Reisebericht - Teil 1

12 Antworten · 7'212 Aufrufe · gestartet 05. Nov. 2008 von Andreas Cierpka
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Themenstarter2'732 Beiträge · seit 200605. Nov. 2008 · #1
Also der erste Teil ist soweit fertig.

Noch sind einige Rechtschreibfehler drinnen 😊 aber die werden dann in der endgültigen Version, welche auf der homepage liegen wird, ausgebügelt sein.


Fr. 12.Sep.2008
Endlich ist es soweit! Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und ich auf dem Weg in die Arbeit um meinen Kollegen mit dem Grinsen des Tages auf die Nerven zu gehen. Zum Glück habe ich einen sehr kollegialen Chef und so bin ich schon wieder zum zweiten Frühstück daheim. Noch ein bisschen durch das Haus wirbeln um die Zeit bis zum Abflug zu überbrücken. Meine Frau muss noch richtig arbeiten und kommt dank Gleichzeit am Mittag nach Hause. Zusammen gehen wir noch einmal alles durch bis die Schwiegereltern kommen und uns zum Flughafen bringen. Wieder einmal sind wir viel zu früh am Schalter und waren auf meine Eltern welche von meiner Schwester zum Flughafen gefahren werden. Dank modernster Kommunikationswege finden wir uns am Check-In Schalter zusammen. Da die Fotorucksäcke doch etwas schwerer sind als erlaubt, checken mein Vater und ich die Gepäcke ohne die Damen ein, damit nicht auffällt, dass wir etwas mehr Gepäck dabei haben. Mit unserem traditionellen Weißwurstessen (kenne gut die Regeln!) verabschieden wir uns um 22:15 von Deutschland mit der SAA. Sehr zum Ärger meiner Frau bekomme ich den Start schon wieder einmal nicht mit. Ich bin ein Extrem-Flugschläfer und das Geräusch der laufenden Turbinen knockt mich aus.

Sa. 13.Sep.2008
So schnell waren wir noch nie nach Südafrika eingereist. Ganze 15 Minuten haben wir für die Erstellung des Visa und der Gepäckübergabe gebraucht. Unser Vermieter hat kein Depot in Johannesburg und so werden die Autos jeweils von Cape Town nach Johannesburg gefahren. Da das Auto auf dem Parkplatz des Southern Sun Hotels übergeben werden, können wir bequem mit dem hoteleigenen Bus fahren. Die Autos sind schon da und fahrfertig – sollte man meinen. Nachdem wir den üblichen Papierkram erledigt hatten, ging es darum die Autos auf Vollständigkeit zu testen. Gewarnt durch ein paar PMS gingen wir auch sehr penibel vor. Jedoch war es bald mit der deutschen Gründlichkeit vorbei. Der Kühlschrank in einem der beiden Autos ging nicht und als gelernter Elektriker konnte ich den Fehler bald feststellen. Die Steckverbindung machte keinen Kontakt. Der Mitarbeiter der Firma schloss den Kühlschrank direkt an die Batterie an. Während dessen wurde weiter kontrolliert und Mängel festgestellt und festgehalten. Nach gut 3 Stunden waren wir durch und konnten endlich den Parkplatz verlassen. Auf dem Weg zu unseren Freunden machten wir noch einen Zwischenstopp in der Clearwater Mall um Essen und Trinken für ein paar Tage einzukaufen. Noch schnell ein paar Rand am Geldautomaten gezogen und dann die letzten 20 Kilometer zu unseren Freunden. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir müssen erzählen wie es mit den neuen Haus ist und und und …
Mein Vater ist hin und weg vom Grundstück. 7000 qm Grund mit Straußen und Webervögeln und einem Haus mit ca. 2000 qm Wohnfläche. Ganz aufgeregt laufen meine Eltern den Webervögeln hinterher um die mit der Kamera einzufangen.
Wir haben ein sehr reichhaltigen Abendessen und verbringen anschließend noch ein paar Stunden am Lagerfeuer, wo wie die letzten Neuigkeiten austauschen.



So.14.Sep.2008
Unsere Freunde lassen es sich nicht nehmen und stehen beide mit uns um 05:00 Uhr morgens auf. Es hilft nichts – auch nicht unser Argument, dass wir unterwegs frühstücken können – und so kommen wir gegen 05:30 los. Die beiden fahren anschließend in ihr Geschäft, welches nächste Woche eröffnen soll um die Warenbestände in den PC einzupflegen. Die Strecke bis nach Martinsbridge ist nicht besonders spektakulär und so rasen wir über die Autobahn Botswana entgegen. Kurz vor der Grenze in Tom Burke wollen wir noch einmal volltanken. Jedoch haben wir keinen Erfolg. Die Shell-Tankstelle liegt in einem Farmers Point und ist somit geschlossen – heiliger Bimbam! Noch haben wir aber genügend Sprit um nach Palapaye zu kommen. Gleich hinter der Grenze ist aber eine Tankstelle, welche auch Kreditkarten akzeptiert. Beim Tanken stelle ich fest, dass unser Landrover keinen long distance tank hat, sondern nur über den normalen 75l Tank verfügt. In Serowe bekommen wir am ATM bei der Boiteko Junction Mall Geld und fahren weiter zum Khama Rhino Sanctuary. Nachdem wir uns dort angemeldet haben suchen wir den Campingplatz auf und belegen diesen. Jedoch sind wir nicht so früh aufgestanden um schon am Mittag mit dem Fahren aufzuhören. Also wieder rein in die Autos und ab in den Park um die Nashörner zu suchen, wegen derer wir hierher gekommen sind. Das Fahren im Sand macht meinem Vater doch etwas zu schaffen und so verlieren wir ihn gleich kurz nach dem Campingplatz. Je näher wir an die Malemas Pan kommen umso größer wird die Spannung. Doch außer ein paar Zebras und Gnus ist nichts zu sehen. Ein paar andere Autos sind auch noch unterwegs – doch auch sie haben noch keine Nashörner aufstöbern können. Also fahren wir zur Serwe Pan, wo Bine und ich bislang immer Nashörner angetroffen haben. Ganz in der Ferne sehen wir schon die Siluetten der Nashörner und ich gebe Stoff. Jedoch verlieren wir gleich wieder meine Eltern und so müssen wir an den Kreuzungen warten. Am Wasserloch können wir und gut postieren und ein paar Fotos machen. Ich will aber näher und versuchen wir die Tiere zu umfahren. Jedoch ohne Erfolg, denn wir kommen nicht näher auf der Ebene an sie heran. Bei der Suche stöbern wir eine Mutter mit ihrem Kalb auf. Jedoch stehen wir auf ihrem Weg und so sind beide verunsichert was mit den weißen viereckigen Kisten zu machen ist. So schnell wie möglich geben wir ihnen den Weg frei. Beide huschen zwischen den Autos hindurch und verschwinden im Busch. Der Puls ist hoch und meine Eltern doch etwas aufgeregt und beschließen wir die restliche Zeit im Bird Hide zu verbringen. Das Kommen und Gehen der vielen bunten Vögel gefällt meinen Eltern schon sehr gut. Als es Zeit ist machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Das erste Mal müssen wir unsere Dachzelte aufbauen. Bei unserem ist ein Reißverschluss des Moskitonetzes kaputt. Meine Eltern trifft fast der Schlag als sie ihres aufbauen. Die Matratze ist mehr als siffig und so öffnen sie das zweite Dachzelt, welches besser aussieht. Leider ist hier das Gestänge gebrochen, so dass es sich nicht aufbauen lässt. Also tauschen wir die beiden Matratzen um ein funktionierendes Dachzelt zu haben. Während der Rest schon zum Duschen entschwunden ist, entzünde ich das Feuer. Mit den ersten Impressionen verschwinden wir nach dem Abendessen ins Bett.



Mo. 15.Sep.2008
Um 05:30 bin ich wach und so wecke ich den Rest unserer Reisegruppe auf. Noch dauert alles recht lange bis wir endlich „on the road“ sind, denn jeder Handgriff läuft noch nicht automatisch ab. Doch gegen 06:30 kommen wir los und fahren zurück auf die A14 in Richtung Letlhakane. Da wir aber noch genügend Sprit bis Maun haben, lassen wir diese Tankmöglichkeit aus. Außerdem muss ich wissen, wie weit wir mit unserem Tank kommen, denn gerade mit den ausgesuchten Strecken in Zambia ist dies von enormer Bedeutung. In Mopipi tanken wir dann aber lieber doch noch einmal nach ehe wir uns auf das letzte Teilstück nach Maun machen. Bine und ich sind diese Strecke entlang des Boteti Rivers schon oft gefahren und rauschen wir an den Rinderherden vorbei. In Maun angekommen suchen wir erst einmal das Büro von MackAir auf. Noch in Deutschland habe ich für den morgigen Tag einen Deltarundflug gebucht und möchte nun der Einfachheit halber die ausstehenden Formalitäten erledigen. Der Flug ist wesentlich billiger als ich gedacht hatte. Mit 1800 Pula pro Person habe ich gerechnet – jedoch kostet uns der Flug für uns vier nur 1800 Pula. Nachdem wir das erledigt haben suchen wir Lesedi Motors auf um an meinen Landrover ein paar Reparaturen durchführen zu lassen. Der linke Außenspiegel ist locker und droht abzufallen. Dabei stellen wir fest, dass der untere Teil des linken Armaturenbrettes uns auch schon entgegenkommt. Der Spiegel ist relativ schnell gereichtet, jedoch brauchen wir eine 4er Schraube für das Armaturenbrett. In der ganzen Werkstatt gibt es keine und so beginnt eine Odyssee bis wir endlich eine in einem der vielen Shops bekommen. Nach gut 2 Stunden Werkstattaufenthalt können wir weiter. In „Riley's Garage Service“ kaufe ich doch lieber 2 Kanister um nicht in Zambia zu stranden. Noch schnell die Autos auftanken und ab in den Spar um für die nächsten Tage einzukaufen. Da unsere Auto keinen externen Wassertank hat, sehe ich mir nun die beiden Kanister genauer an. Einer ist ein Wasserkanister, der andere soll der Ersatz für den fehlenden Zusatztank sein. Jedoch ist der Verschluss schon zigmal mit Tape geklebt worden und macht auch sonst keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Kurzerhand beschließe ich dieses Teil gleich in Maun am Sparparkplatz zu entsorgen. Die paar Meter zum Sedina Hotel sind kein Problem mehr. Am frühen Nachmittag kommen wir an und richten uns für die Nacht ein.



Di. 16.Sep.2008
Es ist noch dunkel als wir aufstehen und uns für den Tag vorbereiten. Wir müssen zurück nach Maun zum Büro von MackAir. Treffpunkt ist 07:00 Uhr morgens und so gibt es ein einfaches Frühstück und ich bummle noch so vor mich hin. Meine Uhr am Landrover geht 10 Minuten nach und so müssen wir uns etwas abhetzen um rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Wir schaffen es und kurz danach kommt auch unser Pilot uns abholen. Die Formalitäten sind einfach zu erledigen und schon bald sitzen wir in der Cessna. Leider dürfen wir nicht die Fenster herunterklappen und müssen durch die verkratzen Scheiben fotografieren. Der Flug ist herrlich und definitiv sein Geld wert. Es geht über den Moremi Nationalpark und Chiefs Island in einer weiten Schleife zurück nach Maun. Unterwegs sehen wir Giraffen und Elefanten. Ich kämpfe mit meinem Fotoapparat, denn die Fokusierung funktioniert nicht. Erst später fällt mir ein, dass das Objektiv nur dann einwandfrei arbeitet wenn der Betrieb auf „Continous“ steht. Nach einer Stunde landen wir wieder in Maun. Alleine laufen wir über das Rollfeld und verlassen den Ort in unseren Landrovern. In Shorobe kaufen wir noch Feuerholz und machen uns auf den langen Weg nach Savuti. Bis Mababe gibt es nichts als Gravelroad und Staub zu berichten. Die Hauptdurchfahrt durch die Savuti Marsh ist wegen Bauarbeiten gesperrt und die Durchfahrt von 2007 steht komplett unter Wasser. Guter Rat ist teuer und so überlegen wir gerade wie wir weiterkommen als und zwei Botswanies den Weg zeigen wollen. Es geht weit in die Savuti Marsh hinein ehe wir diese trockenen Fußes durchqueren können. Die beiden Botswanies haben wir schon seit längerer Zeit nicht mehr an Bord. Sie haben uns noch zur Kreuzung gebracht und sind dann nach Hause gelaufen. Auf der Hauptpiste angekommen kommen wir wieder zügiger voran. Fast zwei Stunden haben wir gebraucht um wieder auf der Piste anzukommen und sind froh das Gate endlich zu erblicken. Die Formalitäten sind flott erledigt und endlich machen wir uns auf Savuti zu erkunden. Gleich hinter dem Gate halten meine Eltern an um Elefanten zu fotografieren. Ganz können sie es uns noch nicht glauben, dass wir noch näher an die Tiere kommen werden und auch wesentlich mehr sehen werden. An der Kreuzung entscheiden wir uns für die Marsh Road. Am Wasserloch der Marabou Pan sind dann auch schon richtig viele Elefanten und wir können sie in Ruhe fotografieren. Nach einer Weile machen wir uns wieder auf die Socken. Kurz vor Bushman Hill treffen wir auf ein Lodge Safariauto und beschließen diesen zu folgen. Jedoch bei dem Foto einen Impalas verlieren wir unseren Scout schon wieder und fahren über die trockenen Pans zum Savuti Wasserloch. Hier steppt der Bär und jede Menge Elefanten sind schon da. Bis kurz vor Sonnenuntergang bleiben wir noch und machen uns dann auf nach Savuti. Durch die Buchungspolitik haben wir nur einen Platz in Linyanti bekommen auch wenn Savuti nur gut zur Hälfte voll ist. Wir stellen uns trotzdem auf den Notplatz und bereiten uns für die Nacht vor.



Mi. 17.Sep.2008
In der Nacht haben die Löwen gebrüllt – relativ nah am Camp. Also machen wir uns auf sie zu suchen. Das Gebrüll kam aus der Richtung der Straße, welche nach Linyanti führt. Warum auch immer, aber wir fahren mit zwei Autos los. Noch sind meine Eltern nicht schnell im Dachzeltabbau, Frühstücken und ab ins Auto – jedoch kommen wir immer noch bei Zeiten los. Als erstes fahren wir natürlich in die Richtung in welcher wir die Katzen vermuten. Jedoch sinkt die Hoffung mit jedem Kilometer, welchen wir wie gebannt in den Busch starren. Als die Sonne immer höher am Horizont ist, beschließen wir die Suche abzubrechen und zur Rhinovlei zu fahren. Genau rechtzeitig kommen wir an um den Leoparden in der offenen Steppe anzutreffen. Wir können ihm gut 45 Minuten zusehen, ehe er von einigen Schakalen vertrieben wird. Die Laune ist schon wieder gestiegen und er Misserfolg bei den Löwen schon fast wieder vergessen. Wir fahren noch ein bisschen ziellos durch die Gegend eher wir uns gegen Mittag auf den Weg zurück nach Savuti machen. Die Siesta hat gut getan und gegen 15 Uhr brechen wir wieder auf. Schon seit langem wollte ich einmal auf dem Signal Hill stehen. Der Weg dorthin ist sandig und ohne Probleme zu befahren. Jedoch gleich am Wandfuß geht es extrem steil und steinig einige Meter bergauf. Landrover auf 4L geschalten und los geht es. Ein paar Mal drehen die Reifen durch, jedoch schiebt sich unser Auto Meter für Meter empor und bald erreichen wir eine flachere Passage. Dort parke ich und laufe zurück um zu sehen wie es meinen Eltern an diesem anspruchsvollen 4x4 Stück geht. Mein Vater kämpft und will gerade den zweiten Anlauf starten als ich komme. Erleichtert hier nicht hochfahren zu müssen, parken sie ihr Auto am Wegrand und steigen bei uns zu. Zu viert im Auto geht es weiter hin sehr steinig hinauf zur Bergspitze. Ein herrlicher Ausblich auf die Weite des Parks entlohnt für die arge Schüttellei. Unten sind wir gleich wieder und es geht auf direktem Weg zurück zum Savuti Wasserloch. Elefanten über Elefanten haben sich schon eingefunden und es herrscht reger Betrieb. Nach knapp einer Stunde fahren wir zurück zur Linyanti Straße um unser Glück doch noch einmal zu versuchen. Auf Höhe der Savuti Lodge werden wir endlich fündig. Die beiden Löwen von heute morgen liegen direkt vor der Lodge, allerdings können wir nicht näher heran als 500 Meter. Wären wir weiter im Busch gewesen, wäre ich schon hingefahren – aber direkt vor der Lodge geht das nicht. So trösten wir uns mit ein paar Distanzschüssen und fahren zufrieden mit der Ausbeute des heutigen Tages zurück ins Camp.



Do. 18.Sep.2008
Heute wollen wir eine neue Zufahrt in den Chobe testen. Auf google earth habe ich die Route rausgesucht und als track abgespeichert. Nun ist es also soweit, dass wir einen weißen Fleck auf den T4A-Karten schließen werden. Zunächst geht es wieder am Savuti Wasserloch vorbei auf der uns bestens bekannten Strecke zum Ghoha Gate. Da wir weniger Tage geblieben sind, als wir ursprünglich geplant hatten, habe ich Sybille vom Namibia-Forum versprochen die Buchung zu hinterlegen. Am Gate klebe ich mit Isolierband deutlich sichtbar die Reservierung für sie an und wir machen uns auf den Weg. Alle die den Park in Richtung Kasane verlassen, fahren die Strecke über Kachikau. Anfangs gut, jedoch später eine arge Wellblechpiste wollen wir heuer umgehen. Gleich am Gate geht es rechts auf die Brandschneise. Die Strecke ist sehr gut und wir kommen gut voran. Ein paar Giraffen wecken wir auf, als sie gemütlich schlendernd über die Piste gehen. Es gibt einige Wasserlöcher hier und die meisten davon haben sogar noch Wasser! Schade, dass wir keine Zeit haben, denn hier könnte es durchaus interessant werden. Kurz bevor man die Strecke Savuti-Nogatsaa erreicht trifft man auf die Komane Pan, an welcher es scharf links abgeht und man sich nun immer Richtung Norden hangelt. Anfangs fährt man im Flussbett und einige tiefsandige Passagen müssen durchfahren werden. Aber im Vergleich zur Strecke Kasane-Kachikau-Savuti ist das hier wie Autobahn. Auch hier sind wieder einige Wasserlöcher, welche vielversprechend aussehen. Jedoch haben wir gerade 10 Uhr und da steppt nun wirklich nicht der Bär am Wasserloch. Nach ein paar weiteren Kilometern wird die Piste noch besser, da gerade der Gradder die Feuerschneise wieder freigeschoben hat. Kurz vor Ngoma Gate treffen wir auf die uns bekannte Piste und sind gleich auf der Teerstraße angelangt. Am Ngoma Gate werden wir gegen Maul- & Klauenseuche „geimpft“. Unsere Autos bekommen eine Vollwäsche, während wir auf den steinharten Fußabstreifer treten müssen. Mit einem zufriedenen Gesicht dürfen wir den Posten passieren und unseren Weg nach Kasane fortsetzen. Da wir am liebsten in der Mowane Lodge bleiben, hoffen wir auch heuer auf ein freies Zimmer und steuern diese direkt an. Die Lodge ist fast ausgebucht, jedoch bekommen wir gerade noch zwei Zimmer. Zum Glück haben wir mehrer Kreditkarten und erst die dritte wird vom System akzeptiert. Erleichtert tragen wir unsere 7 Sachen in die Zimmer und breiten uns erst einmal wieder richtig aus. Der Balkon liegt dem Chobe zugewendet und so können Bine und ich ein paar „freie“ Minuten in Ruhe genießen. Denn wir haben uns schon für den Nachmittag für die Bootsfahrt auf dem Chobe angemeldet. Kameras wieder einpacken und Objektive tauschen ehe wir uns wieder mit den Eltern treffen. Die Pause hat doch besser getan als gedacht und anfangs enttäuscht werden wir in eines der kleinen Boote gesetzt. Im Laufe der Tour wird dies aber immer mehr zum Vorteil, denn wir kommen dahin, wo andere Boote schon längst aufgeben. Nachdem wir die Formalitäten erledigt haben, können wir endlich starten. Zunächst völlig unspektakulär sehen wir die Hippos und Büffel, jedoch dann wird es immer besser. Ein paar Leguane und Mini-Krokodile liegen am Strand und lassen sich von uns fotografieren. Über ihnen sitzt der Eisvogel und so geht es munter weiter. Die Elefanten sind wie immer vertreten und auch sehr zahlreich. Ein paar Giraffen sind auch dem Busch herausgetreten und trinken am Chobe. Langsam als die Sonne untergeht machen wir uns auf den Rückweg. Diesen doch recht gelungenen Tag lassen wir bei einem üppigen Mahl ausklingen.



