Omaneuphorie I

Reisebericht 17 Antworten · 2'611 Aufrufe · gestartet 22. Okt. 2024 von reiseeuphorie
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Themenstarter68 Beiträge · seit 202322. Okt. 2024 · #1
Liebe Forumsmitglieder,

nach unserem ersten Reisebericht "Afrikaeuphorie I" über unsere 2023er Reise durch Namibia & Botswana folgt nun (unter anderem auf euren Wunsch hin) unser Bericht zu unserem Oman-Roadtrip im Winter 22/23 .

Kurz zu uns: Wir sind Nico (33) und Cleo (30) aus Darmstadt, Vollzeit berufstätig und dennoch Vielreisende. Wichtig über uns als Reisende zu wissen ist, dass wir im Vergleich zu Anderen eher schnell unterwegs sind und meist sehr viel in kurzer Zeit erleben wollen. Fast immer sind wir mit dieser Art zu Reisen auch nach dem Abenteuer noch zufrieden, auch wenn - sicherlich in Teilen zu Recht - in Frage gestellt werden kann wie tiefgehend unsere Eindrücke dann sein können. Wir mögen es dennoch sehr, genau auf diese Art unterwegs zu sein.

Erfahrungen mit der Arabischen Halbinsel bringen wir praktisch keine mit, nur ein Sleepover in Dubai. Wie sich herausstellen wird, ist unsere Roadtriperfahrung aus Namibia (2018) hilfreich, genauso wie Cleos Erfahrung aus Goa, Indien (2017). Auf der Reise durch den Oman waren wir mit einem Mitsubishi Pajero (4x4) mit Dachzelt von Active Oman unterwegs und haben Camping-Nächte mit festen Unterkünften abgewechselt. Hier ein Überblick über unsere Route, damit ihr wisst, was euch erwartet:

25.12.2022 FFM - Maskat mit Oman Air
26.12.2022 Maskat
27.12.2022 Maskat - Wadi Al Arbeieen - Fins
28.12.2022 Fins - Wadi Shab - Wahiba Sands
29.12.2022 Wahiba Sands - Duqm
30.12.2022 Duqm - Salalah
31.12.2022 Rund um Salalah
01.01.2023 Rund um Salalah
02.01.2023 Salalah - Nizwa
03.01.2023 Nizwa - Jabal Akhdar
04.01.2023 Jabal Akhdar - Jabal Shams - Misfah Al Abriyeen
05.01.2023 Misfah Al Abriyeen - Wadi Bani Awf
06.01.2023 Wadi Bani Awf - Maskat
07.01.2023 Schnorchelausflug zu den Daymaniyat Islands - Rückflug nach FFM mit Oman Air

Einen ersten Eindruck von dem was wir erlebt haben findet ihr in diesem Trailer - Viel Spaß damit!

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Wir freuen uns euch mehr davon zu berichten und zu zeigen. Beteiligt euch gerne und stellt Fragen, wir versuchen möglichst gut darauf einzugehen.

Und nun beamen wir uns zurück zur weihnachtlichen Stimmung, die am 25. Dezember 2022 herrschte. Alles ist gepackt, Deutschland ist in nass-kaltes Grau gehüllt, aber wir sind einfach nur aufgeregt und voller Omaneuphorie...
548 Beiträge · seit 201623. Okt. 2024 · #2
Hallo Cleo und Nico,

ich gehöre zwar nicht zu den Schnellreisenden, freue mich aber trotzdem über zahlreiche Infos über den Oman. Ein Reiseführer liegt schon länger hier, Wanderungen hatte ich auch schon mal ausgesucht, aber bisher haben wir es noch nicht geschafft. Soll aber noch werden 😎

viele Grüße
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
3'883 Beiträge · seit 201124. Okt. 2024 · #3
😄 Ein bisschen verwirrt habe ich auf die Oma neuphorie geguckt. Man hat als Oma zwar so verschiedene Wehwehchen, aber das ist mir neu. 🤪

Einen möglichst sonnigen Tag wünscht euch
freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
Themenstarter68 Beiträge · seit 202326. Okt. 2024 · #4
Vielen Dank für euer Interesse!

