Zunächst etwas zum Hintergrund und zur Reiseplanung. Aufgrund der allseits bekannten langen Vorlaufzeiten bei der Buchung von Campingplätzen in Botswana begann unsere initiale Reiseplanung für Botswana 2025 bereits lange vor unserem Namibia Urlaub 2024. Für die Botswana Planung haben wir 2 Agenturen angefragt: Drive Botswana und NCAT. NCAT lag völlig neben unseren Vorstellungen, auch nach Nachfrage blieb das leider so. Also haben wir eine klassische Tour bei Drive Botswana bestätigt: Ankunft JNB, dann über Waterberg, Khumaga, Maun, Okavango Delta overnight Mokoro trip, Moremi, Khwai, Maun, Nxai Pans, Planet Baobab, Lekhubu Island, Khama Rhino zurück nach JNB. Die Tour stand für unsere Verhältnisse relativ schnell, es gab nur ca. 10 Versionen. 🤩 Phil hat unsere stetigen Änderungswünsche und Umbuchungen klaglos und professionell umgesetzt und dafür sind wir dankbar.
Wir hatten also Botswana 2025 gebucht, bevor wir 2024 nach Namibia gestartet sind. Dort fanden wir den Caprivi wirklich toll, auch, (oder gerade weil?) es nicht Namibia-typisch ist. Und haben uns dabei in Ndhovu verliebt. Spontan haben wir beide vor Ort gesagt, dass wir dort gerne wieder hin möchten. Auch die Chobe Riverfront fanden wir beide richtig toll. Also habe ich (Uta) ohne Simon etwas zu sagen unserer Agentur geschrieben, dass wir komplett umplanen wollen: Caprivi und Chobe River Front sollten hinzu. Leider haben wir beide nicht unbegrenzt Urlaub und mussten daher die geplante Anfahrt von Johannesburg durch einen Start in Maun ersetzen. Das war natürlich um einiges teurer. Simon hat ein bisschen geschluckt, aber dann war klar, dass wir das so machen!
Hier ist unsere Tour und ein paar Bilder vorab:
Teil 230. Aug. 2025
30.5.2025: Abflug Da wir kein weiterer Eintrag im „Discover-Thread“ werden wollten, flogen wir auch dieses Jahr, wie 2024 auch schon, mit Ethiopian Airlines ab Frankfurt über Addis Abeba nach Maun. Unser Urlaub stand unter keinem guten Stern. Zuerst kam eine Knieverletzung von Uta, dann war Utas Mutter im Krankenhaus und war teilweise in Lebensgefahr. Wir haben uns entschlossen, trotzdem zu fliegen und hätten schlimmstenfalls abgebrochen. Die Deutsche Bahn brachte uns ohne Zwischenfälle sehr pünktlich nach Frankfurt. Wir verbrachten die Wartezeit in der angenehmen Lounge. Der Abflug war pünktlich und wir konnten unterwegs ein paar Stunden schlafen. Generell können wir die Business Class von ET empfehlen, auch die Lounges sind gut. 1.6.2025: Ankunft in Maun In Maun angekommen werden wir von Deon, dem Manager von Pels Island abgeholt. Da das eine Selbstversorgerunterkunft ist, bieten sie automatisch an, mit den Gästen einkaufen zu gehen. Ursprünglich hatten wir für die ersten 2 Tage eine Mokoro Tour mit Fly Camping für eine Nacht in das Delta geplant. Krankheitsbedingt wegen einer Knieverletzung hatte Uta allerdings die Befürchtung dass sie nicht so lange im Mokoro sitzen kann. Daher haben wir den Anfang unserer Reise entsprechend umgeplant und haben die ersten 3 Nächte in Pels Island verbracht. Dies ist zwar etwas weniger „Delta“ als die Mokoro Tour gewesen wäre, trotzdem kam aufgrund des vielen Wassers direkt vor unserem Chalet doch etwas Delta-Feeling auf. Außerdem liegen die Lodges im Delta deutlich außerhalb unseres Budgets. Nach der Ankunft in Maun sind wir mit Deon zusammen in die Mall of Maun gefahren. Wir hatten bei Woolworth schon sehr viel vorbestellt, damit der Einkauf schneller geht. Wir dachten, wir könnten dann den restlichen Einkauf wie frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte dort schnell erledigen und Zeit sparen. Wir waren dann vor Ort sehr erstaunt, dass der Woolworth eher ein Micro-Worth ist: Obst und Gemüse Mangelware, Fleisch gab es überhaupt nicht. Maximal genervt mussten wir dann zum Checkers, der glücklicherweise nebenan ist. Dort haben wir den kompletten Rest gekauft. Wir haben daraus gelernt: Ankunft, Einkaufen, Transfer + Afrika = suboptimaler Plan. Machen wir nächstes Jahr anders. Dann wurden wir nach Pels Island gefahren. Pels Island hat erst kürzlich eröffnet ist wunderschön. Wir waren die einzigen Gäste und wurden dort ganz toll umsorgt: die Campmanagerin hat sogar unser Geschirr gewaschen und zwar ungefragt und mehrfach am Tag.
