THEMA: Mit den Adventurecars durch Boliviens Weiten 2019
17 Apr 2021 19:13 #613034
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  • Katma1722 am 17 Apr 2021 19:13
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Sabine26 schrieb:
Liebe Kathrin,

ich bin's wieder :whistle:

Prima und wie immer lieben Dank für die Fotos, besonders jetzt von Samaipata und speziell von El Fuerte. Auch darüber findet man nicht so viel, so kann ich mir das alles noch besser vorstellen.
Der Kuckuck ist klasse, und über die Schweinsschwarte hätte sich der Hund auch sicher gefreut :woohoo:

Ich hatte mich schon einmal damit befasst, die Strecke von Santa Cruz nach Sucre zu fahren, evtl. mit Abstecher nach La Higuera, um Ches Spuren zu "folgen". Leider wurde ich aber über die Qualität des Streckenabschnitts ab Samaipata nicht schlau und da das für uns leider sehr wichtig ist, wurde es dann verworfen. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Du in Deinen nächsten Berichten noch etwas dazu schreiben könntest, wie die Strecke von hier zum Torotoro und dann weiter bis Sucre ist. Gerade der Streckenabschnitt entlang südlich des Amboros soll ja, glaube ich, nicht mehr so gepflegt sein, seit es die nördliche (asphaltierte?) Verbindung gibt. Prima wäre es auch, wenn Du die Fahrzeiten für diesen Abschnitt nennen könntest.

Jetzt bin ich gespannt, ob Ihr Dinosaurierspuren findet und natürlich auf die Bilder davon :woohoo: .

Vielen lieben Dank, dass Du mich mitnimmst auf eine Reise durch eher unbekanntes Bolivien.

Viele Grüße
Sabine

Hi Sabine!
Also die Strecke bis Samaipata war ziemlich gut, bzw. Teerstraße. Was dann kommen sollte, war schon Hardcore - wir haben uns übelst verschätzt und sind sowohl bei der Fahrt von Samaipata in den ToroToro als auch vom Toro Toro nach Sucre in die Dunkelheit gekommen und das ist in einem fremden Land mit schlechter Beschilderung und grottigen Straßen tatsächlich unerfreulich! :( Mit genügend Zwischenstopps kann man die Straßen aber durchaus fahren. Zum ToroToro wurde 2019 gerade eine ziemlich große neue Straße gebaut. Keine Ahnung wann die fertig ist. Auf alle Fälle dürfte das die Fahrt deutlich schneller werden lassen. Näheres zu den Fahrzeiten gibts in den nächsten Teilen des RB!
ToroToro war einer unserer Lieblingsparks und es war sehr schade, dass wir nur einen Tag hatten.
Die Che Guevara Route fand ich auch spannend, ebenso die Idee von Santa Cruz die Jesuitenroute zu fahre oder mit dem Zug zur Brasilianischen Grenze zu gondeln und von dort aus das Pantanal zu erkunden.... Mal sehen, was die Zukunft hoffentlich noch so bringt! :)
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17 Apr 2021 19:57 #613043
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  • Sabine26 am 17 Apr 2021 19:57
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Liebe Kathrin,

ja, das Land hat wirklich so viel zu bieten. Die Jesuitenroute klingt auch sehr interessant und die Bilder der dortigen Kirchen, die ich gesehen habe, schauen super aus.

Aber ihr habt Euch eine tolle Route zusammengestellt, jetzt bin ich echt gespannt, was Du zum Toro Toro zu berichten hast und zu den Straßenverhältnissen.

Schon irgendwie witzig, dass die Hauptstadt dieses Landes nur über eine einzige vernünftige Straße zu erreichen ist. Da hast Du dann auch ganz schnell mit einer Straßenblockade Sucre vom Rest abgeschnitten und musst auf die Versorgung aus der Luft umstellen.