25.12.2022 FFM - Maskat mit Oman Air

Nach 6 Stunden Flug von Frankfurt a. M.(+ 3h Zeitverschiebung) kommen wir in der Hauptstadt Maskat an. Zunächst müssen wir durch die Einreisekontrolle, die sich über 1 Stunde hinzieht und anschließend das Gepäck abholen. Wir kaufen am Flughafen für das nicht eSIM fähige Handy eine SIM-Karte. Das funktioniert über den Omantel Schalter sehr simpel und nach wenigen Minuten sind die mobilen Daten nutzbar (15GB für 12 OMR). Der Handyempfang über diesen Anbieter war die gesamte Reise über sehr gut. Mit einem der draußen wartenden Taxis geht es dann los ins Abenteuer Oman.

Unsere ersten zwei Nächte verbringen wir in der Lana Villa , einem Gästehaus am Stadtrand mit Meerblick, direkt am Strand. Das Gästehaus wird von einem Deutschen betrieben, der viele nützliche Tipps parat hat. Zudem vermietet er uns auch das Fahrzeug mit Dachzelt mit dem wir die Rundreise starten.

26.12.2022 Maskat

Morgens erwartet uns ein gutes Frühstück und eine liebevoll gestaltete Lounge zum ausruhen und eine Dachterrasse mit wunderbaren Ausblick. Da wir das Auto erst am Folgetag anmieten geht es heute mit dem Bus (der dem deutschem ÖPNV sehr ähnlich ist) über mehrere Umstiege bis in den wichtigsten Teil der Hauptstadt, in den Bezirk Muthra. Für unsere Wahl den ÖPNV auszuprobieren werden wir ziemlich schräg angeschaut, der deutlich üblichere Weg wäre einfach ein Taxi zu nehmen.

Busfahrt von der Lana Villa aus: MWASALAT – Bus 8 (300 Baisa p. P.) + Bus 1 (500 Baisa p. P.) + Bus 4 (300 Baisa p. P.) = ungefähr insgesamt 5,50€ für zwei Personen insgesamt one way zum Muthra Souq.

Angekommen am Hafen von Muthra stärken wir uns in einem kleinen Straßenrestaurant (Grills Shawrma juice&grill) mit einem kleinem Snack bestehend aus Kebab und Falafel, die sehr gut sind. Anschließend geht es für uns durch den bekannten Muthra Souq, die Marktstraßen des Bezirks. Der Souq ist überdacht und zieht sich wie ein Labyrinth durch viele Gassen. Es gibt allerlei Souvenirs zu kaufen, dabei sind viele Chinawaren vertreten, aber auch Weihrauchstände und einzelne authentische Läden. Dennoch ist dieser Markt für uns eher eine Enttäuschung. Die Mengen an zugekaufter Ware und entgegen der Berichte sehr aufdringliche Geschäftsleute, die auf Kreuzfahrttouristen warten, sind eher abschreckend und anstrengend.

Der Aufstieg zum Fort Muthra (2 OMR p. P.) lohnt sich hingegen sehr! Die Besichtigung und Aussicht vom Fort sind wunderbar und wir genießen den Sonnenuntergang über der Stadt. Ihren Namen, Maskat – Ort des Fallens, verdankt sie sowohl den im Hafen fallenden Ankern der Schiffe, als auch den Steil abfallenden Berghängen rund um die Stadtteile. Mit dem Taxi geht es zurück zur Unterkunft. Für Taxifahrten ist die App Otaxi sehr praktisch.

Den Abend lassen wir in unserem Viertel ausklingen. Ein indisches Fischrestaurant (Grilled Fish & Seafood), das sehr versteckt und unscheinbar ist, serviert uns sehr leckeren frisch gefangenen, gegrillten King Fish, Humus, Brot und Salat für 7 OMR.

Begleitet uns durch unseren Tag in Maskat:
https://youtu.be/Mh_ZA5ogtNo?si=wXlvs4QfS4IDkhaC
321 Beiträge · seit 202126. Okt. 2024 · #5
War im Februar dort unterwegs. Oman - das nach Norwegen sicherste Land in dem ich je gereist bin. Vielleicht ein bisschen zuuu geleckt. Ich mag's mit etwas mehr Patina. Bin gespannt auf den weiteren Verlauf eurer Präsentation.
Bereiste Länder: Marokko, Algerien, Tunesien, Niger, Mali, Burkina Faso, Senegal, Gambia, Elfenbeinküste, Ghana, Ägypten, Äthiopien, Kenya, Uganda, Tanzania, Zambia, Zimbabwe, Botswana, Namibia, Südafrika, Lesotho, Eswatini, Oman, Mosambik, Seychelles, Mauritius, La Reunion, Syrien, Thailand, Russland, Brasilien, Argentinien, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien
Themenstarter68 Beiträge · seit 202302. Nov. 2024 · #6
27.12.2022 Maskat - Wadi Al Arbeieen - Fins

