TOTomcatThemenstarterGast17. Juni 2005 · #1Achtung immer auf der Hut sein.
Bereise Afrika seit 15 Jahren (ohne Probleme) und mit der Zeit nimmt die Vorsicht ab.
Bin letzte Woche in Windhoek in eine schmale Seitenstrasse, gleich unterhalb der Haupstrasse gefahren. Mein Frau stieg aus um schnell was zu besorgen, ich blieb im Auto und habe gewartet.
Kurz danach kam von hinten ein Schwarzer, und hat mir einen Foodkarton einer Fast-Food Kette ans Seitenfenster gehalten und gerufen..."you are the winner..". Da habe ich mal das Seitenfenster runtergemacht. Das war ein Fehler. Er hat sofort an meinen Hals gefasst und mich gewürgt. Gleichzeitig hat ein anderer Schwarzer von der anderen Seite die Tür aufgeirssen und wollte unsere kleine Reisetasche aus dem Auto zerren. Ich konnt mich auch dem Würgegriff befreien und habe die Tasche mit der Wertsachen geklammert und den anderen Typen aus dem Auto gestossen, den Motor angelassen und bin weggefaren. Alles hat sich in etwa 5 Sekunden abgespielt.
Also Vorsicht in abgelegenen Strassen und wenn ich Abenspaziergang an der Beachfront in Swakopund höre fällt mir dazu dies ein...
Vor zwei Monaten wurde dort am Abend (gleich hinter dem "The Tug") ein Touristin die einen Spaziergang gemacht hat überfallen und dabei erschossen. Beute eine Uhr und 39 Rand!
Gruss Tom
ATAfrican TravellerThemenstarterGast17. Juni 2005 · #2Und wie bist Du wieder an Deine Frau gekommen ? Sie war doch noch nicht im Auto ...... ?!
GAGastThemenstarterGast17. Juni 2005 · #3Das war einfach.
Wir haben beide ein Handy und ich habe ihr gesagt wo ich sie aufpicken werde...
Gruss Tom
PAPascalinahThemenstarterGast17. Juni 2005 · #4... uff, das bestätigt mich immer mehr mein kleines Pfefferspray einzustecken. Hat bis auf den Angriff einer Gänseschar immer geholfen.
LG
Pascalinah
GAGastThemenstarterGast18. Juni 2005 · #5Tomcat,
vor 15 Jahren war solche Vorsicht nicht notwendig!
Das ist kein "Abgesang" auf die gute "alte" Zeit, es ist der willkürlich
gewählte Beginn eines Bewusstseinswandels, den jeder, je nach Alter und SWA/Namibiaerfahrung selber zeitlich definiert...
Wenn also solche Vorsicht vor 15 Jahren noch nicht notwendig war,
sollte die Vorsicht im Laufe der Jahre aufgebaut worden sein, und nicht abgenommen haben. Nehme an, das ist es was Du meinst...?
Pragmatisch gesehen, sind Dir mehrere Kardinalfehler in kurzer Zeit
(Minuten) unterlaufen, trotz, oder gerade wegen Deiner Afrika-Erfahrung!
Die Thematisierung von "Gefahr" ängstigt manche Erstbesucher. Verständlich: steht doch ihre Frage im Zusammenhang mit "Urlaub", nicht
mit Überlebenstraining. Das haben sie zuhause....
Der Kern Deiner Aussage bedarf keiner Interpretation, denn er ist ein
Faktum: Namibia ist kein
Reiseland mehr, bei dem "Sicherheit" im Reisepreis
eingeschlossen wäre. Als es (subjektiv) noch so war, ca vor 15 Jahren,,
waren es andere Defizite, die man dem Land zum Vorwurf machte...
Da alles eine politische Komponente hat, je nach Zeit und -geist,
ist Rühren im Pott der Geschichte müssig.
Tatsache ist: Namibia ist reich an Landschaft, stinkreich an netten
Menschen. Kämen die Touristen nicht, und gäbe es das "besondere"
Verhältnis zu Deutschland nicht, es wäre eines der ärmsten Länder der Dritten Welt, noch abhängiger als jetzt schon, vom grossen Nachbarn Südafrika... Der Fischreichtum wurde abgefangen... vor 15 Jahren durch russische und spanische und alle anderen Nationen, nur nicht Namiba.
Jetzt hat man (geschenkte) Kanonenboote, Seerechtsstandard..., aber keinen Fisch mehr... Da werden selbst nette Menschen verbittert.
Was immer unterbelichtet bleibt, ist der psychologische Aspekt, dass, was immer Dir zuhause passiert, ob Mord oder Totschlag... als "Schicksal"
angenommen wird. Passiert es im Urlaub, hier: in Namibia, ist die "Welt"
Schuld. Namibia wird immer "gefährlicher", täglich..., immer "normaler."... Ihr lest die AZ? Der Polizeiminister gibt zu, dass die Polizei
-nach unserer Vorstellung interpretiert- "bankrott "ist.
