Windhoek - Katatura-Rundfahrt

18 Antworten · 4'566 Aufrufe · gestartet 05. Mai 2005 von Gast
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ThemenstarterGast05. Mai 2005 · #1
Habe gehört, dass es die Nacobta-Organisation nicht mehr geben soll (Warum eigentlich nicht? Oder ist das nur ein Gerücht?), die bisher immer Stadtführungen durch Katatura mit Einheimischen anbot. Kann mir jemand von euch Tipps geben, wer genauso gute Führungen nach Katatura anbietet? Bin gespannt auf eure Reaktionen.
Gruß Assi
ThemenstarterGast05. Mai 2005 · #2
Hallo Assi,
bist Du Astrid ? - Falls ja, zu Deiner Frage hat Dir swisschees im alten Forum schon geantwortet. NACOBTA gibt es nach wie vor - m.W aber haben die keine Katutura-Touren gemacht. Da gibt es in Windhoek aber das Touristbüro, dass "Face-to Face"-Touren anbietet. Und dann natürlich -wie Chees schon sagte - Carsten Möhle ( und bestimmt auch andere örtliche Reiseveranstalter ). Ich würde so etwas auch nie auf eigene Kappe machen - weniger wegen Sicherheitsbedenken, sondern der Erklärungen und Informationen wegen.
Gruß Joli
ThemenstarterGast07. Mai 2005 · #3
Diese Touren sind wunderbar geeignet, die Rassenprobleme in Namibia zu verschärfen. Ich habe selbst in Kattutura gewohnt, als ich zum ersten mal von solchen Touren gehört habe. Und ich habe auch selbst solche Touren erlebt, allerdings nicht aus der Touristenperspektive. Ich habe keine Ahnung, was der Reiseleite da alles erklärt. Aber ich denke nicht, dass es Informationen sind, die man sonst nicht bekäme. Ich weiß nicht, was die jetzigen Touren alles zeigen. Aber die damaligen Touren gingen gezielt durch die ärmsten Gegenden z.B. derDamara- und Hererolocation. Die Armut der Bewohner wurde absichtlich zur Schau gestellt, was den Bewohnern natürlich nicht angenehm war. Meine Frau, die einen Großteil ihres Lebens in Kattutura verbracht hat reagiert auf dieses Thema recht empfindlich, was ich gut verstehen kann.
ThemenstarterGast07. Mai 2005 · #4
Hallo Friedel,
danke für Deine Antwort. Dergleichen habe ich noch nie gehört - aber wann bekommt man schon die Rückmeldung eines "Betroffenen". Trotzdem möchte ich dem Vorwurf des "Armuts-Tourismus" etwas engegensetzen: man kann sicher über die Lebensverhältnisse in Katutura viel lesen und hören - aber wir Menschen sind nun mal "Augentiere"; nichts geht über den eigenen, unmittelbaren Eindruck des Selbstsehens. Uns wurde die ganze Bandbreite des Daseins in Katutura gezeigt - nicht nur die bitterste Armut. Ich kann nicht sagen, dass dadurch der Rassismus gefördert wird - eher im Gegenteil: wer das gesehen hat, müsste eigentlich für alle Zeiten vom Rassismuswahn geheilt sein. Vielmehr jedoch gab mir zu denken, warum die meisten weißen Windhoeker noch nie in Katutura waren und sich auch mit Händen und Füßen sträuben, diesem Mangel abzuhelfen. - Trotz Deiner Gegenmeinung halte ich daran fest, dass jeder, der von sich behauptet, dieses Land zu lieben, auch mal die Problemzonen des Landes zur Kenntnis nehmen sollte - und zwar nicht nur aus Büchern und Erzählungen.
Sehr nachdenklich.
Joli
ThemenstarterGast07. Mai 2005 · #5
@friedel
Zwar habe ich keine Kataura-Tour gemacht dafür aber etwas ähnliches. Da wurde uns nicht nur die bitterste Armut gezeigt, aber es war trotzdem z.T. beklemmend, aber auch interessant und lehrreich zu sehen.
Aber ich kann die Bewohner auch verstehen, dass sie sich manchmal wie im Zoo vorkommen.