Der erste Tag unseres Roadtrips startet anders als erwartet: Das erste Mal wachen wir um 4 Uhr Nachts auf. Wir können unseren Ohren und Augen kaum trauen. Es schüttet wie aus Eimern und auf den Straßen bilden sich erste Pfützen. Der Regen hat sich auch einige Stunden später noch nicht beruhigt. Eigentlich war für diesen Vormittag der Besuch der Sultan-Qaboos-Moschee geplant. Mittlerweile haben sich die Pfützen haben in Überflutungen mancher Straßenabschnitte ausgeweitet. Nur durchschnittlich 9 Tage im Jahr regnet es überhaupt im Oman, und schon seit Monaten nicht mehr so stark. Leider sind dementsprechend weder die Infrastruktur noch die Omanis darauf so wirklich eingestellt. Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen, die Seitenstraße sind teilweise nicht mehr befahrbar.

Mit einiger Verspätung kommen wir gegen Mittag doch zu unserem 4×4 Fahrzeug mit Dachzelt. Übergabe und Einkauf klappen sehr gut, und wir verlassen die Region rund um Maskat auf der Autobahn, bevor der Regen wieder beginnen soll. Es startet unser erster Offroad Abstecher: Rein in das Wadi Al Arbeieen. Erst durch Gerölllandschaft immer tiefer in den Canyon, bis man dann zwischen Palmen an einem Felsenpool mit kleinem Wasserfall ankommt. Auch ein paar Wasserläufe queren wir dabei. Ein perfekter Vorgeschmack auf alles was wir in den nächsten Tagen erleben werden.

Gegen Abend kommen wir nach Fins und schlagen unser Dachzelt erstmals auf. Direkt am Meer an den Stränden von Fins werden wir die Nacht verbringen. Ein Lagerfeuer spendet uns während des Abendessens noch ein wenig Licht und wir genießen die gute Luft am Meer.

Die entsprechende Bebilderung zu den geschilderten Eindrücken findet ihr hier:
https://youtu.be/mKMiPoG-Y-8?si=XgU1wrfDJJtDLkV1
1'003 Beiträge · seit 200804. Nov. 2024 · #7
Hallo Cleo und Nico,
Nachdem ich für nächstes Jahr noch ein spannendes Reiseziel suche, kommt Euer Bericht gerade richtig.
Das hört sich ja richtig gut an und hat mich neugierig gemacht!
Was würdet Ihr denn als den größten Unterschied zu einer Reise im Dachzelt in Namibia/Botswana bezeichnen, außer dass die wilden Tiere fehlen 😄 ? Und was war toller/ spannender/ beeindruckender als dort?
Würde mich interessieren….
Vielen Dank und viele Grüße
Doro
Themenstarter68 Beiträge · seit 202310. Nov. 2024 · #8
Hallo Doro!
Danke dir!

Wenn es um die Reiseart, also das Reisen mit Dachzelt, geht, ist sicherlich der größte Unterschied, dass im Oman keinerlei Infrastruktur (Campingplätze, Servicestationen) dafür vorgesehen ist. Das kann man als total positiv wahrnehmen, denn man kann unter Einhaltung von Rücksichtnahme nahezu überall - und damit auch in beeindruckender Natur - über Nacht stehen, aber auch eher negativ, weil man eben nicht Annehmlichkeiten wie Strom, Wasser, Kochgelegenheit an Plätzen vorfindet. Es ist einfach (noch?) ziemlich unüblich als Tourist dort zu campen, das sorgt manchmal für erstaunte Blicke der Einwohner. Wenn man andere "mobil schlafende" Reisende trifft, sind es sogar eher Overlander als Dachzeltmietfahrzeuge.

Wir empfinden es nicht so, dass es im Oman tollER, spannendER, beeindruckendER war. Dafür ist Namibia zu sehr unser Lieblingsreiseziel geworden. Und die Länder sind auch in keinem Fall miteinander vergleichbar.

