Reisebericht

3 Wochen Traumurlaub

von chriboehm · begonnen 06. Juli 2026 · 24 Teile

Teil 2104. Aug. 2026
Das große Safari Finale

Wie sagt man so schön: Das Beste kommt zum Schluss. Wie sehr sich das bewahrheiten sollte, wussten wir zu Beginn des Tages allerdings noch nicht.

Heute wollten wir zum letzten Mal in den Etosha-Nationalpark und die Zeit optimal nutzen. Also hieß es: früh aufstehen und zeitig frühstücken. Wir waren fast die Ersten beim Frühstück. Es schien, als gehörten alle anderen Gäste eher zur Kategorie Langschläfer – oder sie reisten heute ohnehin ab.

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Das Frühstück war sehr gut und so gestärkt schnappten wir unsere Fotoausrüstung und fuhren zum Gate. Hier lief alles auf typisch afrikanische Art: Der Zettel von gestern wurde einfach überschrieben und wir durften weiter zum Bezahlen fahren. Danach galt es erst einmal, die geplante Route im Navi einzustellen.

Wir wollten gerade zum ersten Wasserloch fahren, als eine große Gruppe Giraffen neben uns über die Savanne zog. Wir beobachteten die Tiere bei ihrem gleichmäßigen, fast majestätischen Gang. Neben uns hielt plötzlich ein Auto. Die Insassen verkündeten aufgeregt, dass es weiter die Straße hinunter ein Löwenrudel gebe. Verfehlen könne man es gar nicht – dort würden jede Menge Autos stehen.

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Also fuhren wir schnell los. Allerdings waren wir vollkommen planlos, denn wir hatten vergessen zu fragen, in welche Richtung wir überhaupt fahren mussten. Für einen kurzen Moment machte sich schlechte Stimmung breit. Zum Glück atmeten wir beide einmal tief durch und erinnerten uns daran, dass wir ja bereits gestern Löwen gesehen hatten und den Tag einfach genießen wollten. Also zurück auf Anfang und wieder dem ursprünglichen Plan folgen.

An den Wasserlöchern war einiges los. Vor allem Kudus und Impalas tranken ausgiebig und füllten ihre Wasservorräte für den erneut über 30 Grad heißen Tag auf. Auch einige Elefanten konnten wir beobachten.

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Anschließend entschieden wir uns, noch eine Runde um die Fischerpfanne zu drehen, die sich in der Regenzeit mit Wasser füllt und dann ein Paradies für Vögel ist.

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Unterwegs trafen wir zunächst auf einen Impala, der den Weg blockierte und dummerweise exakt vor unserem Auto herlief. Offenbar war er fest davon überzeugt, dass die Straße ausschließlich ihm gehörte. Kurz darauf begegneten wir einer Riesentrappe. Wir versuchten langsam vorbeizufahren, doch sie flog immer wieder ein paar Meter voraus, nur um anschließend erneut mitten auf der Straße zu landen. Tja, reichlich Energie verschwendet – ein einziger Schritt zur Seite hätte denselben Effekt gehabt.

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Fast am Ende des Rundwegs entdeckten wir wieder eine Gruppe Oryx. Die Tiere trauten sich zunächst nicht ans Wasser, weil zwei Elefanten dort bereits gemütlich beim Trinken standen. Offenbar war es den Dickhäutern aber schlicht zu heiß, um schlechte Laune zu verbreiten. So konnten schließlich sowohl Oryx als auch Elefanten – mit gebührendem Abstand – friedlich ihren Durst stillen.

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Kurz vor der Mittagspause im Fort Namutoni kreuzten dann noch mehrere Giraffen unseren Weg. Da die Reihe einfach kein Ende nehmen wollte, schlüpften wir kurzerhand zwischen zwei etwas weiter auseinander laufenden Giraffen hindurch. Nicht ganz die klassische Vorfahrtsregel, aber offenbar für beide Seiten akzeptabel.

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Die Pause verbrachten wir im Restaurant des Fort Namutoni. Wir wollten den staatlichen Betrieben noch einmal eine Chance geben. Leider gab es auch hier wieder Teile der ohnehin kleinen Speisekarte nicht. Selbst die Pommes als Minimalvariante waren eher wabbelig als knusprig. Kulinarisch also kein Höhepunkt.

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Danach schauten wir uns noch das Sichtungsbuch an, das allerdings nicht besonders sorgfältig geführt wurde. Anschließend besichtigten wir das Fort – einen originalgetreuen Nachbau des ehemaligen deutschen Forts an gleicher Stelle. Leider wird die Anlage zunehmend dem Verfall preisgegeben. Lediglich der Turm ist noch begehbar. Sehr schade, wie hier mit einem historischen Bauwerk umgegangen wird.

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Nach der Pause brachen wir zu unserem letzten Nachmittags- und Abend-Drive auf.

Es galt, noch einmal die Wasserlöcher in der Umgebung anzufahren und vielleicht ein paar unvergessliche Erinnerungen mitzunehmen.

