Reisebericht

Simbabwe - neugierig hin.... begeistert zurück!

von Sanne · begonnen 03. Dez. 2012 · 30 Teile

Teil 103. Dez. 2012
Liebe FoMis,

seit Anfang November sind wir aus Simbabwe zurück und im Rahmen dieses Berichts wollen wir unsere Eindrücke an eine unvergleichlich schöne Reise festhalten und Euch möglichst viele Infos und Argumente für eine Simbabwe-Reise liefern.

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit will ich dieses Mal meinen Reisebericht nicht streng chronologisch, sondern möglichst mit thematischen Schwerpunkten aufbauen, weil ich denke, dass sich Interessierte dann vielleicht nur den für sie relevanten Teil raussuchen können. Ob das stringent klappt, werde ich wohl erst im Verlauf des Berichts lernen. Zunächst aber die wichtigsten Infos vorab:

Fact Sheet
Reiseverlauf: Frankfurt – Johannesburg/Südafrika – Beitbridge – Masvingo/Great Zimbabwe – Eastern Highlands – Mana Pools NP – Matusadona – Hwange NP – Matopos NP – Beitbridge – Sun City/ Südafrika – Johannesburg/Südafrika – Frankfurt

Fahrzeug: Toyota Hilux mit 2 Dachzelten von Bushlore http://www.bushlore.com/ – am Ende einen Totalschaden am Reifen, einen Teilschaden am Reifen, eine rausgebrochene Schraube an der Klappe des Aufbaus, ein verlorenes Nummernschild

Vorbereitungen: Wir hatten im Vorfeld nur den Flug (Lufthansa mit A380 ab Frankfurt für unter Euro 800) und den Mietwagen über Buslore (rd. Rand 1.000 pro Tag) gebucht. Die Route hatten wir schon genauer geplant und grob überlegt, wie lange wir an welchem Ort verbringen wollten. Unsere Idee war, die meiste Zeit mit dem Dachzelt zu campen und gelegentlich eine feste Unterkunft zu nehmen. Für die, die sich fragen, wieso es zu dieser Kombination von festen Unterkünften und Campsites kommen sollte, erkläre ich gern, dass ich bislang eine überzeugte Lodge-Hopperin war und die beiden Herren eher der Camping-Liga zugeordnet werden können. Ob ich knapp vier Wochen auf Campingplätzen und ohne „hübsche“ Badezimmer schön finden würde, habe ich anfangs bezweifelt.

Wir: Meine Begleitung Volker und Roland sind begeisterte Camper-und überzeugt, „dass ich das kann“, Bislang hatte ich Zelten nicht mit Afrika in Verbindung gebracht, aber ich wollte es gern versuchen, so viel Vertrauen in mich muss ja belohnt werden. Aufs Zelten habe ich mich durchaus gefreut, mit den sanitären Einrichtungen fürchtete ich schon im Vorfeld auf Kriegsfuß zu sein, nachdem uns ein lieber Freund „sehr gute und schöne“ Einrichtungen per Foto zeigte und ich spontan nach eine Solardusche im Internet Ausschau hielt und mich fragte, ob im Namibia-Forum wirklich zu Recht Forumsmitglieder mit portablen Toiletten belächelt wurden. Auf Toilettenbilder verzichte ich daher… 😗

Anreise über Südafrika
Die Übernahme des Fahrzeugs bei Bushlore in Randburg erfolgte problemlos. Wir wurden am Flughafen abgeholt und erhielten eine ausführliche Einweisung bei Bushlore. Gemeinsam wurden die Dachzelte aufgebaut, wir inspizierten das Fahrzeug gründlich. Soweit schien alles okay, die Schlafsäcke waren frisch gereinigt, es gab neben Kopfkissen sogar Bettlaken und Handtücher. Letztere hätte ich also nicht mitschleppen müssen. Das aufgebaute Zelt mit Kissen, Laken und Schlafsack war sehr einladend – die Idee mit dem Dachzelt war offensichtlich doch gut gewesen. Es konnte also losgehen!

