FIfineThemenstarter3 Beiträge · seit 200808. Juli 2008 · #1Hallo Namibia-Freunde,
meine Projektgruppe und ich fahren im Oktober nach Namibia um dort eine Lebensschule für behinderte Kinder zu unterstützen. Von unseren Spendengeldern wünscht sich die Leiterin der Lebensschule ein Sonnendach für die Kinder draußen, damit es auch möglich ist in der heißen Mittagssonne draußen zu sein.
Um kalkulieren zu können, was von unserem Spendengeld noch für andere Sachen übrig bleibt, würden wir gerne wissen, was wohl so ein stabiles Sonnendach, diebstahlsicher, im Boden betoniert und evtl. mit Zinkplatten kostet?? Vielleicht kann uns jemand, der ne Ahnung hat, was solche Baumaterialien in Namibia kosten, eine grobe Richtung geben, was wir veranschlagen müssen.
Und vielleicht auch, was die "günstigere" Variante, sprich 4 Betonpfosten mit Sonnensegel kosten könnte.
Ihr würdet uns sehr weiterhelfen, da wir wirklich gar keinen Plan haben.
Ich danke schon mal !
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200608. Juli 2008 · #2Hi Fine,
vermutlich sind eure Planungen wirklich noch in den Anfängen 😎
Wie Gross in M2 und wie hoch soll der Unterstand denn werden? Je nach Grösse sollte dann auch die Statik angemessen sein.
Betonpfosten? Das bedeutet schalen und armieren, Beton mischen und verdichten und man muss auch einiges an Material nur für die Schalung organisieren.
Frage: würde eine Holzständerkonstruktion (Analog Carport) nicht auch reichen, hier ist einfach zu beachten das dass Holz den Boden nicht direckt berührt, wegen den Termiten 😎
Gruss VA
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WOWoMaGast08. Juli 2008 · #3Also normalerweise sind die Dinger auf eine Stahlkonstruktion gespannt, und die Pfosten werden in die Erde betoniert.
Ich würde sagen du musst mit etwa 5000 - 7000 N$ rechnen, je nach Größe und Anbieter.
Kann denn die Leiterin dieser Lebensschule nicht einfach mal einen Kostenvoranschlag anfordern? Solche Schattennetze sind doch nichts Ungewöhnliches in Namibia - da sollte sie im Telefonbuch ein paar Anbieter finden können.
LG
Maxi
oribi818 Beiträge · seit 200708. Juli 2008 · #45x5 m große quadratische oder dreieckige Netze gibt es derzeit bei OBI für 50% weniger (also entweder 25 oder 50 EUR - weiß nicht mehr genau).
Das sind genau die richtigen für dort.
Diese einfach zwischen 4 Bäumen aufzuspannen wäre eine Möglichkeit.
Ansonsten plane ich gerade den Bau eines ähnlichen Teils hier in Deutschland im afrikanischen Look und hier wird mich das ganze Gebilde (so wie ich es mir vorstelle) etwa 1000 EUR (Eigenleistung) kosten.
H-Pfostenträger (6 EUR das Stück), Beton, runde Naturhölzer (5 EUR der Meter), alte Baumrinde abschälen, ultralange Schrauben, Anlieferung ...
Die Kunst daran ist ja, ein in alle Richtungen offenes Gebilde zu schaffen, ohne eine sichtbare biegesteife Ecke zu haben.
WOWoMaGast08. Juli 2008 · #5Nichts gegen Obi, aber ich glaube erstens nicht dass diese Sonnensegel für Namibia geeignet sind - unterschätzt mal nicht die Sonne die da jahraus jahrein den lieben langen Tag draufknallt - und zweitens wäre da ja dann auch noch das Transportproblem.
Ich bin auch der Meinung dass man lieber Arbeitskräfte und Firmen in Namibia unterstützen sollte, abgesehen davon dass die Schattennetze dort auch besser den namibischen Gegebenheiten angepasst sind.
