wie wandert man aus?

12 Antworten · 6'465 Aufrufe · gestartet 02. Apr. 2009 von ella
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Themenstarter2 Beiträge · seit 200902. Apr. 2009 · #1
hallo
ich suche mit meiner familie eine neue perspektive. seit langer zeit schlägt uns dieses wetter hier in deutschland auf die psyche und auch mit den leuten kommen wir nicht wirklich zurecht. nun hat mein mann seine berufsausbildung als auto-und nutzfahrzeugmechatroniker abgeschlossen und keine arbeit gefunden... noch einen grund hier weg zu ziehen. weiß jemand ob man da eine chance hat in dem beruf mit zwei kindern dort neu anzufangen??
2'772 Beiträge · seit 200602. Apr. 2009 · #2
Hallo ella,

ich will euch keines Falls zu nahe treten, aber zwischen deinen Zeilen lese ich, dass ihr finanziell nicht gerade gut da zu stehen scheint... (arbeitslos, junge Familie etc.)

Schau mal auf diese Links, da kannst du lesen, was allein für die Schule an Kosten auf euch zukommt:

http://www.dhps-windhoek.de/index.php?option=com_content&view=article&id=44&Itemid=55&lang=de
http://www.wis.edu.na/

In Namibia ist die Arbeitslosenquote auch recht hoch und verständlicherweise sieht die Regierung erst einmal zu ihre eigenen Landsleute mit Arbeitsplätzen zu versorgen. Gerade gestern habe ich (ich glaube es stand im Newsletter der AZ) dass nur noch Stellen an Ausländer vergeben werden sollen, die mit Einheimischen nicht besetzt werden können. Und das scheint als Automechatroniker nicht unbedingt der Fall zu sein.

Dennoch wünsche ich euch viel Glück.

Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
818 Beiträge · seit 200702. Apr. 2009 · #3
Auf jeden Fall sollte man ohne Viehzeug gehen und wenn, sein Leben wirklich neu aufbauen, d. h. auch die Möbel etc. hier lassen.
Außerdem wandert man nicht mal eben so aus, sondern trifft mehrjährige Vorbereitungen.
Geldreserven sind Pflicht.
Und, dass man im Ausland doppelt so viel arbeiten muss für halb so viel Geld, sollte einem auch bewusst sein.
http://www.oribi.de/
2'048 Beiträge · seit 200702. Apr. 2009 · #4
Hallo ella,

in Namibia habt ihr evtl. weniger Sprachprobleme aber dafür sehr rigide Einwanderungsbestimmungen, die aktuell nochmal verschärft werden.

Rechtlich ist es in Südafrika leichter.
aber:
Es wird nichts, wenn ihr hier nur vor etwas davonlaufen wollt.
Ihr solltet zumindest genau wissen
- was euch erwartet
- was ihr dort konkret anfangt (möglichst Job sicher)
- welches Leben ihr euch dort leisten könnt.

und es muss euch klar sein:
- dort wartet niemand auf euch
- dort gibt es viele Möglichkeiten, euch über den Tisch zu ziehen
- dort sind die Lebensbedingungen anders - ganz anders.

Wenn ihr euer Ziel nicht durch mehrmalige Reisen kennt, keine konkrete und verläßliche Arbeit habt und evtl. die Sprache ein Problem ist
dann lasst es sein und klärt erstmal diese Punkte. Wenn ihr dann noch wollt, hat das Vorhaben evtl. später auch eine bessere Chance.

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
1'287 Beiträge · seit 200802. Apr. 2009 · #5
Hallo,

ich kann mich meine "Vorrednern" nur anschließen. Mit Auswandern löst man überhaupt keine Probleme, die Probleme werden nur anders.
Motivation wie "schlechtes Wetter" oder "wir kommen mir DEN Leuten nicht zurecht" sollte m.E.n. kein Grund für eine Auswanderung sein.

