Wie versprochen nach unserer Rückkehr nun ein paar weitere Infos über den Luxury Camper von Advanced Car Hire.
Wer nicht so viel lesen mag: Absolute Empfehlung.
Beste Kombination aus Fahrzeug und Aufbau den wir bis dato hatten. Single Cab hat uns (als Double Cab Fans) ebenfalls überzeugt, der Landcruiser in der Automatik Version mit dem 2.8 Liter Motor souverän, der Aufbau mit allen technischen Details wirklich überzeugend.
Zu den Details:
Über die Batterien des Aufbaus wurde ja schon geschrieben, am Dach ist noch eine große PV-Anlage befestigt, zudem gibt Advanced noch eine kleine faltbare mobile PV dazu, die haben wir allerdings nie aufgestellt. Strom ist also genügend vorhanden.
Das doppelt aufklappbare Dach bringt extrem angenehme Kopffreiheit im vorderen Teil der Kabine und ist schnell auf- und wieder abgebaut. Die vier Verschlüsse an den Ecken sind mit kleinen Karabinern gesichert, werden geöffnet und das hintere bzw. vordere Element einfach in die Höhe gehoben, Gasdruckfedern erledigen den Rest, Der hintere Teil braucht ein wenig Kraft für die ersten Zentimeter. Ein kurzes Amateurvideo mit ganz schlechtem Sound:
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Links und rechts auf der Seite ist jeweils ein Tisch verstaut, die Elemente werden einfach heruntergeklappt, der Tisch herausgezogen. Clevere Lösung. Im linken Teil ist aussen dann die Küche untergebracht:

Den heruntergeklappten Teil mit dem Gasherd kann man durch Aushängen des Kettenglieds von der Tischhalterung weiter herunterlassen, damit ist der Gasherd dann auf einem guten Niveau und näher beim Fahrzeug, was vor allem beim Wind besser ist. Man sieht das auf dem Foto. Links davon ist noch Stauraum mit Schubladen (den wir vor allem zur Unterbringung von Bier verwendet hatten), in der Türe ist hängend das Besteck untergebracht. Auch eine clevere Lösung wie ich finde. Man muss - und ich spreche da aus leidvoller Erfahrung - jedenfalls aber darauf achten, dass während der Fahrt die Verriegelung nicht nur geschlossen, sondern auch *versperrt* ist. Sonst kann es auf Rüttelpisten dazu kommen, dass sich die Verriegelungen öffnen, die Türe aufgeht und in einer Kurve die Schubladen dann das Weite suchen. :-o. Also weit sind sie eh nicht gekommen, aber der Bierverlust war schon hoch und eine der Schubladen dann ziemlich verbogen.
Unterhalb der Schubladen ist noch eine Öffnung, die mit einem kleinen Deckel verschlossen ist. Hier gelangt man zum Boden der Ladefläche und kann hier ebenfalls noch Dinge verstauen. Wir haben den Platz für unser dynamisches Abschleppseil genutzt und es dort hineingestopft.
Die Küche ist gut ausgestattet, sogar zwei Platten für den Gasherd waren dabei, was die Steaks wirklich sehr gut gelingen lässt.
Zwei Gasflaschen sind dabei, wir sind mit einer für die knapp drei Wochen ausgekommen, haben jeden Tag am Gasherd in der Früh Wasser erwärmt und mitunter auch Spiegeleier gekocht und Abends immer am Herd das Essen zubereitet. Stauraum für eigene Dinge wie Öl, Salz, Pfeffer, Kaffee, Tee, eigenes Zeug, das man täglich in der Küche braucht, ist ausreichend vorhanden. Peter hat sich von Advanced Car Hire noch einen Potje mitgenommen.
Auf der anderen Seite sind hinter dem seitlich angebrachten Tisch die Fächer für die autospezifischen Dinge. Zwei Batterien, Wagenheber, Abschleppseil, Starterkabel, etc. Und wieder: sehr viel Stauraum, den wir zum Teil als Holzlagerungsstätte verwendet hatten.
Rechts daneben ist der Durchlauferhitzer für die Dusche oder einfach zum Erzeugen von warmen Wasser zum Abwaschen. Der Duschschlauch wird einfach eingesteckt auf maximaler Stufe erzeugt das Dinge fast kochend heisses Wasser! Oberhalb ist noch ein schnell ausrollbares Duschzelt angebracht. Und wieder: Stauraum ohne Ende. Wir haben den praktisch nicht verwendet, haben die leeren Plastikflaschen dann dort verstaut. Kann man aber auch mit Holz beispielsweise voll machen. In dem Fach ist auch noch ein ca. 5 Meter langer Wasserschlauch zum Nachfüllen des 200l Wassertanks. Wir sind die drei Wochen damit ausgekommen, bei der Rückgabe war er leer.
