Kaokoveld

6 Antworten · 1'901 Aufrufe · gestartet 07. Feb. 2008 von ellareisen
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Themenstarter2 Beiträge · seit 200807. Feb. 2008 · #1
Hallo zusammen,
wir überlegen wärend unserer Reise durch Namibia evtl. auch durch den Norden zu reisen, um nicht nur die grandiose Natur und die "Erungenschaften der Kolonialherren" kennezulernen, sondern zumindest eine Ahnung vom ursprünglichen Leben zu bekommen. So wie wir die Reisefüherer verstehen (Iwanowski, LP, S.Lohse) sind wir dafür sowieso 30 Jahre zu spät unterwegs und wenn man noch genauer ließt, raten sie von individuellen Touren sogar ab. Insofern ist meine Frage vielleicht eher moralisch als routenplanerisch zu sehen.
Hat man die Chance im Kaokoveld ein wenig Einblick in die Lebenswelt der Nomaden zu bekommen? Sollte man dazu z.B. von Palmwag eine Tour buchen oder gar mit z.B. Iwanowski eine längere Tour durch den Norden buchen, anstatt allein rumzufahren? Oder sollte man lieber dem ganzen fernbleiben; weil es sowieso nur "Etno-watching" ist und man mit seinem Aufenthalt die Lebensräume der Himbas entgültig zerstört?

Wie sind eure Erfahrungen?
zuletzt bearbeitet 07. Feb. 2008
349 Beiträge · seit 200608. Feb. 2008 · #2
ellareisen schrieb:
...
Hat man die Chance im Kaokoveld ein wenig Einblick in die Lebenswelt der Nomaden zu bekommen? Sollte man dazu z.B. von Palmwag eine Tour buchen oder gar mit z.B. Iwanowski eine längere Tour durch den Norden buchen, anstatt allein rumzufahren? Oder sollte man lieber dem ganzen fernbleiben; weil es sowieso nur "Etno-watching" ist und man mit seinem Aufenthalt die Lebensräume der Himbas entgültig zerstört?
Hallo ellareisen!
Das ist eine verdammt heikle Frage, die Du da stellst und entsprechend schwer zu beantworten. Natürlich verdirbt irgendwie jeder Tourist, der ursprüngliche Völker besucht, ein Stück von deren Kultur. Aber dieser Prozess ist ebenso natürlich nicht aufzuhalten. Und wenn Du aus lauter Verantwortungsbewusstsein nicht daran teilhaben willst, ist Dir das moralisch hoch anzurechnen, verhindern wirst Du damit aber rein gar nichts. Die Himbas wird es in absehbarer Zeit in ihrer "ursprünglichen Lebensform" nicht mehr geben und es ist die Frage, ob es sie jetzt überhaupt noch gibt.
Wir hatten ähnliche Bedenken wie Du und wollten auf keinen Fall so ein Show-Himba-Dorf besuchen. Wir wollten dann mit Marius Steiner vom Camp Aussicht eine Tour zu den Himbas machen, weil wir erfuhren, dass er das sehr sensibel macht, nie mit mehr als sechs Leuten dorthn fährt, die Sprache der Himbas spricht, etc. Leider hatte er dann keine Zeit, diese Tour mit uns zu unternehmen. So fiel der Himba-Besuch für uns ganz ins Wasser, aber es tat uns nicht so leid, weil wir der Überzeugung waren: Entweder mit einem verantwortungsbewussten Führer oder eben gar nicht. Alles, was "Show" ist, ist uns ziemlich zuwider. Dabei denke ich im Nachhinein gar nicht mehr so streng darüber und ärgere mich ein wenig, dass wir nicht doch einem der zahlreichen Angebote ("Wanna see a Himba village?") gefolgt sind.
Letztlich bleibt es Deinem eigenen Empfinden überlassen, aber wenn Du schon fragst, kann ich Dir empfehlen, nicht irgendeine Führung zu machen, sondern Dich zu informieren, wer das wie macht. Bestimmt kommen noch etliche Empfehlungen und Erfahrungen aus dem Forum.