Viele Grüße
Sabine
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18 Apr 2021 19:07 #613150
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  • Katma1722 am 17 Apr 2021 19:13
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Zu den Helechos Gigantes und über Desvios nach Toro Toro, 440 km

Seit wir gestern Abend noch ein bisschen mit Hilvert und Carina gequatscht haben, freue ich mich auf heute morgen! Ich werde doch noch die berühmten Baumfarne sehen! :woohoo:
Das war mein großer Wunsch, als wir zu dieser Reise aufgebrochen sind – bei unserem vorgestrigen Walk konnten wir ein einziges Exemplar entdecken… meine Hoffnung war schon auf Null, bis Hilvert meinte, da bräuchten wir keine Tour buchen, wir sollten einfach hinter seiner Quinta weiter den Berg hinauffahren, da würden sie wachsen und da würden auch die Guides mit ihren Touris hinfahren!
„Was tut man nicht alles, um ein paar Farne zu sehen?“, fragt sich wohl der Rest der Gruppe, trotzdem sind alle an Bord als wir um halb sieben Uhr morgens hinauf in die Ausläufer der Cordillera Oriental fahren.


Die Sonne schiebt sich gerade über die Wolken

Wir folgen Hilverts Beschreibung und finden sie. Wie aus der Zeit gefallene Urzeitrelikte stehen die bis zu 12 Meter hohen Helechos gigantes hier in rauen Mengen!

Vorsicht - Baumfarnfotoalarm! :whistle:







Na, schon genug Farne gesehen??? :whistle:

Von wegen... :laugh: ein paar gehen immer!









Geschafft!
Letzte Änderung: 18 Apr 2021 19:14 von Katma1722.
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18 Apr 2021 19:19 #613151
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Und nicht nur das.







Blumen und Sträucher blühen...


uralte, komplett mit Flechten und Tillandsien behangene Solitärbäume ragen weit über alle anderen hinaus.

Kolibris flitzen wie farbige Blitze durch den Wald – ich bin wie verzaubert.







Leider, leider haben wir wieder viel zu wenig Zeit und müssen uns gegen 8 Uhr auf den Rückweg machen. :(
Zum Glück ist es nicht weit und Hilvert und Carina erwarten uns mit einem tollen Frühstück mit selbst gebackenem Brot, frischem Fruchtsaft, Tomaten, Käse und hausgemachter Marmelade. :P :P Um kurz nach neun sind wir unterwegs. Vor uns liegen rund 440km. Wir ahnen noch nicht, was uns erwartet. :evil:
Letzte Änderung: 18 Apr 2021 19:36 von Katma1722.
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18 Apr 2021 19:45 #613156
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In Samaipata kaufen wir noch ein bisschen Obst und Gemüse bei einer Marktfrau, während die Männer die Autos betanken und auch die Kanister auf dem Dach befüllen.


Mit Tankstellen sieht es laut Karte auf dieser Strecke nicht so gut aus und wir wissen noch nicht genau, wie viel die Oldies saufen.
Die Landschaften, die wir durchfahren werden nicht langweilig, immer wieder wechselt die Szenerie.





Wir sehen Truthahngeier, Sittiche, dazu Esel, Rinder, Ziegen, Schafe und Schweine.


Zunächst kommen wir zügig vorwärts, es ist nicht viel Verkehr und die Straße ist gut.


Davon sehen wir leider nix...

Wir sind optimistisch, dass 7 Stunden für 440km eigentlich reichen müssten und hoffen, so gegen 18 Uhr Rumi Kipu, unsere nächste Unterkunft zu erreichen…. Von wegen… es sollte anders kommen….. :evil:
Mittags wird uns klar, dass wir nicht wirklich viel Strecke gemacht haben, obwohl die Straße eigentlich recht ordentlich ist. :unsure: Wir stoppen nur ganz kurz für ein paar Keks aus der Hand und eine Pinkelpause, dann geht es auch schon weiter.




