Straßenbeschaffenheit

37 Antworten · 2'864 Aufrufe · gestartet 03. Okt. 2024 von madin
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294 Beiträge · seit 200704. Okt. 2024 · #21
pollux schrieb:Ich habe bisher nur Calcrete gesehen als Material, auch in Südafrika. Und ja, das ist kein Hartgestein. Wird aufgebracht, grob gewalzt gewässsert und dann final geglättet/gewalzt. Das hält schon einige Zeit. Das Problem in Etosha und Sossusvlei-Walvis Bay ist halt, wenn man nur hobelt bringt das gar nichts.
Sehr richtig. Die Showveranstaltungen bringen nix.
Nochmal: Wenn man es dauerhaft herstellen möchte, kostet es eben... Wenn man nicht möchte, dann eben nicht...
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294 Beiträge · seit 200704. Okt. 2024 · #22
tacitus schrieb:
Aber der Calcrete in A ist eben nicht gleich der Calcrete in B oder C....
Natürlich nicht. Das ist aber nur die "halbe" Miete.
Es braucht eine Tragschicht (mit einem entsprechenden Bindemittel (auch in Namibia wird es Bitumen sein und nicht Teer) in einer entsprechenden Stärke (8 cm reichen bei gelegentlichen Schwerverkehr sicher nicht aus, ich würde sicher min 12cm vorschlagen), dann eine bituminöse Binderschicht (eher 8 cm) und zum Schluss eine bituminöse Deckschicht (3-4cm). Alle Zuschlagstoffe nach einer entsprechenden Sieblinie.
Wenn man meint, man müsste DAS nehmen, was "um die Ecke liegt", dann wird das nix 🤩
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1'128 Beiträge · seit 202204. Okt. 2024 · #23
Achim G. schrieb:
tacitus schrieb:
Vielleicht meldet sich ein Fachmann ……… wäre interessant
Magst mir nicht glauben?
Aber unbedingt 😁 und schön, dass du dich (PS: erkennbar als solcher) outest 😁 und Fachwissen einbringst und aussprichst und mit Fachkompetenz unterlegst, was nötig wäre.
Aber das was du, pollux und viele andere hier und in verwandten Themen einbrachten, stößt nicht auf Zustimmung. Die Mehrheit will "gravel", denn nur das vermittelt ihnen das Gefühl vom Abenteuer in Afrika. Heißt : es soll schon rumpeln, aber eben nur ein bisschen. 😎
Grüße
Ein heutzutage total unterschätzter und ignorierter Faktor bei der Haltbarkeit von Natur- und Schotterstraßen ist die (Über)Motorisierung moderner Autos und das Unverständnis von Fahrern mit den Kraftpaketen umzugehen. Verschleiß entsteht durch Schlupf am Rad, das ist aber ein eigenes Thema
zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2024
294 Beiträge · seit 200704. Okt. 2024 · #24
tacitus schrieb:
Aber das was du, pollux und viele andere hier und in verwandten Themen einbrachten, stößt nicht auf Zustimmung. Die Mehrheit will "gravel", denn nur das vermittelt ihnen das Gefühl vom Abenteuer in Afrika. Heißt : es soll schon rumpeln, aber eben nur ein bisschen. 😎
Grüße
Bin zwar nicht pollux, möchte aber trotzdem etwas dazu beitragen.
Wir sprechen ja hier "nur" über die "Hauptstraße" von Okaukuejo bis zum Abzweig Halali und weiter dann bis Namutoni. Es gibt doch noch sooooo viel freigegebene Straßen, die mehr oder weniger rumpeln. Wer das bevorzugt: Nur zu 😉

