Als Rentner in Namibia

50 Antworten · 13,2k Aufrufe · gestartet 27. Juli 2024 von Premium2006!!
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674 Beiträge · seit 202429. Juli 2024 ·
Lieber Swakop,
Deiner Einlassung widerspreche ich zu 100% und in allen Punkten.
VG
33,4k Beiträge · seit 200629. Juli 2024 ·
In Deinem Falle würde ich von Einzelfall sprechen.
Ich auch. Das private Gesundheitssystem steht z. B. dem deutschen in nichts nach. Das zeigen ja auch unabhängige Studien. Derzeit können 98 Prozent der bekannten Erkrankungen und Fälle in Namibia behandelt werden, dazu eben auch Herz-OPs usw. Diese Quote erfüllen in Afrika meinem Kenntnisstand nach noch Südafrika und Ägypten. Alle anderen Fälle (es ist eine zweistellige pro Jahr; vor 15 Jahren waren es noch tausende pro Jahr) werden weiterhin nach Südafrika transferiert. Wenn man die richtige Versicherung hat oder genügend Geld, ist man im privaten Gesundheitssektor hier meiner Erfahrung nach genauso gut aufgehoben wie z. B. in D. Das einzige was anders ist, ist, dass man eben nicht 100 Fachärzte einer Richtung zur Auswahl hat, sondern eben auf wenige zurückgreifen kann. Für einige Monate gibt es aber immer mal wieder auch Engpässe bei sehr spezialisieren Fachärzten wie Neurochirurgen usw (davon gibt es aber mittlerweile wieder drei in Windhoek).

Beste Grüße
Christian
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
33,4k Beiträge · seit 200629. Juli 2024 ·
Nimm Deine Rentenversicherungsnummer und kontaktiere die deutsche Rentenversicherung in Berlin, oder suche einen Rentenberater auf..
Zu dem Thema könne als erste Information auch dies helfen: https://windhuk.diplo.de/na-de/service/-/2172870?openAccordionId=item-2172874-6-panel
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast29. Juli 2024 ·
Warthog2023 schrieb:2. Wer sich von der deutschen Steuer abmeldet, verliert ca. 50% seiner Rente wegen angeblich günstiger Lebensführung und 25%
Steuern ab dem ersten Euro (Finanzamt Neubrandenburg). Man wird genötigt, sich weiterhin lebenslang der deutschen Steuer zu
unterwerfen, auch wenn man im Ausland wohnhaft ist, und obwohl dieses ein Gesetzesverstoß sein kann am neuen Wohnsitz.

Magst du das bitte näher erklären, das habe ich so noch nie gehört.
Wenn Du Dich als Rentner in einem EU-Land oder in einem Land niederlässt, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat, dann bekommst Du die volle Rente. In allen anderen Ländern KANN es Abzüge geben. Das muss Du für deinen individuellen Fall abklären.

Steuern: Wenn Du deutsche Rente in Namibia beziehst, bist Du in Deutschland standardmäßig nur "beschränkt steuerpflichtig". "beschränkt steuerpflichtig" klingt gut, weil man intuitiv denkt, dass nur beschränkt zu Steuern in Deutschland verpflichtet zu sein, ja besser sein muss als "unbeschränkt". Ist aber genau umgekehrt. Wenn Du nur "beschränkt steuerpflichtig" bist, gilt für Dich der Grundfreibetrag zur Sicherung des Existenzminimums nicht. Bei "unbeschränkt steuerpflichtig" sind die ersten 967 Euro Deiner Rente wegen des Grundfreibetrages pro Monat steuerfrei. Bei "beschränkt steuerpflichtig" zahlst Du ab dem ersten Euro Steuern nach Grundtarif. Du kannst aber einen Antrag stellen, dass Du in Deutschland "unbeschränkt steuerpflichtig" sein möchtest. Das kann aber wieder andere Nebenwirkungen haben und musst Du im Einzelfall abwägen. Dann spielt noch das Doppelbesteuerungsabkommen mit Namibia eine Rolle.

