JOJorgosThemenstarter4 Beiträge · seit 200801. Juni 2008 · #1Hallo,
ich fahre in knapp 4 Wochen nach Namibia und lese seit geraumer Zeit hier mit großem Interesse hier im Forum mit (und hab schon viele gute Tipps bekommen *freu*).
Unser nördlichstes Ziel ist der Etosha-Park und "eigentlich" ist das ja nicht wirklich ein Risikogebiet. Nun hat es ja sehr viel geregnet und ich habe gehört, dass dadurch auch im Juli mehr Mücken als sonst zu dieser Zeit ihr Unwesen treiben. Würdet ihr für die Zeit, in der wir im Etosha sind was zur Vorbeugung nehmen und wenn ja was?
Zusatzfrage: Es ist doch richtig, dass wir besser in Namibia Antimückenspray/-lotion kaufen? Ich habe hier viel über das "silentsleep" oder so ähnlich gelesen.
Danke schon mal und Gruß
Jörg
WolffRuediger1'125 Beiträge · seit 200601. Juni 2008 · #2Zu Deiner Zusatzfrage, Jörg.
Ja, es ist besser.
'Peaceful sleep' heißt das Mittel. Man kann es auch im Innern (Räume, Zelt, Auto) gut verwenden. (Richtige Kleidung ist immer noch das Beste!). Ein anderes Mittel, das ich auch immer bei mir habe, heißt 'Target'. Mir scheint, es ist etwas aggressiver. Ich nehme es, um die undichten Ritzen (Fenster, Türen) meines LR einzusprühen; Zeltcamper könnten es gut zum Besprühen von Reißverschlüssen etc. benutzen.-
Etosha. Als ich das letzte Mal dort war (Juli) habe ich auf Prophylaxe verzichtet. Aber in diesem Jahr? Aber bestimmt gibt's hier Experten, die diese immer wiederkehrende Frage besser beantworten - muss wohl auch in jedem Jahr wg. anderer Wetterlage neu beantwortet werden.
Sonntägliche Grüße aus dem sommerlichen Kiel!
Wolff-Rüdiger
Hiluchs527 Beiträge · seit 200601. Juni 2008 · #3Wer von Euch war denn schon mal im August in Etosha und Caprivizipfel und kann mir was über das Benehmen der Mückenplagegeister berichten? 🙂
PEpeter48355 Beiträge · seit 200601. Juni 2008 · #4Hallo Jörg,
ob du eine Malariaprophylaxe machst oder nicht ist ganz alleine deine Entscheidung.
Ob du wegen fehlender oder falscher Prophylaxe dann Malaria bekommst nämlich auch.
Hört sich jetzt grob und blöd an, aber die Verantwortung für deine Gesundheit liegt ganz alleine bei dir und kein anderer kann dir deine Entscheidung abnehmen.
Erfahrungen von anderen, wie „Ich hab letztes ohne Malarone Jahr in XX auch nix bekommen, sind irrelevant und absolut nichts aussagend.
Ich hoffe du verstehst es richtig
Viele Grüße
peter
CRCrezi209 Beiträge · seit 200701. Juni 2008 · #5Hallo,
ich muss Wolf-Rüdiger Recht geben.
Wir waren Mitte Mai dort und haben nichts genommen!
Einschmieren, die richtige Kleidung, Klimaanlage herunterdrehen ....
Ende Juni ist ja in Namibia schon Winter und das Viehzeug mag keine Kälte (s. o.: deshalb auch Klimaanlage herunterdrehen)!
Gruss
Selbst nach der Abreise sind wir nie ganz von diesem Land weggekommen.
WolffRuediger1'125 Beiträge · seit 200601. Juni 2008 · #6Ja, Crezi, so wird es den meisten gehen. Aber Peter hat natürlich trotzdem Recht, auch wenn er sich für seinen bisherigen Sprachstil ungewöhnlich ruppig ausgedrückt hat. Jeder trägt die Verantwortung für sein Verhalten. Und auch mein Beitrag ist in diesem Sinne zu verstehen. Trotzdem muss man seine Erfahrungen ausdrücken dürfen. Ich selbst würde in DIESEM Jahr für den ganzen Norden Prophylaxe machen.