Von Randburg sind wir zunächst nach Polokwane gefahren. Wir sind erst gegen 14 Uhr losgefahren, einkaufen wollten wir ja auch noch, schon jetzt war klar, einen Sundowner außerhalb des Fahrzeugs würden wir wohl nicht schaffen. Vorab hatte ich über das Internet unsere erste Unterkunft gebucht. Zunächst wollten wir nicht campen, um in Ruhe unsere Einkäufe verstauen zu können.
Erst gegen 19 Uhr erreichten wir die Wildthingz Lodge und unsere Gastgeber hatten sich schon Sorgen gemacht, ob wir überhaupt noch erscheinen würden. Die Website ist wohl noch in Arbeit, daher hier der Link über eine SA Venues http://www.sa-venues.com/visit/wildthingzlodge/ .
Die einzelnen Häuser waren riesig, komfortabel eingerichtet und sehr sauber. Als Zwischenstopp sehr schön. Nach der Anreise waren wir ganz schön platt und entschieden, die Packerei am nächsten Morgen ausgeruht und im Hellen zu erledigen.

Unser Toyota war ein echtes Raumwunder, was es aber bei der Menge an Lebensmitteln, Getränke und Campingequipment auch sein musste. Unzählige Wasserkanister, Weinflaschen, Bier- und Coladosen verschwanden auf der Ladefläche und auch der Engel wurde randvoll. Auf der Rückbank verstauten wir die preiswert erworbene Kühlbox und gefühlte 10 Kubikmeter Fotoausrüstung.

Von Polokwane aus wollten wir am zweiten Tag in Südafrika nah an die Grenze zu Simbabwe, da wir den Rat bekommen hatten, den Grenzübergang Beitbridge möglichst in der Früh zu passieren. Beitbridge soll organisatorisch eine Katastrophe sein und ist vor allem durch LKWs sehr stark frequentiert. Allerdings kam uns der Streik der LKW-Fahrer zugute, auch wenn es insgesamt aus unterschiedlichen Gründen dann vor Ort doch noch recht lange gedauert hat. Aber dazu im Kapitel „Beitbridge“ später mehr.

Nach einem weiteren Einkauf der „paar noch fehlenden Dinge“, die spielend den Platz von drei riesigen Einkaufswagen benötigten, räumten wir im strömenden Regen den Wagen voll – nun war allerdings nicht mehr sehr viel Platz! Es war es dann doch wieder dunkel, als wir die Dongola Ranch erreichten. Am Gate hatte man bereits Feierabend, ließ uns dann aber freundlicherweise noch rein. http://www.dongolaranch.co.za/
Wir haben uns für ein Double Safari Tent entschieden. Diese verfügen über eine separate Dusche, Toilette und Küche. Grillmöglichkeiten gibt es natürlich auch, Holz kann man im Shop erwerben. Ein Restaurant gibt es ebenfalls, das haben wir aber nicht probiert. Den ersten Abend waren wir nicht zum Grillen gekommen, das musste jetzt nachgeholt werden. Afrika ohne zu Grillen ist für mich halt eben nicht das wahre.

Die Anlage ist sehr hübsch und gepflegt angelegt. Die Zelte sind zweckmäßig und geräumig. Auf der Dongola Ranch kann man es sicher auch ein paar Tage gut aushalten. Aber wir wollten ja weiter nach Simbabwe und sprangen daher am nächsten Morgen früh aus den Betten und waren viertel vor acht an der Grenze und unser Erlebnis „Grenzübertritt in Beitbridge“ konnte beginnen.

Anbei noch ein paar Bilder von Dongola:









Dieser erste Teil hat noch etwas wenig Bilder - ich fürchte aber, Ihr werdet im Verlauf der Reise über die viel zu vielen Bilder noch den Kopf schütteln... 😊

Teil 2 zu Beitbridge und Great Zimbabwe liefere ich morgen - jetzt wartet Beethoven mit seiner Neunten auf mich. 😛

Liebe Grüße
Sanne
Teil 204. Dez. 2012
Grenzübergang Beitbridge

Wir fahren an einigen LKWs vorbei, um zu den Gebäuden der südafrikanischen Grenzkontrolle zu gelangen. Durch den Streik ist die Schlange aber nicht übermäßig lang. Direkt vor der Immigration finden wir einen Parkplatz und suchen kurz die Informationsunterlagen zum Grenzübertritt Südafrika/Simbabwe, die wir aus dem Internet gezogen hatten. Die Lektüre zeigt, Südafrika zu verlassen, wird einfacher und weniger aufwändig werden als in Simbabwe einzureisen – naja, wir werden sehen.