Das mit den Bäumen ist eine gute Idee, auch wenn ich mir vorstellen könnte dass man gar keinen Bedarf für ein Schattennetz hätte wenn es vier Bäume gibt die Schatten spenden 😉
Aber es gibt ja auch die Möglichkeit das Netz am Haus und zwei Pfosten festzumachen, wobei der Diebstahlschutz dann natürlich nicht so gegeben ist. Holz ist in Namibia aus mehreren Gründen nicht ideal: erstmal wegen der Termiten, und dann wegen der unbarmherzigen Sonneneinstrahlung die es sehr schnell verwittern lässt. Besser sind Metallpfosten die im Boden verankert werden.
Diese einfache Lösung wird nicht so viel Geld verschlingen wie das komplette Gestell. Die Netze bekommt man als Meterware, und dann braucht man eben noch die Pfosten, die auch nicht die Welt kosten werden. Wie gesagt, mit ein paar Telefonaten sollte da vor Ort ein Preisangebot zu bekommen sein, wenn sich die Leiterin darum kümmern kann.
LG
Maxi
PEpeterB249 Beiträge · seit 200609. Juli 2008 · #6Hallo Fine
In welcher Gegend soll denn dieses Schatten Dach gebaut werden?
Peter
FIfineThemenstarter3 Beiträge · seit 200809. Juli 2008 · #7Ich danke euch schon mal für eure Antworten!
Also Bäume gibts auf dem Geländer in der Tat nicht und Netze von Deutschland nach Namibia transportieren wollten wir eigentlich auch nicht, weil wegen namibische Wirtschaft unterstützen und so. Außerdem wollte ich eigtl auch kein Übergepäck zahlen 🙂
Größe? Kein Plan. Denke so vielleicht 15m² ??? Höhe dann 2,50 m ? Also soll schon ein richtig stabiles Teil sein, am besten auch mit festem Dach und nicht mit Netzen oder anderen Stoffen. Und auch keine Holzpfosten, sondern Metallpfosten, das soll schließlich mehrere Jahre halten.
WoMa, du denkst, mit 7000 N$ sind wir dabei? Wenn wir noch ein festes Dach einbauen, meint ihr, dann reichen so um die 10000 N$?
Achja, das Dach soll ca. 100 km südlich von Windhoek gebaut werden.
Gruß, fine
oribi818 Beiträge · seit 200709. Juli 2008 · #8Also ich habe gerade mal geschaut. Welches Metall soll es denn sein? Alu hält die Spannung des Regen-/ Sonnenschutzes gar nicht aus, schon gleich gar nicht, wenn sich mal eine Regenlache bildet (auch in Namibia denkbar und garantiert nimmt es keiner vorher ab).
😵
Zink ist für diese Größe nicht denkbar. 😐
Also Stahl, doch der rostet genauso schnell wie Holz fault. Klasse!
Also Edelstahl und das bei den Rohstoffpreisen. 100 EUR pro kleinen Pfosten bei ebay. Damit ist das Teil aber noch nicht im Boden verankert, geschweigedenn biegesteif. Es nur mit ein H-Anker zu versehen bedeutet im statischen Sinne immer noch ein "Gelenk".
Reines Einbetonieren müssten 2/3 der Höhe des Pfostens zusätzlich ausmachen. Nicht bezahlbar! Schau Dir Abenteuerspielplätze in Deutschland an, wenn Du nicht weißt, wie man so was im Boden verankert.
🤪
10.000 N$ halte ich also für sehr wage, da auch Namibia dieses Material importieren muss (vermutlich aus Deutschland, sind wir doch für die Stahlindustrie bekannt und einer der Haupthandelspartner der Exkolonie).
Hier mal ein Info zum Thema:
http://www.hobbyatelier.de/handwerk/holzschutz_konstruktiver.htmEin geringfügig luftiges Netz reicht für Schattenspende völlig aus, und wenn es regnet kann es hängen bleiben. Außerdem sind 500 g Netz für 50 EUR (5x5 m = 25 qm) in Deutschland auch jederzeit wieder zu beschaffen und es kann jederzeit darunter geschickt werden (auch im Briefumschlag).
15 qm sind für Schattenspende in Afrika ein bißchen witzig von der Größe her. Die Menschen sind doch keine Springböcke, denen dieser Schattenplatz ausreicht. 😉
Da solltest Du Dir nochmal genauer Gedanken machen, finde ich!!!