1.-3.6.2025 Pels Island Nach der ersten Nacht ging es am nächsten Morgen sehr früh los. In NG 32 wir hatten einen Full-Day Game Drive gebucht. Der uns angekündigte Plan war, dass wir mit einem Hilux Double Cab nach NG 32 gefahren werden und dort in einen Game-Viewer mit anderen Gästen umsteigen. Vor Ort angekommen erhielten wir mehrfach Updates über die anderen Gäste mit wechselnden Erklärungen warum ob und wo und wie die Anderen stecken bleiben, verloren sind etc. Uta zweifelt die Existenz dieser anderen Gäste bis heute an. Also hatten wir einen privaten Game Drive, zwar im Hilux, das hat uns aber nicht gestört. Gleich morgens hatten wir unsere erste Löwen Sichtung: 2 Löwen lagen faul im Gras. Wir waren zwei Stunden mit den Löwen alleine. Es war toll. Simon konnte die neue Kameraausrüstung ausgiebig einsetzen. Nachteil: Jetzt haben wir 200 Löwenbilder. Am frühen Nachmittag sind wir dann wieder zurück ins Camp und haben den restlichen Nachmittag einfach nur gefaulenzt. Am zweiten Tag gab es dann einen Mokoro Ausflug, den Uta leider nicht machen konnte, weil sie nicht so niedrig sitzen konnte. Simon musste allein fahren und Uta hat den Tag über gefaulenzt.
Nach den ersten einstimmenden Tagen in Pels Island inklusive Transfer hin und zurück haben wir am dritten Tag unseren Bushcamper bei Bushlore abgeholt. Wir hatten uns auf Basis der Berichte hier im Forum auf 2-3 Stunden Übergabe eingerichtet. Insgesamt hat es dann vier Stunden gedauert, was unseren Zeitplan für den Tag ziemlich über den Haufen geworfen hat. Wir kamen erst um 12 bei Bushlore weg. Wir hatten einen CruCam: also ein zum Bushcamper umgebauter Landcruiser. Schon bei den vollumfänglichen und langwierigen Erklärungen des High Lift Jacks dachten wir uns beide: hoffentlich brauchen wir dieses Ding nie. Das gleiche galt für die Seilwinde und die Unterlegmatten für Tiefsand. Leider waren wir die vermutlichen „Letzt-Mieter“ des CruCams, denn das Auto war in einem stark abgenutzten Zustand. Wir haben vor Ort gefragt, ob wir ein anderes Auto haben können, es stand aber leider kein anderer CruCam da. Vieles haben wir dann erst zusätzlich während der Fahrt bemerkt. Diverse Reparaturen und Workarounds waren später notwendig. Wir haben leider den Fehler gemacht, das nicht gleich schriftlich bei Drive Botswana zu reklamieren. Eigentlich hätte Bushlore dieses Auto gar nicht mehr vermieten dürfen.
Nach der Übergabe waren wir bei Delta Meat Deli, um unser bestelltes Fleisch abzuholen, sowie nochmal im Checkers, um uns für die nächsten 5 Tage einzudecken. Bei Delta Meat kann man vorbestellen, es gibt Bestelllisten. Außer Fleisch gibt es auch sehr viele TK Produkte wie Himbeeren und Gemüse, aber auch TK Räucherlachs, Räucherforellen und sehr leckere Gemüsesamoosas. Insbesondere der Fisch war eine nette Abwechslung. Außerdem mussten wir noch einen Stop bei Rileys einlegen: Wir hatten unser Vogelbuch aus „Platzspargründen“ zuhause gelassen. Wir hatten 3 große Koffer und einen Campingstuhl, das Vogelbuch war dann gefühlt zu viel. Vor Ort stellten wir erstaunt fest, dass es auch in Botswana Vögel gibt…... 🤩 Also haben wir bei Rileys nochmal einen Newmans nachgekauft. Immerhin gab es dann die „Commemorative Edition“ 🙂
Gut eingedeckt mit Lebensmitteln ging es los in Richtung South Gate, Moremi. Den Empfehlungen folgend haben wir unser Holz nicht im Supermarkt sondern in Shorobe gekauft. Am Straßenrand sind dort Holzstapel. Wir mussten an mehreren halten, denn bei den ersten kam kein Verkäufer. Direkt nach Shorobe endet die Teerstraße und wird zu einer anstrengenden Sand- und Schotterpiste.