Innen habe ich leider (warum auch immer) keine Fotos gemacht, aber man sieht ein paar in den vorherigen Beiträgen. Kurz gesagt: auch hier gibt's Stauraum ohne Ende. Wir haben wirklich viel Zeug mit und für fast drei Wochen Lebensmittel eingekauft. Und haben nicht alles voll bekommen. Es ist auch ein mobiles WC vorhanden, das haben wir aber zurückgelassen und den Platz stattdessen vor allem für unser Gemüse und die Wasserflaschen verwendet. Links ist auch noch ein kleines Waschbecken, in dem unser tiefgefrorenes Fleisch auf der Fahrt auftauen durfte. Es gibt innen ebenfalls nochmal ein Schubladensystem, zudem links und rechts Fächer die mit Türenverschlossen werden. Bei den Schubladen würde ich bei meinem Fahrzeug noch etwas anbringen, damit sich diese während der Fahrt nicht bewegen, auch innen kam es nämlich einmal dazu, dass sich die Schubladen bewegt haben und die Türe aufgestoßen wurde.
Der Kühlschrank fasst 60 Liter. Er ist in der Mitte durch einen Einschub getrennt und fungiert, sobald dieser ordnungsgemäß eingesetzt ist als zwei Zonen Kühlschrank. Bei mir hat das zu Beginn nicht funktioniert, es wurde dann der Kühlschrank vor Ort ausgetauscht. Also darauf achten bei der Übernahme, dass zwei Temperaturanzeigen beim Kühlschrank leuchten, wenn man auf Tiefkühlung angewiesen ist. Wir haben in die Tiefkühlung unser vorbestelltes und gefrorenes Fleisch für fast drei Wochen untergebracht. Im anderen Kühlraum musste halt vor allem getränketechnisch gut nachgeschlichtet werden. Ging sich aber auch alles gut aus.
Wirklich viel Raum zum Aufhalten hat man innen nicht. Für lange Regentage ist das Fahrzeug natürlich nicht wirklich konzipiert. Ist das Dach allerdings offen, kann man bequem im Bett sitzen. Im begrenzten Raum davor gibt's natürlich dann auch Stehhöhe.
Um ins Bett zu kommen, muss man einmal auf den Stauraum fürs mobile WC steigen und dann rauf ins Bett "kraxeln". Das sind geschätzte 60-70cm oder so. Generell kein Problem, wem das zu hoch ist, es ist auch ein faltbares Stockerl im Auto dabei. Innen sind einige Lampen angebracht, zudem natürlich verschließbare Öffnungen mit Fliegengitter. Die Matratze war OK, die Decken wirklich dick und bequem. Ein wenig hat der Plastiküberzug der Matratze unter dem Leintuch gestört, da sich das Leintuch ab und zu in der Nacht gelöst hat. Aber da gibt's wahrscheinlich wenig andere Lösungen, wenn man nicht nach allen drei, vier Vermietungen die Matratze wechseln möchte.
Innen gibt's auch ein Paneel mit Anzeige der Batterien und des Wassertanks, zudem eine USB Steckdose und einen 12V Ausgang. Wenn das Fahrzeug von aussen mit Strom versorgt wird (etwa auf einem Campingplatz) gibt's auch noch eine 220V Steckdose innen. Es ist aber kein Konverter verbaut, wer in der Wildnis 220V braucht, muss sich diesen also mitnehmen.
Noch kurz zum Auto: Als eingefleischte Double Cab Fans mussten wir diesmal die Krot "Single Cab" schlucken, dachten wir.
Und wurden eines Besseren belehrt. Es ist Platz genug für die täglichen Dinge, Drohne, Fotoapparat, Fernglas, zwei Thermosflaschen für die kalten Getränke (ein Gamechanger für uns! ;-)) und allerlei weiters Zeugs findet locker Platz. Uns ist der Raum nicht abgegangen. Und das Auto ist durch die viel bessere Gewichtsverteilung um einiges besser, als wäre die selbe Kabine auf einem DoubleCab. Auch entfällt der hintere Überhang, was das Fahrzeug wirklich extrem geländegängig macht.