Es ist alles kompliziert und Du brauchst da auf jeden Fall professionelle Beratung, sonst kann es im Worst-Case sein, dass Du nur halb so viel Rente zur Verfügung hast wie angenommen.
Swakop52 schrieb:Wir haben uns eine andere Möglichkeit überlegt:
Man lege € 50.000 = N$ 1 Mio als Festgeldkonto an und halte es als Versicherung für den Notfall, und spart die Zinsen auch an.
Das ist sicher viel besser als nichts, aber für mehrere große Operationen, eine Krebsbehandlung, eine Transplantation oder Dialyse reicht das eher nicht. Da muss dann viel hoffen dabei sein, dass einen bestimmte Erkrankungen nicht treffen.

Grüße
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2024
537 Beiträge · seit 202029. Juli 2024 ·
Swakop52 schrieb:In Deinem Falle würde ich von Einzelfall sprechen.
Ich stimme dem auch zu. So wie es klingt, war der genannte Fall ja tatsaechlich etwas sehr Seltenes, somit wuerde so etwas dem Grossteil niemals passieren. Ich habe mich hier bei noch jedem Krankenhausaufenthalt absolut gut aufgehoben und wohl gefuehlt (den Umstaenden entsprechend). Was ich von den wenigen KH Aufenthalten in D nicht sagen kann, wobei ich selber Krankenschwester bin und weiss, wie das hinter den Kulissen ausschaut.
Ebenso denke ich nicht, dass man in Namibia schlechter dran ist wenn es darum geht, eine Diagnose fuer ein Leiden zu finden. In D waere mein Schwiegervater fast gestorben, weil die Aerzte ueber Wochen den Grund fuer seinen geringen Appetit und dem schnellen Gewichtsverlust (ein Darmverschluss) nicht finden konnten. Eine zufaellig vorbeikommene Aerztin, die sein Roentgenbild im Vorbeilaufen anschaute hat ihm das Leben gerettet.
Auch ein Einzelfall natuerlich - aber genau deswegen habe ich keine Bedenken, hier in Namibia zu leben und mich auch hier behandeln zu lassen.
Wir zahlen zu zweit uebrigens so um die 200 Euro im Monat. Fuer eine namibische Krankenversicherung - allerdings muessen wir meist ab Mitte des Jahres ambulante Behandlungen selber zahlen weil unser Tarif dann depleted ist. Ist aber nicht schlimm, so teuer sind ambulante Behandlungen nicht, und alles was nicht akut ist, kann man ja auf das naechste Jahr verschieben.
674 Beiträge · seit 202429. Juli 2024 ·
Hallo,
Ich sehe hier keinen Grund, den Menschen die in Namibia leben ihren Glauben an das Gute abzusprechen. Deswegen schildere ich die erlebten Zustände nicht, ich habe meine Konsequenzen aus der Erfahrung von beiden Gesundheitssystemen, hier in Deutschland und in Namibia, gezogen.
Ich wollte es lediglich erwähnen, sich auch damit bei seiner Auswanderung, gerade als Rentner, zu beschäftigen.
Der vermeintliche Einzelfall könnte jeder selber sein, wo Notruf, Rettungsdienst, Besetzung Notaufnahme, Weiterbehandlung in Fachabteilung ganz wichtig werden können.
Mein Fazit ist eben entäuschend. Und in diese Richtung sollte jeder Neunamibier seine Akzeptanzschwelle prüfen.
Ich kenne Namibia seit nun mehr 25 Jahren und hatte da scheinbar andere Erwartungen.
Edit: Mein Satz dazu den ich neuerdings immer sage....gut das du da lebst, wo nach dem Anruf der 112 innerhalb von 10 Minuten der Rettungshelikopter auf deiner Straße landet und der Notarzt neben deinem Bett steht.....
VG
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2024
1’222 Beiträge · seit 201029. Juli 2024 ·
R51 schrieb:Hallo,
Ich sehe hier keinen Grund, den Menschen die in Namibia leben ihren Glauben an das Gute abzusprechen. Deswegen schildere ich die erlebten Zustände nicht, ich habe meine Konsequenzen aus der Erfahrung von beiden Gesundheitssystemen, hier in Deutschland und in Namibia, gezogen.
Ich wollte es lediglich erwähnen, sich auch damit bei seiner Auswanderung, gerade als Rentner, zu beschäftigen.
Der vermeintliche Einzelfall könnte jeder selber sein, wo Notruf, Rettungsdienst, Besetzung Notaufnahme, Weiterbehandlung in Fachabteilung ganz wichtig werden können.
Mein Fazit ist eben entäuschend. Und in diese Richtung sollte jeder Neunamibier seine Akzeptanzschwelle prüfen.
Ich kenne Namibia seit nun mehr 25 Jahren und hatte da scheinbar andere Erwartungen.
VG
"Über Fehlentwicklungen zu schweigen ist das Schlimmste, denn man beraubt die Menschen der Möglichkeit, etwas zu korrigieren".

