Unruhen

11 Antworten · 7'875 Aufrufe · gestartet 21. Mai 2008 von Sharon
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Themenstarter227 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #1
Hallo zusammen

durch die Tageszeitungen und Nachrichten rauscht ja derzeit non stop das Thema der Unruhen in Johannesburg und nun auch in Durban.

Ich selbst habe damals in Monrovia die Anfänge des Bürgerkrieges mitbekommen und kann mit Bestimmtheit sagen, dass ich so etwas nie wieder erleben möchte.

Unser SA-Urlaub beginnt erst im November, aber ich habe irgendwie Angst, dass diese ganzen Unruhen in einen Bürgerkrieg umschlagen könnten...Und dadurch eine Reise nach SA einfach zu gefährlich wird. Unsere Reiseplanung sieht zwar keinen Aufenthalt in Johannesburg oder Durban vor, jedoch fliegen wri beide Flughäfen an bzw. fliegen von dort ab.

Wie sind eure Einschätzungen, besteht Grund zur Sorge?

Über Meinungen würde ich mich freuen, dass niemand vorhersehen kann, wie sich das Ganze entwickelt, weiß ich. Es geht mir mehr um eure EInschätzungen.

Viele Grüße
Sharon
1'910 Beiträge · seit 200621. Mai 2008 · #2
N,tach, Sharon,

was willst Du nun hören... würdest Du an einen Ort
gehen wo Du zu 100% und unausweichbar einem Tsunami
ausgesetzt wärest, oder jetzt in die Provinz Sichuan
um Urlaub da zu machen?
Zumahl Du ja, so Deine Worte, es schon einmal erlebt
hast...Wäre halt dann ein Abenteuerurlaub besonderer
Art... Das denke ich... 😎
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
31 Beiträge · seit 200821. Mai 2008 · #3
Hallo Sharon,

wir standen vor 14 Jahren mal vor einer ähnlichen Situation.

Unser Urlaubsbeginn in Südafrika war zwei Tage nach den ersten freien Wahlen in Südafrika im Jahre 1994. In den letzten Wochen vor den Wahlen nahmen die Unruhen in Südafrika zu. Wenige Tage vor dem Abflug explodierte eine Bombe auf dem Johannesburger Flughafen.

Wir haben uns damals trotzdem entschlossen zu fliegen – das Flugzeug teilten wir mit etwa 6 anderen Fluggästen.

Mit einem mehr als mulmigen Gefühl erreichten wir damals Südafrika – und es wurde ein Traumurlaub. Der Virus Africanum hat uns seitdem nicht mehr verlassen.

Diese Schilderung bzw. Entwicklung ist natürlich nicht unbedingt übertragbar auf die heutige Situation. Wie Du selber schon geschrieben hast, kann niemand in die Zukunft schauen und jeder muß für sich selber entscheiden, ob er einbestimmtes Risiko eingeht.

Viele Grüße

kalkheuvel
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Themenstarter227 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #4
@Naukluft: Naja, ich denke ja mal nicht, dass die Unruhen in SA bereits mit einem Tsunami oder den Vorkommnissen in Sichuan zu vergleichen sind.

Derzeit würde ich auf alle Fälle fliegen, da sich die Unruhen ja doch mehr auf Johannesburg bzw. die Town Ships konzentrieren. Ich hoffe nur, dass das Ganze nicht umschlägt und wirklich zu Schlimmeren führen wird...Denn das wäre dann nat. ein Risiko, das ich nicht eingehen würde. Wenn sich Unruhen auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren und nicht auf das ganze Land übergreifen, wäre ich bereit, den Urlaub so anzugehen, wie geplant.

Meine Befürchtungen sind eben die, dass es schlimmer werden könnte...Aber naja, die Glaskugel hat vermutlich niemand von uns zur Hand und letztendlich bleibt einem nichts anderers übrig, als abzuwarten.

Viele Grüße
Sharon
Gast21. Mai 2008 · #5
Moin Sharon.

Auswärtiges Amt:
Seit einigen Tagen kommt es in mehreren der sogenannten Townships in den Randgebieten südafrikanischer Großstädte, insbesondere Johannesburg und Pretoria, sowie in Teilen der Innenstadt von Johannesburg zu massiven gewaltsamen Übergriffen gegen überwiegend schwarzafrikanische Ausländer und ethnische Minderheiten. Es wird daher zurzeit dringend davon abgeraten, während Aufenthalten in Südafrika selbständige oder organisierte Reisen in solche Townships und die Innenstadt von Johannesburg zu unternehmen.
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Suedafrika/Sicherheitshinweise.html

Das State Department hat noch kein Update herausgegeben:
http://travel.state.gov/travel/cis_pa_tw/cis/cis_1008.html#safety

Ebenso das Foreign Office:
http://www.fco.gov.uk/en/travelling-and-living-overseas/travel-advice-by-country/sub-saharan-africa/south-africa