Fr. 19.Sep.2008
Ich habe es nicht vergessen – auch wenn meine Frau ihr Geburtstagsgeschenk schon vor unserem Abflug bekommen hat. Zärtlich geweckt geht es zum Frühstück, wo wir uns mit meinen Eltern treffen. Nach den ganzen Geburtstagsfloskeln und einem tollen „Englisch Breakfest“ fahren wir los in Richtung Chobe Riverfront. Normallerweise hätte ich gesagt, dass es schon viel zu spät ist, jedoch sollten wir heute mit ein paar ganz tollen Sichtungen belohnt werden. Jedoch müssen wir zunächst einmal den Papierkram erledigen um in den Park fahren zu dürfen. Damit wir uns nicht in unseren beiden Landrovern gegenseitig beim Fotografieren stören und um DWNP nicht noch mehr Geld in den Rachen zu schmeißen, haben wir uns dazu entschlossen mit nur einem Auto zu fahren. Gestärkt wurden wir in unserem Entschluss, da es bei meinem Vater seinem Landrover an einem der beiden Vorderräder an Luft mangelt. Wir sind also nun unterwegs eingepfercht zu viert im Landrover. Zum Glück müssen wir das nur tagesweise machen und nicht den ganzen Urlaub. Viel Komfort für die Mitreisenden bietet der Landrover nun wirklich nicht. Zunächst sind wir auf dem Weg zum Wasser und suchen die Stellen ab, an welchen wir in den vergangenen Jahren mit Löwen erfolgreich waren. Jedoch haben wir recht wenig Erfolg und außer dem üblichen Getier (Büffel, Elefanten und Impalas) ist kaum etwas zu erspähen. Und so wollen wir nach Serondela zum Picknickplatz. Jedoch auf dem Weg dorthin werden wir im Stau festgehalten. Ein Leopard liegt im Baum und anfangs dauert es etwas bis wir ihn auch finden. Mit der Beschreibung „dort am linken Baum, dritter Ast von unten“ ist es schwer das Tier im Wald zu finden. Doch schließlich haben wir ihn gesichtet. Malerisch liegt er auf seinem Ast und lässt uns alle Zeit der Welt ihn abzulichten. Nach einer ganzen Weile kommt ein weiteres Lodgeauto hinzu. Der Fahrer hat eine ältere Dame neben sich sitzen welche überhaupt nichts sehen kann. Ich sage ihm, dass wir genügend gesehen haben und weiterfahren werden. Dafür bedankt er sich mit der Info, wo wir Löwen sehen können. Also vergessen wir Serondela erst einmal und fahren Richtung Puku Island. Die Löwen sind nicht zu übersehen, denn eine Traube von Lodgeautos hat sie eingekreist. Wir nähern uns und können trotz der vielen Autos eine gute Position ergattern um zu fotografieren. Die Löwen haben einen Wasserbock gerissen und die Geier wollen wir Stück vom Kuchen haben, jedoch wacht eine der Löwinnen am Riss. Um ihre Beute zu sichern, zerrt sie sie in den Busch. Als ich das mitbekomme ändere ich meine Position und stehe in erster Reihe. Keine vier Meter vor meinem Auto müht sie sich ab. Ein toller Anblick wie sich dich Muskeln spannen – Kraft und Eleganz pur. Jedoch einer der Lodgefahrer will seinen Gästen etwas ganz besonders bieten und fährt fast einen Meter an die Katze heran. So eingekeilt wird es dann doch zuviel. Als sie die Beute sicher im Busch haben, verschwinden sie aus dem Blickfeld aller. Mit soviel Glück hatten wir heute nicht mehr gerechnet und fahren zurück nach Serondela. Jedoch sind einige Lodgefahrer auch hierher und so geht es zu wie am Jahrmarkt. Dem Trubel wollen wir uns eher nicht anschließen und so fahren wir langsam zurück nach Kasane. In der Mittagspause müssen wir ja noch für die nächsten Tage in Zambia einkaufen gehen und viel wichtiger ist, dass Papas Reifen geflickt wird. Bine und Mama bleiben in der Lodge zurück während wir mit zwei Autos nach Kazungula in der Autowerkstatt fahren. Die Werkstatt in Kazungula ist dank GPS gleich gefunden und auch der Reifen kann geflickt werden. Auf dem Weg von Savuti nach Kasane hat sich mein Papa einen Dorn in die Seitenflanke gefahren. Autowerkstatt hin oder her – wir müssen mit unserem Radmutterschlüssel aushelfen, denn einen passenden für Landrover haben sie nicht. Während der Mechaniker mit dem platten Reifen beschäftigt ist, nutze ich die Gelegenheit um den Kühlschrank anstelle des Provisoriums ordentlich mit Quetschkabelschuhen anzuschließen. Der Reifen hält wieder seine Luft und so fahren wir zurück nach Kasane zur Lodge. Wir wollen noch ein paar Pula am ATM ziehen, jedoch funktioniert meine Kreditkarte nicht mehr. Keine Transaktion möglich und so langsam gerate ich ins schwitzen, denn es ist unsere einzige VISA-Karte. Die Geheimnummer stimmt – denn meine Frau hatte eine super Idee wie ich sie mir merken kann. Wir kaufen noch ordentlich Lebensmittel ein ehe wir wieder zurück zur Lodge fahren. Da es ja der Geburtstag meiner Frau ist, wir den Vormittag ehe nicht überbieten können beschließen wir den Rest des Nachmittags am Pool zu verbringen. Die Sorgenfalten sind groß und die Bedenken, dass jemand irgendwie Schindluder mit meiner Karte betrieben hat groß. Wir dürfen den Computer der Hotelmanagerin und deren Internetverbindung nutzen um meine Bankauszüge zu checken. Alles ist okay und so ganz kann ich es mir nicht erklären. Beim Abendessen dreht sich alles um die Kreditkarte. Da es aber der Geburtstag meiner Frau ist, muss ich schnell ins Zimmer und ihr Geschenk von ihren Eltern holen. Die Gelegenheit nutze ich und siehe da – Geheimzahl richtig aber falsche Karte! Nun ist die Karte aber durch die vielen Fehlversuche gesperrt. Gute Vorbereitungen retten uns das Leben, denn meine Mutter hat eine „Sorgenhotlinenummer“, an welcher man nicht auf eine Band spricht, sondern mit einem Mitarbeiter der Bank. Der setzt die Fehlversuche zurück und ich kann am nächsten Tag wieder an Geld kommen. Puh, das ging ja noch einmal gut.



Sa. 20.Sep.
Wieder bin ich auf der Strecke nach Kazungula unterwegs. Heute aber nicht um den Reifen geflickt zu bekommen, sondern um nach Zimbabwe einzureisen. Die Formalitäten bei der Ausreise aus Botswana sind wie immer unkompliziert und schnell erledigt. Es ist nicht das erste Mal, dass wir an diesem Grenzübergang stehen und so kennen wir das Prozedere sehr gut. Überrascht werden wir auf der anderen Seite des Zauns. Nachdem wir uns um unser Visum gekümmert haben und gerade dabei sind die carbon tax zu zahlen kommt einer und will uns helfen. Schnell wird uns klar, dass das wieder eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, zumal er mit einem offiziellen Ausweis ausgestattet ist. Soll mir recht sein, wenn er sich um den ganzen Papierkram kümmert. Nach einigen Minuten kommt er wieder und wir geben ihm das Geld. Es hat keinen Pfennig mehr gekostet, als wenn wir es selber gemacht hätten und von Pontius zu Pilatus gelaufen wären. Nur zum Zahlen der 3rd party insurance müssen wir selber gehen, jedoch werden wir begleitet. Alles ist recht schnell und flott erledigt und so kommen wir schon nach gut 45 Minuten wieder weiter. Die Teerstraße nach Vic Falls ist fast ohne jeglichen Verkehr. Einzig mitten im Zambezi Nationalpark kam uns ein Fußgänger entgegen. Wohin der wohl unterwegs war? Vic Falls selber ist eine Touristenstadt und von der wirtschaftlichen Misere selber kaum etwas zu spüren. Als ersten Stopp haben wir den curio markt geplant. Jedoch schon beim Aussteigen aus dem Auto wird der Ton etwas rauer, verglichen mit letztem Jahr. Jeder will irgendein Geschäft mit einem machen und so flüchten wir erst einmal. Es ist kaum möglich in Ruhe mal etwas auszusuchen, denn jeder meint er ist der Beste und Billigste von allen. Mich lassen sie in Ruhe, als ich ihnen erkläre, dass nur der „Minister of Finacial“ entscheiden kann und der bin nun mal nicht ich. Aber wir werden fündig und unsere Hippo-Familie erhält weiteren Zuwachs und auch sonst finden wir noch einige sehr schöne Stücke. Da wir T-Shirts haben, können wir den Preis noch einmal drücken. Nach fast 1,5 Stunden einkaufen und zähem ringen um den Preis machen wir uns auf den Weg die Fälle selbst zu erkunden. Es ist schon grandios in welchem Schauspiel das Wasser über die Kante donnert. Die aufsteigende Gischt nährt einen kleinen Streifen in dem man wie im Paradies im Grünen läuft. Wenige Meter weiter ist schon wieder alles vorbei und der trockene afrikanische Busch herrscht hier. Wir zollen David Livingstone unseren Respekt und bewundern anschließend die einzelnen Fälle. Schade ist halt, dass die Sonne schon so hoch steht und es fast unmöglich ist, gute Bilder zu machen. Nachdem wir über zwei Stunden die Fälle aus der Nähe betrachtet haben, machen wir uns auf den Weg nach Zambia. Am Parkplatz jedoch ändern wir unsere Meinung, denn mein Papa würde gerne die Brücke fotografieren. Den besten Platz, den ich kenne, ist vom Vic Falls Hotel aus. Also fahren wir zurück in den Ort um das Foto zu machen. Wir haben aber nichts weiter vor und so machen wir noch eine etwas längere Pause auf der Terrasse und genießen ein kühles Bier. Der nächste Stopp ist die Grenze von Zimbabwe und auch hier sind wir schnell durch. Fast so schnell kommen wir nach Zambia hinein. Visa sind teuer geworden, aber das wussten wir ja schon. Die 3rd party insurance können wir gerade noch mit unseren Kwacha vom vergangenen Jahr zahlen. Wir versuchen unser Glück am ATM beim neuen Shopping Center. Jedoch mag der nur die Barclays Bankkarte und keine VISA Kreditkarte. Also fahren wir ins Stadtzentrum um bei der Standard Bank am ATM Geld abzuheben. Wenig Glück haben wir, denn der ATM ist nicht in Betrieb. Dafür aber kommen gleich die Schwarzmarkthändler und wollen tauschen. Jedoch sind wir noch nicht bereit dazu. Beim Tanken können wir zwar in US$ zahlen, jedoch ist der Kurs extrem schlecht. Wollen wir nicht unterwegs liegen bleiben, müssen wir am Schwarzmarkt tauschen. Also geht es wieder zurück ins Zentrum wo die Händler schon warten. Die Tanks und Kanister sind voll und so brauchen wir nicht übermäßig viel Geld tauschen und entschließen uns 100 US$ und Kwacha zu wechseln. Daheim habe ich mir die Wechselkurse auf einen Zettel geschrieben und den Kurs können sie mir auch geben – das ist also schon einmal geregelt. Zwei 50 US$-Scheine habe ich im Geldbeutel. Tauschen ist kein Problem, dann meint einer dass sie lieber einen 100 US$ Schein hätten. Aus unserer Reserve im Auto hole ich den. Dann geht es hin und her und irgendwann schreit der Chef von hin her, dass zwei 50 US$-Scheine besser sind und der Deal ist perfekt. Sehr chaotisch ist der Tausch schon verlaufen aber für eine paar Liter Sprit sollte es ausreichen. Wir fahren zurück in Richtung der Fälle um an der Nyala Lodge zu campen.



So. 21.Sep.2008
Wir verlassen so früh wie möglich Livingstone. Gerade die ersten Kilometer der Strecke nach Lusaka sind schlecht und das wissen wir. 70 km Schlaglochpiste liegen nach gut 2 ½ Stunden hinter uns. Bei einigen haben wir uns den Spaß gemacht und gemessen. 40 cm tief war der Rekord und wehe denjenigen der unachtsam hier reinrauscht. Links und rechts der ehemaligen Asphaltdecke haben sich Ausweichstrecken etabliert. Diese sind zwar fast immer besser, doch auch hier gibt es Bodenwellen. Elefantenrennen gibt es also nicht nur auf deutschen Autobahnen und auch hier kennen dir Trucker keine Gnade. Dort wo sie glauben am schnellsten vorwärts zu kommen fahren sie – egal ob links oder rechts. Teilweise werden wir gezwungen in der Mitte zwischen den beiden Trucks zu bleiben. Der aufgewirbelte Staub hängt tief und fast fährt man wie im Nebel. Bei Zimba ist ein chinesisch-zambisches Team dabei die Straße zu erneuern. Nach Zimba gibt es nur mehr einige einzelne Schlaglöcher bis Kaloma. Ehe wir uns auf den Weg in den südlichen Teil das Kafue Nationalparks machen, würden wir gerne an der einzigen Tankstelle nachtanken. Jedoch werden wir weitergeschickt, denn der Diesel sei aus. Ob sie uns keinen Sprit geben wollten oder wirklich keinen hatten, werden wir nie erfahren. Wir machen uns natürlich nicht auf den direkten Weg, sondern besuchen noch das „Administrator House“ in Kalomo. Anfang des 19.-ten Jahrhunderts residierte. Das Haus liegt abseits der Touristenroute und wird wohl eher selten besucht. Gerade das, macht es aber für uns attraktiv. Die Beschilderung ist gut, jedoch die Straßen dorthin sind teilweise klein und recht verwinkelt. Für ein Museum reicht es nicht, dennoch wohnt ein caretaker hier in einem der Räume und sieht nach dem Rechten. Er freut sich über uns und erzählt uns sehr viel aus der Geschichte des Landes. Anschließend machen wir uns auf den Weg zurück zur südlichen Parkzufahrt. Die Piste ist akzeptabel bis zum Gate, jedoch lang – sehr lang. Etwas müde kommen wir am Ndundumwense Gate an. Der Scout ist nicht der Schnellste und braucht die Hilfe eines anderen um das Permit auszufüllen. Fast 20 Minuten brauchen die beiden um den Preis für Eintritt, Auto und Camping zu errechnen. Sie sind so beschäftigt damit, dass sie nicht hören, dass ich den Preis schon zigmal gesagt habe. Kopfrechnen siegt mal wieder über Taschenrechner. 220 US$ kosten uns die beiden Tage im Park. Wir werden unseren 100 US$ vom Schwarzmarkt in Livingstone plus zusätzlichen los. Das Geld hat meine Frau direkt von der Bank geholt und die Scheine sind nagelneu. Genauso langsam wie das Permit ausgefüllt wurde, wird nun kassiert. Die zwei 100US$ und der 20US$ Schein werden mehrmals misstrauisch begutachtet. Als ich nachfrage, ob alles in Ordnung sei, dürfen wir passieren. Fast eine Stunde haben wir mit den beiden verbracht. Die Straße zur Nanzhilla Plain ist frisch ausgeschoben und so kommen wir gut voran. Meine Eltern bleiben wieder ein Stück hinter uns um nicht komplett eingestaubt zu werden. Ein paar Säbelantilopen sehen wir, jedoch flüchten diese gleich. Es gelingt uns noch ein Foto zu machen. Durch offenes Buschgelände gelangen wir schließlich zur Nazhilla Plain. In einiger Entfernung sehen wir drei Elefanten ohne aber näher an sie kommen zu können. Kaum ein Tier lässt sich blicken und wenn, dann flächtet es schon bei unserem Anblick. Von den Busunga Plains kennen wir so etwas nicht und so sind wir schon enttäuscht. Der Plan hier einen ganzen Tag zu verbringen wird schnell gekippt und wir beschließen schon am nächsten Tag weiterzufahren. Übernachten werden wir im Nanzhilla Plain Safari Camp wo wir die einzigen Gäste sind. Der Staub der letzten Stunden können wir nur mit zwei Bier, einen Savanna und einem Cola herunterspülen. Die schwarzen Angestellten haben die Lodge in Abwesenheit des Besitzers trocken getrunken. Aber alle sind froh, dass wir da sind, denn so haben sie mal Abwechslung von ihrer üblichen Routinearbeit. Der Campingplatz liegt etwas abseits der Lodge attraktiv an der Lagune. Einer der Angestellten bringt einige Eimer mit Wasser, welche am Feuer aufgewärmt werden. Anschließend werden diese in den Baum gehängt und dienen als Dusche. – Busch pur!. Während das Wasser sich langsam aufwärmt, versorgen wir den Angestellten mit einem Bier über welches er sich sehr freut. Als wir alle geduscht haben und kein weiteres warmes Wasser brauchen, schlendert der caretaker zurück zu seinen Freunden. Wir haben noch einen sehr netten Abend am Lagerfeuer.

Mo. 22.Sep.2008
Wir haben wie schon erwähnt unseren Plan geändert und werden heute schon zum Itechi Techi Staudamm fahren. Wir hoffen am Wasser mehr Tiere zu sehen und auch, dass sie nicht so schreckhaft sind. Ein paar Antilopen sind gleich wieder ins Gebüsch verschwunden, als sie uns kommen sahen. Der Park müssen wir am Kalenje Outpost verlassen, wo eine Überraschung auf uns wartet. Die game scouts vom Ndundumwense Gate haben unsere Kennzeichen hierher gefunkt und uns beschuldigt ihnen Falschgelb gegeben zu haben. Einer der Ranger meint, dass wir nun nach Ngoma ins Parkhauptquartier müssen, wo der Fall verhandelt wird. Damit wir auch wirklich dorthin fahren, kommt einer der der vier Scouts mit. Er wechselt noch schnell seine Klamotten und lädt sein AK47 durch ehe er sich zu uns ins Auto setzt. „Niemals eine fertig durchgeladene Waffe ins Auto“ – habe ich noch von meiner Bundeswehrzeit im Kopf – aber wir sind ja in Afrika und hier läuft es immer in bisschen anders. Seit dem wir Begleitschutz haben, sehen wir einiges an Tieren. Eine große Herde an Elands und Gnus, jedoch auch hier nur aus der Distanz. Für Fotos haben wir nun nicht den Nerv und wollen die Sachlage geklärt haben. Im Hautquartier angekommen, werden wir dem Parkmanager vorgeführt. Unser Ranger erklärt ihm die Sachlage und kommen nur kurz zu Wort ehe wir aus dem Raum geschickt werden. Inzwischen sind zwei weitere ranghohe Vertreter ins Büro gekommen. Nach gut 30 Minuten dürfen wir wieder eintreten und uns wird die Sachlage berichtet. Wir haben also am Gate mit Falschgeld bezahlt. In unseren Gedanken kreist immer wieder die Situation vom Schwarzmarkttausch in Livingstone als einzige Möglichkeit ans Falschgeld geraten zu sein. Etwas verschmitzt frage ich, um welchen Betrag es sich denn handle. Die Antwort von 220 US$ kommt dann doch sehr überraschend. Schnell wird uns klar, dass die Scouts die neuen US-Noten einfach nicht kennen. Wie es der Zufall will, hat meine Mutter die komplette Stückelung (10er, 20er, 50er und 100er) im Geldbeutel. Da meine Frau auf der Bank arbeitet, erklärt sie den drei Managern die neuen Sicherheitsmerkmale und auf was zu achten ist. Damit haben sie auch nicht gerechnet, denn auch sie haben die neuen US-Noten noch nicht gesehen. Nachdem ich meine Visitenkarte in der Verwaltung abgegeben habe, dürfen wir wieder fahren. Über 3 Stunden sind wir festgehalten worden. Freundlich erklärt man uns, dass es hier momentan kaum Tiere gibt, denn die Buschfeuer sind immer noch sehr stark und man sei dabei diese langsam unter Kontrolle zu bekommen. Also ändern wir unseren Plan erneut und beschließen gleich nach Lusaka zu fahren. Wir können uns nun Richtung NO zur M9 fahren oder auf der Strecke, welche ich mir auf google earth ausgesucht habe. Der Pioniergeist in mir siegt und so fahren wir vom Ngoma Hauptquartier nach Osten. Gleich zu Begin der Strecke müssen wir durch ein Jagdcamp. Deshalb sind die Tiere hier also so extrem scheu – Auto = Tod. Wir sind schon durch das Camp, weil die Straße mitten durch führt, als die Funkverbindung zu meinen Eltern abreist. Der Eigentümer hat sie aufgehalten und macht einen riesigen Wirbel. Uns bleibt nichts anderes übrig als umzudrehen und nach den verlorengegangen Eltern zu suchen. Erst als einer der schwarzen Angestellten dem Eigentümer erklärt, dass wir auf der Hauptstraße nach Musungwa sind, ist dieser ruhig. Nicht immer ist die Piste einfach zu finden und so kommt es noch vor Musungwa dazu, dass wir uns verfahren. In einer Ebene sehen wir die Stromleitung und ich weis, dass diese nach Namwala geht. Also fahren wir etwas vogelwild querfeldein bis wir wieder auf die Piste kommen, welche wir eigentlich fahren wollen. Ab Musungwa ist es einfacher. Nach einigen Plains kommen wir in Namwala an. Der erste kritische Streckenabschnitt liegt nun hinter uns. Die Straße zur Fähre über den Kafue ist auf den GPS-Karten. Ursprünglich lief die Strecke auf dem Deich, jedoch ist dieser so löchrig, dass es mal oben mal untern zur Führe geht. Zu unserem Glück liegt die Fähre schon auf unserer Seite. Also können wir gleich auffahren und der Kapitän legt auch sogleich ab. Es ist das erste Mal in meinem Leben dass ich vorwärts auf die Fähre fahre, aber rückwärts runter! Wir kommen immer wieder vom google earth track ab, denn das ist der kleine Unterschied zwischen Realität und Karte. Die meisten Abweichungen können wir bald korrigieren. Nur einmal fahren wir in ein Dorf und kommen nicht so schnell wieder heraus. Freundlich weist man uns den Weg. Nach ein paar Kilometern kommen wir an eine unscheinbare Kreuzung und nehmen natürlich den falschen Abzweig. Anfangs kommen wir noch gut voran, doch bald ist der Weg ziemlich verwachsen. Wir fahren noch ein paar Kilometer eher wir aufgeben und zum letzten bekannten guten Zwischenpunkt zurückkehren. An der Kreuzung angekommen trinken wir erst einmal etwas als ein Moped vorbeikommt. Ja er käme aus Mumbwa und so haben wir eine gute Spur, welcher wir folgen können. Gegen 17:15 Uhr sind dir dann endlich an der Teerstraße bei Mumbwa. Mein Tank geht dem Ende entgegen und meine Eltern meinen ich solle doch die Reservekanister anpacken. Ich möchte aber noch so lange es einigermaßen hell ist fahren so weit wir kommen. Die Dämmerung ist schon voll im Gange als wir uns Lusaka nähern. Inzwischen ist es 19 Uhr und stockfinster als die Tankanzeige angeht. Anhalten und nachfüllen am Straßenrand ist hier nicht unbedenklich. Die Autos rauschen an einem vorbei – die Sicherheitsweste aus Deutschland würde die Nerven schonen. Dank GPS-Navigation kommen wir aber gut durch Lusaka und finden auch das Pioneer Camp. Müde bauen wir unser Lager auf und wollen eigentlich nicht mehr so richtig kochen. Welch Glanz in unserer Hütte! Kurz vor unserer Reise habe ich mit Chris (fotofeeling.de) unsere Routen ausgetauscht aber total vergessen, dass es ja nun eigentlich auch hier sein wollte. Chris war neugierig wer so spät noch ankäme und sein Kommentar als wir uns sahen war „kann nur jemand sein, der verrückt ist oder weis was er macht“. Ich denke wir waren die Kombination aus beiden. Wir tauschen noch die wichtigsten Infos über die Streckenabschnitte aus ehe wir todmüde zu Bett gehen.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
843 Beiträge · seit 200805. Nov. 2008 · #2
Hallo Andreas,

habe Deinen Bericht gerade nach dem Frühstück "als Nachtisch" gehabt 😁 ! Ein sehr schöner Bericht! Bitte schnell weitermachen!