Stell Dir vor, das Fremden( eigenartiger Terminus)verkehrsamt von
Heidelberg stellte vor US-amerikanischen Tourismusbeauftragten fest, dass Heidelberg die Sicherheit seiner Gäste nicht länger garantieren kann... Aber Wir fahren trotzdem.., prophylatisch euphorisch...nach Nam..
Wenn, ein kapitalistischer Ausdruck, vom net-profit-customer kein
Aufschrei kommt, wirst Du Deine Frau, worst case, in 5 Jahren nicht mal über Handy(mobile phone) mehr "aufsammeln" können: weil sie Dir erst die Reifen zerstechen werden und dann den "winner"proklamieren.
Es ist an der Zeit, in aller Interesse, den Waagstein des Devisenbringers in die Waagschale des offiziellen Namibia zu werfen: das mishandlement,
-management wäre Beschönigung, nimmt Formen an, dass man absehen
kann, ab wann wir nicht mehr hinfahren können...
Nag...
Ch
GAGastThemenstarterGast18. Juni 2005 · #6Mein subjektiver Eindruck ist, dass vielleicht die Kriminalität über die Jahre nicht sehr viel mehr geworden ist, aber die Brutalität, auch unter Einsatz von Waffen, hat defenitiv drastisch zugenommen. Was mir auch noch aufgefallen ist, dass die bösen Jungs immer besser organisiert sind.
Es spricht sich z.B. bei denen extrem schnell rum, wo scharf geschossen wird und wo nicht. Deshalb scheiß auf Pfeffersray und ähnlich harmlose Abwehrmittel. Ich bevorzuge Schlangenschrot! Wenns ganz hart kommt, auch aus nächster Nähe. Hat ausserdem den Vorteil, dass da keiner liegenbleibt und somit der Streßfaktor meinerseits im grünen Bereich bleibt. Übrigens handhabe ich das unabhängig von der Hautfarbe, auch z.B. in Europa genauso! Will hier nämlich keine Diskusion lostreten.
Denke das die bösen Buben sowieso nicht dazu lernen.
Wer sich soweit gehen läßt und andere Leute überfällt und beraubt und körperlichen Schaden zufügt, der versteht eben nur die Sprache der körperlichen Schmerzen.
Gruß Meikel 🙄
JOjoliThemenstarterGast18. Juni 2005 · #7Sorry Meikel,
das ist hier ein Namibia-Reiseforum. Dein Ratschlag mag vielleicht bei einem entsprechend ausgerüsteten namibischen Farmer Sinn machen - aber ein Touri wie ich hat nichts davon; ganz abgesehen davon ist mir die darin zum Ausdruck kommende Denkweise fremd. In mir sträubt sich alles, mir eine solche Situation auch nur vorzustellen. Und vermutlich geht es den meisten anderen Gästen Namibias ähnlich. Wir Touris sollten nur wissen, dass wir wegen unseres vermeintlichen Reichseins Neid- und damit auch bevorzugte Zielobjekte von Kriminellen sind. Wir tun gut daran, so etwas nicht zu provozieren - aber bitte auch nicht gleich jeden, der uns begegnet, als potentiellen Täter anzusehen und "Abwehrstellung" einzunehmen. Namibia ist ein sicheres Reiseland, wenn man ein paar einfache Regeln beachtet; es sind eigentlich die gleichen, die wir in einer uns fremden Umgebung auch in Deutschland beachten.
Gruß Joli
GAGastThemenstarterGast18. Juni 2005 · #8@ Joli:
Dies ist ein "Namibia-Forum - Das Board für alle Themen rund um Namibia". So lautet der Titel und so ist die Widmung.
Da Kriminalität und Kriminalitätsabwehr jeden betreffen kann, der dorthin fährt, finde ich es schon gut, solche Sachen anzusprechen.
@Meikel:
Was genau ist Schlangenschrot und wie wirkt es? Wie wird es "an den Mann gebracht"? Per Schußwaffe oder Dose?
GEgernotThemenstarterGast19. Juni 2005 · #9moin,
vor 4 oder 5 Jahren hat mir Wolfgang Epler von Charly's Desert Tours in Swakopmund geraten, abends nicht zum "Tug" zum Essen zu gehen, weil es zu gefährlich ist. Ich habe das befolgt und mir ist nicht passiert!
