GEGEOvisions.deThemenstarter1 Beiträge · seit 200806. Mai 2008 · #1Liebe Mitglieder und Gäste dieses ausgezeichneten Forums!
Mit frischen Eindrücken aus dem südlichen Afrika, möchte ich von Reisen durch Simbabwe derzeit dringend abraten.
Wir habe mit drei Geländewagen Afrika durchquert und dabei auch Simbabwe auf der Süd-Nord-Achse (Beitbridge-Kariba) durchfahren. Trotz viel Erfahrung in eher problematischen Reiseländern, haben wir uns gerade in Simbabwe des öfteren sehr unwohl gefühlt.
Neben der sehr unsicheren Versorgungslage an Benzin und Lebensmitteln ist ein vielfaches Vakuum an Ordnungsstrukturen unübersehbar. Polizei und vagabundierende Gruppen sind kaum noch auseinanderzuhalten, in den von den Matabele-Zulu's dominierten Regionen herscht offene Feindseligkeit gegen die Shona aber auch gegen uns Touristen (die als Unterstützer durch Ihr Geld gesehen werden), viele Farmen - auf denen wir vor einem Jahr noch wohnen konnten - sind geschlossen oder zerstört und die Kriminalität hat dramatisch zugenommen. Dies lässt sich nicht alleine mit der Versorgungslage erklären.
Auch Great Zimbabwe (Monomotapa) und der Bereich der Victoriafälle ist davon betroffen.
Ich teile zwar grundsätzlich die hier schon oft genannten Argumente, dass das Volk das Geld und die Unterstützung braucht, aber die meisten tragen ja auch Verantwortung gegenüber Ihren Kindern oder Verwandten.
Der Druck auf das politische System dürfe auch zunehmen, wenn die letzten Einnahmequellen versiegen. Das dies zu noch größerem Leid bei der Bevölkerung führt ist bitter, aber es sterben soviele Menschen - recht unbeachtet - im südlichen Afrika an AIDS, das diese Diskussion auch etwas
zynisches hat.
Wer genauere Fragen hat kann mir gern eine Nachricht schicken. Bis 29.05. bin ich nun in D und werde diese gerne beantworten.
Der Amateur sorgt sich um die richtige Ausrüstung, der Profi sorgt sich ums Geld und der Meister sorgt sich ums Licht.
BAbaboonGast06. Mai 2008 · #2Hallo,
schön mal wieder von jemand Nachrichten aus Zim zu hören, der in letzter Zeit selbst dort war. Auch wir haben Anfang Mitte Dezember eine Reise nach Zim geplant, wollen aber von Pandamatenga aus zu den Mana Pools.
Bereits letztes Jahr November waren wir in VicFalls und im Hwange. VicFalls war zu dem Zeitpunkt noch besucht, aber im Vergleich zu den Vorjahren sehr ruhig.
In Hwange waren wir nahezu die einzigen Gäste und haben uns in den Tagen die wir dort waren manchmal schon sehr "verlassen" gefühlt. Die aktuelle Situation liess aber viele schöne Kontakte und Gespräche mit den Parkangestellten zu. Wirklich unwohl haben wir uns aber nie gefühlt, wir hatten eher persönliche Schwierigkeiten mit der Situation der Bevölkerung umzugehen.
Wenn Du bis 29.5. in D bist - heisst das, es geht wieder nach Afrika? Wenn ja, wäre ich an weiteren Neuigkeiten sehr interessiert! Denn durch die aktuelle Situation werden wir unsere Pläne wohl sehr offen halten...
Viele Grüße
Karola
PEpeter48355 Beiträge · seit 200607. Mai 2008 · #3Hallo Karola,
euere Planungen hören sich sehr interessant an.
Hoffentlich gibt es von Euch nach euerer Rückkehr auch einen Bericht von den Mana Pools, da ich über die von Euch geplante Strecke auch schon nachgedacht habe.
Viele Grüße
peter
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200607. Mai 2008 · #4Auch wir haben Anfang Mitte Dezember eine Reise nach Zim geplant, wollen aber von Pandamatenga aus zu den Mana Pools.