Die ganze moderne Medizin ist auch nicht immer Lebensretter.
Seit mehr als 30 Jahren sterben in Deutschland massenhaft Menschen an Krankenhauskeimen. Schau Dir die Statistiken an.
Das ist eindeutig ein Hygieneproblem. In NL hat man das im Griff, in D zieht es immer größere Kreise.
Was hilft also die ach so moderne Medizin wenn man hinterher entweder tot oder gliedamputiert aus dem KH geschafft wird?
Da kann ich Dir selbst hanebüchene Dinge auflisten aus der angeblich so weltberühmten Charité in Berlin!

Wir wissen aber auch um die Probleme der Pflege in Namibia, auch in den Privatkliniken. Da gibt es nichts zu deuteln. Spricht man es an, setzt sogleich der Turbo der Empörungskultur ein. Also schweigt man und versucht dem das Beste abzugewinnen.

Aber was Du entschieden hast ist Deine Entscheidung und die gilt es zu respektieren.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
1’174 Beiträge · seit 202229. Juli 2024 ·
Sehe das auch so wie
mitglied19210 schrieb:....Das ist sicher viel besser als nichts, aber für mehrere große Operationen, eine Krebsbehandlung, eine Transplantation oder Dialyse reicht das eher nicht. Da muss dann viel hoffen dabei sein, dass einen bestimmte Erkrankungen nicht treffen.... Grüße
und auch von R51 betr. Obergrenzen gesagt. Dass man bei „(budget) depleted“ einfach auf das nächste Jahr verschiebt (makis), geht bei lebensbedrohlichen Krankheiten eben nicht.

Ein Beispiel aus der Praxis in RSA: Mittelständler im Ruhestand, nach 40 bis 45 Jahren Erwerbstätigkeit und Versicherungen in RSA. Schon in guten Zeiten wären ohne die fast Gratisversorgung bei Besuchen in der alten Heimat einige Male Probleme mit Behandlungskosten aufgetreten. Schließlich Lungenkrebs, inoperabel und Späterkennung wegen ärztlicher Schlampigkeit. Große Hoffnung in eine medikamentöse (aber seeehr teure) Behandlung. Ihr MED gibt frei und auch gleich das (wie immer verwendete) Leistungsbudget bekannt. Darüber hinaus gibt es nix. So war‘s dann auch, die Bezahlung ärztlicher Leistungen zur Linderung der Endphase wurde vom Ehemann unter Klagsdrohung zurückgefordert, weil eben „budget depleted“.