Ihr habt wirklich viel erlebt. Das mit den neuen Dollarnoten als "Falschgeld" - unglaublich, was einem so alles passieren kann.

Frage: Ist die "Strecke", die Ihr vom Chobe nach Ngoma gefahren seid, auf den Shellkarten auch zu sehen? Oder, habt Ihr die via GPS ausgeknobelt?

Lieben Dank und viele Grüße
Dirk
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zuletzt bearbeitet 05. Nov. 2008
Themenstarter2'732 Beiträge · seit 200605. Nov. 2008 · #3
Die Strecke ist nicht deutlich zu sehen, folgt aber genau der Parkgrenze. Wenn ich mich recht entsinne ist es vom Gate weg eine gelbe Linie (Feuerschneise) und wird dann weiss. Die Tracks gehen auf jedenfall auf die T4A Karten. Kann dir natuerlich auch unseren log schicken.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
84 Beiträge · seit 200805. Nov. 2008 · #4
Hallo Andreas,

schön, Deinen Bericht zu lesen. Bin gespannt auf die Fortsetzung.

Zu Savuti: Die Löwen hatten wohl kurz davor einen Elefanten beim Wasserloch an der Lodge gerissen.
Von der Lodge aus waren die Löwen wohl super zu beobachten, dafür für alle anderen nicht mehr.
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Themenstarter2'732 Beiträge · seit 200608. Nov. 2008 · #5
Hier also nun Teil 2 ...

Di. 23.Sep.2008
Ehe wir uns auf den Weg machen, müssen wir noch unbedingt einkaufen. Der Lebensmittel- und Getränkevorrat ist erschreckend geschwunden. Gerade im Kafue wo wir teilweise 40 Grad ging es rapide bergab mit den Gertränken. Wir müssen ein Stück in Richtung Stadtmitte fahren bis wir zum Manda Hill Shopping Centre kommen. Hier gibt es alles – dafür sorgt ein gut sortierter Shoprite. Jedoch werden unsere Kwacha wohl nicht mehr für einen erfolgreichen Großeinkauf reichen. Die angeschlossenen Banken haben zwar noch zu, aber dafür gibt es ja den ATM. Wir heben mehr als wir wahrscheinlich brauchen werden um auf der sicheren Seite zu sein. Bis wir in einigen Tagen in Chipata ankommen wird es keine Möglichkeit mehr geben Geld abzuheben. Danach wird der Shoprite aufgesucht und wir kaufen wie die Weltmeister ein. Zwei Einkaufswägen vollgepackt mit Bier, Cola und Essen schieben wir zu unseren beiden Autos. Um Ordnung zu halten gehen die wichtigsten Lebensmittel in den Kühlschrank bei meinen Eltern während ich die Getränke kühl stelle. Auch sonst versuchen wir gleich wieder Ordnung ins Chaos zu bringen. Bevor wir aber Lusaka verlassen, tanken wir noch einmal voll. Preislich ist es hier in der Stadt am günstigsten und brauchen wir unterwegs nicht nach Spritz zu lechzen und möglicherweise keinen bekommen. Beim routinemäßigen Check nach Wasser und Öl, stelle ich fest, dass mein Landrover einiges an Öl verbraucht hat. Also noch einen 5 Liter Ölkanister an der Tankstelle kaufen (kleinere gab es nicht) und nachfüllen. Der Ölverbrauch sollte uns in den nächsten Wochen noch einige graue Haare bescheren. Die Ausfallstraße aus Lusaka ist wenig spektakulär und so sehen wir zu, dass wir weiter kommen. Für mich völlig unerwartet wird es immer bergiger und bei dem ewigen auf und ab kommen wir doch nicht so schnell voran, wie ich es mir gedacht hatte. Die hügelige Landschaft erinnert schon etwas an die Berge daheim, wenn es nur nicht so verdammt heiß wäre. Als wir die Lower Zambezi Parkgrenze erreichen haben ich schon wieder 2 Liter Wasser getrunken. Einkaufen und Autofahren macht müde und so entschließen wir uns für eine Cola-Pause. Nach unsäglichen Kilometern erreichen wir endlich die Luangwabrücke. Erst müssen wir die scharfe Kontrolle des Soldaten über uns ergehen lassen, ehe wir passieren dürfen. Man hatte der einen Spaß, als wir nach wenigen Minuten wiederkommen. Die Wegpunkt „basket village“ auf der T4A-Karte war falsch. Ich wurde zur Seite beordert und darüber aufgeklärt, dass das was wir machen alles andere als lustig ist. Die automatische Zählung würde durch uns verfälscht werden, kann ich ja gerade noch verstehen aber bei der Erklärung auf einen möglichen terroristischen Anschlag unsererseits muss ich mir das Lachen schon verkneifen. Sehr ernst werde ich aber darüber aufgeklärt, dass die Brücke schon einmal von Soldaten aus Zimbabwe angegriffen worden wäre. Ich melde mich ab und gleich wieder an, denn ich kläre ihn nun auf, dass wir schnell dort oben in Luangwa einkaufen und in 15 Minuten wiederkommen würden. Am „basket market“ werden wir zwar nicht fündig, aber meine Eltern ersteigern einen netten Brotkorb. Mit geringer Ausbeute kehren wir zum Brückenposten zurück und dürfen ohne weiteres unsere Reise nach Petauke fortsetzen. Die Strecke bleibt bergig und irgendwie mag unser Landrover nicht mehr so richtig durchziehen. Er läuft aber ruhig und nur wenn es lange steil ist, kleben mir meine Eltern am Auspuff. Jetzt beim Schreiben des Tagebuches fällt mir erst auf, wann das Problem schon begonnen hatte. Die Berge weichen Hügeln, welche langsam wieder in eine Ebene übergehen. Es ist kurz nach 17 Uhr als wir in Petauke endlich ankommen. Die letzten Kilometer waren noch einmal von einigen Schlaglöchern durchzogen und so sind wir froh nun endlich an der Tankstelle angekommen zu sein. Diesel gibt es und so füllen wir noch einmal auf, ehe wir uns auf den Weg zur Chimwemwe Lodge machen. Chris hatte uns den Tipp gegeben, auch wenn ich es schon als Alternative erwägt hatte hier zu bleiben. Zulu Kraal wäre die andere Möglichkeit in Petauke. Jedoch ist es von außen alles andere als einladend und so halten wir uns an die Empfehlung. Camping ist kein Problem und wir auf dem Parkplatz erlaubt. Die Preise sind auch human und wir bekommen noch das Waschhaus gezeigt. Während die beiden Damen zum Waschen verschwinden bauen wir schon die Dachzelte auf und setzen das Nudelwasser auf. Es ist windig und so dauert es entsprechend lange bis das Wasser endlich kocht. Frisch geduscht sieht das Leben aber schon wieder anders aus und bei einem kühlen Blonden lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren.



Mi. 24.09.2008
Heute Nacht hätte ich einen Lustmord begehen können. Der Gockel der Lodge meinte alle 15 Minuten mit seinem Krähen uns daran erinnern zu müssen, dass er hier das Sagen habe. Bine ist sogar einmal aufgestanden und hat nach dem Radaubruder Ausschau gehalten. Zum Glück für den Gockel hatten die aber mehrere! Also sind wir schon sehr früh wach und kommen überpünktlich los. Hinter Petauke wird die Straße wieder ungemütlich. Schlagloch reiht sich an Schlagloch und so müssen wir wieder einen Gang runterschalten und uns langsam in Richtung South Luangwa Nationalpark arbeiten. Nach einigen Kilometern wird die Strecke deutlich besser und wir kommen zügig voran. In Katete tanken wir noch einmal voll. Beim Volltanken kommt ein zerlumpter Einheimischer an die Tankstelle und stillt seinen Durst mit dem Wasser zum Scheibenreinigen. Ich glaube jeder von uns wäre anschließend eingegangen. Wir fahren noch für ein paar Kilometer in Richtung Chipata ehe wir die Asphaltstrecke an einer völlig unscheinbaren Kreuzung verlassen um auf die Sandpiste abzubiegen. Die Strecke hatte ich mir ebenfalls aus google earth gezogen. Landschaftlich ist diese Strecke durch das Zumwanda Reserve sehr reizvoll und die Schwierigkeiten sind gering. Auf guter Piste geht es zügig nach Norden. Wir durchqueren viele Dörfer und überall ist es ordentlich und die Leute winken uns freundlich zu. Hier kommen so gut wie niemals gehetzte Touristen durch sollte man in genötigt sein wild zu campen – hier wäre der richtige Platz. Wir halten ein paar Mal in den Dörfern an um Fotos zu machen. Die Freude ist groß als wir ihnen die Bilder gleich auf dem kleinen Kameradisplay zeigen. Der größte Streckenabschnitt liegt schon hinter uns als wir Msoro erreichen. Hier ist Zambias älteste Missionskirche. So einen riesigen Bau hatten wir hier, so weit abseits des Schusses, nicht erwartet. Wir stehen vor der Kirche und wollen ein paar Fotos machen, als der Missionsleiter zufällig vorbeikommt. Wir dürfen die Kirche auch von innen bestaunen, müssen jedoch erst etwas warten, da jemand den Schlüssel holen muss. James, so heißt der Missionsleiter, erzählt uns viel über die Geschichte der Kirche und Zambias. Die Mission ist immer noch in Betrieb und das Krankenhaus muss mehr als 30.000 Menschen versorgen. Es gibt ein kleines Labor in denen die wichtigsten Untersuchungen gemacht werden können. Die schweren Fälle müssen dann nach Katete gebracht werden. Völlig naiv stellt meine Mutter die Frage ob mit dem Hubschrauber. James lächelt und meint trocken – auf der Ladefläche seines Pickups. Aber sie würden jetzt einen 4x4 Krankenwagen bekommen, damit der Transport etwas komfortabler werden würde. Anschließend laufen wir noch durch die Schule und bringen den Unterricht völlig durcheinander. Trigonometrie steht bei den einen auf dem Lehrplan und die Winkelfunktionen stehen an der Tafel. Andere Schüler müssen sich um den Garten kümmern. Es wird versucht eine ausgewogene Ernährung zu bieten. Leider haben die Elefanten die Bananenplantage niedergemacht und so ist nur noch das Gemüse vorhanden. Einmal in der Woche gibt es Fleisch. Msoro ist die billigste High School im ganzen Distrikt und so kommen die Schüler bis von Lusaka. Besonders stolz ist man darauf, dass jeder Schüler ein Bett hat. Allerdings liegen immer zwei Schüler in einem Bett. Gerade wird ein neues Haus gebaut um die Situation zu entzerren. Fast zwei Stunden hat die Führung von James gedauert ehe wir uns wieder auf den Weg machen. Es geht weiter durch hübsche und gepflegte Dörfer und ein paar trockene Flussläufe. Nach und nach näheren wir uns Masumba mit dem Flughafen. Wir halten uns noch etwas auf der Piste Richtung Mfuwe ehe wir die letzten 10 Kilometer auf der Teerstraße zurücklegen. Da wir noch nicht wissen, wie viel Sprit wir in den nächsten Tagen verbrauchen werden, füllen wir an der BP Tankstelle voll. Fast 2 Euro kostet hier der Liter Diesel und so sind wir froh nicht einen leeren Tank zu haben. Ebenfalls durch die Empfehlung von Chris fahren wir zum Track & Trails Camp. Die Besitzerin ist freundlich und wir können uns hinstellen wo wir wollen. Zahlen sollen wir halt dann später. Wir suchen uns den Platz direkt am Luangwa aus und bauen die Zelte auf. Der Sprung in den Pool bringt alle todgeglaubten Lebensgeister wieder. Wir haben fast 45 Grad und so ein kühles Bad ist schon etwas Herrliches. Ein paar Elefanten ziehen über den Campingplatz während wir uns an der Uferböschung in unsere Stühle fletzen und den Moment genießen. Bei einem guten Abendessen lassen wir den heutigen Fahrtag ausklingen und sind schon gespannt was uns morgen im Park erwarten wird. Die Hoffnungen sind hoch, hat uns Chris doch von tollen Erlebnissen berichtet.



Do. 25.09.2008
Als es 6 Uhr ist, stehen wir am Gate zum South Luangwa Nationalpark. Als teuerster Park in Zambia muss man ordentlich blechen. Fast 140 US$ kostet uns vier der Tag und das ist nur der Parkeintritt und der Permit für ein Auto. Wir haben beschlossen in den nördlichen Teil des Parks zu fahren. Noch vor der Mfuwe Lodge halten wir an um die Hippos im kleinen Pool zu betrachten. Das Grünzeug liegt auf ihren mächtigen Schädeln und die aufgehende Sonne lässt die Farben kitschig erscheinen. Zum Fotografieren ist es allerdings noch Nichts und so verewigen wir das nicht auf dem Chip sondern brennen die Erinnerung in unser Herz. Hinter der Mfuwe Lodge biegen wir rechts ab in Richtung Nordosten. Gespannt halten wir nach allem was sich bewegt Ausschau, jedoch bislang ohne Erfolg. Wir versuchen möglichst am Flusslauf zu bleiben, denn dorthin müssten ja eigentlich die Tiere kommen um ihren Durst zu stillen. Am Wafwa Oxbow beschließen wir die Hauptpiste zu verlassen und sind keine 100 Meter gefahren, als wir die ersten Löwen entdecken. Eigentlich eher zufällig, denn wir waren von den beiden Giraffen total fasziniert wie sie so majestätisch schritten. Durch das Fernglas sah Bine die Löwen liegen, keine 100 Meter von unserer jetzigen Position. Also fahren wir etwas abseits der Wege auf die Löwen zu. Inzwischen haben uns aber die Lodgeautos gesehen und kommen so nach und nach dazu. Leider kennen die Fahrer keine Gnade und fahren den Katzen fast auf die Schwänze. Etwas genervt sind wir schon, denn gute Momentaufnahmen sind so nicht möglich. Die beiden Giraffen kommen Schritt um Schritt näher, haben allerdings die Löwen schon erspäht. Die Situation ist schon grotesk. Anstatt sich vom Acker zu machen, gehen die beiden auf die Löwen zu. Eines der jungen Männchen läuft in Lauerhaltung in eine Mulde um Deckung zu suchen. Als die Giraffen nahe genug sind, startet er einen Angriff. Der wird zwar nur halbherzig ausgeführt aber die Giraffen fangen an davonzulaufen. Wer jetzt meint, dass das alles wäre täuscht sich. Die beiden drehen um und machen wieder ein paar Schritte auf die Löwen zu – sie provozieren diese richtig. Nach einigen Minuten des taxieren verschwinden die beiden wieder von der Bildfläche. Auch die Lodgeautos sind wieder weg und so haben wir die Löwen für uns alleine. Es wird langsam wärmer und so ziehen sich die Rudelmitglieder eines nach dem anderen in den Schatten zurück. Wir stören die Familienidylle nicht weiter und fahren wieder los. Wir sind keine 2 Kilometer weit gekommen, als wir eine Tüpfelhyäne über die Ebene streifen sehen. Also wieder runter von der Piste und langsam nähern. Sie fühlt sich von uns überhaupt nicht gestört und legt sich zum dösen unter einen Dornenbusch. Es ist schon erstaunlich, wie der Busch das Tier fast förmlich aufsaugt und dessen Konturen verwischt. Es geht für ein paar Kilometer am Luangwa entlang, wo wir nun das übliche Getier (Zebra, Wasserbock etc.) sehen. Fast sind wir schon am Kaingo Camp angekommen als wir uns überlegen wie wir nun fahren sollen. Die Rollenverteilung ist einfach – ich fahre und Bine navigiert bzw. liest die Landkarte. Während wir fröhlich diskutieren wohin wir denn nun eigentlich steuern, melden sich meine Eltern, dass Löwen keine 50 Meter vor uns liegen. Tatsächlich – hätten wir die doch wegen unserer Diskussionsrunde – beinahe übersehen. Das Rudel hat vor noch nicht allzu lange Zeit einen Büffel gerissen. Die Bäuche sind prall und rund. Die letzten Familienmitglieder stillen ihren Hunger noch während die anderen schon faul im Schatten liegen und dösen. Raubkatzen dieser Größe sind schon dankbare Geschöpfe und laufen nicht gleich weg. So können wir sehr nah heranfahren und jede Menge Aufnahmen schießen. Eher zufällig als geplant stolpern wir über den Kaingo Hippo Hide. Toll in die steile Uferböschung gebaut geht es einige Meter hinunter zum Lufupa River. Knapp oberhalb der Hippos sitzen wir nun und können deren Treiben aus allernächster Nähe betrachten. Hier wird es nie langweilig und ständig ist etwas los. An der Fish Eagle Lagoon angekommen suchen wir den Carmine Bee Eater Hide, jedoch ohne Erfolg. Dort wo er lauf Karte sein sollte ist der Luangwa und auch sonst lässt sich durch das Fernglas nichts erspähen. Wir waren – wieder was man eigentlich nicht sollte – auf die Sandbank um einen besseren Überblick zu haben. Doch auch von hier aus ist nichts zu erkennen. Ehe wir uns auf den Rückweg machen, sehen wir noch eine Hyäne beim Schlammbad und keine 20 Meter weiter liegen ein paar Büffel ebenfalls im Schlamm. Der Rückweg wird uns von einer Herde Elefanten versperrt und so müssen wir ein paar Kilometer umfahren, ehe wir wieder auf der Hauptpiste sind. Inzwischen ist die Temperatur auf fast 40 Grad gestiegen und die Sichtungen werden immer spärlicher. Deshalb beschließen wir zurück zum Campingplatz zu fahren. Der Weg dorthin verläuft ohne bemerkenswerte Ereignisse. Am Gate kann ich nun meinen Parkeintritt bezahlen, der heute Morgen war der Ranger, der kassieren darf, noch nicht da. Aber das ist halt Afrika – irgendetwas geht immer. Wir sehen uns noch das Flatdogs Camp an, beschließen aber doch bei Track & Trails zu bleiben. Die Siesta tut uns gut und auch die Zeit am und im Pool ist Genuss. Meine Eltern können sich einen Kaffee aufbrühen und die vielen Erlebnisse sacken lassen. Bislang ging es für sie eher Holler die Poller und ein gewisser Sättigungslevel ihrer Aufnahmefähigkeit ist erreicht. Nach zwei Stunden Pause brechen wir aber noch einmal auf. Der Ranger am Gate meinte, dass die Gegend rund um den Flughafen ebenfalls sehr lohnend sei. Nichts ist los als wir die Gegend erkunden aber auch gar nichts und so fahren wir zurück in Richtung Mfuwe Lodge wo wir heute Morgen wesentlich erfolgreicher waren. Wir stöbern noch einmal eine Hyäne auf und können ihr für einige Zeit folgen. Elefanten kommen an den Fluss oder die Lagunen um ihren Durst zu stillen. Hier ist definitiv mehr los als dort wo die Ranger meinten. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir auf der Luangwa bridge und genießen die letzten Sonnenstrahlen des heutigen Tages. Zufrieden mit der heutigen Ausbeute kehren wir zum Campingplatz zurück. Der Kühlschrank hat die Batterie im Landrover meiner Eltern leergesaugt. Dadurch, dass wir ihn in Johannesburg direkt anschließen mussten, ist die Batterieüberprüfung ausgeschaltet. Wer nun alleine unterwegs wäre, hätte ein echtes Problem! Abschleppseil raus und nach einem kurzen Ruck läuft er wieder. Papa fährt noch ein paar Kilometer um die Batterie wieder aufzuladen. Die Elefanten streunen wieder durch das Camp. Es ist immer noch über 30 Grad war als ein ekelhafter Wind aufkommt. Grillen wird zur Herausforderung, denn die Hitze kommt nicht einmal mehr bis zum Fleisch hoch, sondern wird gleich weggeblasen. Also errichten wir einen Windschutz um den Grill auf und bauen den Tisch im öffentlich zugänglichen Speisezelt auf. Ja hier lässt es sich schon besser essen auch wenn die Aussicht nicht die Gleiche ist. Bine und ich gehen schon einmal zu Bett, während die Eltern noch mit der Taschenlampe Krokodilaugen im Luangwa zählen.