Gruss Gernot Eicker
FRFriedelThemenstarterGast19. Juni 2005 · #10Vor etwas mehr als 10 Jahren ist einem Bekannten von mir die Seitenscheibe seines Autos eingeschlagen worden. Der oder die Täter haben das Autoradio herausgerissen und sind verschwunden. Der Bekannte hatte zufällig genau an diesem Abend seinen Geldbeutel mit der ganzen Reisekasse versehentlich beim Aussteigen aufs Amaturenbrett gelegt. Der Geldbeutel wurde nicht angefasst! Die Diebe wollten nur das Autoradio. Das ganze ist im Zentrum der Hauptstadt in eine belebten Straße am frühen Abend (Geschäfte waren noch offen) passiert. Keiner der vielen Zeugen hat sich gemeldet oder etwas unternommen. Die Polizei hat sich für den Vorfall überhaupt nicht interessiert. Erst nach langen Diskussionen hat man sich wenigstens bereit erklärt, die Sache auf zu nehmen und ihm etwas schriftliches für die Versicherung zu geben. Für solche Bagatellen hätte man keine Zeit. man könne ja eh nichts dagegen tun. Inzwischen sind die Zustände noch deutlich schlimmer geworden.
Das ganze ist in Brüssel passiert, aber Namibia wird in vieler Hinsicht immer ähnlicher zu Mitteleuropa.
GAGastThemenstarterGast19. Juni 2005 · #11Hi aus münchen,
dieses Thema kommt doch regelmäßig vor den großen Ferien. Was mich erstaunt ist, dass die meisten gar nicht wissen, was vor ihrer Haustür passiert, außer es steht in der Zeitung. ich empfehle hier www.polizei.de und dann die jeweilige Region/Stadt. Da kann man dann feststellen, wie "sicher" die so geliebte und vertraute Umgebung ist. Stellt man diese Werte in Relation zu Namibia verliert im allgemeinen die eigene Umgebung, zumindest in Berlin, Hamburg, Frankfurt. usw.....
Einer meiner Freunde wurde vor einiger Zeit in SA an einer Tankstelle mit einem Messer bedroht und um etwas Geld gebeten. Er gab dem "Bittsteller" 100 Rand und auf dessen Bitte um Erhöhung der Spende wies er den Jungen auf den neben ihm liegenden Revolver und das geladene Gewehr hin ( Jagderlaubnis), worauf der junge Mann sich bedankend zurückzog.
Ich stellte auch schon einige Male fest, dass nachts bei meinen Spaziergängen sich Personen mir nähern wollten. Bisher zogen diese sich aber jedesmal zurück, wenn sie an meiner Körperhaltung merkten, dass ich das Vorhaben bemerkte. Wir sind dann meist lächelnd und "wissend" aneinander vorbeigegangen.
Axel
AXAxelThemenstarterGast19. Juni 2005 · #12Flog ich doch schon wieder aus dem Server, tztz.
Was ich noch sagen wollte, ich halte NAM für bedeutend sicherer als Dom Rep, Mittelamerika, Italien und Spanien oder den Englischen Garten im Sommer in der Nacht.
Axel
JOjoliThemenstarterGast19. Juni 2005 · #13Hallo Gast,
ich stimme Dir zu, dass man das Thema "Kriminalität" nicht unter den Teppich kehren sollte. So etwas gehört einfach mit zur Reisevorbereitung. Ich habe nur meine Probleme dann, wenn daraus ein Aufruf zur Bewaffnung abgeleitet wird.
Gruß Joli
GAGastThemenstarterGast19. Juni 2005 · #14 Ich habe nur meine Probleme dann, wenn daraus ein Aufruf zur Bewaffnung abgeleitet wird.
Wenn es denn hilft und legal ist, dann wäre das doch eine durchaus sinnvolle Erwägung. Allerdings sollten sich natürlich nicht Leut mit Schußafen ausrüsten, die nicht wissen, wie sie mit so einem Ding umgehen. Das eine Schußwaffe in Konfliktsituationen aber auch Gewalt eskalieren lassen kann, muß auch jedem klar sein. Es kann aber auch genau anders herum sein und man kann sein Eigentum evtl. deshalb schützen und die Täter verjagen bzw. abwehren.
Alles hat sein gutes und schlechtes...
AXAxelThemenstarterGast19. Juni 2005 · #15Das Thema Waffen sollten wir doch weglassen. Zum einen ist der Besitz und auf jeden Fall das Tragen außerhalb umfriedetem Gelände von Restriktionen begleitet, zum anderen ist seit einiger Zeit die Regierung in NAM energisch unterwegs gegen unerlaubten Waffenbesitz.
Auch der Einsatz von Pfefferspray gegen Angreifer impliziert, dass man die Flasche in der Hand hält und nicht erst suchen muss und dann überlegt, wo das Auslaßventil ist. Wobei ich dieses Spray generell bei Outdooreinsätzen gegen agressive animalische Besucher lieber einsetze als Schußwaffen.
Übrigens sollte man7frau auch beim Einsatz von Gas wissen, woher der Wind kommt 💡
Axel
SWswisscheesThemenstarterGast20. Juni 2005 · #16Schon vor 30 Jahren wurde in Tanzania und Kenia vor Abendspäziergänge gewarnt. Die Verbrecher werden nicht unbedingt brutaler aber sicherlich, und das überall, dreister.
swisschees