Viele Grüße,
Nico & Cleo
Themenstarter68 Beiträge · seit 202310. Nov. 2024 · #9
28.12.2022 Fins - Wadi Shab - Wahiba Sands

Recht früh am Morgen geht es zum nur wenige Kilometer entfernten Wadi Al Shab. Dort stellen wir das Auto unter der großen Brücke ab und werden für zwei Minuten mit einem Motorboot zur anderen Uferseite des Wadis gebracht. Dort beginnt dann eine knapp einstündige Wanderung in den Wadi hinein. Entlang der Felskanten führt der Weg durch den Canyon. Am Ende der Strecke kommt man zu Pools in denen man schwimmen kann. Wir schwimmen durch die verschiedenen Becken bis ganz zum Ende etwa 20 Minuten bis wir an einer engen Felsspalte ankommen. Durch den engen Spalt kann man bedenkenlos schwimmen und erreicht am Ende eine Höhle mit Wasserfall. Überall wird darauf hingewiesen, dass dieses Abenteuer nur für gute Schwimmer gestattet sei. Für uns - nur mittelmäßig sportlich - war es auf jeden Fall kein Problem die Strecke schwimmend zurück zu legen.

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Zurück am Auto geht es zwei Stunden lang von der Küste in die Wüste Wahiba Sand Desert. Auf dieser Strecke überspringen wir aus unterschiedlichen Gründen einige Sehenswürdigkeiten (Schildkrötentour - viele negative Erfahrungsberichte; Sur - gerade keine Lust auf Stadt; Wadi Bani Khalid - unsicher, ob die Zeit dafür reicht, da wir ein anderes Ziel noch erreichen müssen). Um unser Wüstencamp zu erreichen lassen wir an einer Tankstelle den Reifendruck ab und fahren - im Konvoi mit einem Angestellten des Camps - mit 4x4 Unterstützung tief in die Sandwüste. Wir bewältigen die ein oder andere Düne erfolgreich bevor wir unser gebuchtes Camp erreichen. Auf dem Weg sehen wir immer wieder Kamele vereinzelt in den Dünen stehen. Wer sich die Fahrt durch den tiefen Sand mit 4×4 nicht zutraut kann auch am Büro des Camps in der Stadt das eigene Auto stehen lassen und mit dem Fahrer in dessen Fahrzeug zum Camp gelangen.

Als wir ankommen erwartet uns ein luxuriöses Zelt mitten in der Wüste. Das Zelt hat ein eigenes Bad mit WC und Dusche, das wiederum in einem weiteren kleinen Zelt untergebracht ist. Alles ist mit viel Liebe gestaltet, sehr stilvoll und traditionell eingerichtet. Wir machen einen Spaziergang über die Dünen und genießen die absolute Einsamkeit. Der Sand fühlt sich unter den nackten Füßen unglaublich weich an und das Farbspiel des orangenen Sandes und der beginnenden Abenddämmerung ist fantastisch!

Um 19 Uhr wird uns ein traditionelles arabisches Abendessen serviert. Gemeinsam mit den Zeltbewohnern des anderen Zeltes genießen wir vielfältige Vorspeisen: Salat, Humus und Teigfladen werden gereicht. Der Hauptgang lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig – neben traditionellem Kamelfleisch gibt es Hühnchen, Gemüse, Reis und Linsensoße. Mit den anderen Gästen sind nette Gespräche entstanden und wir haben uns viel über das Reisen im Oman und auf der ganzen Welt ausgetauscht. Ein weiteres Highlight wartet bereits auf uns: Draußen vor den zelten wird ein Lagerfeuer entzündet und so lassen wir den Abend unter einem grandiosen Sternenhimmel am Lagerfeuer ausklingen.

Unsere Eindrücke aus der Wüste:
https://youtu.be/l_VTGBJ0nJU?si=JWXb6owOoVsgqITX
Themenstarter68 Beiträge · seit 202315. Nov. 2024 · #10
29.12.2022 Wahiba Sands - Duqm

Auf dem Highway Richtung Süden bei Sinaw entdecken wir am Straßenrand des Highways mehrere tote Kamele am Straßenrand, offensichtlich an- und überfahren, während diese versuchten (Nachts?) die vielbefahrene Straße zu queren. Dann geht es auf die weniger eintönige Strecke an der Küste entlang. Einen kurzen Abstecher zum Strand Al Khaluf Beach inklusive Offroad-Fahrt mitten auf dem Strand wagen wir an den Sugar Dunes kurz vor Duqm. Am Abend erreichen wir bei wunderschönem Sonnenuntergang nach langer Fahrt unsere Zwischenübernachtung auf dem Weg nach Salalah: Die aufstrebende Hafenstadt Duqm – erkennbar daran, dass es eigentlich eine einzige Baustelle ist. Hier übernachten wir in einem Stadthotel.

