Im Nebelwald der Maquipucuna-Reserve beginnt unsere erste Südamerika-Reise: Scouts führen uns zu Brillenbären, die zur Avocado-Saison zwischen September und Dezember hierherkommen und sich an den kleinen, eichelgrossen Früchten satt essen. Dazwischen zeigt sich ein Golden-headed Quetzal, dazu unzählige Kolibris. In Quito besichtigen wir die Altstadt und den Pululahua-Krater und lassen uns einen Tag lang zu den Thermalquellen von Papallacta auf 3'300 Metern fahren.
Weiter geht es ins Amazonasbecken zum Yasuní-Nationalpark: Von der Yarina Lodge aus erkunden wir tagsüber und nachts den Regenwald, besuchen eine Kitchwa-Siedlung mit Maniokverarbeitung und lernen an anderer Stelle die Schokoladenherstellung aus eigenem Kakao kennen. Auf einer Flussinsel beobachten wir eine Gruppe Wollaffen, dazu Hoatzin mit seinem Irokesenschopf, und abends sind riesige Insekten wie Bullet Ants unterwegs.
Auf Galápagos – San Cristóbal, Isabela und Santa Cruz – lassen sich Meerechsen, Seelöwen, Landleguane, Blaufusstölpel und Fregattvögel aus nächster Nähe erleben, dazu zwei Galápagos-Pinguine und wild lebende Riesenschildkröten auf Isabela und im Hochland von Santa Cruz. Ein Sturz auf scharfkantigem Lavagestein beendet für mich das Schnorcheln auf den letzten beiden Ausflügen – ausgerechnet als bei Seymour Norte eine Quallenbegegnung die Schnorchel-Tour vorzeitig abbricht. Zum Ausklang wohnen wir drei ruhige Nächte auf der vogelreichen Hacienda Jimenita bei Quito. Insgesamt liesse sich die knapp vierwöchige Reise auch eine Woche kürzer planen, ohne viel zu verpassen.
Teil 129. Jan. 2024
Angefixt durch unsere Costa Rica Reise vor 2 Jahren hatten wir uns überlegt, dass es jetzt an der Zeit wäre für einen unserer Lebensträume. Wenn nicht jetzt, wann sonst sollen wir nach Galapagos fliegen? Also Reise geplant und mit unserem Reiseveranstalter besprochen, mit dem wir bereits 3x nach Afrika unterwegs waren. Nach etwa einer Woche haben wir ein unverschämt teures Angebot für eine 4-wöchige Reise erhalten. Also ein anderes, mir noch unbekanntes Reisebüro angerufen, und nochmals von neuem geplant. Diesmal kein Self-drive mit Mietwagen, sondern nach Möglichkeit die Bausteine aus deren Webseite aneinandergereiht und zwischendurch Transfers mit einem Taxi. Schon war die Reise zehntausend (!) Euro günstiger und es hat am Ende alles geklappt wie es sollte. Das waren Apothekenpreise vs. Supermarktpreise, und wir waren mit dem Supermarkt sehr zufrieden. Die Allee der Vulkane und Meerschweinchen am Spiess müssen wir auf ein andermal verschieben.
Unsere Reise vom 8.11. bis 6.12. im Überblick: Maquipucuna Reserve, Maquipucuna Eco Lodge (5 Nächte) Quito, Embassy Hotel (4 Nächte) Yasuni Nationalpark, Yarina Lodge (6 Nächte) Flughafen Quito, Wyndham Hotel (1 Nacht) Galapagos Inselhopping (San Cristobal 2 Nächte, Isabela 3 Nächte, Santa Cruz 3 Nächte) Hacienda Jimenita Wildlife Reserve (3 Nächte) in der Nähe Quito Flughafen
Zwischen den einzelnen Stationen hatten wir immer Taxitransfers von dem Reisebüro geplant, alles ist reibungslos abgelaufen. Allerdings gab es einen Aufreger, da wir auf dem Flug von Quito nach San Cristobal anfänglich wegen Überbuchung nur auf der Warteliste Platz nehmen durften. Ich habe dann schnurstracks das lokale Partnerunternehmen unseres Reisebüros angerufen, die hatten sogar mehrere Deutsche in Quito sitzen. Letztendlich durften wir dann doch noch einsteigen und landeten wie geplant auf Galapagos.
Fotoausrüstung wie schon in Tansania und Costa Rica, keine Veränderung. Olympus. Landschaftsaufnahmen gibt es eigentlich kaum, da wir sowohl in Maquipucuna (Nebelwald) als auch Yasuni NP (Regenwald) keinen Weitblick hatten. Dafür habe ich ständig irgendwelche Tiere abgeknipst.
Teil 231. Jan. 2024
Der Flug Hamburg nach Quito verlief eigentlich ereignislos. Günstigster angebotener Flug war mit KLM über Amsterdam. Über Kolumbien fielen mir diverse Buschfeuer auf, anscheinend war dies die berüchtigte Brandrodung, durch die die verbleibende Regenwaldfläche in Südamerika immer weniger wird. Man muss allerdings genau hinschauen, um die Rauchschwaden zu erkennen, die sich von den Wolken (links unten und rechts oben im Bild) unterscheiden, so richtig kontrastreich ist ein Foto durch die Flugzeugscheibe nicht.
Maquipucuna Reserve Vom Flughafen wurden wir mit einem Pkw abgeholt und direkt zur Lodge gebracht. Während der Fahrt, die ca 2 Stunden dauerte, wurde es bereits dunkel, dazu kam eine dichte Nebelsuppe. Der Fahrer blieb dann über Nacht in der Lodge und fuhr am nächsten Morgen zurück. Wir bezogen unser Zimmer, das einfach ausgestattet war, und erhielten noch ein schmackhaftes Abendessen. Insgesamt waren die Mahlzeiten recht schmackhaft, es gab regionale Küche und Säfte. Wir konnten jederzeit in die offene Küche gehen, falls wir ein Getränk oder auch mal einen Snack benötigten, das Personal war jederzeit hilfreich.
Das Lodge-eigene Haustier wurde uns auch gleich am ersten Abend vorgeführt. Jeden Abend erhält ein Kinkajou eine Banane und verspeist sie vor Ort, legt sich noch ein paar Minuten hin und verschwindet dann wieder in seine Behausung.
Die Lodge war all-inclusive, d.h. Frühstück, Mittag, Abendessen sowie guided walks am Vormittag waren inbegriffen. Gleich nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging es auch schon auf Expedition in den Nebelwald. Die dafür notwendigen Gummistiefel wurden von der Lodge gestellt.
Doch bevor es losging, war noch vor dem Frühstück Zeit, sich auf die hölzerne Zufahrtsbrücke über dem Fluss vor der Lodge zu stellen und zu schauen, was da so flog.
white-capped dipper Rufous Motmot, leider nur ein Beweisphoto
Andere Besucher, die kurz vor mir auf der Brücke waren, haben einen Cock of the Rock gesehen. Diese Sichtung blieb mir leider versagt.
Mir war bei der Auswahl dieser Lodge gar nicht bewusst, dass wir hier die Möglichkeit zur Sichtung eines ganz besonders exotischen Tieres hatten. Denn diese Lodge war nur deswegen auf unserer Buchungsliste gelandet, weil eine andere Lodge in Mindo, dem Vogelparadies Ecuadors, ausgebucht war. Das Reisebüro hatte dann die Maquipucuna Lodge vorgeschlagen. Doch das Finden dieses Tieres war gar nicht so einfach, die Lodge beschäftigt Scouts, d.h. junge Burschen aus der nachbarschaftlichen Gemeinde, die sich damit ein kleines Zubrot verdienen. Und solange die nichts gefunden haben, müssen die Touristen auf den Waldpfaden bei Laune gehalten werden. Dieses Ritual haben wir fast täglich mitgemacht, da wir im Vergleich zu den anderen Gästen recht viele Übernachtungen hatten. Ein Garant für das Vertreiben der Langeweile beim Warten war das Nest eines Chestnut-mandibled Toucans. Wir sind kein einziges Mal beim Nest gewesen, ohne dass es besetzt war, er brütete grade.
Doch schaut selbst, für was die Maquipucuna Reserve bekannt ist und was sich auf dem Bild erkennen lässt.
Die Sichtung eines Brillenbärs ist in den Anden etwas ganz besonderes. Auch wenn es in Südamerika etwa 20.000 Bären gibt und 2.000 davon in Ecuador beheimatet sind, bekommt man diese Tiere in freier Wildbahn nur äusserst selten zu Gesicht. Die anscheinend höchste Wahrscheinlichkeit, einen Brillenbären zu sehen, besteht in der Maquipucuna Reserve zur richtigen Jahreszeit. In der Reserve wächst eine Avocado-Baumart, die kleine, eichelgroße Avocados hervorbringt. Diese Avocados reifen irgendwann zwischen September und Dezember für einen Zeitraum von ca. 4 bis 6 Wochen. Als wir dort waren, sagte man uns, dass dieses Jahr die Avocadosaison ungewöhnlich lange 10 Wochen bereits im Gange war. Und auf diese Avocados steht der Brillenbär, er ist ganz wuschig nach diesen Avocados. Übrigens muss sich der Brillenbär die Avocados mit dem Quetzal teilen, aber keine Angst, es stehen in der Reserve so viele Avocadobäume, dass für alle mehr als genug da ist.
Der Bär war weit weg, das Bild entstand mit umgerechnet 840mm Brennweite. Wir fanden einen Weg durch den dichten Wald, um den Bären aus näherer Distanz beobachten zu können. Wir waren eine Gruppe von 8 Personen plus Guide, natürlich hat uns der Bär gehört und uns neugierig in seinen Blick genommen.
Um an die Avocados zu kommen, klettert der Bär die Bäume hoch und setzt sich unterhalb der Krone auf die Äste. Dann biegt er sich die Äste zu sich bis sie brechen, und knabbert die Avocados in sich rein. Nach einer ganzen Weile war er glaube ich von uns etwas genervt und ist am Stamm runter gerutscht, um das Weite zu suchen. Fototechnisch war es eine Herausforderung, da wir unten und der Bär oben auf dem Baum war, so dass wir mit dem hellen Gegenlicht der weissen Bewölkung zu kämpfen hatten. Daher musste ich sehr stark überbelichten, um noch die Fellzeichnung sichtbar zu machen.