LG
Daniel
www.daniel-gutmann.de
435 Beiträge · seit 200708. Feb. 2008 · #3
Über die Touren von Marius Steiner hab ich auch nur gutes gehört, leider war das ganze für uns zu nördlich.
Wir hatten auch Bedenken die Himbas und auch die San zu besuchen.
Aber gerade bei solchen Projekten wie z.B. in Grashoek helfen die Gelder der Touristen ein wenig der alten Traditionen zu bewahren und auch an die künftigen Generationen weiterzugeben.
Somit kann man einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Kultur dieser Völker leisten.
Das sich das altägliche Leben dieser Menschen verändert hat,ist kaum zu verhindern.
MfG Thomas D.
Reisebericht Namibia/Botswana 2007
483 Beiträge · seit 200708. Feb. 2008 · #4
Hallo ellareisen

Himbatouren kann man auch ab Palmwag machen. Die sind aber sehr touristisch und man föhrt mit einem alten Geländewagen genauso in den Norden, wie wenn ihr selber fahren würdet. Die Himba sind eben im Norden anzutreffen. Sicherlich gibt es auch die Möglichkeit, ab Sesfontein Hinbadörfer zu besichtigen, aber die kurze Fahrt zu Camp Aussicht lohnt sich da schon. Aber bitte nicht vergessen: Voranmeldung unbedingt nötig (vgl. Bericht dagut)! Die Tour ist wirklich zu empfehlen, wenn auch ncht ganz billig.

@dagut: gut geschrieben, ich teile deine Meinung!

Gruss, Thomas
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189 Beiträge · seit 200708. Feb. 2008 · #5
hallo Ellareisen

ellareisen schrieb:
Hat man die Chance im Kaokoveld ein wenig Einblick in die Lebenswelt der Nomaden zu bekommen? Sollte man dazu z.B. von Palmwag eine Tour buchen oder gar mit z.B. Iwanowski eine längere Tour durch den Norden buchen, anstatt allein rumzufahren? Oder sollte man lieber dem ganzen fernbleiben; weil es sowieso nur "Etno-watching" ist und man mit seinem Aufenthalt die Lebensräume der Himbas entgültig zerstört?quote]

Aus meiner Sicht bekommen wir nur mit einem kompeten Guide Einsicht in die Lebensweisen der Naturvölker.
Geführte Touri-Massen - schon erlebt - lehne ich ab.
Ich war zweimal in einem Himba-Dorf, 1-4 Personen, geführt von je einem sprachkundigen Guide.
Im Dezember führte uns John vom Omarunga-Camp, ein Himba. Es war sehr beeindruckend.

Durch den Kauf von angebotenem Himba-Schmuck unterstützen wir die Himba.
Pflicht ist es, Gastgeschenke mitzubringen: Maismehl, Zucker, Tee. Aber darum kümmert sich der Guide.

Grüsse vom Bodensee

Traudel
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern. www.namibiakids.com Gebt Rassismus keine Chance!
573 Beiträge · seit 200708. Feb. 2008 · #6
Das Kaokoveld hat weitaus mehr zu bieten, als "nur" den Himba-Dorf-Besuch. Wem ein solcher Besuch Skrupel bereitet, der sollte davon absehen. Alleine die Fahrt durch das Marienflusstal zum Kunene ist absolut atemberaubend und einen Urlaub wert. Ich würde das aber immer wieder nur allein machen wollen und nicht in der (geführten) Gruppe. Hier machen Ruhe und Einsamkeit und Abenteuerlust den entscheidenden Unterschied aus.
Gruß, Kanzler
56 Beiträge · seit 200708. Feb. 2008 · #7
Hallo Ella,

wenn dich eine Himbatour interessiert schau doch mal unter :
www.himba-uwe.de
ansonsten lohnt sich der norden auch ohne ein himbadorf zu besuchen

Grüße Martin