Den Link zur 4x4 Community und dem „Ablaufplan“ für den Grenzübertritt hatte Volker bereits zusammen mit unseren Erfahrungen an der Grenze im Forum gepostet – das verlinke ich hierhin.
http://www.namibia-forum.ch/forum/151-diverses/260693-grenzuebergang-beitbridge.html

Ergänzend dazu kann ich berichten, dass man für die Ausreise aus Südafrika mitnichten das langgestreckte Gebäude rechts der Parkplätze aufsuchen muss, sondern hierfür ein Safarizelt links davon eingerichtet ist. Dort sitzen gut gelaunte Grenzbeamte und stempeln fröhlich die Pässe ab. Wir standen mit etwa 20 anderen Personen in dem engen, schlecht belüfteten Zelt. Keine Ahnung, was der Kreislauf sagt, wenn dort mehr Menschen sind und es draußen deutlich wärmer gewesen wäre. 😗

Während es in Simbabwe ausreicht, wenn der Fahrer mit allen Pässen die Immigration erledigt, erwarten die Südafrikaner das Erscheinen jedes einzelnen Aus- oder Einreisewilligen!

Nach Ausreise aus Südafrika fährt man dann immer geradeaus und gelangt an einen Platz, an dem man sein Auto abstellen kann. Eine Beschilderung ist uns nicht aufgefallen. Den restlichen Weg zu den Immigration Gebäuden läuft man dann. Wir hatten anfangs nur unseren Fahrer mit dem „Schlepper“ losgeschickt, wir anderen beiden blieben im Auto und sahen dem Treiben zu. Fasziniert beobachteten wir, wie ganz links von uns (auf dem Bild ganz rechts) Autos vollständig entladen und begutachteten wurden. Das hübsche rote Auto war auch nach zwei Stunden noch nicht dran…



Erstaunlich fanden wir, wie gelassen alle hier in den Schlangen standen, stoisch ihr Zeug von den Autos abbaute oder die Fahrzeuge wieder beluden. Gerade die Neubeladung des Busses (Bild unten) wurde von uns begeistert 2,5 Stunden angeschaut. Im Hintergrund sieht man den rechten Teil der Immigration Gebäude, im Vordergrund ist der „Parkplatz“.



Nach ewig langer Zeit, wir hatten schon Sorge, Volker sei verschollen, kam er zurück und „lud mich ein“, unsere Good Guy/Bad Guy-Parodie zum Besten zu geben, da die Schlepper und später auch der „Police Clearance“-Stempler auf der CVG (Commercial Vehicle Guarantee) bestand. So gut unsere Vorstellung auch war, wir konnten nur den Wert runterhandeln. Hier lernten wir zum ersten Mal, dass Fees/Fines usw. dem Grunde nach kaum, aber in ihrer Höhe durchaus verhandelbar sind. Dieses Wissen hat uns später gerade bei Speeding usw. den einen oder anderen Dollar gespart.



Unser Fazit von Beitbridge:
Entspannte Anreise ist sicher anders. Wir hatten uns im Vorfeld nicht so viele Sorgen gemacht, da wir alle bereits Grenzübertritte (Namibia, Botswana, Sambia, Mozambique) im südlichen Afrika kannten und uns vorher über das Prozedere informiert hatten. Die Diskussionen über das CVG haben bei uns den Aufenthalt an der Grenze deutlich verlängert. Ich hätte angenommen, dass man bei ausreichender Sturheit diese „Zwangsversicherung“ umgehen kann. Wir haben uns letztlich entschieden, sie herunterzuhandeln und zu zahlen, auch wenn ich manchmal kurz davor war, wieder umzudrehen, aber ich bin eh kein geduldiger Mensch.

Beitbridge ist als „Erstkontakt“ zu Simbabwe daher nicht so toll, aber je länger wir dann im Land waren und je mehr Einheimische wir kennengelernt haben, desto stärker verblasste die Erinnerung. Simbabwe ist so schön, seine Bewohner so herzlich, hilfsbereit und freundlich, dass es ein Jammer wäre, würde man sich von Beitbridge abschrecken lassen.
Teil 309. Dez. 2012
Lake Kyle/ Lake Matrikwi

Direkt hinter der Grenze liegt der Ort Beitbridge und scheint über alles zu verfügen, was man so braucht: Tankstellen, Fastfood, Supermärkte. Daneben sehen wir Souvenierstände und einen Hotelbau, der sich drei Wochen später schon sehr vielversprechend entwickelt haben wird. Keine Ahnung, wieso das dort so fix geht und „mein“ Bürgermeister Wowereit an so einem Hauptstadtflughafen scheitert. 😗

