Also der erste Teil ist soweit fertig.
Noch sind einige Rechtschreibfehler drinnen 😊 aber die werden dann in der endgültigen Version, welche auf der homepage liegen wird, ausgebügelt sein.
Fr. 12.Sep.2008
Endlich ist es soweit! Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und ich auf dem Weg in die Arbeit um meinen Kollegen mit dem Grinsen des Tages auf die Nerven zu gehen. Zum Glück habe ich einen sehr kollegialen Chef und so bin ich schon wieder zum zweiten Frühstück daheim. Noch ein bisschen durch das Haus wirbeln um die Zeit bis zum Abflug zu überbrücken. Meine Frau muss noch richtig arbeiten und kommt dank Gleichzeit am Mittag nach Hause. Zusammen gehen wir noch einmal alles durch bis die Schwiegereltern kommen und uns zum Flughafen bringen. Wieder einmal sind wir viel zu früh am Schalter und waren auf meine Eltern welche von meiner Schwester zum Flughafen gefahren werden. Dank modernster Kommunikationswege finden wir uns am Check-In Schalter zusammen. Da die Fotorucksäcke doch etwas schwerer sind als erlaubt, checken mein Vater und ich die Gepäcke ohne die Damen ein, damit nicht auffällt, dass wir etwas mehr Gepäck dabei haben. Mit unserem traditionellen Weißwurstessen (kenne gut die Regeln!) verabschieden wir uns um 22:15 von Deutschland mit der SAA. Sehr zum Ärger meiner Frau bekomme ich den Start schon wieder einmal nicht mit. Ich bin ein Extrem-Flugschläfer und das Geräusch der laufenden Turbinen knockt mich aus.
Sa. 13.Sep.2008
So schnell waren wir noch nie nach Südafrika eingereist. Ganze 15 Minuten haben wir für die Erstellung des Visa und der Gepäckübergabe gebraucht. Unser Vermieter hat kein Depot in Johannesburg und so werden die Autos jeweils von Cape Town nach Johannesburg gefahren. Da das Auto auf dem Parkplatz des Southern Sun Hotels übergeben werden, können wir bequem mit dem hoteleigenen Bus fahren. Die Autos sind schon da und fahrfertig – sollte man meinen. Nachdem wir den üblichen Papierkram erledigt hatten, ging es darum die Autos auf Vollständigkeit zu testen. Gewarnt durch ein paar PMS gingen wir auch sehr penibel vor. Jedoch war es bald mit der deutschen Gründlichkeit vorbei. Der Kühlschrank in einem der beiden Autos ging nicht und als gelernter Elektriker konnte ich den Fehler bald feststellen. Die Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Mitarbeiter der Firma schloss den Kühlschrank direkt an die Batterie an. Während dessen wurde weiter kontrolliert und Mängel festgestellt und festgehalten. Nach gut 3 Stunden waren wir durch und konnten endlich den Parkplatz verlassen. Auf dem Weg zu unseren Freunden machten wir noch einen Zwischenstopp in der Clearwater Mall um Essen und Trinken für ein paar Tage einzukaufen. Noch schnell ein paar Rand am Geldautomaten gezogen und dann die letzten 20 Kilometer zu unseren Freunden. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir müssen erzählen wie es mit den neuen Haus ist und und und …
Mein Vater ist hin und weg vom Grundstück. 7000 qm Grund mit Straußen und Webervögeln und einem Haus mit ca. 2000 qm Wohnfläche. Ganz aufgeregt laufen meine Eltern den Webervögeln hinterher um die mit der Kamera einzufangen.
Wir haben ein sehr reichhaltigen Abendessen und verbringen anschließend noch ein paar Stunden am Lagerfeuer, wo wie die letzten Neuigkeiten austauschen.
So.14.Sep.2008
Unsere Freunde lassen es sich nicht nehmen und stehen beide mit uns um 05:00 Uhr morgens auf. Es hilft nichts – auch nicht unser Argument, dass wir unterwegs frühstücken können – und so kommen wir gegen 05:30 los. Die beiden fahren anschließend in ihr Geschäft, welches nächste Woche eröffnen soll um die Warenbestände in den PC einzupflegen. Die Strecke bis nach Martinsbridge ist nicht besonders spektakulär und so rasen wir über die Autobahn Botswana entgegen. Kurz vor der Grenze in Tom Burke wollen wir noch einmal volltanken. Jedoch haben wir keinen Erfolg. Die Shell-Tankstelle liegt in einem Farmers Point und ist somit geschlossen – heiliger Bimbam! Noch haben wir aber genügend Sprit um nach Palapaye zu kommen. Gleich hinter der Grenze ist aber eine Tankstelle, welche auch Kreditkarten akzeptiert. Beim Tanken stelle ich fest, dass unser Landrover keinen long distance tank hat, sondern nur über den normalen 75l Tank verfügt. In Serowe bekommen wir am ATM bei der Boiteko Junction Mall Geld und fahren weiter zum Khama Rhino Sanctuary. Nachdem wir uns dort angemeldet haben suchen wir den Campingplatz auf und belegen diesen. Jedoch sind wir nicht so früh aufgestanden um schon am Mittag mit dem Fahren aufzuhören. Also wieder rein in die Autos und ab in den Park um die Nashörner zu suchen, wegen derer wir hierher gekommen sind. Das Fahren im Sand macht meinem Vater doch etwas zu schaffen und so verlieren wir ihn gleich kurz nach dem Campingplatz. Je näher wir an die Malemas Pan kommen umso größer wird die Spannung. Doch außer ein paar Zebras und Gnus ist nichts zu sehen. Ein paar andere Autos sind auch noch unterwegs – doch auch sie haben noch keine Nashörner aufstöbern können. Also fahren wir zur Serwe Pan, wo Bine und ich bislang immer Nashörner angetroffen haben. Ganz in der Ferne sehen wir schon die Siluetten der Nashörner und ich gebe Stoff. Jedoch verlieren wir gleich wieder meine Eltern und so müssen wir an den Kreuzungen warten. Am Wasserloch können wir und gut postieren und ein paar Fotos machen. Ich will aber näher und versuchen wir die Tiere zu umfahren. Jedoch ohne Erfolg, denn wir kommen nicht näher auf der Ebene an sie heran. Bei der Suche stöbern wir eine Mutter mit ihrem Kalb auf. Jedoch stehen wir auf ihrem Weg und so sind beide verunsichert was mit den weißen viereckigen Kisten zu machen ist. So schnell wie möglich geben wir ihnen den Weg frei. Beide huschen zwischen den Autos hindurch und verschwinden im Busch. Der Puls ist hoch und meine Eltern doch etwas aufgeregt und beschließen wir die restliche Zeit im Bird Hide zu verbringen. Das Kommen und Gehen der vielen bunten Vögel gefällt meinen Eltern schon sehr gut. Als es Zeit ist machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Das erste Mal müssen wir unsere Dachzelte aufbauen. Bei unserem ist ein Reißverschluss des Moskitonetzes kaputt. Meine Eltern trifft fast der Schlag als sie ihres aufbauen. Die Matratze ist mehr als siffig und so öffnen sie das zweite Dachzelt, welches besser aussieht. Leider ist hier das Gestänge gebrochen, so dass es sich nicht aufbauen lässt. Also tauschen wir die beiden Matratzen um ein funktionierendes Dachzelt zu haben. Während der Rest schon zum Duschen entschwunden ist, entzünde ich das Feuer. Mit den ersten Impressionen verschwinden wir nach dem Abendessen ins Bett.
Mo. 15.Sep.2008
Um 05:30 bin ich wach und so wecke ich den Rest unserer Reisegruppe auf. Noch dauert alles recht lange bis wir endlich „on the road“ sind, denn jeder Handgriff läuft noch nicht automatisch ab. Doch gegen 06:30 kommen wir los und fahren zurück auf die A14 in Richtung Letlhakane. Da wir aber noch genügend Sprit bis Maun haben, lassen wir diese Tankmöglichkeit aus. Außerdem muss ich wissen, wie weit wir mit unserem Tank kommen, denn gerade mit den ausgesuchten Strecken in Zambia ist dies von enormer Bedeutung. In Mopipi tanken wir dann aber lieber doch noch einmal nach ehe wir uns auf das letzte Teilstück nach Maun machen. Bine und ich sind diese Strecke entlang des Boteti Rivers schon oft gefahren und rauschen wir an den Rinderherden vorbei. In Maun angekommen suchen wir erst einmal das Büro von MackAir auf. Noch in Deutschland habe ich für den morgigen Tag einen Deltarundflug gebucht und möchte nun der Einfachheit halber die ausstehenden Formalitäten erledigen. Der Flug ist wesentlich billiger als ich gedacht hatte. Mit 1800 Pula pro Person habe ich gerechnet – jedoch kostet uns der Flug für uns vier nur 1800 Pula. Nachdem wir das erledigt haben suchen wir Lesedi Motors auf um an meinen Landrover ein paar Reparaturen durchführen zu lassen. Der linke Außenspiegel ist locker und droht abzufallen. Dabei stellen wir fest, dass der untere Teil des linken Armaturenbrettes uns auch schon entgegenkommt. Der Spiegel ist relativ schnell gereichtet, jedoch brauchen wir eine 4er Schraube für das Armaturenbrett. In der ganzen Werkstatt gibt es keine und so beginnt eine Odyssee bis wir endlich eine in einem der vielen Shops bekommen. Nach gut 2 Stunden Werkstattaufenthalt können wir weiter. In „Riley's Garage Service“ kaufe ich doch lieber 2 Kanister um nicht in Zambia zu stranden. Noch schnell die Autos auftanken und ab in den Spar um für die nächsten Tage einzukaufen. Da unsere Auto keinen externen Wassertank hat, sehe ich mir nun die beiden Kanister genauer an. Einer ist ein Wasserkanister, der andere soll der Ersatz für den fehlenden Zusatztank sein. Jedoch ist der Verschluss schon zigmal mit Tape geklebt worden und macht auch sonst keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Kurzerhand beschließe ich dieses Teil gleich in Maun am Sparparkplatz zu entsorgen. Die paar Meter zum Sedina Hotel sind kein Problem mehr. Am frühen Nachmittag kommen wir an und richten uns für die Nacht ein.