@Joli
Als ich vor dreissig Jahren in Durban gearbeitet habe, wäre keiner von meinen Bekannten, ob Südafrikaner oder Europäer, eingefallen in ein schwarzes Township zu gehen. Das war kein böser Wille, Gesetz, oder Angst. Das machte man einfach nicht.
ThemenstarterGast08. Mai 2005 · #6
eine wirklich interessante Diskussion.
Ich bin zwar kein "Reiseleiter" fahre aber hier und da mit Gästen, die sich für "andere Lebensumstände" interessieren durch Katutura bzw. die Erweiterungsgebiete. Dort, in den sog. Extensions (z.B. Babylon, Onguryangava, Greenwell Matango etc.) trifft man i.ü. die Umstände an, von denen Friedel schreibt, diese seien in "derDamara- und Hererolocation" anzutreffen.

Sieht man vereinzelt grössere Bustouren durch das Gebiet fahren, so könnte man schon versucht sein, der Argumentation des "Zurschaustellens der Armut" zu folgen. Dieser Umstand resultiert aber meines Erachtens hauptsächlich aus dem Umstand, dass eher selten Luxusbusse durch die Strassen Katuturas fahren, was auf den ersten Blick doch ein wenig befremdlich wirkt. Stellt man sich die ganze Situation z.B. in Barcellona auf der La Rambla vor, wo "gaffende Businsassen" dem Treiben auf dem Strassenmärkten zusehen, hat keiner der Bewohner dort oder sonstwo in Europa ein Problem damit.
Wer oder was auch immer "zur Schau gestellt" bzw. angeschaut wird ist zunächst einmal betrachtenswert.
Ich habe eigentlich so gut wie immer das Gefühl und sehe es an der freundlichen Reaktion der Bewohner, dass man sich im Grunde eher freut, "beachtet" zu werden, wenn sich jemand für die Lebens- und Wohnumstände, ja für die Kultur interessiert. Sicherlich mag der eine oder andere eher verwundert dreinblicken, wenn ein Kleinbus mit weißen Insassen an ihm vorbeifährt. Wütende oder beschämte Blicke, wie man nach Friedels Erläuterungen vermuten würde haben wir jedenfalls noch nie "geerntet". Nicht einmal nachdem wir einen Weg durch einen Demonstrationszug von SWAPO- Anhängern vor der Wahl "bahnen" mussten.

Eine unserer früheren Angestellten lebt jetzt in einer Blechhütte in Onguryangava Ext.1, die sie von einer Tante geerbt hat. Sie arbeitet im Moment an drei relativ gut bezahlten Arbeitsstellen in Windhoek und könnte sich sehrwohl eine andere Bleibe leisten. Auf meine Frage, warum sie denn nicht in ein festes Haus umzieht, hat sie mir mal geantwortet, sie fühle sich da, wo sie lebt wohl. Dies sei ihr kleines Reich, überschaubar und sie liebe das geschäftige Treiben, die vielen Kontakte, ihre Nachbarn.

Ich denke wir haben das hohe Maß an Zufriedenheit der Menschen hier, die Gabe sich auch an einfachen Dingen noch erfreuen können einfach zu akzeptieren.
Wir haben auch Dinge einfach "stehen zu lassen" und müssen nicht alles mit unseren westlichen Wertvorstellungen vergleichen.
Dann verändert sich sicherlich auch der bestimmt von den Beobachteten erkannte Blickwinkel, die Perspektive, aus der wir diese Lebensumstände betrachten. Und dann kann man sich erst auf das Einlassen, was man als Aussenstehender, als jemand aus einer gänzlich anderen Kultur stammender sich manchmal so sehnlichst wünscht. Dazuzugehören, das zu verstehen und mitzuerleben was man sieht.
Touren, wie Face-to-face sind dazu natürlich sehr gut geeignet. Aber auch "Bwana Möhles" Touren vermitteln einen sehr sehr guten Einblick in die Lebenskultur des pulsierenden Stadtteils und laden dazu ein "dabei zu sein".

