäude rechts der Parkplätze aufsuchen muss, sondern hierfür ein Safarizelt links davon eingerichtet ist. Dort sitzen gut gelaunte Grenzbeamte und stempeln fröhlich die Pässe ab. Wir standen mit etwa 20 anderen Personen in dem engen, schlecht belüfteten Zelt. Keine Ahnung, was der Kreislauf sagt, wenn dort mehr Menschen sind und es draußen deutlich wärmer gewesen wäre. 😗

Während es in Simbabwe ausreicht, wenn der Fahrer mit allen Pässen die Immigration erledigt, erwarten die Südafrikaner das Erscheinen jedes einzelnen Aus- oder Einreisewilligen!

Nach Ausreise aus Südafrika fährt man dann immer geradeaus und gelangt an einen Platz, an dem man sein Auto abstellen kann. Eine Beschilderung ist uns nicht aufgefallen. Den restlichen Weg zu den Immigration Gebäuden läuft man dann. Wir hatten anfangs nur unseren Fahrer mit dem „Schlepper“ losgeschickt, wir anderen beiden blieben im Auto und sahen dem Treiben zu. Fasziniert beobachteten wir, wie ganz links von uns (auf dem Bild ganz rechts) Autos vollständig entladen und begutachteten wurden. Das hübsche rote Auto war auch nach zwei Stunden noch nicht dran…



Erstaunlich fanden wir, wie gelassen alle hier in den Schlangen standen, stoisch ihr Zeug von den Autos abbaute oder die Fahrzeuge wieder beluden. Gerade die Neubeladung des Busses (Bild unten) wurde von uns begeistert 2,5 Stunden angeschaut. Im Hintergrund sieht man den rechten Teil der Immigration Gebäude, im Vordergrund ist der „Parkplatz“.



Nach ewig langer Zeit, wir hatten schon Sorge, Volker sei verschollen, kam er zurück und „lud mich ein“, unsere Good Guy/Bad Guy-Parodie zum Besten zu geben, da die Schlepper und später auch der „Police Clearance“-Stempler auf der CVG (Commercial Vehicle Guarantee) bestand. So gut unsere Vorstellung auch war, wir konnten nur den Wert runterhandeln. Hier lernten wir zum ersten Mal, dass Fees/Fines usw. dem Grunde nach kaum, aber in ihrer Höhe durchaus verhandelbar sind. Dieses Wissen hat uns später gerade bei Speeding usw. den einen oder anderen Dollar gespart.



Unser Fazit von Beitbridge:
Entspannte Anreise ist sicher anders. Wir hatten uns im Vorfeld nicht so viele Sorgen gemacht, da wir alle bereits Grenzübertritte (Namibia, Botswana, Sambia, Mozambique) im südlichen Afrika kannten und uns vorher über das Prozedere informiert hatten. Die Diskussionen über das CVG haben bei uns den Aufenthalt an der Grenze deutlich verlängert. Ich hätte angenommen, dass man bei ausreichender Sturheit diese „Zwangsversicherung“ umgehen kann. Wir haben uns letztlich entschieden, sie herunterzuhandeln und zu zahlen, auch wenn ich manchmal kurz davor war, wieder umzudrehen, aber ich bin eh kein geduldiger Mensch.

Beitbridge ist als „Erstkontakt“ zu Simbabwe daher nicht so toll, aber je länger wir dann im Land waren und je mehr Einheimische wir kennengelernt haben, desto stärker verblasste die Erinnerung. Simbabwe ist so schön, seine Bewohner so herzlich, hilfsbereit und freundlich, dass es ein Jammer wäre, würde man sich von Beitbridge abschrecken lassen.

Teil 309. Dez. 2012

Lake Kyle/ Lake Matrikwi

Direkt hinter der Grenze liegt der Ort Beitbridge und scheint über alles zu verfügen, was man so braucht: Tankstellen, Fastfood, Supermärkte. Daneben sehen wir Souvenierstände und einen Hotelbau, der sich drei Wochen später schon sehr vielversprechend entwickelt haben wird. Keine Ahnung, wieso das dort so fix geht und „mein“ Bürgermeister Wowereit an so einem Hauptstadtflughafen scheitert. 😗

Wir kommen zügig voran, viel Verkehr ist nicht, die Straßen sind in einwandfreiem Zustand. Nach nur kurzer Zeit haben wir den ersten Kontakt zur Straßen-Mautstelle und zahlen den Einheitspreis von einem USD. Später erwartet uns die erste Verkehrspolizeieinheit. Wir hatten das Tempolimit zwar gesehen, die Geschwindigkeit auch gedrosselt, aber verfrüht angenommen, das Tempolimit sei aufgehoben worden. Man lässt uns wissen, dass 20 USD fällig wären. Wir zahlen, lernen aber mit der Zeit, dass dies der höchstmögliche Betrag ist, bevor ein solches Vergehen vor Gericht geht. Unsere späteren Bemühungen, den Preis zu drücken, zahlen sich durchaus aus.

Nur kurze Zeit später – insgesamt werden wir reichlich Übung mit Verkehrsdelikten bekommen – erwischt es uns ein zweites Mal. Jetzt sind wir uns zwar sicher, dass in dem Ort zwar Geschwindigkeitsbegrenzungen waren, wir diese aber eingehalten hatten. Alles Diskutieren hilft leider nix – wir zahlen dieses Mal 10 USD.