Di. 16.Sep.2008
Es ist noch dunkel als wir aufstehen und uns für den Tag vorbereiten. Wir müssen zurück nach Maun zum Büro von MackAir. Treffpunkt ist 07:00 Uhr morgens und so gibt es ein einfaches Frühstück und ich bummle noch so vor mich hin. Meine Uhr am Landrover geht 10 Minuten nach und so müssen wir uns etwas abhetzen um rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Wir schaffen es und kurz danach kommt auch unser Pilot uns abholen. Die Formalitäten sind einfach zu erledigen und schon bald sitzen wir in der Cessna. Leider dürfen wir nicht die Fenster herunterklappen und müssen durch die verkratzen Scheiben fotografieren. Der Flug ist herrlich und definitiv sein Geld wert. Es geht über den Moremi Nationalpark und Chiefs Island in einer weiten Schleife zurück nach Maun. Unterwegs sehen wir Giraffen und Elefanten. Ich kämpfe mit meinem Fotoapparat, denn die Fokusierung funktioniert nicht. Erst später fällt mir ein, dass das Objektiv nur dann einwandfrei arbeitet wenn der Betrieb auf „Continous“ steht. Nach einer Stunde landen wir wieder in Maun. Alleine laufen wir über das Rollfeld und verlassen den Ort in unseren Landrovern. In Shorobe kaufen wir noch Feuerholz und machen uns auf den langen Weg nach Savuti. Bis Mababe gibt es nichts als Gravelroad und Staub zu berichten. Die Hauptdurchfahrt durch die Savuti Marsh ist wegen Bauarbeiten gesperrt und die Durchfahrt von 2007 steht komplett unter Wasser. Guter Rat ist teuer und so überlegen wir gerade wie wir weiterkommen als und zwei Botswanies den Weg zeigen wollen. Es geht weit in die Savuti Marsh hinein ehe wir diese trockenen Fußes durchqueren können. Die beiden Botswanies haben wir schon seit längerer Zeit nicht mehr an Bord. Sie haben uns noch zur Kreuzung gebracht und sind dann nach Hause gelaufen. Auf der Hauptpiste angekommen kommen wir wieder zügiger voran. Fast zwei Stunden haben wir gebraucht um wieder auf der Piste anzukommen und sind froh das Gate endlich zu erblicken. Die Formalitäten sind flott erledigt und endlich machen wir uns auf Savuti zu erkunden. Gleich hinter dem Gate halten meine Eltern an um Elefanten zu fotografieren. Ganz können sie es uns noch nicht glauben, dass wir noch näher an die Tiere kommen werden und auch wesentlich mehr sehen werden. An der Kreuzung entscheiden wir uns für die Marsh Road. Am Wasserloch der Marabou Pan sind dann auch schon richtig viele Elefanten und wir können sie in Ruhe fotografieren. Nach einer Weile machen wir uns wieder auf die Socken. Kurz vor Bushman Hill treffen wir auf ein Lodge Safariauto und beschließen diesen zu folgen. Jedoch bei dem Foto einen Impalas verlieren wir unseren Scout schon wieder und fahren über die trockenen Pans zum Savuti Wasserloch. Hier steppt der Bär und jede Menge Elefanten sind schon da. Bis kurz vor Sonnenuntergang bleiben wir noch und machen uns dann auf nach Savuti. Durch die Buchungspolitik haben wir nur einen Platz in Linyanti bekommen auch wenn Savuti nur gut zur Hälfte voll ist. Wir stellen uns trotzdem auf den Notplatz und bereiten uns für die Nacht vor.
Mi. 17.Sep.2008
In der Nacht haben die Löwen gebrüllt – relativ nah am Camp. Also machen wir uns auf sie zu suchen. Das Gebrüll kam aus der Richtung der Straße, welche nach Linyanti führt. Warum auch immer, aber wir fahren mit zwei Autos los. Noch sind meine Eltern nicht schnell im Dachzeltabbau, Frühstücken und ab ins Auto – jedoch kommen wir immer noch bei Zeiten los. Als erstes fahren wir natürlich in die Richtung in welcher wir die Katzen vermuten. Jedoch sinkt die Hoffung mit jedem Kilometer, welchen wir wie gebannt in den Busch starren. Als die Sonne immer höher am Horizont ist, beschließen wir die Suche abzubrechen und zur Rhinovlei zu fahren. Genau rechtzeitig kommen wir an um den Leoparden in der offenen Steppe anzutreffen. Wir können ihm gut 45 Minuten zusehen, ehe er von einigen Schakalen vertrieben wird. Die Laune ist schon wieder gestiegen und er Misserfolg bei den Löwen schon fast wieder vergessen. Wir fahren noch ein bisschen ziellos durch die Gegend eher wir uns gegen Mittag auf den Weg zurück nach Savuti machen. Die Siesta hat gut getan und gegen 15 Uhr brechen wir wieder auf. Schon seit langem wollte ich einmal auf dem Signal Hill stehen. Der Weg dorthin ist sandig und ohne Probleme zu befahren. Jedoch gleich am Wandfuß geht es extrem steil und steinig einige Meter bergauf. Landrover auf 4L geschalten und los geht es. Ein paar Mal drehen die Reifen durch, jedoch schiebt sich unser Auto Meter für Meter empor und bald erreichen wir eine flachere Passage. Dort parke ich und laufe zurück um zu sehen wie es meinen Eltern an diesem anspruchsvollen 4x4 Stück geht. Mein Vater kämpft und will gerade den zweiten Anlauf starten als ich komme. Erleichtert hier nicht hochfahren zu müssen, parken sie ihr Auto am Wegrand und steigen bei uns zu. Zu viert im Auto geht es weiter hin sehr steinig hinauf zur Bergspitze. Ein herrlicher Ausblich auf die Weite des Parks entlohnt für die arge Schüttellei. Unten sind wir gleich wieder und es geht auf direktem Weg zurück zum Savuti Wasserloch. Elefanten über Elefanten haben sich schon eingefunden und es herrscht reger Betrieb. Nach knapp einer Stunde fahren wir zurück zur Linyanti Straße um unser Glück doch noch einmal zu versuchen. Auf Höhe der Savuti Lodge werden wir endlich fündig. Die beiden Löwen von heute morgen liegen direkt vor der Lodge, allerdings können wir nicht näher heran als 500 Meter. Wären wir weiter im Busch gewesen, wäre ich schon hingefahren – aber direkt vor der Lodge geht das nicht. So trösten wir uns mit ein paar Distanzschüssen und fahren zufrieden mit der Ausbeute des heutigen Tages zurück ins Camp.
Do. 18.Sep.2008
Heute wollen wir eine neue Zufahrt in den Chobe testen. Auf google earth habe ich die Route rausgesucht und als track abgespeichert. Nun ist es also soweit, dass wir einen weißen Fleck auf den T4A-Karten schließen werden. Zunächst geht es wieder am Savuti Wasserloch vorbei auf der uns bestens bekannten Strecke zum Ghoha Gate. Da wir weniger Tage geblieben sind, als wir ursprünglich geplant hatten, habe ich Sybille vom Namibia-Forum versprochen die Buchung zu hinterlegen. Am Gate klebe ich mit Isolierband deutlich sichtbar die Reservierung für sie an und wir machen uns auf den Weg. Alle die den Park in Richtung Kasane verlassen, fahren die Strecke über Kachikau. Anfangs gut, jedoch später eine arge Wellblechpiste wollen wir heuer umgehen. Gleich am Gate geht es rechts auf die Brandschneise. Die Strecke ist sehr gut und wir kommen gut voran. Ein paar Giraffen wecken wir auf, als sie gemütlich schlendernd über die Piste gehen. Es gibt einige Wasserlöcher hier und die meisten davon haben sogar noch Wasser! Schade, dass wir keine Zeit haben, denn hier könnte es durchaus interessant werden. Kurz bevor man die Strecke Savuti-Nogatsaa erreicht trifft man auf die Komane Pan, an welcher es scharf links abgeht und man sich nun immer Richtung Norden hangelt. Anfangs fährt man im Flussbett und einige tiefsandige Passagen müssen durchfahren werden. Aber im Vergleich zur Strecke Kasane-Kachikau-Savuti ist das hier wie Autobahn. Auch hier sind wieder einige Wasserlöcher, welche vielversprechend aussehen. Jedoch haben wir gerade 10 Uhr und da steppt nun wirklich nicht der Bär am Wasserloch. Nach ein paar weiteren Kilometern wird die Piste noch besser, da gerade der Gradder die Feuerschneise wieder freigeschoben hat. Kurz vor Ngoma Gate treffen wir auf die uns bekannte Piste und sind gleich auf der Teerstraße angelangt. Am Ngoma Gate werden wir gegen Maul- & Klauenseuche „geimpft“. Unsere Autos bekommen eine Vollwäsche, während wir auf den steinharten Fußabstreifer treten müssen. Mit einem zufriedenen Gesicht dürfen wir den Posten passieren und unseren Weg nach Kasane fortsetzen. Da wir am liebsten in der Mowane Lodge bleiben, hoffen wir auch heuer auf ein freies Zimmer und steuern diese direkt an. Die Lodge ist fast ausgebucht, jedoch bekommen wir gerade noch zwei Zimmer. Zum Glück haben wir mehrer Kreditkarten und erst die dritte wird vom System akzeptiert. Erleichtert tragen wir unsere 7 Sachen in die Zimmer und breiten uns erst einmal wieder richtig aus. Der Balkon liegt dem Chobe zugewendet und so können Bine und ich ein paar „freie“ Minuten in Ruhe genießen. Denn wir haben uns schon für den Nachmittag für die Bootsfahrt auf dem Chobe angemeldet. Kameras wieder einpacken und Objektive tauschen ehe wir uns wieder mit den Eltern treffen. Die Pause hat doch besser getan als gedacht und anfangs enttäuscht werden wir in eines der kleinen Boote gesetzt. Im Laufe der Tour wird dies aber immer mehr zum Vorteil, denn wir kommen dahin, wo andere Boote schon längst aufgeben. Nachdem wir die Formalitäten erledigt haben, können wir endlich starten. Zunächst völlig unspektakulär sehen wir die Hippos und Büffel, jedoch dann wird es immer besser. Ein paar Leguane und Mini-Krokodile liegen am Strand und lassen sich von uns fotografieren. Über ihnen sitzt der Eisvogel und so geht es munter weiter. Die Elefanten sind wie immer vertreten und auch sehr zahlreich. Ein paar Giraffen sind auch dem Busch herausgetreten und trinken am Chobe. Langsam als die Sonne untergeht machen wir uns auf den Rückweg. Diesen doch recht gelungenen Tag lassen wir bei einem üppigen Mahl ausklingen.
