SYSylvieThemenstarter6 Beiträge · seit 200902. März 2009 · #1Hallo zusammen,
neues Jahr - neuer Urlaub...zumindest irgendwann in diesem Jahr...
Mein Freund und ich planen unseren nächsten Urlaub in Afrika zu verbringen - vornehmlich Botswana...leider habe ich überhaupt keine Ahnung, was alles zu beachten ist und hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.
Wir würden uns gern einen Wagen mieten und ca. 2,5 Wochen durch Afrika fahren - wie ist das mit Unterkünften? Kommt man regelmäßig an irgendwelchen Lodges vorbei, wo man die Nacht verbringen kann - und muss man diese schon im Voraus buchen? Wie gefährlich ist es heutzutage? Gibt es probleme, wenn man allein als Paar reist und man blondes Haar hat (sorry, falls das wie ein Vorurteil klingt, soll es sicher nicht, aber das sind halt so fragen, die man sich stellt, weil man so vieles gehört hat - was nicht immer wahr sein muss, aber das weiß ich eben nicht)
Gegen was sollte man sich unbedingt impfen lassen?
Gibt es eine Jahreszeit, in der man auf keinen Fall reisen sollte?
Und das Wichtigste: Was sollte man unbedingt sehen?
Es wäre lieb, wenn Ihr mir ein wenig weiterhelfen könntet.
Liebe Grüße, Sylvie
chrissie2'460 Beiträge · seit 200602. März 2009 · #2Hallo Sylvie,
willkommen im Forum.:)
Zu einer Botswanareise mal ein paar grundsätzliche Anmerkungen:
- man kann Botswana sicher zu jeder Jahreszeit bereisen, die Frage ist jedoch, wie weit man sich zumuten möchte, in der Regenzeit (grob gesagt November- März) flexibel auf die Strassenverhältnisse einzugehen
- Wenn ihr in die Nationalparks wollt - und das ist sicherlich der Hauptgrund für eine Botswanareise- dann seid ihr gut beraten, frühzeitig vorzubuchen. Ich kenne eurer Reisebudget nicht, aber die Botswana ist kein preiswertes Reiseland.
- Über das Thema Impfen (zB Hepatitis) und Malariaprohylaxe würde ich mich mit einem Tropenmediziner unterhalten
- Botswana ist ein relativ sicheres Reiseland, die größte Gefahr abseits der Städte ist sicherlich nicht die Kriminalität sondern eher eine nicht gewollte Konfrontation mit Wildtieren dar 😎
SYSylvieThemenstarter6 Beiträge · seit 200902. März 2009 · #3Hallo Chrissie,
vielen Dank für Deine Antwort.
Hm, Tropenmediziner sind ja im Zweifel für alles - gegen Hep A+B bin ich geimpft, aber ich weiß nicht, inwiefern man die Malaria-Proohylaxe wirklich umsetzen muss - machen das in der Regel alle Urlauber oder sollte man sich lieber gut mit Autan eincremen und ist dann auch relativ sicher?
Hm, unser maaaximales Budget liegt bei ca 3.000 € pro Person - kommt man damit gut aus? Wir wollen ja nicht leben wie die Made im Speck, aber hätten gern auch eine Toilette im Zimmer (falls es in Lodges überhaupt Zimmer oder Toiletten gibt)
Der Hauptgrund, weswegen ich erst einmal ein Auge auf Botswana geworfen habe, ist die Tierwelt - wenn ihr mir sagt, dass es in Namibia genauso viele Tiere zu sehen gibt, dann ist es mir relativ egal, wo es hingeht - wir suchen einfach nur ein schönes Ziel, wo man eine gute Chance hat, Tiere zu sehen und wo es relativ sicher ist.
Liebe Grüße, Sylvie
Chrigu7'267 Beiträge · seit 200602. März 2009 · #4Hallo Sylvie
Aus einem Botswana-Urlaub in diesem Jahr wird bei Euch wahrschinlich nichts. Dafür gibt es diverse Gründe.
