Radreise in Usbekistan und evtl. Nachbarländern

16 Antworten · 2'115 Aufrufe · gestartet 05. März 2024 von BikeAfrica
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200605. März 2024 · #1
Hallo zusammen,
ich habe noch Urlaub aus 2023, den ich im Sommer langsam mal nehmen muss. Ich dachte daran, mal in Zentralasien nach dem Rechten zu sehen und nach Taschkent zu fliegen und vier Wochen durch Usbekistan und ggf. Tadschikistan, Kirgisistan und/oder Kasachstan zu radeln. Ich rechne mal mit so 1.600 km Strecke, da ja auch mal Ruhetage dabei sind, Klamotten gewaschen werden müssen und ich gerne am Ende noch etwas Reserve habe, falls eine Panne o.ä. passiert.

Kennt sich jemand von euch zufällig ein bisschen in dieser Region aus und hat Routenvorschläge oder Tipps für Dinge, die man nicht verpassen sollte? In der Region gibt es ja sowohl landschaftliche als auch historische Highlights.

Wie schauts aus mit Stromversorgung in den Dörfern? Die heutigen Digitalkameras brauchen ja Strom ohne Ende.

Die Idee zur Tour ist noch ganz frisch. Ich weiß bisher lediglich, dass ich für alle vier Länder kein Visum benötige bei einer Reisedauer bis 30 Tage, habe Landkarten besorgt und weiß, dass ich keine Steckdosenadapter benötige. Das ist bisher alles …

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
33,1k Beiträge · seit 200605. März 2024 · #2
Hi Wolfgang,

ich kann Dir nur ein wenig Input zu Tadschikistan und Usbekistan geben, auch wenn ich das letzte Mal vor ca. 10 Jahren dort und nicht mit dem Fahrrad unterwegs war 😉 Es wird sich seitdem v.a. touristisch sicherlich was (positives) getan haben. In Usbekistan kenne ich nur Taschkent und natürlich Samarkand. In Taschkent kann man gut 2 Tage verbringen und sich historisches und sowjetisches anschauen. Samarkand ist das touristische Highlight des Landes und war schon eben vor ca. 10 Jahren sehr gut besucht. Insgesamt (auch das mag sich geändert haben) ist Usbekistan ein absoluter Überwachungsstaat. Ich war auch geschäftlich dort und wurde auf Schritt und Tritt bis zur Toilette begleitet, die Einreise war extrem langwierig und bürokratisch und nervig (aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse auf beiden Seiten; aber man brauchte damals auch noch Visa). Als reiner Tourist bekommt man davon vielleicht weniger mit. Duschanbe lohnt sich als Stadt auch für einige Tage. Dort habe ich den Botanischen Garten insbesondere als sehenswert und entspannt in Erinnerung. Zu landschaftlichen Highlights beider Länder kann ich aus Mangel an eigener Erfahrung nix sagen.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
135 Beiträge · seit 202205. März 2024 · #3
Hallo Wolfgang, ich war letztes Jahr starke 2 Wochen in Kirgistan unterwegs, aber nicht mit dem Rad. Mir hat die Gegend um den Songköl am besten gefallen, aber auch das Tal entlang des Naryn Flusses und das Suusamyr Tal fand ich sehr sehr schön. Kann dir gern noch was dazu sagen, falls es konkreter wird.
Bist du der russischen Sprache mächtig?
LG
Gast05. März 2024 · #4
Seitdem 2016 Karimov gestorben ist, hat sich das Land geöffnet und setzt bewusst auf Tourismus. Deswegen auch visafreie Einreise. Einreise kein Problem. Aufpasser gibt es nicht mehr. Entspannt und einfach zu bereisen. Preiswerte Unterkünfte findet man in den größeren Städten problemlos. Neben Samarkand bieten sich vor allem Bukhara und natürlich Khiva an, was von Samarkand 700 km Strecke ergibt. Bin kein Radreisender, Problem ist vielleicht, dass es für die 300km von Bukhara bis kurz vor Urganch durch die Steppe/Wüste nur eine einzige autobahnartige Straße (Beton) gibt. Die hat Seitenstreifen, aber ich weiß nicht, ob man da mit dem Fahrrad fahren darf. Sonst musst du Sat-Fotos absuchen, ob da irgendwo noch eine Sandpiste ist, aber ich glaube, da ist nichts. Eventuell mit dem Fahrrad bis Bukhara. Von da mit Bahn, Truck oder Flugzeug die 300 km Wüste bis Urganch überbrücken und dann von Urganch mit dem Fahrrad über Khiva bis an den Aralsee. Wenn Du paar moderate Berge einbauen willst, kannst du statt direkt von Samarkand nach Bukhara einen südlichen Schlenker über Qarshi machen.