Fr. 19.Sep.2008
Ich habe es nicht vergessen – auch wenn meine Frau ihr Geburtstagsgeschenk schon vor unserem Abflug bekommen hat. Zärtlich geweckt geht es zum Frühstück, wo wir uns mit meinen Eltern treffen. Nach den ganzen Geburtstagsfloskeln und einem tollen „Englisch Breakfest“ fahren wir los in Richtung Chobe Riverfront. Normallerweise hätte ich gesagt, dass es schon viel zu spät ist, jedoch sollten wir heute mit ein paar ganz tollen Sichtungen belohnt werden. Jedoch müssen wir zunächst einmal den Papierkram erledigen um in den Park fahren zu dürfen. Damit wir uns nicht in unseren beiden Landrovern gegenseitig beim Fotografieren stören und um DWNP nicht noch mehr Geld in den Rachen zu schmeißen, haben wir uns dazu entschlossen mit nur einem Auto zu fahren. Gestärkt wurden wir in unserem Entschluss, da es bei meinem Vater seinem Landrover an einem der beiden Vorderräder an Luft mangelt. Wir sind also nun unterwegs eingepfercht zu viert im Landrover. Zum Glück müssen wir das nur tagesweise machen und nicht den ganzen Urlaub. Viel Komfort für die Mitreisenden bietet der Landrover nun wirklich nicht. Zunächst sind wir auf dem Weg zum Wasser und suchen die Stellen ab, an welchen wir in den vergangenen Jahren mit Löwen erfolgreich waren. Jedoch haben wir recht wenig Erfolg und außer dem üblichen Getier (Büffel, Elefanten und Impalas) ist kaum etwas zu erspähen. Und so wollen wir nach Serondela zum Picknickplatz. Jedoch auf dem Weg dorthin werden wir im Stau festgehalten. Ein Leopard liegt im Baum und anfangs dauert es etwas bis wir ihn auch finden. Mit der Beschreibung „dort am linken Baum, dritter Ast von unten“ ist es schwer das Tier im Wald zu finden. Doch schließlich haben wir ihn gesichtet. Malerisch liegt er auf seinem Ast und lässt uns alle Zeit der Welt ihn abzulichten. Nach einer ganzen Weile kommt ein weiteres Lodgeauto hinzu. Der Fahrer hat eine ältere Dame neben sich sitzen welche überhaupt nichts sehen kann. Ich sage ihm, dass wir genügend gesehen haben und weiterfahren werden. Dafür bedankt er sich mit der Info, wo wir Löwen sehen können. Also vergessen wir Serondela erst einmal und fahren Richtung Puku Island. Die Löwen sind nicht zu übersehen, denn eine Traube von Lodgeautos hat sie eingekreist. Wir nähern uns und können trotz der vielen Autos eine gute Position ergattern um zu fotografieren. Die Löwen haben einen Wasserbock gerissen und die Geier wollen wir Stück vom Kuchen haben, jedoch wacht eine der Löwinnen am Riss. Um ihre Beute zu sichern, zerrt sie sie in den Busch. Als ich das mitbekomme ändere ich meine Position und stehe in erster Reihe. Keine vier Meter vor meinem Auto müht sie sich ab. Ein toller Anblick wie sich dich Muskeln spannen – Kraft und Eleganz pur. Jedoch einer der Lodgefahrer will seinen Gästen etwas ganz besonders bieten und fährt fast einen Meter an die Katze heran. So eingekeilt wird es dann doch zuviel. Als sie die Beute sicher im Busch haben, verschwinden sie aus dem Blickfeld aller. Mit soviel Glück hatten wir heute nicht mehr gerechnet und fahren zurück nach Serondela. Jedoch sind einige Lodgefahrer auch hierher und so geht es zu wie am Jahrmarkt. Dem Trubel wollen wir uns eher nicht anschließen und so fahren wir langsam zurück nach Kasane. In der Mittagspause müssen wir ja noch für die nächsten Tage in Zambia einkaufen gehen und viel wichtiger ist, dass Papas Reifen geflickt wird. Bine und Mama bleiben in der Lodge zurück während wir mit zwei Autos nach Kazungula in der Autowerkstatt fahren. Die Werkstatt in Kazungula ist dank GPS gleich gefunden und auch der Reifen kann geflickt werden. Auf dem Weg von Savuti nach Kasane hat sich mein Papa einen Dorn in die Seitenflanke gefahren. Autowerkstatt hin oder her – wir müssen mit unserem Radmutterschlüssel aushelfen, denn einen passenden für Landrover haben sie nicht. Während der Mechaniker mit dem platten Reifen beschäftigt ist, nutze ich die Gelegenheit um den Kühlschrank anstelle des Provisoriums ordentlich mit Quetschkabelschuhen anzuschließen. Der Reifen hält wieder seine Luft und so fahren wir zurück nach Kasane zur Lodge. Wir wollen noch ein paar Pula am ATM ziehen, jedoch funktioniert meine Kreditkarte nicht mehr. Keine Transaktion möglich und so langsam gerate ich ins schwitzen, denn es ist unsere einzige VISA-Karte. Die Geheimnummer stimmt – denn meine Frau hatte eine super Idee wie ich sie mir merken kann. Wir kaufen noch ordentlich Lebensmittel ein ehe wir wieder zurück zur Lodge fahren. Da es ja der Geburtstag meiner Frau ist, wir den Vormittag ehe nicht überbieten können beschließen wir den Rest des Nachmittags am Pool zu verbringen. Die Sorgenfalten sind groß und die Bedenken, dass jemand irgendwie Schindluder mit meiner Karte betrieben hat groß. Wir dürfen den Computer der Hotelmanagerin und deren Internetverbindung nutzen um meine Bankauszüge zu checken. Alles ist okay und so ganz kann ich es mir nicht erklären. Beim Abendessen dreht sich alles um die Kreditkarte. Da es aber der Geburtstag meiner Frau ist, muss ich schnell ins Zimmer und ihr Geschenk von ihren Eltern holen. Die Gelegenheit nutze ich und siehe da – Geheimzahl richtig aber falsche Karte! Nun ist die Karte aber durch die vielen Fehlversuche gesperrt. Gute Vorbereitungen retten uns das Leben, denn meine Mutter hat eine „Sorgenhotlinenummer“, an welcher man nicht auf eine Band spricht, sondern mit einem Mitarbeiter der Bank. Der setzt die Fehlversuche zurück und ich kann am nächsten Tag wieder an Geld kommen. Puh, das ging ja noch einmal gut.
Sa. 20.Sep.
Wieder bin ich auf der Strecke nach Kazungula unterwegs. Heute aber nicht um den Reifen geflickt zu bekommen, sondern um nach Zimbabwe einzureisen. Die Formalitäten bei der Ausreise aus Botswana sind wie immer unkompliziert und schnell erledigt. Es ist nicht das erste Mal, dass wir an diesem Grenzübergang stehen und so kennen wir das Prozedere sehr gut. Überrascht werden wir auf der anderen Seite des Zauns. Nachdem wir uns um unser Visum gekümmert haben und gerade dabei sind die carbon tax zu zahlen kommt einer und will uns helfen. Schnell wird uns klar, dass das wieder eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, zumal er mit einem offiziellen Ausweis ausgestattet ist. Soll mir recht sein, wenn er sich um den ganzen Papierkram kümmert. Nach einigen Minuten kommt er wieder und wir geben ihm das Geld. Es hat keinen Pfennig mehr gekostet, als wenn wir es selber gemacht hätten und von Pontius zu Pilatus gelaufen wären. Nur zum Zahlen der 3rd party insurance müssen wir selber gehen, jedoch werden wir begleitet. Alles ist recht schnell und flott erledigt und so kommen wir schon nach gut 45 Minuten wieder weiter. Die Teerstraße nach Vic Falls ist fast ohne jeglichen Verkehr. Einzig mitten im Zambezi Nationalpark kam uns ein Fußgänger entgegen. Wohin der wohl unterwegs war? Vic Falls selber ist eine Touristenstadt und von der wirtschaftlichen Misere selber kaum etwas zu spüren. Als ersten Stopp haben wir den curio markt geplant. Jedoch schon beim Aussteigen aus dem Auto wird der Ton etwas rauer, verglichen mit letztem Jahr. Jeder will irgendein Geschäft mit einem machen und so flüchten wir erst einmal. Es ist kaum möglich in Ruhe mal etwas auszusuchen, denn jeder meint er ist der Beste und Billigste von allen. Mich lassen sie in Ruhe, als ich ihnen erkläre, dass nur der „Minister of Finacial“ entscheiden kann und der bin nun mal nicht ich. Aber wir werden fündig und unsere Hippo-Familie erhält weiteren Zuwachs und auch sonst finden wir noch einige sehr schöne Stücke. Da wir T-Shirts haben, können wir den Preis noch einmal drücken. Nach fast 1,5 Stunden einkaufen und zähem ringen um den Preis machen wir uns auf den Weg die Fälle selbst zu erkunden. Es ist schon grandios in welchem Schauspiel das Wasser über die Kante donnert. Die aufsteigende Gischt nährt einen kleinen Streifen in dem man wie im Paradies im Grünen läuft. Wenige Meter weiter ist schon wieder alles vorbei und der trockene afrikanische Busch herrscht hier. Wir zollen David Livingstone unseren Respekt und bewundern anschließend die einzelnen Fälle. Schade ist halt, dass die Sonne schon so hoch steht und es fast unmöglich ist, gute Bilder zu machen. Nachdem wir über zwei Stunden die Fälle aus der Nähe betrachtet haben, machen wir uns auf den Weg nach Zambia. Am Parkplatz jedoch ändern wir unsere Meinung, denn mein Papa würde gerne die Brücke fotografieren. Den besten Platz, den ich kenne, ist vom Vic Falls Hotel aus. Also fahren wir zurück in den Ort um das Foto zu machen. Wir haben aber nichts weiter vor und so machen wir noch eine etwas längere Pause auf der Terrasse und genießen ein kühles Bier. Der nächste Stopp ist die Grenze von Zimbabwe und auch hier sind wir schnell durch. Fast so schnell kommen wir nach Zambia hinein. Visa sind teuer geworden, aber das wussten wir ja schon. Die 3rd party insurance können wir gerade noch mit unseren Kwacha vom vergangenen Jahr zahlen. Wir versuchen unser Glück am ATM beim neuen Shopping Center. Jedoch mag der nur die Barclays Bankkarte und keine VISA Kreditkarte. Also fahren wir ins Stadtzentrum um bei der Standard Bank am ATM Geld abzuheben. Wenig Glück haben wir, denn der ATM ist nicht in Betrieb. Dafür aber kommen gleich die Schwarzmarkthändler und wollen tauschen. Jedoch sind wir noch nicht bereit dazu. Beim Tanken können wir zwar in US$ zahlen, jedoch ist der Kurs extrem schlecht. Wollen wir nicht unterwegs liegen bleiben, müssen wir am Schwarzmarkt tauschen. Also geht es wieder zurück ins Zentrum wo die Händler schon warten. Die Tanks und Kanister sind voll und so brauchen wir nicht übermäßig viel Geld tauschen und entschließen uns 100 US$ und Kwacha zu wechseln. Daheim habe ich mir die Wechselkurse auf einen Zettel geschrieben und den Kurs können sie mir auch geben – das ist also schon einmal geregelt. Zwei 50 US$-Scheine habe ich im Geldbeutel. Tauschen ist kein Problem, dann meint einer dass sie lieber einen 100 US$ Schein hätten. Aus unserer Reserve im Auto hole ich den. Dann geht es hin und her und irgendwann schreit der Chef von hin her, dass zwei 50 US$-Scheine besser sind und der Deal ist perfekt. Sehr chaotisch ist der Tausch schon verlaufen aber für eine paar Liter Sprit sollte es ausreichen. Wir fahren zurück in Richtung der Fälle um an der Nyala Lodge zu campen.
