Autokauf Namibia

13 Antworten · 3'175 Aufrufe · gestartet 07. Mai 2005 von Gast
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ThemenstarterGast07. Mai 2005 · #1
Hallo an alle Namibia Kenner,

ich bin durch ein anderes Forum auf dieses aufmerksam geworden, da mir geraten wurde, dasss ich in diesem eine Antowrt finden würde.

Hier meine Frage:

Ist es in Namibia möglich als Backpacker auch ohne festen Innlandswohnsitz (in Namibia) ein Auto zu kaufen und eine Versicherung abzuschliessen?

Wenn ja, welchen Preis muesste man für ein taugliches Auto ausgeben, dass einen 2-3 Monate durch das Land bringt?

Schon mal danke für eure Antworten. Bin für jeden Tipp dankbar.

Oliver
ThemenstarterGast08. Mai 2005 · #2
Klare Frage, klare Antwort: Jein.

Um ein Auto zu anmelden zu können braucht man eine feste Postanschrift in Namibia. Ein feste "physical address" ist nicht notwendig. Diese Postanschrift muss nicht deine eigene sein.

Was so ein Auto kostet, hängt natürlich weitgehend davon ab, was du kaufen willst und was du erwartest. Wenn du etwas Ahnung von sowas hast und dein Auto notfalls selbst behelfsmäßig reparieren kannst, wenn es mal nicht mehr läuft, dann kannst du natürlich ein deutlich preiswerteres Auto kaufen. Grundsätzlich sind Gebrauchtwägen in namibia deutlich teurer als in Deutschland, aber der Unterschied ist in den letzten Jahren sehr viel kleiner geworden. Ein fahrbereites Auto bekommst du ab etwa 6000N$. Ein Auto, das auch in Deutschland nicht als Schrott gelten würde, bekommst du ab etwa 10000N$. Für Allradfahrzeuge musst du ein mehrfaches bezahlen.

Wenn das Fahrzeug namibiasche Nummernschilder hat, ist es auch verzollt (vorausgesetzt die Nummernschilder gehören auch zu diesem Fahrzeug). Als erstes musst du mit dem Verkäfer die "Clearence" bekommen. Das ist eine Bescheinigung, die bestätigt, dass das Fahrzeug nicht gestohlen ist und auch nicht aus gestohlenen Teilen zusammengebaut ist. Wenn du das Fahrzeug in Windhoek kaufst und anmeldest, musst du dazu mit dem Fahrzeug zur Polizei nach Wanaheda. Du solltest morgens hinfahren, und zwar möglichst nicht an einem Montag. Du wartest meist mehrere Stunden, bis du dran bist. Informiere dich vorher, was du alles an Unterlagen mitbringen musst. Ich hab das bisher 3 mal gemacht und 2 mal waren meine unterlagen nicht vollständig. Die Bearbeitung dauert etwa 3 Werktage. Der nächste Schritt ist die Roadworthy. Das ist ein Test, vergleichbar mit dem TÜV, bei dem die Verkehrstauglichkeit geprüft wird. Das wird beim Licence Department in Windhoek Nord gemacht. Ein Schrottauto hat da keine Chance. Mit meinem Ford Sierra habe ich das selbst gemacht und bin prompt durchgefallen. Das Scheibenwischerblatt auf der Beifahrerseite hat beim Wischen 2 Streifen erzeugt, wo das Wischblatt beschädigt war, und die Kunststoffummantelung der hinteren Stoßstange hatte einen kleinen Riss. Zumindest letzteres hätte den deutschen TÜV nicht interessiert. Das musste repariert werden und dann derTest wiederholt werden. Viele Touristen glauben, dass dieser Test nicht ernst zu nehmen sei. Das ist falsch. Aber danach muss man normalerweise nie wieder zum "TÜV". Nur wenn sich bestimmte Sachen ändern muss man wieder hin. Wenn sich der Halter ändert muss man hin. Wenn du einen Motor mit 100 PS mehr oder weniger einbaust brauchst du nicht hin. Aber wenn du die Farbe änderst musst du wieder hin. Nachdem die Roadworthy festgestellt ist, musst du das Fahrzeug gleich nebenan auf dich registrieren. Du bezahlst dort bei dieser Gelegenheit die Kfzsteuer für 1 Jahr im voraus und bekommst 3 Blätter Papier. Auf einem davon ist eine runde Plakette aufgedruckt. Die musst du asschneiden und von innen gut sichtbar an die Windschutzscheibe kleben. Die beiden anderen Zettel solltest du aufheben. Du brauchst sie, wenn du das Auto verkaufst oder wenn jemand anders für dich in einem Jahr die Registrierung verlängern soll. Das ganze dauert normalerweise eine Woche. Selbst wenn man versucht alles ganz schnell zu erledigen dauert es mindestens 4 Werktage.