Wir kommen zügig voran, viel Verkehr ist nicht, die Straßen sind in einwandfreiem Zustand. Nach nur kurzer Zeit haben wir den ersten Kontakt zur Straßen-Mautstelle und zahlen den Einheitspreis von einem USD. Später erwartet uns die erste Verkehrspolizeieinheit. Wir hatten das Tempolimit zwar gesehen, die Geschwindigkeit auch gedrosselt, aber verfrüht angenommen, das Tempolimit sei aufgehoben worden. Man lässt uns wissen, dass 20 USD fällig wären. Wir zahlen, lernen aber mit der Zeit, dass dies der höchstmögliche Betrag ist, bevor ein solches Vergehen vor Gericht geht. Unsere späteren Bemühungen, den Preis zu drücken, zahlen sich durchaus aus.

Nur kurze Zeit später – insgesamt werden wir reichlich Übung mit Verkehrsdelikten bekommen – erwischt es uns ein zweites Mal. Jetzt sind wir uns zwar sicher, dass in dem Ort zwar Geschwindigkeitsbegrenzungen waren, wir diese aber eingehalten hatten. Alles Diskutieren hilft leider nix – wir zahlen dieses Mal 10 USD.

Der Tag war bislang auf der „persönlichen Ausgabenseite“ recht teuer, wir halten uns nun penibel an alle sichtbaren Tempolimits, wenngleich wir eigentlich gern schnell unser erstes Ziel in Simbabwe erreichen wollen. Ich bin schon sehr gespannt auf den ersten Campingplatz und will endlich am Lake Matrikwi ankommen. http://www.zimparks.org/index.php?option=com_content&view=article&id=28&Itemid=94

Am Gate empfängt uns dann eine unglaublich nette Rangerin, die mit großem persönlichen Bedauern erklärt, dass die Angaben zu den Preisen zum Camping und dem Fahrzeug in den Nationalparks im Ilona Hupe (später unsere „Ilona“) fehlerhaft seien, denn dort wären die Preise für Südafrikaner verzeichnet. Freundlicherweise wird hier unser Fahrzeug als Südafrikaner, wir als Europäer berechnet!



Ich frage die nette Dame nach einer Detailkarte für den Nationalpark, aber verkäufliche Exemplare gibt es nicht. Bedauerlicherweise kommen nur sehr selten Touristen in den Park, was uns aber den Vorteil verschafft, dass die Rangerin anbietet, uns ihre Karte als Leihgabe zu überlassen. Wir versprechen, diese am nächsten Tag bei unserer Abreise wieder zurückzugeben und machen uns auf den Weg zum Campingplatz. Dort angekommen inspiziere ich die sanitären Anlagen (fließend Wasser, Strom, saubere Toiletten und Duschen), während die Jungs den bestmöglichen Stellplatz aussuchen. Warmes Wasser gab es hier nicht, das hatte man uns am Gate schon mitgeteilt, gab uns aber die Gelegenheit, gruppenintern zu diskutieren, was warm ist…. 🤪

Für eine gute Stunde begeben wir uns noch auf Game Drive, fahren dann aber zum Campingplatz zurück, da ich unbedingt im Hellen die Zelte aufbauen will. Der Aufbau gelingt schnell, Grillen im Hellen schaffen wir hingegen nicht. Erstmalig stehe ich mit Stirnlampe an unserem Tisch und schnippele Gemüse. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich grusele mich zu Tode, da eine Warzenschweinfamilie interessiert unser Treiben beobachtet. Erst mit zusätzlicher starker Taschenlampe fühle ich mich sicher genug, die Karotten weiter zu zerkleinern.



Eingemummelt in den Schlafsack – diese Nacht war es doch recht kühl – schlafe ich wie ein Stein. Diese Dachzelte sind so urgemütlich wie erhofft! 😉

Am Morgen starte ich meinen ersten Duschgang in afrikanischen Ablution Blocks. Warmes Wasser hätte mir den Erstkontakt deutlich versüßt, da es an diesem Morgen nicht nur kühl, sondern auch regnerisch ist.:S Der Blick auf den See von der Campsite aus muss gigantisch bei schönem Wetter sein, wir hatten leider viele Wolken und Nieselregen. Dafür fiel es uns umso leichter, den Weg in Richtung Great Zimbabwe anzutreten, denn nun sollte es in die Geschichte des Landes gehen…