Ist er einmal am Boden, ist es reine Glücksache, ihm zu begegnen in dem Dickicht. Jedes Jahr kommen wohl mehrere Bären gleichzeitig in das Gebiet, es gibt zwar keine Sichtungsgarantie, aber die Wahrscheinlichkeit scheint sehr hoch zu sein.
Glücklich, diesen Bären begegnet zu sein, machten wir uns auf den Rückweg durch die langen Pfade des Waldes. Unverhofft trafen wir auf diesen Avocado-liebenden Gesellen: Dies ist ein Golden-headed Quetzal, also nicht der gleiche, den man in Costa Rica zu sehen bekommt. Die männlichen Quetzale entwickeln auch keine langen Schwanzfedern wie der Resplendant Quetzal. Dieses Exemplar liess sich nicht aus der Ruhe bringen trotz unserer relativ grossen Gruppe, er liess sich geduldig abfotografieren.
Zurück an der Lodge hatte unser Guide einen Basilisken auf der Palme erspäht. Der hatte sich die nächsten 2 Tage nicht von diesem Blatt bewegt und konnte ausgiebig fotografiert werden.
Die Vogelbeobachtung an der Lodge war etwas mau. Zwar waren Feeder aufgestellt, aber das Personal sagte uns, sie haben erst mit unserer Ankunft wieder mit dem Anfüttern begonnen wegen lang andauernder Renovierungsarbeiten. Tatsächlich hatten wir die ganzen Tage über Bautrupps, die auf dem Lodge-Gelände rumwuselten und den Vögeln die Lust am Verweilen nahmen. Einzig die Kolibris waren ständig von morgens bis abends anwesend. Leider sind die Fotos nicht so toll, da die Sonne, die für gute Lichtverhältnisse hätte sorgen können, kein einziges Mal geschienen hat. fork-tailed woodnymph
Hier das Oberdeck der Lodge, auf dem das Essen serviert wurde und an dem die Feeder für die Kolibris hingen.
Brillenbär und Quetzal am ersten Tag in Ecuador, die Reise fängt gut an.
Teil 331. Jan. 2024
anscheinend kann man nur 20 Photos je Post einfügen?
Hier das Oberdeck der Lodge, auf dem das Essen serviert wurde und an dem die Feeder für die Kolibris hingen.
Brillenbär und Quetzal am ersten Tag in Ecuador, die Reise fängt gut an.
Teil 402. Feb. 2024
Maquipucuna Lodge Fortsetzung
Morgens vor dem Frühstück kann man noch einen Bird Walk mitmachen. So ergiebig ist das allerdings nicht, obwohl sehr viele verschiedenartige Vögel in dem Gebiet vorkommen, sieht man sie entweder nicht oder sie sind sehr weit weg. Daher nur eine kleine Auswahl von halbwegs vorzeigbaren Bildern, die zu diversen Gelegenheiten entstanden sind an der Lodge. Squirrel Cuckoo blue-winged Mountain Tanager streak-headed Woodcreeper white-breasted Woodwren
Nach Einbruch der Dunkelheit kommt anderes Getier zum Vorschein, und das gar nicht mal zu knapp. An dem Sammelpunkt vor der offenen Küche ist es hell erleuchtet und entsprechend Treffpunkt aller möglichen Sechsbeiner.
Ich habe noch nie so viele Insekten fotografiert wie auf dieser Reise, es kommen noch viel mehr Bilder, später… Auf einem der Wege in der Nähe der Lodge wurde ein weisses Laken aufgespannt und angeleuchtet. Irgendjemand wertet wohl gerade wissenschaftlich aus, welche Nachtschattenflieger so unterwegs sind, hier mal ein Beispiel.
Auf der Homepage der Lodge wird auch ein Nightwalk angeboten, allerdings mussten wir aktiv nachfragen. Zu sehen gab es neben Fröschen, Spinnen, Scorpione und Glühwürmchen auch ein kleines Stabinsekt.
Die Hauptattraktion sind allerdings zu dieser Jahreszeit die Bären. Also sind wir die ganzen Wege abgelaufen, um zu ihnen zu gelangen. Die Scouts waren wieder fleissig und haben sie ausfindig gemacht.
Ihr seht, wie steil aufwärts mal schauen muss, um den Bären im Geäst der Bäume beobachten zu können.
Auf Dauer ist das ganz schön anstrengend für den Nacken, und so fällt zwangsläufig der Blick auf die umliegenden niedrig wachsenden Pflanzen. Das Gebiet soll eine sehr hohe Schmetterlingsdiversität haben, hier ein Glasflügelschmetterling.
Überall auf dem Boden lagen die kleinen Avocados herum, die die Leibspeise des Brillenbärs und des Quetzals ist. Die Avocados sind nicht größer als eine Eichel.
Weiter geht’s zum nächsten Bären. Die Wege waren ausgeschildert, damit sich die Touristen, wenn sie ausserhalb der Bärensaison allein auf den Pfaden unterwegs sind, zurechtfinden.
Der Bär bearbeitet den Baum, indem er mit seinen Pranken richtig dicke Äste abbricht und zu sich heranzieht, um an die Avocados zu kommen. Das sieht dann fast wie ein Nest aus. Der Guide sagte, dass die Bären auf dem Boden übernachten, also nichts mit Nest machen.
Man sah überall im Wald herabgefallene Äste, und auch auf den Bäumen selbst sah man verwelkte Äste, die hängen geblieben waren. Man konnte also sehen, wo die Brillenbären gewirkt hatten, und das waren sehr viele Bäume.
Teil 504. Feb. 2024
Maquipucuna Lodge 2. Fortsetzung Das ist der Nebelwald, der einen in der Maquipucuna Reserve erwartet. In der Regel ist es morgens trocken, der Nebel lichtet sich im Laufe des Vormittags. Zuverlässig wie ein Uhrwerk setzt nachmittags der Regen ein, jeden Tag. Bromeliengewächse gedeihen in diesem Klima auf jedem Baum.
Der Gebirgsfluss fliesst direkt an der Lodge vorbei.
Da Bären nur an den ersten zwei Tagen auffindbar waren, mussten wir uns zwangsläufig wieder mehr den Flügelträgern zuwenden. Broad-billed Motmot
Spix Guan Masked Trogon
Der letzte Tag stand nicht mehr im Zeichen der Bärensuche, der lokale Guide meinte, die hätten sich nun in unerreichbare höhere Gebiete zurückgezogen, wo noch der Primärwald vorherrschend ist, der wesentlich dichter bewachsen ist als in der Maquipucuna Reserve. Die Reserve hat fast ausschliesslich Sekundärwald und war früher Holzlieferant und Weidegebiet. Der Besitzer hat das Gebiet der Reserve vor etwa 40 Jahren aufgekauft und sich selbst überlassen, bevor er die Lodge baute. So sind wir durch verschiedene Pfade gelaufen und ich habe abgeknipst, was mir bzw. wem ich über den Weg lief. Das Wetter war sogar mal eine Zeit lang sonnig, nachdem sich der Nebel verzogen hatte.
es gibt ja hier im Forum Schlangenfetischisten, evtl kann mir jemand sagen, was das für eine Schlange ist, die sich scheu auf dem Pfad schlängelte
An der Lodge wieder diverse Kolibri.
Diejenigen, die meinen Costa Rica Reisebericht vor 2 Jahren verfolgt haben, erinnern sich vielleicht, welche Leidenschaft ich für die Blattschneiderameisen entwickeln konnte. Auch in Ecuador gab es überall Blattschneiderameisen, allerdings war es mir zu mühselig, dafür die Kamera zu bemühen. Zum einen war der Boden sehr feucht bis nass, so dass Gerät und Hosen nass geworden wären, zum anderen fehlte die Sonne, um auf halbwegs brauchbare Verschlusszeiten kommen zu können. Es ergab sich so kein scharfes Bild, so dass ich schnell alle Bemühungen einstellte. Hier kommt ein einziges Bild von Blattschneiderameisen aus Ecuador.
Teil 606. Feb. 2024
Quito
Nach Quito brachte uns wieder ein Pkw-Shuttle. Das Embassy Hotel ist als 4-Sterne-Hotel angepriesen, aber wenn es nach deutschem Standard 3 Sterne hätte, wäre es schon gut bedient. Ausserdem liegt es in einer Strasse mit vielen Kneipen und Bars, was Lärm bis tief in die Nacht garantiert. Nach einem Fussball-Länderspiel hatten wir sogar in der letzten Nacht bis zum Morgengrauen eine Gruppe Partygänger, die sich nach Barschluss noch auf der Strasse unterhielten, als müssten sie gegen Fluglärm anschreien.
Für den ersten Tag hatten wir eine Stadtführung mit Guide reserviert. Dies war insofern gut, als dass er mit seinem Auto einige etwas ausserhalb gelegene Punkte angefahren hat, die wir sonst nicht erreicht hätten. Spektakulär war das alles nicht, aber doch nettes Sightseeing. Wir sind zum Aussichtspunkt des Pululahua gefahren, um einen Blick in den Krater zu werfen, dessen Caldera etwa 3 Kilometer Durchmesser mißt.
Dort oben gibt es auch eine Sonnenuhr, anhand derer wir die Sonnenkultur der Ureinwohner erklärt bekommen. Haften geblieben ist das Wissen an mir aber nicht. Es gibt wohl verschiedene Touristenstätten, die den Mittelpunkt der Erde ausrufen. Wir waren im kleinen Örtchen Calacali, dort gibt es auch eine Gedenkstätte dafür, kostet keinen Eintritt unter freiem Himmel. Bei der Reiseplanung hatte ich unserem Reisebüro gesagt, dass ich für den Mittelpunkt der Erde kein zusätzliches Eintrittsgeld ausgeben möchte, auch wenn man es mir in den Telefonaten mindestens 3-mal ans Herz gelegt hatte.
Kirche in Calacali
Es sieht aus wie Eiscreme und würde zum Wetter passen, aber es ist Espumilla, so eine klebrige Eiweißschaumspeise. Scheint recht beliebt zu sein in Ecuador, und probieren tut nicht weh und schmeckt fruchtig, ist aber auch nichts, was man ständig essen muss.
