Schwanger durch Namibia

11 Antworten · 14,4k Aufrufe · gestartet 05. März 2007 von Nala
Antworten
Themenstarter3 Beiträge · seit 200705. März 2007 · #1
Hallo ihr Lieben,
heute brauche ich mal wieder euren Rat. Wir planen im Juni 3 Wochen durch den Norden Namibias zu fahren - genauer gesagt durch den Caprivi. Ich freue mich schon seit Ewigkeiten auf diese Tour, übrigens unsere zweite durch Namibia. Ich bin eigentlich recht zuversichtlich, dass das kein Problem sein dürfte, trotz allem komme ich etwas ins Schwanken. Da ich im Juni im 6. Monat schwanger sein werde, ist es fraglich, ob es nicht etwa zu anstrengend oder zu turbulent sein wird (je nach Straßenverhältnisse, und da brauche ich euren Rat). Malariaprofilaxe ist kein Thema, aber durch entsprechende Kleidung, Mückenschutz und Moskitonetz habe ich eh nicht vorgehabt etwas zu nehmen. Was meint ihr, reisen oder absagen bzw. auf was achten?

Unsere Tour führt ganz grob gesagt von Windhoek über Tsumkwe, Tsumkwe - Shakawe, Shakawe - Mudumo NP (Lianshulu), Lianshulu - Kasane, Kasane - Vic. Falls, Vic Falls - Katima Mulilo, Katima Mulilo - Rundu, Rundu - Mount Etjo, dort 1 Ruhetag, Mount Etjo - Swakopmund, Swakopmund - Windhoek

Danke schon mal für eure Tipps bzw. Ratschlage 😉

Eure Nala
1'130 Beiträge · seit 200605. März 2007 · #2
Hi Nala,
hier kann dir nur der Gyn deiner Wahl, der deine Indikationen und die Anamnese kennt, helfen. Generell ist zu große Hitze, direkte Sonneneinstrahlung, hohe Belastung usw. zu meiden oder eben auch nicht. Das ist individuell verschieden. Schwimmen in Gewässern und dort auch in Pools würde ich verneinen, die Rüttelpiste kann zu Übelkeiten führen, dann macht man halt mehr Pausen. Die Strecken sollten nicht zu lange sein und, immer wissen, wo ist das nächste KH.
Also sollte die Tour ggf. etwas gekürzt mit mehr Ruhe angegangen werden.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
189 Beiträge · seit 200605. März 2007 · #3
Hallo Nala,

da fragst Du am besten jemanden mit eigener Erfahrung!

Mir fallen da Freunde in Namibia ein!
Ina und Olli Carstens.
(Buschmann Safaries)
info@buschmann-safaris.de

Die Beiden sind nicht nur mit ihrem eigenen Tourunternehmen im südl. Afrika unterwegs, sondern auch gerade zum zweiten Mal Eltern geworden!

Ina wird da wohl qualifiziert Auskunft geben können!

Gruß Meikel 😎
1'130 Beiträge · seit 200605. März 2007 · #4
Habe ich gerade in meinen Unterlagen gefunden

Verantwortung für Zwei -
Fernreisen in der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft ist keine Krankheit. Schwangere sind daher durchaus belastbar, wie manche werdende Mutter im Alltagsleben eindruckvoll beweist. Bei einem unkomplizierten Schwanger-schaftsverlauf bestehen gegen nicht strapazenreiche Reisen keine Vorbehalte. Dennoch muss bei belastenden Fernreisen beachtet werden:
Bei Schwangeren ist das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet
Die Lungenfunktion kann beeinträchtigt sein (flachere Atmung)
Eine Blutungsgefahr kann nie völlig ausgeschlossen werden
Bei der Beachtung von Gesundheitsrisiken kommt das Wohl des heranreifenden Kindes hinzu
Die Möglichkeit einer vorzeitigen Entbindung muss einkalkuliert werden (fast jede Fluggesellschaft hat "ihr Neugeborenes" zu vermelden, das während eines Fluges das Licht der Welt erblickte).

