LILini007Themenstarter8 Beiträge · seit 200728. Juni 2007 · #1Hallo zusammen!
Wir fliegen nun bald los und wollen uns, zusätzlich zu den Schlafsäcken, in Windhoek noch Decken kaufen, da wir ganz sicher nicht frieren möchten im Dachzelt. Ich dachte, dass wir diese Decken dann vor dem Heimflug verschenken, es gibt sicher genug Leute, die sie brauchen könnten, aber wie kommt man an die ran?
Es ist jetzt vielleicht eine blöde Frage, aber habt ihr eine Idee, wie man das am Besten machen könnte? Wir können sie ja schlecht irgendjemandem unterwegs in die Hand drücken.
Eine Townshiptour werden wir nicht machen, wir haben zuwenig Zeit in Windhoek und wir haben bereits in Südafrika eine sehr beeindruckende Tour gemacht, so dass wir das kennen.
Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben?
Danke!
Cora1'335 Beiträge · seit 200628. Juni 2007 · #2Hallo Lini007,
wir haben bei unserem letzten Aufenthalt in Nam mehrfach Lebensmittel verschenkt (Abschnitte mit und ohne Selbstversorgung). Dazu haben wir angehalten, wenn wir Menschen sahen, die uns sehr arm vorkamen. Ich habe ihnen die Sachen hingehalten (keine englische Kommunikation möglich) und sie wurden gerne angenommen!
Man kann auch am Rand einer armen Siedlung halten, die Menschen (zuerst Kinder) kommen sofort angelaufen. Alles wird sehr gerne angenommen.
Am Flughafen selbst wurden wir umringt von Personen, die uns nachhaltig nach unseren Schuhen fragten. Auch da ist immer noch eine Möglichkeit etwas zu verschenken.
Du wirst auf Deiner Reise Orte bemerken, die Dir sinnvoll für das Verschenken erscheinen. Reiche Vororte wirst Du sicherlich nicht derart bedenken.
Ich habe mir für das nächste Mal vorgenommen, nur ältere Kleidung mitzunehmen und diese dann auch unten zu verschenken. Vor allem Schuhe! Dann hast Du den Koffer leer und kannst mehr afrikanische Mitbringsel einpacken.... 🙂
Grüße von
Cora
karl406 Beiträge · seit 200628. Juni 2007 · #3hallo lini007 !!
wegen dem verschenken brauchst du dir keine gedanken machen die leute reden dich darauf an.
du kannst aber auch den vermieter um decken fragen.
gruß
karl
BAbaobab41 Beiträge · seit 200728. Juni 2007 · #4Hallo
Bitte nicht einfach die Sachen den Leuten an den Strassen geben.
Mann lernt Ihnen das betteln und wenn sie nichts bekommen werden
sie unangenehm.
Das ist Ehafo auf den wege zum Flughafen. Diese Leute sind Behinderte und
brauchen immer was.
Dann sind da immer Kindergaerten und Aids weisen. Mann
soll sich lieber im Ort erkundigen wo mann die Sachen los werden moecht.
Viele Besucher bescheweren sich schon.
Wir die hier leben moechten keine Bettler denn die Besucher
moechten sie auch nicht.
joli3'491 Beiträge · seit 200628. Juni 2007 · #5Hallo Lini,
da kann ich Baobab nur beipflichten. Diese Dinge einfach mal so " unters Volk bringen" halte ich auch nicht für gut. Wenn Ihr keine persönlichen Beziehungen habt ( das könnte z.B. bereits das Zimmermädchen in Eurer letzten Unterkunft sein - statt Trinkgeld), dann wendet Euch an gemeinnützige Organisationen o.ä. Baobab hat ja schon Vorschläge gemacht und Euer Pensionwirt kann bestimmt weitere nennen.
Gruß Joli
LILini007Themenstarter8 Beiträge · seit 200728. Juni 2007 · #6Ich danke euch für eure Meinungen!
An das mit dem Betteln hatte ich eben auch gedacht, deshalb dachte ich auch, ich könne das doch nicht so einfach irgendjemand in die Hand drücken.
Als wir in SA waren hat uns unser Township-Guide, der dort selber wohnt, ganz dringend gebeten, niemanden Geld zu geben. Eben genau aus dem Bettelgrund. Wir durften Fotos machen und davon dann Abzüge schicken, die er (der Guide) dann an die Leute verteilte. Das haben wir natürlich auch gemacht. (Wir haben nämlich einen Rundgang zu Fuss gemacht, allerdings in Graaf-Reinet, nicht in einer Grossstadt, und kamen so ganz direkt und ungezielt mit den Leuten in Kontakt. Es hat auch niemand gebettelt. Wir haben dann später etwas für die Schule gegeben, das war in Ordnung.)
Das mit dem Zimmermädchen oder sonst jemandem in der Unterkunft zu fragen ist eine gute Idee, werden wir machen.
Viele Grüsse!
