@ Stefanie ("kalaharicalling") und Sabine ("Makalani"): Vielen Dank für´s Lob und dass Ihr dabei seid. An das Eli-Kalb muss ich auch noch oft denken, da aber weit und breit kein Muttertier und schon gar keine Herde zu sehen war, waren sein Chancen vermutlich nicht sehr groß 🙁.
Tag 17: Donnerstag, 14.11.2024Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf zum letzten Nationalpark-Gamedrive dieses Urlaubs, in die Buffalo Core Area. Über Divundu und die B8 waren es knapp 33 km bis zum Gate. Am Gate stand ein junger Mann an den Vitrinen mit den Karten und erläuterte beflissentlich, wie man fahren solle, um zwei Löwenkater zu finden, die dort nahe der Schwemmebene im Dickicht ruhen würden. Er zeigte uns genau den Punkt, den wir ansteuern sollten, welcher gar nicht weit weg wäre vom Picnic-Spot 😕.
„Ja ja“, dachten wir, red Du mal, die sind sicher schon seit zwei Tagen nicht mehr da. Dennoch waren wir natürlich neugierig und entschieden, zunächst den genannten Punkt anzusteuern, hier auf der Karte mit Pfeil markiert:
Da wir ansonsten auch zunächst nicht viel sahen, hatten wir den Punkt zügig erreicht und da ein (!) weiteres Fahrzeug dort stand, die genannte Stelle auch sofort finden können. Und siehe da: Die zwei waren noch dort. Zunächst sahen wir nur einen. Der zweite gesellte sich im Verlauf dazu, er lag erst weiter hinten im Dickicht. Leider waren die zwei einigermaßen gut versteckt im Unterholz, dennoch gelangen ein paar schöne Bilder, da wir tatsächlich höchstens 5 Meter entfernt standen.
Zwischenzeitlich sind noch zwei bis drei weitere Fahrzeuge dazugekommen und die übliche Rangiererei begann. Wir hatten mittlerweile wieder rund eine Stunde bei den beiden Kudern verbracht, so dass wir beschlossen, weiter am Rande der Schwemmebene bis zur Nova Station und dann weiter runter bis zur botswanischen Grenze zu fahren. Die westlichste Route endete aber dann irgendwann im Nichts, so dass wir umkehrten. Auf einen Besuch der Delta Pan verzichteten wir, da wir noch die White Sands Lodge besuchen wollten. Den beiden Löwen wollten wir aber nochmal einen Besuch abstatten. Aber – man ahnt es schon – die zwei hatten zwischenzeitlich das Weite gesucht. An der Stelle, an der die zwei gelagert hatten, sah man sehr deutlich Fahrspuren bis unmittelbar an den Busch heran, vielleicht 1-2 Meter von dem Ruheplatz der beiden Kater entfernt. Da wollte wohl jemand ganz exklusive Photos machen. Manche Volldeppen sind halt unverbesserlich 😈. Viele Sichtungen hatten wir dann nicht mehr auf dem Weg zurück zum Gate:
ein Buschbock-Mädchen
einen Rappenmann
und, malerisch auf einem Büffelschädel sitzend, einen Flussuferläufer, eine Erstsichtung für uns (Dank an Matthias „fotomatte“ für die Bestimmungshilfe). Wer weiß, vielleicht sitzt der im Sommer an der Isar auf einem Rehbockschädel?
Flussuferläufer (Sandpiper)
Bei der Planung der Tour hatte ich immer mal wieder etwas von der neuen White Sands Lodge am Nordufer des Kavango gelesen und auch davon, dass man sich das Gelände unverbindlich anschauen könne. Das wollten wir dann mal machen, woraus dann allerdings ein etwas längerer Aufenthalt geworden ist.
Etwa 8 km nach dem Gate in Richtung Divundu geht es dann links ab in Richtung Fluss. Zwischendurch passiert man ein Gate und wir haben dort (meine ich mich zu erinnern) 30 Nam $ bezahlt. Der Gatekeeper hat uns dann in der Lodge angekündigt, wo uns dann auch direkt ein sehr freundlicher Mitarbeiter aus der Khwe-Community (ein in der Kavango-Region ansässiger Buschmann-Tribe) begrüßte und uns die Lodge, deren Entstehung und deren Betrieb erläuterte und dann durch das Gelände führte. Die örtlichen Khwe sind wohl von den Investoren mit dem Betrieb der Lodge für die ersten Jahre beauftragt worden. Die Zeltplätze sind offenbar schon länger im Betrieb (tolle Lage!), die bisher 5 Chalets werden jetzt nach und nach in Betrieb genommen. Der Restaurationsbereich war noch nicht ganz fertiggestellt. Hier zeigte uns der nette Mitarbeiter (seinen Namen habe ich mir leider nicht gemerkt) erst einmal eine Mantide auf dem Holzfußboden der Terrasse:
Mantide-welcheArt.JPG)
Falls jemand eine Idee hat, um welche Art es sich handelt, würde ich mich über einen Hinweis freuen. Entomologisch bin ich nicht so bewandert 😐.