PS1: Hohes medizinisches Leistungsniveau und Verfügbarkeit für den Einzelnen im Notfall sind zwei paar Schuhe
PS: ich nehme an, dass Versicherungsbedingungen in NAM ähnlich sein werden.
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2024
537 Beiträge · seit 202029. Juli 2024 ·
tacitus schrieb:Sehe das auch so wie
Dass man bei „(budget) depleted“ einfach auf das nächste Jahr verschiebt (makis), geht bei lebensbedrohlichen Krankheiten eben nicht.
Das ist richtig. Dann muss man eben einen Notgroschen haben wie von Hajo erwaehnt. Oder man gibt im Monat sehr viel mehr aus, dann ist man auch besser abgesichert - unser Tarif momentan ist eine Stufe ueber Hospital Plan, also wirklich low level. Fuer 200 Euro im Monat (2 Personen um die 60 Jahre) kann man da halt keine Rundumversorgung erwarten.
1’174 Beiträge · seit 202229. Juli 2024 ·
Hallo makis, nur zur Klarstellung.

Mit dem was ich oben geschrieben habe, will ich keineswegs den mittlerweile hohen Standard im privaten Gesundheitswesen madig machen. Ein bisschen Einblick hatte ich über die Jahre auch. GsD nicht durch persönlichen Bedarf sondern durch Freunde und Kontakte in RSA.

Ich stimme bloß auch mit dem von anderen Gesagten überein, dass man sich Notfälle oder schwere Erkrankungen dort echt leisten können muss, sei‘s über laufende Prämienzahlungen oder hohe Rücklagen. Dabei reichen aber die genannten Beträge nicht lange und das (hohe) Alter kann dann rasch seeehr viel teurer werden als in der alten Heimat im Sozialversicherungssystem
PS 17:40 wo man für 200 € im Monat alles und zeitlich unbegrenzt kriegt.

Als Gegenargument gegen Rente in Afrika habe ich das nicht geschrieben. Man muss nur wissen was man will und worauf man sich einlässt und sich das vor allem LEISTEN können. Bei einigen Anfragen dazu hatte ich nicht den Eindruck.
Grüße
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2024
1’174 Beiträge · seit 202229. Juli 2024 ·
Swakop52 schrieb:... Die Allgemeinärzte aus südafrikanischer Ausbildung sind erheblich besser ausgebildet als deutsche Allgemeinärzte....
Das war im Vergleich zu einigen europäischen Ländern immer schon so, weil durch die geringe Niederlassungsdichte die Ärzte in RSA sehr viel mehr von „Allem“ können müssen, als im hochspezialisierten Europa. Das ist ähnlich wie bei uns vor Jahrzehnten die Praxissituation von Landärzten, die direkt am Bauernhof entbunden, Knochenbrüche gerichtet und eingegipst, Fleischwunden genäht usw. haben.