So. 21.Sep.2008
Wir verlassen so früh wie möglich Livingstone. Gerade die ersten Kilometer der Strecke nach Lusaka sind schlecht und das wissen wir. 70 km Schlaglochpiste liegen nach gut 2 ½ Stunden hinter uns. Bei einigen haben wir uns den Spaß gemacht und gemessen. 40 cm tief war der Rekord und wehe denjenigen der unachtsam hier reinrauscht. Links und rechts der ehemaligen Asphaltdecke haben sich Ausweichstrecken etabliert. Diese sind zwar fast immer besser, doch auch hier gibt es Bodenwellen. Elefantenrennen gibt es also nicht nur auf deutschen Autobahnen und auch hier kennen dir Trucker keine Gnade. Dort wo sie glauben am schnellsten vorwärts zu kommen fahren sie – egal ob links oder rechts. Teilweise werden wir gezwungen in der Mitte zwischen den beiden Trucks zu bleiben. Der aufgewirbelte Staub hängt tief und fast fährt man wie im Nebel. Bei Zimba ist ein chinesisch-zambisches Team dabei die Straße zu erneuern. Nach Zimba gibt es nur mehr einige einzelne Schlaglöcher bis Kaloma. Ehe wir uns auf den Weg in den südlichen Teil das Kafue Nationalparks machen, würden wir gerne an der einzigen Tankstelle nachtanken. Jedoch werden wir weitergeschickt, denn der Diesel sei aus. Ob sie uns keinen Sprit geben wollten oder wirklich keinen hatten, werden wir nie erfahren. Wir machen uns natürlich nicht auf den direkten Weg, sondern besuchen noch das „Administrator House“ in Kalomo. Anfang des 19.-ten Jahrhunderts residierte. Das Haus liegt abseits der Touristenroute und wird wohl eher selten besucht. Gerade das, macht es aber für uns attraktiv. Die Beschilderung ist gut, jedoch die Straßen dorthin sind teilweise klein und recht verwinkelt. Für ein Museum reicht es nicht, dennoch wohnt ein caretaker hier in einem der Räume und sieht nach dem Rechten. Er freut sich über uns und erzählt uns sehr viel aus der Geschichte des Landes. Anschließend machen wir uns auf den Weg zurück zur südlichen Parkzufahrt. Die Piste ist akzeptabel bis zum Gate, jedoch lang – sehr lang. Etwas müde kommen wir am Ndundumwense Gate an. Der Scout ist nicht der Schnellste und braucht die Hilfe eines anderen um das Permit auszufüllen. Fast 20 Minuten brauchen die beiden um den Preis für Eintritt, Auto und Camping zu errechnen. Sie sind so beschäftigt damit, dass sie nicht hören, dass ich den Preis schon zigmal gesagt habe. Kopfrechnen siegt mal wieder über Taschenrechner. 220 US$ kosten uns die beiden Tage im Park. Wir werden unseren 100 US$ vom Schwarzmarkt in Livingstone plus zusätzlichen los. Das Geld hat meine Frau direkt von der Bank geholt und die Scheine sind nagelneu. Genauso langsam wie das Permit ausgefüllt wurde, wird nun kassiert. Die zwei 100US$ und der 20US$ Schein werden mehrmals misstrauisch begutachtet. Als ich nachfrage, ob alles in Ordnung sei, dürfen wir passieren. Fast eine Stunde haben wir mit den beiden verbracht. Die Straße zur Nanzhilla Plain ist frisch ausgeschoben und so kommen wir gut voran. Meine Eltern bleiben wieder ein Stück hinter uns um nicht komplett eingestaubt zu werden. Ein paar Säbelantilopen sehen wir, jedoch flüchten diese gleich. Es gelingt uns noch ein Foto zu machen. Durch offenes Buschgelände gelangen wir schließlich zur Nazhilla Plain. In einiger Entfernung sehen wir drei Elefanten ohne aber näher an sie kommen zu können. Kaum ein Tier lässt sich blicken und wenn, dann flächtet es schon bei unserem Anblick. Von den Busunga Plains kennen wir so etwas nicht und so sind wir schon enttäuscht. Der Plan hier einen ganzen Tag zu verbringen wird schnell gekippt und wir beschließen schon am nächsten Tag weiterzufahren. Übernachten werden wir im Nanzhilla Plain Safari Camp wo wir die einzigen Gäste sind. Der Staub der letzten Stunden können wir nur mit zwei Bier, einen Savanna und einem Cola herunterspülen. Die schwarzen Angestellten haben die Lodge in Abwesenheit des Besitzers trocken getrunken. Aber alle sind froh, dass wir da sind, denn so haben sie mal Abwechslung von ihrer üblichen Routinearbeit. Der Campingplatz liegt etwas abseits der Lodge attraktiv an der Lagune. Einer der Angestellten bringt einige Eimer mit Wasser, welche am Feuer aufgewärmt werden. Anschließend werden diese in den Baum gehängt und dienen als Dusche. – Busch pur!. Während das Wasser sich langsam aufwärmt, versorgen wir den Angestellten mit einem Bier über welches er sich sehr freut. Als wir alle geduscht haben und kein weiteres warmes Wasser brauchen, schlendert der caretaker zurück zu seinen Freunden. Wir haben noch einen sehr netten Abend am Lagerfeuer.
Mo. 22.Sep.2008
Wir haben wie schon erwähnt unseren Plan geändert und werden heute schon zum Itechi Techi Staudamm fahren. Wir hoffen am Wasser mehr Tiere zu sehen und auch, dass sie nicht so schreckhaft sind. Ein paar Antilopen sind gleich wieder ins Gebüsch verschwunden, als sie uns kommen sahen. Der Park müssen wir am Kalenje Outpost verlassen, wo eine Überraschung auf uns wartet. Die game scouts vom Ndundumwense Gate haben unsere Kennzeichen hierher gefunkt und uns beschuldigt ihnen Falschgelb gegeben zu haben. Einer der Ranger meint, dass wir nun nach Ngoma ins Parkhauptquartier müssen, wo der Fall verhandelt wird. Damit wir auch wirklich dorthin fahren, kommt einer der der vier Scouts mit. Er wechselt noch schnell seine Klamotten und lädt sein AK47 durch ehe er sich zu uns ins Auto setzt. „Niemals eine fertig durchgeladene Waffe ins Auto“ – habe ich noch von meiner Bundeswehrzeit im Kopf – aber wir sind ja in Afrika und hier läuft es immer in bisschen anders. Seit dem wir Begleitschutz haben, sehen wir einiges an Tieren. Eine große Herde an Elands und Gnus, jedoch auch hier nur aus der Distanz. Für Fotos haben wir nun nicht den Nerv und wollen die Sachlage geklärt haben. Im Hautquartier angekommen, werden wir dem Parkmanager vorgeführt. Unser Ranger erklärt ihm die Sachlage und kommen nur kurz zu Wort ehe wir aus dem Raum geschickt werden. Inzwischen sind zwei weitere ranghohe Vertreter ins Büro gekommen. Nach gut 30 Minuten dürfen wir wieder eintreten und uns wird die Sachlage berichtet. Wir haben also am Gate mit Falschgeld bezahlt. In unseren Gedanken kreist immer wieder die Situation vom Schwarzmarkttausch in Livingstone als einzige Möglichkeit ans Falschgeld geraten zu sein. Etwas verschmitzt frage ich, um welchen Betrag es sich denn handle. Die Antwort von 220 US$ kommt dann doch sehr überraschend. Schnell wird uns klar, dass die Scouts die neuen US-Noten einfach nicht kennen. Wie es der Zufall will, hat meine Mutter die komplette Stückelung (10er, 20er, 50er und 100er) im Geldbeutel. Da meine Frau auf der Bank arbeitet, erklärt sie den drei Managern die neuen Sicherheitsmerkmale und auf was zu achten ist. Damit haben sie auch nicht gerechnet, denn auch sie haben die neuen US-Noten noch nicht gesehen. Nachdem ich meine Visitenkarte in der Verwaltung abgegeben habe, dürfen wir wieder fahren. Über 3 Stunden sind wir festgehalten worden. Freundlich erklärt man uns, dass es hier momentan kaum Tiere gibt, denn die Buschfeuer sind immer noch sehr stark und man sei dabei diese langsam unter Kontrolle zu bekommen. Also ändern wir unseren Plan erneut und beschließen gleich nach Lusaka zu fahren. Wir können uns nun Richtung NO zur M9 fahren oder auf der Strecke, welche ich mir auf google earth ausgesucht habe. Der Pioniergeist in mir siegt und so fahren wir vom Ngoma Hauptquartier nach Osten. Gleich zu Begin der Strecke müssen wir durch ein Jagdcamp. Deshalb sind die Tiere hier also so extrem scheu – Auto = Tod. Wir sind schon durch das Camp, weil die Straße mitten durch führt, als die Funkverbindung zu meinen Eltern abreist. Der Eigentümer hat sie aufgehalten und macht einen riesigen Wirbel. Uns bleibt nichts anderes übrig als umzudrehen und nach den verlorengegangen Eltern zu suchen. Erst als einer der schwarzen Angestellten dem Eigentümer erklärt, dass wir auf der Hauptstraße nach Musungwa sind, ist dieser ruhig. Nicht immer ist die Piste einfach zu finden und so kommt es noch vor Musungwa dazu, dass wir uns verfahren. In einer Ebene sehen wir die Stromleitung und ich weis, dass diese nach Namwala geht. Also fahren wir etwas vogelwild querfeldein bis wir wieder auf die Piste kommen, welche wir eigentlich fahren wollen. Ab Musungwa ist es einfacher. Nach einigen Plains kommen wir in Namwala an. Der erste kritische Streckenabschnitt liegt nun hinter uns. Die Straße zur Fähre über den Kafue ist auf den GPS-Karten. Ursprünglich lief die Strecke auf dem Deich, jedoch ist dieser so löchrig, dass es mal oben mal untern zur Führe geht. Zu unserem Glück liegt die Fähre schon auf unserer Seite. Also können wir gleich auffahren und der Kapitän legt auch sogleich ab. Es ist das erste Mal in meinem Leben dass ich vorwärts auf die Fähre fahre, aber rückwärts runter! Wir kommen immer wieder vom google earth track ab, denn das ist der kleine Unterschied zwischen Realität und Karte. Die meisten Abweichungen können wir bald korrigieren. Nur einmal fahren wir in ein Dorf und kommen nicht so schnell wieder heraus. Freundlich weist man uns den Weg. Nach ein paar Kilometern kommen wir an eine unscheinbare Kreuzung und nehmen natürlich den falschen Abzweig. Anfangs kommen wir noch gut voran, doch bald ist der Weg ziemlich verwachsen. Wir fahren noch ein paar Kilometer eher wir aufgeben und zum letzten bekannten guten Zwischenpunkt zurückkehren. An der Kreuzung angekommen trinken wir erst einmal etwas als ein Moped vorbeikommt. Ja er käme aus Mumbwa und so haben wir eine gute Spur, welcher wir folgen können. Gegen 17:15 Uhr sind dir dann endlich an der Teerstraße bei Mumbwa. Mein Tank geht dem Ende entgegen und meine Eltern meinen ich solle doch die Reservekanister anpacken. Ich möchte aber noch so lange es einigermaßen hell ist fahren so weit wir kommen. Die Dämmerung ist schon voll im Gange als wir uns Lusaka nähern. Inzwischen ist es 19 Uhr und stockfinster als die Tankanzeige angeht. Anhalten und nachfüllen am Straßenrand ist hier nicht unbedenklich. Die Autos rauschen an einem vorbei – die Sicherheitsweste aus Deutschland würde die Nerven schonen. Dank GPS-Navigation kommen wir aber gut durch Lusaka und finden auch das Pioneer Camp. Müde bauen wir unser Lager auf und wollen eigentlich nicht mehr so richtig kochen. Welch Glanz in unserer Hütte! Kurz vor unserer Reise habe ich mit Chris (fotofeeling.de) unsere Routen ausgetauscht aber total vergessen, dass es ja nun eigentlich auch hier sein wollte. Chris war neugierig wer so spät noch ankäme und sein Kommentar als wir uns sahen war „kann nur jemand sein, der verrückt ist oder weis was er macht“. Ich denke wir waren die Kombination aus beiden. Wir tauschen noch die wichtigsten Infos über die Streckenabschnitte aus ehe wir todmüde zu Bett gehen.
