5. Halt: Secret Garden Guesthouse - Swakopmund Die letzten Kilometer auf der C28 ziehen sich wenig, mit dem immer gleichen Ausblick und dem "stärkeren" Verkehr. Wenigstens ist die Pad gut und schließlich verändert sich auch die Landschaft beinahe schlagartig. Wenn das Thermometer sinkt und der gerade noch blaue Himmel auf einmal wolkenverhangen schlechte Laune schiebt, dann weiß man, dass man in Swakopmund angekommen ist.
Wir haben uns im Secret Garden Guesthouse einquartiert, das - zugegeben - nicht dieselbe Reputation hat, wie zum Beispiel Meike's, aber einen für uns doch entscheidenden Vorteil: Es ist zu Fuß ca. 15 min näher am Strand. Das mag für die meisten nicht besonders wichtig sein, im namibischen Winter zumal, aber wir und vor allem unser Sohn lieben das Meer. Nachdem wir unser Gepäck verstaut haben, machen wir uns daher erst mal auf zum Wasser und verbringen dort die ein oder andere Stunde. Womit, kann ich euch eigentlich gar nicht so genau sagen, aber ich bin sicher, wir haben uns irgendwann auch den Pier angeguckt. Den größten Teil der Zeit relaxen wir einfach (dick eingepackt) und schauen den Wellen zu. Ab und an nerven uns die Nussverkäufer (bei aller Sympathie für deren schwierigen Lebensumstände), die sich auch mit dem zehnten "Nein, danke" nicht abschütteln lassen. Wir gehen dazu über "Already got one" zu sagen, was die Erfolgsquote auf 100% steigen lässt.
Es wird langsam Zeit fürs Abendessen. Wir haben uns für das Ankersplatz Restaurant entschieden und sind nicht enttäuscht. Nette Musik, leckeres Essen, freundlicher Service. Es hat uns gut genug gefallen, dass wir am letzten Abend wiederkommen.
Springbok-PieLimonade oder Diesel-Additiv; so genau kann das bei dem Geschmack dieses Gebräus keiner sagen Da der Wunsch aufkam, mehr Details zu schreiben, verpacke ich die Lodge Bewertungen ab jetzt nicht mehr im Tripadvisor Format, sondern drangsaliere euch mit Prosa 🙂 Eine numerische Bewertung gibt’s trotzdem:
Secret Garden Guesthouse (4/5).
Für das Guesthouse spricht, wie oben schon angemerkt in allererster Linie die super Lage. Nah am Strand und der Innenstadt und mit dem "Trading Post" auch einen sehr netten Coffeeshop nebenan.
Die Zimmer sind dafür nichts Besonderes und etwas in die Jahre gekommen, insgesamt aber völlig ok! Nur der Ablauf in der Dusche kommt mit den Warmwassermassen nicht hinterher. Die Gastgeber wirken zunächst etwas grummelig, wir haben uns dann aber nach ca. zwei Tagen Tauzeit doch länger und nett unterhalten. So viel haben wir beim letzten Besuch nicht über Stadtpolitik und das Leben hier definitiv nicht erfahren.
Die Anlage an sich ist schön grün, Parkmöglichkeiten gibt es gegenüber und nachts passt hier auch ein Wächter auf.
Das Frühstück war gut bis sehr gut. Bei sehr frühen Touren wird nach Absprache auch ein Frühstücks- bzw. Brunch-Pack vorbereitet.
Alles in allem also eine super praktische Basis für die üblichen Ausflüge in Swakopmund und Walvis Bay.
Dafür ist man schließlich in Swakopmund (das Wetter kanns im Juli zumindest nicht sein). Auf dem Programm für den ersten vollen Tag steht die obligatorische Little 5 Tour. Wir sind mit Tommy's und zwei Fahrzeugen unterwegs, was insofern praktisch ist, als es einem der beiden Fahrer (unserem) erlaubt, sich ganz auf die Tiersuche zu konzentrieren, während der andere die Stories und Infos ans Volk bringt. Es war zwar wirklich kalt und wir hatten auch nicht ganz so viel Sichtungsglück wie 2015, aber trotzdem: wir finden es wieder ganz toll. Besonders gefällt mir, dass die Guides sehr deutlich machen, dass man nicht im Zoo ist und also gefälligst nichts anfasst, keinem Tier Weg versperrt oder durch laute Geräusche und schnelle Bewegungen verschreckt. 2015 wollte noch die Hälfte der Teilnehmer das arme Chamäleon streicheln..
