CHchrissieThemenstarterGast28. Juli 2005 · #1Zum Thema Malaria-Prophylaxe habe ich immer wieder von einem Standbymittel gelesen, nimmt man also erst, wenn man vermutet, sich angesteckt zu haben, oder? Könnt Ihr mir solch ein Mittel nennen und ob man es besser in D oder Namibia kauft.
Danke
Chrissie
JOjoliThemenstarterGast28. Juli 2005 · #2Hallo Chrissie,
Du vermutest richtig - Standby-Präparate nimmt man erst, wenn man glaubt, sich eine Malaria eingefangen zu haben, und kein Arzt erreichbar ist. Hierfür ist Malarone zur Zeit das Mittel der Wahl; es ist rezeptpflichtig. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Du es ( sicher) hier kaufst oder - unsicher - in Namibia versuchst. Es ist sehr teuer - 12 Tabletten über 50 €.
Gruß Joli
GAGastThemenstarterGast29. Juli 2005 · #3Hallo Chrissie,
Du kannst Malarone auch über eine niederländische Versandapoteke bestellen, z.B. www.medicijnen.nl
Dort kosten die Tabletten dann ca. 36 - 38 €. Dazu kommen ca. 8 € Versandkosten, ist aber immer noch günster als in Deutschland.
Lariam ist günstiger, hat aber u.U. ziemlich unangenehme Nebenwirkungen. Malarone ist auf alle Fälle vorzuziehen.
Gruß, mamba29
CHchrissieThemenstarterGast29. Juli 2005 · #4Vielen Dank für Eure Antworten, bin nur noch am überlegen, ob ich es ohne riskiere, denn wir fahren in vier Wochen und unserer nördlichster Aufenthalt ist der EtoshaNP und zu dieser Zeit soll das Risiko noch ziemlich gering sein.
No risk-no fun?
GAGastThemenstarterGast29. Juli 2005 · #5Hallo,Chrissie!
Mal dumm gefragt,was spricht eigentlich dagegen,das
Mittel,bei akuten Befall einzunehmen?
Unsere Reise in den Etosha steht im Sept. an.
Jedenfalls werden wir keine Phrovilaxe zu uns nehmen,
denn immer wieder bekammen wir von Einheimischen zu
hören,generell im Etosha sei die Malariaerkrankung äusserst
gering. In das Caprivi-Gebiet,wär es was anderes.
(Nicht meine Meinung,sondern der Namibianer)
ATAfrican TravellerThemenstarterGast29. Juli 2005 · #6Chrissie, schicke mal eine PN an GERNOT, der ist vom Fach und wird Dir diesbezüglich gerne eine Empfehlung aussprechen.
Ich hoffe, das ist für ihn in Ordnung ?! 😳 😄
GEgernotThemenstarterGast30. Juli 2005 · #7moin,
bei allen meinen Reisen nach Afrika habe ich immer die ganze Palette von Antimalariamitteln bei mir. Ich habe nie eine Prophylaxe gemacht!! Dann hat mich am Sambezi eine tropica erwischt erwischt, die so richtig nachts in Swakopmund zum Ausbruch kam. Ich habe dann ziemlich wahllos die diversen Mittelchen eingenommen, um was zu tun. Am nächsten tag dann in der Klinik konnte kein Erreger mehr gefunden werden: ich hatte alle ermordet 😄 Die weitere Behandlung erfolgte dann mit Riamet, welches bestens vertragen wurde, keinerlei Nebenwirkungen hatte.
Für mich ist Riamet, im südl. Afrika heisst das Coartem 20, das Mittel der Wahl!!!! Es eignet sich nicht zur Prophylaxe, also nur zur Behandlung einer Malaria. Ich halte das auch für sinnvoller, denn warum soll man sich vor irgendwas schützen, was wahrscheinlich garnicht eintritt. Auch ist es finanziell sinnvoller.
Gruss Gernot
STsteinbeisserThemenstarterGast30. Juli 2005 · #8moin,
Ich habe dann ziemlich wahllos die diversen Mittelchen eingenommen, um was zu tun. Gruss Gernot
Und das als Apotheker? Ich bin entsetzt 🙁
Ich denke grundsätzlich auch, daß die wenigsten, die voller Panik - oder im Reisefieber? - mehr Zeit mit der Malaria-Thematik als mit anderen Informationen, Lesenswertem etc. für Land. Leute, Fauna, Flora verrbingen, diese Mittel überhaupt benötigen. Kunene, Caprivi, Okavango: ok, aber selbst da während unseres Sommers unwahrscheinlich. Wers verträgt, kann sicher ohne großen Schaden anzurichten Prophylaxe betreiben. Hammermittel würde ich dafür aber nie iensetzen. Habe mir u.a. auf Deinen Rat diesmal erstmals ein Riametrezept besorgt (da will ich in WDH dann Coarem holen), hoffe aber, es gar nie zu benötigen.
BIBikeAfricaThemenstarterGast30. Juli 2005 · #9Ich habe nie eine Prophylaxe gemacht!! Dann hat mich am Sambezi eine tropica erwischt erwischt, die so richtig nachts in Swakopmund zum Ausbruch kam. Ich habe dann ziemlich wahllos die diversen Mittelchen eingenommen, um was zu tun. Am nächsten tag dann in der Klinik konnte kein Erreger mehr gefunden werden:
... und wie wurde die Malaria tropica dann festgestellt? ...