Der Tag war bislang auf der „persönlichen Ausgabenseite“ recht teuer, wir halten uns nun penibel an alle sichtbaren Tempolimits, wenngleich wir eigentlich gern schnell unser erstes Ziel in Simbabwe erreichen wollen. Ich bin schon sehr gespannt auf den ersten Campingplatz und will endlich am Lake Matrikwi ankommen. http://www.zimparks.org/index.php?option=com_content&view=article&id=28&Itemid=94

Am Gate empfängt uns dann eine unglaublich nette Rangerin, die mit großem persönlichen Bedauern erklärt, dass die Angaben zu den Preisen zum Camping und dem Fahrzeug in den Nationalparks im Ilona Hupe (später unsere „Ilona“) fehlerhaft seien, denn dort wären die Preise für Südafrikaner verzeichnet. Freundlicherweise wird hier unser Fahrzeug als Südafrikaner, wir als Europäer berechnet!



Ich frage die nette Dame nach einer Detailkarte für den Nationalpark, aber verkäufliche Exemplare gibt es nicht. Bedauerlicherweise kommen nur sehr selten Touristen in den Park, was uns aber den Vorteil verschafft, dass die Rangerin anbietet, uns ihre Karte als Leihgabe zu überlassen. Wir versprechen, diese am nächsten Tag bei unserer Abreise wieder zurückzugeben und machen uns auf den Weg zum Campingplatz. Dort angekommen inspiziere ich die sanitären Anlagen (fließend Wasser, Strom, saubere Toiletten und Duschen), während die Jungs den bestmöglichen Stellplatz aussuchen. Warmes Wasser gab es hier nicht, das hatte man uns am Gate schon mitgeteilt, gab uns aber die Gelegenheit, gruppenintern zu diskutieren, was warm ist…. 🤪

Für eine gute Stunde begeben wir uns noch auf Game Drive, fahren dann aber zum Campingplatz zurück, da ich unbedingt im Hellen die Zelte aufbauen will. Der Aufbau gelingt schnell, Grillen im Hellen schaffen wir hingegen nicht. Erstmalig stehe ich mit Stirnlampe an unserem Tisch und schnippele Gemüse. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich grusele mich zu Tode, da eine Warzenschweinfamilie interessiert unser Treiben beobachtet. Erst mit zusätzlicher starker Taschenlampe fühle ich mich sicher genug, die Karotten weiter zu zerkleinern.



Eingemummelt in den Schlafsack – diese Nacht war es doch recht kühl – schlafe ich wie ein Stein. Diese Dachzelte sind so urgemütlich wie erhofft! 😉

Am Morgen starte ich meinen ersten Duschgang in afrikanischen Ablution Blocks. Warmes Wasser hätte mir den Erstkontakt deutlich versüßt, da es an diesem Morgen nicht nur kühl, sondern auch regnerisch ist.:S Der Blick auf den See von der Campsite aus muss gigantisch bei schönem Wetter sein, wir hatten leider viele Wolken und Nieselregen. Dafür fiel es uns umso leichter, den Weg in Richtung Great Zimbabwe anzutreten, denn nun sollte es in die Geschichte des Landes gehen…

Teil 409. Dez. 2012

Ich wollte noch ein paar Bilder zu Dongola nachliefern, weil ich es dort so schön fand (abgesehen vom Regen) 😉







Teil 511. Dez. 2012

Great Zimbabwe
Unter dem Begriff wird die Ruinenstadt rd. 40 km außerhalb von Masvingo verstanden und bedeutet „Große Steinhäuser“. Hier handelt es sich um die Hauptstadt des Munhumtapa-Reichs, das sich ursprünglich bis nach Mosambik erstreckte. Angeblich soll sich Robert Mugabe darauf berufen, der Linie des alten Herrschergeschlechts anzugehören. 😗 Die höchste Blütezeit der Siedlung war im 11. – 15. Jahrhundert, man geht davon aus, dass in dieser Zeit etwa 18.000 Einwohner dort lebten. Vorrangig ist die Ruinenstadt ein alter Palast, umfasste aber auch Dörfer, die als Art Lehen ihre Einkünfte aus Rinderzucht, Handel und Goldhandel an den Palast abgaben. Great Zimbabwe gilt als eine der ältesten und größten Stätten an Steinbauten in der Region. Von der ursprünglichen Ausdehnung und dem Wohlstand der Stadt zeugen die folgenden Bilder. Wir fanden es sehr beeindruckend, auch wenn das Wetter hätte schöner sein können. Die teils sehr engen Ringmauern sind unbedingt sehenswert und um den konischen Turm gibt es viele Interpretationen, welchem Zweck er wohl mal gedient haben könnte. Die Archäologen sind sicher aber einig, dass es sich nicht um eine statische Fehlplanung handeln soll…









Im Osten der Anlage gibt es den Nachbau eines Karanga Dorfes, in den Hütten gibt es hübsche Keramiken anzuschauen und zu erwerben. So schön die Sachen auch sind, mit Blick auf Gewicht und Ausmaße der einzelnen Stücke entscheiden wir uns schweren Herzens, nichts zu kaufen. Für die wenigen Touristen wird uns dann noch ein Tanz mit Gesang geboten, aber vor allem von dem kleinen Jungen waren wir ganz begeistert, weil er uns so schüchtern, aber auch sehr neugierig betrachtete…







Das kleine Museum ist einen Besuch wert, in vielen Schaukästen und Nachbauten der Anlage erhält man einen guten Überblick über die ehemalige Pracht. Wir sind dann noch im kleinen Shop (Souvenirs, Getränke) eingekehrt. Außen gibt es schattige Sitzplätze und Meerkatzen zur Unterhaltung werden ebenfalls geboten. Wir werden noch häufiger einen wirklich schönen Ort verlassen und es für die Einheimischen sehr bedauern, dass so wenige Touristen Simbabwe besuchen.







