1717egoThemenstarter14 Beiträge · seit 200823. Juli 2008 · #1Hallo,
immer wieder ist zu lesen das unter anderem Fleisch in vielfältiger Weise angeboten wird.
Wie wird in Namibia geschlachtet, bzw werden die Tiere ausgeblutet? Und wie verhält es sich bei Wildfleisch?
Wer kennt sich damit aus?
MFG
17ego
Horse_whisperer658 Beiträge · seit 200723. Juli 2008 · #2Hasllo Ego,
in Namibias Schlachthöfen wird nach europäischem Standart geschlachtet.
Ebenso bei Wild, das in den Verkauf geht !!
Was jedoch jeder Farmer selber macht, wenn er das Wild für sich holt, das weiß ich nicht, ist sehr verschieden !
Grüßle
Ralf
Fluffy174 Beiträge · seit 200623. Juli 2008 · #3Hallo,
also ich gehe doch stark davon aus, daß das Fleisch das ich kaufe ausgeblutet ist - unabhängig davon, ob in Namibia oder Deutschland gekauft.
Geht es Dir dabei um die Art der Schlachtung z.B. Schächten? Den Tierschutzgedanken oder möchtest Du mal unausgeblutetes Fleisch verkosten?
Fragende Grüße
Carmen
1717egoThemenstarter14 Beiträge · seit 200823. Juli 2008 · #4Hallo, ich denke dabei schon eher an´s Schächten. Der Gedanke nicht ausgeblutetes Fleisch zu essen wirkt auf mich abstoßend (meine Meinung9.
Gruß
17ego
Fluffy174 Beiträge · seit 200623. Juli 2008 · #517ego schrieb:Der Gedanke nicht ausgeblutetes Fleisch zu essen wirkt auf mich abstoßend (meine Meinung9.
😄 ja, diese Meinung teilen alle Leute, die ich kenne (einschließlich mir)
😄 Wie schon von Ralf erwähnt, schlachten die Schlachthöfe in Namibia nach EU Standard. Schlachtungen nach islamischen Ritus kann ich mir in Namibia schlecht vorstellen.
Das auf dem Land der Eigenbedarf durch "Tötung durch Ausbluten" geschlachtet wird ist durchaus möglich, allerdings wirst Du als Tourist kaum damit in Berührung kommen.
Viele Grüße
Carmen
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200623. Juli 2008 · #6Nabend zusammen,
dazu kann ich folgendes beitragen, von der Farm auf der ich bin...
Das Tier, egal welches, wird geschossen, gesucht, und wie gefunden auf die Ladefläche gehoben. Mitunter vergehen dann 3-4 Std.,eher noch mehr, bis man zurück auf der Farm ist...Dem Tier wird vor Ort nicht die Kehle durchgeschnitten, dass was durch den Schuss ausblutet ist zwar schon viel, aber dennoch verbleibt eine Menge im Tier.
Erst auf der Farm wird das Tier vom Hals aufgeschnitten und noch Blut aufgefangen, aber das ist schon "zäh". Allerdings werden alle Fleischteile ordentlich gewaschen, so gut es geht. Bis das Fleisch abgekühlt ist, verpackt und eingefroren wird.
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
LandRobert351 Beiträge · seit 200824. Juli 2008 · #7Hallo,
ich kann die Schilderungen von Klaus aus eigener Erfahrung nur bestätigen.
Schöne Grüße aus Bayern
Robert
Joerg3'175 Beiträge · seit 200624. Juli 2008 · #8na ja manche lernen's halt nie
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
Horse_whisperer658 Beiträge · seit 200724. Juli 2008 · #9Bei uns wird das Tier nach dem Schuß und auffinden, sofort die Kehle durchgeschnitten, dann auf den Bakkie gelegt und da blutet es dann aus !!.
Aber wie gesagt, das ist von Farm zu Farm verschieden !!