Angelika
Cora1'335 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #7Das ist ein Punkt, den ich bisher nicht bedacht habe.
Es stimmt, dass man damit das Betteln fördert.
Tja, wie immer gilt das Sprichwort:
Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.
Gilt wohl auch hier.
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #8Das erinnert mich an eine Situation, die stattgefunden hat, als ich noch meinen Zivi auf einer weiterführenden Bildungseinrichtung gemacht habe.
Da hat ein Auto angehalten und eine Tüte aus dem Fenster gereicht, in der Bonbons, alte T-shirts und Männersandalen der Größe 42 enthalten waren. Dies sorgte schon für einige Erheiterung unter den jungen erwachsenen Frauen, die Abitur hatten und teilweise noch nebenher Geld durch Nebenjobs verdienten. Naja die Bonbons waren trotzdem sehr lecker. So bin ich auf den Geschmack von Campinos gekommen. 😂<br><br>Post geändert von: konno, am: 29/06/2007 08:38
Bazi2'721 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #9Hallo
Einer unserer 1. Guides hatte uns dringend gebeten bettelnden Kindern und Erwachsenen absolut nichts zu geben. Immer eine Gegenleistung verlangen. Und wenn sie noch so klein ist. Viele müssen lernen dass man nur für Arbeit auch etwas bekommt. Sonst wird das Problem der Bettelei immer grösser. Du kannst ja auch ein Tauschgeschäft anbieten. Oder eben, wie schon erwähnt, sozialen Einrichtungen abgeben, dem Zimmermädchen usw.
Gisela
NEnelao26 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #10Hallo,
gebrauchte Schuhe, Kleidung, Decken oder Konserven sind auf dem Rückweg aus dem Norden super Tauschobjekte an der Spitzkoppe (Steine) oder am Holzschnitzermarkt in Okahandja.
Wir sammeln immer unsere Altkleider in D. und tauschen sie in Namibias
Norden gegen Ziege, Schwein oder Huhn.
Einfach nur verschenken hat schon viele gegenden Africas gelämt.
(Man wartet einfach bis alles was man zum leben braucht von einem UN Lastwagen fällt)
Grüßle aus dem Süden
Goldmull795 Beiträge · seit 200729. Juni 2007 · #11Nelao,
dem stimme ich voll zu - wir "verschenken" meist auch nur bei einer -wenn auch geringen - Gegenleistung.Damit unterbinden wir auch das Betteln und unterstützen die Eigenleistung, ohne die Empfängermentalität
zu wecken.
Was manchmal ärgert sind Polaroid-Fotographen, die gleich nach der Aufnahme die ca. 1-2 € teuren Bilder verschenken allein fürs Posieren. Hier wird dann von jedem nachfolgenden Fotographen erwartet, dass er dasselbe macht.
Armin2'346 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #12@Goldmull
Das mit den Polaroids sehe ich etwas anders. Die Fotos repräsentieren im Gegensatz zu allen anderen Geschenken nämlich keinen nachvollziehbaren materiellen Wert. Kein Himba weiß, dass solch ein Foto einen Materialwert von 1-2 Euro hat und essen, anziehen oder verkaufen kann man es auch nicht.
Gruß
Armin
Goldmull795 Beiträge · seit 200729. Juni 2007 · #13@Armin
es bringt aber andere Fotographen in Zugzwang. Dies haben wir weniger in
Afrika denn in Asien erlebt.
Kriwan323 Beiträge · seit 200729. Juni 2007 · #14Über genau dieses Thema haben wir uns auf einer Farm in diesem Urlaub sehr ausführlich unterhalten. Mit dabei waren neben den Farmern auch der inzwischen pensionierte Missionar Werner Wienecke, der uns geraten hatt "übrige" Kleidungsstücke und Schuhe am letzten Tag in Windhoek im Büro der evangelischen Kirche abzugeben (gleich unterhalb der Christuskirche). Das haben wir dann auch getan. Ein bischen hatten wir ein schlechtes Gewissen, weil auch einige gebrauchte Stücke dabei waren, deshalb haben wir später per Mail nochmal nachgefragt. Hier die Antwort:
"haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Person, die Sie erwähnen, muss Pastor Werner Wienecke gewesen sein, der lange Jahre in Namibia gearbeitet hat und sich jetzt auch im Ruhestand noch unglaublich einsetzt.
Wegen der Kleiderfrage habe ich mich noch mit anderen Personen unterhalten, um ein ausgewogenes Urteil fällen zu können. Wir sind übereinstimmend der Meinung, dass Spenden natürlich hoch willkommen sind, aber man sollte die Kleider dann doch in einem gewaschenen Zustand abgeben, sonst könnte leicht ein ungutes „Geschmäckle“ aufkommen.
Wenn Sie von weiteren Leuten wissen, die Kleidungsgegenstände in gewaschenem Zustand abgeben möchten, dann können wir hier im Kirchenbüro gerne vermittelnd tätig sein und die Gegenstände an bedürftige Menschen bzw. Organisationen weiterleiten.