Danach gings zum Teleferiqo, was eine ziemliche Autofahrt von Calacali bedeutete. Auf dem Weg dorthin hat der Guide uns alle möglichen Stories über die Geschichte Quitos erzählt, wie die alten Herrscher Quitos, die Inka, die Einwohner unterjocht haben und diese daraufhin mit den spanischen Belagerern gemeinsame Sache gemacht haben, was erst zur Eroberung dieser eigentlich uneinnehmbaren Stadt führen konnte etc. Ob das alles so stimmt – ich habs nicht nachgelesen, aber jedenfalls war es unterhaltsam. Leider wurde das Wetter immer schlechter. Morgens bei der Abfahrt sagte der Guide, dass es doch schade sei, wenn wir nicht den schönen Blick in die Caldera geniessen könnten und empfahl, solange das Wetter gut ist zum Pululahua zu fahren und hinterher zum Teleferico. Tja, schlechtes Wetter am Teleferiqo ist aber auch nicht so toll, denn es ist dann blöde kalt auf 4.000 Metern und die Sicht , falls man überhaupt noch was sehen kann, eignet sich nicht für Fotos. Hier noch ein schnelles Foto, bevor die Stadt unter uns endgültig unsichtbar wurde und es regnete.
Unten in der fotogenen Altstadt angekommen, klarte es wieder auf. Hier der Präsidentenpalast am Plaza Grande
Am Folgetag machten wir uns per Taxi auf in die Altstadt, die wir mit dem Guide nur kurz durchstreift hatten. Der Taxifahrer setzte uns an der Basilika Del Voto Nacional ab.
Danach suchten wir einen höher gelegenen Punkt, an dem wir einen guten fotografischen Überblick über die sehr langgestreckte Stadt (ca. 50km Länge) bekommen konnten. So landeten wir am Restaurant El Ventanal, von wo aus wir einen herrlichen Blick auf die Stadt hatten. Wir sind dann abends zum guten Essen dorthin zurückgekehrt.
Von dort sind wir wieder zurück Richtung Altstadt gewandert, die bei der UNESCO als Weltkulturerbestätte eingetragen ist. Wir kamen an Häuserzeilen mit kleinen Läden vorbei, die ein gemeinsames Thema hatten, z.B. Schuhe, dann wiederum Plastikschmuck usw. Wir haben auch eine sehr alte Heidelberg Druckmaschine durch ein offenes Fenster erspäht. Wir haben uns etwas durch die Strassen treiben lassen.
Teil 708. Feb. 2024
Quito Fortsetzung
In das St. Franziskus Kloster sind wir ebenfalls gegangen, hier gab es früher auch eine Brauerei, wovon noch Ausstellungsstücke zeugten. Das Innere des Klosters ist sehr weitläufig und es gab einige sehenswerte Ausstellungsstücke.
Wir waren noch in zwei anderen Kirchen, die wir wegen des Gemäuers und des schönen Interieurs besuchten, wir sind beide jedoch kein bißchen christlich gläubig. Da es zwischendurch regnete, sind wir zweimal in ein Café geflüchtet.
Schokolade aus eigenem Anbau wurde auch in speziellen Shops beworben, die Preise waren aber exorbitant teuer, 5 US-Dollar für 60 Gramm. Wir haben nichts gekauft, daher kann ich jetzt nicht sagen, ob es sich geschmacklich gelohnt hätte.
Kann jemand sagen, welchen Beruf dieser Herr nachgeht? Eisverkäufer wird’s wohl wegen fehlender Waffeln nicht sein, es kommen mir aber Assoziationen von Milch auf.
Das Schuhputzer-Handwerk wird hier immer noch gepflegt in den Colonnaden des Plaza Grande. Es muss Jahrzehnte hersein, dass ich das letzte Mal Schuhputzer auf europäischen Strassen gesehen hatte…
Am letzten Tag in Quito haben wir keine Stadtbesichtigung mehr gemacht, sondern haben uns zu den Thermalquellen nach Papallacta fahren lassen. Das Auto, ein großer Van, mit Fahrer haben wir am Hotel bekommen, dort wartete der Fahrer auf Kundschaft. Die Fahrt hat 90 Minuten gedauert, und für insgesamt 7 Stunden individuellen Fahr-Service haben wir 100 US-Dollar gezahlt. Das war allemal besser als die Angebote von Reiseveranstaltern in Quito, die eine solche Tour in Bussen für 45 USD pP oder mehr anbieten.
Es gab in der Papallacta-Therme viele verschiedene Pools, die alle unterschiedlich temperiert waren. Papallacta liegt auf etwa 3.300 Metern Höhe, die Lufttemperatur war gerade noch angenehm kühl nur in Badehose. Wir haben uns in den Thermen 4 Stunden aufgehalten, haben dort auch mittags einen Snack gegessen, ich erinnere mich an Cheese-Nachos und Sandwich.
Direkt am Parkplatz der Thermen führt ein Pfad in den Nationalpark Cayamba-Coca, den wir aber nicht gegangen sind. Ich hatte meine Kamera griffbereit beim Baden dabei, so dass einige Vogelbilder auch auf dem Gelände des Thermalbades möglich waren. Spectacled Redstart
Great Thrush
Shining Sunbeam
Abends waren wir im Fairuz, einem libanesischen Restaurant in der Nähe unseres Hotels – sehr empfehlenswert.
Teil 811. Feb. 2024
Yasuni Nationalpark
Wir sind von Quito etwa 25 Minuten mit dem Linienflug nach Coca geflogen. Unsere Airline, die Aeroregional, operiert mit alten, von anderen Fluggesellschaften ausgemusterten Boing 737 Flugzeugen. Das Flugzeug, mit dem wir geflogen sind, hatte japanische Schriftzeichen an den Sitzrücken, entsprechend vermute ich, dass vorher eine japanische Fluggesellschaft das Flugzeug betrieben hatte. Die Produktion des Flugzeugmusters wurde Anfang 2000 eingestellt, so dass das Flugzeug mindestens knapp 24 Jahre alt ist. Das Flugzeug machte einen entsprechend abgerockten Eindruck, die Tragflügelflächen waren recht wellig und einige Nieten fehlten. Vertrauenswürdig geht anders, aber wir sind ja gesund wieder zurückgekommen. Nochmals würde ich die Aeroregional nicht wählen (bzw. die Auswahl hat unser Reisebüro getroffen), es fliegt auch Latam mit wesentlich neueren Flugzeugen nach Coca. Nach der Landung in Coca wurden wir mit einem Taxi zur Bootsanlegestelle gebracht, von wo aus wir nach einer einstündigen Wartezeit eine 30-minütige Bootsfahrt mit einem Longboat angetreten sind zur Yarina Lodge.
Bootsanleger am Rio Napo in Coca
Die Yarina Lodge liegt gar nicht so richtig im Yasuni Nationalpark, jedenfalls nicht in der definierten Core Area. Aber auch andere stark frequentierte Lodges sind nicht wirklich tief im Nationalpark, sondern am Rand. Das Gebiet der Yarina Lodge liegt an der Grenze des Biosphärenreservats Yasuni. Zu den anderen beliebten Lodges wie Sacha oder Napo Wildlife Center wäre es nochmals 1 Stunde längere Bootsfahrt den Rio Napo hinunter. Auch diese Lodges liegen am Rande des dann aber tatsächlich Yasuni Nationalparks. Es gibt im Nationalpark eine No-Go-Zone, die aber nochmals ganz woanders liegt.
Vom Rio Napo führt ein kleiner Seitenarm zur sehr ruhig gelegenen Yarina Lodge. Im Biosphärenreservat ausserhalb und innerhalb des Nationalparks wird aktiv Erdöl gefördert, und wir haben die Öltürme am Rio Napo gesehen und deren Aktivitäten auch an der Lodge gehört. Nichtsdestotrotz war die Lodge malerisch gelegen, und zu unserer Zeit waren nicht viele Gäste in der Lodge.
Gleich am Nachmittag am Ankunftstag sind wir zwei Amerikanerinnen zugeteilt worden, mit denen wir gemeinsam mit einem Guide Piranhas gefischt haben. Zumindest haben wir es versucht, ich hatte auch tatsächlich einen kleinen Piranha an der Angel. Es war ein sehr kleines Exemplar.
Nach dem Abendessen sind wir, wieder mit den Amerikanerinnen, auf eine nächtliche Bootsfahrt mit einem Kanu gegangen, unser Guide hat im Heck gepaddelt. Die Fotoausbeute war bescheiden, neben dieser Tarantel haben wir einen kleinen Kaiman und mehrere schlafende Vögel gesehen.
Hinter der Lodge befand sich eine kleine Lagune, über die ein Betonsteg führte, so dass man darüber hinweg spazieren gehen konnte. Morgens vor dem Frühstück gab es eine Vogelbeobachtungstour an der Lagune. Yellow-rumped Cacique an seinem Nest
Green Kingfisher
Nach dem Frühstück sind wir zu einem Jungle Walk aufgebrochen, die Amis waren auf dem Rückweg, so dass wir die einzigen waren beim Jungle Walk. Eine größere amerikanische Reisegruppe hatte eine andere Tour währenddessen. Die Lodge hatte im Regenwald zwei Beobachtungstürme. Der eine, im Wald gelegen, war sehr unergiebig, der andere war an einer anderen Lagune gelegen und man konnte sehr gut verschiedene Vögel beobachten.
Ich hatte den Guide verschiedentlich gefragt, ob man denn auch größere Kaimane sehen könnte oder auch große Anacondas oder Tapire. Jedesmal kam die Antwort, dafür müssten wir tiefer in den Nationalpark hinein. An der Yarina Lodge scheint die Ausbeute an großem Getier eher bescheiden zu sein, sondern dafür eignet sich wahrscheinlich das Napo Wildlife Center am besten, auch wenn es auch dort keine Garantie für solche Sichtungen gibt, sondern diese wohl eher zufällig bleiben aufgrund des dichten Regenwaldes.
Teil 913. Feb. 2024
Da wir noch nicht weg sind, hier noch auf den letzten Drücker einen weiteren Berichtsabschnitt
Yasuni Nationalpark 1. Fortsetzung
Nachmittags dann ein Ausflug zum Beobachtungsturm der Lagune. Inzwischen war ein deutsches Ehepaar, Klaus und Renate, neu in der Yarina Lodge eingetroffen, mit denen wir für die nächsten Tage auf unsere Ausflügen zusammen unternommen haben. Die beiden leben schon seit über 20 Jahren in Portland, Oregon.