Samarkand, Bukhara und Khiva lagen alle an der alten Seidenstraße und gehörten historisch eine Zeit lang zum persischen Reich. Bezogen auf die historische Substanz ist das alles wie Persien - ohne die Risiken, die eine Persienreise aktuell birgt. Ich denke, wenn du Fotos von da googelst, bekommst du Lust.

Du kannst mit Turkish, Sunexpress, Azal und anderen Airlines auch gleich nach Samarkand fliegen. Das ist als Ausgangspunkt vielleicht besser als Taschkent. Bin wie gesagt kein Radreisender, aber es gibt im Frühjahr und Herbst nur jeweils ein Fenster von ca. 6-8 Wochen mit angenehmen Temperaturen. Im Sommer ist Fahrradreisen mit 35-45 Grad mutmaßlich nicht so der Hit?

Grüße
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200605. März 2024 · #5
Danke euch allen für die Antworten!
Das schaue ich mir mal auf der Karte an und suche mal nach Fotos im WWW.
Die Temperaturen sind natürlich heftig, aber die habe ich im namibischen Sommer in der Namib und im Kaokoveld auch schon erlebt.

Gruß
Wolfgang
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2'240 Beiträge · seit 201106. März 2024 · #6
Hallo Wolfgang,
vielleicht magst Du Dir auch mal ioverlander.com anschauen.
Da findest Du viele Guesthouses entlang der Route, wo auch die Overlander (Auto- u. Motorradfahrerr) Rast machen.
Für aktuelle Routenfragen bist Du auf caravanistan.com sehr gut aufgehoben 😉 .
Planst Du den Pamir ein? 😉
Viele Grüsse, Mari
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/
zuletzt bearbeitet 06. März 2024
319 Beiträge · seit 201206. März 2024 · #7
Ich war schon mehrmals in Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan unterwegs, aber hauptsächlich wegen Touren in den Bergen - Pamir, Tien-Shan, Fan-Gebirge. Fan-Gebirge habe ich noch zu DDR-Zeiten gemacht und illegal dort durch das Land- damals Sowjetunion - gereist. Sehenswürdigkeiten sind sehr unterschiedlich, einerseits Natur und Menschen und dann natürlich auch historische Sehenswürdigkeiten. Also Chiwa ist mir am besten in Erinnerung geblieben - das ist eine historische Stadt, welche eben noch lebt. Die fand ich richtig gut. Dann Buchara. Die Stadt fand ich auch besser als Samarkand. Samarkand hat eben den Registan mit den historischen Moscheen - das war es dann aber - aber schon sehenswert. Ansonsten sind in der sowjetischen Zeit allerdings viele alte Moscheen etc. zerstört worden.

Die oben genannten Sehenswürdigkeiten sind im Flachland. Das Flachland von allen genannten Ländern ist meist wüstenartige Steppe. Im Sommer wird es da sehr warm - also gute 30 Grad. Da es aber trockene Wärme ist, ist das ganz gut zu ertragen. Letztes Jahr hatte ich im Irak auf meiner Radtour bis zu 52°C und oft 40°C und das war auch auszuhalten. Ansonsten sind eben die Strecken im Flachland durch die Steppe nicht sehr abwechslungsreich. Allerdings wird man wohl oft Kontakt zu den Menschen haben. Hier sind Russischkenntnisse natürlich sehr von Vorteil. Da ergeben sich häufig nette Begegnungen.