Fr. 26.09.2008
Laut Rangern sollen wir den Süden des Parks besuchen, denn hier seien auch sehr viele Tiere. Also probieren wir es halt einfach einmal aus. Wieder fahren wir nur mit einem Auto. Es ist einfach besser, denn so kommen alle zur gleichen Zeit in eine gute Fotopossition ohne, dass wir uns gegenseitig behindern. Gestern Abend haben wir ja schon festgestellt, dass rund um das Flugfeld nichts los ist und so probieren wir unser Glück entlang des Luangwa. Wir versuchen möglichst nah am Fluss zu bleiben, jedoch auch hier haben wir keinen Erfolg. Ein paar Impalas kreuzen unseren Weg aber das ist auch schon alles. Bine schläft als wir die Twin Baobabs erreichen. Wir machen eine längere Pause und halten Kriegsrat. Wir geben der Puku Plain noch eine Chance aber nicht mehr auf den kleinen Wegen. Wir sehen zu, dass wir so schnell wie möglich dorthin kommen. Im Klartext heißt dies, wir werden auf der Hauptstraße zügig weiter in den Süden fahren. Fast an der Puku Plain sind wieder einige Lodges, also muss es sich schon rentieren hierher zu kommen. An so einem Nobelschuppen müssen wir wenden, denn die Karte war dann doch etwas ungenau. Die Unterkunft ist wohl im 5 Sternebereich angesiedelt, denn ein paar in Livree gekleidete Butler stehen vor dem Haus um den Gästen das Leben zu angenehm wie möglich zu machen. Wir gehören jedenfalls nicht dazu und kehren um. Steil geht es den Hang hinunter ehe wir die Puku Plain erreichen. Hier stehen einige Pukus und Wasserböcke auf der Ebene. Jedoch nicht so viele, dass wir für die vielen Kilometer, die hinter uns liegen, uns entschädigt fühlen. Langsam fahren wir um die Plain herum und stoßen fast mit einer Giraffe zusammen. Sie macht keinerlei Anstallten vor uns davonzulaufen. Nach einigen vergeblichen Versuchen, doch noch etwas aufzustöbern, beschließen wir wieder zurück zum Flugfeld und in den nördlichen Teil zu fahren. Einer der Ranger meinte gestern zu mir, dass dort die Gnus seien, welche endemisch sind. Wir kommen wieder an den Twin Baobabs vorbei und bleiben auf der guten Piste, welche uns zum Flugfeld führt. Auf der Hauptpiste geht es wieder nach Norden, dort wo wir gestern schon einmal waren. Kurz hinter der Mfuwe Lodge treffen wir auf eine riesige Büffelherde. Einige tausende dieser Kolosse stehen am Straßenrand und beäugen uns misstrauisch. Allerdings haben sie auch Angst und sobald wir uns nähern, bricht Panik aus und die ersten fangen das Laufen an. Die anderen laufen mit ohne genau zu wissen warum. Jedoch beruhigen sie sich schnell wieder und fangen wieder an uns zu taxieren. Wir können das Spiel noch einige Male wiederholen ehe wir wirklich weiterfahren. Am Platz, wo die Löwen gestern den Büffel gerissen haben, ist nichts mehr los. Die Raubkatzen sind weitergezogen und die letzten Geier steigen in die Lüfte, als wir kommen. Hier brauche wir uns nicht auf die Lauer zu legen und fahren gleich weiter. Tatsächlich finden wir die Gnus und nähern uns vorsichtig. Jedoch laufen diese gleich davon. Also umkreisen wir sie, da sie auf dem Weg zum Wasser sind. Der Motor ist aus, also sie keine 30 Meter vor uns völlig entspannt über die Straße ziehen. Erst dann bemerken sie uns wieder uns laufen los. Die weite Fahrt vom Süden in den Norden hat sich gelohnt. Wir fahren entlang des Flusses als wir plötzlich vor der Kaingo Lodge stehen. Die Straßen sind eigentlich privat aber wir haben wirklich kein Schild gesehen. Die freundliche Managerin erklärt uns, wie wir wieder zurück zur Hauptstraße kommen. Wir lassen kaum einen Stich, der uns zum Luangwa bringt aus. Und so können wir das McHenja Camp auch noch betrachten. Langsam sind wir doch vom vielen Fahren müde und beschließen mit dem game drive für heute aufzuhören. Es geht auf direktem Wege zurück, denn morgen ist ja wieder ein Tag in Afrika mit neuem Glück. Um 16:30 kommen wir am Campingplatz an und springen erst Mal wieder in den Pool. Papa sein Landrover startet natürlich wieder nicht und so gebe ich ihm wieder Fremdstarthilfe. Das Abschleppseil habe ich schon nicht mehr aufgeräumt, denn in weiser Voraussicht habe ich schon mit so etwas gerechnet. Während die beiden Damen sich pflegen fahren wir noch etwas in der Gegend umher um die Batterien wieder aufzuladen. Abendessen machen wir gleich wieder im Essenszelt auch wenn heute der Wind nicht so weht. Es war anstrengender als gedacht und so verschwinden wir sehr bald im Dachzelt.



Sa. 27.09.2008
Wir fahren wieder mit einem Auto los. Heute wollen wir in den Nsufu Sektor, welches abseits der Touristenströme liegt. Es geht ein gutes Stück auf der Teerstraße Richtung Chipata ehe ein kleines Hinweisschild anzeigt, dass man hier nun abbiegen muss. Auf der Sandpiste fahren wir noch ein Stückchen durch die Dörfer. Zum Glück steht in den trockenen Flussbetten kein Wasser und so können wir der Lupande trockenen Fußes durchqueren. Die steile Uferböschung nehme ich mit etwas viel Schwung. Gleich nachdem es wieder flacher wurde, hätte ich rechts abbiegen müssen – so stehe ich aber im Dorf. Die Kinder freuen sich und deuten uns an, dass wir falsch sind und 10 Meter zurück müssen. Die Piste ist in einem akzeptablen Zustand und so kommen wir mit 40 km/h doch recht gut voran. Nach 30 km und ca. 45 Minuten Fahrzeit kommen wir am Milyoti Gate an. Da wir nur für zwei Tage bislang bezahlt haben, müssen wir ein neues Permit ausgestellt bekommen. Meiner Mutter geht es nicht besonders gut. Seit Kasane kämpfen beide Eltern mit Schluckschmerzen. Die Pastillen, haben nur bei meinem Vater angeschlagen, hingegen sind sie bislang fast wirkungslos bei meiner Mutter geblieben. Kaum sind wir im Park, treffen wir auf zwei große Herden Elefanten. Es ist jedoch vom Licht her nicht so ideal zu fotografieren und so probieren wir es mit der „Umrundungstaktik“. Die vielen Pisten scheinen nur zum einen dienen – Verwirren und so haben wir uns bald total verfranst und landen am Luangwa. Beschweren können wir uns nicht, sind wir doch direkt oberhalb einer Carmine Bee Eater Kolonie angelangt. Zwar eher zufällig aber dennoch toll zu sehen. Leider lassen sich keine Fotos machen, so wie wir es aus Namibia kennen, denn die Tiere sind misstrauisch und kehren nicht in ihre Bauten zurück solange wir da sind. Etwas enttäuscht geben wir auf und fahren weiter. Plötzlich stehen wir mitten in einer Elefantenfamilie. Links und Rechts von uns tauchen auf einmal die riesigen Leiber aus dem Busch auf. Langsam rollen wir zurück um nicht für weiteren Unmut zu sorgen. Sofort entspannt sich die Situation und wir können unseren Logenplatz genießen. Als sie uns den Weg wieder frei geben, können wir passieren. Das Herz schlägt schon schneller als gewöhnlich, wenn man an diesen grauen Riesen keine fünf Meter seitlich vorbeifährt. Da es hier von Elefanten aber inzwischen nur so wimmelt, wollen wir ihnen über die Tena Tena Lodge entkommen. Laut Parkkarte sollte dies möglich sein und so biegen wir mal rechts mal links ab immer in Richtung der Lodge. Wie immer gibt es mehr Wege als auf der Karte verzeichnet und so endet unserer urplötzlich im dichten Busch. Allerdings haben wir Glück und können eine Herde Elands sichten. Leider suchen diese sofort Deckung im Busch und lassen sich auch nicht wieder so einfach herauslocken. So richtig viel Glück haben wir heute noch nicht gehabt und so wollen wir die kühlere Tageszeit nutzen um zu den „Hot Springs“ zu fahren. Der besten Piste folgend hangeln wir uns nach Norden. Unterwegs treffen wir wieder auf eine riesige Herde Büffel. Eine Faszination geht schon von ihnen aus, auch wenn sie keine besonderen Schönheiten sind. Man kann gut den Weg der Herde verfolgen. Links ist das Gras kniehoch, dann die Straße der Büffel während auf der anderen Seite das Gras wieder kniehoch ist. Vor allem wenn sie zur Regenzeit hier durchwandern pflügen sie den Boden ordentlich um. Inzwischen sind wir gut vorangekommen und erreichen das Delta des Chichele Rivers. Hier im Delta, welches vielleicht einen Quadratkilometer groß ist, ist alles grün während der Rest der offenen Steppe total verdörrt ist. Im Delta sind an die hundert Kronenkraniche zu bestaunen – allerdings auch wieder nur aus der Entfernung. Im Kafue waren wir letztes Jahr in der Hot Spring beim Baden und so haben wir in der Hoffnung auch hier dem Badevergnügen fronen zu können die Badesachen eingepackt. Jedoch sind die Quellen hier sehr heiß und so fällt Baden aus. Meiner Mutter geht es nicht besonders gut und so beschließen wir, für heute Schluss zu machen. Am Luangwa entlang fahren wir uns zurück zum Milyoti Gate. Entlang der vielen Lagunen reihen sich inzwischen die Elefanten einer an den anderen. Nachdem ja Samstag ist, ist scheinbar auch bei den Elefanten Badetag und so planschen vor allem die Kleinen ausgiebig. Am bemerkenswertesten ist eigentlich, dass die Hauptachse im Park, als Transitroute dient. Touristen fahren durch um zum North Luangwa zu kommen, während die Einheimischen auf ihren Fahrrädern diese Verbindung nutzen um von A nach B zu kommen. Wieder in Mfuwe wollen wir unseren Biervorrat auffüllen. Der Bottle Store hat zu und so wird uns empfohlen es doch einmal bei „Mr. Frog“ zu probieren. Allerdings ist das eine Bar – eher Spelunke – und das Bier total überteuert. Außerdem haben wir kein Leergut und so wird es gleich noch einmal teurer. Als wir das Bier zum Auto tragen wollen, steigt der Preis noch einmal und damit ist dann für uns Schluss. Lieber kein Bier als diesen Fantasiepreis zu zahlen. Wir fahren zurück zum Campingplatz wo wir am frühen Nachmittag ankommen. Im Restaurant ist nicht los, dafür bekommen wir zu einem fairen Preis ein kühles Bier und können die Aussicht auf den Luangwa und den gegenüberliegenden Nationalpark genießen. Es ist inzwischen 16 Uhr und so richtig abgekühlt hat es heute noch nicht. Noch haben wir 32 Grad und so kühlt der Pool unser doch erhitztes Blut auf angenehme Art und Weise. Mama und Papa sitzen am Auto mit Kaffeetasse und Fernglas bewaffnet und genießen den Moment. Wir merken auch, dass ihr Sättigungsgrad in Bezug auf die Aufnahmefähigkeit inzwischen erreicht ist. Mama ist tapfer und versucht sich nichts anmerken zu lassen, wie schlecht es ihr eigentlich geht. Da wir morgen unsere Zelte abbrechen und nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis kommen, schlagen wir vor ins dortige Hospital zu gehen. Das lehnt sie aber kategorisch ab und meint es würde schon gehen. Abends um 20 Uhr ist es noch so warm, dass wir in Badehose und Bikini draußen sitzen können. Wir erklären meinen Eltern die Strecke, welche es gilt morgen zu fahren und bereiten die beiden GPS mit der Route vor ehe wir ins Bett gehen.



So. 28.09.2008
Der Landrover meiner Eltern springt gerade noch von selber an, ehe wir wieder Starthilfe leisten hätten müssen. Chris hatte mich schon vor der Strecke nach Chipata vorgewarnt und so fahren wir lieber etwas früher los. Alles ist in einem dichten Dunst eingehüllt und es sieht so aus, als ob es in Mfuwe brennen würde. Es brennt aber nicht sondern die Frauen sind damit beschäftigt die unmittelbare Umgebung ihrer Häuser mit dem Besen zu säubern. Der aufgewirbelte Sand liegt wie Rauchschwaden in der Luft. Bis zum Flughafen ist die Strecke noch geteert, jedoch danach wird es sandig und staubig – so wie wir es halt kennen. Die Strecke ist sehr facettenreich und ändert sich ständig und das nicht nur landschaftlich. Steile Anstiege in den Bergen sind geteert, damit sie beim Regen nicht noch stärker ausgewaschen werden. Je näher wir an Chipata kommen, desto besser wird die Strecke und wir kommen wieder zügiger voran. Für die 125 km von Mfuwe nach Chipata brauchen wir inklusive einiger Fotostopps fast 3,5 Stunden. Chipata ist eine lebhafte Stadt und nach der Ruhe und Beschaulichkeit der vergangenen Tage für uns eher chaotisch. Der Shoprite hat am Sonntagvormittag offen und so können wir, ehe es nach Malawi geht, noch einmal unsere Fehlbestände ausfüllen. Kurz hinter Chipata kommt dann auch schon die Grenze. Der Formalismus in Zambia hält sich in Grenzen. Einen Stempel im Ausweis mehr können wir auch schon passieren. Die Schwarzmarktgeier kreisen schon um uns herum, noch ehe wir den Grenzposten in Malawi erreicht haben. Völlig unbekannt sind hier die Bestimmungen für uns und so hangeln wir uns von einem Schalter zum anderen. Den Einreisestempel haben wir schon einmal erhalten. Mussten dazu nur einen Zettel ausfüllen und diesen zusammen mit dem Ausweis vorlegen. Das Auto ist schon etwas komplizierter. Am Schalter erhalten wir einen Vordruck, welchen wir ausfüllen müssen. Fahrgestell- und Motornummer müssen eingetragen werden, ebenso wer der Besitzer und Fahrer ist. Außerdem müssen wir angeben, was wir an besonders wertvollen Sachen mit uns führen. Brav schreibe ich die Spiegelreflexkameras, Objektive, GPS und Laptop mit dem ungefähren Wert auf. Fast hätte das Formular nicht ausgereicht. Unseren handschriftlich ausgefüllten Zettel geben wir dann Dame 1 and Schalter ab. Die legt ihn Dame 2 vor, welche unsere Daten in den PC eintippt. Dann hat Dame 2 eine Frage und ruft Dame 1. Dame 1 will unseren Ausweis sehen und gibt ihn Dame 2. Dame 2 tippt nun wieder fleißig weiter. Als sie alles übertragen hat, gibt Dame 1 und unseren Ausweis und die Papiere wieder. Später stelle ich erst fest, dass die ganzen besonderen Werte nicht eingetragen wurden – war wohl doch zuviel Arbeit. Bei meinem Vater steht nur das GPS und nicht Kamera drinnen. Dem sei auch egal – mit dem Zettel in der Hand gehe ich nun einen Schalter weiter wo ich das tip (temporary import permit) bekomme. Fast glaube ich meinen Ohren nicht trauen zu dürfen. Das Permit kostet 1200 Malawi Kwacha oder ca. 10 US$. Allerdings muss das Permit in Landeswährung bezahlt werden. Der freundlichen Polizistin hinter dem Schalter will ich gerade klarmachen, dass ich noch keine Landeswährung habe, sondern nur US$ als sie mir erklärt 10 US$ = 1500 Malawi Kwacha und ich solle vor die Türe gehen zum Tauschen. Als Geldtauschen am Schwarzmarkt mit offizieller Anweisung hatte ich bislang auch noch nicht. Ich zahle also den Betrag und habe das Permit nun abgestempelt in meinen Händen. Nun kenne ich die Prozedur und helfe noch schnell meinem Vater ehe wir das Gebäude fluchtartig verlassen. Meiner Mutter geht es immer schlechter und sie hat sich schon seit einiger Zeit ins Auto zurückgezogen um sich zu setzten und etwas zu schlafen. Nun brauchen wir nur mehr die 3rd party insurance. Die Schwarzmarktgeier zeigen uns willig den Weg zum Büro in der Hoffnung noch einmal ein Geschäft mit uns machen zu können. Allerdings zahlen wir hier die 50US$ in Fremdwährung und ziehen uns damit etwas den Unmut der Geier zu. Es wäre nicht Afrika, wenn es nicht gleich wieder abgeflaut wäre als wir sagen, dass wir das Geld zufällig schon parat gehabt hätten und es für uns so einfacher sei. Zwar haben wir immer noch keine Malawi Kwacha (MKW) aber vorerst brauchen wir ja auch keine, denn die Tanks sind noch fast voll und wir haben noch gut 60 l in den Ersatzkanistern. Gleich nach der Grenze ist eine Bank mit ATM, jedoch nicht für unsere Karten geeignet. Da wir durch die Hauptstadt fahren müssen, verlagern wir unsere Hauptaktivitäten auf das Fahren. Als wir von der M12 auf die M1 abbiegen, kommen wir an einem Einkaufszentrum mit Standard Bank vorbei. Standard Bank hat Geldautomaten für VISA und MASTERCARD. Den Zettel mit den Umrechnungskursen habe ich irgendwo im Auto vergraben und so heben wir reichlich ab ohne den genauen Eurowert zu kennen. Aber wir sind ja einige Zeit im Land unterwegs und das Geld wird ganz von alleine weniger. Wir tanken gleich noch einmal voll, denn wie dicht das Tankstellennetz in Malawi ist, wissen wir noch nicht. Es ist inzwischen früher Nachmittag und so langsam drängt die Zeit. Wir wollen heute noch bis nach Dezda. Laut Hupe-Newsletter bietet die Töpferei Übernachtungsmöglichkeiten an und laut Navigationssystem wird es sowieso schon recht spät sein, wenn wir dort eintreffen. Muss wohl ein Rechenfehler gewesen sein, denn um 15:30 Uhr sind wir am Parkplatz der Töpferei angekommen. Die Temperatur ist im direkten Vergleich zum South Luangwa wesentlich gefallen. Hier hoben haben wir nur mehr 20 Grad und schon kommt es uns verdammt kalt vor. So kalt, dass wir sogar die Pullover wieder auspacken. Die Töpfereien sind nicht ganz nach unserem Geschmack und so ergattern wir nur eine kleine Vase als Andenken an Malawi. Die Übernachtung ist kein Problem und wir bekommen den Schlüssel für das sehr neue Waschhaus. Duschen um wieder aufzutauen – das kenne ich sonst nur wenn ich im Winter vom Bergsteigen nach Hause komme und total durchfroren bin. Hier ist es zwar nicht Winter, dennoch tut das warme Wasser gut. Mama ist auf unser Anraten hin zum uralt Hausmittel – gurgeln mit Salzwasser – übergegangen. Inzwischen hat sie sehr starke Schmerzen beim Schlucken, dass es einem das Herz zerreisen kann. Dennoch ist sie nicht bereit zurück nach Lilongwe zu fahren um sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Wir haben uns im Restaurant angemeldet, da wir heute Abend nicht selber kochen wollen. Das Lamm ist leider verkocht, schmeckt aber sonst lecker. Nach ein paar Bissen geht bei der Mama nichts mehr und sie zieht sich zum Schlafen zurück. Wir beratschlagen noch, ob wir nicht doch am nächsten Tag ins Krankenhaus fahren sollten.