Fluchzeug statt Flugzeug
Bis zu welchem Schwangerschafts-monat werdende Mütter noch ein Flugzeug benutzen dürfen, ist unterschiedlich geregelt. Die meisten Fluglinien setzten die Grenze bei der 32. Schwanger-schaftswoche an. Mit ärztlichem Attest wird meist auch ein Flug bis zur 36. Woche gestattet.
Vor allem lange Flugreisen können für Schwangere nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel zur Tortur werden. Die relativ engen Sitze und der Druck der Gebärmutter auf die Venen der Beckenregion poten-zieren die Gefahr von Blutstauungen in den Venen mit Thrombenbildung.

Wenn die Blutgerinnsel sich losreißen und mit dem Blutstrom fort-geschwemmt werden (Embolie), dann können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Jede Schwangere sollte daher im Flug-zeug möglichst intensiv Beingymnastik im Flugzeug betreiben (Gangplätze bevorzugen) und möglichst Kompressionsstrümpfe tragen. Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr (kein Alkohol!) ist zu sorgen, damit das Blut nicht "eingedickt" wird.

Die Strahlenbelastung in den üblichen Flughöhen von 10.000 Metern wird oft unterschätzt. Sicher ist sie bei gelegentlichen Flügen zu vernachlässigen. Flugbegleiterinnen oder vielreisende Schwangere müssen aber berücksichtigen, dass die Strahlung durchaus die Hirnentwicklung eines Foeten beeinträchtigen kann. Diese Gefahr besteht besonders in der 8.-15. Schwanger-schaftswoche, zu einem Zeitpunkt also, zu dem die sicht- und spürbaren Folgen einer fortgeschrittenen Schwangerschaft noch nicht in Erscheinung treten. Der Grenzwert der Strahlenbelastung liegt bei 0,5 Millisievert bzw. 50 Millirad.

Dass der Sauerstoffgehalt im Flugzeug niedriger als in der erdnahen Atmosphäre ist, spürt man als gesunder Reisender nicht. Wenn ein Kind allerdings ohnehin wenig Blut über die Nabelschnur erhält (Fehllage in der Gebärmutter, Fehlbildungen; Lungen- oder Herzkrankheit der Mutter), kann das ein gewisses Risiko bedeuten. Atemgymnastik kann dem vorbeugen. Auf jeden Fall muss das Rauchen unterbleiben!
Die Reisekrankheit kann bei Schwangeren besonders ausgeprägt sein, da die Übelkeit der Kinetose und die schwangerschafts-bedingte Übelkeit sich aufschaukeln können. Vorbeugende Arz-neimittel sind wegen der möglichen Nebenwirkungen kritisch zu beurteilen. Unbedingt sollten der Arzt oder der Apotheker befragt werden.



Hände weg von der Spritze?
Reiseimpfungen in der Schwangerschaft sollten stets sehr sorgsam abgewogen und mit Spezialisten erörtert werden. Die üblichen Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Hepatitis B, Typhus, Meningokokken-Meningitis sowie die Gabe von Blutprodukten mit speziellen Abwehrstoffen (passive Immunisier-ung) gegen Hepatitis A oder die Frühsommer-Meningo-Enze-phalitis (FSME) sind ohne Bedenken möglich. Eine Gelbfieber- Impfung sollte erst nach der 12. Schwangerschaftswoche ver-abreicht werden, wenn es nicht zwingende Gründe für eine frühere Impfung gibt. Impfungen gegen Röteln, Mumps, Masern und Tuberkulose mit sogenannten Lebendimpfstoffen, also abgewan-delten oder abgeschwächten Erregern, dürfen während der Schwangerschaft nicht angewandt werden.


Malaria als besonderes Problem
Tritt während der Schwangerschaft eine Malariainfektion auf, dann besteht führ das heranwachsende Kind eine verstärkte Gefahr, wenn nicht ausreichend und recht-zeitig behandelt wird. Es ist nachgewiesen, dass bei schwangeren Malariapatientinnen gehäuft Früh- und Todgeburten auftraten. Auch wenn die Behandlung mit wirksamen Anti-Malaria-Mitteln möglich ist (z.T. aber erst nach dem 4. Schwangerschafts-monat), sollten Schwangere möglichst auf einen Aufenthalt in Malaria-Risikogebieten verzichten.