1) Lodges in Botswana werden definitiv Euer Budget sprengen. Alternative: Campen. Da solltet Ihr mit Total 6000 € durchkommen.
2) Falls Ihr in den Nationalparks campieren wollt, seid Ihr zu spät dran. Es gibt in den ganzen Parks nur eine relativ geringe Anzahl von Campsites. Die sind bis zur Regenzeit praktisch schon ausgebucht.
Was nun: Namibia und Südafrika bieten sich für eine Reise an. Da ist es unproblematischer und wenn Ihr auf ein Zimmer wert legt auch günstiger als in Botswana. Die Tierwelt in Namibia und Südafrika ist auch sehr gut. Wenn auch etwas anders als im Sumpfgebiet des Okawangodeltas. Speziell im Caprivi-Streifen findest Du aber die gleichen Tiere, weil die da dauernd die Grenze überschreiten.
Auch wenn Du es nicht explizit schreibst, nehme ich an dass es Eure erste Reise ins südliche Afrika ist. Dafür finde ich Botswana schon ganz schön happig. Namibia empfiehlt sich als Einsteigerland.
Wenn Ihr dieses Jahr noch ins südliche Afrika wollt, solltet Ihr Euch möglichst schnell noch etwas umfassender Informieren und zumindest den Flug relativ schnell buchen.
Lass Dich aber nicht gleich von mir entmutigen!
Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung
Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung
Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz
Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika
Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
chrissie2'460 Beiträge · seit 200602. März 2009 · #5Hallo Sylvie,
du hast ja eine schlechte Meinung von den Tropenmedizinern 😎 Ich muss "unseren" in Schutz nehmen, er hat uns nicht alles aufquatschen wollen, sondern abgewägt, was wirklich notwendig ist in Anbetracht dessen, wie und wann man unterwegs ist.
Bei eurem Reisebudget schließe ich mich Chrigu an, dass es wohl dieses Jahr nichts mehr mit Botswana werden wird, aber Südafrika und Namibia sind schließlich auch schöne Alternativen.
Im Forum sind einige DVDs unterwegs, darunter auch meine:
Namibia DVDSüdafrika DVDVielleicht hilft es euch bei der Entscheidung, welches Land ihr bereisen wollt.
T.T.W.73 Beiträge · seit 200902. März 2009 · #6Chrigus Post stimme ich uneingeschränkt zu!
Für das erste Reinschnuppern nach Afrika sollte das nicht so in die Vollen gehen. Das würde Euch evtl überfordern.
Ich kenne auch genügend Leute, die konnten mit Namibia als afrikanisches Reiseland nichts anfangen ("Wüste, Steine, Sand, Öde....")
Durchweg begeistert schwärmt man als Einsteiger aber von Südafrika: Warum nicht die klassische Tour über die Garden Route? Vorgebucht oder spontan, viel oder wenig, B&B oder Hotel oder Camp. Nationalparks und schönste Landschaften, beste Infrastruktur und auch Tiere.
Macht Lust auf mehr und man kommt wieder und wagt sich weiter vor.
Ein oder zwei Reiseführer stellen Euch auf das Land ein, mit klassischen Routen und Hotspots. Dann klären sich auch Unsicherheiten, ob es in Lodges Toiletten gibt...B)
Gruß Thomas
Julie153 Beiträge · seit 200802. März 2009 · #7Hallo Sylvie!
Wenn ihr Lust habt, könnt ihr euch unsere Reiseberichte durchschauen, man sieht auch in Südafrika sehr viele Tiere. Wir waren bis jetzt 2mal dort und sehr begeistert, heuer, mit ein wenig Afrika Erfahrung geht es mit 4x4 und Dachzelt nach Botswana.