Am ersten Wasserloch standen gleich elf Giraffen. Mal gemeinsam, mal einzeln tranken sie in ihrer typisch akrobatisch wirkenden Haltung und sprangen anschließend jedes Mal erschrocken ein paar Meter zurück – vermutlich traute niemand dem eigenen Spiegelbild im Wasser so richtig.

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Auf dem Weg zum nächsten Wasserloch kamen wir an einer einzelnen Giraffe vorbei, der das Menü offenbar so gut schmeckte, dass sie sich von unserem nur drei Meter entfernten Auto überhaupt nicht stören ließ.

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Der Weg zum nächsten Wasserloch befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Teilweise sah es aus, als wäre ein Orkan hindurchgefegt. Links und rechts lagen dicke Äste und überall fanden sich riesige Elefantendunghaufen. Uns war sofort klar: Das hier war eine Elefantenautobahn. Die Spuren waren so eindeutig, dass sie förmlich eine eigene Sprache sprachen.

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Am Wasserloch angekommen warteten allerdings keine Elefanten, sondern lediglich einige Zebras. Also wieder zurück Richtung Ausgang und noch zwei weitere Wasserlöcher ansteuern.

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Dann kam der erste echte Schreck des Nachmittags.

Vor uns wurde die Straße plötzlich von einer ganzen Kolonne Elefanten blockiert. Ein anderes Auto war bereits viel zu nah an die Tiere herangefahren und drängte sich an den Straßenrand. Zum Glück machten die Elefanten einen großen Bogen um dieses Fahrzeug.

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Bei uns wurde die Straße allerdings immer enger und zwei junge Bullen wirkten ganz so, als hätten sie gerade Lust auf eine handfeste Rauferei. Das wollten wir nicht aus nächster Nähe erleben. Also legten wir vorsichtshalber den Rückwärtsgang ein und fuhren ein Stück zurück Richtung Wasserloch. Wir hofften, dass die Herde dort abbiegen würde, denn in diese Richtung führten deutlich weniger Äste und Dungspuren.

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Und tatsächlich – die Elefanten bogen ab und nahmen eine Abkürzung durchs Unterholz. Keine zehn Meter von unserem Auto entfernt marschierten sie gemächlich vorbei. Ein beeindruckender Anblick. Erst als der letzte Dickhäuter verschwunden war, merkten wir, dass wir die letzten Minuten kaum geatmet hatten.

Wir setzten unsere Fahrt Richtung Ausgang fort. Kurz darauf fiel uns eine große Ansammlung von Autos auf. Eine kurze Nachfrage brachte die Antwort: Geparden!

Natürlich mussten wir dort ebenfalls anhalten.

Die beiden Geparden lagen friedlich im Schatten eines Termitenhügels im hohen Gras und warteten offenbar darauf, dass die Temperaturen endlich erträglicher wurden. Zum Glück stand einer der beiden schließlich auf, streckte sich ausgiebig, sah sich aufmerksam um und bot uns für einige Minuten eine perfekte Sicht auf dieses wunderschöne Tier.

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Gerade als wir beschlossen hatten, noch etwas länger zu warten, erzählte jemand von einem Breitmaulnashorn nur etwa 200 Meter entfernt. Also drehten wir um – und tatsächlich lief dort ein riesiges Breitmaulnashorn gemächlich durch die Savanne. Bisher hatten wir nur die deutlich kleineren Spitzmaulnashörner gesehen. Dieses Tier wirkte selbst aus großer Entfernung beeindruckend massig.

Wir warteten, bis es über eine freie Fläche lief, und machten die vermeintlich letzten Bilder des Tages.

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Dachten wir zumindest.

Denn kaum waren wir zum Geparden zurückgekehrt, verschwand dieser gerade hinter einer Anhöhe. Mehrere Versuche, ihn von anderen Positionen aus noch einmal zu entdecken, blieben erfolglos. Also gut – noch ein Wasserloch zum Abschluss und dann hinaus aus dem Park.

Doch nur einen Kilometer weiter wartete bereits die nächste Autoschlange.

Diesmal hieß das Zauberwort: Leopard.

Er sollte versteckt auf einem Termitenhügel im dichten Busch liegen. Den Hügel konnte man vom Auto aus gerade noch erahnen. Allerdings hatten sich die Fahrzeuge vor uns derart geschickt hingestellt, dass kaum jemand freie Sicht hatte.

Die Nähe zu dem wunderschönen Tier ließ Christians gesunden Menschenverstand komplett aussetzen. Im Nachhinein unbegreiflich, was ihn da ritt: Er tat etwas extrem Unüberlegtes, das er normalerweise niemals gewagt hätte. Kurzerhand kletterte er auf die Kante des geöffneten Autofensters und spähte über das Dach. Es war eine reichlich unvernünftige Aktion – doch der riskante Blickwinkel zahlte sich aus. Er entdeckte den Leoparden tatsächlich und knipste sogar einige Fotos.