Teil 612. März 2013

Sorry, dass es so lange gedauert hat, bis ich an dieser Stelle mit meinem Bericht weitermache 😊 Danke an alle, die mich motiviert haben, endlich in die Pötte zu kommen 😉

Masvingo

Eigentlich wollten wir nach Masvingo nur für einen kurzen Stopp, um dort neben Geld zu holen nach einem Laden Ausschau zu halten, in dem ich eine SIM-Karte für mein Handy hätte kaufen können. Die Abhebung mit der Kreditkarte funktionierte problemlos, der der Bank gegenüberliegende Park zog dann aber doch unsere Aufmerksamkeit auf sich. Einkaufsstände, Straßenkünstler und eine kleine Ausstellung von alten „Fortbewegungsmitteln“ haben aus dem Park ein besonders Erlebnis unserer Reise gemacht.

Bei schönstem Wetter schauten wir alles in Ruhe an und machten zig Bilder. Die Jungs kamen mit ein paar Künstlern ins Gespräch, die ganz begeistert davon waren, sich von uns fotografieren zu lassen. Ich gebe gern zu, dass Masvingo die erste afrikanische Stadt war, in der ich als Touristin entspannt durch die Gegend gelaufen bin. Die Menschen dort waren unglaublich freundlich, man hupte uns an und winkte uns zu, wir hatten stets den Eindruck, sehr willkommen zu sein.

















Teil 712. März 2013

Auf dem Weg nach Chimanimani

Die A9 in Richtung Westen ist gut zu fahren, etwas langweilig und die Fahrt wird nur durch diverse Straßenkontrollen der Polizei abwechslungsreich. Auf etwa halber Strecke liegt der Moodies Pass. Hier hatte ein Burentreck Ende des 19. Jahrhunderts Jahre gebraucht, um mit Ochsenkarren und viel „Arbeit am Berg“ über den Berg zu kommen. Unterwegs kaufen wir am Straßenrand etwas Obst und Gemüse. Wir werden feststellen, dass es bei den Straßenverkäufern einen Einheitspreis von 1 USD gibt. Alles kostet genau einen Dollar, nur die Menge der Ware variiert stark …







Im winzigen Ort Birchenough Bridge gibt es nicht viel zu sehen, aber die Brücke selbst ist sehr schön und wirkt für die Umgebung irgendwie überdimensioniert. Als wir aussteigen, um aus der Nähe ein paar Fotos zu machen, erleben wir wieder die unglaubliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft in Simbabwe. Eine kleine Kirchengemeinde, die sich unter einem Baum versammelt hat, wird auf uns aufmerksam. Mit all dem Fotogeraffel fallen wir natürlich sehr auf. Es wird gewunken und spontan stimmen die Menschen ein Lied für uns an. Ich schwanke zwischen Freude und Rührung. Alle drei haben wir schon einiges in Afrika erleben dürfen, aber noch nie habe ich mich so sehr in die Menschen in einem Land verliebt.







und nun noch die Brücke 😉







Teil 820. März 2013

so, jetzt gehts mal wieder weiter... 😉

Chimanimani

Der Weg in den Nationalpark Chimanimani an der Grenze zu Mosambik zieht sich vor allem auf den letzten Kilometern durch die bergige Landschaft. Wir sind spät dran und bereits jetzt ist klar, wir werden voraussichtlich erst im Dunkeln ankommen. Also muss die Erkundung des Parks bis zum nächsten Tag warten, jetzt hoffen wir erst einmal, dass unser spätes Ankommen am Campingplatz kein Problem sein wird. Unser Camp Attendant wohnt etwas unterhalb des Campingplatzes und freut sich herzlich, dass wir vorbeischauen. Unsere Entschuldigungen, so spät zu sein, will er gar nicht hören. In der Dunkelheit schlägt er uns noch Holz und wir starten ein spätes Grillen. Auf dem Platz ist nur noch ein weiteres Paar. Die sind so vollständig campingmäßig ausgerüstet, dass wir überzeugt sind, es müsse sich um Südafrikaner handeln.















Der Campingplatz ist terrassenförmig angelegt, hat an einzelnen Plätzen sogar fließend Wasser. Die sanitären Einrichtungen sind sauber, aber etwas veraltet. Es funktioniert aber alles. Unser guter Geist vor Ort fragt lächelnd, ob ich morgens eine heiße Dusche will … und ob ich will! Morgens ist es recht frisch, aber schon gegen acht wird es unglaublich heiß. Wir werden durch eine Gruppe Jugendlicher geweckt, die mit Rucksäcken bepackt offenbar einen Schulausflug machen. Fröhlich lachend sind sie den schmalen Weg hinter dem Campingplatz hinausgeeilt und schon nach kurzer Zeit umgibt uns wieder unglaubliche Ruhe. Die Jungs wollen nach dem Frühstück den Berg ebenfalls erklimmen. Ich entscheide mich gegen die Bergwanderung mit Flipflops (meine festeren Schuhe liegen irgendwo gut versteckt) und für die heiße Dusche, Abwasch und einen sehr netten Plausch mit dem Attendant. Und ein paar Fotos zum Platz für die Dokumentation müssen natürlich auch noch gemacht werden.









Sehr lange sind die Herren der Schöpfung dann auch gar nicht weg: der Weg ist steil und steinig, das Schuhwerk offenbar auch nicht so geeignet und außerdem ist es inzwischen so heiß, dass sich der Spaßfaktor wohl auch in Grenzen hielt.

Dann können wir uns ja langsam auf den Weg machen, denn wir wollen noch unbedingt die Bridal Veil Falls anschauen. Der Wasserfall mit seinen vielen Kaskaden erinnert entfernt an einen Brautschleier, daher der Name.

