Dosierung Malarone

11 Antworten · 13,1k Aufrufe · gestartet 23. März 2005 von Achim der Späte
Antworten
ThemenstarterGast23. März 2005 · #1
Beitrag auf Verlangen des Users gelöscht
ThemenstarterGast23. März 2005 · #2
moin,
Malarone muss täglich eingenommen werden. Wenn man ein Gebiet mit Malaria-Indikation bereist, sollte man 2 Tage vorher mit der Einnahme beginnen und zum Schluss noch 7 Tage(!) weiter schlucken!!
Die Einnahme von Lariam empfiehlt sich nicht! Es sei denn man riskiert einen bleibenden psychischen Defekt, z.B. Albträume, Wahnvorstellungen etc. Aus diesem Grund ist es seit über 10 Jahren z.B. fliegendem Personal verboten, Lariam einzunehmen!
Als Alternative mit hervorragender Wirkung (mit heroischem Selbstversuch) empfehle ich allen Riamet, welches man zur Prophyllaxe und auch zur Behandlung nutzen kann. In Namibia heisst das Präparat Coartem 20 und ist wesentlich billiger als Riamet in Deutschland. Ich glaube ich habe damals für Coartem ca. 2,50 NAM$ bezahlt.
Das Präparat enthält Artemeter (chinesische Artemisia-Art) und Lumefantrin, eine Weiterentwicklung von Halofantrin (Halfan).
Gruss Gernot
ThemenstarterGast23. März 2005 · #3
Hallo,
nachdem Gernot das nun schon ausführliche beantwortet hat, noch meine Erfahrungen zur Verträglichkeit.
Wir nehmen Malarone schon seit etwa 2000, bevor es in D auf dem Markt war. (mind. 2* 4-5 Wo /Jahr) Die früher gekannten Nebenwirkungen sind völlig verschwunden.
Jetzt sind wir dazu übergegangen, es nur noch dann zu nehmen, wenn wir in die Gegend eines Feuchtgebietes kommen.
Malarone kann ja nicht nur als Vorbeugung, sondern auch als behandelndes Mittel genommen werden.
Gruss
www.dt800.de
ThemenstarterGast23. März 2005 · #4
Beitrag auf Verlangen des Users gelöscht
ThemenstarterGast23. März 2005 · #5
Wir haben letztes Jahr Malarone genommen und hatten keine Probleme. Bei allen Malariamitteln ist es ja so, dass du einen gewissen Pegel halten musst, um geschützt zu sein. Da ist es für mich nachvollziehbar, täglich eine Tablette zu nehmen (war beim Chloroquin früher ja auch so).
Wir nehmen sie immer abends beim Essen, da vertragen wir sie am besten.

LG Irene
ThemenstarterGast23. März 2005 · #6
Hallo Achim,

die Diskussionen über Malariavorsorge sind doch immer wieder interessant. ich finde leider gerade den Link zum deutschen Waschzettel nicht, daher hier in englisch.


http://www.malarone.com/aboutmalarone.html

Ich denke man kann die biochemischen Einflüsse zweiter unterschiedlicher Medikamente auf den Körper nicht davon abhängig machen, ob man die Tabletten täglich oder wöchentlich nicht, mal davon ab, musst Du Lariam ja auch nach verlassen des Gebietes noch länger nehmen.

Malarone 1-2 Tage vor Eintritt in das endemische Gebiet, dann täglich und 7 weiter nach verlassen des Gebietes. Es empfiehlt sich zu gleicher Uhrzeit mit dem Frühstück, oder wenigstens zusammen mit etwas Milch.

Ihr Beiden habt ja nun schon sehr oft Lariam genommen, so viel ich immer gelesen habe, treten die Nebenwirkungen von Lariam meist sehr schnell auf. Wenn ihr davon betroffen wärt, hättet ihr also schon Probleme haben müssen.
Deshalb finde ich, ihr wärt potentielle Kandidaten Lariam weiter zu nehmen.

Ich selbst bin vor dem "Selbstversuch" zurückgeschreckt und habe gleich Malarone genommen.