Der Sohn von Freunden in RSA wurde Mediziner und ich weiß was er schon im Studium alles gemacht hat und später für ein paar Jahre als Urlaubsvertreter in entlegenen Landpraxen.... 3 Berufe. Deswegen bekamen damals z.B. auswanderungswillige Jungärzte aus A in RSA mit ihrem Arztdiplom nicht automatisch gleich die Zulassung sondern mussten zusätzliche Praxis und Prüfungen ablegen, weil damals in A die praktisch/klinische Erfahrung erst nach dem Studium folgte.
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2024
674 Beiträge · seit 202429. Juli 2024 ·
Da es doch diskutiert und beantwortet wurde....Es handelte sich nicht um eine seltene Krankheit. Es war eine 100% ige Pylorus Stenose. Also ein Magenverschluss am Magenausgang am Übergang zum Zwölffingerdarm. Einfach im Ultraschall festzustellen. Nur eben die Radiologin in Wdh hat nichts gesehen. Hier in dem Klinikum innerhalb von 30 Minuten, ebenfalls Ultraschall, festgestellt.
Danach ging die unsägliche Rumdoktorei und Leidensgeschichte los und durch diesen Zeitverzug ohne adäquate Behandlung hat sich der Zustand so verschlechtert, dass soe in Deutschland nicht OP fähig war. Erst nach klinischer Herstellung der Blutparameter ging es los. Wegen dem schlechten Zustand Komplikationen bis Sepsis und Organversagen mit 12 Wochen Intensivstation. Unzählige Gespräche auf der ICU und IMC mit Ärzten unterschiedlicher Disziplinen und dem Vergleich zu den Gesprächen und vor allem den entsprechenden medizinischen Maßnahmen sage ich....weit gefehlt, das Namibia Deutschland ebenbürtig ist. Glaubt daran @ travelnamibia, aber ihr seid weit von der Realität entfernt.
Ich sage in Namibia mittlerweile nichts mehr, wenn es um das System dort geht.
Sorry, musste ich aber los werden und auch meine letzten Zeilen dazu.
Mag sein das ihr einen guten Dr. Bashir für Kardiologie habt, aber wenn er gerade in Südafrika im Urlaub weilt, dann stehst du da mit deinen akuten katastrophalen Kardiowerten und musst warten. In Deutschlands Kliniken ist ein Kardiologe 24 Stunden da, auch ein Chirurg, auch ein Neurologe oder sonst jede Disziplin....
In Andenken an Schwester Augusta vom katholischen Krankenhaus sage ich, ohne diese Schwester wäre vieles noch schlechter gewesen. Trotz ihrer 82 Jahre zu dem Zeitpunkt war sie immer für uns da, Tag und Nacht, und hat organisiert, getan, gemacht, um das es uns wenigstens seelisch besser ging. Vielen Dank, leider sind wir für einen Dankeschön Besuch zu spät gekommen.
Das Verhalten von Immigration wegen Visaverlängerung im medizinischen Notfalll lasse ich hier gleich ganz weg....da bekomme ich selbst nach 2 Jahren Blutdruck von 200.
VG
1’222 Beiträge · seit 201029. Juli 2024 ·
R51 schrieb:
....In Andenken an Schwester Augusta vom katholischen Krankenhaus sage ich, ohne diese Schwester wäre vieles noch schlechter gewesen. Trotz ihrer 82 Jahre zu dem Zeitpunkt war sie immer für uns da, Tag und Nacht, und hat organisiert, getan, gemacht, um das es uns wenigstens seelisch besser ging. Vielen Dank, leider sind wir für einen Dankeschön Besuch zu spät gekommen.
Das Verhalten von Immigration wegen Visaverlängerung im medizinischen Notfalll lasse ich hier gleich ganz weg....da bekomme ich selbst nach 2 Jahren Blutdruck von 200.
VG
Es tut mir leid, was Euch da unter gekommen ist.
Ich kann es nachvollziehen, besonders wenn da einige Idioten in der "Linie" waren die einem noch Klötze zwischen die Füße warfen.
Das geistige Niveau bei Home Affairs treibt auch Einheimische zur Verzweiflung.
Die "alten" katholischen Krankenschwestern, ob in Windhoek, Usakos oder sonstwo, obwohl zumeist betagt, waren den Ärzten immer weitaus überlegen, besonders bei Diagnosen. Das stammt nicht von mir, sondern bereits von meinen Eltern.
Leider ist primär in Windhoek in politischer Veränderung im medizinischen Bereich das meiste Gute auf der Strecke geblieben.
Das "alte" Staatskrankenhaus war mal ein besonders gutes Krankenhaus und eine besonders herausragende Ausbildungsstätte für Krankenschwestern, geleitet durch professionelle Kräfte. Heute ein Sauhaufen, Entsprechend ist auch die Qualität der Pflegekräfte. Ich sage mal besser nichts weiter. Das ist der Gang Afrikas. Das Katutura Krankenhaus war zur Unabhängigkeit eines der modernsten Krankenhäuser Afrikas. Heute ein Moloch.
Das genau ist der Nukleus des "Stolzes" auf die privaten Krankenhäuser. Weil sie immerhin die Stufe zwischen "Disgusting" der Staatskrankenhäuser und halbwegs akzeptablen Zuständen darstellen. Mehr nicht.
Ich habe die Staatskrankenhäuser noch Ende der 1970iger Jahre als Patient erlebt, sie lagen qualitativ Welten über den heutigen Privatkrankenhäusern, sogar auf europäischem Niveau.
Aber da gab es noch ein funktionierendes Staatswesen.
Heute geht man dorthin, um "zwischen Dreck und Ratten" zu sterben, um es mal auf den Punkt zu bringen. Und das ist genau dorthin, wohin Menschen ohne Krankenkasse ausweichen müssen. Also geht es uns als Nichtbetroffene noch einigermaßen gut.
Vorausgesetzt wir finden einen funktionierenden Arzt. Oder weichen nach Kapstadt oder Pretoria aus. 2 Stunden Flug übersteht man besser als 10-12 Stunden. Das ist alles eine Abwägung bei der Schwere der Krankheit.
Man muß mit dem leben und das Beste daraus machen was verfügbar ist, die alten Zeiten kommen nie wieder zurück.
Wer das nicht möchte sollte lieber dort bleiben, wo er sich sicherer fühlt.
Gruss
H.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
1’739 Beiträge · seit 201029. Juli 2024 ·
travelNAMIBIA schrieb: "Das private Gesundheitssystem steht z. B. dem deutschen in nichts nach. Das zeigen ja auch unabhängige Studien."