Noch sind einige Rechtschreibfehler drinnen 😊 aber die werden dann in der endgültigen Version, welche auf der homepage liegen wird, ausgebügelt sein.
Fr. 12.Sep.2008
Endlich ist es soweit! Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und ich auf dem Weg in die Arbeit um meinen Kollegen mit dem Grinsen des Tages auf die Nerven zu gehen. Zum Glück habe ich einen sehr kollegialen Chef und so bin ich schon wieder zum zweiten Frühstück daheim. Noch ein bisschen durch das Haus wirbeln um die Zeit bis zum Abflug zu überbrücken. Meine Frau muss noch richtig arbeiten und kommt dank Gleichzeit am Mittag nach Hause. Zusammen gehen wir noch einmal alles durch bis die Schwiegereltern kommen und uns zum Flughafen bringen. Wieder einmal sind wir viel zu früh am Schalter und waren auf meine Eltern welche von meiner Schwester zum Flughafen gefahren werden. Dank modernster Kommunikationswege finden wir uns am Check-In Schalter zusammen. Da die Fotorucksäcke doch etwas schwerer sind als erlaubt, checken mein Vater und ich die Gepäcke ohne die Damen ein, damit nicht auffällt, dass wir etwas mehr Gepäck dabei haben. Mit unserem traditionellen Weißwurstessen (kenne gut die Regeln!) verabschieden wir uns um 22:15 von Deutschland mit der SAA. Sehr zum Ärger meiner Frau bekomme ich den Start schon wieder einmal nicht mit. Ich bin ein Extrem-Flugschläfer und das Geräusch der laufenden Turbinen knockt mich aus.
Sa. 13.Sep.2008
So schnell waren wir noch nie nach Südafrika eingereist. Ganze 15 Minuten haben wir für die Erstellung des Visa und der Gepäckübergabe gebraucht. Unser Vermieter hat kein Depot in Johannesburg und so werden die Autos jeweils von Cape Town nach Johannesburg gefahren. Da das Auto auf dem Parkplatz des Southern Sun Hotels übergeben werden, können wir bequem mit dem hoteleigenen Bus fahren. Die Autos sind schon da und fahrfertig – sollte man meinen. Nachdem wir den üblichen Papierkram erledigt hatten, ging es darum die Autos auf Vollständigkeit zu testen. Gewarnt durch ein paar PMS gingen wir auch sehr penibel vor. Jedoch war es bald mit der deutschen Gründlichkeit vorbei. Der Kühlschrank in einem der beiden Autos ging nicht und als gelernter Elektriker konnte ich den Fehler bald feststellen. Die Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Mitarbeiter der Firma schloss den Kühlschrank direkt an die Batterie an. Während dessen wurde weiter kontrolliert und Mängel festgestellt und festgehalten. Nach gut 3 Stunden waren wir durch und konnten endlich den Parkplatz verlassen. Auf dem Weg zu unseren Freunden machten wir noch einen Zwischenstopp in der Clearwater Mall um Essen und Trinken für ein paar Tage einzukaufen. Noch schnell ein paar Rand am Geldautomaten gezogen und dann die letzten 20 Kilometer zu unseren Freunden. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir müssen erzählen wie es mit den neuen Haus ist und und und …
Mein Vater ist hin und weg vom Grundstück. 7000 qm Grund mit Straußen und Webervögeln und einem Haus mit ca. 2000 qm Wohnfläche. Ganz aufgeregt laufen meine Eltern den Webervögeln hinterher um die mit der Kamera einzufangen.
Wir haben ein sehr reichhaltigen Abendessen und verbringen anschließend noch ein paar Stunden am Lagerfeuer, wo wie die letzten Neuigkeiten austauschen.
So.14.Sep.2008
Unsere Freunde lassen es sich nicht nehmen und stehen beide mit uns um 05:00 Uhr morgens auf. Es hilft nichts – auch nicht unser Argument, dass wir unterwegs frühstücken können – und so kommen wir gegen 05:30 los. Die beiden fahren anschließend in ihr Geschäft, welches nächste Woche eröffnen soll um die Warenbestände in den PC einzupflegen. Die Strecke bis nach Martinsbridge ist nicht besonders spektakulär und so rasen wir über die Autobahn Botswana entgegen. Kurz vor der Grenze in Tom Burke wollen wir noch einmal volltanken. Jedoch haben wir keinen Erfolg. Die Shell-Tankstelle liegt in einem Farmers Point und ist somit geschlossen – heiliger Bimbam! Noch haben wir aber genügend Sprit um nach Palapaye zu kommen. Gleich hinter der Grenze ist aber eine Tankstelle, welche auch Kreditkarten akzeptiert. Beim Tanken stelle ich fest, dass unser Landrover keinen long distance tank hat, sondern nur über den normalen 75l Tank verfügt. In Serowe bekommen wir am ATM bei der Boiteko Junction Mall Geld und fahren weiter zum Khama Rhino Sanctuary. Nachdem wir uns dort angemeldet haben suchen wir den Campingplatz auf und belegen diesen. Jedoch sind wir nicht so früh aufgestanden um schon am Mittag mit dem Fahren aufzuhören. Also wieder rein in die Autos und ab in den Park um die Nashörner zu suchen, wegen derer wir hierher gekommen sind. Das Fahren im Sand macht meinem Vater doch etwas zu schaffen und so verlieren wir ihn gleich kurz nach dem Campingplatz. Je näher wir an die Malemas Pan kommen umso größer wird die Spannung. Doch außer ein paar Zebras und Gnus ist nichts zu sehen. Ein paar andere Autos sind auch noch unterwegs – doch auch sie haben noch keine Nashörner aufstöbern können. Also fahren wir zur Serwe Pan, wo Bine und ich bislang immer Nashörner angetroffen haben. Ganz in der Ferne sehen wir schon die Siluetten der Nashörner und ich gebe Stoff. Jedoch verlieren wir gleich wieder meine Eltern und so müssen wir an den Kreuzungen warten. Am Wasserloch können wir und gut postieren und ein paar Fotos machen. Ich will aber näher und versuchen wir die Tiere zu umfahren. Jedoch ohne Erfolg, denn wir kommen nicht näher auf der Ebene an sie heran. Bei der Suche stöbern wir eine Mutter mit ihrem Kalb auf. Jedoch stehen wir auf ihrem Weg und so sind beide verunsichert was mit den weißen viereckigen Kisten zu machen ist. So schnell wie möglich geben wir ihnen den Weg frei. Beide huschen zwischen den Autos hindurch und verschwinden im Busch. Der Puls ist hoch und meine Eltern doch etwas aufgeregt und beschließen wir die restliche Zeit im Bird Hide zu verbringen. Das Kommen und Gehen der vielen bunten Vögel gefällt meinen Eltern schon sehr gut. Als es Zeit ist machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Das erste Mal müssen wir unsere Dachzelte aufbauen. Bei unserem ist ein Reißverschluss des Moskitonetzes kaputt. Meine Eltern trifft fast der Schlag als sie ihres aufbauen. Die Matratze ist mehr als siffig und so öffnen sie das zweite Dachzelt, welches besser aussieht. Leider ist hier das Gestänge gebrochen, so dass es sich nicht aufbauen lässt. Also tauschen wir die beiden Matratzen um ein funktionierendes Dachzelt zu haben. Während der Rest schon zum Duschen entschwunden ist, entzünde ich das Feuer. Mit den ersten Impressionen verschwinden wir nach dem Abendessen ins Bett.
Mo. 15.Sep.2008
Um 05:30 bin ich wach und so wecke ich den Rest unserer Reisegruppe auf. Noch dauert alles recht lange bis wir endlich „on the road“ sind, denn jeder Handgriff läuft noch nicht automatisch ab. Doch gegen 06:30 kommen wir los und fahren zurück auf die A14 in Richtung Letlhakane. Da wir aber noch genügend Sprit bis Maun haben, lassen wir diese Tankmöglichkeit aus. Außerdem muss ich wissen, wie weit wir mit unserem Tank kommen, denn gerade mit den ausgesuchten Strecken in Zambia ist dies von enormer Bedeutung. In Mopipi tanken wir dann aber lieber doch noch einmal nach ehe wir uns auf das letzte Teilstück nach Maun machen. Bine und ich sind diese Strecke entlang des Boteti Rivers schon oft gefahren und rauschen wir an den Rinderherden vorbei. In Maun angekommen suchen wir erst einmal das Büro von MackAir auf. Noch in Deutschland habe ich für den morgigen Tag einen Deltarundflug gebucht und möchte nun der Einfachheit halber die ausstehenden Formalitäten erledigen. Der Flug ist wesentlich billiger als ich gedacht hatte. Mit 1800 Pula pro Person habe ich gerechnet – jedoch kostet uns der Flug für uns vier nur 1800 Pula. Nachdem wir das erledigt haben suchen wir Lesedi Motors auf um an meinen Landrover ein paar Reparaturen durchführen zu lassen. Der linke Außenspiegel ist locker und droht abzufallen. Dabei stellen wir fest, dass der untere Teil des linken Armaturenbrettes uns auch schon entgegenkommt. Der Spiegel ist relativ schnell gereichtet, jedoch brauchen wir eine 4er Schraube für das Armaturenbrett. In der ganzen Werkstatt gibt es keine und so beginnt eine Odyssee bis wir endlich eine in einem der vielen Shops bekommen. Nach gut 2 Stunden Werkstattaufenthalt können wir weiter. In „Riley's Garage Service“ kaufe ich doch lieber 2 Kanister um nicht in Zambia zu stranden. Noch schnell die Autos auftanken und ab in den Spar um für die nächsten Tage einzukaufen. Da unsere Auto keinen externen Wassertank hat, sehe ich mir nun die beiden Kanister genauer an. Einer ist ein Wasserkanister, der andere soll der Ersatz für den fehlenden Zusatztank sein. Jedoch ist der Verschluss schon zigmal mit Tape geklebt worden und macht auch sonst keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Kurzerhand beschließe ich dieses Teil gleich in Maun am Sparparkplatz zu entsorgen. Die paar Meter zum Sedina Hotel sind kein Problem mehr. Am frühen Nachmittag kommen wir an und richten uns für die Nacht ein.