Fahrt Maun South Gate: 2,5 – 3h. Wir fahren langsam, also 3 Stunden In South Gate angekommen haben wir den Campingplatz gewechselt. South Gate ist kein sonderlich schöner Camping Platz, nächstes Mal werden wir anders planen. In South Gate haben wir Utas Lieblingsvogel getroffen: Den yellow-billed hornbill. Vor der absolut ersten Nacht im Dachzelt war uns etwas mulmig. Letztendlich haben wir oben sehr gut geschlafen. Die erste Nacht und der erste Morgen waren ziemlich holprig, wir haben ein paar Tage gebraucht unsere Ordnung zu finden. Uta hat sich irgendwann angewöhnt ihre Sachen meistens an die gleiche Stelle zu legen, woraufhin das „Wo habe ich denn jetzt schon wieder mein XYZ hingetan“ seltener wurde.
4.6.2025 Fahrt South Gate Third Bridge
In Moremi haben wir mit der Tinkers Karte und Organic Maps (Open Street Map) navigiert. Die Tinkers Karte ist sehr gut für die Grobplanung und Organic Maps dann um die Umfahrungen der Brücken zu finden. Wir sind zuerst zu Black Pools gefahren und haben einen Stopp bei dem „Picknick Platz“ eingelegt. Aus Zeitgründen haben wir auf Xini Pools verzichtet. Leider haben wir bis auf ein paar Vögel nicht viel gesehen. Das hat sich in der ganzen Zeit in Moremi auch nicht geändert. 2025 gab es ja sehr viel Regen. Daher waren die Wasserlöcher im Hinterland vermutlich noch so gut gefüllt, dass die Tiere nicht an die Flüsse oder Pools mussten. Nun zu den Brücken. First Bridge war unproblematisch und gut gewartet. Second Bridge war gesperrt. Es gab eine mäßig beschilderte Umfahrung. Dort haben wir Organic Maps intensiv genutzt, um den richtigen Weg nach Third Bridge zu finden.
In Third Bridge gibt es einen kleinen Laden, der bestens mit Alkohol und Chips ausgestattet ist. Sonstige Waren eher Glückssache. Nachdem wir eingecheckt hatten („Book of Truth“ 😄 ) und unseren Camper das zweite Mal aufgebaut hatten kamen zwei Mitarbeiterinnen zur Begrüßung vorbei. Wir fanden das sehr nett und haben sie gefragt, ob sie das mit allen Gästen machen. Die Antwort war: „Nein, nur mit den netten Gästen“. Da wir beide seit morgens krank waren haben wir kurzerhand ein Chalet gebucht und sind umgezogen. Die Chalets sind schön, allerdings muss man beachten, dass es weder drinnen noch draußen Kochmöglichkeiten gibt. Man muss also am Auto kochen. Von dieser Etappe gibt es wenige Fotos da wir beide krank waren und die Tiere sich wie schon gesagt alle versteckt haben.
Teil 429. Sept. 2025
5.6.2025 Third Bridge => Xakanaxa
Am nächsten Tag geht es weiter, denn in Moremi haben wir immer nur eine Nacht pro Campsite. Es geht über die legendäre Third Bridge, über die Uta schon vor 30 Jahren gefahren ist – siehe Fotos.
Third Bridge war in einem sehr guten Zustand, die Überquerung unspektakulär. Ganz anders Fourth Bridge, denn die war gesperrt. Die Umfahrung war deutlich anspruchsvoller als die bei Second Bridge. Zuerst hatten wir etwas Probleme die Umfahrung zu finden. Dann sind wir auf drei Autos aus Südafrika gestoßen, die gerade dabei waren lustig im Schlamm zu wühlen. Einer hatte sich festgefahren und die anderen haben versucht das Auto herauszuziehen. Der Schlamm spritzte meterhoch. Nach der Schlammpartie folgte noch eine Wasserquerung mit ca. 70 cm Tiefe. Hier waren wir das erste Mal für unseren „Traktor“ dankbar. Selbst die Südafrikaner haben kurz überlegt, ob sie den Land Cruiser zum Herausziehen ausleihen wollen.
Kurz vor Xakanaxa haben wir ein anderes Pärchen getroffen, die bereits mit weiteren eine private Bootstour geplant hatten. Wir konnten auch noch teilnehmen. Uta musste leider krankheitsbedingt noch aussetzen. Simon konnte einige Vögel und den Sonnenuntergang fotografieren. Hinweis: An der Bootsstation in Xakanaxa gab es einen frei zugänglichen WLAN Hotspot, der per Satellit angebunden ist. Wir hatten nicht damit gerechnet und haben einmal nach Hause telefoniert.