Die beiden offiziellen Staatsflaggen Boliviens, die bunte ist die Indigene


Zahlstelle entlang der Strecke


Wir fahren und fahren und fahren… Wir lassen Mizque hinter uns. :unsure:


Die Straßen werden schlechter und zahlreiche teils abenteuerliche Baustellen mit noch zahlreicheren „Desvios“, den bolivianischen Umleitungen halten uns auf. :evil:
Spätnachmittags stoppen wir für eine schnelle Semmel, einen Kaffee und ein paar Chips. Wir fahren und fahren und fahren… Als es zu dämmern beginnt, haben wir Punata erreicht…. Endlich, jetzt ist es nicht mehr weit! :whistle:
Leider wird die Straße jetzt noch schlechter. :evil: Im Licht der Scheinwerfer huscht ein Andenfuchs vorbei. Bei einem kleinen Dorf steht ein junger Mann an der Straße und streckt den Arm aus. Stefan, der gerade voraus fährt hält an und der Bolivianer quetscht sich zu den vieren ins Auto. Hier ist es gang und gäbe, Leute mitzunehmen, wenn man in der privilegierten Lage ist, ein Auto zu haben… Viel Platz brauchen die Anhalter meistens auch nicht… :whistle: Der junge Mann entpuppt sich als große Hilfe. Er kennt sich hier gut aus und lotst Stefan schließlich aus dem Flussbett (ehrlich!!!) durch das wir in Schlangenlinien auf der Dauerumleitung unterwegs sind hinauf Richtung neue Straße – das Stück ist schon fertig, behauptet er. An der Straße angekommen, ist die Zufahrt durch ein paar wackelige Absperrpfosten versperrt. Stefan macht kurzen Prozess mit einer und fährt einfach drüber – O.K. so geht es auch…. Für uns ist der Weg frei und wir folgen. :whistle: :whistle:
Jetzt kommen wir tatsächlich ein bisschen flotter voran. Die neue Straße ist sehr breit und natürlich ist hier gar niemand unterwegs… Viel Verkehr ist zum Glück ohnehin nicht!
Heute lernen wir auch erstmals eine von Uralts Macken kennen. Der Boden unter Lenas Füßen mutiert zur Fußbodenheizung. Es wird so heiß, dass es manchmal richtig nach verschmurgeltem Gummi riecht!!! :evil: :sick:
Lena streckt ihre Füße zwischen Fahrer um Beifahrersitz!
Ich rufe zwischenzeitlich bei Annemarie in Rumi Kipu an um ihr zu sagen, dass es leider sehr spät werden wird. Sie bemitleidet uns ein bisschen und ermahnt uns vorsichtig zu fahren. Irgendwann haben wir es geschafft. Ich bewundere Stefan und M. Für ihre eisernen Nerven. Trotz mehrfacher Angebote haben sie sich geweigert, einem von uns anderen das Steuer für eine Weile zu überlassen. Um 21.30 Uhr erreichen wir Rumi Kipu, das außerhalb der Ortschaft Toro Toro im gleichnamigen Nationalpark, auf rund 2800 m Höhe liegt! Wir haben 12 Stunden gebraucht!!! Da haben wir uns bei der Planung grob verschätzt. Außerdem steht für mich fest – Desvio ist mein Unwort des Urlaubs! :evil:
Aber, es ist alles gut gegangen und wir werden von Annemarie und ihrem Mann Alfonso, den Besitzern von Rumi Kipu wunderbar herzlich empfangen. Jonas hat noch Hunger und bekommt ein Quesadilla, wir anderen einen leckeren heißen Tee. :kiss: Die Zimmer sind wunderschön eingerichtet und gemütlich warm! Wir sind hundemüde und fallen wie Steine ins Bett.
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18 Apr 2021 20:16 #613160
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  • Sabine26 am 17 Apr 2021 19:57
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Liebe Kathrin,

bei der Überschrift habe ich mich gefragt, ob es tatsächlich auf der Strecke einen Ort mit dem Namen „Desvio“ gibt, hab‘ noch gedacht, das ist doch eine Umleitung. Nachdem ich den Text gelesen habe, hat es sich aufgelöst :=)

Die Baumfarne sind ja wirklich sehr imposant, die gefallen mir richtig gut, da fehlen jetzt nur noch die Dinos in solch einer Umgebung.

Puh, das war ja ein anstrengender Tag und jetzt müssen wir uns erstmal an die Höhe gewöhnen. Das Rumi Kipu hab‘ ich mir gerade schon mal angeschaut, das scheint eine tolle Lage zu haben. Ist Annemarie eine Deutsche?

Mal sehen, was Du uns morgen im Park zeigen wirst. Freue mich schon!

Viele Grüße
Sabine
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