"Tolle Aussichten" fuer Namibia!?

10 Antworten · 2'631 Aufrufe · gestartet 25. Nov. 2008 von Joerg
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1'910 Beiträge · seit 200625. Nov. 2008 · #2
Hallo, ja das sind wirklich dolle Aussichten und war zu erwarten...
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Gast26. Nov. 2008 · #3
Moin zusammen.

Was sich hier mehr und mehr andeutet, ist das übliche Geschehen in einer Demokratie Afrikas, wenn das Herrschaftsmonopol der bisherigen Mehrheitspartei ins Wanken zu geraten droht. Auch wenn die Institutionen denen einer Demokratie, wie wir sie verstehen, entsprechen; auch wenn regelmäßige Wahlen abgehalten werden: der Lackmustest steht immer dann an, wenn eine Konkurrenzpartei mit Erfolgsaussichten antritt.

Zudem kommt hier noch eine namibische (auch südafrikanische und teilweise zimbabwische) Besonderheit zum Tragen: die Unabhängigkeit bzw. Mehrheitsregierung wurde erhandelt und nicht durch ruhmreiche militärische Aktionen erkämpft! Teil des Deals war das Nichtantasten der wirtschaftlichen Ordnung. Anderenfalls wäre unter Nujoma, wegen der marxistischen Prägung der SWAPO, mit Sicherheit etwas MPLA-mäßiges (Angola) oder FRELIMO-mäßiges (Mosambik) dabei heraus gekommen.

Wahlen, die für uns etwas mit friedlichem Wettbewerb legitimer konkurrierender Anschauungen bedeutet, bedeuten im afrikanischen Kontext in der Regel: Krieg!

Warum?

Die afrikanischen Regierenden sichern ihre Herrschaft – unabhängig von der formalen Staatsform, auch die DDR war formal demokratisch –in der Regel über ein Patronagesystem ab. Nur der, der einem bestimmten Volk oder Stamm oder einer bestimmten Partei (häufig synonym) angehört, erhält Zugang zu den Fleischtöpfen des jeweiligen Staates. Alle anderen sind von dieser Möglichkeit ausgeschlossen und müssen zusehen, die aktuell Herrschenden zu vertreiben. Da die Herrschenden dies wissen, werden die Konkurrenten als Feinde behandelt. Wenn der Machtwechsel gelingt, geht der Kreislauf von Neuem los, Beispiel Kenia.

Das, was wirklich Angst machen sollte, ist die Tatsache, dass insbesondere die Jugendorganisation der SWAPO (wie auch der ANCYL in Südafrika) sich von Generation zu Generation immer radikaler geriert. Wie schnell – in historischen Dimensionen gesehen– eine Situation kippen kann, hat Zimbabwe gezeigt, auch wenn sich die dortige Situation von der in Namibia dadurch unterscheidet, dass verschiedene Gruppierungen innerhalb der SWAPO durchaus konkurrieren, wohingegen in Zimbabwe eine persönliche Despotie Mugabes zu besichtigen ist.

Die Überschrift dieses Threads ist gerechtfertigt.

Gruß, Michael
zuletzt bearbeitet 26. Nov. 2008
Themenstarter3'175 Beiträge · seit 200626. Nov. 2008 · #4
Yoshikawa schrieb:
Moin zusammen.

Das, was wirklich Angst machen sollte, ist die Tatsache, dass insbesondere die Jugendorganisation der SWAPO (wie auch der ANCYL in Südafrika) sich von Generation zu Generation immer radikaler geriert.
Da hast Du meiner Ansicht den Nagel auf den Kopf getroffen!!!

Fast jeden Monat findet im Stadion in Katutura eine Veranstaltung statt auf der nur Jugendiche und Kinder sind, die dort dann eingebleut bekommen, wie schlecht der"Europaer" fuer sie sind!!

Es hat Alles System, was da abgeht!
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
zuletzt bearbeitet 26. Nov. 2008
Themenstarter3'175 Beiträge · seit 200626. Nov. 2008 · #5
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
zuletzt bearbeitet 26. Nov. 2008
Themenstarter3'175 Beiträge · seit 200626. Nov. 2008 · #6
Yoshikawa schrieb:
Moin zusammen.

.....

Die afrikanischen Regierenden sichern ihre Herrschaft – unabhängig von der formalen Staatsform, auch die DDR war formal demokratisch –in der Regel über ein Patronagesystem ab. Nur der, der einem bestimmten Volk oder Stamm oder einer bestimmten Partei (häufig synonym) angehört, erhält Zugang zu den Fleischtöpfen des jeweiligen Staates. Alle anderen sind von dieser Möglichkeit ausgeschlossen.....

Gruß, Michael
Das Obengenannte kann man sehr gut in Gegenden sehen in denen Mitglieder der San-Sprachgruppe(Buschleute) leben, z.B. im West Caprivi, wo die Kxoe leben.