Gruß
Wolff-Rüdiger
JOJorgosThemenstarter4 Beiträge · seit 200801. Juni 2008 · #7Hallo zusammen,
ich hatte es befürchtet: Ich muss es selbst entscheiden; ich wollte ja auch nur eure Mainung zur aktuellen Situation hören ;-))
@Peter: Es ist OK, was und v.a. wie du das schreibst, ich bin nicht überempfindlich.
Die Frage ist nun, welches Mittel nehme ich? Es gibt da ja welche, die ich direkt vor Etosha nehmen kann und dann wieder absetzen kann, wenn ich mich wieder in Richtung Süden bewege. Welches ist das und kann an das auch in Namibia direkt in einer Apotheke kaufen oder nehme ich das auf jeden Fall schon von hier mit?
Viele Grüße aus dem sonnigen Pott
Jörg
KAKanzler573 Beiträge · seit 200701. Juni 2008 · #8Ich kann nur bestätigen, dass schützende Kleidung die beste Vorsorge ist. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit Autan gemacht (nicht nur in Afrika, aber auch dort). Ich möchte dazu sagen, dass ich grundsätzlich keine (pharmazeutisch) Malariaprophylaxe verwende. Wenn ich meine Leber ruinieren möchte, dann tue ich das lieber mit gutem Rotwein. Und bevor jetzt der Aufschrei beginnt, möchte ich betonen und mindestens dreimal unterstreichen und acht Ausrufezeichen setzen, dass das meine ganz persönliche Meinung ist, meine Familie und ich das so handhaben und dass keine Empfehlung an andere ist. Diese Entscheidung muss!!! jeder für sich treffen.
Viele Grüße, Kanzler
JOJorgosThemenstarter4 Beiträge · seit 200801. Juni 2008 · #9Hallo WolffRuediger,
Zu Deiner Zusatzfrage, Jörg.
Ja, es ist besser.
'Peaceful sleep' heißt das Mittel. Man kann es auch im Innern (Räume, Zelt, Auto) gut verwenden. (Richtige Kleidung ist immer noch das Beste!). Ein anderes Mittel, das ich auch immer bei mir habe, heißt 'Target'. Mir scheint, es ist etwas aggressiver. Ich nehme es, um die undichten Ritzen (Fenster, Türen) meines LR einzusprühen; Zeltcamper könnten es gut zum Besprühen von Reißverschlüssen etc. benutzen.
danke für die Info, zumindest mit "sleep" lag ich ja schon mal richtig 😉
Gruß
Jörg
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200601. Juni 2008 · #10Jorgos schrieb:Die Frage ist nun, welches Mittel nehme ich? Es gibt da ja welche, die ich direkt vor Etosha nehmen kann und dann wieder absetzen kann, wenn ich mich wieder in Richtung Süden bewege.
... es gibt Mittel, die Du nur 1-2 Tage vor Eintritt in ein Malariagebiet nehmen mußt. Mir ist aber kein Mittel bekannt, daß Du sofort nach Verlassen des Gebietes wieder absetzen kannst.
Die Malariaerreger machen im Körper eine Entwicklung durch und die Prophylaxe wirkt gegen die "Blutform". Wenn Du die Prophylaxe gleich nach Verlassen des Gebietes absetzt, kannst Du sie auch gleich weglassen.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
La Leona2'779 Beiträge · seit 200701. Juni 2008 · #11BikeAfrica schrieb:
[quoteDie Malariaerreger machen im Körper eine Entwicklung durch und die Prophylaxe wirkt gegen die "Blutform". Wenn Du die Prophylaxe gleich nach Verlassen des Gebietes absetzt, kannst Du sie auch gleich weglassen.
[/quote]
Wenn man die Prophylaxe vorzeitig absetzt hat man nicht nur den eigenen Schutz verspielt, zusätzlich trägt man dazu bei, dass die Erreger resistent werden gegen die Malariaprophylaxe und deshalb schneller neue und wirksame Medikamente erforderlich werden.