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Doch natürlich blieb es nicht bei "ein paar Fotos". Es musste noch dieses eine perfekte Bild werden. Und noch eins. Und noch eins.

Die anderen Autofahrer beobachteten das und machten es ihm nach. Offenbar war der Satz „Bitte niemals das Fahrzeug verlassen – hier leben gefährliche Wildtiere“ bei allen gleichzeitig aus dem Gedächtnis verschwunden. Im Fotografie-Modus setzt der gesunde Menschenverstand manchmal einfach aus.

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Und wie es kommen musste, erschien genau in diesem Moment ein Fahrzeug der Parkranger.

Perfektes Timing. Leider nicht für uns.

Die Ranger kassierten sämtliche Pässe ein und erklärten nüchtern, dass es dafür eine Strafe geben werde. Wir sollten zur Rezeption des Camps Namutoni fahren.

Na wunderbar. Genau das hatte uns heute noch gefehlt.

Also warteten wir gemeinsam mit einem sehr netten deutschen Paar an der Rezeption auf die Ranger. Diese mussten allerdings zunächst zu einem Notfall im Park, weil zwei Reisende mit ihrem Fahrzeug liegen geblieben waren. Doppelt Pech für uns: Wären die Ranger nicht zu diesem Einsatz gefahren, wären sie vermutlich nie an uns vorbeigekommen.

Also hieß es: warten. Und warten. Und noch etwas länger warten.

Zwischendurch recherchierten wir, wie hoch die Strafe wohl ausfallen könnte. Ganz eindeutig geregelt schien das nicht zu sein, aber ungefähr 2.000 Namibia-Dollar standen im Raum.

Nach anderthalb Stunden trafen die Ranger schließlich ein und erklärten völlig entspannt, wir könnten entweder jetzt auf den Papierkram warten – das würde ungefähr eine weitere Stunde dauern – oder morgen früh wiederkommen und die fertigen Unterlagen abholen.

Diese Information hätte man uns auch gut anderthalb Stunden früher geben können.

Außerdem müsse die Strafe gar nicht hier bezahlt werden, sondern erst in Tsumeb – über 100 Kilometer entfernt. Zum Glück lag der Ort ohnehin auf unserer weiteren Route. Logisch erschien diese Regelung allerdings nicht, denn schließlich gibt es im Camp ebenfalls ein Büro mit Kasse.

Mittlerweile war es 20 Uhr, stockdunkel und der Park längst geschlossen. Kein Mensch war mehr unterwegs.

Also bekamen wir schließlich eine Eskorte der Ranger bis zum zwölf Kilometer entfernten Gate vorbei an sehr sehr vielen Tieren die nachts an der Straße verweilen. Dort wurde das Tor extra noch einmal geöffnet, damit wir den Park verlassen und zurück zu unserem Camp fahren konnten.

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Puh.

Was.

Für.

Ein.

Tag.

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Hier mit KI bearbeitete Bilder, die ich gerde für unser Reisebuch erstelle.

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Teil 2206. Aug. 2026
Afrikanische Umwege lohnen sich

Heute stiegen wir früher als geplant aus den Federn, denn wir mussten noch einmal zur Rangerstation des Etosha-Nationalparks fahren, um unseren Strafzettel und den Reisepass abzuholen. Es war wieder einmal typisch afrikanisch: Der Zettel wurde erst bei unserer Ankunft innerhalb von fünf Minuten ausgefüllt, obwohl man uns am Vortag erklärt hatte, dies würde mindestens eine Stunde dauern. Man könne aber alles vorbereiten und wir müssten die Unterlagen am nächsten Morgen nur noch abholen. Die Rangerin wollte am Vorabend vermutlich einfach nur endlich in den Feierabend

Aufgrund des zusätzlichen Weges und des notwendigen Stopps bei der Polizeistation in Tsumeb änderten wir unseren Tagesplan. Die für den Abend geplante Aktivität verschoben wir auf den nächsten Morgen, sodass wir heute plötzlich unerwartet viel freie Zeit hatten. Ein seltener Luxus auf einer Rundreise – und natürlich begannen sofort die Überlegungen, wie wir diese sinnvoll nutzen könnten.

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Nach insgesamt nur 15 Minuten, einer weiteren Ermahnung und der herzlichen Bitte, den Etosha-Nationalpark im nächsten Jahr doch bitte wieder zu besuchen – eine Kombination, die sich nach Strafzettel und Standpauke doch etwas bizarr anfühlte – ging es zurück zur Lodge und endlich zum Frühstück am Wasserloch.

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Wir waren fast allein. Naja, fast. Lediglich 18 Impalas, einige Zebras, Marabus und ein stattlicher Kudu leisteten uns Gesellschaft und versüßten uns gemeinsam mit French Toast, Joghurt und Heidelbeeren den Morgen. Es gibt definitiv schlechtere Frühstücksbegleitung.