Da sie zur suedafrikanischen Zeit als Spurenleser in der Armee gedient haben werden sie seit der Unabhaegigkeit soweit es geht von der jetzigen Regierung "uebersehen", wenn es um Entwicklung oder einfach Hungerhilfe geht.

Ich habe es selbst gesehen wie Nahrungsmittel im West Caprivi an die Mbukushus(der dort auch ansaessige Bantu tribe,einer der 5 Kavangotribes) ausgeteilt wurden und die "Buschleute" nur den beruehmten "St....finger" zu sehen bekamen.

Auch gerade jetzt, leiden diese Kxoe Hunger, da sie letztes Jahr kein Saatgut erhielten wie die Mbukushus.

Sie muessten ja auch die Pflugochsen fuer teueres Geld von den Mbukushus mieten, da sie selbst ja keine Tiere besitzen.

Die wenigen Rinder , die sie einmal hatten wurden vor ein paar Jahren bei einem Aussbruch einer Lungenkrankheit in Shakawe, von der namibischen Veterinaerbehoerde geschlachtet.

Wie sich kurz danach herausstellte, unberechtichtigt und aus VERSEHEN!!

Leider stehen Tote nicht mehr auf!!
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
982 Beiträge · seit 200626. Nov. 2008 · #7
Es ist ja nicht so, als wäre Vetternwirtschaft, Bestechung und Pivilegien für "seinesgleichen" nur ein afrikanisches Phänomen. Das passiert auch direkt vor deiner Haustür in einer massiven Vielfalt!
In Afrika scheint alles leider immer eine Spur krasser zu sein 🙁

Trotzdem kann ich der Weltuntergangsstimmung von Yoshikawa nicht folgen, die immer Krieg, Tod und Verderben voraussagen (sorry, Michael, ist nicht persönlich, aber ich ignoriere inzwischen deine Mittelungen mit Zeitungszitaten). Zugegeben, es läuft sehr vieles schief, was verbessert werden könnte. Aber das passiert überall! Aus meiner Sicht geht die Welt aber nicht unter, weil es genügend positives zwischen den ganzen negativen Schlagzeilen passiert.

Beim Brunnenbauprojekt steht die Kxoe-Hilfe auch sehr weit oben. Es gibt zur Vereinsgründung noch ein paar (kleinere) Hürden zu nehmen und anschließend beginnt das Sammeln von Spenden.
Follow me on Twitter. Kontaktiere mich per Facebook Reiseberichte, Bilder und Panoramen aus Afrika: http://travel-pictures.net
zuletzt bearbeitet 26. Nov. 2008
Gast26. Nov. 2008 · #8
Moin Holger,

selbstverständlich schreibe ich niemandem vor, wie er mit meinen Postings umzugehen hat. Mich wundert -angesichts des Zustands nahezu jeden Landes dieses Kontinents- nur, warum es Weltuntergangsstimmung sein soll, wenn ich -meiner Meinung nach begründet- darauf hinweise, dass auch die letzten noch nicht vollständig betroffenen schwarzafrikanischen Länder den Weg des völligen staatlichen Niedergangs gehen werden. 1999 hatte hier in Europa sicherlich noch niemand das auf dem Schirm, was den Menschen dort blühen sollte!

Ich stimme Dir zu, dass es Positives aus dieser Welt zu berichten gibt: aber das spielt sich definitiv nicht in Schwarzafrika ab.

Gruß, Michael
Themenstarter3'175 Beiträge · seit 200626. Nov. 2008 · #9
Hallo Michael!

ich widerspreche Dir ja nur ungern, aber gibts noch einen Kontinent auf dem man bei tollsten Sonnenuntergaengen die Besten Filletsteaks der Welt essen kann???

Mahlzeit, 😉 !
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
Gast26. Nov. 2008 · #10
Naja Jörg,

was unsere Anwesenheitszeiten in den Ländern des südlichen Afrikas angeht, klage ich ja auch nicht im mindesten. Da es uns ja umgehauen hat, unsere erste Namibia-Erfahrung 1993, konnten wir andere Kontinente daraufhin noch nicht testen. Und, eigentlich wollen wir es auch gar nicht. 😄 Hoffen wir also, dass es zumindest Botswana und Namibia schaffen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Wenn man sich so die letzten Nachrichten anschaut, scheint es ja fast so zu sein, als wollten die USA Namibia aus der SADC-Phalanx herauskaufen.

Gruß, Michael
931 Beiträge · seit 200626. Nov. 2008 · #11
gibts noch einen Kontinent auf dem man bei tollsten Sonnenuntergaengen die Besten Filletsteaks der Welt essen kann?
Südamerika? Australien? Oder ist das Gesichtsfeld schon so verengt? 😎

Gruss

Ulli
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