Im übrigen würde ich behaupten,gleichen die Regelümstände Katuturas durchaus derer die in Gesamtnamibia vorzufindenden sind, insbesondere der in den Gebieten nördlich der Etoscha.

Ralph
ThemenstarterGast08. Mai 2005 · #7
... hier noch kurz meine bescheidene Meinung ...

Ich selbst war auch schon in Katutura, weil ich wie Joli der Meinung bin, man muß auch die Probleme eines Landes kennenlernen, wenn man ein Land kennenlernen will.

Ich versuche aber auch stets, mich in die Lage der anderen Seite zu versetzen und da käme ich mir vor wie ein Zootier, wenn da eine Reisegruppe vor meine Hütte gekarrt würde und alle wie die Geisteskranken fotografieren. Insofern kann ich Friedels Meinung prima nachvollziehen und für mich kam eine geführte Tour nicht in Frage.

Ich selbst war denn auch alleine und ohne Reisegruppe in Katutura unterwegs und habe zu meiner Überraschung ausgerechnet dort einige der nettesten Menschen kennengelernt, die mir in Namibia begegnet sind und habe mich mit ihnen ganz normal unterhalten können. Wenn ich der Meinung war, mein Gesprächspartner wäre einverstanden, habe ich gefragt, ob ich ein Foto als Erinerung machen darf, bevor ich die Kamera aus einer Plastiktüte herausholte. Die Fotos habe ich im Jahr darauf teilweise bei den abgelichteten Personen persönlich vorbei gebracht und sie haben sich riesig gefreut.

Die Momente und Erlebnisse in Katutura waren für mich sehr wichtig, aber bei einer geführten Tour wäre es nicht vergleichbar gewesen.

Gruß
Wolfgang
ThemenstarterGast08. Mai 2005 · #8
Wenn ich die Reaktionen auf mein Posting von Fr 06 Mai 2005 23:09 Uhr lese, fürchte ich, ich habe mein Posting etwas zu scharf formuliert. Außerdem ist es natürlich durchaus möglich, dass diese Touren bei den Touristen eher dem Rassismus entgegenwirken. Übrigens kann ich die Angestellte, die in ihrer Blechhütte woht, obwohl sie sich etwas besseres leisten könnte, gut verstehen. Es hat sehr große Vorzüge in einem kleinen Haus in äußeren Loctions, die früher den Farbigen vorbehalten ware, zu leben. Man lebt im Ort ind geht zm Schlafen ins Haus. Wer in der City wohnt, oder in Gegenden, die von Weißen und/oder für Weiße gebaut wurden, der lebt im Haus. Zum einen ist das Klima in Nambia eher dazu geeignet, im Freien zu leben, zum anderen lebt man in seinem Haus vergleichsweise einsam. Es ist erstaunlich, zu erleben, wie viele Wohnungen es gibt, die nur etwa 15 Quadratmeter haben ohne wirklich eng zu sein. Allerdings haben wir uns doch bald eine Wohnung mit eigeneKüche, Toilette und Bad gesucht.

Die Reaktionen bei den Bewohnern, die da besichtigt werden, sind meist nicht Hass (kommt aber auch vor). Aber angenehm ist vielen Leuten das nicht. Man kann sich dort auch nicht gut vorstellen, warum die Leute herkommen und was die Touristen bei den Touren erzählt bekommen. Ich habe mal im Fernsehen eine Reportage über sowas gesehen und habe es mir sehr interessiert angesehen.

Der Vergleich mit Barcelona hinkt etwas. Die einzelnen Locations sind teilweise weitgehend geschlossene Gesellschaften. Die Besichtigungtouren gehen quasi durch das Wohnzimmer der Bewohner.
ThemenstarterGast08. Mai 2005 · #9
Die einzelnen Locations sind teilweise weitgehend geschlossene Gesellschaften. Die Besichtigungtouren gehen quasi durch das Wohnzimmer der Bewohner.
Zur Zeiten der Apartheid war ich nur selten in einem Township, nur wenige Male und immer nur sehr kurz. Es hiess immer nur, die wollen dort keine Weissen, und für Weisse alleine sei es zu gefährlich.

