Unfall in Namibia

17 Antworten · 6'259 Aufrufe · gestartet 04. Apr. 2008 von Ulli
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Themenstarter931 Beiträge · seit 200604. Apr. 2008 · #1
Hallo zusammen!

Hier im Forum sind ja schon oft Versicherungsfragen diskutiert wordne, meist im Zusammenhang mit Mietwagen. Eine andere Frage ist aber was passiert wenn man einen Notarzt oder Rettungsdienst braucht.

Die AZ berichtet heute von einem tragischen Fall der sich bei Omaruru ereignet. Nach einem Verkehrsunfall wartete man 3 (!) Stunden auf einen Rettungswagen. Das Unfallopfer war inzwischen verstorben. Grund der Verzögerung: der alarmierte Rettungsdienst prüft zunächst die Kostenübernahme - die war nicht gegeben...

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.az.com.na/lokales/schlamperei-schuld-an-todesfall.64857.php

Gruss

Ulli
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818 Beiträge · seit 200704. Apr. 2008 · #2
Wegen grob fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung trotz Ärztekodex (= Pflicht: erst helfen, dann fragen) und Erste Hilfe Pflicht (was es auch in Namibia gibt) müssten diese Personen sofort angeklagt und verurteilt werden!
http://www.oribi.de/
1'159 Beiträge · seit 200704. Apr. 2008 · #3
oribi schrieb:
Wegen grob fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung trotz Ärztekodex (= Pflicht: erst helfen, dann fragen) und Erste Hilfe Pflicht (was es auch in Namibia gibt) müssten diese Personen sofort angeklagt und verurteilt werden!
Wen meinst du? SOS International die sagten, dass sie keinen Vertrag mit der Krankenkasse hatten?

Der Fahrer eines nur kurz nach dem Zusammenstoß anhaltenden Wagens benachrichtige per Mobiltelefon die Tochter des Ehepaars, die den Unfall wiederum beim Rettungsdienst SOS International gemeldet habe. Dieser habe dann aber mitgeteilt, dass der Unfallort zu weit von den in Swakopmund oder Windhoek stationierten Einsatzfahrzeugen entfernt sei. Er wolle jedoch das Staatskrankenhaus Omaruru benachrichtigen. Als die Tochter nach rund 40 Minuten dort nachfragte erfuhr sie, dass noch immer niemand zum Unfallort aufgebrochen sei, weil man noch nach dem Schlüssel suche.
Oshivambo Enda nawa Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
818 Beiträge · seit 200704. Apr. 2008 · #4
Es ging um Menschenleben!!!
Verträge hin oder her - das hat keine Rolle zu spielen! Erst helfen, dann den bürokratischen und finanziellen Aspekt klären.

40 min. schlüsselsuchend zu verbringen ist grob fahrlässig für einen Rettungswagen.
Die Polizei als Helfer in der Not blieb untätig!

Wieviel Beispiele brauchst Du um zu verstehen worauf ich hinaus will?
http://www.oribi.de/
zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2008
1'159 Beiträge · seit 200704. Apr. 2008 · #5
oribi schrieb:
Wieviel Beispiele brauchst Du um zu verstehen worauf ich hinaus will?
Ich wollte lediglich differenzieren und mir ist (noch immer) nicht klar, wen du alles "einsperren" möchtest. Aber lassen wir das...

Noch einen schönen Tag!
Oshivambo Enda nawa Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
406 Beiträge · seit 200604. Apr. 2008 · #6
hallo oribi !!!

ich geb dir vollkommen recht.
in europa würd es funktionieren, auch mit klagen.
in afrika habe ich meine zweifel.
gruß
karl
2'732 Beiträge · seit 200604. Apr. 2008 · #7
Habt ihr denn nicht den Bericht dieser Tage verfolgt ueber die Gleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten? Klappt doch schon bei uns nicht - wie soll es denn dann in Afrika erst klappen?
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
573 Beiträge · seit 200704. Apr. 2008 · #8
Andreas Cierpka schrieb:
Habt ihr denn nicht den Bericht dieser Tage verfolgt ueber die Gleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten? Klappt doch schon bei uns nicht - wie soll es denn dann in Afrika erst klappen?
Wieso? Klappt doch hervorragend, du musst nur die richtige Versicherung haben.

