ALAlinaThemenstarter142 Beiträge · seit 200619. Apr. 2008 · #1
Hallo, liebe Fomis, was meint Ihr, sollte man mit zwei Kindern, 9 u. 12 J. alt, eine geführte Katuturatour machen? Bin da ein bißchen hin- u. hergerissen. Danke für Eure Meinung und ein schönes Wochenende Alina
Hallo, Alina. wenn geführt, sicherlich kein Problem. Aber: Interessiert das zehnjährige Kinder? Begreifen sie's? Gäb's da nichts anderes? Etwas, was sie direkt begeistert? Würde ich immer vorziehen! Viele Grüße! Wolff-Rüdiger - der oft diese Altersstufe unterrichtet .... Ich rate, von den ursprünglichen Interessen der Kinder auszugehen, nicht von unseren Wünschen, die Kinder mit den aktuellen Brennpunkten bekanntzumachen. Das hat Zeit. Notwendig trotzdem allemal. Bloß wann? WR
hallo Alina, wir werden im Juli mit unserem 10jährigen an einer geführten Tour teilnehmen über Carsten Möhle und vielleicht mit ihm. CM weiß, dass wir dies mit Kind machen und wird sich sicherlich darauf einstellen. Wir werden keine Tagestour machen. Ansonsten ist der Urlaub voll und ganz auf das Kind ausgerichtet.
Also, ich würde sagen als Beweis wie gut es unseren Kindern geht ist das vielleicht lehrreich. Aber ich finde diese Touren schrecklich. Meine Meinung! Sich als ,,reicher'' weißer Tourist auch noch das Elend anderer anzuschauen finde ich ziemlich gemein. Aber das muss jeder selbst mit seinem Gewissen ausmachen.
Da ich auch als 9 jähriges Kind zum ersten Mal in Afrika war, weiß ich noch genau wie ängstlich ich schon in der Windhuker City war. Du musst dich also wirklich fragen ob deine Kinder das aushalten. Ich bin weiß Gott nicht ängstlich gewesen, aber das erste mal unter Afrikanern zu sein, daran musste ich mich erst gewöhnen. Ich weiß nicht wie es in Katutura zugeht wenn man dort als Tourist auftaucht. Ich wäre daher wirklich vorsichtig. Du wirst deine Kinder am besten kennen und wissen ob du sie damit nicht total verschreckst. Wenn ihr zum ersten mal nach Afrika kommt würde ich es lassen.
Das ist sehr sensibles Thema - für die Touristenkids und die Katuturamenschen!
In unserer Gruppe war der Ausflug auch Thema und ich fand es anmaßend und arrogant mitleidig durch ein Armenviertel zu fahren und diese 'armen Wesen' zu bestaunen. Wie müssen sich die Menschen dort vorkommen dabei? Ich empfinde das als grenzüberschreitend und denke, dass Fotos auch reichen. Es gibt übrigens genügend Bildbände in Windhoek im Bücherkeller darüber, um Kindern die Tragweite von Katutura zu vermitteln.
Ganz schlimm finde ich folgende Szene: Fahrt durch ein Armenviertel und dann ab zum nächsten Highlight
Grüsse von Elli
Meine Aufenthalte in Südwest/Namibia:
1978/79 Besuch auf Farm am Waterberg, 1980 Praktikum im Schülerheim Otjiwarongo/Caprivi, 1981 Bulli-Rundreise mit crockydile: Namibia – Kapstadt – Gardenroute – Zymbabwe – Victoriafälle – Botswana (10Tage mit dem Mokoro im Okawango-Delta) – Namibia,
1983 Arbeiten auf Farm Otjikaru am Waterberg
lange Pause
Tolle Urlaube folgenten: 2007 Namibia, 2008 Namibia/Botswana, 2009 Namibia
2018 Wunderschöne 2-Familientour mit Familie tim.buktu
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200619. Apr. 2008 · #6
African Queen schrieb:
Also, ich würde sagen als Beweis wie gut es unseren Kindern geht ist das vielleicht lehrreich.
... wenn sie soweit sind, es zu verstehen. Bei 9 und 12 Jahren habe ich da meine Zweifel.
Aber ich finde diese Touren schrecklich. Meine Meinung! Sich als ,,reicher'' weißer Tourist auch noch das Elend anderer anzuschauen finde ich ziemlich gemein.
... es kommt auf die Beweggründe an. In den allermeisten Fällen hast Du wohl Recht. Wer sich mit den Menschen und ihren Lebensumständen beschäftigt, sollte das durchaus mal machen. Wer aber gleichzeitig 200 Euro für eine Übernachtung in einer Lodge ausgibt, kann stattdessen auch in einen Zoo gehen. Der begreift das nämlich gar nicht wirklich ...
Aber das muss jeder selbst mit seinem Gewissen ausmachen.
... hoffentlich ist das passende Gewissen gerade greifbar ...
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BRBrigitte1960140 Beiträge · seit 200819. Apr. 2008 · #7
Ich bin noch ganz neu, im September möchte ich nach Namibia. Das Thema Katatura hat mich auch beschäftigt.
Ich könnte mir nicht vorstellen, eine geführte Tour dorthin zu machen, so etwas finde ich daneben. Wie schon gesagt, es handelt sich nicht um einen Zoobesuch. Aber da ich wirklich wissen will wie die Menschen in Namibia leben - und nicht nur die wohlhabenden Weißen - ist es für mich klar, dass ich da auch hinmöchte. Es ist immer ein zwiespältiges Gefühl. Das letzte was ich möchte ist jemandem das Gefühl zu geben, ich sehe auf ihn herab. Andererseits ist man durch seinen Status und die Hautfarbe immer priviligiert, ob man möchte oder nicht.
Aber trotzdem, es ist eine wichtige Erfahrung.
Natürlich sieht die Sache mit Kindern anders aus. Ich kann es sowieso nicht beurteilen, weil ich es noch nicht kenne. Vielleicht ist ja eine geführte Tour die einzige Möglichkeit dort mit Kindern sicher zu sein, und dann sollte man das halt tun. Aber wenn es eine andere Möglichkeit gibt, würde ich die eher in Betracht ziehen.