Gleichzeitig wurde den Weissen aber immer vogeworfen, sie wüssten nicht wie die (damals Sogenannten) Nicht-Weissen leben würden.

Vielleicht hätte man damals schon viel aggressiver dafür "werben" sollen, dass Weisse sich vor Ort selber davon überzeugen konnten in welchen Zuständen sie ihre schwarz Mitbürger abgedrängt hatten.

Meine letzte "wieder nur kurze" Townshiptour war vor drei Jahren zusammen mit weissen Einheimischen. Sie wollten mir zeigen, dass trotz neuer Verwaltung und Machtstrukturen die Müllberge nicht kleiner und die Strassen noch immer nicht besser geworden sind. Sicher war das jetzt nicht repräsentativ.

Aber wie auch immer solche Touren empfunden werden - ist es sicher einfach auch eine Sache der subjektiven Wahrnehmung - und zwar für beide Seiten: Die einen fühlen sich wie im Zoo, andere finden es gut, dass sich Touristen auch für die Lebensumstände in den Townships interessieren.

Ich denke, es soll jeder für sich selbst entscheiden, ob er solche "Townshiptouren" macht oder nicht. Entscheidend ist dann auch, dass die Bewohner auch am Umsatz der Touren in irgendeiner Form beteiligt werden.
ThemenstarterGast09. Mai 2005 · #10
Sehr interessante Beiträge....

Aus eigener Erfahrung ( zwar nicht Katutura) kann ich sagen, daß individuelle (oder geführte) Besuche dazu geeignet sind, tiefe Eindrücke zu vermitteln, sich wirklich zu informieren und auch Kontakt(e) zu den Menschen herzustellen. Auch die Bewohner sehen das in der Regel positiv, weil sie merken, es besteht "Interesse" an ihrem Leben/ihren Lebensumständen. Und Namibia besteht nicht nur aus Lodges und Landschaften sondern auch aus den Einwohnern.

Genau das Gegenteil stellen diese leidigen Bustouren da.

Mein Onkel war vor ein paar Jahren mit einer (Bus-) Reisegruppe (Alter 45-70) in Nam unterwegs und zur Stadtrundfahrt gehörte wohl auch eine Fahrt durch Katutura.
In Verbindung mit meinen Namibia Reisen haben wir uns schon öfter über diese "Besichtigung" unterhalten. Er sagte, er und ein paar andere hatten bei dieser Fahrt eher ein ungutes Gefühl, weil die Blicke der Einwohner sehr vielsagend waren und die Umstände beklemmend. Viele Leute jedoch verhielten sich wirklich wie im Zoo und gafften, kommentierten (diese typische Urlaubs-Witzigkeiten, bei denen der Erzähler meist zuerst oder alleine lacht oder oberschlaue Anmerkungen) und fotografierten auf Teufel komm raus. Der Bus hielt nur ein einziges Mal an, um an einer "Bäckerei" (muß so eine befeuerte Tonne gewesen sein) etwas zu kaufen....und nur der Reiseleiter stieg dazu aus. Die meisten Mitreisenden aßen dieses Stückchen oder Brötchen nicht und haben es verschwinden lassen. Die Erklärungen des Reiseleiters waren allgemeiner Art und gingen nicht über das hinaus, was auch in einem guten Reiseführer steht. Diese Tour war Bestandteil der Reise und wurde wie z.B. die Robbenkolonie eben "abgehakt". Für manche Leute, sagt er, habe er sich wirklich geschämt. Da er behindert ist und auf diese Art Reisen angewiesen ist, kennt er solche Situationen mit Mitreisenden bei Gruppenreisen aber zu genüge.

Hier hat Friedel vollkommen recht. Diese (solche) Touren dienen nicht zur Verständigung oder zum wirklichen Kennenlernen der Menschen/ Umstände/ Situationen. Es gibt überall auf der Welt aber genügend Reiseveranstalter, die so etwas trotzdem als Besichtigungsbaustein durchführen.