Bevor wir mit dem Kanu ablegten, gab es noch ein paar Chachalacas an der Futterstelle. Die Bananen sollten eigentlich Affen anlocken, die zierten sich aber etwas.
Bevor wir am Turm ankamen, gab es das Highlight des Tages. Als wir minutenlang einen yellow-headed vulture durch das Geäst über uns in der Baumkrone sitzend beobachten, fragte Renate unvermittelt: was ist denn das hier? Nun, es war ein Potoo, der zum Greifen nahe knapp über uns regungslos an einem Baumstamm sass. Er hoffte, mit dem Baumstamm zu verschmelzen und so unsichtbar für seine Umwelt zu werden. Dies ermöglichte mir, ausgiebig Fotos von dem merkwürdigen Vogel zu machen.
Vom Beobachtugsturm aus u.a. gesehen: Crimson Tanager, yellow-rumped Cacique, Amazon Kingfisher, Hoatzin, red-capped Cardinal
Eines der merkwürdigsten Insekten dieses Aufenthalts ist diese Cikade mit einem langen, weissen, ausgefransten Schweif.
Rückkehr zur Lodge in der Abenddämmerung. Übrigens war auch in dieser Lodge das Abendessen immer sehr schmackhaft, nicht-alkoholische Getränke wie Wasser oder Saft kamen zum Essen kostenfrei auf den Tisch, und nachmittags gabs eine Kaffeestation, an der man sich bedienen konnte.
Nach dem Abendessen gings wieder los, dieses Mal zu Fuss auf den Waldwegen. Fotografisch waren diese abendlichen Ausflüge die ergiebigsten, der Wald war voll von Insekten, die tagsüber für uns unsichtbar blieben.
Am Steg, der über die Lagune führte, gab es eine Menge Frösche, die unentwegt quakten. Genügend Frösche sassen in Reichweite des Stegs auf den Blättern, liessen sich geduldig fotografieren, bevor sie in den Tümpel davonhüpften.
Extra für solche Night Walks hatte ich mir vorher in Deutschland noch eine sehr kräftig und sehr weit reichende Taschenlampe neu gekauft, die mir jetzt gute Dienste leistete. Leaf Insect
Die Insekten im Amazonasgebiet sind in der Regel sehr gross. Ein deutscher Grasshüpfer dagegen würde zwergenhaft erscheinen. Das ganze war schon recht creepy, war aber sehr interessant.
Schon tagsüber hatten wir sie gesehen, nun in der Dunkelheit im Schein der Taschenlampe waren sie nicht mehr zu übersehen: tropische Riesenameisen oder englisch Bullet Ants, die bis über 3cm lang werden.
Diese Bullet Ants treten nicht in Riesenkolonien auf, sondern gehen teilweise alleine im Wald spazieren, aber zumeist haben wir sie in kleineren Trupps von unter zehn Exemplaren an bodennahen Pflanzen gesehen, in Ausnahmefällen waren es auch geschätzt fünfzig. Da wir sie auch an hölzernen Handläufen an den Pfaden gesehen hatten, haben wir uns ab dem Zeitpunkt unter keinen Umständen mehr an irgendetwas festgehalten. Auch haben wir uns nicht länger als notwendig an einer Stelle aufgehalten, damit die Ameisen nicht in Versuchung gerieten, an uns hochzukrabbeln. Wir haben sie bei unseren Night Walks problemlos mehrere Male gesehen, und wenn einmal das Auge geschult ist, auch mehrfach tagsüber. Ihr Biss ist extrem schmerzhaft und lang anhaltend, Forumsmitglieder hier hatten bereits einen Biss abbekommen.
Die Geisselspinne sieht gefährlich wie ein Scorpion aus, sie ist aber harmlos. Dieses Exemplar hier war grösser als ein durchschnittlicher Handteller mit gespreizten Fingern.
Zurück an der Lodge gab es noch diese fette Kröte zu sehen.
Ich werde jetzt meinen Reisebericht erst einmal unterbrechen für etwa 4 Wochen, da wir nach Malaysia fliegen werden. Anfang/Mitte März gehts weiter.
Teil 1011. März 2024
zurück aus dem heissen Malaysia (KL, Pangkor Laut, Penang) gehts bei einem heissen Tee wieder an den Reisebericht.
Yasuni Nationalpark 2. Fortsetzung Heute steht eine Ausfahrt mit dem Motorboot zu den Kitchwa auf dem Programm. Nun habe ich grade im Internet andere Bezeichnungen für die Naturvölker Ecuadors entdeckt, und Kitchwa sei die Sprache der indigenen Bevölkerung des Andenhochlandes. Jedenfalls wurde uns vom Guide, der diesem Volk auch angehört, gesagt, es handele sich um Kitchwa, sie leben auf der gegenüberliegenden Seite des Rio Negro im Amazonasbecken. Der Wasserstand war an diesem Tag niedrig aufgrund geringer Regenfälle der vergangenen Tage, so dass wir häufig mit dem Bootskiel die Sandbanken anstiessen. Auf dem Weg zu den Kitchwa fanden wir diesen Caracara, der einen recht großen Fisch an Land ziehen konnte im Verhältnis zu seiner Körpergröße.
Angekommen, sind wir gleich zu einem Maniokfeld geführt worden, an dem uns die Rodung der Wurzeln erläutert wurde.
Weiter ging es in die Küche, hier wurden die Maniokwurzeln gestampft, vergleichbar mit unserem Kartoffelbrei.
Die Küche war übrigens Teil eines Raumes, in dem gewohnt, geschlafen und gekocht wurde, also eine 1-Raum-Holzhütte mit Lehmboden. Für uns wurde u.a. Fisch zubereitet, der in Bananenblätter gewickelt wurde.
Jetzt kam der Mutprobenteil: es werden Käferlarven zubereitet. Die Indigene macht es vor, zerquetscht den Kopf der Larve und verspeist die Larve danach roh. Dies bleibt uns erspart, wir bekommen die Larven gegrillt. Nicht jedermanns Speise, aber rein geschmacklich war es der beste Teil des ganzen Essens, die Larve schmeckte recht nussig. Aussen cross gegrillt, innen noch weich – beim reinbeissen fühlt sich das - zusammen mit dem Kopfkino - recht komisch an. Eine Larve hab ich gegessen, dann war auch gut. Der Fisch war übrigens sehr trocken und mit vielen Greten.
Aus dem unverglasten Fenster heraus konnte man die Ölfördertürme fotografieren, es war auch unüberhörbar.
Hinterher wurden wir eingeladen, mit dem Blowarrow zu schiessen, es hat natürlich keiner die Papaya getroffen.
In den Bäumen dieser indigenen Siedlung liessen sich für eine kurze Zeit Tamarin-Äffchen beobachten. Black-fronted Nunbird
Wieder zurück an der Lodge endlich mal Affen (Squirrel Monkeys) an den ausgelegten Bananen Yellow-tufted Woodpecker schauten aus ihren Baumhöhlen heraus Black agouti Silver-beaked tanager
Teil 1112. März 2024
Yasuni Nationalpark 3. Fortsetzung
Wieder ging es nach dem Abendessen in der Dunkelheit mit extra für diese Reise neu gekaufter hell strahlender Taschenlampe auf in den Regenwald auf Entdeckungspirsch, wieder standen die riesigen Insekten im Mittelpunkt.
Eine von zwei Schlangen, die wir gesehen haben. Leider kann ich diese Art hier nicht bestimmen.
Am ersten Abend, als uns noch die beiden Amerikanerinnen Gesellschaft leisteten, hat eine berichtet von einem Insekt, dass sie ganz stark an Tony Stark (Iron Man) erinnert. Tony Stark hat ja einen Elektromagneten in seine Brust implantiert bekommen, das ihm u.a. als Quelle unerschöpflicher Energie dient. Das folgende Insekt hat so was ähnlich aussehendes auf seinem Rücken.
Ich nenne das folgende Bild Tarantula Wrap. Übrigens hat sich die Spinne auch in der darauffolgenden Nacht nicht aus ihrem Blatt heraus bewegt.
Am nächsten Tag ging es auf eine kleine Insel mittem im grossen Strom des Rio Negro, auf dem Wollaffen zuhause sind. Wir haben die ganze Insel durchstreift auf der Suche nach den Primaten…
…und sind schliesslich fündig geworden.
Es gab auch noch etwas anderes zu sehen, sofern man sich von dem Anblick der Affen lösen kann. Slate-colored hawk
Es war eine Gruppe von etwa 10 Affen, die hoch oben in den Baumkronen der Nahrungsaufnahme nachging – sie fressen Blätter. Die Affen waren wachsam und beäugten uns kritisch, liessen sich aber nicht durch uns stören, und wir konnten sie etwa eine Stunde lang beobachten.
Eine Affenmutter hatte ihr Kleines auf eine Astgabel unter ihr platziert, so dass sie die Hände frei bekam und ihr Kind gut im Blick behalten konnte.
Nachdem uns die Nacken steif geworden sind vom unentwegten Hochgucken, sind wir weitergegangen, haben einmal die ganze Insel umrundet. Und wieder sind es die Bullet Ants am helllichten Tag, die uns daran erinnern, dass der Urwald auch auf einer nur 1 Quadratkilometer grossen Insel Gefahren bereithält. Dieses netzartige Gebilde ist ein Pilz.
Warten am Bootsanleger
Zurück an der Lodge ein Sunbittern
Am Nachmittag haben wir eine ereignislose Wanderung zur Beobachtungsplattform im Regenwald unternommen, bis auf den Wald als solchen lies sich nichts interessantes beobachten.
Teil 1214. März 2024
Yasuni Nationalpark 4. Fortsetzung
Nach dem Abendessen gings mit dem Kanu aufs Wasser. Das einzige Tier, was sich in der Dunkelheit blicken lies war ein Paca im Ufergebüsch.
Es stand nochmals eine Wanderung durch den Regenwald im Amazonas-Becken an, diesmal auf einem für uns noch unbekannten Pfad. Vorher jedoch konnte ich endlich einen Vogel fotografieren, der uns die ganzen Tage akkustisch begleitet hat, sich aber uns nie zeigen wollte: ein white-throated Tucan.