Außerdem boomt seit ein paar Jahren die Wirtschaft in RSA/ NAM und BOT. In Deutschland nicht. Welche Wirtschaft sollte tatsächlich unterstützt werden; wie gesagt - Namibia importiert seine Waren, denn woher soll denn in der Wüste das Material kommen?
Dagegen tust Du denen mehr Freude, wenn Du 10 Leute beschäftigst und bezahlst für den Aufbau. 😮
Helmar667 Beiträge · seit 200609. Juli 2008 · #9Hallo,
mit dem Schattennetz (gibt es vor Ort, wird auch als Beetbeschattung benutzt)habe ich meine Bedenken bei der Fläche, beult sich bei Regen ein und sieht nach kurzer Zeit (wenn keine Spannungsausgleich da ist) echt Sch..... aus. Kräftiger Regen schlägt durch, und geklaut kann's auch werden.
Warum nicht "einfach und stabil"? Vier senkrechte T-Stahlträger, vorher einmal Rostschutzfarbe drauf, umlaufender Stahlrahmen oben, je nach Länge eine Querunterstützung, dann alles mit Wellblechplatten mit 1-2 % Gefälle. Die Plattenschrauben auf der Mutterseite etwas mit dem Hammer aufnieten gegen's Klauen. Alles Material gibt es vor Ort, Arbeitskosten sind niedrig. Hält ewig, kaum Windangriffsfläche. Unter 5x5 m würde ich nicht gehen. Die Farmer vor Ort können Dir da guten Rat geben hinsichtlich Bezugsquellen.
Übrigens gibt es auch vorgefertigte Betonständer, rund, werden im Hallenbau viel benutzt, aber die Verbindungen mit dem umlaufenden Oberrahmen sind komplizierter.
Helmar
Helmar667 Beiträge · seit 200609. Juli 2008 · #10p.s. Ach ja, zur Höhe: eher drei Meter! Bei 2.50 m strahlt die Hitze noch ganz kräftig nach unten ab. Helmar
WOWoMaGast09. Juli 2008 · #11Hallo Fine,
ich würde sogar eher für eine Größe von 5x8m plädieren, das ist wenig genug für spielende Kinder.
Wenn du ein festes Dach möchtest müssten die Kosten sicherlich höher veranschlagt werden. Ich stimme da mit Oribi überein dass ein Schattennetz völlig ausreichend ist. Da gibt es verschiedene UV-Durchlässigkeiten zur Auswahl, und außer dass die Farbe vielleicht ausbleicht halten sie der Witterung recht gut stand wenn das Gestell darunter ordentlich aufgebaut wurde. Da gibt es kein Durchhängen oder ähnliches weil durch die runde Form Wasser abperlen kann und es irgendwann einfach durch die Löcher tropft weil es eben ein Netz ist.
Das mit dem Einbetonieren mag für Abenteuerspielplätze in Deutschland gelten, aber der Schattenplatz soll in Afrika entstehen, und soll auch nicht als Turnreck dienen denke ich.
Wenn unter euch ein begnadeter Heimwerker ist und ihr genug Zeit vor Ort zur Verfügung habt könnt ihr so etwas wie Helmar vorschlägt mithilfe von Einheimischen schnell selber errichten. Falls nicht gibt es wie gesagt Firmen in Windhoek die das Ding komplett aufstellen können. Natürlich müssen die Rohstoffe oder auch Bauteile dafür importiert werden - aber das wäre doch nicht anders wenn man sie in Deutschland kauft und dann nach Namibia einführt, oder? Der Unterschied ist dass man sie dann selber verschiffen und verzollen muss. Billiger wird es dadurch jedenfalls nicht.
Ich glaube nicht dass es der maroden deutschen Wirtschaft nützt wenn man Dinge die in Namibia gebraucht werden in Deutschland kauft. Es würde ihren Niedergang auch nicht aufhalten, aber das ist ein anderes Thema.