Gruß, Kanzler
79 Beiträge · seit 200804. Apr. 2008 · #9
Andreas, ich gebe Dir voll recht. Was mir in den letzten Tagen und Wochen diesbezüglich widerfahren ist, schreit gen Himmel. Es würde zu weit führen, hier darüber zu berichten.
Bei Kanzler wissen wir aus einem anderen Thema, dass er speziell versichert sein muss und nicht zu den normal sterblichen Kassenpatienten gehört.
Wie die Privatversicherten über uns denken, brachte gestern Abend der selbstherrliche Bohl (deutsche Vermögensberatung) zum Ausdruck.
Gruß
Werner
P.S.: Was soll da herauskommen, wenn Du eine Sonderschul-Lehrerin als Gesundheitsministerin hast?
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zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2008
573 Beiträge · seit 200704. Apr. 2008 · #10
@canadafan
Das war mehr ironisch gemeint. Ich wollte weder dir noch anderen, die unter dem System zu leiden haben, zu nahe treten. Bedauerlicherweise haben die, die dieses gecrashte System zu verantworten haben, nicht darunter zu leiden. Aus der gesetzlichen Krankenversicherung darf ich mich glücklicherweise heraushalten, bei der Rentenversicherung (angebrachter wäre die Bezeichnung Seniorensteuer) ist das leider nicht möglich. Ich weiß also, was Leid bedeutet.

Viele Grüße, Kanzler
79 Beiträge · seit 200804. Apr. 2008 · #11
Hi Kanzler,
jetzt habe ich verstanden. War aber auch nicht böse von mir gemeint. Okay?
Gruß
Werner
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527 Beiträge · seit 200605. Apr. 2008 · #12
Nach deutschem Recht hätte der Staatsanwalt mit Sicherheit ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung oder sogar wegen Totschlags durch Unterlassen eingeleitet...

Deutsche Staatsanwälte sind aber seit mindestens 90 Jahren nicht mehr im Lande und so könnte die Sache im Sande verlaufen... 😊
2'048 Beiträge · seit 200707. Apr. 2008 · #13
@ canadafan u.andere fomis

Vielleicht ist so ein Bericht auch eine Gelegenheit über unsere / Eure Einstellungen gegenüber Afrika nachzudenken.

Namibia ist ein "Entwicklungsland". Es ist so organisiert, wie es dort erreichbar ist. Wenn die Energieproduktion nicht nachkommt, geht eben auch das Licht aus. Und wenn der Schlüssel für das einzig funktionierende Fahrzeug nicht da ist, dann kann eben niemand fahren. Natürlich gibt es auch dafür Verantwortliche. Aber die Hauptverantwortung trägt der Stand und das Maß der Entwicklung dieses Landes. Wer das nicht akzeptieren will oder Namibia mit entwickelten Ländern wie Canada oder Australien vergleicht, der hat m.E. wesentliche Dinge nicht verstanden.

In aller Regel reisen wir Touris davon ja völlig unbehelligt. Der Entwicklungsrückstand trifft zumeist die einheimische Bevölkerung und hier besonders die sozial Schwachen (die durchschnittliche Lebenserwartung soll nur noch bei 35 Jahren liegen!).

Wir alle suchen ein Abenteuer (mehr oder weniger) oder wir spielen es wie in einem rießigen Sandkasten.... Nur dürfen wir nicht den Fehler machen und dabei übersehen, dass diese Länder es ein Abenteuer bleiben, trotz aller Absicherungen mit Handy, Sat-tel, GPS und Auslandskranken- und -Rückholversicherung...

Wer den Anspruch auf einen Notarzt in 15 Minuten Erreichbarkeit wünscht und ohne nicht leben kann, der sollte sich auf die echten Anteile eines solchen Abenteuers besser nicht einlassen. Und wer es tut, dem sollte dies auch bewusst sein.

Nur so zum darüber nachdenken.


jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
41 Beiträge · seit 200707. Apr. 2008 · #14
Hallo jaw !
So sehe ich das auch, man muß sich dessen bewusst sein, das bei einem Unfall keine schnelle Hilfe kommt.
Allerdings muß man diese Dinge während des "Abenteuers ausblenden ... so mache ich das, und das gilt für fast jedes Land auf der Erde.........

der Taxi-Fahrer in Thailand der bei Überlandfahrten überholt, als wäre er alleine auf der Welt, aber wehe man sagt, er möge langsamer fahren, dann geht er erst richtig ab.......

die Busfahrt im Linienbus in Bolivien von Uyuni nach Potosi, unterwegs werden immer mehr Leute "zugeladen", das Zubrot des Fahrers. Ein Reifenplatzer unterwegs ist normal, aber das mehrmalige Nachfüllen von Bremsflüssigkeit ... ???

nn der Dominikanischen Republik im 9-Sitzer mit 20! Personen....

usw. ...........