Bei mir waren zudem 285-er Reifen montiert, beim Peter die "normalen" 265. War nicht ganz optimal, da wir untereinander dann nicht tauschen konnten. Sie wollen aber alle Reifen auf die 285 umrüsten, was einerseits die Wahrscheinlichkeit eines Reifenschadens minimiert (ich hatte nur ein kleines Loch), andererseits, wenn mal einer wirklich kaputt ist, den Ersatz im "Nirgendwo" eher erschwert.
Die Automatik ist perfekt, im Tiefsand muss man schon mal eingreifen und den zweiten Gang sperren, oder beim Bergauffahren mit der Untersetzung den ersten. Was wir genau verbraucht haben habe ich noch nicht ausgerechnet, werden um die 16-17 Liter gewesen sein. Der Landcruiser hat zwei Originaltanks verbaut, die separat zu befüllen sind. Der Subtank hat ca. 90 Liter, der Haupttank etwa 80. Man hat im Cockpit eine Anzeige für jeden Tank und innen einen Schalter, mit dem man zwischen den Tanks wechseln kann. Wir haben immer zuerst den Subtank leergefahren, dann auf den Haupttank gewechselt.
Kleines Manko im Cockpit: es gibt nur einen 12V Auslass. Der USB Auslass vom eingebauten Radio hat bei uns nur leidlich Strom geliefert. Man sollte also, muss man untertags vorne Dinge mit USB-Strom betreiben, vorsorgen und entsprechende Adapter mitnehmen. Hatten wir alles mit, war also für uns kein Problem.
Weil die Frage aufkam bzgl. Ausschluss vom Kaokoveld etc. Ja, man ist dort "auf eigenes Risiko" unterwegs, so wie mittlerweile bei fast allen Vermietern. Gilt hauptsächlich für etwaige Abschlepp- oder Bergeaktionen. Und es ist auch klar, dass man - sollte etwas sein - sich zuerst mal selbst halbwegs helfen können sollte.
Zudem sind Schäden an der Campingausrüstung auch nicht versichert. Ich habe bei der Rückkehr die kaputte Schublade und eine verbogene Stange der Markise (die der Wind am Crowtherstrail geholt hat) bezahlt, waren insgesamt 1300 NAD. So lang nix Schlimmeres passiert...
Generell war die Einführung auch sehr professionell gemacht, es wurden alle Dinge, die wir bemängelten, sofort ausgetauscht, wir konnten die Koffer vor Ort lassen.
Dass ich beim Versuch, von der Vermietung wegzufahren plötzlich das Auto nicht starten konnte, war seltsam, hatte es doch 15 Minuten davor beim Startversuch problemlos geklappt. Es wurde flugs eine neue Batterie eingebaut, mit der es dann auch geklappt hatte. Dass wir *beide* am nächsten Tag am Parkplatz der Pension Palmquell das selbe Problem nochmal hatten und beide Fahrzeuge nicht einen Mucks machten, war dann wirklich aussergewöhnlich. Es wurden dann nochmal beide Batterien ausgetauscht und auch eine Fehlersuche gestartet. Die hatte leider nichts ergeben. Nur eine Vermutung. Ich hatte die Türe nicht richtig geschlossen und die ganze Nacht das Fahrzeug auch nicht abgesperrt, Hier scheint die Alarmanlage dann laufend zu checken und Strom zu verbrauchen. Was bei Peter die Ursache war, war nicht ganz klar.
Im Nachhinein vermute ich aber eher, dass es irgendwie mit der Alarmanlage zu tun haben muss, eventuell hätte ein Versperren und wieder aufsperren auch geholfen. Wie dem auch sein, wir haben abends dann immer geschaut, die Türen schwungvoll zuzumachen und das Auto auch immer verschlossen. Nie wieder ein Problem gehabt.
Rückgabe verlief dann problemlos, Fahrzeug wurde gecheckt und jeweils als in Ordnung befunden. Wir wurden dann noch zum Restaurant gefahren, konnten dort noch etwas essen und wurden anschließend von dort abgeholt und zum Flughafen gebracht. Auch hier: tolles Service.
Derzeit gibt's drei dieser Fahrzeuge bei Advanced Car Hire, es soll heuer auf fünf aufgestockt werden. Das ist natürlich eine relativ geringe Anzahl, zugegeben, man muss also schon hoffen, dass der Vormieter das gebuchte Fahrzeug intakt wieder zurückbringt. Aber auch andere Vermieter lassen dafür ja nicht eins ihrer Fahrzeuge als Ersatz am Hof stehen.
Soweit der Bericht, wenn's noch Fragen gibt, bitte einfach schreiben.
Jeder, der das Fahrzeug für eine künftige Reise bereits gebucht hat: freut euch drauf! Wirklich sehr sehr toll 😉
lg Wolfgang