Liebenswertes und Unsymphatisches an Namibia - Deutschen

13 Antworten · 3'665 Aufrufe · gestartet 13. Nov. 2005 von Gast
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ThemenstarterGast13. Nov. 2005 · #1
Ich weiß ja, dass dies eine sehr veralllgemeinenernde Frage ist und es dazu hunderte von Antworten geben kann und muß. Trotzdem: Was geht Namibia - Besuchern bei deutschsprachigen Weißen besonders auf den Wecker ? Und was ist besonders liebenswert an ihnen ?
(Ich schreibe gerade eine Arbeit darüber...!)
Danke für Eure Antworten

Iris
ThemenstarterGast13. Nov. 2005 · #2
Wenn du eine Arbeit darüber schreibst, kennst du sicherlich folgendes Buch. Wenn nicht möchte ich dir damit einen heißen Tip geben:

Die Namibia-Deutschen : Geschichte einer Nationalität im Werden / Klaus H. Rüdiger. - Stuttgart : Steiner, 1993. - 186 S.; (dt.)
(Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte)
ISBN 3-515-06375-7
ISSN 0522-6848
Schlagwörter:
>> Ethnizität
>> Kolonialismus

Ganz nett zum Lesen ist auch ein alter Zeitartikel, ich habe gesehen, dass der sogar nun online einsichtbar ist. Leider ohne die schönen Bilder:
http://www.zeit.de/2005/11/Gobabis?page=all
ThemenstarterGast15. Nov. 2005 · #3
Die deutschstämmigen Namibianer die ich kenne, die denken und philosophieren viel mehr als die meisten "unserer Deutschland-Germanen".
Die besten Gespräche über "Gott und die Welt" führte ich in Namibia.

Unsere Bundesrepublikaner sind für mich - auch wenns manchen sauer aufstossen wird - eine zu oberflächliche Gesellschaft. Ausnahmen bestätigen die Regel.
ThemenstarterGast15. Nov. 2005 · #4
Gästin,
tiefschürfende Gedanken, in der Tat! Woraus resultierend???
Hat dir die Sonne ins Herz gebrannt, oder ist dir der Stammtisch in
Deutschland zu "flach" geworden?? Du magst gute, oder gar "beste"
Gespräche geführt haben, über Gott und die Welt... aber ich nehme mal
respektlos an, dass das, was du "philosophieren" nennst, ganz einfach
Überlebensmanagement war??
Wer nicht von den Launen der Natur abhängig ist, sollte nicht Gesprächskultur
mit Philosophie verwechseln..
Nur ein Gedanke
von Charly
ThemenstarterGast15. Nov. 2005 · #5
jaja und wenn man ein ganz ruhig ein Stück Zucker auf die offene Hand legt dann kommen sie nach einiger Zeit ganz nah ran *fg*
ThemenstarterGast15. Nov. 2005 · #6
Beitrag auf Verlangen des Users gelöscht
ThemenstarterGast16. Nov. 2005 · #7
Achim der Späte schrieb:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf dem doch recht luftig gestrickten, kulturellen Angebot Namibias, sich wirklich eine so tiefgreifende, sich von den angeblich so oberflächlichen Bundesdeutschen abhebende philosophische Tiefe entwickeln kann, wie manch einer gerne hineininterpretiert.

Was ich mit Worten nicht recht zu erläutern weiß,
ist mein Grundempfinden im Bezug auf die Auswirkungen der Apartheid,
oder einfach nur des heftigen Wohlstands- und Bildungsgefälles zwischen Weiß und Schwarz in Namibia.
Oder einfacher formuliert: Viele Weiße haben weiterhin ihr schwarzes Personal, über dass sie verfügen wie Untergebene, die ihnen die unangenehmen Aufgaben abnehmen, Drecks- oder Idiotenarbeiten machen, sich gesundheitsschädlichen Tätigkeiten aussetzen.
So etwas gibts bei uns nicht. Da hab ich Verständnisprobleme.
Wie mit jemanden philosophieren, der seinen Privatneger besitzt?

Nur so ein paar Gedanken seit 1996,
Immerhin gehst Du hobbysoziologisch halbwegs auf die Ausgangsfrage ein, was ich jetzt weniger mache.
Ob Philosophie - oder kluge Gedanken über das Dasein - von einem wie auch immer gearteten "kulturellen" Input abhängt, ist wohl zweifelhaft. Input aus dem Kulturbetrieb ist sicher förderlich, aber notwendig??? Sehr anmaßend... Existenzielle Ausagen erfordern als notwendigen Input wohl nur die schlichte Existenz ...

Auch in D hat der, welcher Macht und/oder Geld besitzt, die Möglichkeit, sich für das Unangenehme sein "Personal" zu beschaffen. Nichts anderes passiert tagtäglich überall in den Betrieben, Organisationen und privaten Haushalten. Wobei ich unsere Arbeitsbeziehungen als insgesamt durchaus erträglich ansehe. Daß es die Einen und die Anderen gibt, was soll das mit der Fähigkeit zum philosophischen Denken zu tun haben? Verstehe ich nicht.

Das nur mal zum Nachdenken, wenn nicht sein 1996, dann seit jetzt...