Teil 409. Dez. 2012
Ich wollte noch ein paar Bilder zu Dongola nachliefern, weil ich es dort so schön fand (abgesehen vom Regen) 😉







Teil 511. Dez. 2012
Great Zimbabwe
Unter dem Begriff wird die Ruinenstadt rd. 40 km außerhalb von Masvingo verstanden und bedeutet „Große Steinhäuser“. Hier handelt es sich um die Hauptstadt des Munhumtapa-Reichs, das sich ursprünglich bis nach Mosambik erstreckte. Angeblich soll sich Robert Mugabe darauf berufen, der Linie des alten Herrschergeschlechts anzugehören. 😗 Die höchste Blütezeit der Siedlung war im 11. – 15. Jahrhundert, man geht davon aus, dass in dieser Zeit etwa 18.000 Einwohner dort lebten. Vorrangig ist die Ruinenstadt ein alter Palast, umfasste aber auch Dörfer, die als Art Lehen ihre Einkünfte aus Rinderzucht, Handel und Goldhandel an den Palast abgaben. Great Zimbabwe gilt als eine der ältesten und größten Stätten an Steinbauten in der Region. Von der ursprünglichen Ausdehnung und dem Wohlstand der Stadt zeugen die folgenden Bilder. Wir fanden es sehr beeindruckend, auch wenn das Wetter hätte schöner sein können. Die teils sehr engen Ringmauern sind unbedingt sehenswert und um den konischen Turm gibt es viele Interpretationen, welchem Zweck er wohl mal gedient haben könnte. Die Archäologen sind sicher aber einig, dass es sich nicht um eine statische Fehlplanung handeln soll…









Im Osten der Anlage gibt es den Nachbau eines Karanga Dorfes, in den Hütten gibt es hübsche Keramiken anzuschauen und zu erwerben. So schön die Sachen auch sind, mit Blick auf Gewicht und Ausmaße der einzelnen Stücke entscheiden wir uns schweren Herzens, nichts zu kaufen. Für die wenigen Touristen wird uns dann noch ein Tanz mit Gesang geboten, aber vor allem von dem kleinen Jungen waren wir ganz begeistert, weil er uns so schüchtern, aber auch sehr neugierig betrachtete…







Das kleine Museum ist einen Besuch wert, in vielen Schaukästen und Nachbauten der Anlage erhält man einen guten Überblick über die ehemalige Pracht. Wir sind dann noch im kleinen Shop (Souvenirs, Getränke) eingekehrt. Außen gibt es schattige Sitzplätze und Meerkatzen zur Unterhaltung werden ebenfalls geboten. Wir werden noch häufiger einen wirklich schönen Ort verlassen und es für die Einheimischen sehr bedauern, dass so wenige Touristen Simbabwe besuchen.







Teil 612. März 2013
Sorry, dass es so lange gedauert hat, bis ich an dieser Stelle mit meinem Bericht weitermache 😊 Danke an alle, die mich motiviert haben, endlich in die Pötte zu kommen 😉

Masvingo

Eigentlich wollten wir nach Masvingo nur für einen kurzen Stopp, um dort neben Geld zu holen nach einem Laden Ausschau zu halten, in dem ich eine SIM-Karte für mein Handy hätte kaufen können. Die Abhebung mit der Kreditkarte funktionierte problemlos, der der Bank gegenüberliegende Park zog dann aber doch unsere Aufmerksamkeit auf sich. Einkaufsstände, Straßenkünstler und eine kleine Ausstellung von alten „Fortbewegungsmitteln“ haben aus dem Park ein besonders Erlebnis unserer Reise gemacht.

Bei schönstem Wetter schauten wir alles in Ruhe an und machten zig Bilder. Die Jungs kamen mit ein paar Künstlern ins Gespräch, die ganz begeistert davon waren, sich von uns fotografieren zu lassen. Ich gebe gern zu, dass Masvingo die erste afrikanische Stadt war, in der ich als Touristin entspannt durch die Gegend gelaufen bin. Die Menschen dort waren unglaublich freundlich, man hupte uns an und winkte uns zu, wir hatten stets den Eindruck, sehr willkommen zu sein.

