Fine, lange Rede kurzer Sinn: macht euch erstmal Gedanken über die Größe, und ob es wirklich ein festes Dach sein muss wo es ein Netz auch tun würde, ob ihr eigene Planungsarbeit reinstecken könnt (Arbeitskräfte bekommt ihr in Namibia wie gesagt genügend, sie müssen nur genau angeleitet werden) sowie ausreichend Zeit habt für Einkauf und Aufstellen, oder lieber einen Standardschattenplatz von einer Firma aufgebaut haben möchtet wie sie in NAM überall üblich sind (dann ist es wirklich von der Leiterin der Schule nicht zuviel verlangt wenn sie sich um Kostenvoranschläge bemüht).
Viel Erfolg beim Brainstorming
LG
Maxi
PEpeterB249 Beiträge · seit 200612. Juli 2008 · #12Hi Fine
Da das Schattendach ja in Afrika stehen soll,wäre es ja auch sinnvoll ein Schattendach so zu bauen wie es die Einheimischen machen die nicht so viel Geld haben.
4 Pfosten mit Astgabeln längs und quer Pfosten mit alten Telefonmasten,stehen wegen der klauerei ja so oder so ohne Drähte in der Gegend rum.
Das Ganze mit Pfählen gleich wie sie für die Zaüne verwendet werden bedachen.
Wenn es noch Palmen in der Nähe hat noch ein paar Wedel aufs Dach binden und fertig ist das Schattendach.
Schau Dir nur mal die fantasievollen Autounterstände an,dann weisst Du was ich meine.
Termiten würde ich nicht so ueberbewerten die Schwarzen bauen ihre Hütten ja auch mit Holzpfosten und die halten ja auch einige Tage.
Bauliche Grüsse und da bauen Durst gibt: Prost.
Peter
jaw2'048 Beiträge · seit 200712. Juli 2008 · #13Hallo Fine,
also wenn schon Namibia-typisch und dort produziert, dann würde ich eher ein Reetdach oder ähnliches als Pvilion bevorzugen. Nur sowas wird auch bei Regen nutzbar sein.
Bei einem festen Stoff werdet Ihr sehr viel Aufwand benötigen, damit das ganze auch dauerhaft ist. Es geht dabei weniger um den Regen (das kann eine gute Spannung und Gefälle regeln) aber der Wind wird es sonst wie ein Segel benützen. Unterschätzt dabei die Kräft nicht.
Ich selbst campe seit meiner Kindheit. Seit vielen Jahren benütze ich Tarps aus Kunststoffnetzen (solche gibst auch immer wieder bei Obi oder zur Zeit bei Aldi Nord). Die Billigdinger halten meist nur eine, max. 2 Saisons. Ich habe auch solche, aber die benützen wir nur kurzzeitig. Wir stellen in Südeuropa dann eines oder 2 davon auf, an den Ösen verbinden wir sie mit Schekel oder Karabinderhaken. Dadurch können wir die Fläche erweitern, je nachdem wie viel Personen wir sind. Oft spannen wir die Schattenspender auch über die kleinen Zelte der Kinder. Die werden dann gar nicht mehr so warm....
Du hast gegenüber einer Plane entscheidende Vorteile:
Viel weniger Angriffsfläche für den Wind
Kein Hitzestau unter der Plane
gute Luftzirkulation
schnelles Abtrocken des Bodens und der Plane.
Wenig Gewicht (wir haben nur Teile mit 3x3 m, die wiegen max 1 kg jedes)
Du mußt aber mal nach Herstellern suchen. Aus dem Material oder auch mit eingearbeiteten Verstärkungszügen können die das in fast jeder Größe machen. Dazu dann Metall- oder Holspfosten einbetonieren und gute Leinen zum Abspannen. Das wird sicher unter 1.000€ bleiben.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
jakkal283 Beiträge · seit 200613. Juli 2008 · #14Hallo,
fragt doch einfach in Nam beim Schlosser nach;ein paar Rohre und Landestypisch Blechdach drauf!!!
Aber meiner meinung nach ist es ....., sich hier in Jerryland die großen Gedanken über Sonnenschutz zu machen.Vor Ort gibts Leute die sich auskennen,und das zu einem Preis weit unter €-Niveau.
( Diese Art von Hilfsorga gibt mir zu denken)
Gruß
jakkal