Mo. 29.09.2008
Hart im Nehmen ist sie schon und das Gurgeln mit Salzwasser alle 2 Stunden scheint sich zu bewähren. Die Schluckschmerzen sind zwar noch wie vor da, jedoch nicht mehr so stark. Wir müssen es wohl glauben. Um die T4A-Karten zu erweitern, fahren wir direkt durch Dezda. Eine riesige Menschenmenge ist um 5:30 Uhr schon auf der Straße unterwegs. Kurze Zeit später sehen wir auch warum – das Krankenhaus brennt! Es ist zwar nur eine Baracke, aber es kann jederzeit auf die angrenzenden Gebäude übergreifen. Dicke dunkle Rauchschwaden steigen in den Himmel und wir überlegen uns kurz wie wir helfen können. Eigentlich hätten wir doch lieber anhalten sollen und die Rollen verteilen sollen. Die Schwarzen stehen gaffend außen herum ohne irgendwie aktiv zu werden. Von überall laufen die Menschen zusammen um dem Großereignis beizuwohnen. Wir bleiben untätig und fahren weiter zum Kontrollposten vor der Tankstelle. Der Polizist erklärt mir in aller Ruhe, dass das Feuer kein Problem sei. Ich sage ihm, warum sie nicht die Leute schicken um Schaufeln zu holen (Sand haben sie ja wirklich genügend) um das Feuer zu ersticken – und Leute stehen genügend herum. Völlig unverständlich schaut er mich an und antwortet – „Dass sei eine gute Idee welche sie auch schon hatten und bald umsetzen werden“. Völlig baff und fassungslos starre und überlege mir gerade ob ich ihn dumm anreden soll oder umdrehen und die Löschleitung übernehmen sollte, da meint er ich müsse zufahren damit der Krankenwagen durchkäme. Der Fahrer überholt uns noch schnell vor der Tankstelle, tankt und rauscht schon wieder los. Der Tankwart klärt mich dann auf. Der Fahrer muss nun die 100 Kilometer zurück in die Hauptstadt fahren um die Feuerwehr zu alarmieren. Sei aber alles kein Problem, die wisse schon über das Radio bescheid, warte aber nur mehr auf den Fahrer zur Bestätigung ehe sie ausrücke. Nun bin ich aber endgültig platt und völlig sprachlos. Wir wollen weiter an den Malawisee und beschließen, dass wir hier mit unserem Verständnis und Auffassung nichts ausrichten können. Wir wollen nicht die übliche Strecke über die S127 sondern die direkte Verbindung über die D230 und T376 nach Mua Mission nehmen. Die klassische Landkarte weist diese auch aus und auf der Garmin Karte ist sie auch verzeichnet. Gleich bei der Abfahrt von der Teerstraße werden gestoppt. Man deutet und an, dass es hier nicht weiter geht. Freundlich winke ich zurück – wir haben 4x4 denke ich mir und da werden wir schon weiterkommen. Die nächsten die uns aufhalten wollen sind die Marktfrauen. Ihre Ware liegt auf der Straße, auf der wir fahren. Vorsichtig um kein Ketchup zu produzieren fahren wir direkt durch den Markt. Wir sind kaum einen Kilometer weit gekommen als sich die Straße gabelt. Guter Rat ist teuer und da kommt auch schon die wandelnde Informationsquelle in Form einer Frau. In meinem besten Englisch frage ich sie „Mua Mission“. Als sei ich ein Wesen von einem anderen Stern, dreht sie sich um und schaut mit nicht mehr an, geschweige denn, dass ich eine Antwort bekomme. Ach vergiss es – Livingstone ist auch durch Afrika gekommen – und so fahren wir weiter. Die Strecke ist zwar nicht die, die ich fahren wollte, jedoch bringt sie uns ebenfalls in die Richtung. In jedem Dorf sind wir die Attraktion des Tages – Touristen. Die Frage nach „Mua“ wird mal mit Ja mal mit Nein beantwortet und so suche ich mir lieber das Ja heraus. In Bembeke ist die Welt wieder in Ordnung und wir wieder auf der Straße, die ich ursprünglich ausgesucht hatte. Es wird etwas ruppiger aber immer noch gut fahrbar als wir kurz vor Ngondonda den Unterricht stören. Die Kinder laufen aus der Schule um uns zu winken und freuen sich über die Abwechslung im tristen Alttag. In Ngondonda frage ich mich noch einmal durch und bekomme die Antwort „Schon, aber nicht mit dem Auto“ während ein anderer von hinten ruft, dass es kein Problem sei. Die Piste sieht doch recht passabel aus und so probieren wir es weiter. Hinter dem Dorf geht es bergab und wir kommen an eine alte – sehr alte Brücke. Danach erkennt man noch die ehemalige Straße, jedoch ist es heute nur mehr ein Fußweg. 4x4 ist ja beim Landrover ehe permanent eingeschalten und so ackern wir uns Meter für Meter vorwärts. Mal haben wir gute Sicht auf den Weg da das Gras abgebrannt ist. Meistens ist es aber so, dass nur der Fahrer wegen dem Fußweg etwas sieht und der Beifahrer im dichten Schilf verschwindet. Ein paar Fahrradfahrer – besser gesagt Fahrradschieber – kommen und entgegen und machen große Augen. Die großen Augen habe auch ich gesehen und so langsam kommen echte Zweifel auf. Aber der Weg ist das Ziel und so müssen wir an einigen Anstiegen schon den H4L dazuschalten. Endlich geht es bergab und wie! Der Bergrücken auf dem wir sind ist zwischen 20 und 40 Grad steil und wir folgen dem Fußweg. Denn inzwischen ist von der alten Straße nichts mehr zu sehen. Baumstümpfe und eine ca. 40 cm hohe Stufe lassen mich endgültig an dem Plan die T376 sei die beste Verbindung zweifeln. Ich stiege aus und gehe ein paar Meter in Richtung Mua. Der Hang wird noch steiler werden und ich sehe auch schon die Serpentinen der Fußgänger – hier ist also Schluss. Mein Vater hat es einfach, da er noch fast oben am Bergrücken steht und mich erst beobachtet hat. Wenden ist für ihn wesentlich einfachen. Ich stehe im steilen Stück und muss nun rückwärts von der Stufe wegfahren, ehe ich wenden kann. Kein besonders lustiger Gedanke und so bitte ich meine Frau aus dem Auto auszusteigen – falls er sich überschlägt sitze nur ich im Fahrzeug. Anfangs meint sie, dass ich Spaß mache aber als ich meine Stimme erhebe und laut werde, merkt sie wie ernst es mir gerade ist. Der Landrover kämpft sich rückwärts den Berg hoch. Nach guten 5 Meter kann ich ihn zwischen zwei Bäumen quer zum Hang stellen und wieder frontal bergauf fahren zu können. Das Dachzelt lässt den Landrover extrem weit in Richtung Tal einknicken. Nach einem kurzen Stoßgebet geben ich sanft Gas. Der Wagen rutscht aber erst noch ein bisschen gegen Tal, ehe er es sich anders überlegt und langsam meinen Lenkbewegungen gehorcht. Der Schweiß steht mir gut auf der Stirn, als ich an meinen Eltern vorbeifahre. Immer wieder rutschen die Räder durch doch endlich wird der Hang flacher und ich habe die alte Straße unter den Reifen. Der Turbolader ist extrem heiß gelaufen und so bleibt der Motor an, während ich wieder bergab laufe um meinem Vater Instruktionen zu geben. Doch mit H4L und Diff-Lock kommt er mir schon entgegen. Ich glaube die Schluckschmerzen hatte meine Mutter in dem Moment vergessen. Die Fahrradschieber überholen wir wieder und stören zum zweiten Mal an dem Tag den Unterricht. Die Marktfrauen sind sichtlich ärgerlich, als wir das wieder über den Markt fahren. Auf der Teerstraße geht es nun problemlos nach Mua Mission. Die Strecke ist sehr gut ausgebaut und wir kommen zügig voran. Die Garmin Karte ist also extrem ungenau – hat aber im Nachhinein uns jede Menge Spaß bereitet. In Mua angekommen wird erst einmal noch mit Salzwasser gegurgelt - richtige Cowboys machen das mit Whisky. Die bekommen eine sehr tolle Führung durch das Museum und lernen viel über die Kultur und Bräuche der Menschen Malawis. Es erklärt auch den Unterschied der Bevölkerung zwischen Zambia und Malawi. In Zambia sind wir nie so angebettelt worden wie in Malawi und wenn dann nie so aggressiv. Gerade dieses aggressive Auftreten der Bevölkerung hat uns bis hierher irritiert. Doch durch den Schnelldurchlauf in Geschichte wird uns vieles klar und wir fangen an die Menschen besser zu verstehen. Mua Mission ist aber nicht nur Museum, sondern auch noch ein Krankenhaus und es bietet die Möglichkeit der Übernachtung. Wir bekommen ein vage Beschreibung, wo das Restaurant zu finden ist und folgen dieser. Das Restaurant und die Übernachtungsmöglichkeiten sind extra abgeschirmt und das Tor läst sich nicht von außen öffnen. Ein kleiner Junge erklärt uns, aber vor allem meinem Vater, dass wir warten müssen. Mit einer Selbstverständlichkeit redet er in seiner Muttersprache. Mein Vater sagt im nach einer Weile, dass er sein „ubula ubula“ nicht versteht. Der kleine Junge bekommt große Augen und läuft davon – keine Ahnung welche Geister wir heraufbeschworen haben. Im Restaurant treffen wir auf eine Deutsche, welche hier ein soziales Jahr ableistet. Außerdem erfahren wir, dass es hier einen deutschen Pater gegeben hat, der allerdings im Februar in den Wohlverdienten Ruhestand getreten ist. Wir wollen nichts essen, sondern nur trinken, denn es ist schon wieder sehr heiß geworden. Zurück an den Autos geht es über die Teerstraße in Richtung Monkey Bay. Die S128 bekommt gerade eine neue Asphaltdecke und geht es wieder einmal auf staubiger Piste weiter. Die Wellblechpiste nach Cape McClear hatte auch schon einmal besser Zeiten und so werden wir kostenlos massiert. Die Abzweigung zur Lodge verpasse ich natürlich und so müssen wir direkt durch den Ort. Wir kommen noch ohne Probleme durch, jedoch springen die Kinder auf den Landrover meiner Eltern auf. Eine Bodenwelle übersehen und alle sind wieder auf dem Boden der Tatsache angekommen. Wir haben uns das Eagles Nest als Übernachtungsziel ausgesucht. Freundlich werden wir empfangen und haben den ganzen Campingplatz für uns alleine. Herrlich hier am Strand bei einer guten Tasse Kaffee zu sitzen. Vorher hatten allerdings die Eltern miteinander etwas Stress. Papa hat das Auto nicht so geparkt wie Mama es ihm angezeigt hatte. Ihr Auto steht mehr oder weniger gerade und so widmet sich meine Mutter ihrer Lieblingsbeschäftigung: Salzwassergurgeln. Papa läuft durch die Gegend und fotografiert Echsen aller Größen und Farbe. Zum Sonnenuntergang wandern wir am Ufer entlang um einen guten Platz zu haben. Allerdings geht die Sonne alles andere als spektakulär unter und so bleiben die erhofften kitschigen Bilder aus. Wir kochen noch und gehen dann ins Bett, den afrikanischen Sternenhimmel direkt über uns. Papa und Mama suchen noch nach dem Kreuz des Südens ehe auch sie ins Bett gehen.

Fortsetzung folgt ....
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2008
2'610 Beiträge · seit 200708. Nov. 2008 · #6
Hallo Andreas,

es war schön in Gedanken mit euch zu reisen - bin schon ganz gespannt, wie es weiter geht.



Grüße
Jambotessy:)
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
343 Beiträge · seit 200610. Nov. 2008 · #7
frühstück mit reisebericht.

einfach schön,

so kann die woche losgehen

und in 43 tagen sind wir auch wieder back.😄

fair winds ...
168 Beiträge · seit 200627. Nov. 2008 · #8
Hallo Biene, hallo Anderl,
ich habe erst diese Wochen Euren Reisebericht und die Bilder auf deiner Homepage entdeckt und natürlich gleich in einem Schwung gelesen und angeschaut. Wir sind schon sehr auf den nächsten Teil gespannt.
Über den Hahn in Petauke mußte ich doch sehr schmunzeln, mir ging es genau so. Wir hatten allerdings noch bis 1:45 Uhr die Disko gehabt. Pünktlich um 3 Uhr fing dann der Hahn an und das fast schon im Minutentakt. Ich war da am nächsten Morgen ziemlich gerädert.
Der Hammer war dann aber noch, das er rotzfrech zum Frühstückstisch kam. Da musste ich mich schon schwer zusammenreißen, das ich das Vieh nicht kille 😎

Liebe Grüße

Andrea & Christian
Fotofeeling - Reisefotografie und mehr
2'460 Beiträge · seit 200628. Nov. 2008 · #9
@ Andreas
Vielen Dank für den interessanten Reisebericth. Ich will ja nicht drängeln,aber wann geht es weiter?
Wie waren eigentlich die Kosten für Lebensmittel in Sambia? Wir waren im Oktober in Livingstone und fanden es im Vergleich zu Südafrika oder Namibia recht teuer.

@fotofeeling
Toll, der von mir schon sehnsüchtig erwartete Reisebericht ist online. Werde mich in einer ruhigen Minute mal darauf stürzen
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
Themenstarter2'732 Beiträge · seit 200630. Nov. 2008 · #10
Di. 30.09.2008
Nach so viel Aufregung des gestrigen Tages wird uns ein Ruhetag sicherlich gut tun. Mama ist auf dem Weg der Besserung auch wenn es mit dem Schlucken noch nicht so recht klappen will. Doch wer uns kennt weis, dass auch ein Ruhetag genutzt wird und wir nicht faul in der Sonne liegen werden. Gestern Abend haben wir noch für die Segeltour Interesse gezeigt und heute um 09:00 steht Kapitän Blaubär und seinen Mannen bereit um in See zu stechen. Unser Kapitän ist ein lustiger Geselle und hat Spaß daran mit uns über den See zu schippern. Kaum haben wir Seeluft geschnuppert setzt eine Flaute ein. Per Motor müssen wir nach Domwe Island fahren. Unterwegs halten wir noch ein paar Fischer an um von ihnen ihren Fang abzukaufen. Den Fisch brauchen wir um die Fischadler anzulocken. Doch die Ausbeute des Fischers ist sehr mager. Der See ist total überfischt und selbst die kleinsten Fischer – eigentlich das Kapital für die nächste Generation – wird gnadenlos herausgefischt. Unser Kapitän ahmt den Schrei der Fischadler nach und winkt mit dem Fisch in der Hand. Danach wirft er ihn ins Wasser. Mit der Kamera bereit warten wir bis der Fischadler sich in die Luft erhebt. Dann kommt der König der Lüfte angeschossen, schnappt sich den Fisch und fliegt auf den nächsten Baum um seine Beute zu verspeisen. Alles geht so schnell, dass ich kaum mit dem Fotografieren hinterher komme. Also schalte ich den Winder hinzu um beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein. Der Kapitän lockt ihn wieder an und dieses Mal sind wir vorbereitet – und wie vorbereitet wir sind. Auf den Ruf „He is coming – he is coming“ fange ich an den Fisch im Wasser zu fokussieren und drücke ab. Als der Adler sich bequemt seine Beute in Empfang zu nehmen, muss die Kamera erst einmal die Bilder wegspeichern. Also wieder nichts Auswertbares dabei aber wir haben ja Zeit und so starten wir einen erneuten Versuch. So langsam habe ich den Dreh heraus. Den Winder von langsam auf schnell geschalten und ein Auge durch den Sucher während das andere den Auge den Adler sucht. Dann in der Hoffnung alles richtig gemacht zu haben drücke ich ab. Dieses Mal habe ich nicht nur Wasser fotografiert. Es ist schon erstaunlich wie schnell alles geht. Wir wiederholen das Spiel noch zwei oder drei Mal, dennoch bleibt es schwierig den richtigen Moment zu erhaschen. In einer malerischen Bucht gehen wir vor Anker. Bine ist ängstlich und meine Mutter schiebt ihre Angst auf den Infekt, der sie noch plagt. So springen Papa und ich ins Wasser – die Angst ist nicht unbegründet, gibt es doch Bilharziose im See. Die Krankheit ist heute nicht mehr unheilbar dennoch eine ernstzunehmende Erkrankung. Mit der Unterwasserkamera bewaffnet springen Papa und ich in den See. Ein bisschen Brot in der Hand und schon sind hunderte bunter Malawisee-Barsche um uns herum. Schon alleine für diesen Augenblick hat es sich ins Wasser zu springen. Wir beide schnorcheln noch eine Weile ehr wir wieder and Bord gerufen werden. Die Sonne und das Schnorcheln fordern ihren Tribut, während wir die Insel umrunden. Wir dösen ein und bekommen von der Fahrt zurück kaum etwas mit. Cape McClear steht als Nationalpark finanziell nicht besonders gut da. Dies liegt vor allem daran, dass die meisten Gäste sich nicht bei der Parkverwaltung anmelden. Die beiden Ranger haben zwar ein Boot, jedoch weder Paddel noch Motor und so können sie zwar vom Strand aus alles beobachten, jedoch nicht eingreifen um zu kassieren. Unser Kapitän hätte es auch lieber so gemacht, jedoch wollten wir uns die die Hupe Führer erwähnten Aquarien ansehen und deshalb müssen wir nachträglich den Eintritt zahlen. 5 US$ pro Person sind fällig und das sind wir gerne bereit zu zahlen. Die Aquarien waren es allerdings nicht wert, den Abstecher zu machen. Wie alles hier, sind auch diese heruntergekommen und bedürfen dringendster Instandsetzung. Entlang der Uferpromenade schippern wir zurück zum Campingplatz und können dem Treiben der Fischer und paar Touristen von unserem Vordeck zusehen. Am Campingplatz angekommen ist es gerade einmal früher Nachmittag und so kommen wir doch noch zu unserem Ruhetag. Mama und Papa machen sich noch auf um das Dorf zu besuchen. Bine liest und ich bereite alles für den nächsten Streckenabschnitt vor. Am Abend essen wir sehr vorzüglich im Restaurant und lassen unsere Gedanken noch einmal über die bisherigen Erlebnisse streifen.