Viel Spass im Urlaub

evy
ThemenstarterGast23. März 2005 · #7
wenn man nicht eingeloggt ist, kann man leider seine Nachrich tnicht editieren, deshalb

ich meine natürlich Tabletten nimmt und nicht "nicht",

evy
ThemenstarterGast24. März 2005 · #8
Wie teuer ist denn Malarone jetzt tatsächlich und kann ich dieses Medikament auch in Namibia kaufen?
ThemenstarterGast24. März 2005 · #9
moin,
zur Malaria-Prophyllaxe Diskussion einige Denkanstösse:
1. Was machen wohl all die Europäer, die ständig im Malariagebiet wohnen??
2. Man sollte sich auch mal Gedanken darüber machen, warum die Malaria-Mittel von früher, heute nicht mehr wirksam sind! Der Touristenstrom in diese Gebiete wird immer grösser -wirtschaftlich sicher interessat-, und diese Touristen nehmen Malariamittel aber immer nur für kurze Zeit! Die reicht aber, um die Anopheles-Mücke resistent gegen dieses Mittel werden zu lassen. Es müssen also in immer kürzeren Abständen neue Mittel gefunden werden. Mich bat mal ein Europäer, ich sollte doch das Einnehmen von Prophyllactica lassen, damit allen, die dort ständig leben, noch medikamentös geholfen werden könnte. Man bedenke, dass es jedes Jahr Abermillionen Tote durch Malaria gibt!!!
Ich habe das für mich verinnerlicht. Und wenn ich in diese Gebiete reise, dann habe ich natürlich einen mechanischen Schutz gegen Stiche und einen Vorrat an Medikamenten zur Behandlung einer Malaria.
Gruss Gernot
ThemenstarterGast27. März 2005 · #10
Hallo Gernot

ich kannte einen Reiseleiter, der keine Prophylaxe nahm, und dann am Kunene eine Tropica einfing.
Er ist dem Tod haarscharf von der Schippe gesprungen, und von da an nahm er auch Prophylaxe, wenn er ins Risikogebiet reiste.

Ich persönlich nehme lieber eine Prophylaxe, als eine Malaria auszukurieren. Bei aller Vorsicht bin ich noch bei jedem Aufenthalt im Risikogebiet ein paar Mal gestochen worden.

Resistenz ist immer ein Problem. Nimmst du deshalb auch niemals Antibiotika? Auch darauf entwickeln sich immer wieder Resistenzen. Trotzdem bin ich nicht bereit, bei einer Ohrenentzündung den Verlust des Gehörs zu riskieren, sondern nehme Medikamente.


Im Übrigen frage ich mich, weshalb man nur aus Rücksicht auf die im Risikogebiet lebenden Europäer auf Prophylaxe verzichten sollte. Es gibt wesentlich mehr Afrikaner (oder Asiaten, oder... je nach Kontinent) in den jeweiligen Gegenden.


LG Irene
ThemenstarterGast27. März 2005 · #11
moin Irene,
lies doch bitte meine Nachricht nocheinmal genau.

Ich habe nicht geschrieben, dass man eine Krankheit nicht behandeln sollte.
Es ist doch klar, dass Antibiotica notwendig sind, wenn man eine Mittelohrentzündung hat. Aber die nehme ich doch nicht schon vorher ein, bevor ich überhaupt weiss, dass ich eine solche Krankheit bekommen könnte. Wenn dem so wäre, dann hätten wir paradisische Zustände. Dann wüsste man, dass man in 4 Wochen das oder das bekommen wird 😱

Ich habe geschrieben, dass man sich überlegen sollte, ob man Medikamente prophylaktisch einnehmen sollte, wenn man dadurch einer Resistenz Vorschub leistet.
Ich habe nicht geschrieben,dass potente Anti-Malaria-Mittel Europäern vorbehalten sein sollten. D A S ist eine U N T E R S T E L L U N G !!
ThemenstarterGast29. März 2005 · #12
Hallo Gernot

ich weiss, das war provokant. Aber du hast nun mal die Europäer hervorgehoben... lassen wir das, ich glaube dir, dass du alle dort lebenden Menschen gemeint hast.

Ich persönlich vergleiche die Malaria-Prophylaxe mit einer Impfung. Ich bin gegen Tetanus, Polio und Hepatitis geimpft. Als Kind wurde ich gegen Keuchhusten geimpft.
Ich weiss nicht, ob ich irgendeine dieser Krankheitskeime überhaupt je in mir hatte - und ich möchte das auch nicht wissen! Ich bin froh, dass es Mittel gibt, die mich vor Krankheiten schützen - auch prophylaktisch.


Das Problem liesse sich nur dauerhaft lösen, wenn man das Malariagebiet den Mücken überlässt und keine Menschen dort wohnen, oder wenn man es austrocknet und den Mücken den Lebensraum entzieht, wie in Italien und der Schweiz.


Ich weiss, ich bin egoistisch, aber ich hoffe halt immer noch auf die Entdeckung des ultimativen Mittels... da bin ich auch naiv, vermutlich.


LG Irene
Dieses Thema ist geschlossen — neue Antworten sind nicht möglich.