Wenn ihr nicht campen wollt, ist das in Südafrika doch ab 2500euro/Person zu machen, da sind dann auch ein paar wirklich "bessere" Unterkünfte dabei - wie gesagt - siehe unsere Fotos (Reiseberichte in der Signatur)
- Cholera spielt im Moment natürlich auch eine Rolle
- Nicht jeder Tropenmediziner schwatzt dir alles auf, genaues Informieren vor solch einer Reise halte ich für sehr sinnvoll (Südafrika ist zum Teil z.B. malariafrei)Leichtsinnigkeit finde ich heutzutage unnötig.
lg und viel Spass beim Planen! Julia & Markus
joli3'491 Beiträge · seit 200602. März 2009 · #8Hallo Sylvie,
da kann ich mich Chrigu nur anschließen.Botswana muss wirklich nicht sein, wenn man zum ersten Mal ins südliche Afrika kommt. Was mich allerdings erstaunt, fast schon erschreckt, ist der Umstand, dass Du offensichtlich so gar keine (Wunsch-)Vorstellung vom südlichen Afrika hast und dennoch dort einen Urlaub verbringen möchtest.Dieses Forum kann vieles und vieles auch besser als ein Reiseführer, aber dennoch macht es einen Reiseführer nicht überflüssig. Vielleicht solltest Du Dir den erstmal vornehmen und danach einen Reisewunsch konkret zusammenstellen.Du wirst dann hier viele Anregungen und Hilfen bekommen. Das Ganze steht aber unter hohem Zeitdruck - es dürfte jetzt schon recht schwierig sein, noch Flüge zu bestimmten Terminen zu bekommen.Vielleicht solltet Ihr doch mit einem Reiseveranstalter Kontakt aufnehmen und dort eine Komplett-Reise buchen.Das ist bestimmt nicht der schlechteste Weg, sich mit dem südlichen Afrika etwas vertrauter zu machen.
Gruß Joli
bilo287 Beiträge · seit 200902. März 2009 · #9Hallo Sylvie,
wenn ihr nicht auf das südliche Afrika festgelegt seid, können wir euch als Ostafrika-Fans auch Kenya als Einsteigerland gut empfehlen. Bei Interesse helfen wir euch auch da gerne weiter.
Für Kenya reicht Malariaprophylaxe (ob man die durchführt muss natürlich jeder nach ausgiebiger ärztlicher Beratung selbst abwägen - das hängt sicher auch davon ab, wo in Kenya man sich aufhält), Hepatitis A+B, Tetanus. Möchte man allerdings nach Tansania einreisen muss man auch eine Gelbfieberimpfung haben. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten für solche Reiseimpfungen, und für die Malariaprophylaxe kann man ja mal nachfragen.
Schöne Grüße
Birgitt
SYSylvieThemenstarter6 Beiträge · seit 200903. März 2009 · #10Guten Morgen,
vielen Dank für Eure vielen Antworten, nun bin ich doch schon ein ganzes Stück weiter.
Also Botswana ist nichts für Anfänger - könnt Ihr mir kurz sagen wieso...und wieso es in Südafrika leichter ist? Wegen der Unterkünfte?
Ich bin eigentlich nur auf Botswana gekommen, weil ich so viele Berichte gesehen habe und es sah dort immer sehr schön aus - aber ihr habt recht, es spricht rein gar nichts gegen Südafrika und co.
Ja, ich habe bisher noch keinen Reiseführer gelesen - natürlich würde ich nie in den Urlaub fahren ohne das zu tun - ich informiere mich nur lieber vorab im Internet - also momentan bei Euch, denn nun hätte ich einen Botswana-Reiseführer ganz umsonst gekauft - jetzt kann ich mir gleich den richtigen kaufen.
Und ja, ich habe eine schlechte Meinung von Tropenmedizinern - ich war letztes Jahr dort um mich für Panama impfen zu lassen und am liebsten hätte er mir alles gespritzt, was er gerade da hatte - weil es meine Kasse übernimmt - somit weiß ich, dass es zumindest bei dem Arzt überflüssig ist, sich zu informieren, welchen Schutz man braucht, da er impfen einfach klasse findet. Ich bin aber ganz gut ausgerüstet und bereits gegen alles, was Ihr aufgezählt habt, geimpft - nur wegen der Malaria muss ich mal schauen, aber das hängt sicher davon ab, wo genau es letztendlich hingeht.