Leider war das Baumskelett, auf dem er sass, sehr weit entfernt, so dass kein detailreiches Bild möglich war.
Unsere Wanderung führte uns an diesem Termitennest vorbei, an dem sich ein menschlicher Scherzbold verewigte. Ich denke mal, die Termiten ertragen es mit Gleichmut.
Die überirdischen Wurzeln dieses Baumes dienen den Indigenen als Kommunikationsinstrument, da Schläge mit der Machete an die Wurzelblätter über mehrere Kilometer durch den Regenwald hörbar sind.
Wieder sind die Bullet Ants unterwegs tagsüber.
Diese Ferruginous Pygmy Owl sass im Baum direkt vor unserer Hütte.
Lesser Ani
Es ist nicht viel los in der Lodge, sie war zur Zeit unseres Aufenthalts maximal zu 30% gebucht, teilweise waren wir nur vier Gäste.
Teil 1316. März 2024
Yasuni Nationalpark 5. Fortsetzung An einem Nachmittag haben wir mit dem Motorboot den Rio Napo überquert, um einen Fluss-Seitenarm zu durchfahren in der Hoffnung, bisher unbekanntes Wildlife sichten zu können. Wir wurden tatsächlich auf fündig, auch wenn die fotografische Ausbeute nicht sehr ergiebig war. Dusky Titi Monkey, nicht mehr als ein Knibbelbild yellow-headed Vulture
Die Wahl der Fortbewegungsmittel für die einheimische Bevölkerung ist teilweise noch sehr ursprünglich.
Abendstimmung auf dem Rio Napo, in der Ferne die Anden
Nochmals auf dem Beobachtungsturm an der Lagune red-capped Cardinal black-capped Donacobius Amazon Kingfischer
Wieder habe ich abends mit Taschenlampe die Umgegend durchstreift, wie so häufig auch dieses Mal ohne Guide auf eigene Faust.
Stabinsekt
In Costa Rica hatte ich ja Froschfotos mit gefangenen Fröschen in kontrollierter Umgebung gemacht, hier nun Froschfotos, wie sie an ihren Blättern an der Lodge-Lagune sassen, nichts an den Fotos ist gestellt, nur mussten die Frösche die grelle Taschenlampe für ein paar Sekunden aushalten.
Amazon Bamboo Rat in einem niedrigen Baum
Teil 1419. März 2024
Yasuni Nationalpark letzte Fortsetzung
Einen Nachmittag beschäftigten wir uns mit Kakao und der Schokoladenzubereitung. Wieder waren wir mit Klaus und Renate die einzigen Gäste der Lodge, und so erhielten wir zu viert eine Einweisung in die Schokoladenherstellung, und viel wichtiger, wir konnten hinterher ausgiebig die selbst hergestellte Schokolade auch essen: kaum Süsse, extrem konzentrierter Geschmack, das beste was ich je an Schokolade gegessen habe.
Die Squirrel Monkeys haben sich erstaunlich wenig blicken lassen trotz Anfüttern, wie alle Tiere waren sie eher scheu. Zu guter Letzt hat es aber doch aus relativer Nähe geklappt.
Dieser Affe hat die Pflanze mit seinen Zähnen geschält, um an ihr Inneres zu kommen, was dann offensichtlich seine Nahrung ist.
Black Agouti
Die Hoatzin waren eine Herausforderung. Obwohl sie ständig anwesend waren, haben sie sich doch vor den Menschen verkrochen, indem sie in höheres Astwerk gestiegen sind, sobald ich in ihre Nähe kommen wollte, und haben auch die Blätter als Sichtschutz ausgenutzt. Aber irgendwann habe ich sie doch überzeugen können, dass von mir und meiner Kamera keine Gefahr ausgeht. Der Irokesen-Schopf ist doch zu verlockend, um nicht ein Foto zu schiessen.
Nach 6 Nächten wurde es Zeit, zum nächsten Reiseziel – Galapagos - aufzubrechen. Auf der Rückfahrt in die Zivilisation kamen wir natürlich wieder an der Ölproduktion vorbei.
Der Rückflug war wie der Hinflug ereignislos, aber wieder in so einer alten Kiste wie der Hinflug. Die haben auch nur 6 Flugzeuge, alle sehr alt.
Teil 1522. März 2024
Galapagos – San Cristobal
Da unser Flug von Coca aus dem Amazonasgebiet erst am Nachmittag in Quito landete, und der Flieger nach Galapagos (via Guayaquil) aber schon am Vormittag losgeht, haben wir uns eine Nacht im Wyndham am Flughafen eingebucht. Klar, ist westlicher Standard mit sehr großem Zimmer, das ganze Gebäude stand unter AirCon-Schutz, und daher war diese Übernachtung die bequemste und angenehmste der ganzen Reise. Wir haben uns abends einen Burger mit Fritten gegönnt, hierbei allerdings hätten wir dann doch die lokale Küche unserer bisherigen Lodges gerne vorgezogen.
Geflogen sind wir mit einem Flugzeug von LATAM, ein moderner Traum im Gegensatz zu den Fliegern der Aeroregional. 30 Minuten Aufenthalt in Guayaquil, wir blieben im Flieger sitzen, während einige Passagiere ausstiegen und neue hinzukamen.
Bevor es allerdings losging, hatten wir noch den größten Schockmoment unserer gesamten Reise: beim Einchecken sagte uns die Lady am Check-in Schalter, dass die Maschine überbucht sei und wir daher nur auf der Warteliste stehen würden. Die Vorfreude auf unsere Galapagos-Reise war bei dieser Nachricht natürlich komplett dahin. Wir haben sofort das lokale Partnerbüro unseres Reisebüros angerufen, in dem auch Deutsche arbeiten, und nach zwei Telefonaten und zweimaligem Vorstelligwerden am Check-In Schalter haben wir unsere Boardkarten in Empfang nehmen können. Das Ganze hat 1 Stunde gedauert, wir waren rechtzeitig am Flughafenschalter, die Lage unseres Hotels hat hierbei geholfen.
Gleich am Nachmittag hatten wir einen entspannten privaten Nature Walk mit einem Guide. Übrigens waren die insgesamt 8 Tage Galapagos alle voll durchgeplant von unserem Reisebüro, täglich gab es Ausflüge, davon 4mal Schnorcheln. Zuerst jedoch sind wir an der wohl obligatorischen Charles Darvin Gedächtnisstatue vorbeimarschiert, nachdem wir das sehr sehens- bzw. besser lesenswerte Museum passiert hatten, in dem das Leben auf der und die diversen Zeiträume über die Insel beschrieben sind. Galapagos wurde nicht immer weltweit als das Naturparadies auf Erden angesehen, sondern seine natürlichen Resourcen wurden in vorigen Jahrhunderten durch die Kolonialmächte ausgebeutet.
Meine ersten Fotoversuche am fliegenden Objekt, einem Fregattvogel. Normalerweise sind die über uns hinweg geflogen, hier waren wir an der Steilküste und die Vögel flogen unter uns vorbei, sie tun sich sehr schwer, mit ihren kurzen Stummelbeinchen auf den Bäumen oder Felsvorsprüngen entlang der Steilküste zu landen. Fische von der Steilküste aus fotografiert
Das kleine Städtchen der Insel. Übrigens ist es ratsam, viel Bargeld mitzunehmen, denn Kreditkarten werden nicht akzeptiert, Geldautomaten gibt es kaum, zu unserer Zeit funktionierten sie nicht, und die Preise sind auf westlichem Niveau. Alle Ansiedlungen, in denen die Touristenhotels liegen, sind sehr touristisch, aber haben das typische Flair eines kleinen entspannten Hafendorfs. Wir waren ausserhalb der Hauptsaison da, über die Weihnachtszeit wenn die Amis einfallen, kann ich mir vorstellen, dass es erheblich lauter zugeht, die Kneipen dafür sind jedenfalls da.
Erster Strandspaziergang. Und sofort mittendrin in der Natur. Und ja, die Tiere scheren sich einen Scheissdreck um uns Touristen, haben keine Angst vor uns Menschen, sondern gehen ihrem Tagesgeschäft nach – fressen und faulenzen. Uns wurde täglich bei den Ausflügen eingetrichtert, einen 2 Meter Sicherheitsabstand einzuhalten, das umzusetzen war manchmal eine Herausforderung. Darvin's Finken waren nicht zu übersehen. Von diesen Meerechsen habe ich mehrere hundert Fotos gemacht, es kommen noch ein paar mehr später. Blue footed booby - Blaufusstölpel
Am nächsten Morgen sind wir zu unser ersten Schnorcheltour aufgebrochen. Der Pier lag in Laufnähe unseres kleinen Hotels, Basic 3 Sterne mit ordentlichem Frühstück, frisch gepresste Fruchtsäfte, Omlett, Toastbrot etc.
Ziel des Ausflugs war Kicker Rock, ein Felsen, der ca. 140 Meter aus dem Meer herausragt und mindestens genauso tief unter der Meeresoberfläche ist, also das pure Blau unter uns. Das Kreuzfahrtschiff sieht dagegen winzig aus. Innerhalb 2 Stunden haben wir den Felsen schnorchelnd umrundet, und haben dabei mit Seelöwen und Schildkröten geschwommen, tief unter uns waren die Hammerhaie sichtbar. Leider keine Fotos vom Schnorcheln, unser Guide hatte Videoclips gemacht, die wir erhalten haben. Das Wasser war im kurzen Wetsuite angenehm warm.
Der Seegang ist allerdings auch beim Schnorcheln nicht zu unterschätzen, kaum zurück auf dem Boot musste ich mich wegen Seekrankheit übergeben. Danach hatte ich immer eine Reisetablette vor Bootsausflügen eingenommen und hatte keine Probleme mehr. Wir hatten allerdings zu wenige dieser Tabletten mitgenommen – kein Problem: in eine Apotheke rein, und für umgerechnet 1 Euro 8 weitere Tabletten erhalten.