An dem Wasserfall selbst liegt sehr malerisch ein weiterer Campingplatz. Allerdings sind hier die Sanitäranlagen irgendwas zwischen total heruntergekommen und grauenhaft. Da hatten wir mit unserem deutlich mehr Glück. Aber die Lage ist spektakulär schön.









Teil 923. März 2013

Unsere heutige Strecke ist relativ kurz, die Entfernung zwischen dem Chimanimani Nationalpark und den Bvumba Mountains ist durchaus übersichtlich und auch mit den geplanten Fotostopps sind wir sicher, heute grillen wir im Hellen. Die Wette hätte ich halten und eine Flasche Amarula einsetzen sollen, so schnell hätte ich selten gewonnen. 😗

Die Landschaft ist einfach zu schön, das Licht am heutigen Tage auch für den Fotografen „annehmbar“ 😉 , so dass wir eigentlich ständig anhalten und staunend die Schönheit in uns aufsaugen. Inzwischen bin ich ja auch in der Lage, im Dunkeln mit Stirnlampen zu schnippeln und dieses neue Talent werde ich wohl auch an diesem Abend einzusetzen wissen. Aber was ist schon zeitiges Eintreffen auf dem Campingplatz gegen diese Bilder?













Teil 1023. März 2013

Eigentlich wollten wir auf dem laut „Ilona“ desolaten Campingplatz im botanischen Garten übernachten, aber direkt vor dem Eingang „verlaufen“ wir uns auf einen kleinen privat geführten Platz und werden diese Entscheidung nicht bereuen. Die Betreiberin ist unglaublich herzlich und freut sich sichtlich über unser Kommen.
Einer ihrer Söhne bringt Feuerholz, Strom und heißes Wasser werden in den sehr sauberen Sanitäreinrichtungen aktiviert.





Rechts im oberen Bild: wenns mal etwas mehr Feuerholz sein soll - Volker wurde gefragt, ob er ein "großes Feuer" machen wolle; wollte er natürlich 🤩





Oben: wunderschöne "blühende" Ablutions 😉

Als wir am nächsten Tag abreisen wollen, werden wir gebeten, doch einmal die Näharbeiten (Tischdecken usw.) anzuschauen – vielleicht würde uns das ein oder andere gefallen. Die ganze Familie scheint versammelt zu sein, als wir erscheinen und die Decken gefallen uns so gut, dass wir eigentlich mehr kaufen als wir ursprünglich wollten. 😊

Gleichzeitig dürfen wir dann auch bewundern, wie hier das ABC gelernt wird 😉 Ganz hingerissen war die Familie, als wir sie um ein Foto baten, das wir zuhause von ihnen zeigen könnten. Die Eastern Highlands sehen uns wieder und hoffentlich betreibt diese reizende Familie dann immer noch den Campingplatz....



Teil 1105. Juli 2013

dank meiner neuen Brille sehe ich wieder besser und deshalb gehts endlich weiter 😊

Bvumba Mountains und der Botanische Garten
Der Name Bvumba Mountains bedeutet Nebelberge, die sich bei unserem Besuch aber so nebelig nicht zeigten. Zwischen steilen Bergstraßen, dichten Wäldern und herrlichen Aussichtsplätzen findet sich dann noch der teils verwilderte, aber traumhaft schöne ehemalige Privatgarten zweier Briten, der in Teilen als Nationalpark umgewidmet wurde.

Leider gab es kein Kartenmaterial dieses vielfältigen Parks, das Wegenetz ist dicht und die Beschilderung sehr spärlich. Sehr nette Angestellte weisen einem dafür aber gern immer wieder den richtigen Weg.
Der Botanische Garten hat neben wunderschönen Teichen, Parklandschaften inklusive Bäche eine weitere, wenngleich deutlich scheuere Attraktion: die Samangoaffen, die nur schwer zu entdecken sind, da sie sich in den Baumwipfeln und dem dichten Blattwerk sehr gut verstecken. Sie ähneln optisch den Meerkatzen, sind aber deutlich größer, dennoch nur sehr schwer zu fotografieren... Aufgrund der Hitze und der sehr hohen Luftfeuchtigkeit war der Besuch im Botanischen Garten durchaus anstrengend, aber sehr zu empfehlen.



















Teil 1205. Juli 2013

Nach dem Botanischen Garten machten wir uns auf den vielgepriesenen Rundweg zum Burma Valley und Essex Valley. Wunderschöne Ausblicke wechseln sich mit stark bewaldeten Gebieten ab, zwischendurch sieht man Tabak- und Teefelder, fährt auf gut asphaltierten wie auch auf maroden Schotterwegen.











eine Schule mit interessierten Schülern sehen wir auch noch 😉





In Richtung Mutare erreicht man schließlich den Prince of Wales Aussichtspunkt, der laut Hupe als unsicher gilt und der nur bei Anwesenheit von Polizisten besucht werden sollte. Wir hatten das bei „Ilona“ zu spät gelesen, aber die Anziehungskraft dieses tollen Ausblicks war auch zu groß. Man kann von dort weit nach Mozambique schauen und den Verkehr an der Grenzstation beobachten. Und der wunderbare Holz- und Stein-Souvenir-Stand wurde von nur nicht leergekauft, weil wir die oftmals unglaublich schweren Einzelstücke beim besten Willen nicht ins Gepäck bekommen hätten. Was wir sehr bedauert haben…