JOJorgosThemenstarter4 Beiträge · seit 200801. Juni 2008 · #12Hi
Wenn man die Prophylaxe vorzeitig absetzt hat man nicht nur den eigenen Schutz verspielt, zusätzlich trägt man dazu bei, dass die Erreger resistent werden gegen die Malariaprophylaxe und deshalb schneller neue und wirksame Medikamente erforderlich werden.
na gut, ihr habt mich überzeugt, ich werde Prophylaxe nehmen.
Nun muss ich nur noch entscheiden, welches Mittel ich nehme. Nach meinen Recherchen
können ja alle mehr oder weniger Nebenwirkungen haben. Ein Bekannter der mitreist meinte, er habe sich mal nen ganzen Urlaub versaut, weil er nicht gut auf das Mittel reagiert hat. Er nimmt ein Mittel mit, das er nehmen will, wenn er erste Anzeichen der Malaria-Grippe an sich merkt.
Irgendwie ist das ganze Thema Malaria ziemlich schwierig ...
Danke für eure Geduld 😉
Jörg
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200601. Juni 2008 · #13Hallo Jörg
Jorgos schrieb:
Nach meinen Recherchen können ja alle mehr oder weniger Nebenwirkungen haben. Ein Bekannter der mitreist meinte, er habe sich mal nen ganzen Urlaub versaut, weil er nicht gut auf das Mittel reagiert hat.
natürlich weiß man vorher nicht, wie man auf die Medikamente reagiert und wenn man Nebenwirkungen verspürt, ist das evtl. unangenehm. Man kann mögliche Nebenwirkungen jedoch reduzieren, wenn man die Medikamente abends nimmt. Durch den nächtlichen Schlaf spürt man leichtes Unwohlsein u.U. gar nicht, während es bei einer Einnahme während des Tages und bei hohen Temperaturen verstärkt spürbar ist.
Er nimmt ein Mittel mit, das er nehmen will, wenn er erste Anzeichen der Malaria-Grippe an sich merkt.
... wenn man Anzeichen feststellt, die eine Malaria vermuten lassen, dann sollte man zum Arzt gehen, wenn einer in den nächsten 24-48 Stunden verfügbar ist. Es ist Quatsch, auf Verdacht Malariatabletten einzunehmen und vielleicht Dengue (oder Anderes) zu haben. Ein Laie wird das auch nicht unterscheiden können.
Malariatabletten werden im Falle einer Erkrankung ganz anders dosiert als zur Prophylaxe. Diese Dosierung sollte man auch nicht einfach so auf Verdacht verwenden, wenn man ansonsten wegen der Nebenwirkungen das Zeugs scheut.
Irgendwie ist das ganze Thema Malaria ziemlich schwierig ...
... ja, das ist es. Und jede Stunde sterben über 100 Kinder und ein paar Erwachsene daran ...
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
La Leona2'779 Beiträge · seit 200701. Juni 2008 · #14Jorgos schrieb:Hi
Ein Bekannter der mitreist meinte, er habe sich mal nen ganzen Urlaub versaut, weil er nicht gut auf das Mittel reagiert hat. Er nimmt ein Mittel mit, das er nehmen will, wenn er erste Anzeichen der Malaria-Grippe an sich merkt.
Irgendwie ist das ganze Thema Malaria ziemlich schwierig ...
Danke für eure Geduld 😉
Jörg
Wenn wir keine Ärzte sind dann dürfen wir anderen keine Medikamente empfehlen. Und weil wir eben keine Ärzte sind würde es uns auch sehr schwerfallen eine grippenartige Erkáltung mit Gliederschmerzen und Kopfweh von einem MAlariaschub zu unterscheiden. Sogar ausgebildete Ärzte benötigen dazu ein Blutbild.
Mein einziger Rat ist derjenige: Je nach Gebiet kommen verschiedene Prophylaxen zum Einsatz, dein Tropenzarzt kann dich informieren. Da einige Prophylaxen recht oft mit Nebenwirkungen verbunden sind, sollten sie mit ausreichend Zeitraum vor der Reise, daheim, getestet werden, damit noch genügend Zeit vorhanden ist um auf ein anderes Produkt umzusteigen.
gruss leona
KAKanzler573 Beiträge · seit 200702. Juni 2008 · #15La Leona schrieb:Mein einziger Rat ist derjenige: Je nach Gebiet kommen verschiedene Prophylaxen zum Einsatz, dein Tropenzarzt kann dich informieren. Da einige Prophylaxen recht oft mit Nebenwirkungen verbunden sind, sollten sie mit ausreichend Zeitraum vor der Reise, daheim, getestet werden, damit noch genügend Zeit vorhanden ist um auf ein anderes Produkt umzusteigen.
gruss leona
Ich wage zu bezweifeln, dass es sinnvoll ist, das Versuchskaninchen in eigener Sache zu spielen. Das ist doch keine Weinprobe.