Die hinteren Stellplätze in Xakanaxa sind in einer Reihe angeordnet: Die Nummern 8, 9 und 10 sind am Flussufer und schön. Nun folgte die zweite Nacht im Dachzelt. Bislang hatten wir den Porta Potty noch nicht verwendet und waren uns auch nicht sicher, ob wir das Teil verwenden wollen. Das änderte sich in dieser Nacht. Uns war schon bei der Ankunft erklärt worden, dass wir nicht nachts zu den Ablutions laufen sollen. Ein nächtlicher Check mit der Taschenlampe ergab: Augen überall 🤩 ! Da wir beide nicht einsortieren konnten, was das alles ist und da wir zudem nachts Nilpfed-Mampf-Geräusche gehört haben, war nun die Zeit gekommen, den Porta Potty mitten in der Nacht einzuweihen. (Intelligente Leute machen das tagsüber 😣 ). Danach wollten wir das Teil nicht mehr missen, und haben uns mit Porta Potty und Außendusche herrlich unabhängig gefühlt!
6.6.2026 Xakanaxa => Maghoto
Am 06.06 hatte Simon Geburtstag, dazu geb es einen Kuchen mit Kerzen sowie Geburtstagsgeschenke zum Frühstück!
Wir sind gemütlich und ohne Stress losgefahren. Leider haben wir auf der Fahrt Richtung Khwai fast nichts gesehen. Das sollte sich auch die nächsten Tage so weiterziehen. An den Dombo Hippo Pools haben wir gepicknickt und dabei zwei sehr nette Österreicher kennengelernt. Die haben uns erzählt, dass sie noch nie weit weg in Urlaub waren, und dann zum Magisterabschluss eine Fernreise haben wollten. Also Botswana mit Dachzelt! Wir haben uns leider den Namen ihres Autovermieters nicht gemerkt, aber das war echt fahrlässig, was der gemacht hat. Das Pärchen hat ein Auto ohne Einweisung übergeben bekommen, und war ziemlich überrascht, was ihr Auto alles kann.
Nach einem kurzen Stopp beim General Dealer in Khwai sind wir direkt nach Maghoto durchgefahren. Wir haben eine Campsite am Rand bekommen, MG6. Damit waren wir durchaus glücklich, weil sie sehr ruhig war. Die Wagenburg einer südafrikanischen Gruppe auf MG7 haben wir nicht wirklich mitbekommen. Abends beim Kochen stand auf einmal ein Elli vor uns. Unglaublich, wie samtpfötig die unterwegs sein können! Wir sind dann ins Auto gehüpft und haben dort erst einmal abgewartet. Was wir in dem Moment realisiert haben: Der Elli wollte zu der Akazie, unter der wir geparkt hatten. Die Akazie wurde geschüttelt und die Samen sind heruntergefallen und wurden gefressen. Das Abendessen war dann auch schnell beendet und wir sind ins Bett. Ich war ziemlich entspannt, Simon maximal unentspannt. Nachts ist Simon dann von einem leisen, aber bestimmten „Dumpf, Dumpf, Dumpf“ wachgeworden. Gefolgt von ein paar Sekunden Stille und dann rieselten die Akaziensamen aufs Dachzelt. Ein Blick aus dem Fenster zeigt einen weiteren Elefanten. Später in der Nacht hat dann auf einmal das Auto gewackelt. Davon habe ich erst einmal nichts mitbekommen, bis Simon mich panisch wachgerüttelt hat: „Uta, da ist was am Auto!“ Ein Blick durchs Fenster zeigte eine Hyäne, die gerade vom Auto zum Grill schlich. Den nächsten Teil der Geschichte hält Simon mir bis heute vor. Ich habe ihm geantwortet: „das geht auch wieder weg“, habe mich wohl umgedreht und bin sofort wieder eingeschlafen 😄 . Simon dachte: „Natürlich geht das wieder weg, die Frage ist nur, bevor oder nachdem es uns gefressen hat.“
7.6.2025 Maghoto Am nächsten Morgen erwachen wir ungefressen. Wie immer haben wir in dem viel zu kleinen und sich durchbiegenden Bett im Dachzelt gut geschlafen. Morgens fahren wir am Fluss entlang und finden ein paar Hippos. Die Fahrt am Fluss ist landschaftlich schön, aber auch hier relativ tierarm. Anscheinend sollte auf der anderen Flussseite ein Leopard sein. Wir fahren bis zum Ende wo man den Fluss überqueren kann. Dort angekommen warten wir auf andere Autos, da wir die Wassertiefe nicht abschätzen können. Nachdem wir die Durchquerung eines anderen Autos sehen beschließen wir, dass das Wasser zu tief ist und fahren ins Camp zurück. Im Camp erfahren wir, dass direkt im Camp Löwenbabys in einem Busch samt Löwenmama sind. Wir fahren sofort hin. Fotos durchs dichte Unterholz sind selbst mit der neuen Kamera mit Autofokus nicht möglich. Simon versucht sich am manuellen Fokus. Wir verbringen dort über eine Stunde und erhaschen immer wieder einen Blick auf die Kleinen. Nun zum Campingplatz an sich: Die Campingplätze sind weit auseinander. Es gibt unterschiedliche Nummerierungssysteme, die wir nicht verstanden haben. Wir wurden vom Staff in unseren Campingplatz eingewiesen. Die Campingplätze am Fluss sind landschaftlich schön aber alle Autos fahren dran vorbei. Es gibt neue Ablution Häuschen aus Holz jeweils mit zwei Duschen und Toiletten. Wir konnten auf Nachfrage Wäschen waschen lassen – das ist aber kein offizielles Angebot. Die Preise dafür sollten ggf. verhandelt werden, denn wir haben relativ viel bezahlt und haben das eher als Spende gesehen.
