christianThemenstarter852 Beiträge · seit 200626. März 2007 · #1Hallo!
Das Thema stammt eigentlich aus einem anderen Posting hat damit
aber nicht viel zu tun. Ich fange nochmal von vorne an...
Es ist uns aufgefallen das es in Namibia Hunde gibt, die gezielt auf
Locals losgehen.Entweder nur Knurren oder auch laut losbellen. Jetzt war die Frage woher kommt das? Angezüchtet,anerzogen oder was sonst,
z.B Rassebezogen o.ä.
Diese Frage hat uns schon länger beschäftigt. Nur getraut zu fragen(auf der Farm) haben wir nicht. Wenn jemand etwas dazu fachlich weiß bitte posten aber bitte keine Diskussion über Rassismus!!!
Bei einem uns bekannten Hund der oft vor unserem Zelt schläft ist es dabei so, das er nicht nur warnt, sondern manchmal auch nur knurrt ohne den Kopf zu heben. Für mich ein Zeichen von Ernsthaftigkeit. Mit Locals meine ich auch langjährige Farmmitarbeiter.
Ach ja die Farmbesitzer sind liebe Leute, das Sie das Ihrem Hund beigebracht haben kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, aber ich
werde nächste Woche fragen und in ein paar Wochen Posten.
😮
Axel1'130 Beiträge · seit 200626. März 2007 · #2Dann möchte ich mich mal als langjähriger Hundebesitzer äußern. Um Fragen vorzubeugen:
1x mitgebrachter "wilder" Windhund aus dem Niger
2x Deerhound, 1x Grey, 1x Doggen/MagyarAgar Mix, 1x Rhodesian.
Grundsätzlich gibt es Hunde mit unterschiedlicher Ausrichtung (Schutz, Such, Hüte, Jagd). Diese Ausrichtung kann, leider ebenso wie "Schönheitsmerkmale", durch gezielte Zucht verstärkt und durch Training weiter ausgebaut werden. In früheren Zeiten wurde ein Hund oft gezielt auf bestimmte Menschengruppen abgerichtet wie auf jagdbares Wild. Dann hat er da sehr heftig reagiert. Andere mögen es nicht, wenn man sich Ihnen oder ihrem Schutzbefohlenen zu schnell, zu heftig, wenn diese schlafen, überhaupt nähert. Wieder andere sind Angstbeißer/knurrer, die ihre Unsicherheit damit kaschieren.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
christianThemenstarter852 Beiträge · seit 200626. März 2007 · #3Hallo Axel!
Eine kurze kompetente Antwort, dann brauch ich ja gar nicht mehr fragen 🙂
Gruß Christian
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200626. März 2007 · #4Die von Dir genannten Locals, haben von Grund auf Angst vor Hunden, die Tiere haben ein feines Gefühl, werden mit Steinen beschmeissen, und das ist der von Dir gesuchte Grund.
Das von Dir beschriebene ist mir auch aufgefallen, so fragte ich einen Owner...
bester Gruss, Klaus
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Axel1'130 Beiträge · seit 200626. März 2007 · #5Naukluft schrieb:Die von Dir genannten Locals, haben von Grund auf Angst vor Hunden, die Tiere haben ein feines Gefühl, werden mit Steinen beschmeissen, und das ist der von Dir gesuchte Grund.
Das ist eine Art der Konditionierung, die in SA früher auch gezielt durchgeführt wurde. Die menschliche Angst vor Hunden ist bei manchen Nationalitäten oft auch Farbbezogen. Auf meinen tiefschwarzen Grey haben insbesondere Menschen aus arabischen Ländern sehr "reserviert" reagiert, auf meinen ersten, der in diesen Ländern zur Großkatzen Jagd benutzt wurde und deutlich schärfer war, auf Grund seiner Sandfarbe überhaupt nicht. Meinen jetzigen könnt ihr auf den Bildern vom Winterpotje in Faulensee sehen, wo sogar CM, der jedem Hund aus dem Weg geht ihn gestreichelt hat, ohne zu wissen, das diesem Hund nachts keiner näher als fünf Meter kommen darf.<br><br>Post geändert von: Axel, am: 26/03/2007 18:37
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
christianThemenstarter852 Beiträge · seit 200627. März 2007 · #6Hallo!
In diesem Zusammenhang wollte ich noch Fragen, ob es richtig ist,
dass Hunde als Haustiere erst mit der Ankunft der Weißen ins südl. Afrika
gekommen sind. Wildhunde hat es natürlich immer gegeben. Auch die Himbas hätten dann früher keine Hunde gehabt. Auch heute sieht man ja nur
wenige Hunde bei den Locals.
