SUsusanneThemenstarterGast27. Apr. 2005 · #1Hallo,
bei unseren letzten beiden Namibiabesuchen habe ich in einigen Läden Tierfelle (v.a. Zebra und Springbock) gesehen.
Weiß jemand woher diese kommen und ob die Tiere "nur" für das Fell oder vor allem wegen des Fleisches geschossen werden?
Ich hoffe die Frage wird jetzt nicht ganz falsch verstanden und ruft nicht die "Tierschützer" auf den Plan, denn ich beobachte - sie trozt der großen Anzahl - auch viel lieber ....
🙄
Herzlichen Dank für Eure Antworten
Susanne
FRFriedelThemenstarterGast28. Apr. 2005 · #2In Namibia wird viel Fleisch von Zebras und von Springböcken verzehrt. Natürlich werden für Felle und für Fleisch nicht verschiedene Tiere getötet. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass der Bedarf (in Tieren) für Fleisch deutlich höher ist als für Felle. Wenn weniger Felle gekauft werden, werden deshalb also nicht weniger Tiere getötet.
GAGastThemenstarterGast28. Apr. 2005 · #3Da kann ich nur Friedel nur zustimmen. WIr haben oft nach dem Schlachten die Häute zu "Nakara" gebracht. Dort werden sie dem Farmer abgekauft, aufbearbeitet und dann weiterverkauft. Das ist völlig in Ordnung und unbedenklich ! Ein Tier nur wegen dem Fell zu schießen ist dabei nicht sinnvoll, denn sooo viel zahlt die Gerberei auch wieder nicht !
SWswisscheesThemenstarterGast02. Mai 2005 · #4Kann man solche Felle problemlos exportieren, resp. welche Zertifikate braucht es dazu?
swisschees
GAGastThemenstarterGast02. Mai 2005 · #5kommt drauf an welches. Wenn du selber eine Raubkatze geschossen hast brauchst du unbedingt ( meine ich zu wissen ) ein CITES ZErtifikat. Bei (bestimmten) Zebras ein Einfuhrgeneigung für die EU. Der Rest sollte keine Probleme bereiten. Bei Nakara hilft man dir dabei mit Allem nötigen weiter - ansonsten auf der Homepage des Deutschen Zolls nachschauen !
SWswisscheesThemenstarterGast02. Mai 2005 · #6Bevor ich hier an den Pranger komme, nur mal so zur Vorsicht.
ICH BIN KEIN JÄGER.
@konno
Es würde schon eher um ein normales Zebra gehen, ist aber noch nichts konkretes, nur so eine Idee. Früher brauchte man (in der Schweiz) nur eine Bestätigung dass das Tier aus einer Zucht, also Farm stammt.
swisschees
GAGastThemenstarterGast03. Mai 2005 · #7genau so ist es heute auch noch !
ABer wie gesagt, wenn es sowiesonix Konkretes ist, flieg einfach hin und frag im Geschäft nach !
SUsusanneThemenstarterGast03. Mai 2005 · #8Hallo,
danke für die Antworten, ebenso wie swisschees geht es mir "nur" um ein Zebra bzw. ein Kissen aus Zebrafell, aber auch da bin ich mir noch nicht schlüssig.
Herzlichen Dank trotzdem
Susanne
CMCarsten MöhleThemenstarterGast04. Mai 2005 · #9Sehr geehrte Susanne!
Der Handel und die Ausfuhr von Tierfellen ist in Namibia natürlich streng geregelt. Ebenso die Einfuhr in die Europäische Gemeinschaft. ( Die Welt ist größer als Europa, so dass unterschiedliche Einfuhrbestimungen gelten. Und an swisschees: Schweiz ist nicht Europa! )
Die namibische Seite: Je nach Tierart braucht man ein Exportpermit und eine Bescheinigung vom Naturschutzministerium und eine tierärztliche Bescheinigung.
Viele Stempel braucht man für: Pavian, Hartmanns Bergzebra, Krokodil.
Geparde-, Leoparden- und Löwenfelle dürfen nur von einem Jäger ausgeführt werden, die dieses Tier auch geschossen haben. Den Nachweis - mit Bild - liefert der Jagdreiseveranstalter. Innerhalb Namibias darf dieses Fell mit Nachweis gekauft und ausgestellt werden.
Normalfall Tourist: Man kauft ein verarbeitetes Fell / Tierprodukt: Krokotasche, Zebrafellkissen, Straußenlederschuhe, Springbokhorn als Flaschenöffner.... Die Quittung ist ausreichend für den Export.
Man kauft ein Fell im Geschäft mit Quittung( z. B. bei Nakara ). Das Geschäft besorgt die Genehmigungen innerhalb von 14 Tagen und sendet das Fell dann zu oder es kann am Ende der Reise mit der notwendigen Dokumentation abgeholt werden.
Preisbeispiele: Bergzebra beste Qualität 5.800 N$, 3. Wahl 2.200 N$
Steppenzebra beste Qualität 8.200 N$, 3. Wahl 3.000 N$
Springbok 200 N$ Impala 150 N$ Schabrackenschakal 150 N$
Kudu beste Qualität 1.350 N$ Oryx beste Qualität 1.350 N$
Problemlöser, wie z.B. wir, besorgen die komplette Dokumentation innerhalb von 2 Werktagen für 60 Euro.
Spezialfall: Man kauft ein Fell / Springbok-oder Kuduhörner o ä. von einem Farmer. Der Farmer muß eine standardisierte Schenkungsurkunde mitgeben, mit der man zum Naturschutzministerium im südlichen Industriegebiet geht. Dort wird innerhalb geprüft, ob das Fell oder Tierprodukt irgendeiner Beschränkung oder Quote unterliegt. Mit dem - nach Tagen - gestempelten Permit geht man dann zum Veterinärsamt im Windhoek-Zentrum. Hier wird das Fell noch einmal geprüft ob es aus einer Maul-und Klausenseuche freien Region stammt und dann in einer Tasche verplombt.
Am Flughafen: Die CITES- / Exportpapiere müssen vom Zoll abgestempelt werden.
Am Heimatflughafen: Die CITES Papiere müssen vom deutschen Zoll abgestempelt werden. ( nur bei Bergzebra, Leo, Gepard, Krokodil ).
Wenn die Mehrwertsteuer Namibias zurückerstattet wurde, muß man die Felle dann beim heimischen Finanzamt versteuern.
Sonstiges: Die Ausfuhr des beliebten Elefantenhaars und auch der Stachelschweinborsten ist streng genommen verboten. Altes Elfenbein, z.B. in Omba -Knöpfen, mit spezieller Genehmigung möglich. Die Masse der Schnitzerein sind aus Wal-oder Tierknochen. Deutsche Zöllner sehen den Unterschied zum Elfenbein an der Riffelung.
Man versucht zu Recht, an den deutschen Grenzen, illegale, bedenkliche oder möglicherweise infizierte Tier- und Pflanzenprodukte abzufangen.
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
SWswisscheesThemenstarterGast04. Mai 2005 · #10Hallo Carsten
Danke für die ausführliche Antwort, aber es ist nicht nett mich daran zu erinner, das wir nicht zur EU gehören. Mit dem Unimog bist Du ja schlussendlich doch noch rein gekommen. 😉
swisschees
PS: Grüsse an die Familie auch von Christine