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Am Nachbartisch saßen drei Männer in offizieller Rangerkleidung, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen. Sie arbeiten für eine südafrikanische Naturschutzorganisation, die sich dem Schutz der Nashörner verschrieben hat. Aktuell begleiten sie ein beeindruckendes Projekt, bei dem insgesamt 100 Breitmaulnashörner aus Südafrika in den Etosha-Nationalpark umgesiedelt werden sollen. Die ersten 50 Tiere sollen schon bald in einem riesigen Spezialtransport ankommen. Verrückt, wenn man bedenkt, dass jedes einzelne Tier bis zu zwei Tonnen auf die Waage bringt. Allein die Logistik dahinter ist kaum vorstellbar. Ein wirklich spannendes Gespräch.

Anschließend verabschiedeten wir uns von den vielen herzlichen Menschen der Lodge. Selten haben wir uns innerhalb von nur zwei Tagen irgendwo so willkommen gefühlt. Bei der Ausfahrt standen sogar noch einige Giraffen Spalier und verabschiedeten uns auf ihre ganz eigene elegante Art. Am Eingang warteten außerdem Perlhühner und eine große Gruppe Zebramangusten – fast so, als hätte die Lodge extra ein Abschiedskomitee organisiert.

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Unser Weg führte uns nach Tsumeb. Nachdem wir knapp 85 Liter Diesel in die Tanks gefüllt hatten – im Etosha gab es schlicht keinen Tropfen Sprit mehr – suchten wir die Polizeistation auf und begaben uns in die Hände der mehr oder weniger kompetenten Beamten. Unsere Strafe konnte selbstverständlich ausschließlich bar bezahlt werden; ein Kartenlesegerät war nicht vorhanden. Anschließend wurden gefühlt unendlich viele Formulare ausgefüllt beziehungsweise einem Untergebenen diktiert, was er wo einzutragen hatte. Bürokratie ist eben überall auf der Welt gleich – nur unterschiedlich schnell. Am Ende hielten wir schließlich unsere Quittung in den Händen und durften offiziell weiterreisen.

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Jetzt galt es, die gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen. Unser Plan war, den Hoba-Meteoriten zu besuchen, da dieser nur einen "kleinen" Umweg bedeutete.

Der Hoba-Meteorit gilt als der größte jemals auf der Erde entdeckte Meteorit und zugleich als der größte natürlich vorkommende Eisenblock unseres Planeten. Vor rund 80.000 Jahren schlug er hier ein und blieb aufgrund seines flachen Einschlagwinkels nahezu unversehrt an der Erdoberfläche liegen.

Dort angekommen staunten wir nicht schlecht über seine schiere Größe und Masse. Knapp 60 Tonnen wiegt der zu etwa 82 Prozent aus Eisen bestehende Gigant. Wenn man auf ihm steht und spricht, klingt die eigene Stimme völlig anders. Während normaler Erdboden Schall eher schluckt, wirft der massive Metallblock die Schallwellen sofort zurück. Dadurch entsteht ein erstaunlich metallischer, hallender Klang. Noch faszinierender war allerdings, dass sich der Meteorit trotz der prallen Sonne erstaunlich kühl anfühlte. Schon verrückt, auf einem Gesteinsbrocken zu stehen, der älter ist als die Menschheit selbst.

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Anschließend fuhren wir weiter Richtung unserer nächsten Unterkunft und vertrauten dabei unserem Navi. Das lotste uns kurzerhand von der Hauptstraße auf eine kaum befahrene Nebenstraße, die wir spontan „Piggyland“ tauften. Etwa alle 100 Meter standen Warzenschweine am Straßenrand. Anfangs versuchten wir noch, jedes einzelne zu fotografieren. Irgendwann gaben wir auf und staunten einfach nur noch darüber, wie unglaublich viele Tiere hier lebten. Vermutlich hätten selbst die Warzenschweine irgendwann gefragt, ob wir nicht endlich weiterfahren wollen.

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Doch nicht nur Warzenschweine begegneten uns. Auch einige Steinböckchen sowie unsere ersten beiden Sekretäre konnten wir beobachten. Der Sekretär ist einer der außergewöhnlichsten Greifvögel Afrikas und jagt bevorzugt Schlangen, die er mit seinen langen, kräftigen Beinen regelrecht zu Tode tritt.

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Auch eine Gruppe Oryx konnten wir beobachten. Statt elegant über den Zaun zu springen, entschieden sie sich lieber dafür, darunter hindurchzukriechen – und das erstaunlich geschickt für Tiere ihrer Größe. Kudus nahmen lieber den eleganten weg und spangen über den Zaun.

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Leider wollte uns das Navi anschließend auf eine Strecke schicken, die mitten durch einen geschlossenen Weidezaun führte. Unser Monster hätte diese Herausforderung vermutlich ohne große Mühe gemeistert, doch wir entschieden uns lieber gegen die Variante „Geländewagen trifft Zaun“ und für die deutlich friedlichere Lösung: zurück zur Hauptstraße und weiter auf der offiziellen Route.