Manni9785 Beiträge · seit 200624. Juli 2008 · #10Vielleicht sollte man mal grundsätzlich für diejenigen, die nicht unbedingt was mit dem "blutigen Handwerk" (Metzger) was zu tun haben erklären was schlachten bedeutet:
Beim Schlachten (in Europa) stirbt das Tier grundsätzlich nicht durch einen Schuß oder Stromschlag, sondern durch Blutentzug. Gibt es aus religiösen Gründen eine Sondererlaubnis für das Schächten (dem Tier wird bei vollem Bewusstsein, ohne Betäubung die Halsschlagader geöffnet- ist für meine Begriffe nicht tiergerecht) stirbt das Tier ebenfalls durch den Blutentzug.
Ein Schwein wird entweder mit CO2, Elektrizität, und bei kleinen Betrieben auch schon mal duch Bolzenschuß betäubt. Rinder werden mit Bolzenschuß betäubt. Diese Betäubung setzt das Großhirn außer Betrieb, so dass das Bewusstsein ausgeschaltet wird. Das Kleinhirn wird jedoch nicht beschädigt. Das Kleinhirn ist vor allen Dingen für das vegetative Nervensystem zuständig, also für Atmung, Reflexe, Herzschlag etc.
Durch das weiterhin schlagende Herz, wird das im Tierkörper enthaltene Blut zum größten Teil nach der Öffnung der Halsschlagader ausgepumpt. Der Tod tritt also durch diesen Blutentzug ein.
Bei der Jagd stirbt das Tier nicht durch Betäubung mit anschließendem Blutentzug, sondern durch eine Schußverletzung. Diese Schußverletzung kann sich durch Schock (Nervenlähmung) wie eine Betäubung auswirken. Der Tod von Kleinwild (Hasen Fasanen etc) durch Schrotschuß führt grundsätzlich zu einem Tod durch diese Schockwirkung, weil das gesamte Nervensystem zusammenbricht. Wenn der Jäger beim Schuß mit Kugel oder Bleiposten jedoch gut zum Schuß kam, landet er in der Regel einen Blattschuß. Das bedeutet, das durch den Einschuß unterhalb des Schulterblattes der Herzmuskel zerstört wird. Das Tier stirbt also durch Herzstillstand. Dies bedeutet dann wiederrum, das eine unbestimmte Menge Restblut in den Adern verbleibt, weil die "Pumpe" nicht mehr funktioniert. Über andere nicht so waidgerecht angebrachte Schußverletzungen, und die daraus resultierenden Folgen will ich mich hier jetzt nicht weiter auslassen. Wild kann aber auch "geerntet" werden, das bedeutet jedoch eine für Jäger nicht waidmännische Art der Jagd. Bei der Wildernte ( auch in NAM üblich) wird nachts mit Scheinwerferlicht gejagt. Die Tiere werden durch Scheinwerferlicht geblendet, und durch einen gezielten Kopfschuß getötet. Zum einen wird dann möglichst wenig des kostbaren Fleisches durch Schußwunden zerstört und zum anderen tritt der Tod sofort ein, " Das Tier fällt im Schuß". Hier ergibt sich dann auch die Möglichkeit,weil das Tier nach dem Schuß schnell erreicht werden kann, die Halsschlagader zu öffnen und dadurch zumindest teilweise zu entbluten.
Je später ein Tierkörper bei eine evtl. notwendigen Nachsuche nach dem Schuß erreicht wird, desto weniger Blut kann noch entnommen werden, da die viskosität mit fortschreitender Zeit durch Gerinnung des im Blut enthaltenen Eiweißes abnimmt.