Man stelle sich nur vor, große klimatisierte Busse mit schwarzen, weißen, gelben, roten oder blauen Touristen hinter getönten Scheiben würden regelmäßig durch das eigene Wohngebiet fahren und alles fotografiern.....
Oder man stelle sich vor, es kommt jemand an den Jägerzaun heran und beginnt ein freundliches Gespräch zur Information.....

Mir wäre in jedem Fall die zweite Variante lieber!

Thomas
ThemenstarterGast09. Mai 2005 · #11
Hallo Thomas,
sehe ich genau so wie Du. Es gibt nun allerdings Sprachbarrieren und Wissenslöcher. Und da kann ein verständiger Reiseleiter sehr viel tun, damit aus Unkenntnis keine Abneigung wird. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Großbus-Stadtrundfahrt durch Soweto - das war schon erschreckend und ist mir deutlicher in Erinnerung geblieben als all die Schönheiten dieses Landes; wir haben dann Ähnliches nochmal in einem fast privaten Rahmen gemacht - Führung durch den Bürgermeister. Was für ein Unterschied. Aber der Grat zwischen "Armut-Gaffen" und "Interesse für andere Lebensformen" ist sehr schmal. Ich weiß nicht, ob ich da immer auf der "richtigen" Seite bleibe - trotz besten Bemühens.
Gruß Joli
ThemenstarterGast09. Mai 2005 · #12
Eine solche Touristenfahrt durch Katutura, Mondesa und aähnliches blieb mir erspart, weil ich Freunde in allen Möglichen Stadtteilen habe. Ganz neben bei - ich finde es auch interessant durch Klein Windhoek, Pioneerspark, Khomasdaal und andere - weil das nicht minder uninteressant ist !!! - auch in deutschen Städten möchte ich so vielseitige Eindrücke wie möglich bekommen.

Wenn diese "township tours" aber von lokalen Führern angeboten werden, wie zum Beispiel bei Nacobta, dann ist das sicherlich vertretenswert. Die Massen werden gebündelt, die Menschen kennen den Führer und umgekehrt.

Viele Arme in Katutura gehen mit ihrer Armut ganz anders um als europäische Gemüter es sich vorstellen. Wenn ein lokaler Guide seine Heimat zeigt, ist das längst nicht so anrüchig wie Gasts (zurecht kritisierte) Schilderung
ThemenstarterGast11. Mai 2005 · #13
Danke für eure Beiträge, mir war nicht klar, dass ich mit
meiner Anfrage solch eine Diskussion auslöse. Der Grund,
dass wir über eine Katatura-Rundf. nachdenken, ist nicht
zuletzt unseren mitreisenden Kindern zu zeigen wie unwichtig
doch die ganzen Diskussion über "Diesel"- oder Marken-
Produkte ist. Die Wertevorstellungen unserer Teenie-Schüler
sind erschreckend und beängstigend und führen obendrein zu Unzufriedenheit und Minderwertigkeitsgefühlen. Da kann ich
mir vorstellen, dass die Menschen in Katatura in ihrer Armut
glücklicher sind als mancher verwöhnte Schüler bei uns.
Mit nachdenklichen Grüßen von Assi
ThemenstarterGast11. Mai 2005 · #14
@Assi: LOL. Ich bin nicht sicher, ob dir das jetzt weiterhilft (eher nicht). Aber in den armen Locations ist das genau so, wie in den reichen. In den reichen Locations tragen 85% der Kinder die begehrten Levis Jeans, ind den armen Locations tragen 15% die begehrten Levis Jeans. Aber begehrt sind sie hier wie da. In den armen Gegenden sieht man es sogar noch deutlicher. Lieber eine Nummer zu groß oder zu klein, als die falsche Marke. Aber das liegt wohl in der Natur der Menschen. Wenn du deinen Kindern zeigen willst, dass man auch ohne die Produkte leben kann, und dass sowas nur wichtig ist, wenn man keine größeren Sorgen hat, dann solltest du den Kindern mal zeigen, wie man z.B. in "The Arche" in Swakopmund lebt. Dort stehen Hütten, die aus dem gebaut werden, was man gerade findet. Elektrischen Strom gibt es in der gesamten Location nicht. Die Behörden stehen dem machtlos entgegen. Wenigstens hat man das Gelände in Parzellen eingeteilt, damit es etwas übersichtlich und geordnet ist, und damit sich Brände nicht großflächig ausbreiten können. An etwa jeder 4. Kreuzung gibt es eine Zapfstelle für Trinkwasser. Kanalisation gibt es natürlich nicht.