Teil 712. März 2013
Auf dem Weg nach Chimanimani

Die A9 in Richtung Westen ist gut zu fahren, etwas langweilig und die Fahrt wird nur durch diverse Straßenkontrollen der Polizei abwechslungsreich. Auf etwa halber Strecke liegt der Moodies Pass. Hier hatte ein Burentreck Ende des 19. Jahrhunderts Jahre gebraucht, um mit Ochsenkarren und viel „Arbeit am Berg“ über den Berg zu kommen. Unterwegs kaufen wir am Straßenrand etwas Obst und Gemüse. Wir werden feststellen, dass es bei den Straßenverkäufern einen Einheitspreis von 1 USD gibt. Alles kostet genau einen Dollar, nur die Menge der Ware variiert stark …







Im winzigen Ort Birchenough Bridge gibt es nicht viel zu sehen, aber die Brücke selbst ist sehr schön und wirkt für die Umgebung irgendwie überdimensioniert. Als wir aussteigen, um aus der Nähe ein paar Fotos zu machen, erleben wir wieder die unglaubliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft in Simbabwe. Eine kleine Kirchengemeinde, die sich unter einem Baum versammelt hat, wird auf uns aufmerksam. Mit all dem Fotogeraffel fallen wir natürlich sehr auf. Es wird gewunken und spontan stimmen die Menschen ein Lied für uns an. Ich schwanke zwischen Freude und Rührung. Alle drei haben wir schon einiges in Afrika erleben dürfen, aber noch nie habe ich mich so sehr in die Menschen in einem Land verliebt.







und nun noch die Brücke 😉







Teil 820. März 2013
so, jetzt gehts mal wieder weiter... 😉

Chimanimani

Der Weg in den Nationalpark Chimanimani an der Grenze zu Mosambik zieht sich vor allem auf den letzten Kilometern durch die bergige Landschaft. Wir sind spät dran und bereits jetzt ist klar, wir werden voraussichtlich erst im Dunkeln ankommen. Also muss die Erkundung des Parks bis zum nächsten Tag warten, jetzt hoffen wir erst einmal, dass unser spätes Ankommen am Campingplatz kein Problem sein wird. Unser Camp Attendant wohnt etwas unterhalb des Campingplatzes und freut sich herzlich, dass wir vorbeischauen. Unsere Entschuldigungen, so spät zu sein, will er gar nicht hören. In der Dunkelheit schlägt er uns noch Holz und wir starten ein spätes Grillen. Auf dem Platz ist nur noch ein weiteres Paar. Die sind so vollständig campingmäßig ausgerüstet, dass wir überzeugt sind, es müsse sich um Südafrikaner handeln.















Der Campingplatz ist terrassenförmig angelegt, hat an einzelnen Plätzen sogar fließend Wasser. Die sanitären Einrichtungen sind sauber, aber etwas veraltet. Es funktioniert aber alles. Unser guter Geist vor Ort fragt lächelnd, ob ich morgens eine heiße Dusche will … und ob ich will! Morgens ist es recht frisch, aber schon gegen acht wird es unglaublich heiß. Wir werden durch eine Gruppe Jugendlicher geweckt, die mit Rucksäcken bepackt offenbar einen Schulausflug machen. Fröhlich lachend sind sie den schmalen Weg hinter dem Campingplatz hinausgeeilt und schon nach kurzer Zeit umgibt uns wieder unglaubliche Ruhe. Die Jungs wollen nach dem Frühstück den Berg ebenfalls erklimmen. Ich entscheide mich gegen die Bergwanderung mit Flipflops (meine festeren Schuhe liegen irgendwo gut versteckt) und für die heiße Dusche, Abwasch und einen sehr netten Plausch mit dem Attendant. Und ein paar Fotos zum Platz für die Dokumentation müssen natürlich auch noch gemacht werden.









Sehr lange sind die Herren der Schöpfung dann auch gar nicht weg: der Weg ist steil und steinig, das Schuhwerk offenbar auch nicht so geeignet und außerdem ist es inzwischen so heiß, dass sich der Spaßfaktor wohl auch in Grenzen hielt.

Dann können wir uns ja langsam auf den Weg machen, denn wir wollen noch unbedingt die Bridal Veil Falls anschauen. Der Wasserfall mit seinen vielen Kaskaden erinnert entfernt an einen Brautschleier, daher der Name.

An dem Wasserfall selbst liegt sehr malerisch ein weiterer Campingplatz. Allerdings sind hier die Sanitäranlagen irgendwas zwischen total heruntergekommen und grauenhaft. Da hatten wir mit unserem deutlich mehr Glück. Aber die Lage ist spektakulär schön.