Ich kenne mich mit dem privaten Gesundheitssystem im südlichen Afrika nicht aus. Nur so viel, die Hirslanden Group mit 17 Kliniken und über 100 Kompetenzzentren allein in der Schweiz gehört zu 100% der 1983 in Südafrika gegründeten Mediclinic Group, die neben Südafrika und Namibia auch mit 7 Kliniken in Dubai und Abu Dhabi tätig ist. Das sollte, so denke ich, den medizinischen Standard ein wenig untermauern.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2024
674 Beiträge · seit 202429. Juli 2024 ·
Lieber Swakop, deine Aussage deckt sich zu 99 % mit der von Schwester Augusta, als sie mich mit aufs Dach des Katholischen Ktankenhauses genommen hatte und wir 2 Stunden über das alte Windhoek, über ihre Anfänge im Krankenhaus, was, wo früher in Windhoek war, wie die Entwicklung heute ist, die Situation der Menschen früher und heute erzählt haben...sonst hat sie immer die Hand vor den Mund gehalten, wenn sie meiner Kritik zustimmen wollte.
Zum Beispiel, das eine Nachtschwester einfach die benötigte Infusion abgenommen hat und selbst nach Stunden nicht wieder eingesteckt hat, bis ich es früh bemerkte.....
Liebe Botswanadreams,
Die Zugehörigkeit zu einer Kapitalgesellschaft unterstreicht rein gar nichts. Wenn es keine fest angestellten Klinikärzte in Namibia gibt, sondern dein Arzt dich im Krankenhaus behandelt und der bei Komplikationen erst von zu Hause aus anreisen muss, ist es auch bei einer renomierten Gesellschaft zu spät für dich.
Steinhoff ist auch eine südafrikanische Gesellschaft mit weltweiter Präsenz und Dauerpleite und von Skandalen nur so umgeben.
Aber es sollte ja nicht ausarten. Mein kleiner Anfangsbeitrag sollte nur als Denkanstoß dienen, um auch solche Situationen mit zu überdenken und nicht meinen gut in Namibia ist gleichbedeutend mit gut in Deutschland.
VG
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2024
1’114 Beiträge · seit 200930. Juli 2024 ·
Lieber R51,

vielen Dank für deinen Bericht. Er zeigt doch deutlich, dass es im Leben um mehr geht, als um schöne Aussichten und Sonnenuntergänge. Dass dich das Erlebte extrem triggert und aufwühlt, ist deutlich zu spüren. Am Ende ist alles gut ausgegangen und du weisst nun, dass ein Entwicklungsland deinen Anforderungen nicht gerecht wird. Das ist eine gute und wichtige Erkenntnis. Ich wünsche dir in deinem Leben als Rentner schöne, erlebnisreiche Reisen und eine gute Zeit zu Hause. Das, was dir widerfahren ist, zeigt die Frage auf, die wir uns alle stellen müssen: Was ist meine Balance zwischen Qualität und Quantität im Leben? Welche Risiken bin ich bereit einzugehen, um Erfahrungen zu machen und Dinge zu erleben, die mir nichts und niemand mehr nehmen kann, egal was passiert? Je engmaschiger die Antwort ausfällt, desto kleiner wird der Bewegungsradius. Alles Gute!