Di. 16.Sep.2008
Es ist noch dunkel als wir aufstehen und uns für den Tag vorbereiten. Wir müssen zurück nach Maun zum Büro von MackAir. Treffpunkt ist 07:00 Uhr morgens und so gibt es ein einfaches Frühstück und ich bummle noch so vor mich hin. Meine Uhr am Landrover geht 10 Minuten nach und so müssen wir uns etwas abhetzen um rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Wir schaffen es und kurz danach kommt auch unser Pilot uns abholen. Die Formalitäten sind einfach zu erledigen und schon bald sitzen wir in der Cessna. Leider dürfen wir nicht die Fenster herunterklappen und müssen durch die verkratzen Scheiben fotografieren. Der Flug ist herrlich und definitiv sein Geld wert. Es geht über den Moremi Nationalpark und Chiefs Island in einer weiten Schleife zurück nach Maun. Unterwegs sehen wir Giraffen und Elefanten. Ich kämpfe mit meinem Fotoapparat, denn die Fokusierung funktioniert nicht. Erst später fällt mir ein, dass das Objektiv nur dann einwandfrei arbeitet wenn der Betrieb auf „Continous“ steht. Nach einer Stunde landen wir wieder in Maun. Alleine laufen wir über das Rollfeld und verlassen den Ort in unseren Landrovern. In Shorobe kaufen wir noch Feuerholz und machen uns auf den langen Weg nach Savuti. Bis Mababe gibt es nichts als Gravelroad und Staub zu berichten. Die Hauptdurchfahrt durch die Savuti Marsh ist wegen Bauarbeiten gesperrt und die Durchfahrt von 2007 steht komplett unter Wasser. Guter Rat ist teuer und so überlegen wir gerade wie wir weiterkommen als und zwei Botswanies den Weg zeigen wollen. Es geht weit in die Savuti Marsh hinein ehe wir diese trockenen Fußes durchqueren können. Die beiden Botswanies haben wir schon seit längerer Zeit nicht mehr an Bord. Sie haben uns noch zur Kreuzung gebracht und sind dann nach Hause gelaufen. Auf der Hauptpiste angekommen kommen wir wieder zügiger voran. Fast zwei Stunden haben wir gebraucht um wieder auf der Piste anzukommen und sind froh das Gate endlich zu erblicken. Die Formalitäten sind flott erledigt und endlich machen wir uns auf Savuti zu erkunden. Gleich hinter dem Gate halten meine Eltern an um Elefanten zu fotografieren. Ganz können sie es uns noch nicht glauben, dass wir noch näher an die Tiere kommen werden und auch wesentlich mehr sehen werden. An der Kreuzung entscheiden wir uns für die Marsh Road. Am Wasserloch der Marabou Pan sind dann auch schon richtig viele Elefanten und wir können sie in Ruhe fotografieren. Nach einer Weile machen wir uns wieder auf die Socken. Kurz vor Bushman Hill treffen wir auf ein Lodge Safariauto und beschließen diesen zu folgen. Jedoch bei dem Foto einen Impalas verlieren wir unseren Scout schon wieder und fahren über die trockenen Pans zum Savuti Wasserloch. Hier steppt der Bär und jede Menge Elefanten sind schon da. Bis kurz vor Sonnenuntergang bleiben wir noch und machen uns dann auf nach Savuti. Durch die Buchungspolitik haben wir nur einen Platz in Linyanti bekommen auch wenn Savuti nur gut zur Hälfte voll ist. Wir stellen uns trotzdem auf den Notplatz und bereiten uns für die Nacht vor.
Mi. 17.Sep.2008
In der Nacht haben die Löwen gebrüllt – relativ nah am Camp. Also machen wir uns auf sie zu suchen. Das Gebrüll kam aus der Richtung der Straße, welche nach Linyanti führt. Warum auch immer, aber wir fahren mit zwei Autos los. Noch sind meine Eltern nicht schnell im Dachzeltabbau, Frühstücken und ab ins Auto – jedoch kommen wir immer noch bei Zeiten los. Als erstes fahren wir natürlich in die Richtung in welcher wir die Katzen vermuten. Jedoch sinkt die Hoffung mit jedem Kilometer, welchen wir wie gebannt in den Busch starren. Als die Sonne immer höher am Horizont ist, beschließen wir die Suche abzubrechen und zur Rhinovlei zu fahren. Genau rechtzeitig kommen wir an um den Leoparden in der offenen Steppe anzutreffen. Wir können ihm gut 45 Minuten zusehen, ehe er von einigen Schakalen vertrieben wird. Die Laune ist schon wieder gestiegen und er Misserfolg bei den Löwen schon fast wieder vergessen. Wir fahren noch ein bisschen ziellos durch die Gegend eher wir uns gegen Mittag auf den Weg zurück nach Savuti machen. Die Siesta hat gut getan und gegen 15 Uhr brechen wir wieder auf. Schon seit langem wollte ich einmal auf dem Signal Hill stehen. Der Weg dorthin ist sandig und ohne Probleme zu befahren. Jedoch gleich am Wandfuß geht es extrem steil und steinig einige Meter bergauf. Landrover auf 4L geschalten und los geht es. Ein paar Mal drehen die Reifen durch, jedoch schiebt sich unser Auto Meter für Meter empor und bald erreichen wir eine flachere Passage. Dort parke ich und laufe zurück um zu sehen wie es meinen Eltern an diesem anspruchsvollen 4x4 Stück geht. Mein Vater kämpft und will gerade den zweiten Anlauf starten als ich komme. Erleichtert hier nicht hochfahren zu müssen, parken sie ihr Auto am Wegrand und steigen bei uns zu. Zu viert im Auto geht es weiter hin sehr steinig hinauf zur Bergspitze. Ein herrlicher Ausblich auf die Weite des Parks entlohnt für die arge Schüttellei. Unten sind wir gleich wieder und es geht auf direktem Weg zurück zum Savuti Wasserloch. Elefanten über Elefanten haben sich schon eingefunden und es herrscht reger Betrieb. Nach knapp einer Stunde fahren wir zurück zur Linyanti Straße um unser Glück doch noch einmal zu versuchen. Auf Höhe der Savuti Lodge werden wir endlich fündig. Die beiden Löwen von heute morgen liegen direkt vor der Lodge, allerdings können wir nicht näher heran als 500 Meter. Wären wir weiter im Busch gewesen, wäre ich schon hingefahren – aber direkt vor der Lodge geht das nicht. So trösten wir uns mit ein paar Distanzschüssen und fahren zufrieden mit der Ausbeute des heutigen Tages zurück ins Camp.
Do. 18.Sep.2008
Heute wollen wir eine neue Zufahrt in den Chobe testen. Auf google earth habe ich die Route rausgesucht und als track abgespeichert. Nun ist es also soweit, dass wir einen weißen Fleck auf den T4A-Karten schließen werden. Zunächst geht es wieder am Savuti Wasserloch vorbei auf der uns bestens bekannten Strecke zum Ghoha Gate. Da wir weniger Tage geblieben sind, als wir ursprünglich geplant hatten, habe ich Sybille vom Namibia-Forum versprochen die Buchung zu hinterlegen. Am Gate klebe ich mit Isolierband deutlich sichtbar die Reservierung für sie an und wir machen uns auf den Weg. Alle die den Park in Richtung Kasane verlassen, fahren die Strecke über Kachikau. Anfangs gut, jedoch später eine arge Wellblechpiste wollen wir heuer umgehen. Gleich am Gate geht es rechts auf die Brandschneise. Die Strecke ist sehr gut und wir kommen gut voran. Ein paar Giraffen wecken wir auf, als sie gemütlich schlendernd über die Piste gehen. Es gibt einige Wasserlöcher hier und die meisten davon haben sogar noch Wasser! Schade, dass wir keine Zeit haben, denn hier könnte es durchaus interessant werden. Kurz bevor man die Strecke Savuti-Nogatsaa erreicht trifft man auf die Komane Pan, an welcher es scharf links abgeht und man sich nun immer Richtung Norden hangelt. Anfangs fährt man im Flussbett und einige tiefsandige Passagen müssen durchfahren werden. Aber im Vergleich zur Strecke Kasane-Kachikau-Savuti ist das hier wie Autobahn. Auch hier sind wieder einige Wasserlöcher, welche vielversprechend aussehen. Jedoch haben wir gerade 10 Uhr und da steppt nun wirklich nicht der Bär am Wasserloch. Nach ein paar weiteren Kilometern wird die Piste noch besser, da gerade der Gradder die Feuerschneise wieder freigeschoben hat. Kurz vor Ngoma Gate treffen wir auf die uns bekannte Piste und sind gleich auf der Teerstraße angelangt. Am Ngoma Gate werden wir gegen Maul- & Klauenseuche „geimpft“. Unsere Autos bekommen eine Vollwäsche, während wir auf den steinharten Fußabstreifer treten müssen. Mit einem zufriedenen Gesicht dürfen wir den Posten passieren und unseren Weg nach Kasane fortsetzen. Da wir am liebsten in der Mowane Lodge bleiben, hoffen wir auch heuer auf ein freies Zimmer und steuern diese direkt an. Die Lodge ist fast ausgebucht, jedoch bekommen wir gerade noch zwei Zimmer. Zum Glück haben wir mehrer Kreditkarten und erst die dritte wird vom System akzeptiert. Erleichtert tragen wir unsere 7 Sachen in die Zimmer und breiten uns erst einmal wieder richtig aus. Der Balkon liegt dem Chobe zugewendet und so können Bine und ich ein paar „freie“ Minuten in Ruhe genießen. Denn wir haben uns schon für den Nachmittag für die Bootsfahrt auf dem Chobe angemeldet. Kameras wieder einpacken und Objektive tauschen ehe wir uns wieder mit den Eltern treffen. Die Pause hat doch besser getan als gedacht und anfangs enttäuscht werden wir in eines der kleinen Boote gesetzt. Im Laufe der Tour wird dies aber immer mehr zum Vorteil, denn wir kommen dahin, wo andere Boote schon längst aufgeben. Nachdem wir die Formalitäten erledigt haben, können wir endlich starten. Zunächst völlig unspektakulär sehen wir die Hippos und Büffel, jedoch dann wird es immer besser. Ein paar Leguane und Mini-Krokodile liegen am Strand und lassen sich von uns fotografieren. Über ihnen sitzt der Eisvogel und so geht es munter weiter. Die Elefanten sind wie immer vertreten und auch sehr zahlreich. Ein paar Giraffen sind auch dem Busch herausgetreten und trinken am Chobe. Langsam als die Sonne untergeht machen wir uns auf den Rückweg. Diesen doch recht gelungenen Tag lassen wir bei einem üppigen Mahl ausklingen.