Grundsätzlich besteht Blut aber aus den gleichen Bestandteilen, wie Fleisch ( Eiweiß, Fett und Wasser), so dass es nicht gesundheitsschädlich ist wenn Blut mit verzehrt wird.-- Sonst gäbe es bei uns auch keine Blutwurst mehr --- und in Afrika gibt es Hirtenvölker, die ihren Rindern Blut lebend entziehen, ohne das Tier zu Töten,um das Blut dann zur Ernährung zu nutzen--- . Der Grund für das Ausbluten lassen liegt mehr in der hygienischen Betrachtung der Fleischgewinnung und Lagerung. Da der aktive Wasserwert von Blut höher liegt als bei Muskelfleisch, setzt der Verderb dorch die Vermehrung von Aeroben Micororganismen früher ein. Will heißen, die Haltbarkeit von "ausgeblutetem Fleisch" ist etwas besser.
Einen "Ekel" braucht man aber deshalb wirklich nicht zu entwickeln, da auch in ausgeblutetem Fleisch natürlich immer noch in den Adern "Restblut" vorhanden ist.
Soweit erstmal eine rein fachliche Betrachung der Entblutung. Ich hoffe damit einige weit verbreitete Irrtümer aufgeklärt zu haben.
Manni
Ich schlage mich durchs Leben und das Leben schlägt zurück,
doch manchmal schlägt´s daneben, dann hab ich eben Glück
Horse_whisperer658 Beiträge · seit 200724. Juli 2008 · #11Hallo Manni !!!
Danke für Deine ausführliche Schilderung !! Vieles, was ich bis dato unbewußt gemacht habe, hast Du erklärend bestätigt !!! Sehr informativ !!
Kann ich Deine Zeilen weiterverwenden ???
Grüßle
Ralf !!
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200624. Juli 2008 · #12Hallo Ralf,
meinst Du indem Du schreibst
Ebenso bei Wild, das in den Verkauf geht !!
, dass für den namibischen Verkauf oder den Europäischen Markt bestimmte? Denn Wildfleisch auf dem namibischen Markt geht zum Großteil (99%) nicht über EU-zertifizierte Schlachthöfe sondern direkt vom Farmer/Verläufer an z.B. einen Schlachter/Metzger/Restaurant (ähnlich wie z.B. Wildfleisch auch in D meistens direkt vom Erleger/Jäger an z.B. Restaurants geht; bei Wildschweinen nach der pflichtmäßigen Trichin-Schau).
Aber das nur am Rande...
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
jakkal283 Beiträge · seit 200624. Juli 2008 · #13Hallo,von Wild aus Deutschen Landen speziell Wildschwein muß man vor vermarktung auch den Bc.Wert messen--Dank Tschernobyl
(Wenn du zuviel vom verstrahlten Fleisch ißt;leuchtest Du nachts)
Aber wegen der Kohle kommt viel Fleisch auf den Markt was eigentlich Sondermüll wäre!!!!
Der Konsument merkt nichts davon-bis ihn der Krebs frottet!!
Mahlzeit!
jakkal
1717egoThemenstarter14 Beiträge · seit 200825. Juli 2008 · #14Danke für die vielen Tip´s und Erklärungen. Hilft auf jedem Fall weiter, bzw. eröffnet neue Perspektiven.
Gruß
17ego
Manni9785 Beiträge · seit 200625. Juli 2008 · #15Hallo Jakkal,
ich muß Deine globale Verunglimpfung von heimischen deutschen Wildfleisch ein klein wenig korrigieren:
Was die radioaktive Verstrahlung von Wildfleisch und das in den Verkehr bringen anbelangt, so gibt es in Deutschland folgende gesetzlich festgelegte Vorgehensweisen:
Die Landesveterinärbehörden, die in Deutschland für die Lebensmittelsicherheit verantwortlich sind nehmen Stichproben von im Handel befindlichen Wildfleisch ( hier besonders Wildschwein) und untersuchen unter anderem auch den Becarell-Wert.
Eine generelle Untersuchungspflicht auf den Strahlungswert gibt es meines Wissens nur für 2 Landkreise in den Hochlagen des bay.Waldes für Wildschweine.(Unter anderem ist davon der Landkreis Regen betroffen, weil hier die Werte nach der Tschernobil-Katastrophe am höchsten waren.