Ich bin mir natürlich darüber im klaren, dass "mein" gut gemeinter Vorschlag nicht umgesetzt wird 🙁
Aber die A1 ist doch auch sehr gut geworden. OK, bin diese nur einmal im fertigen Zustand gefahren, aber so im "Vorbeifahren" = TOP. Haben das nicht die Südafrikaner gebaut? ...ist aber auch egal.
Ein heutzutage total unterschätzter und ignorierter Faktor bei der Haltbarkeit von Natur- und Schotterstraßen ist die (Über)Motorisierung moderner Autos und das Unverständnis von Fahrern mit den Kraftpaketen umzugehen. Verschleiß entsteht durch Schlupf am Rad, das ist aber ein eigenes Thema
Ganz wichtiger Punkt!!
Man rappelt sich so durch, die Hitze nervt 🙂 und plötzlich: WAR DA WAS? Oftmals bremst man da recht beherzt und schon tut das der wassergebundenen Deckschicht nicht gut. Das machen dann am Tag x Fahrzeuge und so bekommt man auch das Wellblech. 😄
Ich bin überhaupt nicht gegen Schotterfahrbahnen, aber dann wäre da (vom Verkehrsaufkommen und der Durchschnittsgeschwindigkeit) doch der DikDikDrive besser geeignet 😁
Will sagen: Nur für wenige Fahrzeuge ist das sicher der richtige Oberflächenbelag 😉

Vor vielen Jahren hatten wir uns einen Terios gemietet. Zwischen Solitaire und Kuiseb haben wir das Armaturenbrett zu zweit festgehalten, damit es an Ort und Stelle blieb... 🤪
Danach wählten wir Hilux oder vergleichbares.
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594 Beiträge · seit 202405. Okt. 2024 · #25
Hallo,
Das Wellblech auf Pisten hat grundsätzlich weniger mit Übermotorisierung, Anhalten, Bremsen, Anfahren etc. zu tun. Es ist einfach ein physikalisches Phänomen. Hier gut beschrieben und unter Abschnitt Forschung gut beschrieben, das es auch im Laborversuch auftritt.
Wens interessiert:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wellblechpiste
VG
zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2024
1'128 Beiträge · seit 202206. Okt. 2024 · #26
Der Test ist bekannt. Aber das
R51 schrieb: Das Wellblech auf Pisten hat grundsätzlich weniger mit Übermotorisierung, Anhalten, Bremsen, Anfahren etc. zu tun....
sagt er mE nicht aus, weil er nur die bekannt Rolle der Geschwindigkeit abbildet ....
....und das Verhalten eines Autoreifens ist auch komplexer als das eines Hartgummirades.

Geschwindigkeit ist jedenfalls nicht der einzige Faktor bei der Entstehung von Waschbrett. Unter realen Fahrbedingungen beginnt es immer mit einer Unebenheit (das sagt ja auch der verlinkte und unzählige andere Artikel), die durch die Reaktion der Federung verstärkt und repliziert wird. Alles was das Fahrwerk in Schwingungen versetzt, wird Wellblech begünstigen. Da Schlupf am Rad immer Dellen in der Fahrbahn produziert, sind auch vom Untergrund nicht übertragbare Beschleunigung oder Verzögerung durchaus Faktoren bei der Entstehung von Wellblech.

mM

Dass diese Faktoren eine Rolle spielen, sieht man an Kurven, Steigungen, vor und nach blinden Kuppen. Ohne derartige Effekte wären die positiven Effekte von weichen Reifen oder Allradmodus nicht erklärbar. Im KTP wird z. B. gebeten, die Reifen auf 1,6 bar abzulassen und, wenn vorhanden, Allrad zu verwenden. Sinnlos und bedeutungslos bei der Entstehung von Waschbrett (weil einfach ein unbeeinflussbares Phänomen) oder nur eine Empfehlung zum leichteren Ertragen des Rüttelns?
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2024
594 Beiträge · seit 202406. Okt. 2024 · #27
@ tacitus,
Ich schrieb "grundsätzlich"
Wenn ein einfaches Rad, welches weder gefedert noch gedämpft ist, weder abgebremst noch beschleunigt wird, welches keinen Fliehkräften ausgesetzt ist, sondern konstant über eine Fläche rollt und trotzdem Wellblech verursacht, kannst du einschalten was du willst, kannst ablassen so weit wie möglich, es bleibt bei der Wellblechbildung.
Das Einzige was die Empfehlungen bewirken ist eine Verzögerung, die Ursache eliminiert das alles nicht.
Die Empfehlung im KTP hat meiner Ansicht nach die gleiche Bedeutung wie bei uns die Verkehrszeichen "30" "Strassenschäden"
Und sicher auch zur Vermeidung hoher Geschwindigkeiten im Park denn jeder weiß, je tiefer das Wellblech, je höher die Geschwindigkeit.
Im KTP fahre ich sogar 0,9 bar und Allrad, damit es erträglich ist und man bei normaler Geschwindigkeit auch noch Tiere gucken kann.
Im Etosha hilft das auch nicht mehr.
VG
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2024
4 Beiträge · seit 202409. Okt. 2024 · #28
Achim G. schrieb:
Es braucht eine Tragschicht (mit einem entsprechenden Bindemittel (auch in Namibia wird es Bitumen sein und nicht Teer) in einer entsprechenden Stärke (8 cm reichen bei gelegentlichen Schwerverkehr sicher nicht aus, ich würde sicher min 12cm vorschlagen), dann eine bituminöse Binderschicht (eher 8 cm) und zum Schluss eine bituminöse Deckschicht (3-4cm). Alle Zuschlagstoffe nach einer entsprechenden Sieblinie.
Zunächst denke ich, dass die Begriffe Bitumen oder Teer oft synonym verwende, wenn man jetzt nichts mit Strassenbau oder Chemie zu tun hat. 🙂