Wow, wir haben Februar und ihr meint, dass ich schnell buchen sollte um in diesem Jahr noch einen Flug zu kriegen? Na das überrascht mich jetzt wirklich...aber gut, dass ich das jetzt weiß.
Danke und liebe Grüße, Sylvie
fordfahrer1'003 Beiträge · seit 200803. März 2009 · #11ach, lass Dich nicht verrückt machen - BW ist genauso einfach zu bereisen wie SA oder NAM - und es gibt unvergleichlich mehr Tiere - in Freiheit - Lodges kannst Du wirklich vergessen - viel zu teuer, aber wenn man sich mit einem Dachzelt anfreunden kann, ist das Campen einmalig - in SA gibts die Tiere nur eingezäunt in BW auch außerhalb der Parks und viel mehr als in NAM - lass Dich mit der Malaria nicht verrückt machen - Flüge z.B. JNB gibt es ausreichend - wenn Ihr keine Kinder habt und zeitlich etwas flexibel seid relativ günstig. Grundlegend - ich weiss alle werden aufschreien - SA hat nichts mehr wirklich mit Afrika zu tun - es ist halt über 300 Jahre kultiviert wurden und so sehen viele Teile auch aus - BW ist wild - NAM auch aber viel trockener - deswegen weniger Tiere. BW ist eher billiger als SA - wenn man mal von den Lodges absieht - der Eintritt in die Parks kostet zwar was aber das führt nicht gleich zur Armut - lies mal ein paar Reiseberichte - das hilft -
ps: fliegen nach WDH kann wirklich eng werden, da es viel weniger angeflogen wird als JNB -
Lebensmittel und Sprit gibt es überall ausreichend in SA NAM und BW beim Trinkwasser sollte man halt nur das abgepackte verwenden und die übliche Vorsicht - und vieles dauert halt etwas länger -
viel Spass - Tiere in BW anschauen ist was ganz anderes als die Garden Route fahren
Gruss
Christian
SYSylvieThemenstarter6 Beiträge · seit 200903. März 2009 · #12@Julia: ich habe eben Deinen Reisebericht mit Bildern von Südafrika 2007 gelesen und bin total platt - mein Gott, ist das beeindruckend! Und Eure Bilder sind auch echt der Hammer - lohnt sich wohl, sich dafür eine richtige Kamera anzuschaffen!!!
LG, Sylvie
T.T.W.73 Beiträge · seit 200903. März 2009 · #13Hallo Sylvie,
aus eigener Reiseerfahrung (etwa 15 mal südliches Afrika in den letzten 30 Jahren) kann ich folgendes sagen:
Gegen Botswana spricht, dass sich so gut wie alles auf das Okavangodelta konzentriert. Das muss aber nichts negatives oder schlechtes bedeuten. Nur muss man sich darüber im Klaren sein, dass man da als Afrikaneuling wirklich überfordert wird, wenn man im hochpreisigen Moloch Maun, Delta, Chobe etc. mit unzähligen Touranbietern in die mehr oder weniger erfahrene Karawane der Touristenströme eintaucht. Du hast im Prinzip nur 2 Möglichkeiten; Die teure oder die individuelle, die mit einigen Anstrengungen und Entbehrungen verbunden ist
Der Durchschnittstourist bleibt etwa 6-8 Tage im Land und packt sich das volle Programm ein. Hauptziel: Tiere sehen! Das heißt auch, dass er die Deltacamps samt Cessna-Shuttle mit Vollpension bucht. Er gibt dafür durchschnittlich 250-300 USD/Tag aus. Geboten wird dafür das scheinbar perfekte Afrikaerlebnis. Darauf ist die Tourismusindustrie dort spezialisiert. Wenn man da war, war man in Afrika (sagen und glauben zumindest diejenigen, die aus einem Luxuscamp kommen)
Eher in diesem Forum bevorzugt, günstiger, aber anstrengender, beschwerlicher, und im Vorfeld mit größeren Planungen verbunden, ist die individuelle Reise ins Delta, Chobe und Co. auf eigene Faust.