Vor dem Roadwortytest solltest du besonders die Bremsanlage überprüfen. In Namibia werden oft die hinteren Bremsen stillgelegt, indem man die Bremleitungen mit Nägeln verschießt. Mit sowas besteht man den Test natürlich nicht. Wenn die Windschutzscheibe Risse hat oder das Fahrzeug andere Mängel hat, die zwar nicht so gravierend sind, dass das Fahrzeug dadurch Schrott ist, die aber andererseits sehr teuer zu beheben sind, dann solltest du den Test von jemandem machen lassen, der Erfahrung mit sowas hat. Ähnlich wie beim deutschen TÜV gibt es in vielen Sachen einen erheblichen Ermessensspielraum beim Prüfer.

Wenn du vorhast öfter nach namibia zu fahren, solltest du in Erwägung ziehen, das Auto zu behalten und dich rechtzeitig nach einer Bleibe für das Fahrzeug um zu sehen. Die Kfz-Steuer ist in Namibia wegleichsweise gering. Ich bezahle für einen Ford Sierra und einen V´W-Bus zusammen etwa 600N$ im Jahr. Die Höhe der Steuer ist vom Fahrzeugtyp abhängig, nicht vom Hubraum oder der Motorleistung. Der VW-Bus kostet etwas mehr als ein normaler Pkw, ein Allrad kostet noch etwas mehr.

Tipp: Für die Getränkeautomaten an den Stellen, wo du lange warten musst, brauchst du viele Münzen zu je 1 N$.
ThemenstarterGast08. Mai 2005 · #3
hallo Friedel, herzlichen dank für die super umfangreiche antwort!!! das eröffnet eine verlockende perspektive für die nächsten nam-reisen. 😄 mfg helga
ThemenstarterGast08. Mai 2005 · #4
Hallo Oliver,
ist schon sehr aufschlussreich, was Friedel da schreibt. Klingt ganz danach, als sollte man seinen Aufenthalt um ein paar Tage verlängern, um die alle Formalitäten erledigen zu können. Dem Vernehmen nach sind aber auch die örtlichen Autohändler bereit, die Behördengänge für den Kunden zu machen und das dürfte vermutlich der deutlich nervenschonendere Weg sein. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben bzw. durch das Tanken bezahlt - allerdings tritt die nur für schwere Personenschäden ein - also nicht für Sachschäden und auch nicht für eventuelle Schäden von mitfahrenden Insassen. Da dementsprechend viele Autos nicht gegen Sachschäden versichert sind und beim Schuldigen u.U. auch keine Schadenersatzansprüche durchsetzbar sind, empfiehlt es sich schon, sein " heilges Blechle" durch eine Art Kaskoversicherung gegen Unfallschäden versichern zu lassen. Die Prämie richtet sich nach dem Zeit-Wert des Fahrzeugs ( und gelegentlich auch nach der Zahl weiterer Versicherungen, die man beim gleichen Unternehmen abgeschlossen hat ). Weiter sollte man sich auch gegen selbstverschuldete Sachschäden versichern; sonst könnte es passieren, dass man dafür persönlich in Anspruch genommen wird.
Gruß Joli
ThemenstarterGast09. Mai 2005 · #5
Wenn man nicht viel Zeit hat, oder einfach nur keine Lust diese Zeit in den Warteschlangen bei ehörden zu verbringen, kann man das alles durch Autohändler oder sonst wen erledigen lassen. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass die sich damit natürlich auskennen.Aber insgesamt dauert es dann etwas länger, denn die Leutet können natürlich nicht für dich unterschreiben.