Gruß
ThemenstarterGast16. Nov. 2005 · #8
Vergesst eines nicht: Das "Innenleben" eines im Lande ansässigen erreicht Ihr nirgendwo als Tourist auf die Schnelle; dazu gehört eine Dazugehörigkeit.
ThemenstarterGast16. Nov. 2005 · #9
An Achim

Quote
>>>>>>> Oder einfacher formuliert: Viele Weiße haben weiterhin ihr schwarzes Personal, über dass sie verfügen wie Untergebene, die ihnen die unangenehmen Aufgaben abnehmen, Drecks- oder Idiotenarbeiten machen, sich gesundheitsschädlichen Tätigkeiten aussetzen.
So etwas gibts bei uns nicht. Da hab ich Verständnisprobleme.>>>>> Unquote

Wo lebst du wenn du sagst das gibt es bei uns nicht. Das ist genau das Problem der Deutschen wenn sie über andere Länder etwas sagen wollen aber zuhause blind durch die Gegend laufen. Das scheint mir hier der Fall zu sein.

Ich will ja sonstweiter nicht widersprechen aber so ists.....

Grüsse Georg
ThemenstarterGast17. Nov. 2005 · #10
Achim,
zu spät!!! Du hast dem Philosopen in dir, und mehr noch, dem Sozialkritiker,
die Zügel freigegeben..., das lässt sich nie wieder gutmachen!
Tiefschürfen führt nicht tief, zumindest nicht in Foren...
Gästin hat Recht: solange du (zahlender) Gast bist, auf einer Farm,
geniesst du Gastrecht.... und "Gast", auch nichtzahlender, hat noch
eine antiquierte Bedeutung, in Namibia: du wirst den Farmer und seine
Frau immer nur als Gastgeber erleben, jedoch nie als unhöflichen
Kritiker der Gäste..
Dieser Thread birgt Raum für Missverständnisse:
Liebenswertes ist nicht das Gegenteil von Unsympathischem!

Eins aber, hast du erreicht: ich habe meine Reinemache-Frau gefragt, ob sie mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden ist; sie sagte "alles paletti"
Gruss Charly
ThemenstarterGast17. Nov. 2005 · #11
Hallo Achim,
Viele Weiße haben weiterhin ihr schwarzes Personal, über dass sie verfügen wie Untergebene, die ihnen die unangenehmen Aufgaben abnehmen, Drecks- oder Idiotenarbeiten machen, sich gesundheitsschädlichen Tätigkeiten aussetzen.
So etwas gibts bei uns nicht. Da hab ich Verständnisprobleme.

bei uns in D gibt es vielleicht nicht soviel Hauspersonal wie in Namibia, aber die meisten Putzfrauen sind doch auch hier keine Deutschen.
U. haben wir nicht als Gesellschaft schon lange diese unangenehmen, einfachen Aufgaben ausgelagert? Od. wer räumt bei dir in der Straße den Müll weg?

Man wundert sich ja auch manchmal warum die soviele Angestellte (Hauspersonal) für das bißchen Haushalt u. Garten haben. Vielleicht gehört das einfach zum sozialen Verständnis, daß die die es sich leisten können Arbeitsplätze schaffen.

Für dich mag das wie "Idiotenarbeit" aussehen, was auch immer du darunter verstehst, aber dort sind viele Menschen froh, wenn sie überhaupt Arbeit haben.

Gruß Sabina




ThemenstarterGast17. Nov. 2005 · #12
hups, das erstemal jemanden zitiert u. schon gings schief. 🙄
Das Zitat endet bei dem Wort Verständnisproblem.

Sabina
ThemenstarterGast17. Nov. 2005 · #13
Sabina trifft den Kern der Sache.

Anfangs habe ich es auch in Frage gestellt, dass viele in RSA eine Maid beschäftigen. Viele Schwarze in der heutigen Zeit übrigens auch.

Diese Art Jobs (obwohl nicht sehr gut bezahlt, aber mit Kost und Unterkunft inklusive) sind bei Schwarzen sehr begehrt. Oft ernärt eine Maid die ganze Famillie, wei ihr Mann keinen Job hat oder an Aids gestorben ist.

Ich stehe dazu hier in Europa ein Putzfrau zu beschäfigen und in RSA arbeitet eine freelance Maid und ein Garden boy für uns. Mit den Leuten pflegen wir übrignes ein gutes freundschafliches Verhältniss.
ThemenstarterGast17. Nov. 2005 · #14
Achim,
zu spät!!! Du hast dem Philosopen in dir, und mehr noch, dem Sozialkritiker,
die Zügel freigegeben..., das lässt sich nie wieder gutmachen!
Tiefschürfen führt nicht tief, zumindest nicht in Foren...
Was ist denn da tiefschürfend? Verstehe ich nun auch wieder nicht ...
Da wird einer nach Tölzer Maßstäben minderbemittelten Kultur bzw. deren Zugehörigen die Fähigkeit zum philosophischen Diskurs abgesprochen. Nur weil sich unter denen, wie überall auf der Welt, auch Extreme mit zweifelhaftem Menschenbild befinden. Die Kritik an Letzterem unterstütze ich übrigens sehr und meine, auch ein zahlender Gast kann und soll dieses anprangern - wenn schon danach gefragt wird. Sonst hätte ja all das Reisen doch nicht ganz die (meinungs-) bildende Wirkung ...

Steinbeisser
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