Dazu muss man aber wissen, dass man mal 2-4 Tage mal alleine ist, das Camp ohne Zaun und Klo, 200km Sandpisten auf einen warten - sprich: die Infrastruktur evtl. nicht dem entspricht, was man üblicherweise gewohnt ist.
Namibia sieht da schon anders aus. Bis auf die mehr oder weniger perfekten Sandpisten findet man eine gute bis sehr gute Infrastruktur, eine größere Vielfalt an fantastischer Landschaftsszenerie, Wüsten, Sand, ABER, bis auf Etosha relativ wenig Tiere. Wenn mich jemand fragt: Namibia wohin da?, frage ich zurück: Was willste sehen, Landschaft oder Tiere? Süden/Mitte oder Norden. Und dann wird je nach Termin, Übernachtungswünschen und Route relativ lange im Voraus gebucht. Angefangen vom Flug zum bevorzugten Termin...
Südafrika bietet von der gesamten Infrastruktur, besonders im Süden an der Garden Route, am meisten von allem. Ich würde immer wieder jedem Afrikaneuling diese Route ans Herz legen. Mag zwar überheblich klingen, nach dem Motto: "Fahr mal die Garden Route hoch und runter zum lernen, die Großen dürfen im Okavango spielen gehen", aber irgendwie ist da schon was wahres dran. Es muss nicht heißen, dass es da schlecht oder alles auf ´unerfahrenen´ Massentourismus eingestellt ist. Nein. Auf unserer letzten dreimonatigen Tour, war ich nach unzähligen Besuchen der Garden Route wieder für mehrere Wochen vor Ort. Sicher, jetzt an ganz bestimmten Ecken und nicht das volle Programm, aber immer wieder gerne. Mit Start und Ziel Kapstadt mit allen NP´s (Tsitsikamma bis Addo) kann man da noch jeden begeistern. Man muss ja nicht überall anhalten, wo die Touribusse stehen.
Allerdings, und das kann ich nicht abstreiten: der Höhepunkt ist und bleibt Okavango.
In meinem Buch habe ich versucht das zu beschreiben: In Etosha oder Krüger auch in Addo ist alles riesig, vorgeschriebene Wasserlöcher und Parkplätze. Massentourismus; Verbotsschilder, Vorschriften. Die Tiere sind immer auf der Hut, manche Herden sieht man nur am Horizont vorbeiziehen. Im Winter ist alles kahl und hell, die Sonne blendet, 2 Giraffen und 3 Elefanten gegen 17 Autos und 5 Busse. 2 Löwen verursachen einen Stau. (So sehe ich da nach unzähligen Besuchen)
Okavango ist dagegen einsam. Bäume, Büsche, Mopanewälder, grün, man ist integriert, keine Zäune, eine halb eingestürzte Brücke und dahinter wieder elendiger Tiefsand. Tiere, Zebras, die dir am Pistenrand in 2 Meter Entfernung beim Grasen den Hintern zeigen; scheinbar kein Fluchtinstinkt, keine Gefahr, Futter und Wasser im Überfluss. Die Riesentrappe bleibt einfach vor dir stehen und du musst um sie herumfahren, wenn da nicht der Elefant von links erscheinen würde und den Vogel für dich verscheucht. Jetzt steht der Elefant im Weg... Der Regen wird hoffentlich nicht so schnell kommen, denn er macht nicht nur nass, er kann hier zur Gefahr werden. Die nächsten 4 Tage kein Hotel auch keinen geschützten Campingplatz, nur Zelt, alles ohne Zaun, der Elefant sorgt dafür, dass man sich morgens vom Tisch entfernt, weil er unbemerkt hinter dem Auto auftaucht, und seinen Rüssel in Richtung Marmeladenglas streckt. Kaffee schmeckt ihm nicht, er ist so nahe, dass man die Borsten zählen kann....
Das ist die andere Seite, die weitaus spektakulärere, wovon man in Etosha nichts ahnt und was man dort nie erleben wird. Kapstadt und Garden Route wird dir das auch nicht bieten können. Ich kann mir aber vorstellen, dass Du genau das suchst.