Die Lage der Lodge ist ein echter Hammer. Direkt an den Popa-Fällen gelegen, das Rauschen hört man die ganze Zeit, der Blick eigentlich von überall ist absolut umwerfend. Hier ein paar Eindrücke:
Auf dem Weg vom Restaurant hinunter zur Bar zeigte uns der Mitarbeiter ein etwa 5 Meter neben dem gepflasterten Weg liegendes Buschbock-Kitz:
Er erzählte, dass die Kitze dort liegenbleiben, wo die Mutter sie verlässt, um sich selbst zu versorgen, ähnlich wie bei unseren Rehen. Deshalb rührte sich das Kleine auch nicht vom Fleck, obwohl wir ihm sehr nahe kamen auf dem Weg.
Auf dem Weg hinunter zur Bar, die an einem südseemäßig anmutenden weißen Sandstrand lag (daher der Name der Lodge), wies er uns noch in der Krone eines Baums auf eine ganz besondere Sichtung hin, eine Fruchtfledermaus (Fruit Bat), deren Arten zu den größten Fledermäusen überhaupt zählen:
Aufgrund seiner Fellfärbung haben wir uns entschieden, den Kleinen zärtlich „Donald“ zu taufen 😊.
Hier noch ein paar Eindrücke von dem Gelände und der Lage der Bar, wo wir dann noch ausführlich den Blick auf die Fälle bei einem Savannah dry genossen:
Zum Abschied wies uns der nette Mitarbeiter noch auf das benachbarte Living Museum der Khwe hin
welches wir allerdings (nicht nur aus zeitlichen Gründen) nicht mehr besuchten. Bevor wir wegfuhren, haben wir uns dann noch die Chalets (leider nur von außen) angesehen, die aber sehr großzügig gebaut waren, alle mit Blick direkt auf die Fälle, mit Braai-Platz auf der Terrasse und Selbstversorgungsmöglichkeit. Auf dem Parkplatz sahen wir dann noch ein Fahrzeug von hier im Forum bei manchen gut bekannten namibischen Musikern, die hier offenbar logierten (oder vielleicht auch nur Teile des Ensembles):
Wir haben uns lange in White Sands aufgehalten, die Eindrücke waren super. Sollten wir noch einmal in die Gegend kommen, wäre ein Aufenthalt in der White Sands Lodge sicher eine Option, zumal es die einzige Lodge ist, die im westlichen Teil zumindest im Gebiet des Bwabwata-Nationalparks liegt. Die Buffalo Core Area erreicht man von hier ruckzuck.
Vor dem wieder vorzüglichen Dinner genossen wir dann noch bei einem Sundowner die Abendstimmung auf der Terrasse der Ndhovu-Loge. Für den eigentlich geplanten Boatcruise hatte die Zeit dann doch nicht mehr gereicht.
Nach dem Essen hat mich dann ein junger (schwarzer) Barmann mit einem kleinen Kalauer noch ernsthaft aus der Fassung gebracht. Wie immer bestellte ich ein „beer from the tab and a glas of white wine“, woraufhin er mich fragte: „Wanna taste the black wine?“ 🤨
Ich gebe zu, ich habe einen kleinen Moment gebraucht, aber dann haben wir beide schallend gelacht. Dennoch machte mich sein Einwurf ein kleines bisschen nachdenklich.
Fazit Ndhovu Safari Lodge (2 Nächte)
Unterkunft: 3 von 5
Essen: 5 von 5
Service: 3 von 5
Preis-Leistungsverhältnis: 3 von 5
Bei der Zufahrt und bei der Ankunft hatten wir das Gefühl, dass die Lodge ein wenig „runter“ sei. So war auch unser Zelt etwas in die Jahre gekommen, letztlich aber ausreichend. Es gibt auch feste Chalets, die recht neu und komfortabel aussehen und auch das Flusshaus scheint recht ansprechend zu sein. Den „Zeltservice“ (Zimmerservice) hat man sich gespart, weil wir ja nur 2 Nächte dort waren (?). Egal - nicht entscheidend. Der Service war etwas bemüht, die Küche aber ausgezeichnet, wenngleich wir nicht unbedingt die Freunde der großen, langen Tafel sind. Letztlich kann man Glück oder Pech haben. Die Platzzuweisung an die Tafel wirkte dann auch etwas chaotisch, weil mehrere verschieden große Gruppen da waren. Bis alle schließlich ihren Platz gefunden hatten, dauerte es dann auch etwas. Das Essen dagegen war wirklich ausgezeichnet.
Demnächst verlassen wir dann die Flüsse-Region.