Kann nur von unsere suedafrikanischen Freunden berichten, welche jetzt gerade auf dem Weg zu den Mana Pools sein wollten. Sie haben umgeplant, da die Lage inzwischen wohl sehr unuebersichtlich geworden ist. Hwange ist nach wie vor ein Ziel.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
walwol303 Beiträge · seit 200807. Mai 2008 · #5GEOvisions.de schrieb:Auch Great Zimbabwe (Monomotapa) und der Bereich der Victoriafälle ist davon betroffen.
Da ich eine Buchung in Vic Falls für anfang September habe wäre ich froh wenn du dein Statement etwas ausführen könntest. Auf welchen Feststellungen bzw. Vorkommnissen beruht deine Aussage zu den Victoriafällen?
Ich meine nicht die politischen Gründe, die behalte ich schon im Auge.
Merci für eine klärende Antwort.
Lg Walter
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200607. Mai 2008 · #6Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
YOYoshikawaGast07. Mai 2008 · #7Moin zusammen,
es muss einem immer bewusst sein, dass der Herald eine Regierungszeitung ist, andere gibt`s ja auch nicht mehr.
Gruß, Michael
KEKetty55 Beiträge · seit 200711. Mai 2008 · #8Ich bin einen Tag in Vic Falls gewesen.
Und zwar vom ersten auf den zweiten Mai.
Dann ging mein Flug nach Joburg.
Also:
Die meisten Tourgruppen (die wir in Kasane getroffen haben) meiden Zimbabwe.
Alle fahren nach Sambia.
In Vic Falls ist es sowohl was Bewohner betrifft, als auch Touristen, mehr als ruhig.
Die anderen Gruppen, die nach Zimbabwe gefahren sind, konnte man Quasi mit Handschlag begrüßen.
Die Vic Falls selbst, auch da relativ wenig los.
Klare Aussage unserer Zimbabwischen Tourguides: Vic Falls selbst ist sicher, der Rest von Zimbabwe wohl eher nicht, konkret: unklare Versorgungslage, hohe Kriminalität.
Und die Leute in Vic Falls brauchen Devisen in kleinen Scheinen, oder alles was man nicht mit zurück schlepppen möchte: kann gegen alles eingetauscht werden.
Die Leute suchen den Kontakt und behandeln einen freundlich.
Ich gehe davon aus, dass Vic Falls noch die reichste Stadt in Zimbabwe ist, aber trotzdem mangelt es an allem.
Ich habe fürs Fotoalbum einen 50 Millionen Zim$ Schein für 1Us $ erstanden. Der Rezeptionist freute sich wie ein Schneekönig und hat daraufhin jedem unserer Gruppe einen solchen Schein verkauft. Tatsächlicher Wert: 0,65 Us$ maximum.
Ich empfehle aber: Kauft in Kasane einige Lebensmittel, so dass man unter Umständen einige Lunch und Dinner selbst bestreiten kann, oder aber was zum weggeben hat (Bonbons , Lollis, Müsliriegel). Außerdem traue ich der Fleischversorgung nicht wirklich (irgendwie war mal nach einem Frühstück von Baboon die Rede, ok jetzt ist es verdaut)
Der Flug von Vic Falls nach Joburg war wohl hoffnungslos überbucht, man hat uns aber ganz unbürokratisch auf eine Maschine eher gebucht, die eine Stunde eher flog.
Sehr korrekte Behandlung sowohl beim Transfer als auch im flughafen selbst.
Ich persönlich würde als Alleinreisender nicht nach Zimbabwe fahren...
mit unseren Tourguides war es als Gruppe jedoch kein Problem.
Das ist mein Eindruck von vor einer Woche.
Ich kann nicht sagen, ob sich bis jetzt was geändert hat, insofern sollte jeder in sich gehen und sich selbst befragen, ob er dahin möchte.
JEdoch können die Vic Falls von Zambia aus kaum richtig wahrgenommen werden.
Ach ja: Eintritt Vic Falls: 20 Us$.