Teil 1305. Juli 2013

Mutare/ Musangano Lodge

Heute wollen wir in Mutare übernachten. Ich will hier unbedingt eine Prepaid-SIM erwerben, da ich gelegentlich doch mal telefonieren und meine Emails checken müsste. Leider hatte mir bereits in Südafrika die Telekom nett per SMS mitgeteilt, sie hätten jetzt so ein neues Sicherheitsfeature, das hohe Kosten im nichteuropäischen Ausland kundenorientiert verhindern würde 😐 – man hätte flugs erkannt, dass ich mich ja aus Südafrika einbuchen würde und das ist natürlich sehr teuer 😐 😐 , aber mit dem Sicherheitsfeature bräuchte ich mir keine Gedanken zu machen – man hätte die Nutzungsmöglichkeiten abgestellt! 😮 😈 Nach Rücksprache wusste ich zudem, dass da telefonisch nichts zu machen sei (Sicherheitsfeature) 🤪
. Nun gut, ich wollte ja eh eine Prepaidkarte in Simbabwe kaufen. In den nächsten Wochen sollte sich zeigen, es wäre alles so schön gewesen, wäre unser erstes gesichtetes Werbeschild nicht eins von „telecel“ gewesen. Es gibt wohl drei Anbieter in Simbabwe, „telecel“ hat die schlechteste Verteilung in der Fläche, die Qualität in den Städten ist aber überragend gut, aber ich wollte ja unbedingt in den erst besten Laden und kaufte dort Unmengen von „telecel-airtime“. 😗 Auch außerhalb der Städte sieht man viele Einheimische mit ihren Handys telefonieren – die haben aber offensichtlich alle SIM-Karten der anderen Anbieter. 😉

Als Übernachtungsmöglichkeit hatten wir uns zwei Alternativen überlegt. Über einen Freund wussten wir, dass die Musangano Lodge http://www.musangano.com/index.html sehr schön sein soll, der Campingplatz dort aber noch nicht fertig gestellt sei. Der Campingplatz in der Stadt ist an einem Hügel gelegen, man muss sich aber die direkt daneben verlaufende vierspurige Schnellstraße wegdenken, um es wirklich malerisch zu finden. Und so kam ich zu meiner ersten festen Unterkunft in Simbabwe: sehr ruhig, sehr sauber, sehr groß und mit über 200 USD nicht ganz preiswert!


















Mutare fand ich entgegen der Einschätzung „Ilonas“ nicht übermäßig ansprechend, die Umgebung der Stadt ist wirklich hübsch, aber die breiten Straßen sind eher etwas gesichtslos. Interessant hingegen fanden wir die unten gezeigte ausliegende Wochenzeitung und eine Bankfiliale, die man in Europa wohl hätte umbenennen müssen… 😗





Teil 1405. Juli 2013

hier noch zwei Bilder von der Campsite der Musangano Lodge: sah schon sehr schön aus, etwas schattiger könnte der Platz noch werden 🙂



Teil 1509. Juli 2013

auf dem Weg zu Pungwe-Falls





die Strecke zu den Mtarazi-Falls















und das Gefährt, das zu unseren Nachbarn der Campsite gehörte 🙂



Umkehrpunkt im Honde Valley

Teil 1610. Juli 2013

die Campsite...



der Weg zu den Fällen...







Teil 1710. Juli 2013

die Jungs arbeiten sich an den Fällen ab 😉






die Fälle mit fotografenfeindlichen Wolken...













aber die Aussicht war grandios 🙂



Teil 1810. Juli 2013

Forstindustrie zwischen Muskelkraft und Technik...















Teil 1910. Juli 2013

Impressionen aus dem Valley...















Teil 2010. Juli 2013

Verkehrsknotenpunkte und "Einkaufszentrum" 😉













Brücken, bei denen man dankbar ist, dass sie gegen Beton getauscht wurden 😗





Teil 2110. Juli 2013

der Fluss Pungwe und seine Brücken - selten war ich so froh, dass ich die Fotos machen durfe 😊






















Teil 2210. Juli 2013

und dann hatten wir noch wie beschrieben die tolle Begegnung mit ganz beeindruckenden Kids, denen wir anfangs Angst zu machen schienen, aber die Neugier ist dann doch viel größer gewesen 🙂
















und irgendwann kamen wir dann auch im Aberfoyle Tea Estate an... mehr Infos und Bilder folgen in Kürze 😛

Teil 2313. Aug. 2013

Nyanga National Park / Troutbeck und Worlds View

Unterschiedlich gut erholt von der Nachtruhe – Roland hatte wohl noch lange ein Auge auf das Buschfeuer nebenan – packen wir am nächsten Morgen unsere Sachen zusammen, Volker sichert noch Strecke und Bilder und wir machen uns auf den Weg. Frühstücken wollen wir am Worlds View, denn hier im Anglers Rest hätten wir zwar schön noch unter den Jacaranda-Bäumen sitzen können, aber es hing doch ein sehr starker Brandgeruch in der Luft.

Bei herrlichem Wetter und toller Fernsicht fuhren wir gemütlich durch die wunderschöne Landschaft und erreichen bald auch Troutbeck und das nobelste Hotel der Eastern Highlands – das Troutbeck INN. Die Anlage ist wirklich sehr schön mit dem Blick auf den Stausee und die Berge. Wir schlendern überall herum, viel ist im Moment noch nicht los, es ist Frühstückszeit und wir erhaschen einen Blick auf die Gäste – vorwiegend Geschäftsleute und wenige Touristen, wie uns scheint. Volker lässt es sich nicht nehmen, auch den Innenbereich anzuschauen, Roland und ich begnügen uns mit einer Rast auf der Parkbank am Golfplatz. Hier zu golfen muss wirklich sehr schön sein, allerdings ist es jetzt am Morgen auch schon brütend heiß.