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Hier legten wir auch unsere inzwischen lieb gewonnene Kaffeepause ein. Dazu gab es das restliche Toastbrot, Wurst und natürlich die leckere Cabanossi. Währenddessen beobachteten wir die unzähligen Lastwagen, die vorbeifuhren. Manche wirkten so, als wären sie direkt aus einem amerikanischen Roadmovie der 70er-Jahre herausgefahren – riesig, laut und mit jeder Menge Charakter.

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Die letzten Kilometer führten uns schließlich über das Gelände der Cheetah Conservancy, und erneut waren wir von der Vielzahl der Tiere begeistert. Überall sahen wir Springböcke, Warzenschweine, Perlhühner, Paviane und Impalas.

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Die Cheetah Conservancy Namibia setzt sich für den Schutz der bedrohten Geparden ein und verbindet Artenschutz mit Forschung, Bildung und der Zusammenarbeit mit den umliegenden Farmen. Ziel ist es, ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Gepard zu ermöglichen und die Tiere langfristig in ihrer natürlichen Umgebung zu erhalten.

Angekommen wurden wir zu unserem Bungalow geführt, der ganz im Zeichen des Geparden stand. Überall hingen Bilder der eleganten Raubkatzen an den Wänden, und selbst Tischdecken, Servietten und zahlreiche Dekorationselemente im Restaurant waren im Gepardenstil gestaltet. Hier merkte man sofort, dass die Gründer dieses Projekt mit viel Herzblut leben.

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Beim Abendessen besprachen wir mit unserem überaus netten und hilfsbereiten Kellner die Aktivitäten für den kommenden Tag. Anschließend fielen wir voller Vorfreude und nach einem erneut erlebnisreichen Tag in unser gemütliches Kuschelbett.
Teil 2311. Aug. 2026
Giraffen, Geparden und Genuss

Der letzte volle Tag unserer Reise beginnt – und natürlich wieder vor dem Sonnenaufgang. Da wir unsere gestrige Aktivität auf heute verschoben hatten, mussten wir früh raus, um alles Geplante ohne Zeitdruck unterzubringen. Pünktlich zum Sonnenaufgang saßen wir beim Frühstück und stärkten uns mit Toast, Rührei, Müsli und Cappuccino für den Tag.

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Um 8:15 Uhr waren wir pünktlich im Büro der Cheetah Conservancy, um einen eigens vereinbarten Früh-Drive zu den Geparden zu starten – noch vor der regulären Besuchszeit. Aber es wäre nicht Afrika, wenn alles, was außerhalb der Norm stattfindet, reibungslos funktionieren würde. Sämtliche Mitarbeiter schauten uns mit fragenden Gesichtern an und behaupteten, von nichts zu wissen. Erst als die Managerin erschien, erklärte sie, dass eigentlich alle informiert worden seien, kümmerte sich sofort um die Situation und wenige Minuten später ging es endlich los. Ein kurzer Moment, in dem wir uns schon fragten, ob wir die Geparden heute nur von der Broschüre kennen lernen würden, aber so hatten wir eine Exklusivtour.

Wir fuhren rund 60 Minuten über das Gelände und erhielten viele spannende Informationen über die Arbeit der Conservancy mit ihren insgesamt 120 Mitarbeitern. Ein großer Schwerpunkt liegt auf der Aufklärung der Bevölkerung Namibias, damit Mensch und Gepard auch in Zukunft friedlich nebeneinander leben können und die Tiere weiterhin in freier Wildbahn eine Chance haben.

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Während unseres Drives konnten wir insgesamt sechs Geparden beobachten. Einige von ihnen sind mittlerweile zu alt, um wieder ausgewildert zu werden. Andere sind als Jungtiere in die Auffangstation gekommen, beispielsweise weil ihre Mutter gestorben ist. Durch den engen Kontakt mit Menschen hätten sie in freier Wildbahn kaum Überlebenschancen. Diese Tiere werden deshalb den Besuchern gezeigt, während andere Geparden gezielt auf eine spätere Auswilderung vorbereitet werden.

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Außerdem betreibt die Conservancy ein Zuchtprogramm für Schutzhunde. Diese bewachen Schaf- und Ziegenherden und schützen sie vor Angriffen durch Raubtiere. So müssen Geparden und andere Raubtiere deutlich seltener als vermeintliche Problemtiere getötet werden – eine einfache, aber äußerst wirkungsvolle Lösung.

Nach dem Drive gab es noch ein Eis aus Ziegenmilch – überraschend lecker – und anschließend machten wir uns auf den Weg nach Windhoek.

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Die rund 300 Kilometer verliefen nahezu problemlos. Einmal hielten wir an, weil uns ständig entgegenkommende Fahrzeuge mit der Lichthupe warnten. Sofort gingen sämtliche Katastrophenszenarien durch unseren Kopf: Nummernschild verloren? Licht kaputt? Motorhaube offen? Die Kontrolle ergab: alles bestens. Wahrscheinlich hatten die anderen einfach einen Blitzer, ein Tier entdeckt oder wollten uns aus irgendeinem anderen Grund warnen. Vorsicht ist schließlich besser als Nachsicht.