Gruß Christian
PS: Wenn Sie welche haben, werden Diese übrigen gern zum Anhalten von Touristenautos zweckentfremdet.<br><br>Post geändert von: christian, am: 27/03/2007 07:59
Axel1'130 Beiträge · seit 200627. März 2007 · #7Interessante Frage,
in Nordafrika wurden früh Hunde zur Jagd eingesetzt (Windhunde), die Steppenvölker domestizierten wilde Hunde zum Schutz. Andere Naturvölker nutzten den Hunger der wilden Hunde, um sie an das Lager zu binden und ihre Wachsamkeit für sich zu nutzen. Da die Himbas sowie andere Völker in NAM ja zugezogen sind, kann es sein, das sie dieses Wissen aus den nördlichen Bereichen Afrikas mitgebracht haben. Der gezielte Einsatz großer Hunderassen (Rhodesian, Dogge, Boxer, usw) kam erst mit den Weißen und wurde von diesen als Schutz gegen Tiere und Überfälle genutzt.
Ggf am Rande interessant. Die Irish Woulfhounds und die Deerhounds wurden früher zur Wolfs-, Hirsch-, ggf Bären- und Ritterjagd benutzt, d.h. mit diesen Hunden wurden fremde Reiter="Ritter" vom Pferd geholt. Am Boden waren diese dasnn auf Grund ihrer Ausrüstung relativ unbeweglich und "zerstörbar".
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
christianThemenstarter852 Beiträge · seit 200627. März 2007 · #8Hat mich nicht losgelassen die Frage, zumindest halbdomestizierte Hunde
gab es bei den Hottentotten:
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Rhodesian Ridgeback ist heute die einzige im südlichen Afrika eingeborene Hunderasse. Die Vorfahren dieses Hundes stammen aus der südafrikanischen Kap-Kolonie, wo sie mit den Hunden der ersten Pioniere und mit den halbdomestizierten Ridgeback-Jagdhunden der Hottentotten gekreuzt wurden. Diese Ridgeback- oder Löwenhunde jagten meistens in kleinen Gruppen zu zweit oder zu dritt; ihre ursprüngliche Aufgabe bestand darin, das Wild, ganz besonders den Löwen, zu verfolgen und es mit grosser Wendigkeit bis zum Eintreffen des Jägers zu umstellen. Der erste Standart wurde in Ahnlehnung an den Standard des Dalmatiners im Jahre 1922 durch F.R. Barner in Bulamayo, Rhodesien, verfasst. Er wurde von der Südafrikanischen Kynologischen Union im Jahre 1926 genehmigt.
OUoutoppie82 Beiträge · seit 200727. März 2007 · #9Hallo!
Wollte ja eigentlich im anderen Posting schon was dazu schreiben, aber jetzt da es ein eigenes Thema ist muß ich mal was dazu sagen!
Also die Hunde die ich in Namibia kenne die so reagieren sind aus dem Tierheim. Diese wurden von den Vorbesitzern nicht so gut behandelt. In diesen Fällen waren die Vorbesitzer Farbige die die Hunde sehr schlecht behandelt haben. Daher kommt auch die Abneigung der Hunde gegen die Farbigen! Kann man wohl auch verstehen!
Aber wenn die Nachts Ihrer Funktion als Wachhund nachkommen ist egal wer oder was versucht aufs Grundstück zu kommen!
Gruß!
ou-toppie
Meikel189 Beiträge · seit 200627. März 2007 · #10Ich empfehle Konrad Lorenz zu lesen!!!
So kam der Mensch auf den Hund
dtv
ISBN 3-423-30055-8
😉
Der Hund ist grundsätzlich ein Rudeltier.
Daher "beschützt" er das was er kennt.
Ist der Hund nun primär unter Weißen bzw. Schwarzen, die sich bekanntlich unterschiedlich verhalten, ernähren, evtl. auch riechen, aufgewachsen, so verhält er sich dem ihm gegenüber Fremden eher abweisend.
Schaut euch mal die anatolischen Hirtenhunde an, die auf Farmen als Ziegenhunde eingesetzt werden!
Nicht etwa zum treiben!
Nein ausschließlich zum Bewachen!
Diese werden schon als Welpen ausschließlich unter Ziegen gehalten.
Sie betrachten die Ziegen dann später als ihr Rudel und verteidigen diese bis zum allerletzten.
Diese schwarz-weiß Debatte ist also definitiv BULLSHIT!
Hunde sind eben auch nur Menschen!
😉
Gruß Meikel 😎