Ich selbst habe ein Jahr in Neuseeland gelebt (im Rahmen eines Praktikums) und hatte damals die Möglichkeit für immer dort zu bleiben. Folgendes hat mich abgehalten:

- Trennung von Familie und Freunden, will man nicht den Kontakt total abreißen lassen bedeutet dies, dass man mindesten alle zwei Jahre den kompletten Jahresurlaub in Deutschland verbringt bei Ländern wie Namibia und NZ bedeutet das immer teure Flugreisen
- Schlechtere Bezahlung, weniger Urlaub. So zynisch das für Euch im Moment auch klingen mag, aber diesbezüglich sind wir in Deutschland weltweit betrachtet ganz weit vorn
- Ich habe in Neuseeland gearbeitet (und zwar sehr viel wie alle Kiwis) und man hat (fast) keine Zeit die Schönheit des Landes zu genießen, eine Werkhalle oder Büro ist nicht deswegen schöner, weil sie in einer tollen Landschaft stehen
- Das kulturelle Angebot und die Vielfalt sind in einem relative kleinen Land wie NZ deutlich geringer, Reisen in ein Nachbarland sind sehr aufwendig und teuer

Wie auch immer Ihr Euch entscheidet, plant das wirklich sorgfältig. Hier im Forum gibt es ja einigen Leute die nach Namibia ausgewandert sind und ihre Erfahrungen ggf. mitteilen.

Sicher ist nur, dass man auf jeden Fall eine einigermaßen sicheres finanzielles Polster haben und das Land kennen sollte. Namibia ist nicht billig, insbesondere dann nicht, wenn man sein Gehalt nicht in Euro auf deutschem Niveau bezahlt kriegt.

Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
Gast02. Apr. 2009 · #6
Alle vorgebrachten Argumente der bis Dato gesendeten Antworten so Jaw ,Carl usw. kann ich nur zustimmen. Bin selber vor 2,5 Jahren hierher mit Frau mit 2 Hunden und einer Katze ausgewandert aber gottseidank finanziell unabhängig. Als Automechatroniker hast Du hier keine Chance.
Der heimische Arbeitsmarkt wird bevorzugt, die offiz. Arbeitslosenquote ist 40 % in Wahrheit ist diese mehr als 60% .
Des weiteren haben wir genügend Auslandserfahrung insgesammt ca 25 Jahre von Nordeuropa über Asien und Nordafrika bis nun Namibia.
Also bitte zum arbeiten ein anderes Land aussuchen es gibt noch einige wo Deutsche gesucht werden. Mal gründlich recherchieren.
Gruss von Weltenbummler Uschi, Heidi und Peter Swakopmund Namibia
📎 Swakop_Luftbild.BMP
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zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2010
Gast03. Apr. 2009 · #7
oribi schrieb:
Auf jeden Fall sollte man ohne Viehzeug gehen und wenn, sein Leben wirklich neu aufbauen, d. h. auch die Möbel etc. hier lassen.
Außerdem wandert man nicht mal eben so aus, sondern trifft mehrjährige Vorbereitungen.
Geldreserven sind Pflicht.
Und, dass man im Ausland doppelt so viel arbeiten muss für halb so viel Geld, sollte einem auch bewusst sein.
Dem kann ich so nicht zustimmen. Warum sollte man seine Tiere nicht mitnehmen? Bei Katzen und Hunden ist das kein Problem. Unser Hund hat sich schnell und unproblematisch eingewöhnt.
Ich bin auch sehr froh dass wir unsere Möbel mitgenommen haben. So richtig schöne Möbel aus gutem Holz gibt es hier nämlich nicht! Außerdem fühlt man sich gleich mehr zuhause wenn man die gewohnte Umgebung hat. Natürlich wird so ein Umzug teurer wenn man einen (womöglich noch großen) Container braucht.
Mehrjährige Vorbereitungen sind nicht nötig wenn man schon lange Jahre ein finanzielles Polster aufgebaut hat (Geldreserven sind wirklich Pflicht) und/oder ein gutes Jobangebot. Bei letzterem hapert es hier leider wirklich. Es gibt extrem gut bezahlte Jobs, nur Mechatroniker gehören nicht dazu. Trotzdem werden immer wieder Leute mit dieser Ausbildung gesucht - und man muss sich darüber klar sein, dass die hohe Arbeitslosigkeit nicht daher kommt, weil viele gut ausgebildete Namibier auf der Straße stehen, sondern weil die wenigsten Leute sich eine gute Ausbildung leisten können. Das fängt schon mit der Schule an. Allerdings gibt es eine staatliche Schule in der die ersten sechs Jahre auf deutsch unterrichtet wird. Es ist keine so gute Schule wie die DHPS oder die International School, aber wenn man dort fleißig ist und einen guten Abschluss macht kann man damit unter gewissen Voraussetzungen sogar in Deutschland studieren.
Jetzt mal zu dem doppelt soviel arbeiten. Vielleicht stimmt das was die Arbeitszeiten angeht, aber trifft nicht auf den Stress zu. Vielleicht nennen das manche Südwester hier Stress was sie haben, aber die sollten alle mal ein bis zwei Jahre in Deutschland in einem Job durchhalten müssen, wo man zwar nur vierzig Stunden die Woche arbeitet, dafür aber mit einem viel höheren Druck. Hier lässt man auch mal fünfe gerade sein, und der Kunde wartet dann eben noch eine afrikanische Woche länger (der zuckt die Schultern und sagt das sei eben Afrika), und an der Qualität hapert es auch oft. Also Stress wie in Deutschland (oder auch Neuseeland - da würd ich ja nun wirklich nicht wohnen wollen) kennt man hier nicht.
Trotzdem stimmt es, dass man erstmal seine Voraussetzungen prüfen sollte bevor man auswandert:

- finanzielle Rücklagen, und zwar so viel dass man mindestens ein Jahr davon leben könnte
- Erkundigungen und Informationen über das gewünschte Land (geht am besten in Auswandererforen, googlet euch mal da durch). Mehrfache Reisen halte ich nicht für notwendig. Vielleicht ein- bis zweimal um die Lage zu peilen, aber es ist nun mal völlig anders für immer in einem anderen Land zu leben als nur mal zwei Wochen zu Besuch zu kommen. Hauptsache man ist flexibel und anpassungsfähig.
- Sprache am besten schon vorher wenigstens in Grundlagen lernen. Für Namibia ist Englisch Pflicht (Afrikaans wäre von Vorteil).
- naja, und die Auswanderungsgründe sind wirklich nicht ganz unerheblich. Wenn es das liebe Geld ist, wäre Namibia tatsächlich die falsche Wahl.
- eine weitere Grundvoraussetzung ist der Familienzusammenhalt. Man kann seine Besitztümer zuhause lassen, aber seine Probleme nimmt man immer mit. Besonders schlimm wirken sich dann Familienprobleme aus...
Übrigens ist es in der heutigen Zeit schon sehr einfach, den Kontakt zu Familie und Freunden zu halten, auch ohne dass man sich alle zwei Jahre besucht.

Ich würde mal alles überdenken was hier geschrieben wurde, und informiert euch gründlich über alles, und dann überlegt es euch gut was ihr weiter macht.

Ich wünsche euch viel Glück für die Zukunft
LG
Maxi
Gast03. Apr. 2009 · #8
Hallo Jaw,

hallo Ella,

ich muss Euch enttäuschen, auch in Südafrika ist es rechtlich nicht einfacher.

Auch hier muss ein potentieller Arbeitgeber nachweisen, dass er die Stelle nicht
mit einem Einheimischen besetzen kann und dann riesige Anzeigen schalten,
sich um die Arbeitserlaubnis kümmern usw. Was übersetz, keiner macht.

Es gibt einige wenige gesuchte Berufe.

Wenn man sich selbständig machen will,
benötigt man 250.000,- €, um ein Business-Permit zu bekommen.

Und um ein Rentner-Permit zu bekommen,
muss man 2000,- € für die erste und 1000,- €
für die zweite Person Einkommen im Monat nachweisen.

Man muss kein Rentner sein, um ein Rentnervisum zu bekommen,
aber die Einnahmen werden genauestens geprüft
und man darf nicht arbeiten, bevor man seine endgültige
Aufenthaltsgenehmigung hat, was hier 3 - 4 Jahre dauern kann.

Hier die gesuchten Berufe mit den Qutoen aus 2009:

Neue Arbeitserlaubnis Quoten für die Einwanderung nach Südafrika
Das Ministerium für innere Angelegenheiten in Südafrika hat vor kurzem eine neue Liste für Quoten-Arbeitsgenehmigungen angekündigt.

Die sogenannten Quota Permits wurden konzipiert, um den bestehenden Fachkräftemangel zu überwinden. Die offenen Arbeitsstellen in Südafrika sollen mit Einwanderern gefüllt werden.

Die Quota Arbeitsgenehmigungen können für Einwanderer beantragt werden, die in eine Berufsgruppe fallen, die in Südafrika gesucht wird.