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Ein weiteres kleines Abenteuer erwartete uns, als die alte Straße gesperrt war und die neue zweispurige Straße noch nicht im Navigationssystem gespeichert war. Also vertrauten wir unserem Instinkt und Google Maps – und fanden tatsächlich problemlos wieder auf die richtige Route. Manchmal gewinnt eben doch das Bauchgefühl.

Kurz vor Windhoek hielten wir noch einmal an, um das Gepäck für das spätere Ausladen zusammenzupacken und sicher im abschließbaren Heck zu verstauen. Leider hatte das Vorhängeschloss offenbar etwas zu viel namibischen Sand geschluckt und weigerte sich hartnäckig, überhaupt noch zu schließen. Kurzerhand entfernten wir deshalb das Schloss von der Axt, das ohnehin nur als Diebstahlschutz diente, und verwendeten es stattdessen für unser Gepäck. Prioritäten müssen schließlich gesetzt werden. Die Axt musste an diesem Tag eben ihrem Schicksal vertrauen.

Auf der Fahrt nach Windhoek erlebten wir dann noch ein Novum: Eine Autobahn, die sich wegen mehrerer Bodenschwellen über mehr als einen Kilometer auf 30 km/h verlangsamt, hatten wir bis dahin auch noch nicht gesehen.

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In Windhoek ging es zunächst in einen Craft Market – ein großes mehrstöckiges Gebäude mit zahlreichen kleinen Händlern, die Souvenirs verkaufen. Eigentlich wollten wir gar nichts mehr kaufen. Eigentlich. Doch wie so oft hatten einige Erinnerungsstücke andere Pläne mit unserem Vorsatz.

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Danach stand das letzte Tanken auf dem Programm, damit wir den Wagen wie übernommen wieder „full full“ zurückgeben konnten. Dabei fiel uns die ungewöhnlich starke Militärpräsenz auf. Der Grund ließ nicht lange auf sich warten: Der Präsident sollte wenig später vorbeifahren.

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Bis zu unserem Autovermieter ASCO waren es anschließend keine 100 Meter mehr und so hatten wir am Ende der Reise stolze 5038,9 Kilometer auf dem Tacho. Zum krönenden Abschluss der Fahrt berührte Christian beim millimetergenauen Einparken noch leicht eine Mauer. Wirklich nur ganz leicht – der Bullenfänger gab der Wand eher einen höflichen Abschiedskuss. Interessiert hat das allerdings niemanden. Ein Blick auf die Mauer verriet schnell, dass wir mit dieser Begegnung wohl nicht die Ersten gewesen waren.

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Beim Ausräumen des Fahrzeugs fanden wir schließlich auch noch das Gerät zum Ablassen des Reifendrucks. Es lag gut versteckt im Handschuhfach unter einem ordentlichen Stapel Unterlagen. Im Sossusvlei waren wir also nicht schlecht ausgestattet gewesen – wir waren einfach nur zu blind, es zu finden.

Die Fahrzeugrückgabe verlief anschließend völlig problemlos. Alles war in Ordnung, und der Fahrer zu unserer letzten Lodge wartete bereits auf uns. Also stiegen wir ein und machten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft der Voigtland Lodge etwas außerhalb von Windhoek.

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Dort wurden wir wie im ganzen Land herzlich begrüßt und sofort eingeladen, noch einen Kaffee zu trinken und ein Stück Nusskuchen zu genießen. Dazu sagt man natürlich nicht Nein. Also nahmen wir auf dem Sonnendeck Platz, wo bereits ein Tisch für uns gedeckt war.

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Schon von dort aus konnten wir die Hauptattraktion der Lodge bewundern: vier Giraffen.

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Die Giraffen Sophie, Gustav, ihr Jungtier Heinrich und Shotty leben frei auf dem Gelände – selbstverständlich durch einen Zaun vom Lodgebereich getrennt – und kommen morgens und nachmittags zur Lodge, weil sie dort Kameldornschoten als Leckerbissen bekommen.

Leider waren wir etwas zu spät. Uns wurde erklärt, die vier seien bereits satt. Das war zwar etwas schade, doch allein sie aus nächster Nähe beobachten zu können, war schon ein Erlebnis.

Wir saßen also gemütlich da und beobachteten die Giraffen beim Trinken und Herumlaufen, als plötzlich Sophie direkt auf uns zukam. Der Guide grinste und meinte: „Sie möchte wohl doch noch einen kleinen Snack.“

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Wenige Augenblicke später kam er mit einem großen Eimer voller Kameldornschoten zurück, aus dem jeder von uns einen kleinen Beutel erhielt. Tatsächlich durften wir die Giraffen aus der Hand füttern. Ganz vorsichtig nahm Sophie die Schoten mit ihrer langen, erstaunlich geschickten Zunge aus unseren Fingern.