30.12.2022 Duqm - Salalah

Das Hotel verlassen wir früh am Morgen, mit dem Ziel noch kurz einkaufen zu gehen. Anschließend geht es weiter Richtung Süden. Bis eine Stunde vor unserer Stellplatz-Suche für die Nacht verläuft die Strecke sehr ereignislos durch langweilige Steppe. Aber immerhin begegnen uns immer wieder Kamele, die uns erfreuen. Doch dann ändert sich die Landschaft schlagartig: Eine traumhafte Straße von der Ebene hinunter zur Küste durch das Gebirge und dann an der Küste entlang mit Kamelherden auf der Straße direkt am Meer. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir unseren Stellplatz den wir über die App iOverlander gefunden haben. Der Platz liegt direkt am Meer zwischen Dünen. Ein wunderschöner Ort an dem wir uns sofort wohl fühlen und komplett alleine sind. Leider ist es an diesem Abend sehr windig, weshalb das kochen sich etwas umständlich gestaltet. Wir erleben erneut einen fantastischen Sternenhimmel und genießen es beim Meeresrauschen einzuschlafen.

Den Roadtrip gen Süden könnt ihr hier miterleben:
https://youtu.be/ttO1wIlZGMc?si=6OpIaQtevoboF1gx
Themenstarter68 Beiträge · seit 202322. Nov. 2024 · #11
31.12.2022 & 01.01.2023 Salalah

Wir werden von einer wunderschönen Morgensonne über dem Arabischen Meer geweckt. Es geht an diesem Tag an der Küste entlang in die Region rund um Salalah, immer wieder begegnen uns Kamele am Straßenrand oder auf der Straße. Zunächst fahren wir auf den 1800m hohen und beeindruckenden Jabal Samhan mit Weitblick in die Ebene, dann zu einem allgemein enttäuschenden Sinkhole (Tawi Atair), und schließlich zum Wadi Derbat. Dort ist es sehr grün und türkisene Wasserbecken und Wasserfälle die terrassenförmig hinabstürzen begeistern uns und wirken unreal in dieser so kargen Landschaft. Dort gibt es außerdem reichlich Kamele die ebenfalls von den Wassermengen zehren und tolle Fotomotive darstellen.

Um 15 Uhr checken wir in unserem Silvester-Hotel Belad Bont in Salalah ein. Pool, Dinner und ein großes schickes Zimmer (2fach-Upgrade auf „Super Deluxe“, wie der Rezeptionist betont) warten auf uns. Das Silvester Buffet ist grandios und übertrifft alle Erwartungen – traditionelle Speisen, die sehr schön angerichtet sind warten auf uns und so lassen wir das Jahr 2022 gemütlich ausklingen.

Während unsere Unterkunft auch für die Neujahrsnacht die gleiche bleibt, erholen wir uns nur wenig, sondern starten die nächste Erkundungstour. Die Stadt Salalah selbst hat nur wenig zu bieten, aber allein die Pflanzenwelt und das damit einhergehende reichhaltige Früchteangebot sind sehr schön und werden von uns genutzt. Hier gibt es riesige Palmenplantagen mit Kokospalmen und Bananenstauden und in der As Sultan Qaboos Street kann man an zahlreichen Obstständen köstliche Früchte und frische Kokosnüsse zum trinken kaufen.

Unser Ausflug heute geht noch ein Stück weiter in den Süden, viel südlicher geht es im Oman nicht mehr. Am Mughsail Beach begegnen wir vielen Kamelen direkt am Strand. Es ist ein einmaliges Erlebnis für uns und diesmal trauen wir uns auch auszusteigen und auf Fellfühlung zu gehen. Die anschließenden Felsfontänen sind leider wegen einer Baustelle gerade nicht zugänglich, dafür geht es über die Zig-Zag-Route über die Berge bis in die Grenzregion zum Jemen. Nirgends kommen sich auf der Arabischen Halbinsel Krieg und Frieden so nahe. Einerseits der Oman, das westlichste und sicherste Land, andererseits der Jemen, in dem seit Jahren Krieg herrscht und man keinesfalls der Grenze zu Nahe kommen sollte.