Was die Versicherung betrifft, stimmt das was Joli schreibt, aber ich muss noch ergänzen. dass die meisten Versicherungen nur Neukunden akzeptieren, wenn das Auto nicht zu alt ist. Mit einem alten Auto wirst du wahrscheinlich keine Versicherung finden.
ThemenstarterGast12. Mai 2005 · #6
Hallo Oliver,

habe in Windhoek einen guten Freund der Schrauber bei einem Autovermieter ist.
Er hat eigentlich immer ältere Golf und Passat privat zu verkaufen bzw. zu vermieten.
Praktikanten und Studenten die wie Du für ein paar Monate im Land sind, versorgt er mit bezahlbaren Fahrzeugen.

Ich denke für "nur" zwei Monate rentiert sich der Kauf nicht!
Aufwendiges an und abmelden, Versicherung besorgen, Käufer suchen und letzt endlich auch noch evtl. Reparaturen finanzieren.
Hier wäre Langzeitmiete die praktisch beste Alternative, da nur gewisse Reparaturkosten/ Unterhaltskosten fällig werden und der Zeitaufwand für Dich nur Minimal ist.
(Denke er wird so ca. 700,- Euro pro Monat fragen)
Golf oder Passat kaufen kostet wohl so ca. 2000-2500 Euro.

Wenn es Dich interessiert, maile mich einfach mal an.
Gebe Dir dann die Kontaktdaten.

Gruß Michael (michael(ÄT)abenteuer-namibia.de)
ThemenstarterGast12. Mai 2005 · #7
PS.

Oliver, was mir gerade noch eingefallen ist:

Falls Du dir ein Auto kaufst und die Plakette ist noch für ein paar Monate gültig, so kannst Du dir das Ummelden auch sparen und die Zeit abfahren.
Anschließend kannst Du den Wagen wieder verkaufen.

Wenn Du Namibia aber mit dem Wagen verlassen willst, brauchts Du unbedingt die Police-Clearence!

Habe mit meinem zuletzt gekauften Hilux auch erst die Plakette "abgefahren" und ihn dann auf meinen Namen umgemeldet.
(Waren noch 10-Monate drauf.)

Ansonsten kann ich dem Friedel bezüglich des Ummeldeaufwands nur beipflichten!
Habe den Cirkus auch schon 2-Mal mitgemacht.

Wenn Du in Windhoek einen Wagen durch den "TÜV" bringen willst, sollte Deine Hautfarbe Schwarz sein!
Hilft zwar auch nicht immer, erleichtert aber die Sache um Einiges.

Gruß Michael
ThemenstarterGast12. Mai 2005 · #8
Hi aus München,
heute stellt sich mir auch eine Frage diesbezüglich. Ich Überlege in Nam ein Wagen mit deutschem Kennzeichen , gebraucht, linkslenkung zu kaufen. Wenn dann in BRD zugelassen, aber für mehrere Jahr in Nam stehend für meine Touren.
Welche Probleme erwarten mich?
Danke für die vielen Antworten
Axel
ThemenstarterGast12. Mai 2005 · #9
Davon rate ich ab. Zum einen ist das nicht legal. Ein Auto, das nicht in Nam zugelassen ist, darf nicht länger als normalerweise 6 Monate in Namibia benutzt werden. In Ausnahmefällen geht es zwar länger, aber man muss es immer wieder genehmigen lassen. Ein Linkslenker bekommt in Namibia normalerweise keine Zulassung. Außerdem ist es auch nach deutschem Recht nicht legal. Ein in Deutschland zugelassenes Auto muss auch regelmäßig beim deutschen TÜV vorgeführt werden. Die laufenden Kosten sind natürlich auch bedeutend höher, wenn das Fahrzeug in Deutschland zugelassen ist. Z.B. kostet mein Ford Sierra (2,0l Hubraum) in Namibia weniger als 300N$ (40€) im Jahr an Steuern. Und um die Straßennutzungsgebühr in Namibia wirst du auch nicht herumkommen, wenn dein Fahrzeug in D zugelassen ist. Wenn dein Fahrzeug in Nam zugelassen ist, hast du damit nichts zu tun. Ich habe z.B. überhaupt erst hier im Forum erfahren, dass es sowas gibt.
ThemenstarterGast13. Mai 2005 · #10
Hi Friedel,
das mit dem TÜV wäre natürlich ein Argument. Da werde ich mich mal schlau machen. Ich denke, dass der TÜV ja nur auf deutschen Straße für deutsche Autos gilt, was bedeutet nach Rückkehr das Teil sofort vorführen zu müssen. Aber dies läßt sich ja herauskriegen. ich frage mich, wie die ganzen seit Jahren in NAM fahrenden deutschen Kennzeichen das machen.
Werde mal berichten
Axel
ThemenstarterGast13. Mai 2005 · #11
Hi Friedel,
der TÜV ist kein Problem (lt. Webseite),
nach Rückkehr nach der BRD muß das Kfz dann unverzüglich vorgeführt werden.
Axel
ThemenstarterGast19. Mai 2005 · #12
" Ein fahrbereites Auto bekommst du ab etwa 6000N$. Ein Auto, das auch in Deutschland nicht als Schrott gelten würde, bekommst du ab etwa 10000N$. Für Allradfahrzeuge musst du ein mehrfaches bezahlen. "