Wir verlassen den Hotelkomplex, müssen aber am Ausgangstor feststellen, dass die Durchfahrt für die höheren Fahrzeuge blockiert ist. Die Pförtner sind sich sicher, wir kämen da aber trotz unseres Dachzeltaufbaus locker durch. Naja, es passte schon, viel Luft nach oben war aber nicht….



















Teil 2413. Aug. 2013

Kurz hinter dem Hotel biegt man auf einen Rundweg ab, an dem auch der Aussichtspunkt Worlds View liegt. Hier ist alles künstlich angelegt – die Stauseen, die Pinienwälder… Nach knapp 10 km erreicht man dann Worlds View. Der Aussichtspunkt war nicht besonders gut besucht, nur ein weiteres Fahrzeug kam später hinzu.

Auf dem Ausguck sind rundherum Tafeln angebracht, von denen man ablesen kann, in welcher Richtung z.B. Johannesburg liegt und wie weit es entfernt ist. Wir beginnen schon mal, zukünftige Ziele zu diskutieren. Die Aussicht von dort oben begeistert uns sehr. An einem schattigen Picknickplatz nehmen wir unser Frühstück ein und begutachten anschließend den riesigen Souvenierstand auf dem Parkplatz. Wir kaufen auch einige kleinere Stücke, wenngleich es auch Steinskulpturen mit weit über 50, 60 kg gegeben hätte.





















Teil 2502. Nov. 2013

Unser Fotobuch zu dieser Reise ist nach über einem dreiviertel Jahr dann endlich fertiggestellt, die nächste Reise war geplant und ist nun seit einer Woche auch wieder Vergangenheit, so dass wir nun endlich auch diesen Reisebericht weiterführen wollen 😊 Sorry, dass es wieder so lange gedauert hat, aber das Reisen selbst nimmt ja auch so viel Zeit in Anspruch 😉

Aus dem Auto heraus fotografieren wir, was uns bei der Fahrt durch Harare vor die Linse kommt, viel Zeit für einen Zwischenstopp haben wir leider nicht, da wir innerhalb der Öffnungszeiten das ZIMPARCS Headquarter erreichen wollen, um dort für unseren Besuch von Mana Pools die Campsite zu buchen.















Im Headquarter sind wir auch pünktlich, freundliche Mitarbeiter legen uns eine übergroße Karte vor und wiederholen geduldig, welche Campsites für unseren Aufenthalt noch frei wären. Trotz Wochenende ergattern wir noch für zwei Nächte die Campsite Nr. 18, die zwar in der zweiten Reihe liegt, sich dann aber mit schönem Blick auf den Sambesi durch die vorderen Campsites präsentiert. Da es ja mein erster Camping-Urlaub ist, bin ich auch recht zufrieden, dass die Ablutions nur einen Steinwurf entfernt sind. Insgesamt vier Nächte buchen wir, die letzten zwei Nächte werden wir dann in die erste Reihe umziehen. Preislich nehmen sich die von uns gewählten Campsites nicht, sie gelten beide als besonders schön und kosten daher pro Nacht 100 USD. Ich finde das ganz schön happig für „nur Campen“, werde aber feststellen, dass Mana Pools und auch die Campsites die Investition lohnen. Eine Bezahlung per Kreditkarte ist kein Problem und da wir ja nun schon mal da sind, fragen wir auch nach den Campsites in Matusadona. Die freundliche Dame meint, wir könnten ruhig bereits bei ihr buchen, aber nachdem wir erfahren, dass es in Matusadona reichlich Campsites gibt, entscheiden wir uns doch dagegen, um zeitlich flexibler zu sein. Das war kein Fehler, viel los war in Matusadona ganz sicher nicht – wir würden das auch zukünftig nicht vorbuchen wollen.







Teil 2602. Nov. 2013

Wir übernachten am Lake Chivero, etwas außerhalb von Harare und eines der Naherholungsgebiete für die Großstädter. Der Kuimbi Shiri Bird Park http://www.kuimbashiri.co.zw/ bietet neben hübschen Chalets auch eine Campsite direkt am See an. Wer nicht grillen oder kochen will, kann im Restaurant der Lodge auch essen. Wir haben es nicht probiert, zum einen waren wir doch recht spät dran, zum anderen haben wir uns mit den südafrikanischen Besitzern bei reichlich Bier so verquatscht, dass wir über den Hunger „drüber waren“ …

Außerdem wollten wir hier nun endlich unser technisches Handyproblem lösen. Zwar hatten wir eine simbabwische SIM-Karte erstanden, aber leider gelang es uns nur zu telefonieren und SMS zu schicken, mein Arbeitgeber hat es aber ganz gern, wenn ich gelegentlich auch mal meine Emails sichte… 😗 Tagelang war ich an dieser technischen Aufgabe zunehmend verzweifelt, aber hilfreiche Jugendliche schalteten dann flugs mein Handy für den Internetzugang frei… Die Jungs waren sensibel genug, mein technisches Unverständnis nicht weiter zu kommentieren. 😊 Als „Lohn“ gab ich ihnen eine meiner tollen „telecel-Karten“, da wusste ich ja noch nicht, dass dies leider der Provider mit dem schlechtesten Netz in Simbabwe ist. Gemeckert haben die beiden aber auch nicht 😐














Am nächsten Morgen frühstücken wir erst einmal in Ruhe, die Etappe nach Mana Pools geht nur über gute Teerstraßen – wir haben also Zeit und genießen die Ruhe am See. Nach anfänglichen Problemen gibt es auch heißes Wasser, die Ablutions sind ansonsten okay, sogar mit Strom und GLEICHZEITIGEM Spiegel, also absolut föntauglich, ich hatte zwar einen dabei, aber nur einen Adapter für Südafrika 😠 )