Gerade hier finden wir einen wunderschönen Ort, wenn nicht sogar den schönsten Camping Spot der Reise: Offroad geht es eine steile Schotterpiste hinunter zur Küste, zu den Stränden von Fayazah. Einsam, türkisblaues Meer, feinsandiger Strand. Perfekt. Als wir unten am Strand ankommen wollen wir direkt schwimmen gehen, so paradiesisch schön sind die Strände. Hier stehen ein paar Camper in den versteckten Buchten. Einige Offroadfahrzeuge mit deutschem Kennzeichen haben hier ein kleines Campingparadies entdeckt. Der Abstecher hier her lohnt sich auf alle Fälle und eignet sich für einen schönen Strandtag sowie zum Campen hervorragend!

Alles rund um Salalah seht ihr hier im Video:
https://youtu.be/XCmUTB19a9E?si=-YHvhGYYnXCUbIjS
Themenstarter68 Beiträge · seit 202330. Nov. 2024 · #12
02.01.2023 Salalah - Nizwa

Genau 888km zeigt das Navi für die heute zurückzulegende Strecke, die uns wieder in den Norden führen soll, an. Eine Planänderung sorgt dafür, dass wir sie in einem Stück zurücklegen und nicht zwischendrin nochmal zur Übernachtung halt machen. Doch wir trauen es uns zu. 3 Fahrerwechsel, 3 halbe Tankauffüllungen (zur Sicherheit, falls die nächste Tankstelle sehr weit weg ist) und sehr viel „Nichts“ später kommen wir in Nizwa an. Dort verpflegen wir uns noch an der warmen Theke des hiesigen Supermarkts und finden nach einem längeren Umherirren in den Gassen der Altstadt unsere Unterkunft in einem traditionellen Bait, einem Lehmhaus. Nach der Ankunft machen wir noch einen Nachtspaziergang um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen.


03.01.2023 Nizwa

Das Bait – unsere Unterkunft im Altstadtbereich von Nizwa – ist wirklich sehr traditionell mit einer tollen Aussicht von der Dachterrasse auf das Fort. Am Morgen besichtigen wir die Stadt Nizwa mit seinem Fort und dem Souq. Das Fort schauen wir uns eigenständig ohne die angebotene Führung an und entdecken den wunderschönen Palmenhain, und die alten Gemäuer. Auch kann man hier der Zubereitung des Omani Bread zuschauen. Der Souq ist viel schöner als der Muthra Souq in Maskat. Gewürze, Tonkunst, omanische Spezialitäten, so hatten wir uns das gewünscht. Wir fühlen uns hier sehr wohl, auf dem Markt wird man komplett in Ruhe gelassen und kann gemütlich in den Läden nach schönen Souvenirs stöbern. Außerdem findet man hier fantastische Foto- und Videomotive:

Bei YouTube ansehen ↗

435 Beiträge · seit 201201. Dez. 2024 · #13
Reisemaus schrieb:Hallo Cleo und Nico,
Nachdem ich für nächstes Jahr noch ein spannendes Reiseziel suche, kommt Euer Bericht gerade richtig.
Das hört sich ja richtig gut an und hat mich neugierig gemacht!
Was würdet Ihr denn als den größten Unterschied zu einer Reise im Dachzelt in Namibia/Botswana bezeichnen, außer dass die wilden Tiere fehlen 😄 ? Und was war toller/ spannender/ beeindruckender als dort?
Würde mich interessieren….
Vielen Dank und viele Grüße
Doro
Hallo Doro
Wie schon Cleo geschrieben hat, kann man Oman nicht mit Namibia vergleichen. Wir waren 4 Wochen mit dem Dachzelt unterwegst. Die Ausrüstung liess sehr zu wünschen übrig und der 4x4 war mit Strassenreifen bestückt... Wir haben trotzdem einiges abseits der Strasse befahren, wenn auch mit etwas mulmigem Gefühl manchmal. Einmal sind wir steckengeblieben, aber es war kalkuliertes Risiko in der Nähe eines Dorfes und ein freundlicher Fischer hat uns rausgezogen.
Wir hatten grösstenteils tolle Camping-Spots ohne jegliche Infrastruktur. Ausser dem Spaten haben wir in Dörfern die öffentlichen Toiletten aufgesucht oder in Restaurants. Zwischendurch waren wir auch in Hotels zum Duschen und Waschen.