Das kannst Du auch machen. Bereite Dich vor, Spezialisiere Dich darauf, lese Dich in den Hupe-Reiseführer ein - dann schafft man das auch.
Evtl. reicht Dir ein Flug und das passende Auto mit Campingausrüstung. In Maun hast evtl. Glück und ein Platz im Park ist frei - versuche es. Wenn nicht, spontan umplanen. Tagesbesuch und wieder staubig schwitzend nach Maun. Oder via Magkadikadi Pans und Nata nach Norden. Brennholz kaufen, ist genug Wasser da? Chobe River wird ich vor Begeisterung umhauen.
Es muss nicht heißen, dass man das als Afrikaneuling nicht meistern kann. Man muss nur wissen, was einen da erwartet. Auch in ungeplanten Situationen.
Da ist Namibia und Südafrika weitaus einfacher und entspannter zu bereisen.
So, ich weiß, Du bist jetzt völlig verwirrt, aber das macht nix. Dann kannste Dich mit Freude auf deine 2., 3. und 4. Afrikareise vorbereiten.
gute Reise
Gruss Thomas
PS. wir hatten vor 4 Jahren eine 128MB Uralt-Pocketkamera. Die reichte, weil der Photoshop zu Hause alles kann 😎
SYSylvieThemenstarter6 Beiträge · seit 200903. März 2009 · #14Das ist in der Tat alles etwas verwirrend 😉
Also was ich auf keinen Fall möchte, ist Massentourismus, damit kann ich rein gar nichts anfangen...dann erscheint mir alles immer zu inszeniert und ich will das wahre Afrika erleben. es ist natürlich krass, dass man evtl. 4 Tage niemanden sieht und campen ist auch nicht wirklich mein Ding, aber das alles würde ich jedenfalls in Kauf nehmen, wenn es der einzige Weg ist, das Land wirklich kennenzulernen. Wie sieht es denn aus, wenn man mit dem Wagen liegen bleibt, muss man dann warten, bis nach 4 Tagen jemand zufällig vorbei fährt und hoffentlich anhält?
Ich denke, ich hole mir wirklich erst einmal den Reiseführer und sehe dann weiter...meine Güte, ist alles gar nicht so einfach...
LG, Sylvie
SYSylvieThemenstarter6 Beiträge · seit 200903. März 2009 · #15So, Reiseführer ist schon bestellt!!
T.T.W.73 Beiträge · seit 200903. März 2009 · #16Ich antworte mal schnell.
Alles in allem: Keine Panik! Massentourismus hin oder her. Der eine empfindet es schlimmer, der andere weniger. Fakt ist: so ziemlich jeder NAM-Tourist fährt nach Etosha, jeder ZA-Tourist in die Johannesburg/Krüger-Gegend bzw. in die Kapstadt/GardenRoute-Gegend. Alllerdings sind die Länder riesig und der Tourismus nicht so wie in Neuschwanstein oder Disneyland. Aber es ist evtl. alles ausgebucht und man ist nicht einsam mit dem Elefanten alleine.
In BOT fährt auch jeder ins Delta. Auch da ist es ausgebucht, aber längst nicht überfüllt.
Wie dem auch sei: die preiswerte Tour ist die Camping-Tour, Selbstversorger, keine Restaurants, Lagerfeuer, Kocher und Co. Zumidest in Moremi und Chobe. Gute Versorgung in den großen Orten Maun und Kasane, sonst nüscht 😎
Wenn Du liegen/steckenbleibst, buddeln, improvisieren, warten. Es kommt aber immer einer vorbei. Es ist noch keine drinnen geblieben (Ausnahme: ertrunken, verdurstet, gefressen worden 😄 )
Gruss
trauch483 Beiträge · seit 200703. März 2009 · #17Sylvie schrieb:campen ist auch nicht wirklich mein Ding
Hallo Sylvie
Wenn du in Botswana campst, bedeutet das basic, wirklich basic... Literweise Wasser mitschleppen, selber über feuer kochen, schlechte Toilettenanlagen, Sand, Staub, ev. Kälte. Wenn du davon nicht überzeugt bist, lass es lieber sein!
