Max_K schrieb:Das ist jetzt ein bisschen weg vom Thema Ausrüstung.
Manchmal entwickeln sich solche Threads in eine andere Richtung als ursprünglich gestartet. Diese ist nicht immer gut, aber in diesem Fall schon, wie ich finde. Es ist nämlich einfach interessant.
Für mich persönlich war es auch spannend, zu erfahren, dass jemand wie Sanne mal aufgrund eines Vortrags von mir einfach mal neue Dinge ausprobiert und dann auch gut findet.
Der Kopf ist rund, damit die Gedanken leichter ihre Richtung ändern können. 😉
Solche Begegnungen sind bereichernd.
Das sind die Momente, an die man später auch ohne Fotos zurückdenkt. Und die bleiben oft am längsten in Erinnerung.
Eines meiner spannendsten Erlebnisse war z.B., wie mein Reisepartner und ich den Polizeichef einer Region in Surinam unter den Tisch getrunken haben. Dabei konnten wir da gar nichts dafür. Großes Indianerehrenwort.
Der wollte das offenbar so. Eines meiner schönsten Erlebnisse, weil total unplanbar und völlig "abgefahren". Und die meisten interessanten Erlebnisse entstehen durch völlig Zufälle.
In meinem Fall sind es sogar ganze Reiseziele, die so entstehen.
Der wurde am Ende von zwei seiner Mitarbeiter vom Tisch weggeschleift, weil er nicht mehr laufen konnte. Unfassbar, was man innerhalb von 3-4 Stunden verlernen kann. 😉
Mein Reisepartner und ich gingen nach dem Bezug einer Unterkunft in einer Kleinstadt los, um eine Kneipe zu finden, um den tagsüber erlittenen Flüssigkeitsverlust auf isotonischem Weg auszugleichen.
Wir fanden eine und setzten uns im Außenbereich an den letzten freien Tisch. Drinnen ging schon die Party los - brasilianischer Karneval.
Wir hatten unser erstes Bier (0,3 Liter) noch nicht fertig, als der Polizeichef der Region in Uniform an unseren Tisch trat und höflich fragte, ob sie sich dazu setzen könnten. Auch seine Mitarbeiter hatten eine Ausgehuniform an. Natürlich durften sie. Warum sollten wir zu zweit einen Tisch für 6-8 Personen für uns beanspruchen?
Kaum haben sie gesessen, kam der Besitzer des Lokals mit einer Flasche Whisky im Karton, einem Glas und einer Prostituierten im Schlepptau zurück. Alles klar, Korruption in Reinform. Der Polizeichef forderte noch zwei Gläser für uns und seine zwei Mitarbeiter tranken den Abend über nur Wasser und sagten gar nichts. Er selbst erzählte im Verlauf des Abends aber immer mehr über die Korruption im Land, so lange er noch erzählen konnte. Als er später nicht mehr vernünftig sprechen konnte, haben ihn seine zwei Mitarbeiter unter den Achseln eingehakt und weggeschleift.
Die Prostituierte saß mir die ganze Zeit gegenüber und sah dem traurigen Ende des Abends entgegen und saß mit bedröppeltem Gesicht dort. Als man den Polizeichef wegschleifte, lächelte sie zum ersten Mal und küsste mich vor Freude.
Der Polizeichef goss die Gläser voll und kippte seines direkt in den Hals. Wir brauchten etwas länger und er schenkte sofort wieder ein und kippte es wieder direkt weg. Beim dritten Glas sagte ich, ich pausiere mal 'ne Runde und und beim vierten Glas pausierte Thomas. So hielten wir es abwechselnd und pausierten auch mal gleichzeitig, während der Polizeichef immer weiter soff.
Es waren noch etwa 30 Grad und am Ende waren fast drei Flaschen Whisky geleert. Wir waren ziemlich über den Berg, aber letztlich war es ja für 'nen guten Zweck. Wir haben der Prostituierten eine beschissene Nacht erspart und der ganze Abend hat uns am Ende nicht mal was gekostet.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...