Jaaa!!! Das obligatorische Foto mit Seelöwe auf der Bank, so muss Galapagos!. Brown Pelican
Nach zwei Nächten auf San Cristobal gings weiter mit nem winzigen Inselhopper zur nächsten Insel, Isabela. Das Reisebüro hatte uns einen Flug (ca. 30 Minuten) empfohlen denn zu dieser Jahreszeit sei das Meer sehr aufgewühlt und die ansonsten 4-stündige Bootsüberfahrt kein Vergnügen. Das wurde uns beim nächsten Transfer von Isabela nach Santa Cruz vor Augen geführt, das Boot tanzte auf und zwischen den Wellen, die Passagiere wurden reihenweise seekrank.
Teil 1630. März 2024
Galapagos – Isabela
Auf Isabela vormittags angekommen, haben wir nach dem Hotel Check-In erst einmal das Dorf erkundet. Der einzige Bankautomat der Insel akzeptierte keine MasterCard, nur Visa. Macht nichts, noch war genügend Bargeld vorhanden. Die Hauptstrasse bestand aus festem Sand, die Häuser hatten einen etwas erhöhten Sidewalk. Sehr sympathisch kam das Dorf daher, keine Hektik eines hippen Touristendorfes zu spüren, sondern alles schien etwas zurückgeblieben, abgekoppelt von der modernen Entwicklung anderswo auf der Welt. Wer das Mondäne sucht, sollte um Isabela einen Bogen machen und direkt nach Santa Cruz fliegen. Aber Isabela hat auch Strandbars zu bieten, so ist das nicht, nur alles etwas ruhiger. Die Hotels sind auch etwas weniger gediegen.
Isabela hat eine Bade- und Bootsanlegeplattform, die man über einen Steg durch einen Mangrovenwald erreicht. Dort wird viel gebaded und geschnorchelt, was wir allerdings nicht genutzt hatten. Im flachen Wasser dieses natürlichen Hafens sieht man einige Fische, auch Rochen, Seelöwen und die allgegenwärtigen Meerechsen.
Nachmittags haben wir uns Fahrräder ausgeliehen, es gibt viele Fahrradverleiher im Dorf. Wir sind den etwa 7km langen Strandweg gefahren – und haben teilweise wegen Tiefsand das Fahrrad geschoben – da es am Ende des Weges Riesenschildkröten zu sehen geben soll. Mangrovenwald
Flechten, die an den Bäumen wachsen, deuten auf eine gewisse Luftfeuchtigkeit hin. Allerdings war es zu unserer Zeit überhaupt nicht regnerisch, wir hatten fast immer trockenes Wetter.
Spottdrossel (Mockingbird) Immer wieder gab es auf der Strecke einige Erklärungspunkte mit Hinweisschildern und Aussichtspunkte. Hier die Siedlung von Isabela
Auf dem Hinweg hatten wir keine einzige Schildkröte gesehen, obwohl wir, da es in der zweiten Weghälfte tendenziell bergauf ging, nur langsam voran kamen. Auf dem Rückweg downhill habe ich zweimal aus dem Augenwinkel eine fette Schildkröte erspäht, also in die Bremsen gestiegen und umgedreht.
Die Schildkröten wurden hier vor ein paar Jahren (oder Jahrzehnten?) neu angesiedelt, nachdem man ihnen von Menschenhand vorher wohl den Garaus gemacht hatte. Auf Santa Cruz allerdings gibt es noch genügend Riesenschildkröten, dazu später noch Fotos. Die Vegetation hier ist sehr trocken, auf Santa Cruz kommen die Riesenschildkröten hauptsächlich im feuchtkühlen Hochland vor.
Dass die Meerechsen auch Zähne haben, sieht man auf diesem Foto, nur selten machen sie den Mund auf. Mit den Zähnen rupfen die Echsen ja unter Wasser die auf Steinen wachsenden Meeresalgen als ihre Nahrungsquelle ab.
Hier noch wahllos ein paar weitere Echsenfotos, ich habe wirklich Hunderte Fotos gemacht, sie sind ein dankbares Fotoobjekt, laufen nicht weg, halten still und schneiden merkwürdige Grimassen.
Teil 1701. Apr. 2024
Jetzt gehts weiter, Tina 🙂
Galapagos – Isabela 1. Fortsetzung
Hier wieder einige Bilder gemacht an der Bootsanlegestelle Yellow Warbler
Es gibt zwei Arten vom Galapagos Ground Finch, den größeren und den kleineren. Steht man in Natura vor ihnen, merkt man den Größenunterschied. Auf den Fotos hinterher sind sie allerdings nur schwer zu unterscheiden.
Die Fregattvögel sind für mich faszinierende Gleiter der Lüfte, ihre Silhuette hat etwas erhaben aristokratisches für mich. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass diese Vögel anderen Vögeln danach trachten, ihre gefangenen Fische abzujagen, und kaum selber jagen – Wegelagerer der Lüfte sozusagen. Und tatsächlich liess sich am Strand beobachten, dass die Fregattvögel den Pelikanen und den Tölpeln beim Jagen nachstellten.
Meerechsen niesen. Und das ständig. Sie spritzen seeehr weit aus ihren Nasenlöchern. Es ist das Salz, was sie so ausscheiden, und vorher mit ihrer Nahrung aufgenommen haben. Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr einige weisse Krümel auf dem Bild wegspritzen sehen.
Diese Krebse hielten sich gerne in der Brandung auf Steinen auf, sie hatten eine intensiv leuchtende Farbe.
Am Folgetag hatten wir einen Ausflug in das Hinterland der Insel auf dem Programm, konkret das Vulkangebiet um den Vulkan Sierra Negra. Isabela ist die deutlich größte aller Inseln mit den höchsten Erhebungen, die vulkanischen Ursprungs sind. Insgesamt verdanken wir die Existenz Galapagos‘ den vulkanischen Aktivitäten vor Millionen von Jahren. Jeder der Inseln hat ihr eigenes Alter, sie sind nicht alle auf einmal aus dem Meer gewachsen. Es gibt auf Isabela kilometerweite Lavafelder, die erdgeschichtlich noch sehr jung sind. Dies sieht man daran, dass auf den Lavafeldern, die wir erwandert haben, noch kaum etwas wächst. Uns wurde vom Guide gesagt, dass es etwa 1.000 Jahre dauert, bis Pflanzen sich auf Lava niederlassen und wachsen können, dass die ersten Pflanzen die Kakteen sind und sich anhand der Höhe der Kakteen erkennen lässt, wie alt das Lavafeld ist: ca. je 1 Meter Höhe für 1.000 Jahre. Ein 6m hoher Kaktus deutet also auf ein etwa 7.000 Jahre altes Lavafeld hin. Stimmt das, könnt ihr diese Angaben irgendwie bestätigen? Mir scheinen diese Zeiträume arg lang zu sein, aber vielleicht hat auch jede Vulkanregion seine eigene Gesetzmässigkeit.
Diese Lavatubes bilden sich, weil die an der Oberfläche erkaltende Lava hart wird, während im Inneren weiter flüssige Lava fliesst. Solche Lavatubes können mehrere Meter Durchmesser erreichen, hier auf dem Foto sind es allerdings nur etwa 30cm.
Galapagos-Taube
Dieser einsame männliche Landleguan sucht im Hochland-Lavafeld verzweifelt ein weibliches Geschöpf. Normalerweise halten sich diese Landleguane anscheinend in niedrigeren Höhen auf.
Die Caldera des Sierra Negra ist die größte aller Galapagos-Vulkane. Der Letzte Lava-Ausstoß war in 2018.
Der Guide sagte uns am Beginn der Wanderung, dass der Vermillion Flycatcher eine Besonderheit dieses Gebiets sei und dass er von anderen eingeschleppten Vögeln wie den Ani immer mehr verdrängt wird. Tatsächlich haben wir dann einen besonders farbenfrohen Vertreter seiner Art entdeckt, auch wenn es bereits angefangen zu regnen hatte.
Die Anis wurden anscheinend willentlich eingefüht im vorigen Jahrhundert, um mit Weidevieh eingeschleppte Zecken zu bekämpfen. Die Anis haben jedoch auch negative Auswirkungen auf die endemische Vogelwelt, indem sie zB Nester ausräubern. Ausserdem wird ihnen nachgesagt, dass sie die Hauptverbreiter von ebenso eingeschleppten Brombeersamen sowie Wirt von Parasitenfliegen sind, die wiederum die endemische Vogelwelt bedrohen. Ein Foto von einem Ani hatte ich in der Yasuni-Sequenz gepostet.
Teil 1802. Apr. 2024
Galapagos – Isabela 2. Fortsetzung
Noch'n paar Bilder, einfach so rumgelungert im Dorf incl. Anlegestelle.
Isabela crece por ti – Isabela wächst für Sie. Ist das eine sinnvolle Übersetzung, die im Internet angeboten wird? irgendwie macht das mehr Sinn wenn es hiesse: Isabela wächst mit Dir oder Isabela wächst durch Dich, im Sinne von: lass uns etwas gemeinsam schaffen. Meine Meinung, aber ich kann kein spanisch
Die Meerechsen müssen ihren Energiehaushalt wieder auffüllen, wenn sie aus dem Meer kommen, das tun sie, indem sie sich auf warmen Steinen oder auf Sand sonnen.
Lava Gull
Pelikane sitzen ziemlich häufig in den Bäumen, habe ich gelernt auf Isabela.
Hinter unserem Hotel war eine Lagune, wo es auch etwas Federvieh gab. black-necked stilt
Hier eine unglaubliche Ansammlung von Meerechsen auf kleinstem Raum. Die Meerechsen bestehen aus verschiedenen Unterarten, die teilweise von Insel zu Insel verschieden sind und sich in der Größe, Farbe, Musterung etc. unterscheiden. Diese Meerechsen sind recht klein.
Teil 1905. Apr. 2024
Galapagos – Isabela 3. Fortsetzung
Schnorchel-Ausflug. Abholung morgens vom Hotel hat reibungslos und pünktlich funktioniert. Die See ist rau, für das kleine Boot sind die Wellen recht hoch. Wir werden heftig durchgeschüttelt, gut das wir wieder eine Reisetablette genommen haben. Nass werden wir auch, aber nur untenrum, da wir Öljacken ausgehändigt bekommen, die wir unter der Schwimmweste anziehen. Die Überfahrt entlang der Küste zum Ziel, den Lavatubes, dauert etwa eine Stunde. Wir machen an einem kleinen Felsen inmitten des riesigen Ozeans halt, umkreisen ihn einmal und fahren weiter. Warum? Es hocken ein paar Blausfusstölpel und ein Fregattvogel auf dem Fels. Das hätten wir uns auch sparen können, die Vögel gibt’s haufenweise an zugänglicheren Punkten der Inseln.