Mi. 01.10.2008
Mama kann wieder ihren Mund öffnen und zeigt uns ihre Zunge. Geschwollen ist diese und ein dicker Belag liegt auf selbiger. Jetzt gibt es keine Diskussion mehr – in Liwonde werden wir das Bezirkskrankenhaus aufsuchen. Es geht die schlechte Piste zurück zur M10 und auf der Teerstraße nach Mangochi. Dort wollen wir uns noch das Lake Malawi Museum und den Queen Victoria Memorial Tower ansehen. Als erstes umrunden wir einmal den Queen Victoria Memorial Tower welcher für die 145 Toten des 1946 gesunkenen Schiffes errichtet wurde. Doch zuerst fahren wir zum Lake Malawi Museum. Es ist ein Mix aus Jagd-, Fischerei- und Völkerkundemuseum und eigentlich recht ansprechend gemacht. Schade nur, dass die Exponate dringend der Restaurierung bedürfen, für die allerdings kein Geld vorhanden ist. Anschließend fahren wir wieder zurück zum Memorial Tower um noch schnell ein Foto zu schießen. Unser Bargeldbestand ist inzwischen schon wieder geschrumpft und so suchen wir den ersten ATM auf. Hat zwar VISA will uns aber kein Geld geben weshalb wir zum nächsten Automaten fahren. Der hat VISA und gibt uns auch Geld – noch! Wären wir 20 Minuten später gekommen, wären die VISA-Server in den USA für 4 Stunden out-of-service wegen Wartungsarbeiten gegangen. Nun haben wir alles besucht und gesehen was wir in der Stadt wollten, haben wieder Geld und als nächstes steht das Abenteuer Krankenhaus auf der Liste. Mangochi hat ebenfalls eines und wir ändern den Plan und beschließen in dieses zu gehen. Die meisten Besucher sind Frauen und die warten außerhalb des Gebäudes im Schatten eines Schelters auf dem Betonboden sitzend. Ganz klar, dass meine Mama sich das nicht antuen will und schon wieder meint, dass es ihr besser gehe und wir weiter könnten. Doch dieses Mal bleiben wir hart und ich suche einen Arzt. Überhaupt nicht mit den Formalitäten vertraut, frage ich ein paar wichtig aussehende ratschende Schwarze nach einem Arzt. Der eine erklärt mir, dass es hier einer sei und fragt mich, wo das Problem liege. Ich hole schnell meiner Mutter und wir gehen mit ihm gemeinsam in sein Untersuchungszimmer. Dort angekommen wiederholen wir die Geschichte des Krankheitsverlaufes. Es stellt sich heraus, dass er der Zahnart ist und uns nicht besonders gut weiterhelfen kann. Ich mache ihm klar, dass wir dringend Antibiotika brauchen und es schon okay sei. Bei der Untersuchung streckt meine Mutter ihm nur die Zunge entgegen und er meint auch, dass das nicht besonders gut aussehen würde. Er würde nur schnell in den Haupttrakt gehen um Antibiotikatabletten zu holen. Nach fast einer Stunde kommt er endlich wieder. Er entschuldigt sich vielmals für die lange Wartezeit und meint, dass es heute etwas chaotisch sei und wir Glück hätten, jemanden im Krankenhaus anzutreffen. Es sei der letzte Tag im Ramadan und das Krankenhaus wird um 12 Uhr zugesperrt. Die hauseigene Apotheke wäre den ganzen Tag geschlossen jedoch habe er bei seinen ganzen Kollegen 4 Tabletten aufgetrieben. Ich frage ihn ob er meint, dass das reichen würde und er stimmt mir zu, dass das schon recht wenig sind. In dem Punkt sind wir uns einig und der stellt uns ein Rezept aus, welches wir bei der nächsten Apotheke einlösen können. Freundlich beschreibt er uns noch den Weg und wir können losfahren. Zwar finden wir die Apotheke, jedoch über einen kleinen Umweg. Die Apothekerin verschwindet in den heiligen Katakomben um uns die Pillen zu holen. Ich kann sie durch die offene Tür sehen. Eine große Pausentüte voller Tabletten wird vorsichtig auf dem Tisch ausgebreitet und unsere Anzahl an Tabletten sorgsam entnommen. Anschließend bekommen wir unser Päckchen und werden noch einmal über die Dosierung aufgeklärt - zwei Tabletten drei Mal täglich. Noch am Parkplatz wirft meine Mutter die erste Dosis ein. Zum Glück haben wir den Punkt unserer Reise nun hoffentlich hinter uns gelassen und sind um eine Erfahrung reicher. Klar haben wir für den Fall der Fälle einiges dabei – Spritzen, Kanülen, Aids Handschuhe etc. jedoch kein starkes Breitbrandantibiotikum. Dieses Manko werden wir auf unseren nächsten Reisen auf jeden Fall ausgleichen. Die Strecke ist nach Liwonde ist teilweise landschaftlich sehr toll. Links und rechts der Straße gibt es Palmenhaine und immer wieder kommen wir durch kleine Dörfer. Die Strecke ist gut und so kommen wir schließlich in der Stadt an. Der Markt gibt nicht viel her und so probieren wir es gleich im Supermarkt. Alles ist dunkel und es richt leicht muffig hier im Laden. Wir wollten eigentlich Fleisch kaufen, jedoch lassen wir gleich vom Plan ab und konzentrieren uns aus Eier und Getränke. Da unser Coca-Cola Vorrat für den täglichen Bedarf „bedrohlich“ geschrumpft ist, kaufen wir fast den kompletten Vorrat auf. An der Kasse sitzen wieder zwei Angestellte. Die einen tippt die Preise in den Taschenrechner und die andere kassiert uns ab. Als wir unsere Sachen verpacken, geht das Licht im Laden an – also war Stromausfall. Die Klimaanlage können wir nun auch wieder laufen hören und der Laden sieht gleich wieder viel freundlicher aus. Im Nachbarladen ersteigern wir noch Brot ehe wir uns auf den Weg in den Liwonde Nationalpark machen. Die Beschreibung im Hupe Führer hat hohe Erwartungen in uns gesetzt. Entgegen der Beschreibung zahlen wir alles in Landeswährung. Der Papierkram macht deutschem Bürokratismus ernsthaft Konkurrenz. Die glaube immer noch, dass die Dame nicht schreiben konnte und so müssen wir das Permit ausfüllen. Sie weiß wo sie unterschreiben muss und kann den Taschenrechner bedienen um den Preis auszurechnen. Allerdings mit einer störrischen Ruhe und wieder einmal bin ich im Kopfrechnen schneller als sie mit dem Tippen. Es dauert fast 30 Minuten bis sie den Preis und ihre Unterschrift auf den Zettel übertragen hat. Doch irgendwann hat sie es geschafft und übergibt uns freudestrahlend unser Permit – wer kann da schon sauer sein. Gleich nach dem Gate biegen wir rechts in Richtung Wasserloch ab. Doch die schlechte Beschilderung bringt uns nicht zunächst nicht zum Wasserloch, sondern ins Camp der Game Scouts. Hier werden die Ranger paramilitärisch gedrillt und den Hürdenparcours kenne ich noch aus meiner Armeezeit. Wozu aber Game Scouts Stacheldrahtverhaue überwinden müssen verstehe ich bis heute nicht aber wir sind ja nicht hier um den Scouts beim Training zuzusehen. Als ob wir das nicht schon selber festgestellt hätten werden wir daraufhingewiesen, dass wir hier falsch sind. Wir müssen also wieder ein Stück zurück und biegen dann richtig ab. Das Buschfeuer ist noch nicht lange vorbei und so rollen wir über die verbrannte Erde und sehen zunächst kaum etwas. Ein paar Säbelantilopen in weiter Entfernung, jedoch ist das auch schon alles. Das Wasserloch ist ausgetrocknet und auch sonst ist hier nicht viel los. Wir umrunden noch den Berg um wieder zur Hauptpiste hinauf zum Mvuu Camp zu kommen. Links und Rechts der Straße wütet das Buschfeuer und die dichten Rauchschwaden behindern die Sicht. Der bissige Rauch selber reizt Nase und Lunge und brennt in den Augen. Jedoch sind wir bald wieder aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet und können auf der Piste nach Norden zum Camp fahren. Obwohl es sich hier um die Hauptverbindungsstraße im Park handelt, gibt es mal gute mal schlechte Abschnitte. Die Betonbrücken sind baufällig und haben schon Löcher in der Fahrbahn, durch welche man hindurchschauen kann. Die Holzbrücken sind in einem noch kritischeren Zustand und ächzen unter der Last der Landrovers ordentlich. Für die meisten Holzbrücken gibt es schon Ausweichen quer durch den Busch. Wir passieren das Nashorngehege kurz vor dem Campingplatz. Privatfahrten sind hier im besonders gesicherten Bereich nicht erlaubt – reine Geldmacherei! Wir kommen endlich zum Mvuu Camp und werden den Rest des Tages als Ruhetag nutzen. Jedoch vorher müssen wir uns noch anmelden und die Formalitäten erledigen. Alles ist gut durchorganisiert und wir können uns unseren Campingplatz aussuchen. Autos stehen, Dachzelte sind aufgestellt und wir auf dem Weg zum Pool. Wir ziehen ein paar Bahnen und sitzen dann im Schatten der Autos und ratschen. Die nächste Dröhnung ist fällig und wird meine Mutter wieder in einen tiefen Schlaf versetzten. So vergeht der Nachmittag mit Faulenzen bei einer Tasse Cappuccino. Ehe die Nacht hereinbricht, melde ich uns vier noch für die morgendliche Bootstour auf dem Shire River an. Mit Einbruch der Dunkelheit legen wir uns zur Ruhe.

Do. 02.10.2008
Fast können wir einmal richtig ausschlafen, denn die Bootstour beginnt erst um 07:30 Uhr. Obwohl alles durchorganisiert ist, kommen wir nicht rechtzeitig los sondern warten noch eine halbe Stunde ehe wir endlich ablegen. Ich frage unseren Bootsführer ob wir flussaufwärts oder –abwärts fahren. Fast glaube ich ihn mit der Frage etwas aus seinem verträumten Alltag gerissen zu haben. Mit den meisten Touristen fährt er wohl nur flussaufwärts mit uns aber geht es zunächst treibend den Shire River hinunter. Noch auf der Höhe der Lodge sehen wir die ersten Krokodile. Eines hat einen toten Fisch vor sich und lässt ihn immer wieder von der Strömung mitnehmen ehe es ihn sich wieder holt. Wir sehen noch eine ganze Menge Krokodile welche auf den Sandbänken liegen und sich aufwärmen. Dazwischen laufen immer wieder Reiher und andere Vögel hin und her. Es ist herrlich hier einfach lautlos vorbeizugleiten. Im Chobe flüchten die meisten Krokodile durch den Motorenlärm, während sie sich hier nicht gestört fühlen. Wir treiben noch eine ganze Weile dahin, ehe wir den Motor starten und wieder stromaufwärts fahren. An der Lodge vorbei geht es weiter nach Norden. Ist schon erstaunlich was für ein Auge unser Führer hat. Er sieht Vögel schon lange vor uns und selbst dann haben wir noch Schwierigkeiten sie zu finden. Er bringt uns sehr nah an die verschiedensten Eisvögel heran. Leider ist die Strömung recht stark und das Boot wackelt doch recht stark, so dass es schwierig ist die Kamera ruhig zu halten. Ein paar gute Fotos gelingen aber dennoch. Für meinen Papa sind die Vögel eher eine tolle Nebensache, denn er kann sich an den Krokodilen und Waranen nicht satt sehen. Vor allem von den Waranen gibt es hier eine ganze Menge. Vor lauter Schauen übersieht es das größte Exemplar und ärgert sich bis heute, dass er diesen nicht ablichten konnte. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, gibt es noch eine kleine Pause. Die Bootsfahrt dauert nun doch schon etwas länger und wir der Motor angeworfen um die Zeit etwas zu kompensieren. Wir waren fast vier Stunden unterwegs ehe wir wieder unseren Fuß auf Land setzen.


Fr. 03.10.2008
Heute wollen wir den Park noch weiter auf eigene Faust erkunden. Bislang haben wir uns nur die Gegend rund ums Mvuu Camp angesehen, doch der Süden soll laut Reiseführer ebenfalls recht lohnend sein. Also aufstehen und irgendwie klappt heute alles schneller als sonst. Schon um 05:36 Uhr sind wir im Auto und fahren Richtung Süden. Wir nehmen einen kleinen Abstecher an der Rio Shire, doch so früh morgens ist hier noch nichts los. Unterwegs gabeln wir noch den game scout auf, der heute am Nashorngehege Dienst tut. Wir nehmen ihn mit bis zu seinem Arbeitsplatz und fahren dann die alte Strecke direkt am Zaun entlang. Die Piste ist in einem üblen Zustand und wir kommen nur langsam voran. Da es aber immer noch so früh am Morgen ist, haben wir keine Zeitnot und genießen die Aussicht auf eine dichte Buschvegetation. Irgendwann treffen wir auf die neue Hauptpiste und fahren auf dieser weiter. In Richtung Rio Shire blickend sehen wir eine große Herde Elefanten und versuchen etwas näher zu kommen. Jedoch bleibt es bei dem Versuch, denn keine Piste führt in deren Richtung. So kurven wir eben vergeblich hin und her und zeichnen dabei unseren Weg auf. Langsam aber sicher kommen wir in den südlichen Teil des Parks. Die 3 Lodges hier lassen hoffen, dass es doch ein paar Tiere hier gibt. Doch der Schluss trügt und hier gleich noch weniger los als im Norden. Die Erkenntnis gewinnen wir sehr bald und machen uns wieder auf den Weg in Richtung Norden. Am Nashorngehege wieder angekommen biegen wir rechts in Richtung Naifulug ab. Laut Hupe soll es hier eine Piste geben, welche anschließend weiter in Richtung Norden zum Flugplatz führt. Wie gesagt – sollte es geben. Die Strecke wird nicht besonders oft gefahren und so wechseln sich gute Abschnitte mit 4x4 ab. Landschaftlich bietet die Strecke aber kaum etwas. Linkerhand ist der Zaun des Geheges und rechts dichter Busch. Wir sehen nicht ein Tier. Erst als wir uns weiter vom Gehege entfernen wird die Landschaft interessanter und auch der Busch lichtet sich. Jedoch sind wir da schon fast in Naifulug wo wir für Aufregung sorgen. Naifulug Game Scout Post ist nicht mehr als eine Hütte und die Schule für die Kinder der Parkangestellten. Wieder einmal schaffen wir es den Unterricht zu unterbrechen und werden neugierig beäugt. Einer der Ranger kommt auf uns zu und ich erkläre ihm, welche Piste wir fahren wollen. Die Aussage ist die, die wir erwartet haben. Die Piste existiert schon seit längerer Zeit nicht mehr und wir müssten umdrehen. Der suchende Blick hatte uns aber auch schon zu der Erkenntnis kommen lassen. Das Gate, über welches man den Park verlassen kann, ist aber (noch) vorhanden. Also machen wir uns wieder auf den Rückweg. Wir passieren den Campingplatz und fahren Richtung Norden am Flugplatz vorbei. Wir erkunden noch ein paar Wege rund um den Flugplatz. Endlich sehen wir mal wieder Elefanten und Impalas. Schon komisch, wie schnell man sich über das gewöhnlich freuen kann, wenn man die ganze Zeit nichts sieht. Am Rio Shire dann ist aber schon mehr los. Wir sehen eine Säbelantilopen, welche jedoch bei unserem Anblick flüchten. Etwas enttäuscht fahren wir zum Camp zurück um Mittagspause zu machen. Nach Kaffee ohne Kuchen – dafür aber mit Keksen machen wir uns am späten Nachmittag wieder auf die Pirsch. Es geht direkt zum Hide, jedoch ist nichts los und so beschließen wir weiterzufahren. An der großen Lichtung sind einige Impalas, Kudus und Paviane. Trotz unserer Warnung meint Papa, dass er sich hier auf das Autodach setzen kann und die Tiere beobachten. Jedoch schon als der die Tür öffnet, sind alle auf der Lichtung auf Hab-Acht. Als er auch noch aussteigt leert sich die Lichtung sehr schnell. War nichts mit dem Sonnenuntergang genießen und dabei Tiere zu beobachten. Also fahren wir den Weg weiter, bis uns ein Fluss am weiterkommen hindert. Dafür sind hier einige Kudus und die laufen nicht gleich weg. Also können wir doch noch den Sonnenuntergang genießen. Zwischen den beiden game drives haben wir uns zum Abendessen in der Lodge angekündigt. Heute ist Freitag und da wird das Abendessen in der Boma serviert. Das Essen ist ganz ausgezeichnet und schmeckt hervorragend. Ein paar Malawis trommeln und tanzen für uns. Schade, dass wir die Tänze nicht erklärt bekommen, denn teilweise werden diese mit Kostüm aufgeführt. Auch unsere Ober haben Spaß und sind schließlich alle beim Tanzen – und wir sitzen auf dem Trockenen. Es macht Laune zuzusehen, wie sich jeder zum Rhythmus bewegt. Jeder hat seinen eigenen Tanzstil und eine eigene Art sein Gefühl auszudrücken. Viele Gäste sind schon gegangen als wir uns auch auf den Weg zurück zum Camp machen.

Sa. 04.10.2008
Es war eine unruhige Nacht heute. Mehrmals sind Elefanten durchs Camp gelaufen. Die Blätter und Äste oberhalb unseres Dachzeltes hatten es ihnen besonders angetan. Meine Eltern hatte es noch schlimmer erwischt. Einer der Elefanten hatte ihren Landrover in der Nacht angerempelt - muss ordentlich gewackelt haben. Beim begutachten des Camps sehen wir einige zerbrochene Zäune und die Sichtschutzmatten am Pool liegen auch alle flach. Die Autos sind reisefertig und wir stopfen noch ein paar Kellogs in uns hinein, ehe wir uns auf den Weg machen. Die Strecke zum Parkeingang kennen wir ja inzwischen schon recht gut. Büffel, Elefanten und sogar Säbelantilopen verabschieden sich von uns. Die Teerstrecke nach Zomba ist sehr gut und wir kommen zügig voran. Mama nervt, denn sie will unbedingt Lebensmittel einkaufen gehen und wir finden und finden keinen Laden. Zomba hat wesentlich mehr Tankstellen als auf dem GPS vermerkt und so zeichnen wir einige davon auf. Am “Memorial of African Rifles" machen wir unsere erste Pause. Die African Rifles haben auf englischer Seite in beiden Weltkriegen gekämpft und blutige Verluste erlitten. Auf bonzernen Tafeln wird derer gedenkt, welche für das Empire ihr Leben ließen. Die Strecke ist jetzt etwas schlechter aber immer noch gut. Unterwegs halten wir an einer Bäckerei an, jedoch hat diese heute zu. Mama wird immer nervöser, denn unsere Lebensmittelvorräte sind wirklich nicht mehr üppig. Endlich erreichen wir Limbe, eine Vorstadt von Blantyre. Die M2 in Limbe und Blantyre ist eine einzige große Baustelle. Doch in Blantyre kommen wir endlich zum Shoprite und der hat offen. Endlich können wir unsere Vorräte wieder aufstocken und auch Geld abheben. Mit unserem Autovermieter hatten wir ausgemacht, dass wir bei der Hälfte der Tour einen Ölwechsel durchführen lassen werden. In Blantyre ist das Hauptquartiert von Landrover Malawi und zum Glück habe ich mir das alles schon von der Landrover Internetseite alles schon vorab besorgt. Nach einigem Suchen finden wir auch die Vertragswerkstatt, jedoch ist diese zu. Einer der Angestellten kommt von irgendwoher angelaufen und sagt uns, dass der Mechaniker erst am Montag wieder da ist. Wir machen uns wieder auf den Weg ohne Ölwechsel oder sonstige Inspektion. Die Hektik einer Großstadt sind wir nicht mehr gewöhnt und froh als Blantyre wieder hinter uns liegt. Die Strecke führt uns wieder in die Berge hinauf. Vom Kamuzu Viewpoint haben wir einen tollen Ausblick auf die restliche Tagesetappe, welche nicht mehr lange dauern wird. In Thabwa kaufen wir Cola und Fanta, jedoch zu Phantasiepreisen. Es hilft nichts, denn Bine mag kein Bier unser Savanna ist auch schon seit einiger Zeit zu Ende. In Chikwa tanken wir noch einmal voll und machen uns dann auf den Weg ins Majete Wildlife Reserve. Laut Hupe-Führer soll es hier eine Kolonie Scharlachtspinte geben. Jedoch kennt keiner der Einheimischen diese Kolonie oder versteht wovon wir reden. Nach einigen staubigen Kilometern erreichen wir das Gate von Majete. Freundlich werden wir empfangen und über alles informiert. Rein zufällig kenne ich einen der Manager, der das Reservat mit aufgebaut hat und schon öffnen sich uns alle Türen. Im Camp angekommen laden wir unsere Autos aus und genießen den Tag. Wir sind müde und dösen ein bisschen ehe wir uns wieder zu Kaffee und Keksen treffen. Man kann zwar self-catering machen, jedoch müssen wir auf dem Gemeinschaftsfeuer grillen. Aber auch das ist kein Problem, denn wir sind die einzigen Gäste im Camp.

So. 05.10.2008
Wir sind es einfach inzwischen so gewöhnt früh aufzustehen, dass wir auch nicht lange schlafen können. Genauso ist es nun hier im Camp. Alles schläft noch, als wir schon wieder fit sind für diesen Tag. Es war sehr schwer gewesen, gut Infos über Majete zu erhalten aber genau aus diesem Grund sind wir hier. Die ganze Gegend ist von den Touristenströmen wenig frequentiert und verspricht schon deshalb Africa authentica. Allerdings wissen wir auch um die Probleme der zügellosen Wilderei in dieser Gegend und dem ehrgeizigen Ziel hier wieder Wildtiere anzusiedeln. Allerdings egal wo wir bislang in Malawi aufgehalten wurden – Majete hat jeder gekannt. Wir sind nun gespannt, was uns im Park erwartet. Erst vor kurzen sind 70 Elefanten hier angesiedelt worden. Auch aus den anderen Parks werden immer noch Tiere hierher übergesiedelt. Als erstes machen wir uns jedoch auf den Weg zu den Kapichira Falls. Hier musste einst David Livingstone umkehren, da über die Stromschnellen des Rio Shire kein Weg führte. Wie wild muss es hier eins gewesen sein, als der Staudamm oberhalb der Fälle noch nicht vorhanden war. Heute ist der Fall zwar noch imposant, jedoch ist der Rio Shire gut 30 Meter unterhalb wieder ruhig und wäre deshalb einfach zu überqueren. Aber wir sind ja nun über 100 Jahre später hier und nicht mehr mit diesen Problemen konfrontiert. Unser Landrover hat den „beschwerlichen“ Weg gut gemeistert. Unterwegs haben wir frische Nashornlosung gefunden, jedoch nicht das passende Nashorn dazu. Majete hat inzwischen wieder 7 Stück, welche frei im Park umherlaufen können. Hier wird also nicht so abkassiert wie im Liwonde Nationalpark. Allerdings ist die Garantie eines der Tiere zu sehen auch geringer. Ich habe von Mike noch die Tracks bekommen und so haben wir nicht nur die offizielle Karte, sondern auch moderne Navigation. Es ist immer schwer sich für den richtigen Weg zu entscheiden. Unterwegs treffen wir ein paar Holländer in ihrem eigenen Auto. Wir biegen links zum Aussichtspunkt ab, während sie rechts abbiegen. Auf dem Weg dorthin wird es steinig und ruppig. Die letzten Meter geht es nur mehr zu Fuß, jedoch kann man von hier aus den ganzen Park überblicken. Eine Herde Büffel steht nicht weit weg von unserem Parkplatz im Busch. Mehr ist allerdings nicht zu sehen. Wir fahren noch ein Stück weiter in Richtung Norden ehe wir den Nyala Loop in Richtung Süden fahren. Die Holländer sind schon lange weg, aber am Abend erfahren wir, dass sie hier ca. 20 Elefanten gesehen haben. Wir sind gut 30 Minuten später an der Stelle und sehen nichts mehr. Es geht weiter nach Norden zum „Mvuu Spot“. Im Rio Shire liegen die Hippos im strömenden Gewässer und „verstecken“ sich hinter großen Steinen. Anfangs ist es richtig schwer Steine und Hippos zu unterscheiden. Da es im Park keine Raubkatzen gibt, können wir aussteigen und die Szenerie genießen. Wir fahren noch immer Richtung Norden bis wir den Zaun erreichen. Dort wohnen ein paar Männer und sind total erschrocken als wir auftauchen. Wir halten ein Plausch mit ihnen und erfahren, dass sie den Zaun täglich kontrollieren und auch ob Wilderer in den Park eingedrungen sind. Da die Parkverwaltung allerdings die umgebenden Dörfer mit einbezogen hat, sei die Wilderei nicht sehr groß. Der Park gibt nicht viel her und so wollen wir lieber zurück zum Camp fahren um am Wasserloch Ausschau zu halten. Auf dem Weg zurück kommen wir an den beiden permanenten Wasserlöchern vorbei. Allerdings ist hier nichts los und so fahren wir direkt ins Camp zurück. Wir lassen Mama und Papa am Camp zurück und brechen noch einmal auf. Allerdings sind wir nicht mehr lange unterwegs und kehren auch bald zurück. Bis auf einige Büffel und Nyalas haben wir heute nichts gesehen. Die Ausbeute ist sehr mager. Die Eltern wollen lieber im Camp bleiben und so brechen Bine und ich alleine auf. Wir probieren es noch einmal mit dem Nyala Loop doch auch jetzt haben wir keinen Erfolg. Wir fahren über die Inlandsroute wieder zu den Wasserlöchern. Immer noch ist nicht los und so sind wir schon ein bisschen enttäuscht. Urplötzlich versperrt und ein Eland den Weg und wartet auch noch geduldig, dass wir es fotografieren können. Wenigstes etwas haben wir auf den Nachmittagsdrive nun fotografiert. Wir fahren am Mwanbezi entlang in Richtung Osten. Malerisch liegt der Weg hoch oberhalb des Flussbettes. Allerdings zwingt uns die Zeit zur Umkehr damit wir rechtzeitig im Camp sind. Mama und Papa haben es sich gemütlich gemacht. Eine Herde Büffel war inzwischen ans Wasserloch gekommen und auch Zebras. War also eine Menge los, während wir ergebnislos umhergefahren sind. Die Büffel kommen aber noch öfters am Abend und so sehen wir doch noch einige Tiere. Auch die Zebras kommen noch einmal zurück. Wir haben das Glück zwei Tierärzte zu treffen, welche im Lilongwe Park Tiere für Majete einfangen und können von ihnen viel über den Park erfahren. Unserer Meinung nach braucht der Park noch mindestens 10 Jahre, allerdings lohnt es sich dennoch zu kommen. Kaum in einem anderen Park kann man Ruhe und Einsamkeit so genießen wie hier. Wir kochen am Abend noch und packen die Autos für morgen fertig.