Positiv:
- tolle, abwechslungsreiche Landschaften
- interessante Einblicke in den Alltag der Menschen an den Wochenmärkten. Der authentischste war in Ibri mit der Viehauktion am Freitagmorgen
- kulturelle Highlights wie Forts, Moscheen etc.
- freundliche Menschen
- stets ein sicheres Gefühl

Negativ:
- auch am abgelegentsten Ort lag Abfall rum, z.B. die Plasticsicherungen der Pet-Flaschen. In Muskat ist es allerdings sehr sauber. Wir haben in einem Wadi campiert und einheimische Ausflügler haben ihren Abfall fein säuberlich in einen Abfallsack gepackt aber im Wadi stehen lassen. Am nächsten Morgen kam tatsächlich ein Pickup und hat diesen und weiteren herumliegenden Abfall eingesammmelt.
- die vielen Gastarbeiter aus Pakistan, Jemen... werden nicht wirklich nett behandelt. Mit ihnen hat man in Restaurants, Läden und Tankstellen am meisten zu tun.
- Preis/Leistung stimmt nicht immer überein
- gewisse Orte sind am Wochenende (Freitag/Samstag) oder an Feiertagen völlig überlaufen, insbesondere die Wadis

Falls ihr noch mehr Eindrücke wollt, findet ihr hier unsere Bilder.

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter68 Beiträge · seit 202309. Dez. 2024 · #15
Danke an "D und M" für die Ergänzungen und eigenen Eindrücken, denen wir Großteils zustimmen. Auch toll eure Fotosammlung.
Da ist ja sicher etwas für @Schneewie dabei! Das ist ja super, wenn es sich so ergänzen kann.
Themenstarter68 Beiträge · seit 202309. Dez. 2024 · #16
03.01.2022 Nizwa - Jabal Akhdar

Vom Talkessel Nizwa geht es nun in die umliegenden Berge. Die Fahrt auf den Jabal Akhdar hatten wir uns jedoch anders vorgestellt. Eine zweispurige Autobahn führt hoch ins Gebirge, hier hatten wir eher eine Schotterpiste erwartet. Bevor man die steile asphaltierte Bergstraße erklimmt muss man an einem Polizeiposten vorbei, wo unsere Führerscheine kontrolliert werden. Zudem dürfen hier nur Autos mit 4×4 Antrieb hoch fahren (Warum das so ist, erschließt sich uns nicht ganz). Auch nach einer Stunde Fahrt, bis zur letzten Abbruchkante an die diese Straße führt, säumen Straßenlaternen die Route und sie ist sehr gut ausgebaut. Auch Siedlungen findet man hier oben auf 2500m Höhe. Wir finden einen Stellplatz mit fantastischer Aussicht, machen uns ein Lagerfeuer und entspannen uns. Einzig die Temperatur von 5°C bereits am Abend macht uns etwas Sorge und wir bereiten uns Wärmflaschen vor, ein Kontrast zu den 30°C noch vor wenigen Stunden.

04.01.2022 Jabal Akhdar - Jabal Shams - Misfah Al Abriyeen

Durchgefroren fahren wir am nächsten Morgen am Schloss von Jibreen und dem Fort von Bahla vorbei hinein ins Wadi Tanuf. Das erste Offroad-Abenteuer für heute. Das Wadi ist sehr schön und lädt zu einer kleinen Pause im Schatten der riesigen Gebirge ein.

Kurz darauf folgt das zweite Offroad Abenteuer mit der Anfahrt zum Jabal Shams. Die Asphaltstraße wechselt irgendwann zur Schotterpiste. Oben angelangt sieht man die Abbruchkante und man kann tief in den Canyon blicken. Da das noch nicht genug Offroad-Strecke für Nico ist, fahren wir nun noch eine Runde durch Bergdörfer, erstmals auf dieser Reise werden Nico und das Auto richtig gefordert.