Teil 923. März 2013
Unsere heutige Strecke ist relativ kurz, die Entfernung zwischen dem Chimanimani Nationalpark und den Bvumba Mountains ist durchaus übersichtlich und auch mit den geplanten Fotostopps sind wir sicher, heute grillen wir im Hellen. Die Wette hätte ich halten und eine Flasche Amarula einsetzen sollen, so schnell hätte ich selten gewonnen. 😗

Die Landschaft ist einfach zu schön, das Licht am heutigen Tage auch für den Fotografen „annehmbar“ 😉 , so dass wir eigentlich ständig anhalten und staunend die Schönheit in uns aufsaugen. Inzwischen bin ich ja auch in der Lage, im Dunkeln mit Stirnlampen zu schnippeln und dieses neue Talent werde ich wohl auch an diesem Abend einzusetzen wissen. Aber was ist schon zeitiges Eintreffen auf dem Campingplatz gegen diese Bilder?













Teil 1023. März 2013
Eigentlich wollten wir auf dem laut „Ilona“ desolaten Campingplatz im botanischen Garten übernachten, aber direkt vor dem Eingang „verlaufen“ wir uns auf einen kleinen privat geführten Platz und werden diese Entscheidung nicht bereuen. Die Betreiberin ist unglaublich herzlich und freut sich sichtlich über unser Kommen.
Einer ihrer Söhne bringt Feuerholz, Strom und heißes Wasser werden in den sehr sauberen Sanitäreinrichtungen aktiviert.





Rechts im oberen Bild: wenns mal etwas mehr Feuerholz sein soll - Volker wurde gefragt, ob er ein "großes Feuer" machen wolle; wollte er natürlich 🤩





Oben: wunderschöne "blühende" Ablutions 😉

Als wir am nächsten Tag abreisen wollen, werden wir gebeten, doch einmal die Näharbeiten (Tischdecken usw.) anzuschauen – vielleicht würde uns das ein oder andere gefallen. Die ganze Familie scheint versammelt zu sein, als wir erscheinen und die Decken gefallen uns so gut, dass wir eigentlich mehr kaufen als wir ursprünglich wollten. 😊

Gleichzeitig dürfen wir dann auch bewundern, wie hier das ABC gelernt wird 😉 Ganz hingerissen war die Familie, als wir sie um ein Foto baten, das wir zuhause von ihnen zeigen könnten. Die Eastern Highlands sehen uns wieder und hoffentlich betreibt diese reizende Familie dann immer noch den Campingplatz....



Teil 1105. Juli 2013
dank meiner neuen Brille sehe ich wieder besser und deshalb gehts endlich weiter 😊

Bvumba Mountains und der Botanische Garten
Der Name Bvumba Mountains bedeutet Nebelberge, die sich bei unserem Besuch aber so nebelig nicht zeigten. Zwischen steilen Bergstraßen, dichten Wäldern und herrlichen Aussichtsplätzen findet sich dann noch der teils verwilderte, aber traumhaft schöne ehemalige Privatgarten zweier Briten, der in Teilen als Nationalpark umgewidmet wurde.

Leider gab es kein Kartenmaterial dieses vielfältigen Parks, das Wegenetz ist dicht und die Beschilderung sehr spärlich. Sehr nette Angestellte weisen einem dafür aber gern immer wieder den richtigen Weg.
Der Botanische Garten hat neben wunderschönen Teichen, Parklandschaften inklusive Bäche eine weitere, wenngleich deutlich scheuere Attraktion: die Samangoaffen, die nur schwer zu entdecken sind, da sie sich in den Baumwipfeln und dem dichten Blattwerk sehr gut verstecken. Sie ähneln optisch den Meerkatzen, sind aber deutlich größer, dennoch nur sehr schwer zu fotografieren... Aufgrund der Hitze und der sehr hohen Luftfeuchtigkeit war der Besuch im Botanischen Garten durchaus anstrengend, aber sehr zu empfehlen.



