Mo. 06.10.2008
Wir sind zum süßen Nichtstun verdammt – denn um 6 Uhr macht das Gate erst auf. Nachdem die letzten Sachen ins Auto gepackt sind und wir gefrühstückt haben, machen wir uns auf den Weg. Kurz von 06:00 Uhr sind wir am Gate und können zu unserer Überraschung noch nicht ausreisen. Noch sind ein paar Formalitäten zu erledigen und die kann der Nachtwächter nicht. Er bietet uns an, mit uns ins game scout camp zu fahren und dort die Tageswache abzuholen. Auf unserem Weg dorthin kommt die uns schon entgegen. Nun haben wir beide an Board und fahren zurück zum Gate. Endlich sind die Formalitäten erledigt und wir können los. Da meine Eltern das Stück zur Schotterpiste schon vorgefahren sind, bin ich hinter ihnen. Dabei fällt mir sofort auf, dass ihr linker Hinterreifen nicht mehr besonders viel Luft hat. Also aufpumpen und hoffen, dass wir bis nach Chikwa kommen. In Chikwa an der Kreuzung ist dann auch schon ein „Reifenhändler“ und wir hoffen unseren geflickt zu bekommen. Das erste Problem – wie auch schon in Botswana – ist die Radmutterngröße des Landrovers. Also geben wir ihnen unser Autowerkzeug damit sie den Reifen demontieren können. Der Landrover ist zu hoch für ihren Wagenheber also gebe ich ihnen unseren Hi-Lift-Jack. Hi-Tech trifft auf Busch-Tech und so bocke ich den Wagen auf sehr zur Belustigung der Anwesenden. Aber der Reifen ist von der Achse und so können sie anfangen nach dem Loch zu suchen. Bald ist die Stelle gefunden und kann auch gerichtet werden. Ein Nagel steckt in der Lauffläche – wo kommt denn der bloß her? Mit einem Fäustel und diversen Abziehern wird der Reifen Stück für Stück von der Felge geklopft. Es dauert fast 30 Minuten bis der Reifen endlich von der Felge ist. Mit seiner Vulkanisierungslösung ist Stahlgruber reich geworden und auch hier kommt sein Flickenkit zum Einsatz. Fast eine Stunde hat es gedauert, bis der Reifen endlich wieder auf der Achse montiert werden kann. Endlich können wir losfahren und die Strecke entlang der Mwanza fahren. Dazu müssen wir ein Stück zurück in Richtung Majete um dann links abzubiegen. Kein Schild, Nichts was die Richtung weist – nur die Landkarte helfen uns hier weiter. Die Piste ist besser als erwartet und wir kommen zügig voran. Immer wieder treffen wir auf Siedlungen entlang der Straße und auf freundliche Menschen. Es kommt nicht oft vor, dass sich Touristen hierher verirren. Immer wieder müssen trockene Flussbette durchfahren werden, während Palmen unseren Weg säumen. Die Strecke ist einfach malerisch. Nach ca. 60 Kilometer kommt dann die Schlüsselstelle des Abschnittes. Ein steiler und steiniger Weg führt direkt in die Berg empor. Kurz vor dem Erreichen der Bergkuppe kommt dann noch eine ca. 40 cm hohe senkrechte Stufe. Ich erwische ganz gut die Ideallinie und fahre schräg auf die Stufe zu. Der erste Versuch scheitert und so schalte ich um in 4HW und damit ist es kein Problem. Papa kommt gleich mit Differentialsperre an und auch so über die Stufe. Der Weg wird sofort wieder besser und wir können wir mit flotten 40 km/h fahren. Kurz vor Nkadana werden wir von einer Polizeistreife gestoppt. Sie halten uns nur an, damit wir den Polizeichef mit nach Mwanya nehmen. Aus der Karte nicht ersichtlich geht es wieder steil in die Berge hinauf. Die Piste ist allerdings sehr gut und der Polizeichef freut sich darüber, nicht den langen Weg laufen zu müssen. Kurz vor Mwanza passieren wir ein Denkmal für ermordete Parlamentsmitglieder. Leider kann uns unser Mitfahrer nicht erklären, was es damit auf sich hat. Nur das was auf dem Schild steht, gibt er wieder. In Mwanua angekommen lassen wir ihn am Supermarkt aussteigen und fahren anschließend zum Tanken. Das erste Mal, dass wir in Malawi keinen Diesel bekommen aber dafür erhalten wir welchen an der Petroda Tankstelle. Noch haben wir Malawi Kwacha und hoffen, da der Cola Vorrat erschöpft ist, auf einen bottle store oder so ähnlich. Jedoch kommt bis zur Grenze keiner mehr und so haben wir noch etwas Geld für das nächste Jahr. Die Ausreise ist schnell erledigt. Ein Helfer nimmt für uns die meisten Gänge ab und so müssen wir nur mehr unsere Papiere stempeln lassen. Daheim haben wir bereits das Visum für Moyambique uns vom Honorarkonsul in München ausstellen lassen und so brauchen wir nur mehr die 3rd party insurance. Bine kommt ganz groß heraus, denn ein paar Wörter von unserem portugisisch sind hängen geblieben. So bekommen wir die Papiere sehr zügig ausgestellt und können anschließend zur Einwanderungsbehörde. Warum auch immer, aber wir müssen das Einreiseformular ausfüllen und dem Beamten geben. Für 3 US$ bekommen wir dann einen Aufkleber zusätzlich zu unserem Visum in den Ausweis geklebt. Komplizierter ist es schon das Auto einreisen zu lassen. Jedoch ist man sehr höfflich und füllt für uns das Schriftstück aus. Endlich ist alles erledigt und wir können unsere Reise fortsetzen. Die Strecke bis Moatize ist nicht spektakulär. Ein paar Felsen schauen aus dem Boden ansonsten wird hier Ackerzucht und Viehbau betrieben. Die Erde ist verbrannt und die Teerstraße hat einige interessante Momente parat. Die Schlaglöcher erinnern an Zambia, jedoch sind sie hier nicht ganz so tief und häufig. In Moatize heben wir Geld am ATM ab und geben es gleich wieder Getränkemarkt aus. Auch hier werden wieder Fantasiepreise gemacht, jedoch haben wir erst einmal genügend eingekauft und die nächste Woche zu überleben. Während Mama und ich beim Geldautomaten waren, ist Papa aufgefallen, dass sein Zusatztank leckt. Ich krieche schnell unter das Auto und ja wir müssen in die Werkstatt. In Tete ist eine und so fahren wir auf direktem Weg zu Aoto Reparadora in Tete. Fast 40 Mechnaiker sind hier am Schrauben, Schleifen und Lackieren gleichzeitig am Arbeiten. Wir erklären unser Problem und sie fangen auch gleich an den Tank zu reparieren. Zum Glück haben wir gerade erst vollgetankt und so müssen 60l aus dem Zusatztank abgelassen werden. Auch wenn hier viele gleichzeitig arbeiten, genügend Auffanggefäße haben sie nicht. Unser kostbarer Diesel ist auf alle möglichen und greifbaren Kanister verteilt. Dann kann der Tank endlich ausgebaut werden. Nach 2 Stunden Arbeit ist dieser endlich vom Rest des Auto getrennt. Die Lecksuche gestaltet sich für europäische Verhältnisse abenteuerlich. Etwas Diesel wieder in den provisorisch verschlossenen Tank und dann wird kräftig geblasen bis irgendwo die Flüssigkeit wieder austritt. Aber sie finden das Loch und können nun anfangen es zu löten. Leider ist aber inzwischen Feierabend und wir hängen in Tete fest. Alles kein Problem wir haben ja GPS und den Hupe und starten die Hotel-Odyssee. Das beste Hotel am Ort ist schon einmal ausgebucht. Das nächste auf der Liste hat auch nichts frei. Das dritte mag uns nicht uns so wird es langsam immer kritischer etwas zu finden. Die letzte Hoffnung ist das „Paradiso“ und tatsächlich bekommen wir hier zwei Zimmer. Heute wollen wir nichts mehr – nur mehr Duschen und Essen. Duschen gestaltet sich schwierig da es kein Wasser gibt bzw. nur ein Rinnsal aus dem Duschkopf tröpfelt. Macht alles nichts, denn morgen wird alles besser. Das Essen ist sehr gut und nach dem dritten Bier werden auch die schlimmsten Erlebnisse des heutigen Tages schon langsam besser. Müde fallen wir ins Bett und schlafen auch bald ein.


Fortsetzung folgt ....
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
447 Beiträge · seit 200802. Dez. 2008 · #11
Hallo Andreas,

vielen Dank für diesen tollen Bericht über Teile Afrikas, an die wir uns (noch) nicht herantrauen.

Es ist spannend und wunderbar mit euch mitzureisen- irgendwann, wenn wir noch ein paar Mal 4x4-Erfahrung in BOT gesammelt haben, werden wir es hoffentlich auch gen Sambia, Malawi und Mosambique schaffen.
Und nach Tansania und Kenia will ich auch noch...😃

Immer das selbe: so viele Ideen und so wenig Zeit...

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, so komme ich wenigstens mit euch schon mal dahin!

Viele Grüße,

Kathrin
Kathrin und Olli Manchmal wollen die Goetter, dass etwas nicht gelingt, damit die Menschen die Demut bewahren. Reisebericht Botswana Apr/Mai 08: http://www.namibia-forum.ch/download/olliboe08.pdf Reisebericht Botswana Jun 09: Feuertaufe im Regenwasser Norwegen 2010
2'612 Beiträge · seit 200703. Dez. 2008 · #12
Hallo Andreas,

ein dickes Lob für den Reisebericht, sehr viele Infos. Respekt, dass Deine Eltern solch eine Tour mitmachen, auch wenn der Aufenthalt für Deine Mutter sicherlich in schmerzhafter erinnerung bleiben wird. Meine Eltern bekomme ich noch nicht einmal nach Südafrika 🙁

Kannst Du vielleicht auch ein KML/KMZ-File von der Tour zur Verfügung stellen? Sambia ist definitiv auf meiner Liste - Zeitpunkt allerdings noch offen.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
Themenstarter2'732 Beiträge · seit 200605. Dez. 2008 · #13
So nun ist wieder ein Teil fertig ...

Di. 07.10.2008
Um 07:00 Uhr morgens sollten wir wieder an der Werkstatt sein und wir hofften auf einen frühen Aufbruch. Der Wagen stand die Nacht über auf dem Firmengrundstück und musste nun auf die Straße gestellt werden. Die Autos werden überall repariert – in der Halle, im Hof und eben auf der Straße. Unser Mechaniker von gestern sieht sich die Arbeit der Schweißers an und lässt ihn noch einmal nachbessern. Das alles kostet Zeit die Mama und ich damit verbringen einen ATM zu suchen und noch einmal Geld abzuheben. Inzwischen sind es vier Mechaniker welche damit beschäftigt sind den Tank wieder an den richtigen Stellen zu befestigen. Wir stehen sinnlos herum und hoffen immer wieder bald fertig zu sein und endlich Tete verlassen zu können. Endlich nach schier geraumer Zeit wird damit begonnen das Auto wieder zu betanken. Wir sind startklar und müssen nur noch zahlen. Da es ja eigentlich ein Schaden zu Lasten der Vermietstation ist wollen wir eine Rechnung. Ganz so sicher sind wir uns aber bei der Vermietstation nicht, ob sie die Kosten übernimmt oder nicht. Es wären 1600 Meticais (46 Euro) mit Rechnung oder 1200 Meticais (35 Euro) ohne Rechnung. Wir entscheiden uns für die billigere Variante und zahlen. Endlich um 09:30 Uhr kommen wir los. Die geplante Strecke bis in den Gorongosa Nationalpark werden wir wohl nicht mehr schaffen. Anfangs fährt Papa extrem langsam und vorsichtig, immer noch vertraut er der Arbeit der Mechaniker nicht. So kommen wir nur langsam voran. Bis Changara ist die Teerstraße noch gut in Ordnung, wird dann allerdings zum Schlaglochteppich und zwingt uns dazu unser Tempo noch weiter zu drosseln. Immer mal wieder kommen gute Abschnitte und wir können durchstarten um nach ein paar Kilometern wieder jäh gebremst zu werden. Erst als wir auf die EN6 Richtung Chimoio einbiegen, wird die Straße wieder sehr gut befahrbar. Viel Zeit haben wir heute nicht mehr um eine Übernachtung zu finden und einkaufen zu gehen, denn es ist inzwischen schon 16:00 Uhr. Wir finden dank GPS den Shoprite ohne Probleme und kaufen erst einmal wieder ein. Ich drängle darauf weiterzukommen und nachdem wir alles haben geht es auch los. Wir wollen in der empfohlenen Übernachtung aus dem Hupe bleiben, finden sie jedoch nicht. Also fahren wir noch ein Stück um dann am Hotel Milpark nach einer Übernachtung zu fragen. Wir dürfen campen auch wenn es nicht so üblich sei. Vorher aber dürfen wir uns den Platz ansehen um zu prüfen ob er uns auch gefällt. Er gefällt uns und schließlich haben wir keine andere Wahl. Allerdings 15 US$ pro Person sind schon sehr happig. Da wird wohl in die eigene Tasche gewirtschaftet, da wir keine Rechnung bekommen. Gut das mit der Übernachtung hat ja doch noch geklappt und wir fahren die paar Kilometer doch noch schnell nach Chimoio zurück um aufzutanken. Dann sind wir endlich am „Campingplatz“ und können uns niederlassen. Die Duschen funktionieren nicht, was eher die Damenwelt trifft als uns. Papa und ich springen in den Pool, der mindestens genauso kalt ist wie die Umgebungstemperatur. Es ist recht frisch hier oben und die Pullis, Jacken und langen Hosenbeine kommen das erste Mal seit Johannesburg wieder zum Einsatz. Aus dem Grund verschwinden wir auch bald nach dem Abendessen in die warmen Schlafsäcke.


Mi. 08.10.2008
Es dämmert gerade als wir schon frühstücken und es ist immer noch kalt. Die Teerstraße nach Inchope ist sehr gut und wir kommen schnell voran. Wir passieren das „Coplexo Arcos Iris Hotel“ nach gut 1 Stunde Fahrzeit. Es wäre gestern hierher eindeutig zu lang gewesen. Am „Pungoe View Point“ machen wir eine erste Rast. Überall sind noch Schilder „Minen“ angebracht, so dass wir sicherheitshalber nicht zum Pinkeln hinter irgendwelchen Büschen verschwinden. Außerdem ist sowieso noch keiner außer uns unterwegs. Nach 1,5 Stunden Fahrt sind wir endlich an der Kreuzung in den Nationalpark hinein. Sofort wird es wieder sandig und staubig. Die Eltern halten wieder etwas Abstand und wir fahren vor. Die Brücken entlang des Weges werden nicht genutzt und so fahren wir auch herum. Zuverlässig sehen sie schon aus, aber die Einheimischen werden schon wissen warum. Es ist ein langer Weg bis zum Gate welches wir schlussendlich doch noch erreichen. Wir wollen campen, jedoch habe ich vergessen, dass der Hupe-Newsletter ja gesagt hat, dass der Campingplatz geschlossen ist. Wir reden und reden und bekommen schließlich einen Familienbungalow für fast 140 Euro pro Nacht. So teuer wollten wir eigentlich nicht übernachten aber nun sind wir schon einmal hier. Wir müssen dann noch einmal 200 Meticais für das Auto und 200 Meticais pro Person zahlen. Ab dem Gate taucht man in eine andere Landschaft ein. Überall stehen Palmen und dichter Busch und alles wirkt sehr verzaubert. Vom Gate ist es aber noch einmal fast 75 Minuten bis wir im Camp ankommen. Zu unserer Überraschung sind auf dem geschlossenen Campingplatz auch Camper. Also wollen wir in der Rezeption unseren Bungalow stornieren und auf dem wesentlich günstigern Campingplatz bleiben. Uns wird aber mitgeteilt, dass dies nicht möglich ist, da die Camper schon vor dem Schließen des Campingplatzes reserviert hätten. Wir sollen aber später mit dem Manager reden, der aber sei gerade auf Visite im Park unterwegs. Genau das wollen wir auch machen und müssen noch einmal 500 Meticais für einen private game drive löhnen. Der Park wird nicht billig werden – so viel steht schon einmal fest. Aber alles ist sehr ordentlich geführt. Wir bekommen eine Nummer, damit wir uns als „Offizielle“ ausweisen können bzw. die Ranger wissen wie viele Autos im Park sind. Alle Straßen im Park sind beschildert bzw. nummeriert und so fällt die Orientierung leicht. Zunächst geht es jedoch erst einmal auf der Hauptpiste in den Park selbst hinein. Wir biegen auf die Nr. 5 für ein kurzes Stück ein. Im „yellow fevertree forest“ geht es dann auf der Nr.5a an einem Bach entlang. Vor allem die vielen Wasserböcke und Warzenschweine fallen uns auf. Lauf Tafel gibt es heute mehr als vor dem schrecklich wütenden Bürgerkrieg. An den einzelnen Lagunen lauern Reiher und im Sand liegen einige besonders schöne Exemplare an Krokodilen. Es ist nicht immer leicht den Fahrweg zu verlassen um einen Blick auf die Lagunen zu erhaschen. Erst später, wenn man fast das „lions house“ erreicht hat, gibt es einzelne Aussichtspunkte. Am „lions house“ machen wir erst einmal Rast. Eine Leiter führt steil hinauf zu den Resten einer Wendeltreppe. Vom Dach der Ruine hat man einen guten Rundblick und wir sehen hunderte von Wasserböcken. Im Park leben inzwischen wieder über 300 Elefanten, jedoch die zu sehen ist reine Glückssache, ebenso wie die 60 Löwen. Nach einer längeren Pause machen wir uns wieder auf den Weg. Wir fahren mitten durch die weite Ebene vor den „lions house“ zur Straße Nr.4. Zu sehen ist nicht viel an Tieren und so erfreuen wir uns mehr an der Landschaft. Die Straße macht einen Knick und eine „seasonal road“ führt uns zum „Miradouro do Surgue“. Ein sehr schöner Platz mitten in der weiten Ebene an einem See gelegen. Hunderte von Wasservögeln sind hier. Jedoch können wir nicht näher als 200 Meter an sie heran. Das Gelände ist morastig und wir haben auch Angst vor Minen. Hier im Park war eines der Hauptquartiere der Freischärler welches natürlich zusätzlich noch geschützt wurde. Angeblich sind zwar alle Minen geräumt – aber was heißt das schon. Wir können uns kaum von dem Platz wieder loseisen, so reizvoll ist es hier. Doch es wird immer wärmer und so fahren wir schließlich doch weiter. Ein auf der Karte nicht vermerkter Weg führt wieder weg von der Nr. 4 und bringt uns ebenfalls wieder hinaus in die Ebene und zu dem See. Hier sind noch viel mehr Wasservögel, aber auch Hippos und Krokodile im Wasser. Leider kommen wir auch hier nicht näher heran. Über die Straße Nr. 2 – laut Hupe kann man hier Elefanten sehen – fahren wir langsam dem Camp entgegen. Doch Elefanten sehen wir keine, jedoch eine Menge uralter Elefantenköttel. Die Landschaft ist aber sehr verwunschen und so sind wir nicht traurig als wir im Camp ankommen. Ich möchte noch weiterfahren und so setzten wir Mama und Papa im Camp ab und düsen wieder los. Die beiden erledigen das mit dem Campingplatz während wir schon wieder über die Nr. 3 in Richtung Parkmitte fahren. Entlang der Straße sind zwei große Wasserlöcher, jedoch ist nichts los und so fahren wir weiter in Richtung Norden bis wir die Nr. 4 wieder erreichen. Hier biegen wir rechts ab um über die Nr. 8 und Nr. 11 zum „Miradouro dos Hipopôtamus“ zu gelangen. In früheren Zeiten, war das wohl ein Restaurant mit Bar. Auf Betonstelzen konnte man auf der Terrasse gut drei Meter erhöht sitzen. Die Bar war noch gut zu erkennen, sowie die Küche mit den Fliesen an der Wand. Leider wurde alles, was irgendwie gebraucht werden konnte demontiert und so ist es jetzt dem Verfall preisgegeben. Warum der Platz „Hippoaussicht“ heißt erschließt sich uns nicht ganz. Der See ist über einen Kilometer entfernt von uns und Tiere sind kaum auszumachen. Dafür aber ein Fischer mit seinem Boot und das mitten im Nationalpark. Langsam müssen wir uns wieder auf den Rückweg zum Camp machen, denn wir haben Mama und Papa versprochen sie gegen 15:30 Uhr im Camp für den Nachmittagsdrive abzuholen. Wir wollen über die Nr. 6 zurück zum Camp jedoch an der Kreuzung mit der Nr.7 müssen wir unseren Plan aufgeben. Das Buschfeuer, welches wir schon seit längerem beobachten nähert sich und so entschließen wir uns über die Nr.7 auszuweichen. Überall steigen noch Rauchschwaden auf und teilweise lodern die kleineren Brände nach als wir in zügigem Tempo durchfahren. Hier brauchen wir keine Angst vor Tieren haben, die plötzlich auf der Straße stehen könnten, denn was hier noch ist, ist verbrannt. Uns bleibt aber nichts anders übrig als Augen zu und durch. Der Rauch reizt die Augen und Nase und als wir endlich die Nr. 12 erreichen liegen die Brände hinter uns. Hier hat es schon gebrannt und so kommen wir doch recht flotten Tempos wieder ins Camp. Das mit dem Campingplatz ging klar und so haben sich beide Eltern auch schon häuslich niedergelassen und warten auf uns. Wir sind durch die Hintertür ins Camp gelangt und so haben wir unsere Fahrzeugnummer noch. Der Ranger schaut zwar etwas komisch aber wir haben ja Nichts falsch gemacht. Wir fahren wieder über die Nr.1 und Nr.5 zur Nr. 5a – der Strecke die wir heute Morgen schon einmal gefahren sind. Landschaftlich hat es sie besonders meinem Papa angetan. Jedoch sehen wir auch nicht mehr als heute morgen. Am „lion house“ biegen wir rechts auf die Nr. 6 ab. Kurz vor der Kreuzung mit der Nr. 3 riecht es nach Elefanten, jedoch können wir keine sehen. Schade, denn Elefanten unter Palmen haben wir bislang auch noch nicht gehabt. Auf der Nr. 3 gerade eingebogen läuft eine Ginsterkatze über die Straße. Leider viel zu schnell um die Kameras hochzureißen und abzudrücken. Aber wenigstens haben wir heute ein Tier gesehen, was wir in unserem Urlaub bislang noch nicht gesehen haben. Rechtzeitig zum Tagesende kommen wir ins Camp. Alle sind schon zum Duschen verschwunden, während ich am Feuer sitze und den Tag noch einmal durchgehe. Als eine Feuerwache wieder da ist, verschwinde ich auch zum Waschen. Wir haben ein hervorragendes Abendessen und ziehen uns bald ins Dachzelt zurück.