Zuerst geht’s aber nicht zum Schnorcheln, sondern zum Bootsanlegen, um nochmals Blaufusstölpel und die grossen Lavatubes aus der Nähe zu besichtigen. Die Lavatubes haben an dieser Stelle der Küste die Vulkanlava ins Meer fliessen lassen. Draussen toben die Wellen, in dem Lava-Wirrwarr ist man vor der rauen See geschützt.
Jeder Schnorchel-Ausflug besteht aus zwei Teilen, einmal das Schnorcheln und zum anderen aus Naturbeobachtung, das ist daher eine gute Mischung über die 8 Tage auf Galapagos.
Ein einsamer Pinguin wacht am Eingang zu den Lavatubes, als wenn er zur Bespassung der Touristen hier aufgestellt wurde. So einsam war er aber nicht, ein zweiter Punguin lag auf Lavagestein in einigem Abstand. Dies waren die einzigen Pinguine, die wir auf Galapagos zu Gesicht bekamen.
Nach ein paar Fotos, die der Guide von jedem einzelnen Teilnehmer gemacht hatte und die ich Euch ersparen werde, gings dann zum Schnorcheln. Wieder raus in die hohen Wellen, aber nach 10 Minuten Fahrt zurück an eine andere Stelle in den Tubes. Highlights sind Schwarzspitzenriffhaie, Karettschildkröten, Rochen, Seepferdchen.
Ansonsten ist das Wasser recht trübe. Im Vergleich zu Kickers Rock war dieses Mal Schnorcheln eher zahm, da das Wasser flach war und die Tubes recht einengend im Gegensatz zu den Weiten des Meeres um den Kicker Rock. Der Ausflug war ganztägig bis ca. 16 Uhr, die rauhe See war nervend, aber gehört nun mal zu Galapagos dazu. Wieder hinter dem Hotel an der Lagune
Noch zwei Meerechsen-Bilder, unterbelichtet bis der Hintergrund verschwindet. Unterredung unter 8 Augen
Zwei Stunden am Strand vor unserem Hotel. Pelikane patroullieren am Strand und halten nach Fischschwärmen Ausschau. Erspähen sie Fisch, stürzen sie sich kopfüber in die Fluten und versuchen die Fische zu fangen.
Sie sind nicht alleine. Die Blaufusstölpel stehen ihnen in nichts nach. Leider wurden meine Tölpel-Bilder nicht scharf, daher nur ein waagerechtes Flugfoto.
Fregattvögel durften dabei nicht fehlen, diese wollen die von Pelikanen und Tölpeln gefangenen Fische schmarotzen und jagen die Jäger. Allerdings habe ich kein einziges Mal sehen können, dass ein Fregattvogel dabei erfolgreich war, ich glaub die Fische werden sofort beim Fang runtergeschluckt, um den Fregattvögeln keinen Angriffsgrund zu bieten.
Dieser Pelikan hat sich im Flug in dem Moment geschüttelt, als ich ihn anvisierte, daher sieht seine Flugtechnik auf dem Bild etwas unbeholfen aus.
Da ich zwei stehende Pelikane von einem bestimmten Punkt aus fotografieren wollte, der von Brandungswellen umspült wurde, hatte ich meine Schuhe ausgezogen und war barfuss unterwegs. Ich stand auf einem Lavastein am Strand und verlor die Balance, so dass ich unbeholfen Halt suchte, um die Kamera trocken zu halten. Leider bin ich dabei heftig auf einem scharfkantigen Lavastein aufgekommen, der meine Ferse tief einschnitt. Das hatte ich allerdings erst bemerkt, als ich zurück im Hotel war. Die Folge dieser Verletzung war, dass ich bei den verbleibenden beiden Schnorcheltouren auf dem Boot bleiben musste, denn Meerwasser enthält viel Zeugs, das offene Wunden entzünden kann. Glücklicherweise ist alles wieder gut verheilt, es hat aber bis zum Ende der Reise gedauert, bis sich die Wunde wieder schloss.
Teil 2008. Apr. 2024
Galapagos – Santa Cruz
Die Überfahrt von Isabela nach Santa Cruz mit dem Boot war wirklich die Hölle. Wir hatten Reisetabletten genommen, aber um uns herum wurden die Tüten reihenweise gefüllt. Es waren über 2 Stunden ein Ritt über die Wellenkämme, ein Stoßen in die Wellentäler hinein und ein Aufbäumen des Bootes gegen die Naturgewalten. Für mich ein Wunder, was das Material alles auszuhalten vermag. Mich hätte nicht überrascht, wenn unser Boot an einer Welle irgendwann zerschollen wäre. Leute mit Rückenproblemen empfehle ich dringend zu Schmerztabletten. Ich bin froh, dass wir für den Transfer San Cristobal nach Isabela das Flugzeug genommen hatten, denn das wären 4 Stunden Bootsüberfahrt gewesen. Es war ein kleines Schnellboot, vorne geschlossen, hinten offen, mit etwa 40 bis 50 Sitzen, alle in Fahrtrichtung in Reihen ausgerichtet mit Mittelgang, wie in einem Flugzeug. Zu anderen Jahreszeiten soll die See ruhiger sein, und wir hatten wohl ein Extrem erwischt, weil in der Nacht vorher ein Gewitter tobte und die See aufgewühlt war.
Auf Santa Cruz angekommen, erwartete uns herrliches Wetter und im Hafen war vom rauhen Seegang nichts mehr zu spüren.
Nach dem Einchecken in unser Hotel in Puerto Ayora, dem größten Ort auf den Galapagos-Inseln mit wohl 13.000 Einwohnern, sind wir etwas durch die Strassen herumgelaufen und haben natürlich auch den Fischmarkt entdeckt. Es ist eher ein kleines Fischgeschäft unter freiem Himmel, direkt an der Wasserkante mit Seelöwe und Pelikan als Resteverwerter.
Auch am Hafen waren die Pelikane auf der Lauer, um Tuna-Reste zu stibitzen.
Nachmittags stand ein Ausflug mit Schnorcheln bei Tortuga Bay auf dem Programm. Ich habe auf das Schnorcheln verzichtet wegen meiner frischen Wunde an der Ferse. Ani überall
Zurück im Hafen am Bootsanleger
Ich dachte ich kühle mich abends vor dem Heia-Machen im Hotelpool ab, aber es schwammen schon die Insekten drin, die in Schwärmen durch das Licht angezogen wurden.
Am nächsten Tag ein weiterer Ausflug, einerseits Schnorcheln (ohne mich), andererseits Besuch der südlichen Isla Plaza. Dazu sind wir mit dem Bus einmal über die Insel nach Norden gefahren worden, an der Bootsanlegestelle, die auch zum Flughafen auf der Insel Baltra führt, wartete eine geräumige Motoryacht auf unsere Ausflugsgruppe. Die Boote und Yachten, die die Touristen aufnehmen sollen, liegen ein paar Meter entfernt vom Anleger, übergesetzt wird die kurze Strecke mit Schlauchbooten.
Isla Plaza Süd, ist ein kleines unbewohntes Eiland ein paar hundert Meter vor der Ostküste von Santa Cruz mit vielen Gabelschwanzmöwen (swallow-tailed gull) und einer Überbevölkerung an testosteron-geschwängerten Landleguanen. Gabelschwanzmöwen sind Nachtjäger, die sich tagsüber schlafend auf der Insel aufhalten, wenn sie nicht gerade für Nachwuchs sorgen.
Landleguane sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, die Gunst des weiblichen Geschlechts zu erobern. Hier sind zwei Männer in gelb, die sich ganz schön aufplustern, sich zuerst versuchen zu ignorieren, dann sich anfänglich belauern und umkreisen. Die umworbene Dame hält sich zwar vornehm zurück (hier im dunklen Kleid), heizt die beiden aber an durch den Ausstoß weiblicher Duftstoffe. Es kommt zum Kampf der beiden Muskelprotze, bis das Blut spritzt. Wir haben dem Schauspiel etwa 30 Minuten beigewohnt, leider drängte die Zeit uns weiter, so dass ich nicht berichten kann, wie es ausging. Jedenfalls ist es unter Leguanen üblich, dass der Sieger des Kampfes hinterher mit der Dame ein Schäferstündchen abhält.
Diese Seelöwen-Mutter ist dabei, ihrem Nachwuchs eine Schwimmstunde zu erteilen. Sie ruft ihr Kind zum Wasser, dieses möchte aber lieber noch an Land spielen und quängelt unmotiviert rum.
Tropicbird
An dieser Stelle sind die Felsen ganz glatt. Dies kommt daher laut Guide, weil seit Jahrhunderten dieser Weg von Seelöwen genutzt wird, die dort rüberrutschen.
Gabelschwanzmöwe
Diesen Inselausflug fand ich überaus sehenswert, kann ich nur jedem weiterempfehlen. Auf dem Rückweg mit dem Bus bat ich darum, im Hochland der Insel abgesetzt zu werden. Schon auf dem Hinweg morgens hatten wir auf den Feldern neben der Strasse Riesenschildkröten auf den Feldern gesehen.
Das sind schon Riesenkollosse, kommt man ihnen näher, ziehen sie ihren Kopf ein. Zurückgekommen nach Puerto Ayora bin ich mit einem der regelmäßig vorbei fahrenden öffentlichen Bussen, kostete mich 1 Dollar.
Teil 2109. Apr. 2024
Galapagos – Santa Cruz Fortsetzung
Am letzten Tag auf Santa Cruz ging es wieder zu einem Schnorchelausflug, gepaart mit einem Ausflug nach Seymour Norte, einer kleinen unbewohnten, 2 Quadratkilomer messenden Insel nördlich der Flughafeninsel Baltra. Hauptaugenmerk dieser Insel liegt auf den hier brütenden Fregattvögeln. Wir sind mit einem zweimastigen Segelschiff unterwegs, das allerdings heute nur mit Motor betrieben wird. Wir laufen an Bord auf echten Holzplanken, es ist sehr viel Platz für die Gruppe. Wir sind die einzigen Nicht-Amerikaner, die als zusammenhängende Reisegruppe unterwegs ist. Auf die Insel kommen wir, indem wir vom Segelboot auf ein kleineres Schlauchboot umsteigen, was wir im Schlepptau haben.
Auf Seymour Norte kommt man diesen Vögeln recht nahe und man erkennt dann auch deren Größe. Das lässt sich ja nur erahnen, wenn sie teilweise mehrere hundert Meter über einem dahingleiten. Die Körperlänge erreicht teilweise über 1 Meter, die Flügelspannweite max. knapp 2,50 Meter. Endlich kann ich auch den männlichen Kehlsack aus der Nähe inspizieren.
Bedenken habe ich wegen des spitzen Gestrüpps, in dem die Vögel hocken, da können auch mal Träume platzen… Tatsächlich habe ich einen Vogel mit punktiertem Kehlsack entdecken können, er war aber trotzdem aufgeblasen. Es scheint also Flickzeug zu geben.
Fregattvögel sind nicht die einzigen Tiere auf der Insel. Allerdings ist die Artenvielfalt nicht aufregend, Blaufusstölpel, Seelöwen, Leguane, Meerechsen begegnen einem hier wie auch fast überall sonstwo auf den Inseln.
Das einzige mal, dass ich eine kurze Balz des Blaufusses bemerkt hatte. Es war allerdings kein anderer Artgenosse in der Nähe – oder war ich die Zielperson?
Blick hinüber zu einer der beiden Daphne-Inseln.
Die Fregattfrau scheint vom Imponiergehabe des Fregattmannes überzeugt zu sein, sie lässt sich zu ihm nieder.
Wir hatten leider nur etwa eine Stunde Landgang. Danach ging es zum Schnorcheln in dem geschützten Kanal zwischen Santa Cruz und Baltra. Heute war ich zum ersten Mal froh, dass mich meine Fersenwunde nicht zum Schnorcheln lies. Nicht nur, dass es wenig Interessantes unter Wasser zu sehen gab, sondern die gesamte Gruppe kam in Berührung mit den Tentakeln einer oder mehrerer Quallen, was bei allen zu brennenden Hautpusteln führte. Meine Frau war am stärksten davon betroffen, noch Monate später ist ihre Haut verfärbt. Das Schnorcheln wurde vorzeitig abgebrochen. Die Schiffscrew reichte Essig, was das Brennen linderte, aber sie hatte über mehrere Tage das Brennen auszuhalten.
Nach dem Schnorchelausflug gab es Essen. Ich kann mich nicht erinnern was es gab, aber es blieb bei mir hängen, dass es mir nicht schmeckte. Dafür gab es vorneweg etwas prickelndes, was uns als Champagner angekündigt wurde. Ich habe die Flasche nicht gesehen, kann daher - auch geschmacklich - nicht bestätigen, dass es sich um den König des Schaumweins handelte.
Cool war das Schiff allemal.
Teil 2210. Apr. 2024
Hacienda Jimenita in der Nähe des Quito Flughafens
Hier nun der letzte Teil unserer Reise. Der Rückflug von Santa Cruz nach Quito war unspektakulär. Vom Flughafen wurden wir abgeholt und zu unserer letzten Station gebracht, der Hacienda Jimenita, ca. 20 Minuten Fahrt vom Flughafen entfernt. Wir hatten zwar nur Frühstück als Verpflegung vorgebucht, allerdings haben wir in den drei Tagen das Anwesen nicht einmal verlassen, so dass wir alle Mahlzeiten dort eingenommen haben und entsprechend zusätzlich gezahlt haben. Verpflegung war aber unspektakulär. Hier die Eindrücke vom ersten Abend.
Die Hacienda hat einen großzügigen Gemeinschaftsraum, der zu unserer Zeit nur durch uns frequentiert wurde. Wir haben abends nach dem Abendessen uns in die Sessel gelümmelt und noch gelesen. Allerdings wurde es irgendwann zu kühl, auch wenn ein Kamin angezündet war, der Raum war einfach sehr gross, der Kamin drang nicht durch.
Unser Zimmer war aber nicht im Haupthaus, dessen Räume hier abgebildet sind. Wir hatten ein Zimmer in einer entfernteren Hütte, wie sie zahlreich auf dem Gelände stehen. Zu unserer Zeit war noch eine US-Gruppe von ca. 10 Hobby-Ornitologen in der Hacienda, denn für ihre Vögel ist die Hacienda bekannt. Es hätte aber wohl locker eine zehnfache Anzahl an Gästen unterkommen können. Unser Zimmer war funktional eingerichtet, immerhin war es sehr gross. Der Warmwasserboiler musste bei uns repariert werden, da das Wasser am zweiten Tag nicht mehr warm wurde. Hinzu kamen noch die Power Outages, die das ganze Land betreffen und auch das Wasser kalt liessen, da der Boiler elektrisch betrieben wird.
Allerdings waren die Vögel eigentlich auch das einzige an Wildlife auf der Hacienda, und so blieb uns nichts anderes übrig, als die nett angelegten Pfade des Anwesens mehrfach täglich abzuwandern. 150 Hektar soll das Gelände gross sein.
Das Lama wurde zur Touristenbespassung an den Baum gebunden.
Ich hatte die 3 Tage auf der Hacienda als Ausklang der Reise geplant in der Hoffnung, mehr als nur Vögel zu Gesicht zu bekommen. 2 Tage hätten es auch getan.
Teil 2310. Apr. 2024
hier eine Auswahl an Vogelbildern. An den Pfaden sowie am Haupthaus waren großzügig Feeder verteilt, die von den Vögeln angeflogen wurden. Allerdings waren die Vögel sehr scheu und sind davongeflogen, wenn man in die Nähe kam. Sparkling Violet Ear Safran Fich kein Vogel - Lama Grassland Yellow Finch Southern Yellow Grossbeak Black-tailed Trainbearer Blue and yellow Tanager Blue and yellow Tanager Grey-browed Brushfinch Vermillion Flycatcher female White-winged bush finch Rufous-collared Sparrow Yellow-breasted Brushfinch Southern yellow Grossbeak White-winged bush finch
Dieser Canyon heisst Condor Canyon, aber wir haben keinen Condor gesehen. Angeblich soll man hier Condore sehen können. Andere Greifvögel waren sichtbar, aber nicht nah genug, um ordentliche Fotos zu machen. Der äußerste Wanderpfad auf der Hacienda führt am Canyonrand entlang. Blue and yellow Tanager Grey-browed Brushfinch
Teil 2412. Apr. 2024
Da unser Flug erst um ca. 16 Uhr ging, baten wir um einen Late Check-out, der uns problemlos gewährt wurde. Der Flughafentransfer von 20 Minuten sowie der anschliessende Flug über Amsterdam mit KLM nach Hamburg verlief problem- und ereignislos. Die Reise ist zuende.
Fazit zur gesamten Ecuador-Reise
Schön wars, gerne wieder. Dies war unsere erste Südamerika-Reise, und ich hoffe, nicht die letzte. In 2021 hatten wir Costa Rica bereist und Lust bekommen, weiter in den Süden vorzustossen. Die klassische Ecuador-Reise ist es nicht geworden mit einem Mietwagen die Allee der Vulkane abzufahren, trotzdem war an den einzelnen Stationen, die wir uns ausgesucht hatten, nichts auszusetzen und empfehlenswert. Die Vulkane, die wir ab und zu bei klarer Sicht aus der Ferne gesehen hatten, machen Lust, nochmals irgendwann nach Ecuador zurückzukehren.
Die erste Station, die Maquipucuna Lodge (5 Nächte), war aufgrund der Sichtung der Brillenbären sehr sehenswert. Ausserhalb der Bärensaison tut es sicherlich auch jede andere Lodge, die auf Vogelbeobachtung ausgelegt ist, ob in Mindo, Bellavista oder in irgendeinem anderen Schutzgebiet.
In Quito (4 Nächte) würde ich das nächste Mal in einer höhere Hotel-Kategorie absteigen, das Zimmer hat keinen Spass gemacht. Wir hatten uns für Papallacta entschieden, es gibt noch andere Möglichkeiten an Tagesausflügen, z.B. Otavalo.
Würde ich nochmal in das ecuadorianische Amazonasbecken fliegen, dann würde ich versuchen, weiter den Rio Napo hinunter zu fahren. Sicherlich sind andere Tiersichtungen nicht garantiert, aber zumindest besteht wohl eine höhere Chance, größere Schlangen, größere Kaimane und größere Säugetiere zu beobachten. Die Yasuni-Lodge (6 Nächte) ist jedoch als Unterkunft und mit ihren Mahlzeiten als rustikale Unterkunft durchaus empfehlenswert.
Galapagos (8 Nächte) war das gedachte Highlight und der eigentliche Grund für diese Reise. Unsere hohen Erwartungen an die Tierbegegnungen wurden erfüllt. Herausragend im Vergleich zu den anderen Stationen war Galapagos deswegen nicht, weil auch die anderen Stationen jede auf ihre Weise sehr erfüllend waren. Trotzdem darf m.E. Galapagos nicht fehlen in einer Ecuador-Reise. Die Nähe, die die Tiere zulassen, ist schon einmalig. Beim Kampf der gelben Landleguane sind mir die Kontrahenten über meine Schuhe gestolpert, so versunken waren beide in ihren Kampf.
Die Hacienda Jimenita (3 Nächte) hat im Vergleich zu den anderen Stationen keinen i-Punkt mehr obendrauf setzen können. Sicherlich ein schöner ruhiger Ausklang, mehr aber auch nicht.
Wer nicht so viel Zeit wie wir hat: keine Angst, man kann insgesamt eine Woche kürzen, ohne zu viel zu verpassen, an jeder Station jeweils 1 oder 2 Nächte. Zeit ist bei uns kein Engpassfaktor, deshalb planen wir die Reisedauer großzügig und die Geschwindigkeit gemächlich. Sich aus Zeitgründen bei Galapagos nur auf eine oder zwei Inseln zu konzentrieren, würde ich nicht machen, dazu sind die Inseln zu unterschiedlich.
Die gebuchte Hotel-Kategorie war bis auf Quito ausreichend, man kann es als rustikal Standard bezeichnen. Luxusverwöhnte werden zwei Stufen höher buchen müssen.