In Namibia sieht die Sache schon wieder anders aus! Hier findest du ansprechende Campsites, teilweise fliessendes Wasser und saubere Duschen, manchmal sogar Stromanschluss. Für den Anfang würde ich dir Namibia empfehlen, im Etosha siehst du auch genügend Tiere (zu Südafrika kann ich mich nicht äussern, da war ich noch nie...). Und Massentourismus im eigentlichen Sinne (à la überfüllte Strände und Städte) kennt Namibia (noch) nicht. Du wirst allenfalls in der Hochsaison an einem Wasserloch mehr als 5-6 Fahrzeuge sehen.
Ich wünsche Dir viel Spass beim Planen!
Gruss, Thomas
muzungu365 Beiträge · seit 200603. März 2009 · #18Hi Sylvie
fahrt doch zuerst einmal nach Namibia und schnuppert dort ein wenig. Botswana ist für Euch garantiert machbar, aber wenn ihr noch gar keine Afrikaerfahrung habt, dann würde ich Euch jetzt davon abraten. Schaut Euch in Namibia um und ihr werdet dann garantiert total begeistert wieder nach Hause kommen:) . Botswana finde ich einfach zu schön um sich "unvorbereitet" die Reise zu vermasseln.
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE
"Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba
One elephant is killed every 15 minutes
www.iworry.org GUGuido.Gast03. März 2009 · #19Hallo Sylvie,
Flüge gibt es noch genug - auf jeden Fall für Johannesburg und Kapstadt. Da fliegt jede große Airline über ihr jeweiliges Drehkreuz hin. Die Wirtschaftskrise (= bisher niedriger Buchungsstand + billiges Öl) sorgt dabei zumindest in der Nebensaison für sensationell billige Angebote. Beispielsweise fliegt Lufthansa im Mai und Juni für 363 EUR von Frankfurt nach Johannesburg (hin und zurück inkl. aller Steuern, Gebühren und Ticket Service Charge). Wer in diesem Jahr früh gebucht hat, hat zumindest auf den Südafrikastrecken wahrscheinlich drauf gezahlt. Nach Windhuk ist das Angebot immer etwas enger.
Beste Grüße
Guido
Chrigu7'267 Beiträge · seit 200603. März 2009 · #20Ob es denn nun Namibia oder Südafrika ist, spielt eigentlich keine Rolle. Beides sind tolle Reiseländer die unglaublich viel bieten. Wenn jemand aber schreibt "Der Hauptgrund, weswegen ich erst einmal ein Auge auf Botswana geworfen habe, ist die Tierwelt" dann würde ich nicht unbedingt die Garden-Route empfehlen. Dann schon eher KwaZulu Natal mit den grandiosen Parks wie Hluhluwe - Umfolozi, St. Lucia oder auch die Drakensberge.
Eine andere Alternative könnte auch Kapstadt mit einem Abstecher in den Kgalagadi Transfrontier Park sein. Dann ist doch noch eine Ecke Botswana mit drin 🙂
Noch ein Vorteil von Südafrika. Ein Grossteil ist Malariafrei! Also erübrigt sich die Diskussion über die Malariaprophilaxe.
Auch Namibia ist grösstenteils Malariafrei. Nur nördlich von Etosha und vor allem im Caprivi besteht erhöhtes Risiko.
Eine wichtige Entscheidung wird sein, ob Ihr campieren wollt oder nicht. Nach Botswana (Okavangodelta, Moremi, Savuti, Chobe) führt schlussendlich nur Camping und 4x4 fahren oder ein dicker Geldbeutel. Camping in Afrika hat übrigens nichts mit den überfüllten Europäischen Campingplätzen zu tun! Ich kenne viele, die in Europa nie campieren würden, die in Afrika davon begeistert sind!
Hier noch ein paar schöne Campsites in Namibia 🙂
[bild: 72413]
[bild: 82102]
Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung
Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung
Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz
Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika
Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia