Wir fahren ungefähr zehn Minuten, da entdecken wir rechts und links der Piste Elefanten im Trockenbusch. Wenn sie sich nicht bewegen kann man sie trotz ihrer Größe im grauen Busch leicht übersehen.
Die Herde ist sehr unruhig, ständig die Rüssel hebend in unsere Richtung witternd. Mit dieser Herde stimmt etwas nicht. Wir bleiben stehen und warten ab. Der Motor wird abgestellt um die Tiere nicht weiter zu beunruhigen.
Die Kuh mit ihrem Kalb ist schräg von hinten auf die Piste gekommen. Auch wenn der Adrelalinspiegel auf Sturmflut steht, Ruhe bewahren keine Panik. Die Situation ist ernst aber nicht brenzlig. Die Kuh droht nicht ernsthaft.
In diesen Situationen muß vorher genau überlegt werden, was tun wenn? Wir haben drei Möglichkeiten, vorausgesetzt der Motor springt sofort an. Mit Vollgas voraus fliehen, nicht ungefährlich da wir nicht sehen können wie nah die anderen Elefanten der Piste sind. Rückwärts müsste gehen, bevor die Kuh angreift könnten wir zwanzig bis dreißig Meter gewonnen haben.
Wenn eine Elefantenherde die Piste überquert ist Geduld angesagt. Das kann durchaus dreißig Minuten oder länger dauern. Ich rate dringend davor ab, auch wenn keine Elefanten auf der Piste sind, mit Geschwindigkeit durch zufahren. Besser und sicherer, sich langsam der Stelle nähern, immer aufmerksam den Busch rechts und links beobachten. Häufig kommen noch Nachzügler. Sollten noch Elefanten dasein, nicht mit Karacho weiterfahren. Lieber warten bis tatsächlich alle auf der anderen Seite im Busch verschwunden sind.
Das Erfolgsrezept mit Elefanten im südlichen Afrika ist Geduld und nochmals Geduld. Die gutmütigen “Streichelelefanten” wie in Kenya und Tanzania die gibt es hier nicht.
Ohne Hast läuft sie mit dem Kalb auf der dem Risikoobjekt (unserem Fahrzeug) abgewandten Seite in den Busch. Elefanten sind hochintelligente Tiere. Die Kuh würde alles tun um ihr Kalb zu schützen. Außer den Menschen haben die Elefanten kaum natürliche Feinde. Nur im Luangwas South National Park in Zambia haben sich Löwenrudel darauf spezialisiert junge Elefanten zu reißen.
Darüber einen Bericht ein anderes Mal.
Nachdem das Kalb in Sicherheit ist, kommt sie noch eimal und droht.
Plötzlich stürmt von rechts, aus dem Trockenbusch, alles niederreißend ein Elefant auf uns zu. Ich hatte mit Olaf genau besprochen wie mir in kritischen Situationen vorgehen. Wenn er fährt gebe ich die Anweisungen, an die er sich konkret halten muß.
Motor an! Zurück! Olaf reagiert schnell, aber nicht hektisch, das kann nur dazu führen den Motor abzuwürgen.
Nachdem die Distanz zum Elefanten und uns ungefähr dreißg Meter beträgt stoppt der Elefant.
Nachdem wir gehalten haben, stürmt der Elefant wieder auf uns los, wir weichen zurück. Sobald wir fahren stoppt der Elefant, also halten wir auch an, doch das veranlasst ihn uns erneut zu attackieren. Der Bursche gibt keine Ruhe. das geht so drei Mal, dann fahren wieder soweit zurück, dass er nicht mehr angreift.
Mit diesem Elefanten stimmt etwas nicht. Natürlich können wir nur vermuten, doch ich bin sicher es ist der Elefant der den Ranger getötet hat. Vielleicht hat der Ranger ihn verletzt? Warum er allerdings auf das stehende Fahrzeug so agressiv reagiert ist mir nicht verständlich.
Siggi
Menschen für Afrika begeistern
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