Gruß, Michael
zuletzt bearbeitet 22. Mai 2008
Themenstarter227 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #6
Hallo Michael

danke für die Links und den Textauszug. Hab gar nicht soweit gedacht, mal auf die Seite des Auswärtigen Amtes zu schauen 🙂

Viele Grüße
Sharon
24 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #7
In den Townships ist es IMMER gefährlich und da fährt man sowieso nicht hin!
Und sollte man dich fragen: Was hält dich denn hier fest? Du könntest nur sagen: Ich liebe Südwest!
Themenstarter227 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #8
Das hatten wir auch nicht vor. 🙂
2'721 Beiträge · seit 200621. Mai 2008 · #9
Hm, eigentlich verstehe ich Deine Frage nicht so ganz.
Einerseits beantwortest Du einige Deiner Fragen bereits selbst und andererseits weist Du auch, dass wir alle keine Kristallkugel haben.
Ich an Deiner Stelle würde mich nur auf die Einschätzungen und Empfehlungen offizieller Stellen verlassen.
Die Verantwortung oder Entscheidung in ein Land in dem solche Unruhen herrschen zu fahren kann Dir keiner abnehmen.
Gisela
2'612 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #10
Ich sehe es so wie mit der Malaria-Prophylaxe: die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen, hängt einzig und allein an Deiner persönlichen Risikoneigung.

Wir können Dir lediglich einige Informationen zur Verfügung stellen - Michael hat da schon die entscheidenden Quellen genannt.

Ich will hier keinen neuen Streit vom Zaun brechen, aber die Aussage von JPK lese ich mit Befremden. Aber das soll hier auch nicht das Thema sein...
Bye bye Forum
151 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #11
Hallo Sharon,

bin bereits ein älteres Semester. Als ich 1955 mich für 3 Jahre nach ZA verpflichtete. (das war noch zur Zeit der Apartheid), da gab mir ein Landsmann den guten Rat.

"Wenn Du es auf Deinem Weg mal irgendwo knallen hörst, geh nicht hin sondern mach einen Umweg."

Wir Europäer haben die unangenehme Gewohnheit unsere Nasen, sogar bei einem Autounfall, immer zuvorderst zu haben.

Der oben genannte Ratschlag hatte ich auch immer im Hinterkopf, als ich zur Zeit des Algerienkrieges (1959) in Paris weilte. Da flog bald an jedem Tag, trotz viel Polizei, eine Cafebar auf die Strasse wegen eines Bombenanschlags.

Wie bereits durch andere erwähnt, den Entscheid musst ganz alleine Du fällen.

Ich wünsche Dir trotzdem einen wunderbaren Urlaub in dem schönen Land.

Thedy
2'048 Beiträge · seit 200721. Mai 2008 · #12
Halo Sharon,

bisher habe ich aktuell nichts von übergriffen gegen Weiße oder Touristen gehört. Es scheint eher so zu sein, dass die Armen einen neuen Sündenbock für ihr Elend ausgesucht haben. Im Grund ist es sogar nachvollziehbar, dass sich die, die ohnehin nichts haben und jeden Tag ums eigene Überleben kämpfen dagegen wehren, dass sie durch Zuwanderung und die dadurch entstehende Konkurrenzsituation jetzt die Probleme ausbaden sollen, die in anderen Staaten angerichtet werden. Und dass es besonders fähige Rhetoriker gibt, die so eine Stimmung aufheizen und zum ausländer- und Rassenhass steigern können, das sehen wir wohl oft genug hier in unserem Deutschland (äh Schweiz oder Österreich je nach Herkunft).

Meine Hauptsorge ist, dass es sich in all den Ländern um Vielvölkerstaaten handelt. Und da ist jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit noch viel giftiger als hier bei uns. Sowohl RSA als auch Namibia sind hier ein potentielles Pulverfass und jetzt finden es irgendwelche Idioten sinnvoll genau an der Lunte mit dem Feuer zu spielen.

Sharon wollte keine Hellseher. Und ich will kein Dunkelseher sein.😕
Ich glaube aber immer noch ist das Reisen für uns möglich. Vielleicht muss man noch genauer überlegen, wo man hingeht (und insbesondere auch wann). Leider schaut die Polizei dort bei vielem nur zu. für uns Touris habe ich die Hoffnung, dass man genau hinsehen und eingreifen würde😃 Aber es kann auch schnell kippen. Vor allem kann die Regierung ja nicht einfach eine Kehrtwendung in ihrer Politik gegenüber den Bruderparteien machen. Aber genau dass müsste im Land jetzt eingefordert werden: Probleme dort lösen, wo sie gemacht werden. Nun wieder Dunkelseher: Wann tun schon mal Ideologen das vernünftige?

jaw

P.S.
fliege in 71 Tagen mit 4 Kindern nach Windhoek, RSA war nie geplant.
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)