P.S. Nicht, dass ich was gegen die Bewohner dort hätte, aber ich rate dem Normaltouristen nicht, dort spazieren zu gehen oder das Auto zu parken.

P.P.S. Ich lehne die Form von Tourismus ab, andererseits sollte man auch wissen, dass es solche Armut gibt und dass sie in Namibia (und anderswo) recht verbreitet ist.
ThemenstarterGast11. Mai 2005 · #15
@friedel
Und woher weiss man das?
Was hälst Du von B&B's in Townships?

Ich möchte zu meinem früheren Posting hinzufügen:
Der Reiseleiter war in einem dieser Township aufgewachsen.
Wir waren "nur" 5 Touris und es hat sich auc jeder "anständig" aufgeführt.
Die besuchten Leute gaben mir nie das Gefühl unerwünscht zu sein.
Die Kinder hatten Spass, sich fotographier zu lassen, beonders da sie sich anschliessend auf dem Display sehen konnten.

Und trotzdem war es irgend wie seltsam.

swisschees
ThemenstarterGast11. Mai 2005 · #16
@swisschees
Und woher weiss man das?
Was meinst du? In diesem Thread sthet mittlerweile so viel, auch von mir, dass (mir) nicht klar ist, worauf sich die Frage bezieht.
Was hälst Du von B&B's in Townships?
Das kann man nicht pauschalisieren. Es kommt immer darauf an, wo und ich welchem Township wer übernachten will. Jedenfalls haben diese B&Bs nichts mit den oben erwähnten Armut-gucken zu tun. Das sind normale Gewerbebetriebe dort. Aber in manchen Gegenden ist es sehr unsicher. Wenn man sich dort etwas auskennt, weiß man selbst wo es sicher (genug) ist und wo nicht. Wer noch nicht in Namibia war, sollte nicht in Locations übernachten, die früher den Farbigen vorbehalten waren.

Nach deiner Beschreibung, waren deine Tour in dem Township nicht in der Art, die ich vorher kritisiert hatte. Ich kenne Touren mit Kleinbussen voller Leute, die sich an den Scheiben die Nasen platt drücken und fotografieren. Einen Dialog mit der Bevölkerung hat es dort nie gegeben. Ein Dialog ist (fast) immer begrüßenswert.
ThemenstarterGast11. Mai 2005 · #17
Also wenn Katatura,
dann besucht die "Inoffiziellen Kindergärten".
Dann macht die Sache Sinn, spendet was und helft.
Es frisst Euch keiner.
Gruss
www.dt800.de
ThemenstarterGast11. Mai 2005 · #18
@Fridel
Hier über Armut zulesen, oder am TV eine Doku zu sehen ist ja nicht das gleiche, wie das was man selber erlebt. Die Athmosphäre kann man weder mit der Kamera noch beim Schreiben richtig erfassen, und persönliche Gespräche mit den Bewohnern sind so auch nicht möglich.

swisschees
ThemenstarterGast12. Mai 2005 · #19
Meine Frau ist in Kattutura aufgewachsen. Ich habe mit ihr etwas mehr als 1 Jahr dort gewohnt, wobei ich bis auf etwa 4 Monate, fast immer in Europa auf Montage war. Ich selbst habe also nur wenige Monate dort gewohnt. Dann sind wir nach Swakopmund gezogen. Das war im Februar 2001. Seit Januar 2004 sind wir verheiratet und seit April 2004 leben wir in Deutschland.
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