Liebe Grüsse
Guido
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2024
537 Beiträge · seit 202030. Juli 2024 ·
Richtig - es ist enorm wichtig Risiken einschätzen zu können, sie auch weitestgehend minimieren zu können und dann die richtige Entscheidungen für sich und seine Familie zu treffen.
Und diese Evaluierung ist ganz individuell, da jeder Mensch anders ist. Ich finde es gut, wenn auch davon berichtet wird, wenn jemand sich gegen Namibia als Wohnsitz entscheidet und die Gründe dafür darlegt, die übrigens auch individuell sind - ich zB würde nicht aufgrund einer doch extrem seltenen Krankengeschichte einer anderen Person meine Entscheidung treffen, aber das ist eben was uns unterscheidet, und das ist auch gut so.
Nicht um es zu diskutieren, sondern nur um meine Aussage der Seltenheit zu belegen hier der Auszug aus Wikipedia:
Screenshot_20240730-071029.jpg

Erklärt vielleicht, warum man das hier nicht erkannt hat.

Wenn also jemand aus persönlicher, negativer Erfahrung heraus lieber nicht hier leben will, ist das völlig in Ordnung - der ist dann in Deutschland in jedem Fall besser aufgehoben, allein schon weil er das Gefühl hat es wäre so, und wiederum weil er die entsprechenden Erfahrungen gemacht hat.
Andere wiederum haben ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Meine bzw unsere zB waren durchweg positiv. Ich könnte nicht wie Hajo behaupten, dass die Qualität der Privatkrankenhäuser hier das frühere Niveau der Staatskrankenhäuser nicht erreicht, weil ich das Niveau nie kennengelernt habe. Für mich war die Erfahrung in drei Privatkrankenhäusern Windhoeks (Mediclinic OP, Katholisches Krankenhaus Notfall nachts, Lady Pohamba Routineuntersuchung ) bislang meine Erwartungen übertreffend. Alles lief professionell ab und ich fühlte mich nicht nur gut, sondern vor allem sehr freundlich behandelt.
Das ist wie gesagt mein subjektiver Eindruck. Eine objektive Beurteilung der Gesamtsituation sowie ein Vergleich mit Zeiten vor 18 Jahren kann ich nicht liefern, und genau das ist auch, was ich von anderen erwarte.
1’222 Beiträge · seit 201030. Juli 2024 ·
Um auf das Thema Krankenkasse zurück zu kommen:
Es gibt diverse Anbieter von Auslandsreise-Krankenversicherungen, mit deren Hilfe man ggf. bei Nicht-Dauer-Aufenthalt brücken könnte:
Den ADAC habe ich bereits genannt.
Dann gibt es diverse Anbieter von Kreditkarten, die auch die Reiseversicherungsleistungen eindecken.
Häufig sitzt dahinter die Allianz-Versicherung in München.

Als Beispiel nenne ich hier mal die Gold Card der Commerzbank.
Bei denen sind alle Auslandsreisen bis zu einer Dauer von 62 Tagen/ Reise eingedeckt, ungeachtet der Häufigkeit.
Man kann jedoch die jeweilige Dauer um bis zu 90 Tagen verlängern, das ergibt eine max. Reisedauer bis 152 Tage.
Die Kosten für über-70-Jährige in Namibia betragen somit € 7,77/ Tag ab dem 63. Tag.
Für die typischen Überwinterer wäre das hier eine Alternative.