Du mußt zugeben, es klingt zweifelhaft ...
Gruß
Wolfgang
GEgernotThemenstarterGast31. Juli 2005 · #10moin,
der Arzt, der mich behandelte, hatte an meinen Blutwerten festgestellt, dass ich eine tropica durchgemacht hatte.
In der Nacht zuvor, als die tropica heftigst ausbrach, habe ich Malarone, Fansidar und Halfan geschluckt. Dazu gegen die Fieberkrämpfe noch Valium. Morgens dann noch Doxycyclin. Die Mischung hat dann wohl alles dahingerafft, sodass es mir möglich war, abends per pedes einen Arzt aufzusuchen.
Am nächsten Abend bin die dann völlig beschwerdefrei von Windhoek nach FFM geflogen. Sicher auch Dank Riamet, welches ich damals noch als Erprobungsmuster erhalten hatte.
Gruss Gernot
CACatbirdThemenstarterGast31. Juli 2005 · #11Na Gernot, da kannst du ja froh sein, dass es nicht DICH dahin gerafft hat. Also ich find diesen Gesundheitstip schon einigermaßen bedenklich. Alleine Doxycyclin ist der Oberhammer. Ich bekam es mal über Wochen gegen Borreliose und lag jeden Morgen wegen Übelkeit und Schwindelgefühl erst mal flach. Das Zeug wird übrigens auch gegen Tripper, Syphilis, Cholera und Pest genommen. Naja - so hat man dann wenigstens gleich ein großes Spektrum der einem in Afrika drohenden Krankheiten abgedeckt *g*. Aber das Zeugs - zusammen mit anderen Hämmern - einfach mal so auf gut Glück einzuwerfen, das kann man wohl für sich selbst entscheiden, aber dies als Tip an andere weiterzugeben??? 😱
schönen Sonntag noch wünscht
Catbird 8)
ARArminThemenstarterGast31. Juli 2005 · #12@ gernot
Die Horrorgeschichte, die du da von dir gibst, finde ich - gelinde gesagt - verantwortungslos. Was willst du anderen - oder dir? - damit beweisen? Dass du ein toller Hecht bist, der die böse Malaria überstanden hat? Oder dass du ein echter Draufgänger (zum Glück nicht im wahrsten Sinne des Wortes) bist, der sogar den von dir geschilderten Gift-Mix überlebt hat? Und das Ganze, ohne zum Zeitpunkt des Medikamenten-Einwurfs 100%ig zu wissen, dass du wirklich eine Malaria hattest. Da hätte ich mir doch wenigstens einen Malaria-Quicktest mitgenommen. Damit kann man sich auch vor Eintritt der von dir geschilderten heftigen Reaktionen schon eine gewisse Sicherheit schaffen.
Ich freue mich mit dir, dass du die ganze Geschichte offenbar unbeschadet überstanden hast, aber ich hoffe, dass deine Praxis keine Nachahmer findet. Bei manchen Menschen (z. B. bei meiner Frau) hätte schon eines der von dir eingenommenen Präparate (Halfan) tödlich sein können. Auch bei einem Verzicht auf Prophylaxe und Beschränkung auf eine Notfall-Medikation sollte man sich im Voraus individuell tropenmedizinisch beraten lassen.
Gruß
Armin
GEgernotThemenstarterGast31. Juli 2005 · #13moin,
ich habe mit keinem einzigen Wort irgendeinem empfohlen, eine Malaria so zu behandeln wie ich das damals gemacht habe. Ich hätte diesen Satz wohl besser gleich dazu geschrieben.
Gruss Gernot
GEgernotThemenstarterGast31. Juli 2005 · #14moin,
noch eine Ergänzung zu Doxycyclin.
Inzwischen wird dir Substanz von der DTG (Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft) ganz offiziell als Prophylacticum empfohlen!!
Allerdings muss man beachten, dass es bei der Einnahme manchmal zu phototoxischen Reaktionen kommen kann - und das ist in Afrika ja nicht besonders schön.
Gruss Gernot
GAGastThemenstarterGast02. Aug. 2005 · #15Gernod,
wie überlebten die Voortrekker? Nicht, dass ich einer wäre, aber ein klein wenig schon: ca 25 Jahre SWA/Namibia, keine einzige Pille.. still going
strong.., naja,, inzwischen mehr "still" als "going"....,, und, zugegeben,
es gibt keine empirischen Studien darüber, ob ich den Insekten
besonders "stinke".... aber, es geht noch! Und ich kenne keine Pharma-
Berater...!
Es gab einmal einen inzwischen alten englischen Spruch:" Just do not
challenge , unless you can cope.." Will heissen: bleib daheim, wenn
du nichts Ungewohntes riskieren willst!. Als Pillen-August wirst du
verstehen....?
Hautkrebs ist ein Thema in Namibia, und Leberkrebs...., bei ersterem
weiss man warum, bei letzterem nimmt man an....
Pillenschlucken wird vom Kopf gesteuert..
Ch