Ich hoffe, dass Sie gerne einmal wieder nach Namibia zurückkehren und grüße Sie für heute freundlich
Erich Hertel
Bischof ELKIN (DELK)"
Gruß
Wolfgang<br><br>Post geändert von: Kriwan, am: 29/06/2007 12:45
Armin2'346 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #15@Goldmull
Trotzdem finde ich die Sache mit den Polaroids immer noch recht "harmlos", auf jeden Fall besser, als den fotografierten Menschen auf dem Display zu zeigen, was bzw. wen man da gerade fotografiert hat, um dann mit proppevoller Speicherkarte zu entschwinden. Die Sache mit dem Zugzwang kann ich zwar nachvollziehen, aber die Frage erledigt sich dann ja wohl ziemlich schnell - entweder man hat eine Polaroid oder man hat keine. Die Polaroids werden sich wahrscheinlich im Zeitalter der Digitalfotografie ohnehin bald erledigt haben, wenn man solche Kameras nur noch im Antiquariat bekommen kann. Habe mir aber ehrlich gesagt, noch nie größere Gedanken über die "Schädlichkeit" von Polaroid-Fotos gemacht. Die Ansicht anderer Forums-Teilnehmer würde mich aber interessieren. Habe im letzten Urlaub erstmals eine Polaroid-Kamera benutzt und mit den Fotos an mehreren Stellen bei alt und jung unbeschreibliche Freude ausgelöst, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen dabei hatte. Aber vielleicht habe ich damit ja doch einen Fehler gemacht?!:S
Mit erwartungsvollen Grüßen
Armin
judith97 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #16Hallo,
ich finde die Möglichkeit mit den Polaroid-Fotos auch gut und nutze sie wo es sich anbietet. Meistens bei Kindern, die damit mächtig Spaß haben und das sei ihnen gegönnt:) ! Ich kann mich dann ganz köstlich mit ihnen amüsieren und habe dabei kein schlechtes Gewissen! Mit dem Verschenken von Sachen sieht es da schon anders aus. Oft werden wir auf Märkten gefragt und können so unsere Mitbringsel auch mit T-shirts oder Hosen bezahlen. Das finde ich soweit ok.
Viele Grüße
Judith
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200629. Juni 2007 · #17meine Devise nichts mitnehmen und nichts dalassen wirkt sich auch auf Besuche im Himbadorf aus (ausser Gebrauchsutensilien wie Tabak,Essen, Vaseline)
Horse_whisperer658 Beiträge · seit 200729. Juni 2007 · #18Hallo,
wie würde es denn Euch (den Polaroidfotografen) gefallen, wenn jemand in Eure Stadt oder Dorf kommt, mit komischen Kästen, die Blitze verursachen, herumhantiert, und dann noch Papier verschenkt, auf dem Leute drauf sind, mit dem man aber nichts kaufen kann???????????
Wahrt und respektiert doch bitte diese Menschen und ihr Umfeld.
Das sind doch keine Sehenswürdigkeiten oder Weltwunder.
Ich finde dieses Verhalten menschenverachtend.
Horse_whisperer658 Beiträge · seit 200729. Juni 2007 · #19ich finde die Möglichkeit mit den Polaroid-Fotos auch gut und nutze sie wo es sich anbietet. Meistens bei Kindern, die damit mächtig Spaß haben und das sei ihnen gegönnt:) ! Ich kann mich dann ganz köstlich mit ihnen amüsieren und habe dabei kein schlechtes Gewissen!
Wenn Du wüßtest, was Du den Kindern antust, würde es Dir das Herz brechen. Aber Du hast ja kein schlechtes Gewissen!!???
Mir fehlen solangsam die Worte !!
LILini007Themenstarter8 Beiträge · seit 200729. Juni 2007 · #20Hallo Horse_whisperer
wir sind dieses Jahr zum ersten Mal in Namibia. Ich habe vor zwei Jahren sehr viel von der Townshiptour in SA gelernt und möchte auch in diesem Jahr keine Fehler machen. Nichts läge mir ferner, als menschenverachtend sein zu wollen.
Wir haben auch keine Polaroidkamera, das Problem kann sich also gar nicht ergeben. Ich würde auch niemals jemand fotographieren, ohne zumindest zu fragen, aber auch das mache ich nicht so gern. In SA musste mich unser Guide direkt überreden und mir erklären, dass ich den Leuten eine Riesenfreude machen würde, wenn ich dann die Fotos auch schicken würde. Sie würden sich so sozusagen ernstgenommen fühlen.
Nun kann man ja sicher nicht die Situation in SA-Township mit einem Himbadorf vergleichen. Wir werden auch nicht unbedingt irgendwo zu den Himbas kommen. Aber falls doch, ist es besser gar nichts zu verschenken? Oder wenn doch, was könnte man denn ohne Schaden anrzurichten geben? Entschuldige die vielleicht naive Frage! Besser dumm gefragt als Fehler gemacht!