Fr. 19.Sep.2008
Ich habe es nicht vergessen – auch wenn meine Frau ihr Geburtstagsgeschenk schon vor unserem Abflug bekommen hat. Zärtlich geweckt geht es zum Frühstück, wo wir uns mit meinen Eltern treffen. Nach den ganzen Geburtstagsfloskeln und einem tollen „Englisch Breakfest“ fahren wir los in Richtung Chobe Riverfront. Normallerweise hätte ich gesagt, dass es schon viel zu spät ist, jedoch sollten wir heute mit ein paar ganz tollen Sichtungen belohnt werden. Jedoch müssen wir zunächst einmal den Papierkram erledigen um in den Park fahren zu dürfen. Damit wir uns nicht in unseren beiden Landrovern gegenseitig beim Fotografieren stören und um DWNP nicht noch mehr Geld in den Rachen zu schmeißen, haben wir uns dazu entschlossen mit nur einem Auto zu fahren. Gestärkt wurden wir in unserem Entschluss, da es bei meinem Vater seinem Landrover an einem der beiden Vorderräder an Luft mangelt. Wir sind also nun unterwegs eingepfercht zu viert im Landrover. Zum Glück müssen wir das nur tagesweise machen und nicht den ganzen Urlaub. Viel Komfort für die Mitreisenden bietet der Landrover nun wirklich nicht. Zunächst sind wir auf dem Weg zum Wasser und suchen die Stellen ab, an welchen wir in den vergangenen Jahren mit Löwen erfolgreich waren. Jedoch haben wir recht wenig Erfolg und außer dem üblichen Getier (Büffel, Elefanten und Impalas) ist kaum etwas zu erspähen. Und so wollen wir nach Serondela zum Picknickplatz. Jedoch auf dem Weg dorthin werden wir im Stau festgehalten. Ein Leopard liegt im Baum und anfangs dauert es etwas bis wir ihn auch finden. Mit der Beschreibung „dort am linken Baum, dritter Ast von unten“ ist es schwer das Tier im Wald zu finden. Doch schließlich haben wir ihn gesichtet. Malerisch liegt er auf seinem Ast und lässt uns alle Zeit der Welt ihn abzulichten. Nach einer ganzen Weile kommt ein weiteres Lodgeauto hinzu. Der Fahrer hat eine ältere Dame neben sich sitzen welche überhaupt nichts sehen kann. Ich sage ihm, dass wir genügend gesehen haben und weiterfahren werden. Dafür bedankt er sich mit der Info, wo wir Löwen sehen können. Also vergessen wir Serondela erst einmal und fahren Richtung Puku Island. Die Löwen sind nicht zu übersehen, denn eine Traube von Lodgeautos hat sie eingekreist. Wir nähern uns und können trotz der vielen Autos eine gute Position ergattern um zu fotografieren. Die Löwen haben einen Wasserbock gerissen und die Geier wollen wir Stück vom Kuchen haben, jedoch wacht eine der Löwinnen am Riss. Um ihre Beute zu sichern, zerrt sie sie in den Busch. Als ich das mitbekomme ändere ich meine Position und stehe in erster Reihe. Keine vier Meter vor meinem Auto müht sie sich ab. Ein toller Anblick wie sich dich Muskeln spannen – Kraft und Eleganz pur. Jedoch einer der Lodgefahrer will seinen Gästen etwas ganz besonders bieten und fährt fast einen Meter an die Katze heran. So eingekeilt wird es dann doch zuviel. Als sie die Beute sicher im Busch haben, verschwinden sie aus dem Blickfeld aller. Mit soviel Glück hatten wir heute nicht mehr gerechnet und fahren zurück nach Serondela. Jedoch sind einige Lodgefahrer auch hierher und so geht es zu wie am Jahrmarkt. Dem Trubel wollen wir uns eher nicht anschließen und so fahren wir langsam zurück nach Kasane. In der Mittagspause müssen wir ja noch für die nächsten Tage in Zambia einkaufen gehen und viel wichtiger ist, dass Papas Reifen geflickt wird. Bine und Mama bleiben in der Lodge zurück während wir mit zwei Autos nach Kazungula in der Autowerkstatt fahren. Die Werkstatt in Kazungula ist dank GPS gleich gefunden und auch der Reifen kann geflickt werden. Auf dem Weg von Savuti nach Kasane hat sich mein Papa einen Dorn in die Seitenflanke gefahren. Autowerkstatt hin oder her – wir müssen mit unserem Radmutterschlüssel aushelfen, denn einen passenden für Landrover haben sie nicht. Während der Mechaniker mit dem platten Reifen beschäftigt ist, nutze ich die Gelegenheit um den Kühlschrank anstelle des Provisoriums ordentlich mit Quetschkabelschuhen anzuschließen. Der Reifen hält wieder seine Luft und so fahren wir zurück nach Kasane zur Lodge. Wir wollen noch ein paar Pula am ATM ziehen, jedoch funktioniert meine Kreditkarte nicht mehr. Keine Transaktion möglich und so langsam gerate ich ins schwitzen, denn es ist unsere einzige VISA-Karte. Die Geheimnummer stimmt – denn meine Frau hatte eine super Idee wie ich sie mir merken kann. Wir kaufen noch ordentlich Lebensmittel ein ehe wir wieder zurück zur Lodge fahren. Da es ja der Geburtstag meiner Frau ist, wir den Vormittag ehe nicht überbieten können beschließen wir den Rest des Nachmittags am Pool zu verbringen. Die Sorgenfalten sind groß und die Bedenken, dass jemand irgendwie Schindluder mit meiner Karte betrieben hat groß. Wir dürfen den Computer der Hotelmanagerin und deren Internetverbindung nutzen um meine Bankauszüge zu checken. Alles ist okay und so ganz kann ich es mir nicht erklären. Beim Abendessen dreht sich alles um die Kreditkarte. Da es aber der Geburtstag meiner Frau ist, muss ich schnell ins Zimmer und ihr Geschenk von ihren Eltern holen. Die Gelegenheit nutze ich und siehe da – Geheimzahl richtig aber falsche Karte! Nun ist die Karte aber durch die vielen Fehlversuche gesperrt. Gute Vorbereitungen retten uns das Leben, denn meine Mutter hat eine „Sorgenhotlinenummer“, an welcher man nicht auf eine Band spricht, sondern mit einem Mitarbeiter der Bank. Der setzt die Fehlversuche zurück und ich kann am nächsten Tag wieder an Geld kommen. Puh, das ging ja noch einmal gut.
Sa. 20.Sep.
Wieder bin ich auf der Strecke nach Kazungula unterwegs. Heute aber nicht um den Reifen geflickt zu bekommen, sondern um nach Zimbabwe einzureisen. Die Formalitäten bei der Ausreise aus Botswana sind wie immer unkompliziert und schnell erledigt. Es ist nicht das erste Mal, dass wir an diesem Grenzübergang stehen und so kennen wir das Prozedere sehr gut. Überrascht werden wir auf der anderen Seite des Zauns. Nachdem wir uns um unser Visum gekümmert haben und gerade dabei sind die carbon tax zu zahlen kommt einer und will uns helfen. Schnell wird uns klar, dass das wieder eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, zumal er mit einem offiziellen Ausweis ausgestattet ist. Soll mir recht sein, wenn er sich um den ganzen Papierkram kümmert. Nach einigen Minuten kommt er wieder und wir geben ihm das Geld. Es hat keinen Pfennig mehr gekostet, als wenn wir es selber gemacht hätten und von Pontius zu Pilatus gelaufen wären. Nur zum Zahlen der 3rd party insurance müssen wir selber gehen, jedoch werden wir begleitet. Alles ist recht schnell und flott erledigt und so kommen wir schon nach gut 45 Minuten wieder weiter. Die Teerstraße nach Vic Falls ist fast ohne jeglichen Verkehr. Einzig mitten im Zambezi Nationalpark kam uns ein Fußgänger entgegen. Wohin der wohl unterwegs war? Vic Falls selber ist eine Touristenstadt und von der wirtschaftlichen Misere selber kaum etwas zu spüren. Als ersten Stopp haben wir den curio markt geplant. Jedoch schon beim Aussteigen aus dem Auto wird der Ton etwas rauer, verglichen mit letztem Jahr. Jeder will irgendein Geschäft mit einem machen und so flüchten wir erst einmal. Es ist kaum möglich in Ruhe mal etwas auszusuchen, denn jeder meint er ist der Beste und Billigste von allen. Mich lassen sie in Ruhe, als ich ihnen erkläre, dass nur der „Minister of Finacial“ entscheiden kann und der bin nun mal nicht ich. Aber wir werden fündig und unsere Hippo-Familie erhält weiteren Zuwachs und auch sonst finden wir noch einige sehr schöne Stücke. Da wir T-Shirts haben, können wir den Preis noch einmal drücken. Nach fast 1,5 Stunden einkaufen und zähem ringen um den Preis machen wir uns auf den Weg die Fälle selbst zu erkunden. Es ist schon grandios in welchem Schauspiel das Wasser über die Kante donnert. Die aufsteigende Gischt nährt einen kleinen Streifen in dem man wie im Paradies im Grünen läuft. Wenige Meter weiter ist schon wieder alles vorbei und der trockene afrikanische Busch herrscht hier. Wir zollen David Livingstone unseren Respekt und bewundern anschließend die einzelnen Fälle. Schade ist halt, dass die Sonne schon so hoch steht und es fast unmöglich ist, gute Bilder zu machen. Nachdem wir über zwei Stunden die Fälle aus der Nähe betrachtet haben, machen wir uns auf den Weg nach Zambia. Am Parkplatz jedoch ändern wir unsere Meinung, denn mein Papa würde gerne die Brücke fotografieren. Den besten Platz, den ich kenne, ist vom Vic Falls Hotel aus. Also fahren wir zurück in den Ort um das Foto zu machen. Wir haben aber nichts weiter vor und so machen wir noch eine etwas längere Pause auf der Terrasse und genießen ein kühles Bier. Der nächste Stopp ist die Grenze von Zimbabwe und auch hier sind wir schnell durch. Fast so schnell kommen wir nach Zambia hinein. Visa sind teuer geworden, aber das wussten wir ja schon. Die 3rd party insurance können wir gerade noch mit unseren Kwacha vom vergangenen Jahr zahlen. Wir versuchen unser Glück am ATM beim neuen Shopping Center. Jedoch mag der nur die Barclays Bankkarte und keine VISA Kreditkarte. Also fahren wir ins Stadtzentrum um bei der Standard Bank am ATM Geld abzuheben. Wenig Glück haben wir, denn der ATM ist nicht in Betrieb. Dafür aber kommen gleich die Schwarzmarkthändler und wollen tauschen. Jedoch sind wir noch nicht bereit dazu. Beim Tanken können wir zwar in US$ zahlen, jedoch ist der Kurs extrem schlecht. Wollen wir nicht unterwegs liegen bleiben, müssen wir am Schwarzmarkt tauschen. Also geht es wieder zurück ins Zentrum wo die Händler schon warten. Die Tanks und Kanister sind voll und so brauchen wir nicht übermäßig viel Geld tauschen und entschließen uns 100 US$ und Kwacha zu wechseln. Daheim habe ich mir die Wechselkurse auf einen Zettel geschrieben und den Kurs können sie mir auch geben – das ist also schon einmal geregelt. Zwei 50 US$-Scheine habe ich im Geldbeutel. Tauschen ist kein Problem, dann meint einer dass sie lieber einen 100 US$ Schein hätten. Aus unserer Reserve im Auto hole ich den. Dann geht es hin und her und irgendwann schreit der Chef von hin her, dass zwei 50 US$-Scheine besser sind und der Deal ist perfekt. Sehr chaotisch ist der Tausch schon verlaufen aber für eine paar Liter Sprit sollte es ausreichen. Wir fahren zurück in Richtung der Fälle um an der Nyala Lodge zu campen.