Aber eigentlich wollte ich fragen, warum man in Namibia überhaupt Asphalt-Straßen baut und nicht Beton-Straßen wie z. B. in Texas? Letztere sollten doch für diese Umgebung besser geeignet sein und die Rohstoffe dafür gibt es ja in Namibia. Ich wundere mich darüber schon länger.
294 Beiträge · seit 200709. Okt. 2024 · #31
KlausPI schrieb:

Zunächst denke ich, dass die Begriffe Bitumen oder Teer oft synonym verwende, wenn man jetzt nichts mit Strassenbau oder Chemie zu tun hat. 🙂
🙂 Das mag sein, aber es sind eben zwei verschiedene Bindemittel.
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1'128 Beiträge · seit 202209. Okt. 2024 · #32
Anschließend an den "Beton" ist das jetzt ein (historisches) OT für an und über afrikanische Straßen Interessierte und Versierte, das mir anlässlich dieser Debatte über dieses Uraltthema wieder eingefallen ist. In modern times ist das längst hinfällig, also bitte nicht darauf herumhacken.
Im ehemaligen (Süd)Rhodesien gab es ja im zweitrangigen Straßennetz die sogenannten strip roads. Das war eine ein, eher halb-, -spurige Sparvariante einer Teerstraße (sorry Achim G. 😎 ), mit breitem, befestigtem Bankett zum Ausweichen bei Gegenverkehr.

107_23_45b.jpg


Darauf konnte man sich aber nicht verlassen und das war immer spannend; an nicht einsehbaren Kurven und Kuppen gab es fürchterliche Unfälle.

In Südafrika hat sich die Zementindustrie damals ebenfalls über die Weiterführung dieses Konzepts für Nebenstraßen Gedanken gemacht, allerdings mit vorgefertigten überlappenden Betonplatten und in Namibia damit Versuchsstrecken errichtet. Darüber spuckt mein Archiv das hier aus
http://www.sept.org/techpapers/7.pdf
Ich hab’s nicht noch ein Mal gelesen, fachliche Kritik bitte an Concor Technicrete oder gleich an Klaus Dierks..... 😉
Grüße
In der Sache selber wird in diesem unendlichen Thema mE letztendlich die Kostengegenüberstellung von Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten einer Schotterstraße gegenüber einem „geteerten“ 😎 Neubau mit langer Haltbarkeit aber dann geringeren Erhaltungskosten ausschlaggebend sein. Ab einer bestimmten Verkehrsleistung wird Letztere wirtschaftlicher sein. Die Detail wissen Achim G und andere Fachleute.
Somit liegt alles in der Hand der Touristen und Touristiker.... 😎
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2024
60 Beiträge · seit 202109. Okt. 2024 · #33
Hallo,

so ein ähnliches Konzept gibt es auf der R329 zwischen Steytlerville & Willowmore im Eastern Cape in Südafrika. Mit Betonplatten als Fahrbahn.
r329_steytlerville-willowmore.jpg

Normale Betonstraßen gab/gibt es dort natürlich auch. Die erste Betonstraße wurde zwischen Calitzdorp & Oudtshoorn in der Klein Karoo - Parallel zur heutigen R62 - gebaut, diese wurde aber in den letzten 2 Jahren durch eine neue Asphaltstraße ersetzt. Quelle habe ich leider aktuell nicht zur Hand.
Edit: Ergänzung Calitzdorp-Oudtshoorn gebaut 1946-1950/1951 aus "Mountain Passes, Roads and Transportation in the Cape - a Guide to Research" von Graham Ross, der wiederum auch auf "The little Karoo" von Jose Burman verweist.

