Hilfe bei Pflanzenbestimmung

5 Antworten · 771 Aufrufe · gestartet 08. Sept. 2024 von BikeAfrica
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200608. Sept. 2024 · #1
Hallo zusammen,

ich habe hier kein Foto, sondern versuche es mit einer Beschreibung. Es gibt in Namibia so komische stachelige "Samenkapseln", die ich immer Morgensterne nenne. Die sind rund, etwa 8 mm groß und rundum stachelig. Das fiese Zeug stammt von Pflanzen am Straßenrand, wächst aber zum Teil auch auf dem Grün von Campingplätzen. Es scheint von einer Art Gras zu sein.

Die Dinger fallen einem Autofahrer oder Fußgänger vielleicht gar nicht auf, aber für Radfahrer sind sie die Pest. Die bohren sich in die Reifen und man kann sie kaum entfernen, weil sie ja von allen Seiten stachelig sind. Entfernt man sie nicht, arbeiten sie sich mit jeder Umdrehung des Rades weiter, bis ... pffft ...

Manchmal bricht die Kapsel auch ab und ein einzelner Stachel/Dorn bleibt stecken. In Stampriet habe ich das Fahrrad von der Piste mal 20 Meter über Wiese (Campingplatz) geschoben. Pffft vorne, pffft hinten - In jedem Schlauch 2-3 Löcher und dann muss man ja die ganzen stacheligen Dinger noch innen aus dem Mantel friemeln inkl. der Dinger, die es noch nicht ganz hindurch geschafft haben, aber es innerhalb der nächsten 100 Meter tun würden.
Zum ersten Mal habe ich die Dinger schon vor über 20 Jahren auf der Straße zwischen Windhoek und Okahandja kennengelernt. Gegenverkehr von vorne, Sattelschlepper von hinten. Lautes langes Hupen ... Mein Rückspiegel sagte mir, dass die Straße für uns drei nicht breit genug ist und mein Verstand sagte mir, dass ich der erste von uns dreien sein würde, der diesem Umstand zum Opfer fallen würde.
Starkbremsung ... ab von der Straße und fünf Meter am Straßenrand entlang. Pffft vorne, pffft hinten ... jeweils mehrere Löcher im Schlauch und halbe Stunde Zwangspause.

Was sind das für Pflanzen?

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'942 Beiträge · seit 201108. Sept. 2024 · #2
Hallo Wolfgang, ich nehme an, du meinst den devils thorn. https://www.alamy.com/tribulus-terrestris-devils-thorn-seed-image567055276.html Ich hoffe, ich darf diesen link reinstellen, denn Foto habe ich auch keines. Dafür aber jede Menge Erfahrungen. Die Dinger (sie sind dann braun und steinhart), bohren sich auch in Fußsohlen und sind entsprechend schmerzhaft zu entfernen 😈

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200609. Sept. 2024 · #3
Danke! Genau die Drecksdinger sind das.
Ich habe mal nach dem lateinischen Namen gegoogelt, der auf der Website genannt ist und gesehen, dass das Zeug ja sogar eine medizinische Wirkung hat und man Kapseln mit dem Wirkstoff kaufen kann. Wenigstens hat das Zeug ja dann noch einen Nutzen außer nur den, harmlose Radfahrer zu ärgern.
Reingetreten bin ich da nie, aber platte Reifen ohne Ende. Ich bin durch 16 afrikanische Länder geradelt und hatte in Namibia deutlich mehr Platten als in allen anderen Ländern zusammen.

Ich habe meist den ganzen Schlauch gewechselt und dann abends die Löcher geflickt. Meist findet man nämlich schnell ein Loch, flickt das und baut zusammen und nach 'nem Kilometer merkt man, dass man offenbar ein zweites übersehen hat und dann geht der ganze Mist von vorne los.
In Sesriem habe ich mal abends bei einem Bier auf dem Campingplatz gesessen und fünf Schläuche geflickt. Da hat auch mal jemand ein Foto davon gemacht (aber das habe ich leider nicht).

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
4'140 Beiträge · seit 200909. Sept. 2024 · #4
Hallo Wolfgang,
du hast diese Pflanze ganz richtig beschrieben, sie heißt auch "Morgenstern" ! Lat. tribulus zexheri. Sie ist nach der Regenzeit nahezu überall in Namibia zu finden, für Radfahrer ein Graus. Unplattbare reifen von Schwalbe helfen ein wenig.
Eine kleine Anekdote am Rande: Vor Jahren campten wir im Daan Viljoen Park bei Windhoek. Ein Auto Neuankömmlinge fuhr vor. Zwei Jungen stiegen barfuß aus. Ich sagte zu meiner Tochter: "Ich zähle bis 10, dann schreien sie!" 🤩 Ich bin nur bis 4 gekommen. 😄 😄
LG Burschi
Hier zwei Bilder der Pflanze, die auch gerne für Wolfgang am Straßenrand wächst.

P1020862.JPG


P1020867.JPG
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 09. Sept. 2024
33,1k Beiträge · seit 200609. Sept. 2024 · #5
Sie ist nach der Regenzeit nahezu überall in Namibia zu finden, für Radfahrer ein Graus. Unplattbare reifen von Schwalbe helfen ein wenig.
Und leider ein deutliches Zeichen für Übergrasung, da Morgensterne in aller Regel nur auftauchen, wenn das mehrjährige Gras zu weit abgegrast wurde.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200609. Sept. 2024 · #6
Burschi schrieb:Unplattbare reifen von Schwalbe helfen ein wenig.

Die einzigen unplattbaren Reifen sind Vollgummireifen. Das fährt sich dann wie ein Fahrrad von 1850.
Vor meiner Tour durch Kamerun habe ich mir so "tolle" Reifen von Schwalbe gekauft. Jeder davon war damals teurer als ein Winterreifen für mein Auto. Nach einer Woche war der erste "unplattbare" Reifen schon über ca. 25 cm aufgerissen. Davon hat man in Kamerun dann Schnürsenkel hergstellt.
Ich habe Fotos davon an die Firma geschickt (den kaputten Reifen habe ich natürlich nicht wochenlang auf dem Fahrrad mitgekarrt). Die Reaktion der Firma war unterirdisch. Kulanz Fehlanzeige. Seitdem kaufe ich keine Reifen mehr von denen. Wenn man mit "unplattbar" Werbung macht, sollten Reifen schon länger halten als eine Woche bis zum völlig zerfetzten Zustand.
Es gibt andere Firmen, die Kevlar oder Aramid in die Laufflächen der Reifen einarbeiten.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 09. Sept. 2024