Single Entry Visum: 30 Us$
Helmar667 Beiträge · seit 200612. Mai 2008 · #9
pme470 Beiträge · seit 200612. Mai 2008 · #10Hello all,
wer sicher nach Zim reisen und die dortigen Parks hautnah erleben möchte, der kann für einen sehr fairen Betrag einen Freund von mir als Guide buchen:
http://www.humphreygumpo.com/home.htmlHumphrey führt auch Touren in Botswana, Namibia, Zambia und Rwanda, jeweils self-drive, fly-in oder eine Kombination aus beidem. Als ausgezeichneter Fotograf führt mit seinen Gästen auf Wunsch immer wieder mal Workshops für Fotografie und Bildbearbeitung mit Adobe Tools durch.
Schöne Grüsse
Patrick
AMAmanzi9 Beiträge · seit 200812. Mai 2008 · #11Hallo zusammen,
von einem Freund, der gerade auf dem Rueckweg von ZIM nach RSA ist, bekam ich heute morgen folgende SMS:
"...bin in BW auf dem Rueckweg. Alles glatt gelaufen. Hwange ein Traum. Eine Woche alleine im Park..."
Aufgrund der momentanen Situation war er nur in Hwange und Vic-Falls. Dort scheint alles ruhig zu sein.
Gruss,
Amanzi
CHChriss67 Beiträge · seit 200613. Mai 2008 · #12Hallo zusammen,
nach langer Afrikapause (seit November 2007 :P) und noch viel längerer Abstinenz hier im Forum, bringt mich unsere diesjährige Reise wieder hierher.
Zum Thema Vic Falls ist schon einiges geschrieben worden. Ich möchte mich dennoch mit einer Frage hier anschließen. Wir kommen im Juli von der sambischen Seite zu den Vic Falls. Ist es derzeit möglich (und vor allem ratsam), einen Tagesausflug auf eigene Faust (zu Fuß über die Sambesi-Brücke) auf die zimbawische Seite der Fälle zu unternehmen ? 2006 war dies völlig problemlos. Leider hat sich die Lage ja in den letzten Monaten noch dramatisch verschärft und es sieht derzeit nicht nach einer baldigen Entspannung der Situation aus.
Mit einer kurzen Info würdet ihr uns sehr weiterhelfen, da wir bei Undurchführbarkeit überlegen, die Vic Falls dieses Mal gänzlich von unserer Route zu streichen.
Danke und Gruß
Nici & Chriss
pme470 Beiträge · seit 200613. Mai 2008 · #13Hallo N&C, siehe mein Posting in diesem Thema. Werde Humphrey gerne anfragen, er hat ein Büro in Kazungula und wohnt in Bulawayo. Antwort folgt.
Schöne Grüsse
Patrick
KEKetty55 Beiträge · seit 200714. Mai 2008 · #14Müsste meiner Meinung nach ohne weiteres möglich sein, da auch der Grenzposten für diejenigen geöffnet ist, die für einen Tag nach Zambia wollen.
Jedenfalls wurde uns das gesagt, da einige überlegten einen Ultraleichtflugzeugflug über die Fälle zu machen, was nur von Zambia aus ging und deshalb mit dem Überschreiten der Brücke verbunden war.
Im übrigen herrschte ein LKW Stau dort.
Typisches Erscheinungsbild einer Grenze.
Insofern geht der umgekehrte Weg (Zambia- Vic Falls )sicherlich auch.
Aber: 30 $ Single Entry Visum und
20$ Eintritt für die Victoria Wasserfälle
kobra2409 Beiträge · seit 200714. Mai 2008 · #15Hallo zusammen,
geht beides, zumindest vor 3 Tagen noch. Sind von Simbabwe nach Samibia rüber und haben dort 2x übernachtet. 50 U$ Single Entry in Sambia.
In Vic Falls waren wir ebenfalls 2 Tage (Gorges Lodge). Dort ist im Moment touristisch wenig los - die Aktivitäten von Shearwater werden aber durchgeführt. Haben dort Lion walk, Helicopterflug und Sunset cruise gemacht - alles ohne Probleme. An den Fällen (Sim-Seite) waren nur wenige Touris unterwegs.
Die Versorgungslage scheint in Vic Falls besser als im Landesinnern zu sein, bei den Lodges mußten wir im Bezug auf Essen jedoch Abstriche machen. Dies war aber nicht weiter schlimm.
Wir wurden nicht bedrängt und fühlten uns auch nicht unsicher. Jedoch wird man häufiger angesprochen was teilweise auch nervig war..
Beste Grüße
Uli
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.