Dass es dann doch noch ein spannender Vormittag auf der Polizeiwache werden würde, wussten wir ja nicht. Aber um nichts in der Welt würden wir diese Erfahrung missen wollen…

Teil 2704. Nov. 2013

Besuch bei der Polizei

Beim Zusammenpacken unserer Plünnen stellen wir fest, dass uns hinten ein Nummerschild abhandengekommen ist. Offensichtlich haben wir beim Rangieren auf der Campsite in Anglers Rest einen der zahlreichen Ministräucher übersehen. 😊 Bemerkt hatten wir es nicht und wir überlegen gemeinsam, ob ein verlustiges Nummernschild in Simbabwe wohl ein Problem werden könnte. Bestimmt gäbe es in Deutschland einigen Ärger, aber hierzu habe ich keine Erfahrungswerte. Die Straßen in Berlin sind zwar schlecht, aber bislang habe ich noch kein Nummernschild an die Schlaglöcher verloren. 😉 In den letzten Jahren habe ich hingegen immer mal wieder ein Nummernschild in Afrika verloren, die Reaktionen in Polizeikontrollen waren aber immer unkritisch.

Swasiland: „kein Problem, Sie haben ja vorne noch eins“. (yep, das ist mal pragmatisch!)
Südafrika: „ist schon nicht so toll, kein Nummernschild zu haben, besorgen Sie sich mal im Supermarkt ein Stück Pappe und schreiben Sie ein Eigenes“. (das sieht man ja immer mal wieder, irgendwann mach ich das auch mal!)
Botswana: „bei Touristen drücken wir da auch gern mal ein Auge zu, aber eigentlich gibt es dafür eine Strafe“. (Da hatte ich in Moremi aber auch beide Nummernschilder der Wildnis überlassen!)

Ich bin also entspannt, die Jungs sind es auch und gut gelaunt machen wir uns auf den Weg – endlich Tiere gucken in Mana Pools 🙂

Die erste Polizeikontrolle lässt nicht lange auf sich warten und natürlich wird das fehlende Nummernschild moniert, 20 USD sollen wir zahlen. Wir diskutieren eine Weile mit der Polizistin, dass wir ja nun nicht auf die Schnelle ein südafrikanisches Nummernschild auftreiben können, aber sie bleibt hart. Den Hinweis, wir sollten besser eine Polizeistation aufsuchen und dort den Verlust melden, nehmen wir an und werden diesen Entschluss im weiteren Urlaub nicht bereuen. 😗

Dort angekommen parken wir zunächst versehentlich auf dem vorgesehenen Parkplatz des Polizeivorstehers und werden vertrieben. Die Polizeistation ist relativ klein, auf dem Vorfeld lässt ein Beamter zivil gekleidete junge Männer den Exerzierschritt einüben. Etwas unwirklich erscheint uns allen die Umgebung, aber tapfer wagen wir den Weg zum Eingang. Dort werden wir schon vom ersten Polizisten gefragt, was wir hier wollten – es sieht nicht so aus, als würden hier oft Touristen vorbeischauen. Volker erzählt von unserem Ansinnen, der Polizist meint, er müsse wohl mit Gefängnis rechnen und als Volker kontert, er sei kein einfacher Insasse, wäre drei warme Mahlzeiten am Tag gewöhnt, lacht der Polizist herzlich. Die Atmosphäre ist locker, keine Ahnung, ob das auf deutschen Polizeistationen auch so läuft.

Im Haus werden wir von unglaublich vielen Menschen in einem kleinen, schlauchartigen Raum empfangen. Hinter einem großen Tresen tummeln sich uniformierte wie zivil gekleidete Menschen. Gemeinsam haben sie aber, dass jeder auf seinem Handy rumdrückt. Dem Tresen gegenüber gibt es eine schmale Holzbank, die ebenfalls eng besetzt ist. Ein einzelner Stuhl steht in der Ecke, auf Handzeichen eines Polizisten steht ein Mann davon auf und uns wird bedeutet, dort Platz zu nehmen. Etwas ratlos sehen wir uns an, denn es fehlt die Sitzfläche… 😐 Doch jetzt kommt Bewegung in die Jungs auf der Holzbank, diese werden ebenfalls vertrieben, damit wir drei Exoten sitzen können. Nun hocken wir drei also auf dieser „Arme-Sünder-Bank“ und warten erst einmal ab. Das Gespräch wird dann eh über die Entfernung geführt, so breit ist der Raum ja nicht. Mit großem Interesse verfolgen alle die Schilderung unseres Problems. Es zeigt sich aber, dass die Polizisten ebenfalls ein Problem haben. Die Dame, die uns als „she is happy to assist you“ vorgestellt wird, muss dieses Glück ganz tief in sich verspüren und mag uns das wohl nicht vermitteln. Sie verschwindet und ist erst einmal nicht wieder gesehen. Als sie zurückkommt, hören wir, dass es hier eigentlich nur Formulare für gestohlene Dinge gibt – offensichtlich werden verloren gegangene Sachen eher selten bis gar nicht gemeldet. 😗 Nun können wir aber nicht guten Gewissens behaupten, die voraussichtlich 15 cm hohen Minibüsche hätten sich räuberisch an unserem Nummernschild vergangen und versuchen weiter, eine Lösung für ein verlustiges Schild zu finden. Mit Engelsgeduld spricht Volker mit den Beamten, Roland und ich starren etwas angestrengt vor uns hin, trauen uns nicht, einander anzublicken, denn in mir erwacht langsam, aber beständig ein Lachkrampf….
In ein großformatiges Buch wird dann per Hand alles eingetragen, wir werden belehrt, dass wir uns melden müssen, sollte das Nummernschild wieder auftauchen (lach), aus einem weiteren „Stolen-Items“-Formular wird händisch ein „Lost-Item“-Papier und irgendwann dürfen wir uns dann mit weiteren Unterlagen, vielen guten Wünschen für die weitere Reise trollen. Wir fahren erst vom Hof und lachen dann herzlich. Das Ganze hatte etwas Groteskes, aber hoch Interessantes. In zig Polizeikontrollen später werden wir angehalten werden und werden das Gefühl nicht los, bei den Polizisten erscheinen 20-Dollar-Scheine in den Augen, sobald sie unser fehlendes Nummernschild entdecken. Aber dank unseres „angepassten“ Stolen-Item-Formulars gibt es keine weiteren Diskussionen… 😛