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Gustav beobachtete das Ganze offenbar eine Weile und dachte sich wohl: „Wenn hier schon verteilt wird, bin ich selbstverständlich auch dabei.“ Also gesellte auch er sich zu uns, sodass wir beide Giraffen gleichzeitig füttern konnten. Der Guide füllte unsere Beutel mehrmals nach, sodass wir die beiden Tiere bestimmt zehn Minuten lang aus nächster Nähe füttern durften.

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Was für ein unglaubliches Erlebnis. Selbst nach all den Eindrücken dieser Reise schaffte es Namibia noch einmal, uns völlig zu überraschen.

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Nach Kaffee und Giraffen machten wir noch einen kleinen Spaziergang zu einem nahegelegenen Picknickplatz auf dem Farmgelände. Anschließend standen wir pünktlich zum Sonnenuntergang wieder auf der Terrasse und ließen den Blick über die Landschaft schweifen.

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So ging ein weiterer fantastischer Tag einer unvergesslichen Traumreise zu Ende.

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Teil 2412. Aug. 2026

Auf Wiedersehen, Namibia


Heute Morgen konnten wir endlich einmal ausschlafen – ein fast schon ungewohntes Gefühl nach den vergangenen Wochen voller früher Starts. Nach dem Duschen wurde noch schnell der Koffer gepackt. Nach drei Wochen Übung geht das mittlerweile fast im Schlaf und erstaunlich schnell. 
Beim Frühstück wartete erneut eine Überraschung auf uns. Der Frühstückstisch war draußen gedeckt und die Giraffen standen bereits bereit. Da hieß es erst einmal: den eigenen Hunger hinten anstellen und stattdessen die Giraffen füttern. Es ist einfach unbeschreiblich, morgens so begrüßt zu werden. Erst danach konnten wir uns dem eigentlichen Frühstück widmen. Das war ebenfalls ein Highlight: deutsche Brötchen, echter Käse und sogar Nutella aus den kleinen Minigläsern – manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die nach drei Wochen Fernreise für große Begeisterung sorgen. 













Bis zur Abholung durch das Taxi hatten wir noch einige Stunden Zeit und überlegten, wie wir diese verbringen sollten. Zunächst entschieden wir uns für etwas Entspannung und versuchten gleichzeitig, unsere beim Check-in zugewiesenen Sitzplätze im Flugzeug von der ungeliebten Viererreihe in der Mitte auf eine Zweierreihe am Fenster umzubuchen – möglichst ohne dafür ein kleines Vermögen auszugeben. 
In der App wollte Lufthansa dafür stolze 52 Euro pro Person, also insgesamt 104 Euro, haben. Zum Glück gab es noch den Live-Chat. Der Chatbot konnte oder wollte uns zwar nicht helfen, aber dann kam die Rettung in Form einer echten Mitarbeiterin. Vielen Dank an Portia, die unser Problem innerhalb weniger Minuten lösen und uns kostenlos umplatzieren konnte. Ein kleiner Sieg gegen die Technik, der sich fast wie ein Lottogewinn anfühlte. 



Nach dieser erfolgreichen Mission machten wir noch einen kleinen Spaziergang und wurden tatsächlich ein letztes Mal belohnt: Wir entdeckten einen Schakal, Paviane und Warzenschweine. Namibia zeigte sich also selbst am letzten Tag noch einmal von seiner allerbesten Seite – als wollte das Land verhindern, dass wir überhaupt auf die Idee kommen, nach Hause zu fliegen. 






Zurück an der Lodge konnten wir den Mitarbeitern beim Zerlegen eines Oryx zuschauen. Anschließend stärkten wir uns mit einem Sandwich mit Käse und Schinken – leider ohne Oryxfleisch. Man kann eben nicht alles haben. Geschmeckt hat es trotzdem. 


Den restlichen Nachmittag verbrachten wir entspannt am Pool. Kurz vor der Abholung durch das Taxi gingen wir noch einmal duschen. Die Lodge dachte wirklich an alles: Es gab immer wieder kostenlosen Cappuccino, sämtliche Getränke am Picknickplatz waren inklusive und als Krönung stand ein großer Duschraum zur Verfügung, in dem man sich ganz in Ruhe für den langen Rückflug fertig machen konnte. 


