Moin Zlui,
mangels finanzieller Möglichkeiten gehören wir nicht zu den jährlichen Namibia-Urlaubern. Unsere Erfahrungen basieren auf sieben Urlauben in den Ländern des südlichen Afrikas mit dem Schwerpunkt Namibia ab 1993. Wir übernachten zu Beginn immer in Windhoek in derselben Pension. Bedingt durch die relativ großen Abstände fallen Veränderungen stärker ins Auge.
Von 1993 bis 2002 haben wir als Touristen keine großartigen Veränderungen bemerkt und wurden auch von den Pensionsbetreibern nicht mit Verhaltensmaßregeln bedacht. Die normalen Vorsichtsmaßregeln, die jeder Urlauber zu treffen hat, reichten vollkommen aus. 2006 wurden wir jedoch erstmals von den Pensionsbetreibern hinsichtlich der in Windhoek angeratenen Verhaltensweisen gebrieft.
1993 gab es noch keine Parkplatzwächter, das von uns angemietete Allradfahrzeug hatte weder Wegfahrsperre noch vergitterte Canopy-Fenster. Roadblocks gab es nicht und damit auch nicht die offensichtlich zunehmende Abzocke unerfahrener Touristen durch Polizisten. Alle Offiziellen, mit denen wir in den ersten Urlauben zu tun hatten, waren sichtbar stolz auf ihr Land und zeigten nicht die geringsten Anzeichen von Korruptionsanfälligkeit, Arroganz oder Desinteresse.
Wohlgemerkt, ich halte Namibia auch heute noch nicht für ein gefährliches Reiseland, nur die Tendenz ist bedenklich. Dies bezieht sich nicht nur auf die sichtbar werdende neue Qualität der Überfälle auf Touristen, sondern auch auf den zunehmenden, für den eigentlichen Zweck nicht erforderlichen, Grad der Gewalt bei Überfällen auf Farmen.
Manche argumentieren zum Thema Kriminalität damit, dass das Level in einem armen Land beim Kontakt der Menschen mit im Vergleich unermesslich reichen Touristen naturgemäß höher liegen muss. Ich halte eine solche Argumentation nicht unbedingt für stichhaltig,
In Namibia war der Unterschied zwischen arm und reich auch in den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit extrem. Das er seitdem noch größer geworden ist, ist ein anderes Thema. Die jetzt zu beobachtende Kriminalität gab es so damals jedoch nicht. Aus meiner Sicht hat es damit zu tun, dass Polizei und Justiz in Namibia nicht funktionieren, nicht einmal in den wenigen Städten. Touristen sind nun einmal weiche Ziele. Zumindest in Namibia ist das Risiko jedoch bei adäquatem Verhalten überschaubar.
Interessant im Zusammenhang mit dem Thema ist das Verhalten der Reiseanbieter, denn diese müssen aus ihrem Geschäftsinteresse heraus ja besonders gut über die Gegebenheiten in den von ihnen vermarkteten Ländern Bescheid wissen. Sie müssen Trends erkennen und ihre Angebote so gestalten, dass das Haftungsrisiko für sie minimiert wird.
Aus den vorbildlichen(!) Sicherheitshinweisen eines Reiseanbieters u.a. zu Südafrika und Namibia; allgemein gültige und offensichtlich nicht Namibia und Südafrika betreffende Hinweise habe ich ausgelassen:
Bitte beachten Sie unbedingt die länderspezifischen Hinweise Namibia sowie die Gesundheitsvorschriften und Sicherheitshinweise.
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3. Sicherheitshinweise zu den oben genannten Ländern
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• In den Großstädten ist die Kriminalitätsrate sehr hoch. Meiden Sie die Innenstädte sowie einsame und verlassene Gebiete in den Städten (z.B. nach Ladenschluss, an Sonn- und Feiertagen, bei Dunkelheit).
• Fahren oder gehen Sie nie alleine in Schwarzensiedlungen, sondern nur in organisierter Form unter ortskundiger Führung.
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• Bei einer Campingreise sollten Sie nur auf den ausgewiesenen Campingplätzen übernachten.
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• Bei auffälligen Hindernissen auf der Straße (z.B. quer über die Straße liegende Baumstämme etc.) ist besondere Vorsicht dringend geboten, da es sich um eine „Straßenfalle“ handeln könnte. Es wird angeraten, rechtzeitig umzudrehen und im nächsten Ort die Polizei zu informieren.
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• Von Fahrten während der Dämmerung/Dunkelheit wird dringend abgeraten. Neben erhöhter krimineller Gefährdung besteht das Risiko eines Verkehrsunfalls wegen unbeleuchtet abgestellter Fahrzeuge und auf der Straße befindlicher Tiere.
• Von Fahrten per Anhalter und mit sog. Minibustaxis wird dringend abgeraten.
• Von Fremden angebotene Getränke in Bars oder Restaurants sollte man nicht annehmen. Fälle, in denen "K.O.-Tropfen" beigemischt werden, wurden häufiger bekannt.
• Wegen der Gefahr von Fahrzeugentführungen und sog. "smash-and-grab"-Überfällen sollten im Auto die Fenster immer geschlossen und die Türen von innen verriegelt sein.
• Es wird davon abgeraten, an Aussichtspunkten und Rastplätzen Halt zu machen, wenn dort keine anderen Touristen in Sichtweite sind.
• Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, ein Mobiltelefon anzumieten (auf den Flughäfen möglich) oder mitzubringen.
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Obige Angaben entsprechen dem Stand August 2007 und können sich ändern. Änderungen/Neuerungen entnehmen Sie bitte dringend den Hinweisen des Auswärtigen Amtes unter www.auswaertiges-amt.de unter Länder- und Reiseinformationen. Bitte kontaktieren Sie dringend vor Buchung bzw. Reiseantritt die entsprechenden Botschaften.
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Man beachte die Verwendung des Wortes "dringend" im letzten Absatz.
Gruß, Michael