8.6.2025 Maghoto -> Leopard Plains In Maghoto wären wir gerne noch länger geblieben. Wir begeben uns auf die rumpelige Rückfahrt nach Maun „außen rum“ über Mababe. An der Transition zur Teerstraße können wir den 4x4 nicht mehr deaktivieren. Wir müssen sowieso in Maun tanken. Bei Rileys versuchen verschiedene Mitarbeiter das Problem zu beheben – erfolglos. Also rufen wir bei Bushlore an. Dort angekommen muss der Mitarbeiter auch mehrfach vor und zurückfahren. Nach dem 5. Anlauf klappt es dann. Er erklärt uns, das sei beim Landcruiser „normal“… Wir nutzen die Gelegenheit und leihen uns noch eine große Plane aus, die wir von nun an als Unterlage für unsere Ikeatüten im Sand nutzen. Das war sehr praktisch. Nach einem Zwischenstopp in der Mall of Maun fahren wir nach Leopard Plains. Unsere Agentur hatte uns empfohlen nach fünf Nächten im Dachzelt eine Lodge einzuplanen. Tatsächlich hätten wir das gar nicht gebraucht, da wir uns an das Campingleben gewöhnt hatten. Leopard Plains ist eine schöne Lodge, aber es war uns als reiner Zwischenstopp im Nachhinein zu teuer.
Teil 626. Dez. 2025
9.6.2025 Leopard Plains Nxai Pan + 10.6. Wir hatten in Leopard Plains noch einen morgendlichen Game-Drive gebucht in der leisen Hoffnung einen Leoparden zu sichten. Außer Vögeln und ein paar Böcken blieb die Tier-Sichtungs-Rate allerdings leider konsistent: gering.
Dann ging es auf in Richtung Nxai Pan. Die Anfahrt im Park zu den Pfannen war wie befürchtet: sehr rumpelig und lang. Auf der Hinfahrt haben wir den Fehler gemacht zu langsam zu fahren, so dass wir ewig gebraucht haben und auch sehr durchgeschüttelt wurden. Auf der Rückfahrt sind wir wesentlich schneller gefahren was angenehmer war. Am Office im Park wurden wir von „Computer“ begrüßt, eingewiesen und informiert. Ob er wirklich so hieß, können wir nicht genau sagen, da er zu sehr vielen Scherzen aufgelegt war. Das verfügbare Satelliten-basierte WLAN wurde uns initial für 10.000 USD offeriert. Nach „verhandeln“ war es dann doch kostenlos. 😄 Der Shop hat alles Notwendige verkauft: Chips und gekühlte Getränke - aus einem riesigen Bosch Kühlschrank.
Wir hatten eine schattige Campsite. Im angrenzenden Gebüsch waren diverse breite Pfade zu sehen. Später haben wir herausgefunden, dass die Elefanten regelmäßig quer durchs Camp laufen, da an beiden Ablutions die Abdeckung auf den Wassertanks kaputt war. Die Elefanten haben dort getrunken und mussten jedes Mal bei uns am Auto vorbei. Zu weiterer tierischer Abwechslung zählte der „Resident“ Schakal, der mehrfach vor unserer Campsite stand. Bei uns war zu seinem Bedauern nichts zu holen.
Insgesamt blieben auch hier die meisten Tiere abseits vom Wasserloch versteckt, Löwen haben wir keine gesehen. Am Wasserloch war aber immer spannendes zu sehen und abends sind noch ein schöne Sonnenuntergangsfotos mit Büffeln entstanden. Abseits der Wasserlöcher haben wir sehr viele Kori Bustards gesehen und ein Honigdachs ist über die Straße gehuscht – dieser hatte nur leider keine Zeit für eine Foto-Session.