Am späten Nachmittag kommen wir in Misfah Al Abriyeen an, wo wir von der Gastgeberfamilie einer kleinen Ferienwohnung bekocht werden. Der Ort liegt am Hang, sodass wir auch noch beim Spaziergang einen tollen Blick in die beleuchtete Ebene von Nizwa genießen.

05.01.2022 Misfah Al Abriyeen - Wadi Bani Awf

Misfah Al Abriyeen gilt als eines der schönsten, ursprünglichsten Dörfer des Omans. Im unteren Teil des Ortes liegen einzelne Häuser wunderschön in einem Palmenhain versteckt. Zwischen Reisterrassen verlaufen die typischen omanischen Bewässerungskanäle. Oberhalb sind die alten Häuser zu sehen, die wohl zunehmend auf Tourismus ausgelegt werden und mit vielen Kaffees gestaltet.

Dann geht es wieder durch die Berge, ein letztes mal. Aber auch die herausforderndste Offroad-Strecke. Ab Sharaf Al Alamayn geht es steil und holprig über dutzende Kilometer, teilweise in Schritttempo, den Berg hinab. Der heutige Tag endet im anschließenden Wadi Bani Awf, wo wir die letzte Campingnacht verbringen.

Eine filmische Zusammenfassung dieser wunderschönen Tage in den Bergen des Oman findet ihr hier:
https://youtu.be/gmSHSXZWO5E?si=JlDVHkM3AcZMn9C6
725 Beiträge · seit 201710. Dez. 2024 · #17
reiseeuphorie schrieb:Danke an "D und M" für die Ergänzungen und eigenen Eindrücken, denen wir Großteils zustimmen. Auch toll eure Fotosammlung.
Da ist ja sicher etwas für @Schneewie dabei! Das ist ja super, wenn es sich so ergänzen kann.
Mit den Photos meinte ich, das es schön wäre, wenn die im Reisebericht hier direkt mit eingebunden wären.
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
Themenstarter68 Beiträge · seit 202315. Dez. 2024 · #18
06.01.2022 Wadi Bani Awf - Maskat

Der Vormittag besteht aus der Rückfahrt zur Hauptstadt, da noch genug Zeit bis zur Abgabe des Mietwagens ist, nehmen wir uns noch etwas vor, was wir aus Zeitmangel am Regentag nicht geschafft haben:

Wir fahren zum Aussichtspunkt Bandar Al Khairan, der allerdings am heutigen Freitag stark bevölkert von Omanis und indischen Gastarbeitern. Das führt soweit, dass die Menschen vor ihren geöffneten und mit essen gefüllten Kofferräumen auf Picknickdecken sitzen, gefühlt ihre komplette Wohnzimmereinrichtung dabei haben und aus riesigen Lautsprechern laut Musik jedes Genres hören. Das stört das eigentlich so schöne Ambiente sehr. Dennoch können wir einen Abstecher hierher sehr empfehlen – die Aussicht ist wunderschön und man kann hier auch Schwimmen gehen. Am Nachmittag kommen wir zurück an die Lana Villa, wo unsere Reise begann.


07.01.2022 - Ausflug Daymanyiat Islands

Bereits um 6 Uhr klingelt der Wecker. Es geht mit dem Taxi zum Hafen Al Mouj. Dort werden wir von Captain Fahad empfangen. Er lenkt ein Boot, das uns gemeinsam mit 8 weiteren Abenteuerlustigen zu den Daymanyiat Islands schippert. Nach 45 Minuten Fahrt sind wir an dem im Golf von Oman gelegenen Schnorchel Paradies angekommen.

An zwei verschiedenen Spots Schnorcheln wir uns sehen viele bunte Fische, Korallen und: Meeresschildkröten unterschiedlicher Größe! Ein absolutes Highlight für uns und der perfekte Abschluss der Reise. Zu anderen Jahreszeiten kann man hier sogar mit Mondfischen und Walhaien schwimmen. Uns begeistern schon die Schildkröten sehr. Die 4,5 stündige Tour hat uns viel Freude gemacht und wir können sie auf alle Fälle sehr empfehlen!

Nach einem letzten Stopp an einer einsamen, paradiesischen Sandbucht mit weißem Sand und türkis blauem Wasser geht es wieder zurück Richtung Maskat. Den Rest des Tages verbringen wir wieder in der Lana Villa bevor wir bald mit dem Taxi zum Flughafen fahren. Und damit gehen zwei tolle Wochen in einem faszinierenden Land zu Ende.

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