Viele Grüße, Kanzler
KEkelele134 Beiträge · seit 200702. Juni 2008 · #16Na, Leona meinte das mit Sicherheit anders. Mein Arzt hat mir auch empfohlen Lariam unter seiner Aufsicht schon vor dem Urlaub auszuprobieren. Die Nebenwirkungen sind ja nicht ohne und jeder reagiert anders. Wenn ich das schon hier nicht vertrage, nehme ich doch lieber direkt ein anderes Mittel mit in den Urlaub! Der Vergleich mit der Weinprobe hinkt also etwas- außer du trinkst gern mal mit deinem Arzt 😄
Grüße
Kelele
KAKanzler573 Beiträge · seit 200702. Juni 2008 · #17Lariam besonders, aber auch die anderen Prophylaxe-Medikamente, sind ja nun alles andere als Hustensaft. Das sind echte chemische Hämmer. Das ist auch der Grund, warum meine Familie und ich das Zeug nicht verwenden - wenigstens nicht als Prophylaxe. Wenn sich jemand dafür entscheidet ist das natürlich seine Entscheidung. Wenn ich mich einer solchen Belastung unterziehe würde, dann aber ganz sicher nicht auch noch länger als unbedingt notwendig und schon gar nicht vor dem Urlaub auf Probe. Über die Kompetenz eines Arztes, der solches empfiehlt, würde ich nachdenken.
Viele Grüße, Kanzler
La Leona2'779 Beiträge · seit 200702. Juni 2008 · #18Kelele hat mich richtig verstanden.
Jeder Afrikareisende hat eine persönliche Krankengeschichte. Sein Vertrauensarzt muss deshalb abschätzen welche Prophylaxen er seinem Patient empfehlen kann, im besten Fall und wúnschenswertesten in Zusammenarbeit mit einem Tropenarzt.
Patienten haben Gewohnheiten, welche ebenfalls mit in Betracht gezogen werden müssen. Es gibt Leute die ziehen es vor nur eine Tablette pro Woche schlucken zu müssen und erst noch erheblich weniger dafür zu bezahlen. Da dieses Produkt (lariam) jedoch erheblich hóhere Nebenwirkungen aufweist, empfehlen viele Ärzte heutzutage die Einnahme schon 2-3 Wochen vor der Reise nicht erst 1 Woche vorher, denn schon nach der ersten Tablette treten die Nebenwirkungen auf - oder eben nicht. Wenn man dann schlussendlich die Behandlung zwei Wochen lánger als effektiv notwenig war, gemacht hat, ist unwesentlich. Die Belastung für den Körper ist eh schon da.
Da ich keine Ärztin bin kann ich auch niemandem empfehlen das beinahe nebenwirkungsfreie aber sauteure Malarone zu empfehlen, denn es ist auf spezifische Typen Malaria abgestimmt und soll daher nicht einfach planlos überall verwendet werden, ansonsten die div. Erreger zu rasch auf breiter Ebene resistent werden.
gruss leona
KEkelele134 Beiträge · seit 200702. Juni 2008 · #19Über die Kompetenz eines Arztes, der solches empfiehlt, würde ich nachdenken.
Hab ich- und ihn als sehr kompetent eingestuft. Schließlich war das nur einer seiner Ideen und in Anbetracht von persönlichem Hintergrund ein sehr vernünftiger Vorschlag. Deswegen gehe ich vor (fast) jedem Urlaub zu meinem Arzt: Nur dieser kann mir mehrere Wege aufzeigen, aus denen ich dann den wählen kann, der mir, unter Abwägung aller Pro's und Contra's, am Besten "schmeckt"!
Grüße
Kelele
BTW: Hab mich übrigens im Endeffekt auch für eine andere Variante entschieden.