Viele Grüße,

E+S
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2024
4 Beiträge · seit 202410. Okt. 2024 · #34
Achim G. schrieb:
KlausPI schrieb:

Zunächst denke ich, dass die Begriffe Bitumen oder Teer oft synonym verwende, wenn man jetzt nichts mit Strassenbau oder Chemie zu tun hat. 🙂
🙂 Das mag sein, aber es sind eben zwei verschiedene Bindemittel.
🙂 Einigen wir uns einfach auf Asphalt? 😄
4 Beiträge · seit 202410. Okt. 2024 · #35
tacitus schrieb:
In Südafrika hat sich die Zementindustrie damals ebenfalls über die Weiterführung dieses Konzepts für Nebenstraßen Gedanken gemacht, allerdings mit vorgefertigten überlappenden Betonplatten und in Namibia damit Versuchsstrecken errichtet. Darüber spuckt mein Archiv das hier aus
http://www.sept.org/techpapers/7.pdf
Ich hab’s nicht noch ein Mal gelesen, fachliche Kritik bitte an Concor Technicrete oder gleich an Klaus Dierks..... 😉
Ein sehr interessantes Dokument, vielen Dank. Anscheinend war man überrascht, wie stark/häufig die neue Nebenstrasse benutzt wurde. Ein Aspekt des Projektes schien auch zu sein, zur Beschäftigung beizutragen also arbeitsintensive Methoden zuzulassen.

Die Website des 2005 verstorbenen Klaus Dierks ist noch immer abrufbar https://www.klausdierks.com (deutsch und englisch) und hat mehr als Straßenbau in Namibia zu bieten, obwohl das auch für mich sehr interessant war.
4 Beiträge · seit 202410. Okt. 2024 · #36
travelNAMIBIA schrieb:Beton ist u.a. viel teurer. Hier bekommt man einen guten einfachen Vergleich der Vor- und Nachteile: https://www.perrinconstructionredding.com/blog/2018/9/25/concrete-vs-asphalt-roads-pros-and-cons-of-each
Sehr interessant, wenn auch nur ein grober Überblick und kein Vergleich von Teststrecken. Ich fasse mal kurz zusammen:
  • Beton ist deutlich langlebiger (40 anstatt 10 Jahre), kleine Reparaturen/Ausbesserungen aber teurer
  • Mehr Fahrgeräusch aber spritsparender
  • Nachteil: Saugt im Gegensatz zu Asphalt keine ausgelaufenen Betriebsflüssigkeiten auf 😕
  • A
ndere Punkte sprechen eigentlich für Beton in Namibia oder vergleichbaren klimatischen Verhältnissen
294 Beiträge · seit 200710. Okt. 2024 · #37
KlausPI schrieb:
Achim G. schrieb:
KlausPI schrieb:

Zunächst denke ich, dass die Begriffe Bitumen oder Teer oft synonym verwende, wenn man jetzt nichts mit Strassenbau oder Chemie zu tun hat. 🙂
🙂 Das mag sein, aber es sind eben zwei verschiedene Bindemittel.
🙂 Einigen wir uns einfach auf Asphalt? 😄
🤩
Eher nicht... 🙂
Bitumen = Bindemittel
Teer = Bindemittel
Asphalt = Mischung aus Bitumen und Gesteinsmischung (in unterschiedlicher Körnung / Sieblinie)
Aber wenn Du damit meinst, dass es der Begriff für den aktuellen Baustoff zur Herstellung von befestigten Straßen ist (so ganz allgemein... 😉 ), dann gerne! 🙂
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1'128 Beiträge · seit 202210. Okt. 2024 · #38
Guten Abend KlausPI
@ Dierks schätze ich auch so ein. Jedenfalls Danke für die Richtigstellung. Eigentlich wusste ich das…. war schlampig. 😊
zuletzt bearbeitet 10. Okt. 2024