Wehe, wenn die Wehen wehen
Völlig ungeeignet sind für Schwangere zumindest ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel Abenteuerreisen oder Urlaubsziele in touristisch unerschlossenen Regionen. Niemand kann garantieren, dass nicht vorzeitig Wehen einsetzen oder ein Fruchtabgang mit hohen Blutverlusten auftritt. Es kann dann lebensrettend sein, wenn eine Klinik mit entsprechender Ausrüstung rasch erreichbar ist.
In den üblichen Urlaubshochburgen ist die ärztliche Versorgung im Notfall gesichert (an die Auslands-Krankenversicherung denken, Mutterpass mitführen!).
Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche sich möglichst weite Reisen ersparen sollte, denn "taggenau" lässt sich der Beginn der Geburt kaum errechnen.



Wann sollte man als Schwangere nicht reisen?
Generell ist zu raten, dass wegen der noch instabilen Schwangerschaft in den ersten drei Monaten Fernreisen nur bei besonderer Dringlichkeit erfolgen sollten.
Vier Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin sollten ebenfalls keine anstrengenden Reisen angetreten werden.
Bei Mehrlingsschwangerschaften raten Experten generell von Reisen ab.
Absolute Reise"verbote" gelten bei drohender Fehlgeburt (Blutungen), anderen Störungen der Schwangerschaft (Blutdruckkrisen u.ä.), vorzeitiger Öffnung des Gebärmutter-halses (Zervixinsuffizienz), Blutarmut (Anämie) oder Kompli-kationen bei früheren Schwangerschaften.
Bei ausgeprägter Flugangst, die nach den Ereignissen des 11.September 2001 zugenommen hat, sollte ebenfalls keine Flugreise "erzwungen" werden.
Bei Bus- und Autotouren gilt das, was zur Thrombose-gefahr im Flugzeug gesagt wurde. Häufigere Pausen zum Füße-vertreten vermindern das Thromboserisiko. Wichtig ist, dass die Sitzgurte richtig angelegt werden. Ansonsten sind - abgesehen von der Unfallgefahr - die Risiken für eine Schwangere nicht wesentlich erhöht. Von Abenteuerreisen per Auto in kaum bewohnte Regionen ist allerdings ebenfalls abzuraten.

Tipps/ Weitere Vorsichtsmaßnahmen
Schwangere sollten intensive Sonnenbäder vermeiden, da die Wärme die Blutgefäße erweitert und eine erhebliche zusätzliche Kreislaufbelastung darstellt. Die Sonnenein-strahlung kann auch die ungeliebten Schwangerschaftsflecken verstärken.
Gehen Sie nie allein auf Touren, auch wenn Sie sich voll leistungsfähig fühlen. Führen Sie auch möglichst ein Handy für Notfälle mit.
Zu starke körperliche Belastung bei intensivem Sport oder bei Tauchgängen kann zu einem erhöhten Sauerstoff-verbrauch führen, was zu Lasten der Blutversorgung der Gebärmutter geht.
Vermeiden Sie Sportarten mit erhöhtem Unfallrisiko, denn als Schwangere sind Sie einerseits in der Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt, zum anderen haben Unfälle dramatischere Folgen.
Höhenausflüge (2.000 Meter und mehr) sollten Sie unbe-dingt vermeiden, da in dieser Höhe bereits ein spürbarer Sauerstoffmangel herrscht.

Jetzt kannst du und der behandelnde Kollege selber entscheiden
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
2'732 Beiträge · seit 200605. März 2007 · #5
Denke, dass das schwierig sein wird genau vorauszuplanen - was wenn du liegen musst?
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
886 Beiträge · seit 200705. März 2007 · #6
Hallo Nala,

ich kenne zwar die Gegebenheiten in Namibia nicht, aber ich war schon mal schwanger. Mit diesem Wissen würde ich so eine Reise nicht antreten, haupsächlich wegen der vermutlich kilometerlangen Rumpelpisten. Ob du die Fahrerei noch aushälst und vor allem auch geniessen kannst, kann dir keiner sagen. Ich vermute es ist deine erste Schwangerschaft ? Damit wir uns richtig verstehen, schwanger sein ist nicht krank sein. Ich war auch im 6.Monat auf Reisen. bei mir war es aber nur der Gardasee mit Abstecher nach Venedig. Manchmal war der Kreislauf im Keller, manchmal war ich nach de r kleinsten Anstrengung ( Strasse bergauf gehen) erschöpft, dann gab es Tage an denen es für mich keinerlei Beeinträchtigung gab, aber wer will es dir voraussagen ? In jedem Fall ärztlich absegnen lassen und dem Arzt auch die notwendigen Info's geben. Du warst schon mal dort, dein Arzt vielleicht nicht.