Nach den Elefanten-Schreck Momenten in Moghoto hatten wir uns in Nxai Pan auf einen entspannten Camping-Grill-Abend gefreut. Aber gerade als wir und nett auf die Camping-Stühle setzen wollten, erklang lautes Löwen-Gebrüll. Wir dachen uns: „Den ganzen Tag verstecken sie sich und jetzt sind sie da!“. Wir konnten die Entfernung nicht abschätzen und sind verschreckt ins Auto gehüpft, wo wir erstmal eine Weise abgewartet haben. Dann sind wir schnell ums Auto gerannt und sind schlafen gegangen. Unsere Nachbarn waren entweder taub oder haben die Löwen ignoriert. 🙄 Auf dem Campingplatz ist dann der Gas Schlauch an der Küchen-Klappe abgeschert, eigentlich ein Konstruktionsfehler. Unsere netten Camp Nachbarn aus ZA haben das passende tape dabei und reparieren uns den Gasschlauch
Ebenso reißt eine Gasflasche hinten vom Auto ab – die war schon mal repariert worden, aber anscheinend nicht gut. Vermutlich hat die Anfahrt über die Buckelpiste der Halterung den Rest gegeben. Wir müssen die Gasflasche von nun an vor jeder Fahr abmontieren und später wieder montieren in die nun sehr wackelige Halterung. Blöd, dass es die Gasflasche der Küche ist.
Teil 726. Dez. 2025
11.6.2025 Nxai Pan Boteti Wir wären gerne noch eine dritte Nacht geblieben. Das holen wir 2027 definitiv nach! Nun geht es etwas schneller über die Tiefsandpiste Richtung A3. Wir beschließen, nicht über Motopi zum Boteti zu fahren, sondern die Abkürzungspiste. Die Piste ist einspurig und rumpelig, und voller Dornen beiderseits. Dafür fährt man sehr lange am Boteti entlang und nutzt die Anfahrt schon als Game Drive. Am Boteti hatten wir dann unglaublich viel Glück: hunderte oder sogar tausende Zebras, dazu Gnus und Elefanten. Es war einfach spektakulär und wir haben Stunden am Flussbett verbracht, bevor wir zur Camp Site gefahren sind.
Die Khumaga Campsite hat uns gut gefallen. Es war allerdings sehr voll und gegenüber war die typisch südafrikanische Wagenburg. Wir hatten einen Platz am Rand und hatten natürlich auch dort wieder Besuch von Elefanten direkt neben der Camp Site.
Am nächsten Morgen sind wir nochmal in das Flussbett des Boteti gefahren, aber im Vergleich zum Vortag war es wie ausgestorben. Wir haben dann erfahren, dass die Zebras nur nachmittags runter ins Flussbett gehen – ein „Morning Drive“ lohnt sich in dieser Jahreszeit für Zebra-Sichtungen also nicht.
Ursprünglich hatten wir zwei Nächte am Boteti gebucht und eine Nacht auf Kubu Island. Als wir kurz vor Reiseantritt dann die Videos und Fotos vom Safari Expert vom Sonnenuntergang und Sonnenaufgang auf Kubu Island gesehen hatten, haben wir uns eine Woche vor der Anreise dazu entscheiden, Kubu Island auch für zwei Nächte zu buchen: die „mittlere“ der drei Übernachtungen haben wir doppelt bezahlt, so dass wir vor Ort entscheiden konnten, wo wir zwei Nächte verbringen wollen. Abends haben wir dann überlegt, ob wir wie geplant zwei Nächte bleiben oder lieber zwei Nächte auf Kubu Island. Wir haben uns dann für Kubu Island entschieden. Dass es dann nochmal anders kommen sollte, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt…
Teil 804. März 2026
12.06.2025 Boteti Lekhubu Island
Am nächsten Morgen ging es dann los, zunächst nach Lethlakhane zum Einkaufen. Wie klein die Welt auf Reisen in Afrika manchmal ist: Beim Einkaufen haben wir unsere netten Camp Nachbarn von Nxai Pan wiedergetroffen!
Für Lekhubu Island haben wir uns, wie alle, in Mmatshumo angemeldet und dort noch Holz gekauft. Das ist das letzte Dorf vor den Pfannen. Auf dem Weg gab es noch einen Aussichtsturm von dem man einen schönen Blick über die Pfannen hat. Die Fahrt über die Pfannen ist beeindruckend, allerdings für uns nicht sehr fotogen, da es bereits bewölkt war. Wir sind spät am Gate angekommen. Dort wurde uns gesagt wir sollen uns einfach einen Platz aussuchen, man würde die gut erkennen. Bei Ankuft an den Campingplätzen waren alle Stellen, die für uns als Campingplätze ersichtlich waren, bereits belegt. Wir sind drei Mal im Kreis gefahren und haben letztendlich beschlossen einen Platz für einen Tour Operator zu belegen – es blieb uns nichts anderes übrig. Dann war es inzwischen so spät, dass wir die Fotosession auf den nächsten Tag verschoben haben – wir hatten ja schließlich zwei Nächte gebucht. Abends wollten wir auf dem Feuer grillen, aber zur Bewölkung kam dann starker Wind und das offene Feuer wollte nicht. Also mussten wir auf dem Gasherd arbeiten, der uns im Wind mehrfach ausgegangen ist. Knurr. Dann hat es auch angefangen zu nieseln. Von der viel versprochenen und in diversen Videos präsentierten Idylle blieb wenig übrig. Zur Abrundung hat es die ganze Nacht gestürmt und geregnet. Morgens haben wir uns die WC-Häuschen angeschaut. Diese sind allesamt absolut schrecklich und stinken gegen den Wind. Prinzipiell haben wir mit Long Drops keine Probleme, die gab es zum Beispiel beim Tok Tokkie Trail auch. Aber alleine der Gestank war schon so furchtbar, dass wir da gar nicht näher ran wollten. Also haben wir von unserem Spaten Gebrauch gemacht. Für Simon eine Erst-Erfahrung.