Do. 09.10.2008
Durchstarten in den Park ist nicht. Wir müssen wieder 500 Meticais für den Ausritt berappen. Wie man Geld macht wissen sie also schon und zähneknirschend zahle ich die 15 Euro für unseren „privat game drive“. Es geht wieder über die Nr.1 in den Park und weiter über die Nr. 3 und Nr. 4 zur „Hippoaussicht“. Scheinbar haben wir gestern Abend noch so davon geschwärmt, dass meine Eltern auch hierher wollen. Palmenhaine wechseln sich mit yellow fever tree forest ab. Zwischendurch ist immer wieder offenes Grasland auf dem Wasserböcke stehen. Auch meinen Eltern gefällt die Aussicht hier gut und so bleiben wir eine Weile um zu sehen was kommt. Ein paar Kuhantilopen können wir sichten. Wir sehen 6 Stück von 10 Stück die der Park hat. Also keine schlechte Ausbeute wenn man so will. Über die Nr. 11 – laut Hupe auch „Straße der Elefanten“ genannt – geht es wieder zurück zum Camp. Die Strecke ist verwachsen und hier ist schon seit längerer Zeit keiner mehr durchgekommen. Immer wieder muss ich Palmwedel zur Seite räumen. Deren scharfe Dornen können mit Leichtigkeit den Reifen perforieren. Ein kleiner Pfad verlässt die Strecke und schon ist wieder der „Livingstone“ in uns geweckt. Dem Pfad folgen wir. Er wird immer ruppiger und schließlich endet er an einem kleinen See. Leider kommen wir nicht an einen besseren Aussichtspunkt heran, denn überall ist Dornengebüsch um uns herum. So fahren wir wieder den gleichen Weg zurück zur Hauptpiste. Nach ein paar Kilometern wird der Weg wieder besser und wir kommen an eine gut ausgebaute Straße. Wir folgen ihr ein bisschen in Richtung Osten ehe wir uns entschließen umzudrehen. Inzwischen ist es über 30 Grad heiß geworden und das Fahren wird anstrengend. Die Strecke kennen Bine und ich ja schon recht gut und so sind wir gegen 11 Uhr im Camp zurück. Pause machen will ich eigentlich nicht, werde aber von meiner Frau dazu verdonnert. Zwar würde sie mit mir wieder losfahren, jedoch nur mir zu liebe. Ich lasse mich erweichen und wir gehen an den Pool. Das kühle Wasser erweckt uns wieder zum Leben. Wir haben uns darauf geeinigt, bis um 14 Uhr Pause zu machen. Der Hunger ist groß und so gehen wir beide zum Essen in Restaurant. Mama und Papa bleiben am Pool. Als es Zeit ist aufzubrechen hat es über 40 Grad im Schatten und nun sehe auch ich ein, dass wir doch noch etwas warten sollten. Ich möchte unbedingt die weite Schleife der Nr. 9 fahren. Die Strecke führt weit hinaus in die Ebene und gerade hier kann man die Weite Afrikas gut spüren. Alle sind einverstanden und so fahren wir zum zigsten Male die Nr. 1 und Nr. 5. Jetzt biegen wir aber nicht auf die Nr. 5a ab sondern fahren gerade aus weiter. Ein kleiner trockener Bachlauf ist zu queren und schon sind wir auf dem richtigen Weg in die Weite Afrikas. Ein paar Wasserböcke laufen aufgeschreckt davon, ansonsten sehen wir aber keine Tiere. Das Land wird immer offener und einsamer als wir endlich auf die Nr. 9 einbiegen. Auch wenn es hier gebrannt hat, hat die Landschaft einen ganz eigenen unbeschreiblichen Charme. Wir sind fast 1,5 Stunden im Nichts unterwegs ehe wir wieder zum „lion house“ kommen. Da wir das Gefühl haben, heute nichts mehr sehen zu werden, machen wir uns über die Nr. 4 und die Nr.3 wieder auf den Rückweg. Gerade rechtzeitig, denn die Ginsterkatze von gestern quert wieder unseren Weg. Leider viel zu hektisch reiße ich die Kamera hoch – das Bild ist natürlich verwackelt. Aber im nächsten Moment ist sie schon wieder im Busch verschwunden. Uns freut es, dass wir doch noch ein Wackelfoto haben und fahren gut gelaunt ins Camp zurück. Wieder haben wir ein Lagerfeuer und ratschen noch ein bisschen. Wir ändern wieder unseren Tourenplan, denn ursprünglich wollte ich noch einen weitern Tag hier im Park bleiben, jedoch so viel gibt es Park nicht her. Morgen werden wir also nach Vilanculos fahren. Durch den gewonnenen Tag können wir die lange Fahrtstrecke nach Inhambane teilen. Wir essen noch und gehen dann schlafen.


Fr. 10.10.2008
Wieder geht es heute morgen den langen Weg zurück zum Gate. Wir sind gespannt, ob wir noch einmal etwas zahlen müssen oder ob die 600 Meticais genug waren für uns beide. Aber wir müssen nichts mehr nachzahlen. Wie gesagt ganz billig ist der Park für einen Selbstfahrer nicht! Wir fahren wieder entlang der Minenmarkierungen zurück zur Teerstraße und auf dieser bis nach Inchope. Nur einmal halten wir kurz an der Pungoe Brücke an um den Hinweis auf Minen zu fotografieren. Die Strecke bis nach Chibamo ist öde und so spulen wir die Kilometer ab. In Chibamo verlassen wir die Teerstraße und biegen auf eine Sandpiste ein. Die GPS-Karte weist für Matarara Village einen Aussichtspunkt aus, bei dem man Krokodile sehen kann. Mein Papa ist seit Australien hin und weg von den Tieren und wir nur etwas angenervt, denn überall müssen Krokodile sein. Wir parken neben einem Haus und ich mache mich auf den Weg. Der Rest bleibt bei den Autos und wartet auf meine Rückkehr. Es ist weiter als gedacht und so laufe ich über 15 Minuten bis ich endlich am Rio Lucite ankomme. Allerdings ist hier alles felsig und von Krokodilen weit und breit nichts zu sehen. Dafür aber immer wieder die Hinweisschilder auf Minen. Auf meinem Rückweg kommt mir Bine schon entgegen und schimpft mich! Ich sei nun doch schon recht lange unterwegs gewesen und sie habe sich Sorgen gemacht. Ich erkläre ihr, dass hier keine Krokodile seien und sie meint, dass der Farmer auf dessen Grund wir parken ihnen gesagt habe, wo diese seien. Am Auto angekommen werde ich darüber informiert, wo die „Monster“ zu finden sind. Wir gehen dorthin wo uns gesagt wurde, allerdings sehen wir nicht ein einzigen – nicht mal ein kleines Krokodil. Etwas enttäuscht trotten wir zum Auto zurück und reden noch etwas mit dem Farmer. Vor zwei Jahren erst habe er Zimbabwe verlassen und sich hier eine Mangoplantage aufgebaut. Er erzählt uns auch, dass erst letzte Woche sein Hund beim Spaziergang am Fluss von einem Krokodil gefressen wurde und dass sie diese Woche eine Frau ins Krankenhaus gefahren hätten, der von einem Krokodil der Fuß abgebissen worden sei. Nach einer ganzen Weile machen wir uns wieder auf den Weg. Nach etlichen Kilometern passieren wir endlich die Rio Save Brücke. Die Angestellten sitzen im Schatten und spielen Karten. Sie schauen nicht einmal kurz auf, als wir an ihnen vorbeifahren. Nur als ich anhalte um Mama und Papa zu fotografieren, werden wir aufgefordert weiterzufahren. Die GPS-Karte weist die Save Pan als Vogelparadies aus. Wir verlassen die Teerstraße und fahren durch dichten Busch zu der markierten Stelle. Allerdings ist hier keine Pan, sondern nur dichter Busch und von Vögeln weit und breit nichts zu sehen und auch nichts zu hören. Also machen wir eine kurze Schaffenspause ehe wir wieder zurück zur Teerstraße fahren. Die Strecke wird in Richtung Vilankulos nicht interessanter und so rauschen wir durch die Landschaft bis wir endlich Pambarra Village erreichen. Hier ist zwar auch kaum bis wenig los, dafür aber haben wir Sandsturm. Die Straße ist teilweise nicht mehr zu sehen. Als wir uns aber Vilankulos nähern wird lässt der Wind nach und gibt die Sicht auf die Landschaft wieder frei. Zahlreiche kleine Seen liegen zwischen malerischen Palmen und offener Graslandschaft. Es ist gerade erst einmal 14:00 Uhr als wir unser Tagesziel erreichen. Sofort werden wir von willigen Helfern erspäht und alle wollen nur eines – unser Geld. Zum Glück habe ich die wichtigsten Punkte auf der GPS und so finden wir ohne Probleme die Bäckerei. Ein paar Dosen Cola haben sie auch und so ist ein Teil des Einkaufes schon erledigt. Im Bottle Store kaufen wir dann noch einmal Bier und Cola ein ehe wir uns auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit machen. Da wir nicht hier bleiben wollten, habe ich die Seiten auch nicht kopiert und so lassen wir uns dank Navigationssystem direkt zum Camp lotsen. So richtig gefällt uns aber „Baobab Beach Camp“ nicht. Der Platz ist wenig gepflegt und auch sonst stimmt das Ambiente nicht. An der Küstenstraße entlangfahrend hangeln wir uns von Camp zu Camp. Leider hat die toll aussehende „Samara Lodge“ keinen Campingplatz. Der Besitzer schickt uns aber zur „Vila la Mar Lodge“, die könnten einen Platz für uns haben. Haben sie aber nicht, jedoch ist der Besitzer sehr hilfsbereit und kennt die besten Plätze für unser Anliegen. Wir müssen durch den ganzen Ort zurückfahren, am Flugplatz vorbei und dann würde das „Blue Water Bay Restcamp“ kommen. Zum Glück gibt es das Camp auch auf unserer Karte und so finden wir ohne Probleme hin. Endlich können wir den Motor abschalten und den Rest des Tages genießen. Zuerst einmal springen wir in den Indischen Ozean und dann in den Pool. Die Lage des Pools ist einfach spitze. Direkt an der Uferböschung gebaut, kann man seinen Drink schlürfen und dabei dem Rauschen des Meeres zuhören. Gegen Abend nässelt es etwas und so ziehen wir uns auf den freien Stellplatz neben uns zurück. Dort ist ein kleines Strohhüttchen und wir bleiben trockenen Fußes. Ich sitze am Laptop und plane die nächsten Tage, während Bine und Mama mit dem Kochen anfangen. Papa kämpft noch etwas mit dem Dachzelt ehe er aber auch zu uns kommt. Morgen wird es kein so anstrengender Fahrtag werden.


Sa. 11.10.2008
Es ist ja fast wie an einem Sonntag und wir schlafen richtig lange aus. So kommen wir auch erst um 06:30 Uhr erst los und nicht wie sonst üblich spätestens um 06:00 Uhr. Wir müssen gleich am Morgen durch tiefen Sand zurück nach Vilanculos fahren. Ein Quad-Biker düst an uns vorbei als ob er auf der Flucht sei. Schier endlos zieht sich die Teerstraße in Richtung Maxixe wo wir noch einmal auftanken. Die Landschaft hat sich inzwischen verändert. So nah am Meer stehen hier überall Palmen herum, wachsen Ananas und Papayas und alles hat einen Südseeinseltouch. Die Strecke nach Inhambane ist wieder in einem schlechten Zustand und Schlaglöcher tauchen immer wieder plötzlich vor einem auf. An der Kreuzung Ponta Da Barra und Tofo wird aus der schlechten Teerstrasse wieder eine Erdpiste. Hier ist man gerade dabei die Piste auszubessern, so dass sie in einem sehr guten Zustand ist. Am windigen Campingplatz des Barra Light House will Bine nicht bleiben und so fahren wir als erstes den Campingplatz der Palm Grove Lodge an. Hier ist alles nicht besonders gepflegt und so machen wir auf den Absätzen kehrt und fahren weiter. Noch gibt es ja einige andere Campingplätze. Als nächste Möglichkeit haben wir uns White Sands ausgesucht, jedoch auch hier macht der Platz keinen besonders gepflegten Eindruck. Wir sind außerhalb der Saison hier und da wir wohl wenig Wert auf einen ordentlichen und sauberen Campingplatz gelegt. So entschließen wir uns doch an der Barra Lodge zu bleiben und dort zu campen. Zu unserer Überraschung gibt es dort aber keinen Campingplatz mehr! Die Regierung hat der Lodge untersagt diesen weiterhin zu betreiben. Wir bekommen aber eine Familienunterkunft für 6 Personen zu einem guten Preis. Wir können da wir einen 4x4 haben bis vor das Haus fahren. Der tiefe Sand fordert sein erstes Opfer! Papa braucht die Diff-Sperre und den 4HW um sich wieder zu befreien – den Bergegurt hatte ich schon in der Hand. Den Nachmittag verbringen wir damit uns häuslich einzurichten, jedoch können Bine und ich noch nicht still sitzen und gehen mit einem Guide auf einen Quad-Tour. Wir fahren quer durch die Dünen nach Tofo und machen einen ersten Zwischenstopp um etwas zu trinken bei Dino. Danach geht es weiter auf den Markt und dann zum Tofo Monument. Hier wurden ursprünglich die Sklaven auf die portugiesischen Schiffe verladen, ehe Inhambane als Hafen ausgebaut wurde. Inzwischen wird es dunkel und wir machen uns auf den Rückweg. 20 Minuten Fahrzeit vor der Lodge, springt unserem Guide die Kette vom Antrieb und wir bekommen das Quad nicht wieder fahrtauglich. Also ruft er seinen Kollegen an, der uns holen kommt. Aber warum auch immer, er kommt schleppt nicht das kaputte Quad gleich ab. Erst werden wir zur Lodge gebracht, dann fährt er wieder zurück um das kaputte Quad samt Guide zu holen – Afrika effektiv. Mama und Papa haben sich schon ein wenig Sorgen gemacht, wo wir bleiben und sind froh uns gesund und munter wiederzusehen. Wir kochen noch am Abend und können auf der Terrasse in kurzen Hosen sitzen, während daheim alle ihre Wintersachen schon ausgepackt haben. Ach, das Leben kann so schön sein.

So. 12.10.2008
Fahrpause und Erholung pur stehen heute auf dem Programm. Gegen 09:00 Uhr müssen wir am Barra Reef Divers Center sein. Dort werden wir komplett ausgerüstet mit Neoprenanzug, Flossen und Tauchermaske. Wir haben die Ocean Safari gebucht und per Landrover geht es die 300 Meter von der Tauchschule zum Boot. Es geht bei hohem Wollengang an der Landzunge vom Barra Light House vorbei in Richtung Tofu. Immer wieder halten unsere Führer Ausschau nach dem großen dunklen Schatten im Wasser. Endlich werden wir auf der Höhe vom Tofo Monument fündig. Schnell wenden sie das Boot und wir werden im Wasser abgesetzt. Das Wasser ist kalt und trüb und so sieht man kaum etwas. Wir haben nur die Richtung angegeben bekommen in welche wir uns halten sollen. Plötzlich wie aus dem Nichts taucht dann der Walhai vor uns auf. Die Instruktionen ehe wir mit dem Boot herausgefahren sind waren – nicht näher als 3 Meter an den Kopf und 4 Meter von der Schwanzflosse entfernt bleiben. Hier unter Wasser sieht alles ganz anders aus. Der Fisch ist sowieso so groß und wirkt nun noch größer und mit dem Abschätzen der Entfernung hapert es völlig. Man meint immer fast in den Koloss zu schwimmen, während dieser ruhig an uns vorbei gleitet. Wir müssen nur zurück zum Boot schwimmen und der erste Kraftakt ist wieder ins Boot zu kommen. An der „Reling“ festhaltend und mit den Flossen strampelnd verschafft man sich genügend Schwung um mit einem großen Plumps im Boot zu landen. Den einen gelingt dies mehr, den anderen eher weniger elegant. Das Spiel mit dem ab ins Wasser, vom Fisch fast gefressen werden und wieder zurück ins Boot wiederholt sich noch drei Mal. Am Ende der Kräfte sagen Bine und Mama schon, dass sie ein fünftes Mal nicht mehr ins Wasser gehen werden. Doch beim letzten Tauchgang waren noch zwei andere Boote anwesend und einfach zu viele Menschen im Wasser. Im Getümmel kann man sich kaum noch auf das Schnorcheln konzentrieren und so haben die guides ein Einsehen und verlassen den Ort. Wir fahren weiter ins offene Meer hinaus wo wir Wale sehen. Ein paar Delfine umkreisen unser Boot und somit haben wir schon mehr erlebt, als wir gedacht und gehofft hatten. Die Anstrengung und der Wellengang fordern ihr Opfer. Mama wird blasser und blasser und füttert irgendwann die Fische. Auch dem Rückweg machen wir noch einmal am Hausriff Halt. Jedoch haben die Fischer hier schon fast alles leer gefischt, so dass sich der 30-münitige Schnorchelausflug nicht besonders rentiert. Die auflaufende Flut hat die Wellen noch einmal wachsen lassen und wir können nicht bei der Tauchschule anlanden sondern werden vom Landrover am Barra Light House abgeholt werden. Jedoch müssen wir vorher erst vom Boot. Beide Außenborder geben Vollgas und wir krallen uns an den Halteleinen fest als wir mit Höchstgeschwindigkeit auf den Strand zurasen. Es ist aber dann doch nicht so schlimm und aus der gedachten abrupten Vollbremsung am Strand wird ein sanftes Gleiten ehe das Boot zum Stehen kommt. Der Landrover steht schon bereit uns abzuholen. Bereits auf dem Rückweg fängt Bine kläglich an mit den Zähnen zu klappern. Die Lippen sind eher schwarz als blau und so zittert sich das arme Häschen zur warmen Dusche in der Tauchstation. Doch auch das warme Wasser kann das Zähneklappern nicht stoppen und vor lauter Freunde über das Erlebte wir es schwer ihr zu folgen, wenn sie einem etwas erzählt. Gegen 12:30 Uhr sperren wir die Tür zu unserem Bungalow auf und stecken Bine erst einmal unter die heiße Dusche. Langsam taut sie wieder auf. Die Schnorcheltour war doch anstrengend und so halten wir kuschelnd – ich als Wärmetauscher – Siesta. Es ist noch früh am Nachmittag als wir uns zur Standwanderung aufmachen. Bine hat ihren Spaß daran ihre Spuren im Sand zu betrachten. Wie ein Kleinkind läuft sie kreuz und quer um auch wirklich nichts zu verpassen. Nach ein paar Kilometern drehen wir um und gehen zurück. Mama und Papa sind in die entgegne Richtung gelaufen und treffen fast zeitgleich mit uns wieder am Bungalow ein. Wir sitzen noch eine Weile auf unserer Veranda ehe es zu kühl wird. Der Tag war so schön heute, dass wir nicht kochen wollen und so gehen wir ins Strandrestaurant der Lodge. Der frische Fisch ist einfach lecker und so lassen wir den Tag bei einem guten Glas Bier – nicht ganz stielecht – auslaufen.


Fortsetzung folgt ....
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.