NamibgeckoNamaqua ChamäleonZwergpuffotterEin Tractrac Chat?Zusätzlich sehen wir noch eine Blindschleiche und einen weiteren Sand Diver Gecko.
Es ist schwer in Worte zu fassen, wie unterschiedlich die Dünenlandschaft hier zu der rund um das Sossusvlei ist. Sand ist Sand, sollte man meinen, hätte aber unrecht.
Nach ausgiebigem Dünenhüpfen und einer Mittelrasanten Dünenfahrt tuckern wir wieder in die Stadt. Auf Empfehlung von Andrew lassen wir uns beim Happie Den Varta Caravan in der Nähe des Aquariums rausschmeissen. Boy oh Boy! Das waren wahrscheinlich die besten Calamari meines Lebens! Danke, Andrew!
Nachdem wir uns gestärkt haben, machen wir für den Rest des Nachmittags einen kleinen Abstecher zum Swakopmund Estuary hinter dem Tiger Reef Hotel; Strandspaziergang und Flamingos gucken 🙂 Die Bilder sind hier leider eher mäßig geworden, aber der Strand ist sehr schön.
Nach einer durchaus erholsamen Nacht, in der es offenbar geregnet hat (Spoiler: es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir über Regen sprechen), machten wir uns in aller Herrgottsfrühe auf den Weg nach Walvis Bay, Endziel Pelican Point.
Wir sind ohnehin schon etwas spät dran, als zu allem Überfluss auch noch der große Bruder von "Nebel" über die Straße zieht. Mit deutschem Nebel hat das jedenfalls nichts zu tun. Man sieht quasi nichts mehr, außer den Scheinwerfern der entgegenkommenden Autos. Faszinierend. Ab und zu tauchen wir aus den Bodenwolken auf, nur um 500m weiter in ihnen zu versinken. Ich könnte mir selbst in den Hintern treten, dass wir nicht früher gestartet sind, denn am liebsten würde ich anhalten und Fotos machen. Es sieht einfach grandios aus, wie die Nebelbänke über die Dünen ziehen! Aber, hach, keine Zeit.
In Walvis Bay angekommen, bekommen wir eine kleine Einweisung, haben dann aber noch Zeit uns im und vor dem Laden ein wenig umzusehen, bevor es los geht.
PelikanVorarbeiter-Pelikane Die Fahrt zum Pelican Point ist selbst schon ein kleines Highlight und es gibt viel zu sehen.
Schabracken-Schakale machen offenbar mehrtätige Ausflüge auf die HalbinselZwerpelzrobbenGreater Flamingos Wir hatten uns im Vorfeld schon etwas Sorgen, ob der niedrigen Temperaturen gemacht. Lassen wir die Schuhe und Socken im Kanu an, oder doch lieber Barfuß?
Vor Ort entscheiden wir uns spontan für Barfuß, obwohl die Luft wirklich bitter kalt ist. Siehe da: Der Sand ist eigentlich ganz erträglich. Auch im Kanu selber erleiden unsere Füße keine Erfrierungen!
Im Vergleich zu 2015 scheint sich die ganze Unternehmung aber um das 10x vergrößert zu haben. Die Robben scheint es nicht groß zu stören, von Scheuheit keine Spur; aber ganz so nah wie damals fühlen wir uns der Natur heute nicht.
Trotzdem ist das Paddeln an sich super schön. Die 3 Wale, die offenbar kurz hinter einem der Ausflugsboote auftauchen verpassen wir leider.
Im Anschluss gibt es heißen Tee, Kakao, Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen. Danach genießen wir noch ein wenig das Meer und lassen uns von der jetzt kräftigeren Sonne wärmen.
Zurück in Swakopmund bummeln wir durch die Stadt und kaufen im Superspar nochmal Vorräte für die nächsten paar Tage.
Nach einem weiteren, leckeren Abendessen im Ankerplatz fallen wir müde, aber glücklich ins Bett.
Dennis