sry, aber wenn ich mir hier ein Auto fuer 6000 N$ oder 10000 N$ kaufe, dann habe ich mehr oder weniger Schrott, also von laengeren Touren wuerde ich damit abraten. Selbst ein gebrauchtes Taxi (meist Toyota Corolla bj. 90) mit mehr als 500tkm auf dem Tacho kostet im moment auch schon um die 10000N$. Fuer einen gut erhaltenen PKW, der auch in der Lage ist groesse Entfernungen ohne Motorschaden etc. zu ueberstehen kostet im Schnitt zwischen 20 und 30000.

Ich habe selber in den letzten Wochen nach einem Auto gesucht, was so um die 10000 kostet, allerdings nur fuer die Stadt, und diese Preisklasse ist hier extrem gefragt.

zum Thema das Auto wieder verkaufen:

wenn man sich nicht gerade einen Citygolf oder aehnliches zulegt, kann es extrem lange dauern bis man ein Auto wieder losbekommt, und die meisten Kaeufer wollen eine Ratenzahlung, also vorsichtig mit solchen Autokaeufen. Dann lieber mieten, und den etwas hoeheren Preis in Kauf nehmen. Dafuer aber eher einen entspannten Urlaub haben, als sich noch tagelang in Windhoek um das Auto kuemmern zu muessen.
ThemenstarterGast21. Mai 2005 · #13
Die Preise für gebrauchte Autos sind in den letzten Jahren sehr deutlich gefallen. Ich habe für meinen Ford Sierra im Januar 2001 in Windhoek 10000N$ bezahlt. Bisher hatte ich 2 Pannen damit (Lichtmaschine defekt, Kabelbruch an Amaturen), außerdem habe ich inzwischen eine neue Auspuffanlage einbauen lassen. Mein VW Bus hat im Dez 2003 in Windhoek 18000N$ gekostet und ich habe bisher nur einen Benzinfilter undeinen porösen Kühlwasserschlauch gewechselt. Dass Autos unter 20000 bis 30000 Schott sind, halte ich für ein Gerücht. Dass man nicht einfach das nächstbeste Auto kaufen darf, ist wohl klar.
ThemenstarterGast21. Mai 2005 · #14
Hallo zusammen,

ich komme gerade vom Autokauf in Namibia zurück.
Friedel hat ja schon alles sehr Ausführlich erklärt, die einzige Änderung laut meiner Info ist, das man jetzt selbst Anwesend sein muss (soll seit ca. 3 Monaten so sein). Da bei einer dieser Behörden ein (digital)Foto gemacht wird das auf einen dieser 3 Zettel drauf Kopiert wird.
Dacht auch ist kein Prob kann der Kuppel für mich machen oder ich geb ihm ein Foto,Pustekuchen selber hingehen.

Werd aber nochmal meinen Spezl fragen wie das genau heisst und geb dann hier Bescheid.

Hab den Schlauf noch nicht durchlaufen,da erst der Motor Überholt wird und noch ein paar Kleinigkeiten.

Grüsse aus München
Mark
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