13.06.2025 Lekhubu Island Planet Baobab
Wir haben dann beschlossen keine zwei Nächte zu bleiben und haben spontan per Satelliten-Telefon unsere Anschlussbuchung bei Planet Baobab vorgezogen und die eingesparte Nacht in Senyati and der Chobe Riverfront geändert. Zum Abschluss sind wir noch einmal rund um die Insel gefahren. Dabei haben wir Franzosen getroffen, die sich noch unsicher waren, ob sie die Strecke direkt nach Gweta fahren wollen, denn es sind ca. 100 km über Feldwege. Wir haben dann beschlossen mit zwei Autos im Konvoi zu fahren. Auf der Fahrt hat es viel geregnet und wir sind durch etliche tiefe Pfützen gefahren. So viel zu „null Regentag im Juni in Botswana“. In Planet Baobab hatten wir eine Nacht in der Hütte und eine Nacht Sleep-Out In den Pfannen (Anfahrt via Quad) gebucht. Bei Anreise wurde uns eröffnet, dass aufgrund des Regens der Boden zu feucht wäre, um bis zum Sleep-Out in den Pfannen zu fahren. Als Alternative wurde uns die Meerkat Tour mit kurzer Quad Fahrt angeboten. Wir haben das mangels Alternativen dann angenommen. Man muss wissen, dass es 3 Stunden Anfahrt zu den Meerkats sind, das steht eigentlich in keinem Verhältnis zur Dauer der Tour. Danach sind wir zum Sonnenuntergang mit Quads auf die Pfanne gefahren. Zum Sonnenuntergang gab es einen schönen Sundowner mit Snacks. Uta ist auf der Hinfahrt vom Quad gefallen, ohne Verletzungen aber mit heftigen blauen Flecken. Zusätzlich ist eines der Quads ist kaputtgegangen und der Guide musste dann zweimal hin- und herfahren. Somit sind wir erst weit nach Sonnenuntergang zur Lodge zurückgefahren und hatten noch knapp 3 Stunden Fahrt in absoluter Finsternis, bis wir wieder in Planet Baobab angekommen waren. Den Sleep Out werden wir irgendwann nachholen!
Teil 905. März 2026
15.06.2025 Planet Baobab Kasane
Am nächsten Morgen ging es dann los in Richtung Chobe Riverfront. Dort hatten wir 4 Nächte auf Senyati gebucht. Wir waren irgendwie halb gewarnt (auch von unserer Agentur), aber das Wasserloch hatte uns vorab überzeugt. Direkt bei Ankunft waren wir von dem dortigen Schilderwald völlig entgeistert. Der Empfang war ziemlich unfreundlich, wir haben Campsite 1 bekommen, so ziemlich die schlechteste die es gibt. Die Toiletten waren schmutzig und haben gestunken. Wir sind an die Rezeption zurück und haben um einen anderen Platz gebeten. Die Dame am Empfang hat das abgelehnt, wir sollten am nächsten Tag nochmal fragen. Das war ganze war für uns völlig inakzeptabel und eine Mega Enttäuschung, und hat bei Uta zu einem spontanen Heulanfall geführt. Wir sind dann kommentarlos abgereist, selbst 4 Übernachtungen Vorauszahlung war uns Senyati nicht wert. Eine anschließende Beschwerdemail wurde leider nie beantwortet.
Es war mittlerweile schon spät, wir sind also in Richtung Kasane losgefahren. Uta hat unterwegs gegoogelt und telefoniert: wir haben uns dann für einen Campingplatz in der Chobe Safari Lodge entschieden. Telefonisch wurde und gesagt, dass wir einen schönen Platz am Rand hätten.