Pünktlich um 16:30 Uhr ging es schließlich los. Der freundliche Taxifahrer vom Vortag brachte uns mit seinem großen Minibus sicher zum Flughafen. 
Beim Check-in hatten wir kurz Sorge, dass unser schweres Gepäck noch Probleme machen könnte. Vor uns musste eine Familie nämlich ihren gesamten Kofferinhalt umräumen und sogar das Handgepäck wurde einzeln gewogen. Wir rechneten innerlich schon damit, unsere Souvenirs auf sämtliche Jackentaschen verteilen zu müssen. Doch wir hatten Glück: Eine andere Mitarbeiterin drückte bei unserem einen Kilogramm Übergepäck ein Auge zu und verzichtete außerdem darauf, das schwere Handgepäck überhaupt zu wiegen. Manchmal muss das Reiseglück eben bis ganz zum Schluss anhalten. 
Danach ging es noch einmal ins Restaurant, um ein letztes Mal namibisch essen zu gehen – in Form einer Pizza Margherita. Anschließend passierten wir die Pass- und Sicherheitskontrolle. Diese war überraschend leer, sodass wir dieses Mal bereits nach fünf Minuten am Gate standen und auf das Boarding warteten. Warum geht das bei der Einreise nicht auch so? 



Nun heißt es also: ab in den Flieger und zurück nach Deutschland. 

Namibia war für uns eine ganz besondere Erfahrung. Das Land hat uns mit seiner landschaftlichen Vielfalt beeindruckt – von den gewaltigen Wüsten über tiefe Canyons bis hin zu den rauen Küsten und den weiten Hochebenen. Überall begegneten uns freundliche Menschen, ganz gleich, wo wir waren oder mit wem wir ins Gespräch kamen. 
Vor allem aber war es das Gefühl, dass hinter jeder Kurve und an jedem neuen Tag wieder etwas Überraschendes auf uns wartete. Genau das machte jede Fahrt und jeden Ausflug zu einem kleinen Abenteuer. 
Für uns als Naturliebhaber war diese Reise ein absolutes Highlight. Besonders die vielen Tiere, die frei durch die Landschaft streiften, machten diesen Urlaub unvergesslich. Die unzähligen Tierbeobachtungen, die besonderen Begegnungen und die einmaligen Momente werden uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben. 
Und während das Flugzeug für den Flug Richtung Deutschland vorbereitet wird, stand für uns bereits fest: Das war kein Abschied für immer – sondern hoffentlich nur ein Abschied auf Zeit.
Der Rückflug war ausgesprochen angenehm. Das Boarding begann sogar überpünktlich, sodass wir bereits 15 Minuten vor der geplanten Abflugzeit startklar waren. Da wir den Tag ohnehin größtenteils mit Faulenzen verbracht hatten und außerdem noch ein ordentliches Schlafdefizit aus den vergangenen Tagen mit uns herumtrugen, war für uns direkt nach der Essensausgabe – das Essen selbst haben wir allerdings ignoriert – und dem Ausschalten der Kabinenbeleuchtung Schlafenszeit. Der Plan ging perfekt auf: Erst über Europa wurden wir wieder wach und landeten anschließend gut gelaunt, ruhig und sogar überpünktlich in München. So darf Fliegen gerne immer sein. 




Mit an Bord befand sich auch das Fußballteam aus Namibia, bestehend aus Sportlerinnen und Sportlern mit und ohne Behinderung, das auf dem Weg zu den Special Olympics Unified Football World Games in Paris war. Die vielen jungen Spielerinnen und Spieler sorgten bereits im Flugzeug für eine tolle Stimmung. Wir wünschen dem gesamten Team viel Erfolg, unvergessliche Erlebnisse und vor allem jede Menge Spaß. 


In München führte der Weg zunächst durch die Sicherheits- und anschließend durch die Passkontrolle, bevor wir mit dem Shuttle zum Terminal 2 und damit auch zu unserem Gate für den Weiterflug nach Berlin fuhren. Da wir noch mehr als zwei Stunden Zeit bis zum Abflug hatten, gönnten wir uns erst einmal ein gemütliches Frühstück bei Dallmayr. Gut gestärkt ließ sich die letzte Etappe der Reise deutlich entspannter angehen. Das Boarding für den Flug nach Berlin begann ebenfalls pünktlich. Kurz darauf gab es allerdings noch einen kleinen Spannungsmoment: Vier Koffer hatten es bereits an Bord geschafft – ihre Besitzer jedoch nicht. Da Gepäck bekanntlich nicht allein reisen darf, mussten die Koffer wieder ausgeladen werden. Ein kurzer logistischer Kraftakt, der den Abflug jedoch nur geringfügig verzögerte. 




Trotzdem erreichten wir das verregnete Berlin nahezu pünktlich. Der BER begrüßte uns innen wie außen nass – offenbar gehören Regen und der Hauptstadtflughafen noch immer nicht zu den besten Freunden. Die Koffer ließen erfreulich nicht lange auf sich warten und kamen sogar vollständig und unversehrt an. Damit endete unsere Reise genauso entspannt, wie der Rückflug begonnen hatte, und wir konnten zufrieden die Heimfahrt antreten.





Damit endet dieser Reisebericht und wir hoffen er hat euch allen gefallen. Für uns war es auf jeden Fall eine Traumreise mit so vielen wunderschönen Erlebnissen. Bei Fragen könnt ihr euch gerne bei uns melden. Entweder hier unter diesem Beitrag oder per Nachricht. 

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