Die Bergregionen bieten hier wieder einen anderen Kontrast - eben grüne Wiesen, schneebedeckte Berge, Nomaden. Also da würde ich mal schauen, welche Berglandschaften in die Runde passen würden. Bekannt ist ja der Pamir-Highway. Der ist aber derzeit schwierig zu bereisen, da Tadschikistan und Kirgistan im Streit sind und dort auf jeden Fall die Grenze geschlossen ist. Bis vor einiger Zeit war die Grenz zwischen Tadschikistan und Kirgistan überall geschlossen. Angeblich sollen jetzt bestimmte Punkte offen haben (keine Ahnung , ob das stimmt). Das würde ich an deiner Stelle bei der Reiseplanung berücksichtigen - also von Tadschikistan nach Kirgistan einreisen oder anders herum ist nicht möglich/oder könnte Probleme bereiten -> vermeiden.

In Kirgistan ist der Issyk-Kul ein schöner See zum Erholen. Karakul-See in Tadschikistan ist auch ein schöner See- aber keine Ahnung, ob man da jetzt hin kommt.

Ansonsten sind die Basare in den Städten interessant und wie gesagt die Begegnungen mit den Menschen.

Wegen Strom brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wie überall in der Welt, rennen auch dort viele Menschen nur noch mit dem Smartphone vor der Nase rum - also Strom gibt es überall. Vor einigen Jahren ist sogar eine Schweizerin den Pamir-Highway mit E-Bike gefahren und hatte auch keine Probleme. Also wo Siedlungen sind, hat man im Regelfall immer Strom.

PS: hier noch ein Link - https://nichtnocheinreiseblog.de/destination-item/usbekistan/ und https://nichtnocheinreiseblog.de/destination-item/kirgistan/
zuletzt bearbeitet 06. März 2024
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200606. März 2024 · #8
Vielen Dank auch für die weiteren Antworten!
Ich melde mich nochmal, wenn ich eure konkreten Vorschläge mal näher gesichtet habe.

Zu zwei Fragen vorab schon eine Antwort:
- Ich spreche kein Russisch und kann auch die Schrift nicht lesen. Die Schrift hatte ich mir als Kind mal aus Interesse teilweise selbst beigebracht, aber das ist ist komplett aus dem Gedächtnis verschwunden.
- Pamir würde mich interessieren, wird dann aber sehr bergig. Eigentlich bin ich da derzeit nicht mehr fit genug. Bei einem Gabelflug nach Usbekistan und zurück von Kirgisistan (oder umgekehrt) könnte ich den Zeitraum aber verlängern. Dann würden die visumfreien 30 Tage ja dort bei der Einreise neu beginnen.
Andererseit würde mich auch die Region um den Aralsee interessieren. Ich bin also noch hin- und hergerissen, aber am Wochenende werde ich mal etwas Zeit investieren können.

Gruß
Wolfgang
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Gast07. März 2024 · #9
toumtoum schrieb:Also Chiwa ist mir am besten in Erinnerung geblieben - das ist eine historische Stadt, welche eben noch lebt. Die fand ich richtig gut. Dann Buchara. Die Stadt fand ich auch besser als Samarkand. Samarkand hat eben den Registan mit den historischen Moscheen - das war es dann aber - aber schon sehenswert.
Mein persönliches Städte-Ranking fällt genau so aus. Khiva an erster Stelle, dann Bukhara und dahinter Samarkand. Bisschen mehr als den Registan hat Samarkand aber schon zu bieten: Gur-Amin-Mausoleum, Ruhabd-Moschee, Hazrati-Moschee, Schah-I-Zinda-Komplex (in Folge der üblichen Variationen durch Transkription existieren jeweils zig Schreibweisen). Die haben auch den Vorteil, dass da nicht Busladungen an Touristen ausgekippt werden.

An der Sprache wird es nicht scheitern. Junge Usbeken sprechen teils Englisch und sonst kann Google Translator mittlerweile sowohl gesprochenes als auch gedrucktes Russisch übersetzen. Usbekisch beherrscht Google theoretisch auch. Wie üblich ist die Übersetzungsqualität bei den Sprach-Paaren am besten, für die Google das meiste Trainingsfutter hat. Das dürfte in dem Fall Russisch «» Englisch sein.

Grüße
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200607. März 2024 · #10
mitglied19210 schrieb:
An der Sprache wird es nicht scheitern. Junge Usbeken sprechen teils Englisch und sonst kann Google Translator mittlerweile sowohl gesprochenes als auch gedrucktes Russisch übersetzen. Usbekisch beherrscht Google theoretisch auch. Wie üblich ist die Übersetzungsqualität bei den Sprach-Paaren am besten, für die Google das meiste Trainingsfutter hat. Das dürfte in dem Fall Russisch «» Englisch sein.

Ich reise wie vor 50 Jahren, also ohne Navi, GPS, Internet oder Smartphone. Nicht einmal ein altes Mobiltelefon werde ich mitnehmen. Ich finde es erholsam, mal ein paar Wochen auf die ganze Technik zu verzichten. Ich arbeite im IT-Bereich um habe den ganzen Tag damit zu tun. Es tut gut, mal eine Weile komplett darauf zu verzichten und nicht zu verlernen, wie man ohne klarkommt.

Gruß
Wolfgang
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Gast07. März 2024 · #11
BikeAfrica schrieb:
Ich reise wie vor 50 Jahren, also ohne Navi, GPS, Internet oder Smartphone. Nicht einmal ein altes Mobiltelefon werde ich mitnehmen. Ich finde es erholsam, mal ein paar Wochen auf die ganze Technik zu verzichten. Ich arbeite im IT-Bereich um habe den ganzen Tag damit zu tun. Es tut gut, mal eine Weile komplett darauf zu verzichten und nicht zu verlernen, wie man ohne klarkommt.
OK, halt jeder nach seinen Prioritäten und Vorlieben. So ein radikaler Digital-Detox ergibt für mich keinen Sinn. Auf der einen Seite ist es zweifellos entspannend, wenn mal keiner nervt, wenn man gar nicht den Drang hat, irgendwelche Nachrichten zu checken. Auf der anderen Seite generiert es mir zusätzlichen Stress, wenn ich nicht mal schnell alternative Routen checken kann, wenn ich mich in Großstädten wie Samarkand im Verkehr damit abmühen muss, mittels Karte irgendeine kleine Gasse zu finden. Wenn ich weiß, dass ich erst spät abends irgendwo ankomme, dann buche ich doch ganz gern schon von unterwegs eine Unterkunft per Agoda, Booking oder AirBnB, statt dann Abends Unterkünfte abzulaufen. Es nervt mich, wenn ich Dinge, die ich lesen will, mangels Übersetzung nicht lesen kann. Unter dem Strich übertrifft der Nutzen moderner Technik für mich weit deren negative Nebenwirkungen, also nutze ich das. Aber wie gesagt: Das gilt alles nur für mich. Andere reisen anders und haben andere Prioritäten und das ist gut so. Sonst würden wir ja alle exakt die selbe Reise machen. Wie öde wäre das denn?

Grüße
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200607. März 2024 · #12
mitglied19210 schrieb:
Auf der anderen Seite generiert es mir zusätzlichen Stress, wenn ich nicht mal schnell alternative Routen checken kann, wenn ich mich in Großstädten wie Samarkand im Verkehr damit abmühen muss, mittels Karte irgendeine kleine Gasse zu finden. Wenn ich weiß, dass ich erst spät abends irgendwo ankomme, dann buche ich doch ganz gern schon von unterwegs eine Unterkunft per Agoda, Booking oder AirBnB, statt dann Abends Unterkünfte abzulaufen. Es nervt mich, wenn ich Dinge, die ich lesen will, mangels Übersetzung nicht lesen kann. Unter dem Strich übertrifft der Nutzen moderner Technik für mich weit deren negative Nebenwirkungen, also nutze ich das. Aber wie gesagt: Das gilt alles nur für mich. Andere reisen anders und haben andere Prioritäten und das ist gut so. Sonst würden wir ja alle exakt die selbe Reise machen. Wie öde wäre das denn?

Ich kenne das von den meisten meiner Bekannten auch, dass es ihnen auf diese Weise zu stressig wäre und sie lieber frühzeitig wissen, wo sie übernachten. Mir bereitet es umgekehrt Stress, wenn ich weiß, dass ich z.B. um 18 Uhr bei der Unterkunft sein muss. Dann verspüre ich schon wieder einen Zeitdruck, den ich im Alltag schon nicht mag.
Ich habe ein Zelt dabei und als Radreisender frage ich auch unterwegs mal, ob ich vor irgendeiner Hütte mein Zelt aufstellen kann. Das klappt auch ohne Sprachkenntnisse und zur Not stelle ich das Zelt auch irgendwo am Straßenrand auf.
Beim Rausfahren aus Johannesburg habe ich mich z.B. am Sonnenstand orientiert und in Zimbabwe und Guinea-Bissau war ich auch komplett ohne Landkarte unterwegs.
In Namibia, Alaska, Canada oder jetzt in Zentralasien mit größeren Entfernungen und wenigen Straßen/Pisten nehme ich natürlich 'ne Landkarte mit. Gegen Abend in Großstädte reinfahren vermeide ich nach Möglichkeit und übernachte lieber irgendwo außerhalb und komme dann in der Mittagszeit dort an. Dann gibt es keinen Zeitdruck bei der Suche nach einer Unterkunft.

Meine weitgehend planlose Art des Reisens hat mir die spannendsten Begegnungen und Übernachtungsmöglichkeiten beschert - vom Stammeskönig bis zum Übernachten in der Bibliothek einer Seemannsmission, zwischen Gräbern, auf Geländen von Krankenhäusern, Polizeistationen und bei wildfremden Menschen, die mich ohne zuvor ein Wort mit mir gesprochen zu haben, spontan zum Übernachten und/oder Essen eingeladen haben und sogar mal bei einem Nonnenkloster. Einmal hat man innerhalb von einer halben Stunde einen Ältestenrat zusammengerufen, bei dem 10 der 12 Mitglieder und der Dorfchef anwesend waren und man mich befragte und dann darüber beriet, ob ich im Dorf übernachten dürfe. Solcherlei Dinge erlebt man vermutlich nur, wenn man relativ planlos unterwegs ist, aber sich dann auch drauf einlässt.

Mit dem Fahrrad ist eine genaue Planung auch schwierig, wenn man nicht z.B. auf dem Donauradweg unterwegs ist. Man weiß vorher nicht, wie die Gegebenheiten sind. Ich bin mit dem Fahrrad und Gepäck schon 265 km Piste am Stück geradelt, aber habe anderswo 10 Stunden für 27 km gebraucht und war hinterher völlig kaputt. Ich lasse das einfach entspannt auf mich zukommen. Ich mache jetzt im 41. Jahr Radtouren und habe bereits bei der ersten gemerkt: Je genauer man plant, desto härter trifft einen der Zufall. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'250 Beiträge · seit 200907. März 2024 · #13
Hallo Wolfgang,

viel kann ich Dir nicht helfen.
Bei mir hat es gerade mal so für zwei Tage Bischkek gereicht.
Auf meiner Heismeite gibt es einen kleinen Reisebericht mit 87 Bildern
Bishkek auf foto-kiboko.de

Viel Spaß bei der Planung und der Reise
Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200608. März 2024 · #14
Danke!
Ich tendiere tatsächlich gerade dazu, einen Gabelflug nach Bischkek zu nehmen und von Taschkent zurückzufliegen und dazwischen die Pamirstraße durchs Gebirge zu fahren. Wird halt saumäßig anstrengend, diese Strecke zu fahren, die auf über 4.500 Meter hoch geht, aber so jung werde ich halt nie wieder die Möglichkeit haben. 😉
Die Fotos entlang der Strecke sind schon beeindruckend, aber entschieden habe ich mich letztlich noch nicht.

Gruß
Wolfgang
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2'240 Beiträge · seit 201108. März 2024 · #15
BikeAfrica schrieb:Danke!
Ich tendiere tatsächlich gerade dazu, einen Gabelflug nach Bischkek zu nehmen und von Taschkent zurückzufliegen und dazwischen die Pamirstraße durchs Gebirge zu fahren. Wird halt saumäßig anstrengend, diese Strecke zu fahren, die auf über 4.500 Meter hoch geht, aber so jung werde ich halt nie wieder die Möglichkeit haben. 😉
Die Fotos entlang der Strecke sind schon beeindruckend, aber entschieden habe ich mich letztlich noch nicht.

Gruß
Wolfgang
das würde ich auch, falls (körperlich) möglich 🙂 . Der Pamir ist sicherlich ein Highlight.
Wir diskutieren gerade auch, ob wir im 2025 die Route "Seidenstrasse inkl. Pamir in die Mongolei" mit unserem Reisemobil fahren wollen oder doch Iran, Irak, Kuwait, Saudi, UAE, Oman in Angriff nehmen.
Wir schauen mal, was der politische "Schauplatz" macht und entscheiden uns dann spontan.
Jetzt geht es bald erst mal für 7 Wochen nach Tunesien.
Viel Spass beim Planen.
Gruss M.
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/
zuletzt bearbeitet 08. März 2024
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200610. Mai 2024 · #16
marimari schrieb:
das würde ich auch, falls (körperlich) möglich 🙂 . Der Pamir ist sicherlich ein Highlight.
Wir diskutieren gerade auch, ob wir im 2025 die Route "Seidenstrasse inkl. Pamir in die Mongolei" mit unserem Reisemobil fahren wollen oder doch Iran, Irak, Kuwait, Saudi, UAE, Oman in Angriff nehmen.
Wir schauen mal, was der politische "Schauplatz" macht und entscheiden uns dann spontan.

... jetzt hat sich die Lage in den letzten Monaten wohl leider verändert. Die östlichen Teile Tadschikistans gelten gerade als sehr unsicher, für Berg Badachschan wurde eine Reisewarnung ausgesprochen (also mehr als die üblichen Sicherheitswarnungen) und die gesamten Grenzgebiete zu Pakistan und Afghanistan sollten gemeiden werden. Da ich unterwegs ohne WWW sein würde und auf Änderungen der Lage nicht reagieren könnte, verschiebe ich die ganze Sache. Auch meine anderen Wunschziele liegen gerade in Gebieten, für die es Reisewarnungen gibt.

Wahrscheinlich geht es jetzt einfach ins Vierländereck Zimbabwe, Zambia, Botswana, Namibia ...

Gruß
Wolfgang
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319 Beiträge · seit 201209. Sept. 2024 · #17
Komme gerade aus der Region zurück. Die Einschätzung der Sicherheit des Auswärtigen Amtes kann ich nicht nachvollziehen, wie auch andere Aussagen nicht korrekt.
An der Grenze Tadjikistan-Afghanistan gibt es derzeit keine Probleme bezüglich der Sicherheit. Die afghanischen-tadschikischen Sonntagsmärkte in Khorog unbd Ikashim finden seit Monaten statt. Ich habe dort auch mit Afghanen gesprochen, welche die Lage derzeit als sehr ruhig und entspannt einstufen. Auch in Gesprächen mit Tadschiken erfuhr ich, daß es in der letzten Zeit keine Zwischenfälle oder Spannungen gab.
Minenfelder zwischen Kalaikum und Khorog sind selbst dem tadschikischen Militär nicht bekannt. An der Strasse zwischen Kisht und Kalaikum allerdings gibt es wenige Minenfelder, welche aber deutlich ausgewiesen sind.
Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan derzeit nur über den Grenzübergang Kyzylart - Bor Dobo passierbar und nur für Ausländer. Für Einheimische ist die Grenze komplett dicht - was für diese nicht so toll ist.
GBAQ Permit wird in Duschanbe innnerhalb eines Tages ausgestellt - gegen etwas Aufpreis auch innerhalb weniger Stunden.
Ansonsten Reisen dort sehr entspannt (nicht nur mein Eindruck). Kleinkriminalität würde ich auf einem viel niedrigeren Niveau als in Deutschland einordnen. Konnte mein Rad ohne Probleme ohne Aufsicht und unangeschlossen vor Geschäften etc. stehen lassen - in Deutschland wäre das für mich nicht denkbar. Vom Sicherheitsaspekt eine sehr entspannte Reise.
zuletzt bearbeitet 09. Sept. 2024