So. 21.Sep.2008
Wir verlassen so früh wie möglich Livingstone. Gerade die ersten Kilometer der Strecke nach Lusaka sind schlecht und das wissen wir. 70 km Schlaglochpiste liegen nach gut 2 ½ Stunden hinter uns. Bei einigen haben wir uns den Spaß gemacht und gemessen. 40 cm tief war der Rekord und wehe denjenigen der unachtsam hier reinrauscht. Links und rechts der ehemaligen Asphaltdecke haben sich Ausweichstrecken etabliert. Diese sind zwar fast immer besser, doch auch hier gibt es Bodenwellen. Elefantenrennen gibt es also nicht nur auf deutschen Autobahnen und auch hier kennen dir Trucker keine Gnade. Dort wo sie glauben am schnellsten vorwärts zu kommen fahren sie – egal ob links oder rechts. Teilweise werden wir gezwungen in der Mitte zwischen den beiden Trucks zu bleiben. Der aufgewirbelte Staub hängt tief und fast fährt man wie im Nebel. Bei Zimba ist ein chinesisch-zambisches Team dabei die Straße zu erneuern. Nach Zimba gibt es nur mehr einige einzelne Schlaglöcher bis Kaloma. Ehe wir uns auf den Weg in den südlichen Teil das Kafue Nationalparks machen, würden wir gerne an der einzigen Tankstelle nachtanken. Jedoch werden wir weitergeschickt, denn der Diesel sei aus. Ob sie uns keinen Sprit geben wollten oder wirklich keinen hatten, werden wir nie erfahren. Wir machen uns natürlich nicht auf den direkten Weg, sondern besuchen noch das „Administrator House“ in Kalomo. Anfang des 19.-ten Jahrhunderts residierte. Das Haus liegt abseits der Touristenroute und wird wohl eher selten besucht. Gerade das, macht es aber für uns attraktiv. Die Beschilderung ist gut, jedoch die Straßen dorthin sind teilweise klein und recht verwinkelt. Für ein Museum reicht es nicht, dennoch wohnt ein caretaker hier in einem der Räume und sieht nach dem Rechten. Er freut sich über uns und erzählt uns sehr viel aus der Geschichte des Landes. Anschließend machen wir uns auf den Weg zurück zur südlichen Parkzufahrt. Die Piste ist akzeptabel bis zum Gate, jedoch lang – sehr lang. Etwas müde kommen wir am Ndundumwense Gate an. Der Scout ist nicht der Schnellste und braucht die Hilfe eines anderen um das Permit auszufüllen. Fast 20 Minuten brauchen die beiden um den Preis für Eintritt, Auto und Camping zu errechnen. Sie sind so beschäftigt damit, dass sie nicht hören, dass ich den Preis schon zigmal gesagt habe. Kopfrechnen siegt mal wieder über Taschenrechner. 220 US$ kosten uns die beiden Tage im Park. Wir werden unseren 100 US$ vom Schwarzmarkt in Livingstone plus zusätzlichen los. Das Geld hat meine Frau direkt von der Bank geholt und die Scheine sind nagelneu. Genauso langsam wie das Permit ausgefüllt wurde, wird nun kassiert. Die zwei 100US$ und der 20US$ Schein werden mehrmals misstrauisch begutachtet. Als ich nachfrage, ob alles in Ordnung sei, dürfen wir passieren. Fast eine Stunde haben wir mit den beiden verbracht. Die Straße zur Nanzhilla Plain ist frisch ausgeschoben und so kommen wir gut voran. Meine Eltern bleiben wieder ein Stück hinter uns um nicht komplett eingestaubt zu werden. Ein paar Säbelantilopen sehen wir, jedoch flüchten diese gleich. Es gelingt uns noch ein Foto zu machen. Durch offenes Buschgelände gelangen wir schließlich zur Nazhilla Plain. In einiger Entfernung sehen wir drei Elefanten ohne aber näher an sie kommen zu können. Kaum ein Tier lässt sich blicken und wenn, dann flächtet es schon bei unserem Anblick. Von den Busunga Plains kennen wir so etwas nicht und so sind wir schon enttäuscht. Der Plan hier einen ganzen Tag zu verbringen wird schnell gekippt und wir beschließen schon am nächsten Tag weiterzufahren. Übernachten werden wir im Nanzhilla Plain Safari Camp wo wir die einzigen Gäste sind. Der Staub der letzten Stunden können wir nur mit zwei Bier, einen Savanna und einem Cola herunterspülen. Die schwarzen Angestellten haben die Lodge in Abwesenheit des Besitzers trocken getrunken. Aber alle sind froh, dass wir da sind, denn so haben sie mal Abwechslung von ihrer üblichen Routinearbeit. Der Campingplatz liegt etwas abseits der Lodge attraktiv an der Lagune. Einer der Angestellten bringt einige Eimer mit Wasser, welche am Feuer aufgewärmt werden. Anschließend werden diese in den Baum gehängt und dienen als Dusche. – Busch pur!. Während das Wasser sich langsam aufwärmt, versorgen wir den Angestellten mit einem Bier über welches er sich sehr freut. Als wir alle geduscht haben und kein weiteres warmes Wasser brauchen, schlendert der caretaker zurück zu seinen Freunden. Wir haben noch einen sehr netten Abend am Lagerfeuer.
Mo. 22.Sep.2008
Wir haben wie schon erwähnt unseren Plan geändert und werden heute schon zum Itechi Techi Staudamm fahren. Wir hoffen am Wasser mehr Tiere zu sehen und auch, dass sie nicht so schreckhaft sind. Ein paar Antilopen sind gleich wieder ins Gebüsch verschwunden, als sie uns kommen sahen. Der Park müssen wir am Kalenje Outpost verlassen, wo eine Überraschung auf uns wartet. Die game scouts vom Ndundumwense Gate haben unsere Kennzeichen hierher gefunkt und uns beschuldigt ihnen Falschgelb gegeben zu haben. Einer der Ranger meint, dass wir nun nach Ngoma ins Parkhauptquartier müssen, wo der Fall verhandelt wird. Damit wir auch wirklich dorthin fahren, kommt einer der der vier Scouts mit. Er wechselt noch schnell seine Klamotten und lädt sein AK47 durch ehe er sich zu uns ins Auto setzt. „Niemals eine fertig durchgeladene Waffe ins Auto“ – habe ich noch von meiner Bundeswehrzeit im Kopf – aber wir sind ja in Afrika und hier läuft es immer in bisschen anders. Seit dem wir Begleitschutz haben, sehen wir einiges an Tieren. Eine große Herde an Elands und Gnus, jedoch auch hier nur aus der Distanz. Für Fotos haben wir nun nicht den Nerv und wollen die Sachlage geklärt haben. Im Hautquartier angekommen, werden wir dem Parkmanager vorgeführt. Unser Ranger erklärt ihm die Sachlage und kommen nur kurz zu Wort ehe wir aus dem Raum geschickt werden. Inzwischen sind zwei weitere ranghohe Vertreter ins Büro gekommen. Nach gut 30 Minuten dürfen wir wieder eintreten und uns wird die Sachlage berichtet. Wir haben also am Gate mit Falschgeld bezahlt. In unseren Gedanken kreist immer wieder die Situation vom Schwarzmarkttausch in Livingstone als einzige Möglichkeit ans Falschgeld geraten zu sein. Etwas verschmitzt frage ich, um welchen Betrag es sich denn handle. Die Antwort von 220 US$ kommt dann doch sehr überraschend. Schnell wird uns klar, dass die Scouts die neuen US-Noten einfach nicht kennen. Wie es der Zufall will, hat meine Mutter die komplette Stückelung (10er, 20er, 50er und 100er) im Geldbeutel. Da meine Frau auf der Bank arbeitet, erklärt sie den drei Managern die neuen Sicherheitsmerkmale und auf was zu achten ist. Damit haben sie auch nicht gerechnet, denn auch sie haben die neuen US-Noten noch nicht gesehen. Nachdem ich meine Visitenkarte in der Verwaltung abgegeben habe, dürfen wir wieder fahren. Über 3 Stunden sind wir festgehalten worden. Freundlich erklärt man uns, dass es hier momentan kaum Tiere gibt, denn die Buschfeuer sind immer noch sehr stark und man sei dabei diese langsam unter Kontrolle zu bekommen. Also ändern wir unseren Plan erneut und beschließen gleich nach Lusaka zu fahren. Wir können uns nun Richtung NO zur M9 fahren oder auf der Strecke, welche ich mir auf google earth ausgesucht habe. Der Pioniergeist in mir siegt und so fahren wir vom Ngoma Hauptquartier nach Osten. Gleich zu Begin der Strecke müssen wir durch ein Jagdcamp. Deshalb sind die Tiere hier also so extrem scheu – Auto = Tod. Wir sind schon durch das Camp, weil die Straße mitten durch führt, als die Funkverbindung zu meinen Eltern abreist. Der Eigentümer hat sie aufgehalten und macht einen riesigen Wirbel. Uns bleibt nichts anderes übrig als umzudrehen und nach den verlorengegangen Eltern zu suchen. Erst als einer der schwarzen Angestellten dem Eigentümer erklärt, dass wir auf der Hauptstraße nach Musungwa sind, ist dieser ruhig. Nicht immer ist die Piste einfach zu finden und so kommt es noch vor Musungwa dazu, dass wir uns verfahren. In einer Ebene sehen wir die Stromleitung und ich weis, dass diese nach Namwala geht. Also fahren wir etwas vogelwild querfeldein bis wir wieder auf die Piste kommen, welche wir eigentlich fahren wollen. Ab Musungwa ist es einfacher. Nach einigen Plains kommen wir in Namwala an. Der erste kritische Streckenabschnitt liegt nun hinter uns. Die Straße zur Fähre über den Kafue ist auf den GPS-Karten. Ursprünglich lief die Strecke auf dem Deich, jedoch ist dieser so löchrig, dass es mal oben mal untern zur Führe geht. Zu unserem Glück liegt die Fähre schon auf unserer Seite. Also können wir gleich auffahren und der Kapitän legt auch sogleich ab. Es ist das erste Mal in meinem Leben dass ich vorwärts auf die Fähre fahre, aber rückwärts runter! Wir kommen immer wieder vom google earth track ab, denn das ist der kleine Unterschied zwischen Realität und Karte. Die meisten Abweichungen können wir bald korrigieren. Nur einmal fahren wir in ein Dorf und kommen nicht so schnell wieder heraus. Freundlich weist man uns den Weg. Nach ein paar Kilometern kommen wir an eine unscheinbare Kreuzung und nehmen natürlich den falschen Abzweig. Anfangs kommen wir noch gut voran, doch bald ist der Weg ziemlich verwachsen. Wir fahren noch ein paar Kilometer eher wir aufgeben und zum letzten bekannten guten Zwischenpunkt zurückkehren. An der Kreuzung angekommen trinken wir erst einmal etwas als ein Moped vorbeikommt. Ja er käme aus Mumbwa und so haben wir eine gute Spur, welcher wir folgen können. Gegen 17:15 Uhr sind dir dann endlich an der Teerstraße bei Mumbwa. Mein Tank geht dem Ende entgegen und meine Eltern meinen ich solle doch die Reservekanister anpacken. Ich möchte aber noch so lange es einigermaßen hell ist fahren so weit wir kommen. Die Dämmerung ist schon voll im Gange als wir uns Lusaka nähern. Inzwischen ist es 19 Uhr und stockfinster als die Tankanzeige angeht. Anhalten und nachfüllen am Straßenrand ist hier nicht unbedenklich. Die Autos rauschen an einem vorbei – die Sicherheitsweste aus Deutschland würde die Nerven schonen. Dank GPS-Navigation kommen wir aber gut durch Lusaka und finden auch das Pioneer Camp. Müde bauen wir unser Lager auf und wollen eigentlich nicht mehr so richtig kochen. Welch Glanz in unserer Hütte! Kurz vor unserer Reise habe ich mit Chris (fotofeeling.de) unsere Routen ausgetauscht aber total vergessen, dass es ja nun eigentlich auch hier sein wollte. Chris war neugierig wer so spät noch ankäme und sein Kommentar als wir uns sahen war „kann nur jemand sein, der verrückt ist oder weis was er macht“. Ich denke wir waren die Kombination aus beiden. Wir tauschen noch die wichtigsten Infos über die Streckenabschnitte aus ehe wir todmüde zu Bett gehen.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.