Es gelingt nicht immer nicht zu denken "was wäre wenn ??",
aber wie gesagt alles ausblenden ist hier angesagt, ist mir eigentlich immer ganz gut gelungen.

Gruß
quentin
www.udo-quentin.magix.net/
79 Beiträge · seit 200807. Apr. 2008 · #15
Hi Jaw,
ich weiß nicht, warum Du mich speziell ansprichst, denn ich teile Deine Meinung voll und ganz. Aufgrund dessen kann ich solche Missstände in diesen Ländern verstehen, auch wenn sie noch so traurig sind. Was ich anprangere, sind Missstände in unserem, doch so voll entwickelten Wohlstandsland Germany.
Gruß
Werner
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982 Beiträge · seit 200607. Apr. 2008 · #16
Was ich anprangere, sind Missstände in unserem, doch so voll entwickelten Wohlstandsland Germany.
Auch, wenn das nicht zum Thread gehört: welche sollen das sein?

Ich bin jahrelang neben der Uni im Rettungsdienst gefahren. Wer sich hier in Deutschland in Sicherheit wiegt, nur weil der Notarzt in 15 Minuten da ist, täuscht sich. Bei jedem Herzstillstand zählt jede Sekunde. Nach sieben Minuten braucht eigentlich niemand mehr mit der Reanimation anzufangen, denn dein Hirn ist dann sehr wahrscheinlich Gemüse und verwelkt mit jeder weiteren Sekunde mehr. Je nach Verletzung bei einem Autounfall bist du zu dem Zeitpunkt eh schon leergeblutet (auch innerlich). Aber Hauptsache, man hat alles versucht. Wenn der Doktor da ist, wird alles gut.

Sicherlich stellen sich solche Situationen nicht immer so dramatisch dar. Aber mal ehrlich: wenn ich in den einsamen Wäldern Kanadas bin, wie schnell sind die Rettungskräfte dann vor Ort?
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982 Beiträge · seit 200607. Apr. 2008 · #17
In aller Regel reisen wir Touris davon ja völlig unbehelligt. Der Entwicklungsrückstand trifft zumeist die einheimische Bevölkerung und hier besonders die sozial Schwachen (die durchschnittliche Lebenserwartung soll nur noch bei 35 Jahren liegen!).
Das liegt wohl eher an dem hohen Maß der HIV-Infektionen oder?!
Wir alle suchen ein Abenteuer (mehr oder weniger) oder wir spielen es wie in einem rießigen Sandkasten.... Nur dürfen wir nicht den Fehler machen und dabei übersehen, dass diese Länder es ein Abenteuer bleiben, trotz aller Absicherungen mit Handy, Sat-tel, GPS und Auslandskranken- und -Rückholversicherung...
Das gilt für jedes Land der Erde, in dem du nicht zuhause bist und dessen Sprache du nicht sprichst.

Grundsätzlich liegst du aus meiner Sicht mit deiner Einschätzung aber richtig. Es ist wichtig, sich unseren Komfort bewusst zu machen, in dem wir leben und die "Gefahren da draußen" nicht zu unterschätzen.

Bei den ganzen Vorsichtsgedanken, die teilweise hier geäußert werden, ist es wichtig, dass diejenigen nicht paranoide werden und sich gar nicht mehr aus dem Haus trauen.
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zuletzt bearbeitet 07. Apr. 2008
79 Beiträge · seit 200807. Apr. 2008 · #18
Hallo Holger,
auch Du hast recht. Wenn ich in den tiefsten Wäldern in Canada unterwegs war (damals sogar als Marcumar - Patient) habe ich mich so gut es ging so abgesichert - mit Abbundmittel usw.-, dass ich eben einige Zeit ohne fremde Hilfe auskommen konnte.
So sehe ich das noch heute, egal wo ich hinfahre. Eine Absicherung im üblichen Rahmen (Auslands - Krankenversicherung usw.) Mehr auch nicht, ansonsten das besuchte Land geniessen, fremde Kulturen kennenlernen - ohne ständig dabei zu denken, was alles passieren könnte.
Ich jedenfalls freue mich auf Namibia (am 06.05. geht's los) ohne mir "einen Kopf zu machen", was alles passieren kann. Unabhängig davon kann es aber auch nicht verkehrt sein, sich in der Reisevorbereitung mit Erfahrungen anderer im Forum sich zu befassen.
In dem Sinne
Grüße aus dem total verschneiten Vogelsberg
Werner
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