Besonders die Moose im Wald reichern Schwermetalle wie Cäsium, Strontium etc. in der Pflanze an, die wiederum von Wildschweinen sehr gerne als Nahrung aufgenommen werden.
In diesen Landkreisen muß jedes geschossene Stück den Veterinärbehörden vorgezeigt werden, damit entsprechende Messungen durchgeführt werden können.
Nur nach entsprechender Freigabe durch die Behörden kann das Fleisch dann in den Handel gelangen.
Wird der festgelegte Grenzwert überschritten, so wird das Stück eingezogen und vernichtet. Der Jäger erhält vom Staat einen entsprechenden Schadensersatz. Dieser staatliche Schadensersatz ist um einiges höher als der Verkaufswert des Tierkörpers, so dass die Jäger sich bei Beschlagnahme sogar finanziell besser stehen als bei einer Vermarktung über den Wildhandel.
Jedes Stück Wild, das in den Handel gelangt, muss vom Jäger mit einem entsprechenden Formblatt versehen sein, aus dem Datum/Zeit und Ort des Abschusses, Name und Anschrift des Jägers, sowie eine ganze Menge Angaben zur Beschaffenheit des Tierkörpers,seiner Innereien etc., durch eine entspreched durchgeführte Beschau ganz genau aufgezeichnet worden sind.
Damit ist in Deutschland jedes Stück Wild im Handel auch auf Revier und Jäger rückverfolgbar.( Was natürlich mit dem Wild geschieht das nicht in den offiziellen Handel gelangt, sondern für den Eigenbedarf genommen wird, kann ich nicht sagen)
Also keine Panik, Wild in Deutschland ist wie alle Lebensmittel gut kontrolliert und gesundheitlich nicht Bedenklich
Gruß
Manni
Ich schlage mich durchs Leben und das Leben schlägt zurück,
doch manchmal schlägt´s daneben, dann hab ich eben Glück
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200625. Juli 2008 · #16Goeiemiddag,
Manfred hat es wunderbar beschrieben, wie es sein soll...der Idealfall also!
Nur, es sieht auf der Farm etwas anders aus, wennmöglich schiesst man von der Ladefläche, aufgelegt, hast das Wild, ob Zebra, Orix, Kudu... schon eine Weile im Auge, das Tier Dich aber auch. Es sind "riesige" Distanzen zwischen Euch, das Fleisch brauchst Du aber, so versuchst Du einen ordentlichen Schuss zu setzen und man ist froh wenn es gleich gelingt!
Jetzt ists aber wie oft, der Treffer legte das Tier nicht, eine Schweisspur, mitunter einen halben Tag lang, der Du durch steiniges Gelände folgst, vielleicht steht das Zebra immernoch auf den Füssen,wenn Du es denn findest, dann kannst Du es erlösen. Jetzt hast Du aber das Problem, das Fahrzeug muss her, du schickst Deinen Begleiter los, logisch es dauert...hier kann der Schütze, dem Tier die Ader öffnen.
Bei jagt auf mehrere Tiere, 2 oder 3, wird auch mit 2od.3 Wagen unternommen, entsprechend auch viele Helfer dabei. Da muss es schnell gehen... was das nun wieder heist erspare ich mir auch, Manfred wird wissen was das bedeutet.
Quintessenz aus dem, nicht immer ists ausgeblutet!
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Manni9785 Beiträge · seit 200625. Juli 2008 · #17@Ralf
Du kannst meine Infos gerne benutzen, wenns irgendwem hilft...
Gruß
Manni
Ich schlage mich durchs Leben und das Leben schlägt zurück,
doch manchmal schlägt´s daneben, dann hab ich eben Glück
Manni9785 Beiträge · seit 200625. Juli 2008 · #18@Ralf
Du kannst meine Infos gerne benutzen, wenns irgendwem hilft...
Gruß
Manni
Ich schlage mich durchs Leben und das Leben schlägt zurück,
doch manchmal schlägt´s daneben, dann hab ich eben Glück