Dort angekommen, war der uns zugewiesene Platz (übrigens der einzige von zwei Plätzen am Rand mit Privatspäre und Blick auf den Chobe) schon belegt. Wir haben dann den Manager im Restaurant gefunden, der wusste, wer den Platz belegt hat: ein Südafrikaner, der den Platz eigentlich kostenlos storniert hatte. Der war allerdings auf einer Bootstour…. Als die ganze Gruppe dann zurückkamen, wurde der Platz immer noch nicht geräumt. Der Südafrikaner wollte zunächst zu abend essen. Da Uta sowieso ziemlich geladen war, gab es einige Diskussionen und nach langem Hin- und Her musste er dann aber vor dem Essen den Platz räumen.
Insgesamt ist der Platz nicht wirklich schön, da sehr eng und am Hang. Die Sunset Bar hat das für uns allerdings wett gemacht. Wir haben auch zweimal dort im Restaurant gegessen, und es war wirklich gut.
Wir hatten für einen Nachmittag eine private Bootstour gebucht, die früher als die klassischen Sunset Cruises gestartet ist und vorher zu den Stromschnellen ging – das war eine Empfehlung von Bele. Die Tour war unbedingt empfehlenswert, die Vogelwelt dort ist einfach toll: Es gibt dort mehrere Bäume auf Inseln im Fluss und dort tummeln sich hunderte von verschiedenen Störchen, Kormorane, Ibisse. Die Bäume sind komplett weiß mit Vogelkot.
Wir sind jeden Tag auf eigene Faust in den Park, keine organisierten Game Drives. Wir hatten schöne Sichtungen, aber die 3 Tage waren katzenfrei. Allerdings haben wir gerade am Serondela Picnic Spot gemerkt, dass uns das zu voll war. Dort standen teilweise bis zu 20 Game Drive Vehicles gleichzeitig, das verdirbt dann die Freude am Park. Trotzdem werden wir den Chobe in unsere Tour 2027 wieder einbauen.
Teil 1005. März 2026
Teil 1107. März 2026
19.06.2025 Kasane Divundu
Unsere letzte Etappe waren 3 Nächte in Ndhovu. Dort waren wir bereits 2024, und haben extra unsere Botswana Tour umgebucht, um dort nochmal ein paar Tage zu verbringen. Die Zelte werden gerade renoviert, wir hatten eines der neuen Zelte: sehr schön!
Die Tage waren eine sehr entspannte letzte Etappe. Wir haben auch hier unsere Game Drives auf eigene Faust gemacht, sowohl in der Buffalo Core Area als auch im Mahango Bereich. Wir hatten auch hier schöne Sichtungen, inklusive Roan Antilopen, aber auch hier haben sich die Katzen nicht blicken lassen. Das war mittlerweile fast schon ein Running Gag, wir haben die Katzensichtungen auf unsere Zambia Tour im Sommer 26 verschoben. Das Essen war wie im Vorjahr sehr gut, und wir schätzen die große Tafel für anregende Gespräche generell sehr. Einer unserer Tischnachbarn war Peter Kaestner, ein amerikanischer Diplomat und Vogelliebhaber. Er hat über 10 000 Vogelarten gesehen und hat uns alle toll unterhalten!
22.06.2025 Divundu Maun
Die anschließende Rückfahrt nach Maun war eine Tortur, da ein Großteil der A35 durch die starken Regenfälle weggebrochen war.
Die Autorückgabe bei Bushlore war dann noch eine längere Geschichte, weil wir eine endlos lange Mängelliste hatten. Der dortige Manager hat sogar gesagt, dass das Auto gar nicht hätte vermietet werden dürfen, und dass es wohl nach uns auch niemand mehr bekommen wird. Es gab eine Entschädigung seitens Bushlore, die vermutlich höher ausgefallen wäre, wenn ich das alles von unterwegs schon reklamiert hätte.
Die letzte Nacht in Maun haben wir im Maun Waterfront verbracht. Das Hotel ist durchaus nett, aber eigentlich zu teuer für eine reine Übernachtung. Das Zimmer war schön, aber die Mitarbeiter nicht überaus freundlich und das Frühstück war für uns unpassend: es gab viele Sorten selbstgebackenen Kuchen und Muffins, aber kein Obst. Das werden wir für 2027 nicht mehr buchen.
ET hat uns dann pünktlich nach Frankfurt zurückgebracht. Dank BC konnten wir zwischen Addis und Frankfurt ein paar Stunden schlafen. In der Lounge in Addis hat sich Simon dann wieder über die Crepes aus Teffmehl gefreut. Dieses spezielle Getreide gibt es nur in Äthiopien und Eritrea.
Unser Fazit: direkt nach der Rückkehr haben wir beschlossen, dass wir 2027 nochmal nach Botswana fliegen. Wieder mit Dachzelt, und einem CruCam von Bushlore. Allerdings ohne den Schlenker über Ndhovu, dafür mit Linyanti und Savuti, und 3 Nächten im Oddballs Camp im Delta.
Unser Nachbar hat wie immer fleissig unsere Blumen gegossen, hier noch ein Vorher/Nachher Bild: