Am letzten Tag auf Santa Cruz ging es wieder zu einem Schnorchelausflug, gepaart mit einem Ausflug nach Seymour Norte, einer kleinen unbewohnten, 2 Quadratkilomer messenden Insel nördlich der Flughafeninsel Baltra. Hauptaugenmerk dieser Insel liegt auf den hier brütenden Fregattvögeln. Wir sind mit einem zweimastigen Segelschiff unterwegs, das allerdings heute nur mit Motor betrieben wird. Wir laufen an Bord auf echten Holzplanken, es ist sehr viel Platz für die Gruppe. Wir sind die einzigen Nicht-Amerikaner, die als zusammenhängende Reisegruppe unterwegs ist. Auf die Insel kommen wir, indem wir vom Segelboot auf ein kleineres Schlauchboot umsteigen, was wir im Schlepptau haben.
Auf Seymour Norte kommt man diesen Vögeln recht nahe und man erkennt dann auch deren Größe. Das lässt sich ja nur erahnen, wenn sie teilweise mehrere hundert Meter über einem dahingleiten. Die Körperlänge erreicht teilweise über 1 Meter, die Flügelspannweite max. knapp 2,50 Meter. Endlich kann ich auch den männlichen Kehlsack aus der Nähe inspizieren.
Bedenken habe ich wegen des spitzen Gestrüpps, in dem die Vögel hocken, da können auch mal Träume platzen… Tatsächlich habe ich einen Vogel mit punktiertem Kehlsack entdecken können, er war aber trotzdem aufgeblasen. Es scheint also Flickzeug zu geben.
Fregattvögel sind nicht die einzigen Tiere auf der Insel. Allerdings ist die Artenvielfalt nicht aufregend, Blaufusstölpel, Seelöwen, Leguane, Meerechsen begegnen einem hier wie auch fast überall sonstwo auf den Inseln.
Das einzige mal, dass ich eine kurze Balz des Blaufusses bemerkt hatte. Es war allerdings kein anderer Artgenosse in der Nähe – oder war ich die Zielperson?
Blick hinüber zu einer der beiden Daphne-Inseln.
Die Fregattfrau scheint vom Imponiergehabe des Fregattmannes überzeugt zu sein, sie lässt sich zu ihm nieder.
Wir hatten leider nur etwa eine Stunde Landgang. Danach ging es zum Schnorcheln in dem geschützten Kanal zwischen Santa Cruz und Baltra. Heute war ich zum ersten Mal froh, dass mich meine Fersenwunde nicht zum Schnorcheln lies. Nicht nur, dass es wenig Interessantes unter Wasser zu sehen gab, sondern die gesamte Gruppe kam in Berührung mit den Tentakeln einer oder mehrerer Quallen, was bei allen zu brennenden Hautpusteln führte. Meine Frau war am stärksten davon betroffen, noch Monate später ist ihre Haut verfärbt. Das Schnorcheln wurde vorzeitig abgebrochen. Die Schiffscrew reichte Essig, was das Brennen linderte, aber sie hatte über mehrere Tage das Brennen auszuhalten.
Nach dem Schnorchelausflug gab es Essen. Ich kann mich nicht erinnern was es gab, aber es blieb bei mir hängen, dass es mir nicht schmeckte. Dafür gab es vorneweg etwas prickelndes, was uns als Champagner angekündigt wurde. Ich habe die Flasche nicht gesehen, kann daher - auch geschmacklich - nicht bestätigen, dass es sich um den König des Schaumweins handelte.
Cool war das Schiff allemal.
Teil 2210. Apr. 2024
Hacienda Jimenita in der Nähe des Quito Flughafens
Hier nun der letzte Teil unserer Reise. Der Rückflug von Santa Cruz nach Quito war unspektakulär. Vom Flughafen wurden wir abgeholt und zu unserer letzten Station gebracht, der Hacienda Jimenita, ca. 20 Minuten Fahrt vom Flughafen entfernt. Wir hatten zwar nur Frühstück als Verpflegung vorgebucht, allerdings haben wir in den drei Tagen das Anwesen nicht einmal verlassen, so dass wir alle Mahlzeiten dort eingenommen haben und entsprechend zusätzlich gezahlt haben. Verpflegung war aber unspektakulär. Hier die Eindrücke vom ersten Abend.
Die Hacienda hat einen großzügigen Gemeinschaftsraum, der zu unserer Zeit nur durch uns frequentiert wurde. Wir haben abends nach dem Abendessen uns in die Sessel gelümmelt und noch gelesen. Allerdings wurde es irgendwann zu kühl, auch wenn ein Kamin angezündet war, der Raum war einfach sehr gross, der Kamin drang nicht durch.
Unser Zimmer war aber nicht im Haupthaus, dessen Räume hier abgebildet sind. Wir hatten ein Zimmer in einer entfernteren Hütte, wie sie zahlreich auf dem Gelände stehen. Zu unserer Zeit war noch eine US-Gruppe von ca. 10 Hobby-Ornitologen in der Hacienda, denn für ihre Vögel ist die Hacienda bekannt. Es hätte aber wohl locker eine zehnfache Anzahl an Gästen unterkommen können. Unser Zimmer war funktional eingerichtet, immerhin war es sehr gross. Der Warmwasserboiler musste bei uns repariert werden, da das Wasser am zweiten Tag nicht mehr warm wurde. Hinzu kamen noch die Power Outages, die das ganze Land betreffen und auch das Wasser kalt liessen, da der Boiler elektrisch betrieben wird.
Allerdings waren die Vögel eigentlich auch das einzige an Wildlife auf der Hacienda, und so blieb uns nichts anderes übrig, als die nett angelegten Pfade des Anwesens mehrfach täglich abzuwandern. 150 Hektar soll das Gelände gross sein.
Das Lama wurde zur Touristenbespassung an den Baum gebunden.
Ich hatte die 3 Tage auf der Hacienda als Ausklang der Reise geplant in der Hoffnung, mehr als nur Vögel zu Gesicht zu bekommen. 2 Tage hätten es auch getan.
Teil 2310. Apr. 2024
hier eine Auswahl an Vogelbildern. An den Pfaden sowie am Haupthaus waren großzügig Feeder verteilt, die von den Vögeln angeflogen wurden. Allerdings waren die Vögel sehr scheu und sind davongeflogen, wenn man in die Nähe kam. Sparkling Violet Ear Safran Fich kein Vogel - Lama Grassland Yellow Finch Southern Yellow Grossbeak Black-tailed Trainbearer Blue and yellow Tanager Blue and yellow Tanager Grey-browed Brushfinch Vermillion Flycatcher female White-winged bush finch Rufous-collared Sparrow Yellow-breasted Brushfinch Southern yellow Grossbeak White-winged bush finch
Dieser Canyon heisst Condor Canyon, aber wir haben keinen Condor gesehen. Angeblich soll man hier Condore sehen können. Andere Greifvögel waren sichtbar, aber nicht nah genug, um ordentliche Fotos zu machen. Der äußerste Wanderpfad auf der Hacienda führt am Canyonrand entlang. Blue and yellow Tanager Grey-browed Brushfinch
Teil 2412. Apr. 2024
Da unser Flug erst um ca. 16 Uhr ging, baten wir um einen Late Check-out, der uns problemlos gewährt wurde. Der Flughafentransfer von 20 Minuten sowie der anschliessende Flug über Amsterdam mit KLM nach Hamburg verlief problem- und ereignislos. Die Reise ist zuende.
Fazit zur gesamten Ecuador-Reise
Schön wars, gerne wieder. Dies war unsere erste Südamerika-Reise, und ich hoffe, nicht die letzte. In 2021 hatten wir Costa Rica bereist und Lust bekommen, weiter in den Süden vorzustossen. Die klassische Ecuador-Reise ist es nicht geworden mit einem Mietwagen die Allee der Vulkane abzufahren, trotzdem war an den einzelnen Stationen, die wir uns ausgesucht hatten, nichts auszusetzen und empfehlenswert. Die Vulkane, die wir ab und zu bei klarer Sicht aus der Ferne gesehen hatten, machen Lust, nochmals irgendwann nach Ecuador zurückzukehren.
Die erste Station, die Maquipucuna Lodge (5 Nächte), war aufgrund der Sichtung der Brillenbären sehr sehenswert. Ausserhalb der Bärensaison tut es sicherlich auch jede andere Lodge, die auf Vogelbeobachtung ausgelegt ist, ob in Mindo, Bellavista oder in irgendeinem anderen Schutzgebiet.
In Quito (4 Nächte) würde ich das nächste Mal in einer höhere Hotel-Kategorie absteigen, das Zimmer hat keinen Spass gemacht. Wir hatten uns für Papallacta entschieden, es gibt noch andere Möglichkeiten an Tagesausflügen, z.B. Otavalo.
Würde ich nochmal in das ecuadorianische Amazonasbecken fliegen, dann würde ich versuchen, weiter den Rio Napo hinunter zu fahren. Sicherlich sind andere Tiersichtungen nicht garantiert, aber zumindest besteht wohl eine höhere Chance, größere Schlangen, größere Kaimane und größere Säugetiere zu beobachten. Die Yasuni-Lodge (6 Nächte) ist jedoch als Unterkunft und mit ihren Mahlzeiten als rustikale Unterkunft durchaus empfehlenswert.
Galapagos (8 Nächte) war das gedachte Highlight und der eigentliche Grund für diese Reise. Unsere hohen Erwartungen an die Tierbegegnungen wurden erfüllt. Herausragend im Vergleich zu den anderen Stationen war Galapagos deswegen nicht, weil auch die anderen Stationen jede auf ihre Weise sehr erfüllend waren. Trotzdem darf m.E. Galapagos nicht fehlen in einer Ecuador-Reise. Die Nähe, die die Tiere zulassen, ist schon einmalig. Beim Kampf der gelben Landleguane sind mir die Kontrahenten über meine Schuhe gestolpert, so versunken waren beide in ihren Kampf.
Die Hacienda Jimenita (3 Nächte) hat im Vergleich zu den anderen Stationen keinen i-Punkt mehr obendrauf setzen können. Sicherlich ein schöner ruhiger Ausklang, mehr aber auch nicht.
Wer nicht so viel Zeit wie wir hat: keine Angst, man kann insgesamt eine Woche kürzen, ohne zu viel zu verpassen, an jeder Station jeweils 1 oder 2 Nächte. Zeit ist bei uns kein Engpassfaktor, deshalb planen wir die Reisedauer großzügig und die Geschwindigkeit gemächlich. Sich aus Zeitgründen bei Galapagos nur auf eine oder zwei Inseln zu konzentrieren, würde ich nicht machen, dazu sind die Inseln zu unterschiedlich.
Die gebuchte Hotel-Kategorie war bis auf Quito ausreichend, man kann es als rustikal Standard bezeichnen. Luxusverwöhnte werden zwei Stufen höher buchen müssen.