Nun müssen wir uns aber ranhalten, wir wollen doch zum Nachmittagslicht in Mana Pools sein und die Strecke Richtung Norden lässt sich auch gut fahren. Verkehr ist recht wenig unterwegs, nur LKWs und ein sehr langsamer Schwertransporter. Aber wir kommen gut durch und endlich erscheinen die Hinweisschilder zu Mana Pools…











Teil 2814. Nov. 2013

Mana Pools Nationalpark

Nach dem Abzweig von der Teerstraße erwartet uns zeitweise fieses Wellblech, mit ordentlich Geschaukel geht es vom ersten zum zweiten Gate. Unsere Permits werden kontrolliert, jedes Mal haben wir eine nette Unterhaltung mit den Rangern. Am zweiten Gate besuche ich die Toilette und entscheide mich spontan dagegen. Ein Jahr später hängt an den Toiletten ein großes „Out-of-Order“-Schild…. 😗

Endlich kommen wir an der Rezeption des Nyamepi Camps an, es ist unglaublich heiß, die zehn Meter zum Hauptgebäude bringen uns den ersten Schweißausbruch. Unsere Papiere werden erneut kontrolliert. Wir fragen noch nach Feuerholz – Kleingebinde sind hier nicht vorgesehen, also quetschen wir die riesigen Äste noch mit auf die Ladefläche. Auf dem kurzen Weg zur Campsite werden wir bereits von Elefanten und Kudus begrüßt. Wie immer bin ich von den Kudus entzückt, sind sie doch meine Lieblingsantilopen!







Teil 2914. Nov. 2013

Nyamepi Campsite

Die Campsite ist groß, aber sehr weitläufig und liegt direkt am Fluss. Mit unserer Campsite Nr. 18 haben wir einen guten Griff gemacht, durch die vorderen Campsites können wir auf den Fluss schauen und schön schattig ist der Platz auch. Schatten haben wir auch dringend nötig, unser Thermometer zeigt 46 Grad an… 🤩 Obwohl in der Mittagszeit ja meist wenige Tiere zu sehen sind, fahren wir die nächsten Tage trotzdem immer wieder zum Game Drive – Abkühlung durch Klimaanlage. 😉







Die Ablutions sind zwar abgenutzt, aber sauber. Bei den Herren funktioniert aus mir völlig unklaren Gründen die Spülung zuverlässiger, so dass ich die Toiletten und später auch Duschen dort benutze. Gott sei Dank sind Männer bei solchen Dingen ja großzügiger und stören sich nicht an Damenbesuch. Im Dunkeln gruselt es mich etwas, den Weg zu den Ablutions anzutreten und frage anfangs immer die Jungs um schützende Begleitung. Irgendwann ist mir das zu doof und ich trau mich, allein zu gehen und überlebe! 😛 Ich lerne, dass ich mental stärker bin als in der Situation gedacht, denn irgendwie scheint mein Unterbewusstsein zu wissen, dass ich nachts nicht auf die Toilette will – egal, was und wie viel ich getrunken habe. So bleiben mir nächtliche Wanderungen bis zum Rest des Urlaubs weitestgehend erspart.

Bereits in der ersten Nacht gesellen sich die „Haustiere“ der Campsite zu uns. Direkt unter den Bäumen „ziehen“ Büffel ein und verbringen dort die nächtlichen Stunden. Anfangs mehr als nur kritisch von mir beäugt, aber offensichtlich langweilen wir sie, sie schließen die Augen und pennen.





Die tierischen Besucher sind sicher das Highlight von Nyamepi – tagsüber ziehen hier Elefanten durch, nachts wird regelmäßig von Hyänen geprüft, ob unvorsichtige Camper irgendwelche Nahrungsmittel oder Müll haben stehen lassen. Die Meerkatzen sind clever und arbeiten sehr erfolgreich im Team. Zwei lenken Dich ab, der Rest plündert den Tisch. Wir haben fast immer jemanden zum Schutz am Tisch sitzen lassen, aber leider funktionierte das nur bei den Jungs gut, ich bin wohl nicht furchteinflößend genug…























Volker diskutiert, wer den Abwasch machen muss und verliert... 😗






irgendwie haut mir die Technik wohl die Bilder um die Ohren 😐

Teil 3014. Nov. 2013

dann eben noch ein paar Bilder separat





Der ordentliche Schweizer schließt seine Fahrräder ab 😉


der Platz ist einfach sooo schön und daher sein Geld echt wert 🙂













Simbabwe - neugierig hin.... begeistert zurück! von Sanne

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/265632-simbabwe-neugierig-hin-begeistert-zurueck

Stand: letzter Berichtsteil vom 14. Nov. 2013

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