LG lisolu
82 Beiträge · seit 200706. März 2007 · #7
Hallo Nala!

In erster Linie hängt das ganze von Deiner Einstellung und wie die Schwangerschaft verläuft ab! Wenn Du Dich in Deutschland schon unwohl fühlst (Übelkeit, dicke Füße oder sonstige Komplikationen) ist der Urlaub sicherlich keine gute Idee! Bei normalem Verlauf ist fliegen und auch Namibiaurlaub eigentlich kein Problem! Die Ärzte in Windhoek und Swakop sind sehr gut! Von den anderen hab ich nox nix gehört.
Ich würde Dir nur empfehlen etwas kürzere Strecken zu Planen und nicht gerade zu viel Offroad zu fahren! Vielleicht auch einfach mal einen Ruhetag mehr einplanen! Wenn der oder die Kleine da ist dauert es ja schließlich auch wieder eine Zeit bis man den nächsten Namibiaurlaub einplant!

Es wird auf jeden Fall ne schwere Entscheidung für dich! Viel Erfolg dabei!

Gruß!
ou-toppie
101 Beiträge · seit 200606. März 2007 · #8
Hi,

sorgsam geplant würde ich dies für machbar halten. Die Strecke durch den Caprivi ist ganz unproblematisch und gut geteert. Außerdem gibt es reichlich Krankenhäuser entlang der Strecke. Bei der Reisezeit solltet Ihr überlegen, außerhalb der Malaria-Saison (ca. März-Juni) zu reisen. Bei der Wahl des Wagens würde ich vielleicht einen Bushcamper nehmen. Er macht Euch unabhängiger und Du kannst Dich auch mal eine Stunde hinlegen unterwegs. Ansonsten Mutterpass von Deiner Ärztin übersetzen lassen ( nicht den ganzen 😉 ), wäre gut wenn Sie für Dich erreichbar wäre und nicht zu lange bleiben ... sonst hat Euer Kind namibische Stattsbürgerschaft 😉

Alles Gute!!!!!!!
Manuela
http://meine.flugstatistik.de/cuckoo
1'287 Beiträge · seit 200606. März 2007 · #9
Sehr geehrte Nala,

ich kannte sogar mal jemanden, die war erst seit 15 Minuten schwanger, als sie aus dem Zelt kam.
Die Hälfte der Namibier - Bevölkerung sind unter 18 Jahren. Man kann also auch irgendwie als Kind oder Schwangere in Namibia überleben.

Sie sind ca ein vierzigstel Ihres Lebens schwanger. Das heißt, das 39 Vierzigstel Ihres Lebens für Namibiariesen zur Verfügung stehen.

Den Knackpunkt sehe ich in der Flugfernreise in der Druckkabine. Hier sollten Sie sich dringend mit Ihrem Hausarzt absprechen, welche Empfehlung er abgibt.
Und dieser Empfehlung folgen, damit niemand im Land der Ahnengeister landet.

Mit sonnigen Grüßen aus Halberstadt

Carsten Möhle
275 Beiträge · seit 200606. März 2007 · #10
Kann zwar gerade nichts konstruktives beisteuern, aber als ich "Schwanger durch Namibia" gelesen habe musste ich irgendwie schmunzeln... *lol*

Alles Gute,

Seb
TravelComments.com - Southern African online travel guide, flights, tours and more!
2'732 Beiträge · seit 200606. März 2007 · #11
Carsten Möhle schrieb:
ich kannte sogar mal jemanden, die war erst seit 15 Minuten schwanger, als sie aus dem Zelt kam.
@Carsten,

den finde ich echt gut! 😄
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Gast06. März 2007 · #12
denkt einfach dran schwanger sein ist nicht krank sein und wenn es dir körperlich gut geht, dann mach. dein körper rührt sich schon wenn er ruhe braucht.
halt den bauch hoch...alles gute 🤪