Gruss
H.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
49 Beiträge · seit 200730. Juli 2024 ·
Swakop52 schrieb:Als Beispiel nenne ich hier mal die Gold Card der Commerzbank.
Bei denen sind alle Auslandsreisen bis zu einer Dauer von 62 Tagen/ Reise eingedeckt, ungeachtet der Häufigkeit.
Man kann jedoch die jeweilige Dauer um bis zu 90 Tagen verlängern, das ergibt eine max. Reisedauer bis 152 Tage.
Die Kosten für über-70-Jährige in Namibia betragen somit € 7,77/ Tag ab dem 63. Tag.
Für die typischen Überwinterer wäre das hier eine Alternative. Gruss H.
Tja, wenn es denn eine Möglichkeit zur "Überwinterung" ohne PRP gäbe. 90 Tage und Ende. Daueraufenthalt kommt nicht in Frage, mir würde einfach zu viel fehlen (Wald, Berge, Ski, Kultur, Sport, etc.) und es ist manchmal auch einfach viel zu heiß im Feb/März. Davon abgesehen, dass ich nicht irgendwo investiere, bevor ich Sicherheit habe eine Genehmigung zu erhalten. Das Winterhalbjahr in D. ist aber unerträglich auzuhalten, ohne eine längere Auszeit.

Digital Nomad für 180 Tage ist ja leider am Stück und einmalig. Für mich wäre ein "Rentnervisum" für 180 Tage im Jahr sehr interessant! Könnte ich doch dann drei Monate Mai/Juni/Juli und nochmal 2-3 Monate Nov/Dez/Jan in Namibia verbingen. Ohne den ganzen Kram wie Auswandern und Krankenkasse...

Bis dahin müssen halt 90 Tage reichen und gescheit verteilt werden.
91 Beiträge · seit 202330. Juli 2024 ·
2. Wer sich von der deutschen Steuer abmeldet, verliert ca. 50% seiner Rente wegen angeblich günstiger Lebensführung und 25%
Steuern ab dem ersten Euro (Finanzamt Neubrandenburg). Man wird genötigt, sich weiterhin lebenslang der deutschen Steuer zu
unterwerfen, auch wenn man im Ausland wohnhaft ist, und obwohl dieses ein Gesetzesverstoß sein kann am neuen Wohnsitz.

Hier die Auskunft von der Rentenversicherung:
„ Mit Namibia gibt es kein Sozialversicherungsabkommen und folglich keine Gebietsgleichstellung. Sofern der Berechtigte Deutscher oder EU/EWR-Staatsangehöriger ist und in der Rente keine nach dem Fremdrentengesetz anerkannten Zeiten außerhalb der Bundesrepublik bzw. reichsrechtliche Zeiten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten vor dem 9.5.1945 enthalten sind, kann eine Rentenzahlung in voller Höhe auch nach Namibia geleistet werden.“
Bei meiner Krankenkasse ist eine „Anwartschaft“ möglich, 67€ monatlich, bei einer eventuellen Rückkehr nach Deutschland könnte ich dann wieder eintreten,was ich aber nicht vorhabe.
ABER: wie du schon angemerkt hast, wird die Rente je nach Auswanderungsland anders versteuert, da kommt man nicht raus, d.h. Der Grundfreibetrag wird je nach Land anteilig gekürzt und da ist Namibia zum 1.1.2024 „aufgestiegen“ in Gruppe 4, was bedeutet, daß der Grundfreibetrag nur noch zu einem Viertel gewährt wird: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2023-12-18-beruecksichtigung-auslaendischer-verhaeltnisse.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Deswegen fehlen noch keine 50% von der Rente, aber doch schon ein erheblicher Teil.
Da bleibt nur eins: man behält irgendeinen Wohnsitz in Deutschland und bleibt für die deutschen Ämter offiziell in Deutschland wohnen. Wie du mir, so ich dir.
Viele Grüße
Hans