Die Quota-System ermöglicht eine bestimmte Anzahl von Arbeitsgenehmigungen in den folgenden Kategorien:

* 30,000 Experten in der Kategorie Wissenschaft und Technik
* 1,000 Experten in der Kategorie Bildung
* 4,000 Experten in der Kategorie Informations-Industrie
* 5,000 Experten in der Kategorie Gesundheit und medizinische Wissenschaft
* 8,000 Experten in der Kategorie Agrarwissenschaft
* 1,500 Experten in der Kategorie Verwaltung und Handel

Hier noch die WEbsite unserer Immigration Agency:
http://intergate-immigration.de/Allgemeine-Informationen/einwanderungsbroschuere-suedafrika-informationen.php

Viele Grüße,

Bee Tee
Themenstarter2 Beiträge · seit 200903. Apr. 2009 · #9
hallo erstmal
vielen dank für eure beiträge. sie haben mir sehr weiter geholfen. ich habe nur schon so oft gehört, dass in namibia ein Fachkräftemangel herrscht. das finanzielle polster ist ja vorhanden. wir sparen schon eine lange zeit darauf, da das unser großer traum ist. bloß ist er jetzt aktueller geworden. mein mann schwärmt ja im gegensatz zu mir von usa und canada, wo es wohl noch schwieriger ist eine aufenthalsgenehmigung zu erhalten. zudem würden wir nie ohne aussicht auf eine gesicherte arbeitsstelle irgend wohin gehen. die müsste man eben von deutschland oder wärend eines urlaubs fest machen.
weis da jemand was zu usa/canada???

liebe grüße ella
203 Beiträge · seit 200603. Apr. 2009 · #10
Dazu können die meisten hier wohl nichts sagen, das ist ein Namibia-Forum, und zudem eher ein Touristenforum als ein Auswandererforum. Geh doch mal in Auswandererforen, da wirst Du gescheitere Antworten finden. Es gibt auch ein Amerika-Forum. Aber Amerika ist ziemlich aussichtslos. Kanada ist einfach, ich denke, da wäre man als Automechatroniker willkommen. In Namibia übrigens auch, im Gegensatz zu dem, was einige hier behauptet haben, aber es ist eben schwierig mit der Arbeitserlaubnis. Im ganzen letzten Jahr wurden praktisch keine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse erteilt (außer für Chinesen, die werden hier immer bevorzugt und müssen gar nichts nachweisen, obwohl sie den Namibiern die Arbeitsplätze massenweise wegnehmen. Aber Ausländer ist eben nicht gleich Ausländer). Jetzt soll es wieder besser werden, aber wir müssen erst mal abwarten.

Ich würde sagen, wenn Kanada auch zur Debatte steht, versucht es in Kanada, da ist es wesentlich einfacher.
2'048 Beiträge · seit 200703. Apr. 2009 · #12
Hallo Ella,

auch Canada und USA haben Hürden. Nur für Canada gibt es einen Umweg: Du brauchst einen Arbeitgeber, der wieder seinen Arbeitsplatz nicht besetzt bekommt. Dann kann er eine Arbeitserlaubnis für dich beantragen. Muss aber der Arbeitgeber machen und du darfst glaube ich 2 Jahre nur dort arbeiten, d.h. nicht einfach wegen besserem Angebot wechseln

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Gast03. Apr. 2009 · #13
Okaukuejo schrieb:
... Kanada ist einfach, ich denke, da wäre man als Automechatroniker willkommen. In Namibia übrigens auch, im Gegensatz zu dem, was einige hier behauptet haben, aber es ist eben schwierig mit der Arbeitserlaubnis...
Ja, das sehe ich ja auch so, nur hab ich Bedenken dass der Verdienst für eine vierköpfige Familie ausreicht...also bräuchte Ella selbst auch einen Job, was das Ganze nicht leichter macht 😐
...es sei denn du hast eine hier gefragte Ausbildung, Ella.
Nebenbei bemerkt: ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum jemand in der heutigen Zeit ausgerechnet in die USA möchte (dann schon wirklich lieber Kanada!), aber das kann und muss jeder für sich selber entscheiden.
Wie gesagt, komm in die genannten Foren und hol dir dort Infos und lass dir Tipps geben.