Teil 1205. Juli 2013
Nach dem Botanischen Garten machten wir uns auf den vielgepriesenen Rundweg zum Burma Valley und Essex Valley. Wunderschöne Ausblicke wechseln sich mit stark bewaldeten Gebieten ab, zwischendurch sieht man Tabak- und Teefelder, fährt auf gut asphaltierten wie auch auf maroden Schotterwegen.











eine Schule mit interessierten Schülern sehen wir auch noch 😉





In Richtung Mutare erreicht man schließlich den Prince of Wales Aussichtspunkt, der laut Hupe als unsicher gilt und der nur bei Anwesenheit von Polizisten besucht werden sollte. Wir hatten das bei „Ilona“ zu spät gelesen, aber die Anziehungskraft dieses tollen Ausblicks war auch zu groß. Man kann von dort weit nach Mozambique schauen und den Verkehr an der Grenzstation beobachten. Und der wunderbare Holz- und Stein-Souvenir-Stand wurde von nur nicht leergekauft, weil wir die oftmals unglaublich schweren Einzelstücke beim besten Willen nicht ins Gepäck bekommen hätten. Was wir sehr bedauert haben…





Teil 1305. Juli 2013
Mutare/ Musangano Lodge

Heute wollen wir in Mutare übernachten. Ich will hier unbedingt eine Prepaid-SIM erwerben, da ich gelegentlich doch mal telefonieren und meine Emails checken müsste. Leider hatte mir bereits in Südafrika die Telekom nett per SMS mitgeteilt, sie hätten jetzt so ein neues Sicherheitsfeature, das hohe Kosten im nichteuropäischen Ausland kundenorientiert verhindern würde 😐 – man hätte flugs erkannt, dass ich mich ja aus Südafrika einbuchen würde und das ist natürlich sehr teuer 😐 😐 , aber mit dem Sicherheitsfeature bräuchte ich mir keine Gedanken zu machen – man hätte die Nutzungsmöglichkeiten abgestellt! 😮 😈 Nach Rücksprache wusste ich zudem, dass da telefonisch nichts zu machen sei (Sicherheitsfeature) 🤪
. Nun gut, ich wollte ja eh eine Prepaidkarte in Simbabwe kaufen. In den nächsten Wochen sollte sich zeigen, es wäre alles so schön gewesen, wäre unser erstes gesichtetes Werbeschild nicht eins von „telecel“ gewesen. Es gibt wohl drei Anbieter in Simbabwe, „telecel“ hat die schlechteste Verteilung in der Fläche, die Qualität in den Städten ist aber überragend gut, aber ich wollte ja unbedingt in den erst besten Laden und kaufte dort Unmengen von „telecel-airtime“. 😗 Auch außerhalb der Städte sieht man viele Einheimische mit ihren Handys telefonieren – die haben aber offensichtlich alle SIM-Karten der anderen Anbieter. 😉

Als Übernachtungsmöglichkeit hatten wir uns zwei Alternativen überlegt. Über einen Freund wussten wir, dass die Musangano Lodge http://www.musangano.com/index.html sehr schön sein soll, der Campingplatz dort aber noch nicht fertig gestellt sei. Der Campingplatz in der Stadt ist an einem Hügel gelegen, man muss sich aber die direkt daneben verlaufende vierspurige Schnellstraße wegdenken, um es wirklich malerisch zu finden. Und so kam ich zu meiner ersten festen Unterkunft in Simbabwe: sehr ruhig, sehr sauber, sehr groß und mit über 200 USD nicht ganz preiswert!


















Mutare fand ich entgegen der Einschätzung „Ilonas“ nicht übermäßig ansprechend, die Umgebung der Stadt ist wirklich hübsch, aber die breiten Straßen sind eher etwas gesichtslos. Interessant hingegen fanden wir die unten gezeigte ausliegende Wochenzeitung und eine Bankfiliale, die man in Europa wohl hätte umbenennen müssen… 😗





Teil 1405. Juli 2013
hier noch zwei Bilder von der Campsite der Musangano Lodge: sah schon sehr schön aus, etwas schattiger könnte der Platz noch werden 🙂



Teil 1509. Juli 2013
auf dem Weg zu Pungwe-Falls





die Strecke zu den Mtarazi-Falls















und das Gefährt, das zu unseren Nachbarn der Campsite gehörte 🙂



Umkehrpunkt im Honde Valley

Teil 1610. Juli 2013
die Campsite...



der Weg zu den Fällen...







Teil 1710. Juli 2013
die Jungs arbeiten sich an den Fällen ab 😉






die Fälle mit fotografenfeindlichen Wolken...













aber die Aussicht war grandios 🙂



Teil 1810. Juli 2013
Forstindustrie zwischen Muskelkraft und Technik...















Teil 1910. Juli 2013
Impressionen aus dem Valley...















Teil 2010. Juli 2013
Verkehrsknotenpunkte und "Einkaufszentrum" 😉













Brücken, bei denen man dankbar ist, dass sie gegen Beton getauscht wurden 😗





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